DE846688C - Verfahren zur Inbetriebnahme von mehrzelligen UEberdruck-Elektrolyseuren - Google Patents
Verfahren zur Inbetriebnahme von mehrzelligen UEberdruck-ElektrolyseurenInfo
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- DE846688C DE846688C DEL6430A DEL0006430A DE846688C DE 846688 C DE846688 C DE 846688C DE L6430 A DEL6430 A DE L6430A DE L0006430 A DEL0006430 A DE L0006430A DE 846688 C DE846688 C DE 846688C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C25—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES; APPARATUS THEREFOR
- C25B—ELECTROLYTIC OR ELECTROPHORETIC PROCESSES FOR THE PRODUCTION OF COMPOUNDS OR NON-METALS; APPARATUS THEREFOR
- C25B15/00—Operating or servicing cells
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Description
Die Inbetriebnahme von geschlossenen, für die Erzeugung von Gasen durch Zersetzung wäßriger
Lösungen dienenden Elektrolyseuren, deren Anodenuiid
Kathodenraum durch ein Diaphragma voneinander getrennt sind, erfordert außerordentliche Vorsicht.
Zu Deginn der Gasentwicklung geht nämlich stets eine erhebliche Menge des gebildeten Wasserstoffes
in Lösung bzw. wird durch Okklusion an den Elektroden gebunden, so daß die Sauerstoffbzw.
Chlorproduktion zunächst überwiegt und Druckdifferenzen zwischen Anoden- und Kathodenraum
entstehen können, die das Diaphragma gefährden. Man muß den Elektrolyseur daher mit
sehr langsam und gleichmäßig ansteigender Strombelastung anfahren. Dies gilt in ganz besonderem
Maße für Elektrolyseure, die auf Überdruckbetrieb zugeschnitten sind. Da nämlich das Volumen der
erzeugten Gasblasen mit zunehmendem Druck abnimmt, wird dieses Volumen im normalen Betriebszustand
eines Überdruck-Elektrolyseurs sehr klein und ermöglicht es, den Elektrolytraum und die Gasabzugkanäle
entsprechend eng zu bemessen. Infolgedessen reichen bei der Inbetriebnahme des zunächst
drucklosen Elektrolyseurs alle diese Abmessungen nicht aus, und wenn man die Stromstärke
beim Anfahren nicht sehr vorsichtig und langsam steigert, so kommt es sowohl innerhalb der
einzelnen Zellen zu starken, das Diaphragma
gefährdenden Turbulenzen ate auch zwischen den über enge Gas- und Elektrolytleitungen verbundenen
Einzelzellen zu Druckdifferenzen, die eine Knallgasbildung verursachen können. Die erheblichen Gefahren, welche daher jedesmal
mit der Inbetriebnahme von Überdruck-Elektrolyseuren verbunden waren, stellen einen der
Hauptgründe für die Scheu dar, welche man bisher in der Industrie vor der technischen Anwendung
ίο solcher Überdruckapparate empfand. Die Erfindung, welche eine rasche und gefahrlose Inbetriebnahme
von Überdruck-Elektrolyseuren ermöglicht, stellt daher auf dem Gebiete der Druckelektrolyse einen
technisch entscheidenden Fortschritt dar. J5 Gemäß der Erfindung werden die Gasräume eines
Überdruck-Elektrolyseurs bei der Inbetriebnahme zunächst mit einem inerten Gas, wie.ζ. Β. Stickstoff,
unter einem Druck von mindestens ι atü gefüllt, und es wird dann erst unter diesem Zustand
ao der Druckfüllung der Strom eingeschaltet. Auf diese Weise entstehen bereits die ersten Gasblasen
unter Druck, und ihr Volumen bleibt daher angemessen klein, so daß die Gefahr der Entstehung von
zerstörenden Turbulenzen im Elektrolyt beseitigt ist. Weiterhin wird der prozentuale Einfluß des
durch Lösung und Okklusion anfangs gebundenen Wasserstoffes auf die in den getrennten Gasräumen
entstehenden Gesamtdrucke entscheidend herabgesetzt, und selbst eine vorübergehende, begrenzte
Gasmischung wird durch die Beimischung des inerten, die Detonationsfähigkeit unterdrückenden
Zusatzgases ungefährlich gemacht. Alle diese Wirkungen steigen natürlich mit wachsendem Druck
des eingefüllten inerten Gases, und man sollte daher in der Praxis auf mindestens 10 bis 20 °/o desjenigen
Druckes gehen, der als endgültiger Betriebsdruck des Elektrolyseurs vorgesehen ist.
Als noch günstiger hat es sich erwiesen, den Druck der inerten Gasfüllung bis auf die Höhe des
vorgesehenen endgültigen Betriebsdruckes zu steigern. Denn in diesem Falle kann man vom ersten
Augenblick an mit der endgültigen Einstellung aller Regel- und Sicherheitsventile anfahren, während
man deren Einstellung bisher jeweils nach Maßgabe des langsam ansteigenden Gasdruckes allmählich
hochregeln mußte, um ihrer vorgeschriebenen Funktion in jedem Augenblick sicher zu sein.
Nimmt man auf diese Weise die Einschaltung des Stromes erst nach Erreichen des vollen Betriebsdruckes
vor, so ist es nicht nur zulässig, sondem sogar besonders vorteilhaft, den Betriebsstrom
unmittelbar bis zur vollen Betriebsstromstärke hochzufahren. Denn hierdurch erreicht man, daß
alle durch das Anlaufen bedingten Anormalitäten der Funktionsweise des Apparates sich in den Zeitraum
zusammendrängen, in dem die inerte Gasfüllung noch überwiegt und durch ihre detonationshemmende
Wirkung das entscheidende Gefahrenmoment unterdrückt.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, Elektrolyseure
vor dem Einschalten mit Stickstoff auszuspülen, um den Luftsauerstoff aus den für die
Wasserstoffaufnahme bestimmten Räumen zu verdrängen. Eine solche Spülung erweist sich aber in
der Praxis als zwecklos, weil die bei Inbetriebnähme anfangs unvermeidbar wieder eintretende
Knallgasbildung infolge der nur geringen Stickstoffverdünnung die zuvor erzielte Beseitigung der
Explosionsgefahr wieder neu entstehen läßt.
Claims (3)
1. Verfahren zur Inbetriebnahme von mehrzelligen Überdruck-Elektrolyseuren, deren Zellen
mit Diaphragmen ausgerüstet sowie über Gas- und Elektrolytleitungen miteinander verbunden
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Gasräume des Apparates mit einem inerten Gas
(Stickstoff od. dgl.) von mindestens 1 atü gefüllt werden und dann unter diesem Druck der
Strom eingeschaltet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das inerte Gas bis zur Höhe des Betriebsdruckes eingepreßt und unter diesem Druck der Strom eingeschaltet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß der Strom unmittelbar auf volle Betriebsstromstärke hochgefahren wird.
5298 8.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH674319X | 1950-09-08 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE846688C true DE846688C (de) | 1952-08-14 |
Family
ID=4527952
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEL6430A Expired DE846688C (de) | 1950-09-08 | 1950-12-01 | Verfahren zur Inbetriebnahme von mehrzelligen UEberdruck-Elektrolyseuren |
Country Status (2)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE846688C (de) |
| GB (1) | GB674319A (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0064874A1 (de) * | 1981-05-08 | 1982-11-17 | Diamond Shamrock Corporation | Verfahrenssteuerung von elektrolytischen Zellen |
Families Citing this family (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| FR2299085A1 (fr) * | 1975-02-03 | 1976-08-27 | Srti Soc Rech Tech Ind | Electrolyseur a demarrage rapide et procede de demarrage |
-
1950
- 1950-11-30 GB GB29367/50A patent/GB674319A/en not_active Expired
- 1950-12-01 DE DEL6430A patent/DE846688C/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| EP0064874A1 (de) * | 1981-05-08 | 1982-11-17 | Diamond Shamrock Corporation | Verfahrenssteuerung von elektrolytischen Zellen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB674319A (en) | 1952-06-18 |
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