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Zweiteilige, an Waagen das Lastgewicht auf die Ausgleichsvorrichtung
durch Flüssigkeitsdruck übertragende Kapsel
I)ie Erfindung betrifft Kapseln zur Übermittlung
Von Flüssigkeitsdrucik, wie sie in Waagen l>enutzt werden, in denen Flüssigkeitsdurck
dazu dient, die von der Lastschale ausgeübte Kraft auf das Gegengewicht zu übertragen.
Solche Kapseln nehmen Durck auf oder leiten ihn weiter, indem sie in den Flüssigkeitsleitungen
verhöltnisgleichen Druck herverroruken.
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Jede hydraulische NVaage muß um zu genügen, zwei Bedingungen erfüllen.
Erstens muß das Verhältnis wischen dem I)ruck. den eine Last auf die Lastschale
ausübt. und der Kraft, die auf das Ggenewicht übertragen wird, für alle Stellungen
genen gleich l>leiln, in welche sich Last und Gegengewicht bewegen können, gleichgültig
ob die 1 ast vergrößert oder verkleinert wird. Zweitens müssen sich die beweglichen
Waagenteile, Lastschale, kraftleitende Teile und Gegengewicht, frei bewegen können,
so daß auch geringe Änderungen der Last oder des Lastausgleichs (Gegengewichts)
angezeigt werden.
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In Heblewaggen wird der ersten dieser Anforderungen durch die genaue
Einregelung von Schneidenabständen und Hebelübersetzungen entsprochen und der zweiten
durch gehörige Beachtung der geometrischen Waagenverhältnisse und der Reibundsverminderung
zwischen den verschiedenen Teilen.
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Diese Anforderungen sind gleich gut bei Waagen zu erfüllen, bei denen
die Kräfte durch Flüssigkeitsdruck weitergeleitet werden. Die physikalischein anlassen
der Teile, die an der Lastschale Kraft
in Flüssigkeitsdruck und
am Gegengewicht Flüssigkeitdruck in Kraft umsetzen, müssen ebenso genau und verläßlich
sein wie Schneidenabstände. Die Reibung zwischen diesen Teilen muß vermindert werden,
el>enso wie alle Kräfte, die innerbalb der Übertragungsteile selbst entstehen.
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Eine ideale Kapsel oder ein Flüssigkeitsdrucküberträger soll umkehrbar
mechanische Kräfte in einem genau gleichbleibenden Verhältnis unabhängig von der
Hähe der angewandten Kraft in Flüssigkeitsdurck umsetzen. In dieser Beziehung entspricht
die Kapsel einem Waagebalken, der einen Zug von einer Übertragungsstange in ein
genau gleichwertiges Drehmoment um den Hebelerehpunkt umsetzt. Sie soll sich auch
Bewegungen anpassen, die den Balkenschwingungen gleichwertig sind, ohne Hemmungswirkungen
einzuführen, die veränderliche Beiträge zum Lastausgleich liefern.
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Die bekannten Flüssigkeitsdruckkapseln benutzten flache Kreismembrance,
deren Hauptteile von flachen Krisscheiben bedeckt waren, wodurch de Biegung auf
verhältnismäßig schmale Kreisrillge begrenzt war. Diese Art Ntembranen war verhältnismäßig
steif, weil sowohl das Biegevermögen als auch die Einspannung der Membranen ihrer
Aubsiegung widerstanden. Später wurden die Membrannen geformt und bildeten zwischen
den Druckplatten und den umgebendenb Rändern Sicken.
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Eine solche AMembran, obwohl besser, war noch immer ziemlich steif.
Der Sickenteil bildete einen eingespannten halbwulst untl widerstand der Biegung
in in derselben Weise wie ein aufgepumpter Kraftwagenschlaych seiner Umstülpung
von innen nach außen.
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Wenn diese bekannten Baurten auf Waagen angewendet werden. so wirken
sie elenso wie eine Feder genen die Bewegung der Waagebalken wirken wride. Eine
solche Feder trägt zuni gleich der ast bei ui-d wird daher zu eiiier Waage geneu
für den Zeitraum, innerhalb dessen die geanderte Lage der Teile zueinander aufrechterhalten
wi rd Die Ertindung löst die Aufgabe, eillell Übermittel für Flüssigkeitsdruck zu
schaffen der bei Verlagerung nur einen geringen oder gar keinen Iteitrag zum Ausgleich
der Last liefert.
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Eine weitere Aufgabe besteht darin, einen Flüssigkeitsdruckübertriäger
zu schaffen, der mechatisch frei uiid hvdraulish starr ist, d. h. bei dem einem
Auschlag oder einer Ablenkung unter Last nur der Flussigkeitsdruck entgegenwirkt
und jeder Ansschlag von einem gleichwertigen Flüssigkcitsstrom in die die Kammer
oder aus dieser begleitet ist.
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Eine weitere Aufgabe besteht darin. einen Flüssigkeitsdrucküberträger
so auszubilden, daß sein wirksamer Querschnitt unter Last und hei Verlagarung gleich
bleibt.
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Zur Lösung dieser Aufgaben besteht die Erfindung vor allem arin,
daß an einer zweiteilligen Kapsed zur Übertragung voil Flüssigkeitsdruck, die aus
einem Grundkörper und einem Durcküberträger, auf den die Druckflüssigkeit wirkt,
besteht, diese ijeitleit Teile durch eine Mehrzahl dicht benach-Starter, leicht
biegsamer aber im Wesentlichen nicht dehnbarer Streifen verbunden sind, von denen
jeder dieser Streifen nach einer Halbzylinderflächen geformt ist, und daß die Öffnungen
zwischen diesen Streifen durch einen allseitig biegsamen Stoff abged'chtet sind,
der die Druckflüssigkeit im Raum zwischen den iteideit Tielen abschlißt.
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Die Erfindung ist iii den Zeichnungen in leispielsweisen Ausführungen
dargestellt; Fig. 1 ist eilte Vorderansicht, teilweise im Schnitt. die die allgemeine
Anordnung der Teile einer Waage mit Flössigkeitsruckübertragern zeigt Fig. lt ist
ein Querschnitt eines der Flüssigkeitsdruckübertrager nach der Linie II-II der Fig.
1; Fig. III ist ein Querschnitt durch eine der Kapseln nach Linie III-III der Fig.
11; Fig. iN' ist ein vergrößerter Teilgrundriß einer der Ecken einer Membrean, wie
sie in einer rechteckigen Kapsel vorpeschen werden; Fig. N" ist ein Querschmitt
nach V-V der Fig. IV; Fig. VI ist ein Grundriß einer rechteckigen Kapsel; Fig. VII
ist ein Grundriß einer dreieckigen Kapsel Fig. VIII ist ein Grundriß einer achteckigen
Kaltsel Fig. IX ist ein Grundriß einer Kreiskapsel; Fig. X ist ein vergrößerter
Teilquerschnitt nach Linie X-X dr Fig. II: Fig. X 1 ist ein vergrößerter Teilgrundriß
einer anderen Form eilte,. Kapselmembran; Fig. XII ist ein teilweiser Querschnitt
gemöß er Linie XI I-XII der Fig. XI Fig. XIII ist ein vergäßerter Teilgrundriß der
Kreiskapsel nach Fig. IX.
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Diese beispielsweisen Zeichnungen und deren Beschreibung soll nur
die Erläutreung der Erfindung dienen, jedoch die Ansprüche nicht einschränken.
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Der grundsätzliche Aufbau 1<' Teile einer Waage mit Druckfltissigkeitsträgern
ist iii Fig. # dargestellt. Eine Waagenbrück 1 trägt eine Plattform 2 nut dicht
ill Einglichrigen Gehängen 3. Jedes dieser eingliedrigen Gehänge umfaßt ein Joch
4, das an der Waagenbrücke t hängt, ein Verbindungsglied 5 und ein Fuß. lager 6.
Das (Ketten-) Glied 5 greift an eilte Stange 7 an. die in Schlitzen lagert. die
in dr oberkante des Fußlagers 6 vorgeschen sind. Eine entsprechende Stage 8 ist
am unterende iii Schlitzen des 8 Joches 4 gelageert. Diese Lagerungsart gestattet
eine waagerechte Bewegung der Waagenbrücke. ohne daß auf die Unterstützungen stärkere
Scher- oder Schubkräfte aus geübt werden. Die waagerechte Bewegung und die daraus
sich ergebende Winkelbewegungsmöglichkeit der Verbindungsglider 5 5 jedoch hat das
Bestreben. die Futilager 6 zn kippen. Diser Kippung w iril durch den Versteifungsrahmen
mit Ringen 9 9 entgegengewirkt, die einstellbar au jedem LagerftiI.i 6 vermittels
Bolzen 10 und Mutter 11 Itefestigt sind.
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Die Ringe 9. tlie die Fußlager 6 an jedem Ende derWaagenbrücke umgehen.
sind fest durch Rohre 12
miteinander verbunden. Die Rohre 12 sind
durch einen I-förmigen Balken 13 verbunden und bilden so eliwil H-förmigen Rahmen,
der die Ringe 9 fest zusammenhält und ein Kippen der Fußlager 6 verhiitet. Staubfänger
14 14 schirmen jedes Gehänge 3 gegeit fallenden Staub oder Abfälle ab.
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Die Fußlager 6 ruhen auf Flüssigkeitskapseln I5, und der in diesen
hervorgerufene Druck wird hydraulisch durch Rohre 16 zu den entsprechenden Empfangskammern
I7 geleitet. Die Kammern I7 sind steif an der unteren Seite der Waagebalkenplattform
I8 befestigt. Ein nicht gezeigter Druckkörper, der innerhalb der Kammer 17 in bekannter
Weise montiert ist, nimmt den Flüssigkeitsdruck an seiner Oberfläche auf und leitet
die entsprechenden Kräfte zu Strebebalken 19, die auf an einem Hebel 21 montierten
Schneiden 20 gelagert sind.
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Der Hebel 21 tat seinen Drehpunkt in einem Arm 22, der von der \N'aageltalkenplattform
heral>hängt, und ist mit einer Schneide 23 versehen, die in einem verstellbaren
nasenförmigen Eisen 24 montiert ist.
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Die Schneide 23 ist durch Lager 25 in einem an dem Ende einer Stange
27 befestigten Verbindungsglie (l mit einer Schneide 28, die an einem Waagebalken
29 montiert ist, verbunden. Der Waagebalken 29 ist drehbar in einem Ständer 30 auf
der oberen Seite der \N'aagel>alkenplattform 18 gelagert und Illit den gewöhnlichen
Gewichten, gegen gewichten und Sperriegeln versehen.
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Jede tler die Waagenbrücke 1 tragenden Kapseln 15 besteht aus einer
Druckplatte 31 zur Druckübertragung. einem Grundkörper 32 zur Aufnahme des Flüssigkeitsstromes,
der gegen die Druckplatte 31 wirkt, und aus dünnen Metallmembranen 33. Die I)ruckplatte
ist eine verhältnismäßig steife, quadratische Platte. an deren Oberfläche das Fufllager
6 der verbundenen Gliedaufhängung befestigt ist.
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1 )er t Grundkörper 32 ist eilt flaches Gußstück oder ein anderes
Gefüge mit einer Vertiefung zur Aufnahme der Druckplatte 31. Die Membranen 33, die
die Flüssigkeit abschleißen. gleichzeitig aber eine Bewegung der druckplatte 31
zulassen, sind durch Stahlstangen 35 ittit mehreren Schrauben 36 in schmalen Ritineit
34 festgespannt. Die Rinnen sind iii die Oberfläche der Druckplatte 31 nahe und
parallel zu eren kanten und in dem Grundkörper 32 parallel zu den Kanten der Vertiefung
eingeschnitten. I) ie Membranen haben einen freien Streifen, der, von der Druckplatte
zum Grundkörper gemessen, langer als der Abstand zwischen den beiden benachbarten
Rinnen 34 ist, so daß die Membranen zusammengebaut einen Bogen bilden und fast halbaylinderfläche
ergelten. unter dem .\ustlruck #halbzvlinderfläche soll eine Fläche verstanden werden,
die durch einen Teil oder zwei gerade Teile, die sich parallel zu einer bestimmten
Linie, aber nicht unbedingt in einem bestimmten Abstand voneinander erstrecken,
und einen halbkreisförmigen Teil gebildet wird. Die Membranen 33 erstrecken sich
laufend an allen Seiten der Drucklatte 31 und sind an jeder Ecke unter einem Winkel
von 45 zusammengesetzt. Dabei bleibt ei, schmale Öffnung frei, die sich diagonal
von den Ecken der Druckplatte 31 erstreckt. Die Linien 37 der Fig. IV zeigen die
Einschnitte in den Membranen 33 an einer Ecke.
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Die dadurrh zurückbleibendenÖffnungen zwischen den benachbarten Membranen
33 sind durch flache Gummistücke 38, eine Art von allseitig biegsamem Stoff, abgedichtet,
die in das Innere der Ecken passen und mit den membranen verkittet oder auf eine
andere Weise verbunden sind. Um eine größere Biegsamkeit zu gewährleisten, sind
die Gummistücke 38 nicht bis an die Kanten der Membranen an diesen befestigt, sondern
die Klebfläche ist je auf den Raum jenseits der Linien 40 beschränkt.
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Benachbarte Membranen 33 können fest an den Teilell, die in den Ecken
an den Spannbalken 35 liegen. zusammengefügt werden. Fig. V zeigt eine solche Anordnung.
Ein Streifen wird an den Enden der Membranen eingeschnitten, nach oben gebogen und
in Klammern 41 eingelötet.
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Ein übermäßiger Ausschlag oder eine Abweichung der Druckplatte 3I
nach oben wird durch Querbalken 42, die sich über die Ecken erstrecken und an dem
Grundkörper 32 befestigt sind, und nach unten durch ein Berühren der Druckplatte
3I mit dem Boden der Vertiefung verhindert.
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Obwohl die beschriebene quadratische Kapsel eine bevorzugte Form
ist, können die Kapseln auch in anderer Form nach denselben Grundsätzen hergestellt
werden. Zum Beispiel kann die Länge zweier Seiten vergrößert werden, so daß eine
rechteckige Kapsel gebildet wird wie in Fig. VI, besteheitd aus einer rechteckigen
Druckplatte 31', einem (rundkörper 32a mit einer rechteckigen Vertiefung, Membranen
33a, Gummiabdichtungen 38a und aus Grenzbalken 42'.
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Nach einer anderen Bauweise kann eine Seite der Kapsel weggelassen
werden, so daß eine dreieckige Kapsel wie in Fig. VII entsteht. Diese Form besteht
aus einer dreieckigen Druckplatte 31b, einem Grundkrper 32b mit einer dreieckigen
Vertiefung. aus membranen 33b. Gummidichtungen 38b und aus Grenzbalken 4219.
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Es dürfte von Vorteil sein, die Anzahl der Verbindungsfungen zu vergrößern
und die Stoßwinkel der Seiten stumpf auszuführen. Fig. VIII zeigt eine Kapsel mit
einer achteckigen Druckplatte 31 einem Grundkörper 32c mit einer achteckigen Vertiefung,
mit Membranen 33C, Gummidichtungen 38C und mit Grenzbalken 23c über Teilen der Druckplatten
31c.
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Die obigen vier Formen sind Beispiele allgemeiner Art, und zwar eine
Kapsel, ausgestattet mit einer vieleckigen Druckplatte, einem Grundkörper mit einer
entsprechenden vieleckigen Vertiefung für die Aufnahme der Druckplatte, mit Membranen,
die Zylinderflächen bilden und die benachbarten Seiten der Druckplatte und der Vertiefung
verbinden. sowie mit Gummidichtungen, die die Öffnuiigen an den Verbindungen der
einzelnen Halbzylinderflächen abdichten, um die Flüssigkeit in dem Raum zwischen
der Druckplatte und dem Grundkörper abzuschließen.
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We die achteckige Form durch Verdoppelung
der Seiten
des Quadrates erhalten wird, kamin die Seitenzahl weiter vergrößert werden. Wie
die (Irenzfornl eines N'ielecks ein Kreis ist, wenn die Seitenzahl unendlich vergrößert
wird, so ist die Grenzform einer Kapsel ein Kreis wie in Fig. IX.
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Die Membranen 33 der obigen Beispiele, die ziemlich breit, wie die
Länge der Seite eines Vielecks, waren, werden dabei je zu einem flachen Draht, eine
Art von fadenartigem Stoff, der ohne Änderung der Wirksamkeit oder des Ergebnisses
durch einen runden Draht ersetzt werden kann. Die Gummiplatten, die aus einzelnen
Stücken an jeder Verbindung bestanden, werden nun zu einer Gummiplatte in Form einer
halbwulst; eine Wulst ist eine geometrische Fläche, ähnlich der Oberfläche einer
Erdnuß oder eines aufgepumpten Autoschlauchs. Die Gummiplatte wird also durch die
darüberliegenden Drähte, die die Druckplatte mit dem Grundkörper verbinden, gegen
eine übermäßige Ausdehnung geschützt.
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Fig. IX zeigt eine solche kapsel, bestechend aus filter runden Druckplatte
31d. eiitein Grundkörper 32d mit einer runden Vertiefung. aus Alem-Itranen 33d,
in diesem Fall Drähte. Gummidichtungen 38d und aus einem Grenzbalken 42d Es ist
eine der Aufgaben de Erfindung, einen Flussigkeitsdruckübermittler zu schaffen,
dr wenig otler gar keine Kraft zum Lastausgleich liefert. Zur Erreichung dieses
Ziels wird als membran ein Stoff verwendet, der wie ein Häutchen wirkt. Da ein Häutchen
Kräften nur unter Spannung Widerstand leisten kann, kann es in der gezeigten Anordnung
lieinen Beitrag zum Lastausgleich liefern. Wenn Flüssigkeitsdruck verwendet wird.
trifft diese Behauptung nur zu, wenn das 1 Häutchen in einer Zyliderfliche liegt.
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Dasselbe Ergebnis wird mit einer membran 33 erzielt die aus federndem
dünnem Blech hergestellt ist. Die Streifen sind, ursprünglich flach und elastisch,
zu der in Fig. X gezeigten halbkreisförmigen Zylinderform verformt. Der gegen die
Älembranen wirkende Flüssigkeitsdruck verformt die Streifen zu einem halbkreisförmigen
Zylinder mit Teilen, die an die spannbalken 35 angrenzen und sie berühren. Infolge
der elastischen Eigenschaft des federnden Stoffes versucht der gebogene Teil der
Membran, in die Strecklage zurückzugelten. Das Ergebnis ist eine waagerechte Kraft,
die gegen die Seitenflächen der Spannbalken 35 drückt. Da die Membran in freier
lage flach ist, sind ihre an die Balken 35 angrenzenden Teile nicht gespannt. Darüber
hinaus können die Ntembranen ohne einen Unterschied der Biegung an den Berührungsstrecken
keine nach oben oder unten wirkende Kraft auf die Druckplatte ausüben. Da keine
bestimmte Lage der Druckplatte gegenüber dem Grundkörper festgesetzt ist, wird keine
senkrechte Kraft ausgeübt, solange ungespannte Teile der Membran an die Spannbalken
35 angrenzen, namentlich keine senkrechte Kraft gegen die l) ruckplatte. So kann
ein stark elastischer Stoff, wie Federstahl, mit demselben Ergebnis wie ein Häutchen
angewendet werden.
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Fig. X zeigt die Druckplatte 31 in zwei Lagen und die entsprechenden
Lagen der Membran 33.
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Die Bewegung der Druckplatte verändert die Lage der Berührungspunkte
auf heiden Seiten und spannt deii einen Teil der. Membran, Während sie einen entsprechenden
Teil auf der anderen Seite entspannt.
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Falls die membranen au elastsehem Stoff ciii,' hestäitdige Form beistzen
und nicht elastisch verformt werden können. hat die it Fig. X angedeutete Bewegung
der Druckplatte 31 3 1 zur Folge. daß ein gerader Teil auf cter Seite der 1 Druckplate
gebogen und eilt gebogener Teil auf der gegenüberliegenden Seite zu einer geraden
Linie gestreckt wird. Bei dem Versuch. sich zu einer Geraden zu strecken. drückt
der nach olten gebogene Teil 4 nach unten gegen die Druckplatte. Diese 1 )rücke
sind zusätzlich und ergelten eine ausgleichende Kraft, die nicht vorhanden ist.
wenn die membran biegsam aus flachem elastischem Blech geformt ist. Bei der gewöhnlichen
Bauweise ist diie Größe der ausgleichenden Kraft der vorgeforten. elastischeit Membranen
in Verglich zu der Kraft, die durch eine Membran früherer Bauart ausgeübt wurde,
unbedeutend. obwohl die Kraft bei den vorgeformten Membranen größer ist als Itei
den verformten flachen elastischen Membranen. Die früheren flachen Äl embraiten
widerstehen einer Aubiegung durch die Spannung in ihren strahlenfärmigen Teilen.
Die Spannung ruft eine verhältnismäßig große ausgleichende Kraft hervor, da die
Membran eine konische Form anzunehman versucht. Um die Fehler der flachen Membran
zu vermeiden, wurde eine Kreismembran mit Sicken hergestellt, Sie war infolge der
spannenen und zusammenziechenden Kräfte, die bei der Anpassung der Membran all die
Bewegung der Druckplatte entstanden. immer noch ziemlich steif.
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Im Gegensatz dazu werden die neuen Membranen in Halbzylinderform
nur durch das Jt iegen eines kleinen Abschnittes gespannt. wozu nur eine sehr kleine
Kraft benötigt wird.
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1 )ie elastischen Membranen können nicht fest an den Ecken miteinander
verbunden werden, ohne daß eine sehr große Hemmungswirkung auftritt, die der Bewegung
der Druckplatte widersteht. Das ist leicht zu verstehen, wenn man berücksichtigt.
daß der Teil 4 iii der Mitte der gebogenen Halbzylinderfläche (Fig. S) eine senkrechte
Bewegung ausführt. die der ballten Bewegung der Druckplatte 3I entspricht. Bei der
gezeigten Ausbeigung hat sich die Äleml>ran in die Lage B bewegt. I) ahei hat
sich der Teil A auch in waagerechter Richtung bewegt.
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Etwas Ähnliches tritt hei den anstoßenden Zylinderflächen. die in
einem Bestimmten Winkel zueinander angeordnet sind. auf. Wenn die Druckplatte gehoben
wird, erweitert sich die Öffnung zwischen den liändern der entsprechenden Teile,
was in Fig. IV durch die Linie 37 gezeigt wird. Falls nun die entsprechenden Teile
der 1 benachbarten Mem-Braunen fest verbunden wären. würden dadurch die spannung
oder Zusammenziehung in dem Stoff. aus dem die membran bergestellt ist, der Bewegung
der
Druckplatte widerstehen. Diese relative Bewegung der Teile zueinander ermöglichen
die Plattengummidichtungen in den Ecken.
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Diese Membranart dürite auch dann von Veorteil sein, wenn ein ständig
wirksamer kapselquerschnitt Hauptbediitgung bei der Verwendung der Kapseln in Waagen
sein soll. Solange die Berührungsstrecken micht gebogen sind, bleibt die Halbzvilinderfläche
dazwischen ohne Rücksicht auf t,ast und Ausbiegung symmetrisch und damit der wirksame
Querschnitt gleich.
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Anstatt die Älemliran aus einer Anzahl Halbzylinderflächen herzustellen,
können diese dadurch ersetzt werden, daß in eine flachen Kreisfläche eine Sicke
gedreht oder gestanzt wird und dann strahlenförmige Einschnitte 43 durch den gebogenen
Sickenteil gesägt werden. wie Fig. XI und SII zeigt. Die zurückl>leilteitden
Teile 44 hilden eine dicht benachbarte Anzahl von halbzylinerförmigen Membranen.
Die strahlenförmeigen Einschnitte 43 lassen Öffnungen frei, die durch beiderseits
der Einschnitte an den Älemltraiten befestigte Gummiplatten abgedichtet sind. Da
a die Streifen (zurückbleibende Teile) 44 schmal sind, ist es vorteilhaft, eine
Halbwulst 45 aus Gummi zu formen und dadurch mit einem Stück alle Finschnitte abdichten.
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Es sind schon. MEmbranen mit einer ähnlichen Sicke, aber ohne die
Einschnitte 43 hergestellt worden. Diese Membranen hatten stark elastische Hemmungswirkungen
infolge der dehnenden und zusammenziehenden kräfte, die in dem gebogenen Sickentiel
durch die Bewegung der Druckplatte ausgeübt wurden. Wenn man einen radialen Querschnitt
durch die Sicke wie in Fig. XII und besonders den kreisbogen am oberen Teil der
Sicke legt, so stellt man fest daß eine senkrechte Bewegung der Druckplatte die
neigung hat, eine waagerechte Bewegung des halbkreisbogens hervorzurufen, wobei
der Bogen seinen Halbmesser um die Hälfte der Drucktlattenlte,wegung ändert. Eine
solche radiale Bewegung ändert den Kreisumfang des Teils zweimal, wodurch die dehnenden
oder zuammenzehenden kräfte entstehen. Diese Kräfte widerstehen nun bei solchen
früheren Membranen der Ausbiegung. In Membranen brauchbarer Abmessung sind die Kräfte
so groß, daß sie zu beachtlichen Fehlern beim Wiegen führen.
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Nachdem die Einschnitte 43 angebracht norden sind, hehalten die einzelnen
Teile 44 zwar immer itoch ihre Beigungseigenschaften, doch können die dehnenden
oder zusammenziehenden Kräfte in dem Halbkreisbogen nur in jedem Teil einzeln wirken.
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Durch die Verformung der Streifen, die die Breite der Einschnitte
verändert, werden die wirkenden Kräfte verkleinert.
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Da die bei dem Widerstand genen die Kreisbogenverformung auftretende
Kraft von der Streifenbreite abhängig ist, liegt es an der Ausführung, wie weit
man die Kraft durch Vermehren der Einschnitte verkleinern kann. In Verbindung mit
einer kreisförmigen Kapsel ist die Grenze erreicht, wenn die streifen wie in fig.
IX und XIII zu Drähten werden.
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Falls die Membran aus einer flachen Kreisscheibe gestanzt ist, kann
sie die Form mehrerer Halbzylinderflächen erhalten. die einer Wulst gleichkommen.
Dann werden die Einschnitte durch die Überganspunkte zwischen den Zylinderflächen
gesägt. Eine solche Membran ist vollkommen frei von Quer- (Biegungs-) Kräften.
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So kann bei genauer Ausführung eine Flüssigkeitskapsel geschaffen
werden, die erstens keinen Beitrag zum Tragen der Last durch andere Kräfte als den
Flüssigkeitsdruck liefert, zweitens hydraulisch steif ist und drittens einen gleichen,
wirksamen Querschnitt ohne Rücksicht auf Last oder Ausbiegung behält. Die erste
und dritte Wirkung wird mit Membranen aus Häutchen oder elastischem Stoff erzielt.
Die hydraulische Steifheit erreicht man besser durch Äfembranen aus elastischem
Stoff, da solcher Stoff für gewöhnlich viel weniger dehnbar ist als ein gleichwertiges
Häutchen. Beide Stoffe sind gleich biegsam, das Häutchen ist nicht federnd, doch
federt der elastische Stoff. Die Wahl zwischen dem einen oder anderen Stoff wird
durch die Zweckmäßigkeit entschieden.
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Die Form er zusammen arbeitenden Teile ist derart. diß die Federkraft
der elastischen Membran wenig oder gar keine Wirkung auf den Lastausgleich hat und
dadurch die Verwendung eines verhältnismäßig starken Stoffes für die Membran zuläßt.
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Die neue Ausführung und der neue Bau schaffen eine Flüssigkeitskapsel
von'hinreichender Genauigkeit und Zuverlässigkeit für Feinwaagen.
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Konstruktive Einzelheiten, soweit sie sich nicht den Patentansprüchen
in Verbindung mit den Zeichnungen entnehmen lassen, sind nicht Genenstand des Schutzbegehrens.