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Schnellabspulgerät für Sterngarne Die vorliegende Erfindung betrifft
ein Gerät, das es ermöglicht, Sterngarne auf Nähmaschinen u. dgl., auch auf solchen
mit motorischem Antrieb, d. h. bei hohen Geschwindigkeiten, zu verwenden. Das Gerät
gestattet einwandfreies, d. h. hemmungsfreies Nähen und ein ebensolches Umspulen
auf die Maschinenspulen.
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Es ist bekannt, daß Sterngarne infolge ihrer hin und her gehenden
Abspulbewegung, der unzureichenden Querführung durch den dünnen Trägerkarton und
durch die Zacken auf Maschinen ohne besondere Hilfsmittel kaum gleichmäßig und hemmungsfrei
vernäht, aber auch bei geringeren Geschwindigkeiten nicht umgespult werden können.
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Die bekannten Hilfsgeräte mit senkrechter oder waagerechter Anordnung
des Garnsternes genügen zwar bei geringen Nähgeschwindigkeiten, jedoch vcrliitidert
ihre räumliche Ausdehnung die teilweise umständliche Handhabung und verschiedene
andere Mängel ihre universelle Anwendung. Ein maschinelles, d. h. motorisches Abspulen
ist auch mit den bekannten Geräten unmöglich. Der Grund dafür liegt in der Tatsache,
daß bei den in Frage kommenden Abspülgeschwindigkeiten das Schwungmoment des vollen
Garnsternes bereits genügt, um ein Überschlagen, d. h. eine über den Wickelwinkel
von 40° wesentlich hinausgehende Drehung zu bewerkstelligen. Sowie dann der Faden
die Länge des Garnsterndurchmessers erreicht oder gar überschreitet, kann der Faden
keine Drehbewegung mehr einleiten und muß abreißen.
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Die vorliegende Erfindung soll nun fünf Vorteile in sich vereinigen:
i. Kleinste Abmessungen. Diese sind wichtig, damit das Gerät auch auf den unteren
Spuldornen der Maschinen aufgesteckt werden kann;
2. senkrechte
Anordnung des Garnsternes. Dies ist zweckmäßig, damit in Verbindung mit der senkrecht
unter der Laufachse liegenden Führungsöse a) eine tiefe Fadenführung erreicht wird,
die das Herausspringen des Fadens aus der oben offenen Führungsöse in der Maschinenfrontplatte
verhindert, und b) die Fadenabnahme jeweils am tiefsten Punkt des Garnsternes erfolgt,
wodurch auch ein unbeabsichtigter Fadenfall keine Störungen verursacht; 3. hemmungsfreies
Vernähen des Sterngarnes auch bei den höchsten Geschwindigkeiten. Dies ist sehr
wichtig, da sich jede Hemmung des Fadens beim Nähen auf die Oberfadenspannung und
damit auf den Stich auswirkt. Erreicht wird die Hemmungsfreiheit durch die Anordnung
2a) und 21i) sowie durch den einwandfrei festen Sitz des Garnsternes auf einer leicht
beweglichen Laufwelle mit =lufsteckvorrichtung ; .4. Abspulmöglichkeit bei hohen
(:escliwindigkeiten ohne Abreißen des Fadens. Diese Möglichkeit wird bei dem neuenGerät
durch dieEinführung einer Reibungsbremse erreicht, die die Laufwelle, auf der der
Garnstern fest sitzt, gerade so weit abbremst, daß sie bei dem jeweiligen Drehrichtungswechsel
des Garnsternes diesen sofort zum Stillstand bringt, wodurch das Überschlagen verhindert
wird; 5. einfache Handhabung. Dies ist wichtig, um Bedienungsfehler und damit zusammenhängende
Störungen zu vermeiden. Sie wird erreicht a) durch die federnde Aufsteckvorrichtung
für den Garnstern und b) durch die bajonettverschlußartige Umschaltvorrichtung von
Betrieb ohne Bremse (Nähen) auf Betrieb mit Bremse (Spulen).
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In vier Einzelzeichnungen ist das Gerät in verschiedenen Ansichten
dargestellt.
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Abb. i zeigt die Vorderansicht; Abb. 2 zeigt eine Seitenansicht; Abb.
3 zeigt einen Querschnitt (A-B der Abb. i), wobei der Garnstern der besseren Übersicht
halber abgenommen ist; Abb. 4 zeigt die Rückansicht.
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Wie aus den Zeichnungen hervorgeht, besteht das vorliegende Schnellabspulgerät
aus zwölf Hauptteilen: Der Lagerkörper a besitzt eine waagerechte Bohrung, in der
sich eine Laufwelle b dreht. Die Laufwelle b trägt auf der Garnsternseite das fest
angebrachte Anschlagrad c mit der Stoffbeilage e. Das Anschlagrad c paßt in die
Öffnung des bewickelten Garnsternes s und hat auf der Sternseite vier radiale Schlitze.
In diesen Schlitzen können sich die zwei Doppelfedern f bewegen. Die Doppelfedern
fliegen im Innern der Laufwelle b,
ragen durch vier axiale Schlitze
nach außen und treten mit ihren freien Enden in die vier Schlitze im Anschlagrad
c. Vor dem Aufschieben des Garnsternes s befinden sich daher die Federn f in der
gespreizten Stellung der Abb. 3, nach dem Aufschieben des Garnsternes s in der in
Abb. 2 festgehaltenen Stellung. Beim Aufschieben des Garnsternes s drücken sich
die Federn f zusammen und gleichzeitig in die Pappe des Garnsternes. In der Endstellung
des Sternes s liegt dieser plan am Anschlagrad c, wodurch Pendelbewegungen vermieden
werden. Die Federn f verhindern sowohl ein Herausrutschen des Garnsternes s als
auch jede eigene Drehbewegung auf der Laufwelle. Die Laufwelle b wird auf der anderen
Seite durch den Begrenzungsring d gehalten. Im Lagerkörper a befinden
sich noch zwei senkrechte Bobrungen. Mit der ersten Bohrung wird das Gerät über
den Garnrollenstift »i der Maschine geschoben und mit der Rändelschraube l befestigt.
Die zweite Bohrung enthält die Bremsvorrichtung. Sie besteht aus dem Druckbolzen
g', in dem sich der Druckbolzenstift g befindet, der Druckfeder lt und dem Bremsbolzen
i.. In der gezeichneten Stellung des Druckbolzenstiftes g (Stellung N = Nähen) kann
daher ungebremst genäht werden. Wird der Druckbolzenstift g nach oben gedrückt und
links oder rechts in den Schlitz des Lagerkörpers a eingeführt (Stellung S = Spulen),
dann spannt sich die Druckfeder h, der Bremsbolzen i drückt sich gegen die Laufwelle
b und bremst deren Drehbewegung ab, womit der Umspulvorgang vorbereitet ist. Am
Lagerkörper a befindet sich noch die Führungsöse k, die den Faden senkrecht nach
unten führt und umlenkt.
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Selbstverständlich kann sowohl die Ansbildung der federnden Aufsteckvorrichtung
als auch die Anordnung der Laufwelle oder die Ausführung der Bremsvorrichtung eine
andere sein, wesentlich ist nur, daß das Prinzip gewahrt bleibt und alle Teile die
ihnen zukommende und beschriebene Aufgabe erfüllen.