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Wanne für Drehkondensatoren und Verfahren zum Entfernen und Wiedereinsetzen
der Segmentträger in diese Die Erfindung betritft eine Wanne für Einfach-und Mehrfachdrehkondensatoren
zur Abstimmung von elektrischen Schwingungskreisen, insbesondere von Kurzwellenkreisen
bei Sende-, Empfangs- und Meßgeräten. Bei diesen Kondensatören kommt es darauf an,
daß der einmal eingestellte Abstand zwischen den festen und beweglichen Kondensatorsegmenten
genauestens aufrechterhalten bleibt und insbesondere auch bei Temperaturschwankungen
keinerlei Veränderung erfährt, da schon mit den kleinsten Lageveränderungen der
Kondensatorsegmente Kapazitätsänderungen verbunden sind, welche d:e Frequenz des
Sch«zngungskreises Um solche Störungen zu vermeiden, muß die Wanne zunächst einmal
sehr stabil gebaut sein. Dies gilt insbesondere für die Seitenwände, zwischen denen
die Segmentträger gelagert sind und für die Tragplatte, auf der sie befestigt sind.
Eine Bewegung oder ein Verziehen dieser Teile würde insbesondere bei Drehkondensatoren,
bei denen die festen und die beweglichen Segmente auf je einem getrennt angebrachten
Segmentträger befestigt sind, störende Kapazitätsänderungen zur Folge haben. Uni
eine solche Stabilität der Wannenteile zu erreichen, ist es notwendig, von Schraubverbindungen,
die sich lockern können, möglichst Abstand zu nehmen und alle Teile so zu dimensionieren,
daß
Verbiegungen an ihnen ausgeschlossen sind. Im übr:.gen muß die
Anordnung so getroffen werden, daß auch bei eintretenden Temperaturänderungen der
Abstand zwischen den festen und drehbaren Segmenten keine Veränderung erleidet.
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Es ist bereits bekannt, zur Steigerung der Stabilität von Kondensatorwannen
die Wände, zwischen denen die Segmentträger gelagert sind, mit der Tragplatte, an
der sie befestigt sind, aus einem Stück herzustellen, was in einfacher Weise dadurch
geschieht, da.ß die Tragplatte mit zwei senkrecht abgebogenen, einander gegenüberliegenden
Seitenwänden versehen wird, in welchen die Segmentträger aufliegen. Es hat sich
aber gezeigt, daß diese Ausführungsart für genaueste Abstandshaltung zwischen den
Segmenten, wie sie insbesondere bei Drehkondensatoren für Kurzwellenkreise erforderlich
ist, nicht genügt. Das Federn der Seitenwände und ihre Lageänderung unter dem Einfluß
von Temperaturwechseln führen Veränderungen im Abstapd der Segmente herbei, die
immerhin noch zu groß sind; um die Aufrechterhaltung einer- bestimmten Frequenz
des Schwingungskreises für längere Zeit zu gewährleisten.
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Demgegenüber zeichnet sich die erfindungsgemäße Kondensatorwanne durch
eine auch für die Abstimmung von Kurzwellenkreisen genügende Stab@Iltät und Temperaturunempfindlichkeit
aus, obwohl die Einrichtung so getroffen ist, daß die Segmentträger leicht aus der
Wanne entfernt und wieder eingesetzt werden können.
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Gemäß der Erfindung wird die Wanne in der Weise hergestellt, da.ß
die Tragplatte, abgesehen davon, daß sie in an sich bekannter Weise mit den beiden
rechtwinkelig abgebogenen, zur Lagerung der Segmentträger dienenden Seitenwänden
ein einziges Stück bildet, an den beiden zu den Segmentträgerachsen parallelen Seiten
mit senkrecht abgebogenen Versteifungsrändern versehen ist, die mit ihren wiederum
rechtwinkelig abgebogenen Endteilen an den Seitenwänden der Wanne, beispielsweise
durch Punktschweißung, befestigt werden.
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Ferner wird, um eine Lageveränderung der Seitenwände auch in ihrem
oberen freien Teil wirksam auszuschließen, gemäß der Erfindung eine zusätzliche
Versteifung in Form eines z. B. im Winkelprofil gebogenen, starken Blechstreifens
vorgesehen, der mit seinen senkrecht abgebogenen Endteilen auf den der Tragplatte
entfernten Teilen der Seitenwände der Wanne, vorzugsweise ebenfalls durch Punktschweißung
befestigt ist. Es hat sich gezeigt, daß die Teile einer so hergestellten Wanne zti
keinen die Kapazität des Kondensators beeinflussenden Schwingungen oder Bewegungen
fähig sind.
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Um nun auch eine Veränderung des Abstandes der Segmente bei Temperaturänderungen
auszuschließen, werden zwei Segmentträger aus keramischem Material nebeneinander
angeordnet, di; nur an einer Seitenwand der Wanne gegen Verschiebung in Achsrichtung
gesichert sind. Keramisches Material hat einen kleinen Wärmeausdelinungskoeffizienten.
Zudem dehnen sich bei einer solchen Lagerung die beiden Segmentträger bei eintretender
Temperaturerhöhung in der gleichen Richtung und in gleichem Maße aus, so daß der
Abstand der Segmente genauestens gewahrt bleibt-Im besonderen wird nach der Erfindung
die Anordnung dabei so getroffen, daß der eine Segmentträger, der als drehbare Welle
ausgeführt ist, mit einer auf ihm befestigten Lagerschale federnd in einem Druckkugellager
aufliegt und der andere. gleichfalls zylindrische, auf der gleichen Seite in einer
öffnung in der Seitenwand festgeklemmt ist. Die drehbare Welle wird durch den Druck
einer Feder auf das am anderen Ende der Welle befindliche Lager in dem Druckkugellager
festgehalten, während die Klemmung des festen Segmentträgers in der Durchtrittsöffnung
der Seitenwand in der Weise erfolgt, dal) der Querschnitt der Öffnung verkleinert
wird. Um dies leicht und sicher durchführen zu können, ist die Seitenwand von der
Öffnung aus geschlitzt und läuft in zwei beiderseits des Schlitzes liegende Lappen
aus, die zusammengepreßt werden können. Das Zusammenpressen erfolgt erfindungsgemäß
dadurch, daß ein nahe bis an seinen Boden geschlitzter Gewindestift über die beiden
Lappen gesteckt und durch Anziehen einer auf den Stift aufgeschraubten Mutter das
Zusammenpressen der beiden Lappen und damit die zur Klemmung des Segmentträgers
erforderliche Verkleinerung der Durchtrittsöffnung in der Seitenwand herbeigeführt
wird. An seinem abgewandten Ende liegt der feste Segmentträger in einem seinem Durchmesser
angepaßten Ausschnitt in der Seitenwand auf, und ist durch einen federnden Drahtbügel
gegen seitliche Verschiebung aus seiner Lage gesichert.
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Die Maßnahme der einseitigen Befestigung der Segmentträger bringt,
abgesehen davon, daß das Kondensatorsystem auf diese Weise temperatu"-unempfindlich
wird, den weiteren Vorteil mit sich, daß die Segmentträger leicht ausmontiert werden
können, wie dies bei Reparaturen upd beim Reini. gen der Systeme von eingedrungenem
Staub erforderlich ist. Zu diesem Zwecke braucht bei dein festen Segmentträger nur
der federnde Drahtbügel entfernt und die Klemmung gelöst zu werden, während bei
der drehbaren Welle die Entfzriiung des federnden Lagers genügt, um die Welle aus
dem Drucklager herausheben zu können.
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Auch die bei Mehrfachdrehkondensatoren notwendigen metallischen Abschirmungen
«-erden erfindungsgemäß so gestaltet. daß s_e das Herausnehmen der Segmentträger
gestatten. Aus dicsein Grunde bestehen die Abschirmungen aus zwei Teilen, die z.
B. mittels abgebogener Laschen und Zungen zusamYnengesteckt werden können. Diese
Abschirmungen umschließen nach dem Zusammenstecken die Segmentträger mit ihren in
der Basis halbkreisförmigen Ausschnitten.
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Die erfindungsgemäße Kondensatoremwanne:eichnet sich durch eine hervorragende
S,abilität ihrer Teile aus, durch die jede unerwünschte Lageveränderung der Segmente
verh:iidert wird. Sie genügt ferner der Forderung, da13 auch bei Temperaturänderungen
eine Änderung im Abstand der Segmente
voneinander nicht eintreten
darf. Schließlich ermöglicht die Wanne ein leichtes Herausnehmen der beiden Segmentträger
und ein Wiedereinsetzen derselben ohne erneutes Justieren, wenn z. B. die Lage des
festen Segmentträgers vorher durch Bezeichnung der Einklemmstelle markiert wurde.
Die Wanne kann auch für eine größere Zahl nebeneinander angeordneter Kondensatoren
gebaut werden, wobei zweckmäßig, insbesondere wenn es sich z. B. um den Gebrauch
für Kurzwellenkreise. handelt, je zwei Drehkondensatoren für einen Schwingungskreis
zusammengefaßt werden. Werden dann die Zuleitungen des Schwingungskreises mit den
beiden feststehenden, voneinander isolierten Segmentgruppen der Kondensatoren verbunden,
so besitzt der Schwingungskreis keinerlei bewegliche Drahtverbindung, die bei einem
Kurzwellenkreis schon genügen würde, um die Kapazität des Kreises und damit seine
Frequenz störend zu beeinflussen.
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Diese Kondensatoranordnung kann ebenso wie auch die Aufteilung der
Abschirmplatten in zwei zusammensteckbare Teile bei Drehkondensatoren anderer Bauart
mit gleichem Nutzen Anwendung finden.
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Der Gegenstand der Erfindung ist in einer beispielsweisen Ausführungsform
in den Fig. i bis 5 dargestellt, und zwar zeigt Fig. t eine Ansicht der Kondensatorwanne
mit nach vorn gerichteter Tragplatte, Fig. 2 eine Unteransicht zu Fig. i, Fig. 3
eine Ansicht von der Linie 111-11I der Fig. 2, Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie
IV- IV der Fig. 2 und Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie V-V der Fig. 2. Die Tragplatte
i ist mit den beiden senkrecht zu ihr abgebogenen Seitenwänden 2 und 3 versehen,
die zusammen mit ihr aus einem Stück bestehen. An den beiden parallel zu den Segmentträgerachsen
verlaufenden Seiten ist die Tragplatte i zu Versteifungsrändern 4 und 5 senkrecht
abgebogen, deren wiederum senkrecht abgebogenen Endteile 8 und 9 bzw. 8' und 9'
auf den Innenseiten der Seitenwände 2 und 3 der Wanne durch Punktschweißung befestigt
sind. Ferner besitzt die Wanne eine zusätzliche Versteifung in Form eines im Winkelprofil
gebogenen Blechstreifens 6, der mit seinen senkrecht abgebogenen Endteilen io und
to' ebenfalls auf den Innenseiten der Seitenwände 2 und 3, jedoch in ihren von der
Tragplatte i entfernten Teilen, durch Punktschweißung befestigt ist. Der winkelförmig
abgebogene Teil des Streifens 6 ist mit 7 bezeichnet.
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In den beiden Seitenwänden 2 und 3 der Wanne sind die Segmentträger
i i und 12 gelagert, auf denen die Metallscgmcnte 35, 36 und 38, 39 befestigt sind.
Beide Segmentträger i i und t 2 bestehen aus keramischem Material. Der eine, 12,
ist als drehbare Welle, der andere, i i, als fest gelagerter Zylinderkörper ausgeführt.
Die drehbare Welle 12 ist auf der einen Seite in einem in der Seitenwand 3 angebrachten
Kugeldrucklager 13 gelagert. Das andere Ende ruht in einem Lager, das von einer
Schraube 16 getragen wird und über den mit Innengewinde versehenen Ansatzring
15' mit der Blattfeder 14 verbunden ist. Die Federung wird durch Drehen an
der Schraube 16 so eingestellt, daß die Welle 12 mit dem erforderlichen Druck in
dem Drucklager 13 mit ihrer Lagerschale anliegt. Zur Festhaltung der Einstellung
dient die Schraubenmutter 17. Der andere Segmentträger, der als zylindrischer Körper
i i ausgebildet ist, ist in der Seitenwand 3 in einer kreisförmigen öffnung 18 durch
Klemmung befestigt. Die Klemmung erfolgt durch Zusammendrücken der beiden parallel
zum Schlitz 37 geführten Lappen i 9 und 2o, über welche der bis fast zu seinem Boden
33 mit einem Schlitz 32 versehene Gewindestift 21 aufgesteckt ist. Mittels der auf
sein Gewinde 22 aufgeschraubten Mutter 23 werden die beiden Lappen 19 und 20 gegeneinandergedrückt,
und damit der Querschnitt der Öffnung 18 so weit verringert, daß der Segmentträger
i i fest in der Öffnung 18 eingeklemmt wird. An seinem anderen Ende ist er in einen
halbkreisförmigen Ausschnitt 24 in die Seitenwand 2 eingelegt und wird in dieser
Lage durch den Drahtbügel 25 festgehalten, der ihn gegen seitliche Verschiebung
sichert.
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Je zwei Kondensatoren 35, 38 und 36, 39, die zu je einem Schwingkreis
gehören, sind gegen die benachbarten durch metallische Zwischenwände abgeschirmt,
die aus zwei übereinandersteckbaren Teilen 26 und 27 bestehen und die Ausschnitte
mit halbkreisförmiger Basis 34, 34' und 29, 29' besitzen, in denen beim Zusammenstecken
der Teile 26 und 27 die zylindrischen Segmentträger i i und 12 Platz finden. Das
Zusammenstecken erfolgt mit Hilfe der an den Teilen 26 und 27 angebrachten Zungen
31 und 31' und vorgebogenen Laschen 30 und 30'.
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Beim Herausnehmen der Segmentträger aus der Wanne wird zweckmäßig
in der Weise verfahren, daß zunächst die abhebbaren Teile 27 der Abschirmungen entfernt
werden, im Anschluß daran die Segmentträger an der Seitenwand 2 durch Entfernen
des Drahtbügels 25 und durch Lockern der Schraube 16 frei gemacht werden und schließlich
die Klemmung in der Seitenwand 3 durch Lösen der Schraube 23 am anderen Ende des
Segmentträgers i i aufgehoben wird. Alsdann können die beiden Segmentträger aus
der Wanne herausgenommen werden. In analoger Weise erfolgt der Wiedereinbau, wobei
der Segmentträger 12 ohne weiteres seine alte Lage erhält und der Segmentträger
i i so einzustellen ist, daß seine Segmente in der Mitte zwischen den beweglichen
Segmenten zu liegen kommen. Seine richtige Einstellung kann vor dem Herausnehmen
des Segmentträgers aus der Wanne an der Klemmstelle i9, 2o markiert werden.