DE823844C - Daempfvorrichtung fuer Knollenfruechte, Gemuese u. dgl. - Google Patents
Daempfvorrichtung fuer Knollenfruechte, Gemuese u. dgl.Info
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Description
- Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl. Seitdem erkannt wurde, daß die Nährwertverluste beim Dämpfen geringer sind als beim Kochen, benutzt man in landwirtschaftlichen Betrieben vor.-wiegend für größere Mengen Dämpfanlagen und für kleinere Mengen Kippdämpfer.
- Bei den Dämpfanlagen wird der Dampf in einem besonderen Dampfkessel erzeugt und dann durch Rohr- oder Schlauchleitungen in jeweils ein oder mehrere bereit gestellte Dämpffässer eingeleitet. Die Fässer sind meist so eingerichtet, daß sie mit einem besonderen Hubwagen bewegt %verden können. Das Kondenswasser läuft aus einer am Boden angebrachten Auslauföffnung ab und sein Wärmeinlialt geht verloren. Diese Anlagen haben die arbeitstechnischen Vorteile, daß man ein Reservefaß entleeren und füllen kann, während in ein oder mehrere Därnpffässer Dampf eingeleitet wird und (laß der Darnpferzeuger titial)h,-«ttigig von der Verhrauchstelle in dem jeweils günstigen Raum aufgestellt 'werden kann.
- Nachteilig sind die hohen Anschaffungskosten-, der große Platzbedarf und der sehr große Brennstoffverbrauch bei diesen Dämpfanlagen. Der hohe Brennstoffverbrauch ist bedingt durch das Aufheizen der verhältnismäßig großen Wasserfüllung, die hohen Ausstrahlungsverluste von Dampfkessel und Dämpffässern, sowie dem Verlust der Wasserwärme des Kondensates. Auch hat man Dämpfanlagen dieser Ausführungsart für mittlere Leistungen gebaut, bei denen über dem Dampferzeuger nur ein Dämpffaß kippbar und so angeordnet ist, daß der Dampf durch die hohlen Tragsäulen in das Dämpffaß geleitet wird. Das Kondenswasser läuft hierhei wie vor beschrieben ab.
- In den Kippdämpfern für kleinere Leistungen befindet sich das zu verdampfende Wasser im unteren Teil des direkt beheizten Dämpffasses, über das Wasser wird jeweils ein gelochter Boden mit Dampfverteilerrohr lose eingelegt und dann der Rest des Behälters mit Dämpfgut gefüllt.
- Das Dämpffaß wird hierbei so tief in den Ofen eingebaut, daß mindestens die Hälfte, des Faßmantels von den Feuergasen bestrichen wird. Zum leichteren Entleeren ist das Faß mit einem aus dem Ofenmantel geschnittenen Teil, der fest aber lösbar an dem Dämpffaß befestigt ist, kippbar angeordnet.
- Diese Kippdämpfer haben einen niedrigen Her-.stellungspreis und nur geringen Platzbedarf. Auch ist der Brennstoffverbrauch niedriger als bei den bekannten Dämpfanlagen, weil zum Dämpfen nur geringe Wassermengen erforderlich sind, die in dem Dämpffaß wiederholt verdampft werden. Der Wärmeinhalt des Kondensates geht nicht verloren.
- Nachteilig ist, daß nur der Faßboden mit Wasser bedeckt ist und die Verdampfung deshalb auch nur von der Bodenfläche beeinflußt wird, während über dem Wasser bei einem größeren Teil der Faßwand die Gefahr des Anbrennens für den Inhalt besteht. Die direkte Beheizung des Dämpffasses ohne die genügende Kühlung von innen, verursacht häufig ein Durchbrennen schon nach kurzer Gebrauchsdauer. Auch der schwenkbare Ausschnitt des Ofens verzieht sich durch die Hitze und brennt ebenfalls durch, da er durch Ausmauerung nicht geschützt werden kann. Weiter ist die Leistung dieser Kippdämpfer sehr begrenzt, da die Anwendung von Wechselfässern nicht möglich ist.
- Die vorliegende Erfindung stellt eine Verbindung der vorbeschriebenen Dämpfsysteme dar, durch den die Vorteile beider Systeme unter Vermeidung ihrer Nachteile erreicht werden. Wie bei den Dämpfanlagen sind für die Wasseraufnahme und für das Dämpfgut voneinander getrennte Gefäße vorhanden, die jedoch während des Dämpfens einen geschlossenen Raum bilden, wie beim Kippdämpfer. Durch diese dem Kippdämpfer ähnliche, geschlossene Bauweise werden die technischen Vorteile des Kippdämpfers erreicht und übertroffen. Die Herstelltingskosten liegen sogar noch unter denen der Kippdämpfer, weil die einzelnen Bauteile einfacher sind und sich ein besonderer Dämpffaßdeckel mit dein Verschluß erübrigt. Da das Dämpffaß nicht in den Ofen eingebaut wird, wie bei dem Kippdämpfer, sondern frei und ohne feste Verbindung auf dem Ofen steht, ist es möglich, mit einem Ofen und Wechselfässern fortlaufend, d. h. so wie bei Dämpfanlagen zu arbeiten.
- Dadurch ist die erfindungsgemäße Bauart für kleine und große Leistungen mit gleichbleibendem Vorteil anwendbar. Die Wärmeübertagung an das Dämpfgut erfolgt nur mittels Dampf, weshalb ein .,\nl)rennen desselben und das gefürchtete Durchbrennen der Faßwandung vermieden wird. Hierdurch eignet sich die Neuheit besonders zum Dämpfen von Gemüse, Erdfrüchten und feinkörnigem Dämpfgut. Ebenso ist bei der neuen Ofenausführung die Beheizung mit festen, flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen möglich. Auch kann das Dämpffaß gegen Wärmeabstrahlung wärmeisoliert werden, wodurch einerseits der Wärmeverlust vermindert und andererseits das gedämpfte Futter bis ZU 24 Stunden warm bleibt. Letzteres ist sehr wesentlich, weil das Futter bis zum Verbrauch im Dämpffaß verbleiben und in diesem gestampft werden kann.
- In der Zeichnung ist die Erfindung in einigen Ausführungsbeispielen dargestellt und zwar zeigt: Abb. i die Hauptansicht eines Futterdämpfers mit Feuerung für feste Brennstoffe und kippbarem Dämpffaß im Aufrißschnitt.
- Abb. 2 einen mit gewellter Heizflächenvergrößerung versehenen Siedeboden.
- Abb. 3 einen mit Rippenheizflächenvergrößerung versehenen Siebboden.
- Abb. 4 eine Dämpfanlage, bestehend aus einem Ofen mit Siedeboden und zwei um eine Drehsäule schwenkbare Dämpffässer.
- Abb. 5 eine Großdämpfanlage bestehend aus einem Ofen mit Siedeboden. mehreren Dämpffässern und dem Hubtransportwagen.
- Die in der Abb. i dargestellte Dämpfvorrichtung ist mit einer ausgemauerten Feuerung a, dein Feuerrost a', einem Zugstaublech a-", und der üblichen Feuertür a... ausgerüstet. Unmittelbar über der Feuerstelle a ist ein Siedeboden c, der nach oben hin offen ist und bei c' eine Dichtung d aufnimmt, angeordnet. Wie die Abb. 2 und 3 zeigen, kann die Form des Siedebodens verschieden sein und sich der Wärmeausnutzung entsprechend anpassen. Auf den Siedeboden wird das zum Dämpfen erforderliche Wasser vor dem Dämpfbeginn aufgegeben, und das Schmutzwasser kann nach dem Dämpfen durch einen besonderen Stutzen c" abgelassen werden. Das über dem Dampfboden angeordneteDämpffaß e ist um eine Drehachse e' in einem Bügel g schwenkbar und so über dem Dampfboden gelagert, daß es, mit seiner Füllöffnung nach unten gerichtet, welche durch einen gelochten Boden f verschlossen wird, auf die in den Siedeboden eingelegte Dichtung d gestellt wird. Nach dem Dämpfen kann der Dämpfbehälter e durch Anheben mit dem Bügel g bei g" angehoben werden und nachdem beliebig geschwenkt, d. h. geleert und wieder gefüllt werden. Durch den erfindungsgemäßen Siedeboden c und die besondere Anordnung des Dämpffasses e wird der Dämpffaßdeckei und Deckelverschluß überflüssig. Ebenso werden sämtliche bei Dämpfanlagen erforderlichen Dampfleitungen erübrigt und Wärmeverluste beseitigt, Weiter wird durch die VergrÖßerung der Siedebodenheizfläche, gegenüber der bekannten Dämpffaßbodenfläche bei Kippdämpfern, die Dämpfzeit auf die Hälfte und weniger abgekürzt. Letzteres bedingt eine ebenso große Brennstoffersparnis.
- Die Bauhöhe des Ofens a ist so gering, daß seine Ausführung als Betonteil ähnlich den bekannten Wäschekesselöfen möglich ist. Der Siedeboden c ist so bemessen, daß er das erforderliche Wasser aufnehmen kann und nur lose auf dem Rand des Ofens aufliegt. Hierdurch läßt er sich leicht reinigen und kann, weil er dem Verschleiß unterworfen ist, einfach ersetzt werden. Vorzugsweise wird der Siedeboden c mit so hohen Feuerführungsrippen versehen, daß sie bis auf das Mauerwerk der Feuerung herunter reichen. Obwohl die Heizflächenvergrößerungen bei Kochtöpfen, Herdplatten usw. bekannt sind, waren sie bisher bei Kippdärnpfern nicht anwendbar, weil durch ihr Gewicht und Raumbedarf die ohnedies beengte Kippbewegung behindert würde, Daher sind für Kippdämpfer derartige Heizflächenvergrößerungen nur anwendbar, wenn ein besonderer Siedeboden gemäß der Erfindung ruhend in den Ofen eingesetzt wird und an der Kippbewegung nicht teilnimmt.
- Wenn zum Dämpfen das Dämpffaß nach dem Einfüllen des Dämpfgutes mit der Öffnung nach unten gedreht und durch Hochheben des Bügels g herabgelassen wird, so setzt sich sein Rand auf die in dem Siedeboden c liegende Dichtung d und wird unter der Wirkung des Eigengewichtes des Fasses und Dämpfgutes dichtend angepreßt.
- ,Im lZahmen der Erfindung kann der Siedeboden auch anders geformt sein oder die einzelnen Bauteile, wie Ofen, Siedeboden und Dämpffaß anders zusammengestellt werden.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: i. Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß unmittelbar über der Feuerstelle und gleichzeitig unmittelbar unter dem Dämpffaß ein besonderer Siedeboden so eingebaut wird, daß er einerseits von den Heizgasen der Feuerstelle bestrichen wird und andererseits das zum Dämpfen erforderliche Wasser aufnimmt.
- 2. Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl. nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß der Siedeboden nach oben einen Dichtungsrand aufweist, auf den das Dämpffaß mit seinem Schwergewicht dampfdicht so gestellt wird, daß der Siedeboden mit dem Dämpffaß über den Dämpfen einen geschlossenen Raum bildet. 3. Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl. nach Anspruch i und 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpffaß an seiner Füllöffnung mit einem gelochten, lose eingelegten Deckel versehen ist und umgekehrt über dem S?edeboden steht. 4. Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl. nach Anspruch i bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizfläche des Siedebodens durch Rippen o. dgl. vergrößert ist und die Rippen so geformt sind, daß die Heizgase dadurch zweckentsprechend geführt werden. 5. Dämpfvorrichtung für Knollenfrüchte, Gemüse u. dgl. nach Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Dämpffaß wärmeisoliert, der Ofen aus Beton, sowie der Siedeboden aus Gußeisen ist.
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