DE822918C - Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten in Weinbergen - Google Patents
Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten in WeinbergenInfo
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- A01B—SOIL WORKING IN AGRICULTURE OR FORESTRY; PARTS, DETAILS, OR ACCESSORIES OF AGRICULTURAL MACHINES OR IMPLEMENTS, IN GENERAL
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Landscapes
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Description
Der Winzer benutzt für das vom Frühjahr bis zum Herbst mehrere Male durchzuführende Lockern
des Weinbergbodens entweder den Karst, die Hacke oder den Pickel. Der Winzer bezeichnet
dieses Bodenlockern mit Weinbergrühren. Mit dem Karst, der Hacke oder dem Pickel wird der Boden
nur etwa 6 bis 8 cm tief umgelegt, was nicht genügt. Die Weinrebe verlangt vielmehr, gerade in
der Zeit von Frühjahr bis Herbst, ein mehrmaliges
ίο tiefes Lockern des Hodens bis zu etwa 15 cm, damit
Wärme, Luft und Wasser auch tief in den Hoden eindringen können. Mit dem bisher üblichen
Weinbergrühren wird das aber nicht erreicht, da der Weinbergboden durch die von Frühjähr
bis Herbst vorzunehmenden vielerlei Arbeiten sehr festgetreten und das Rühren nicht oft genug
durchgeführt wird.
Mit dem körperlich sehr anstrengenden und zeitraubenden Weinbergrühren beginnt der Winzer
unten im Weinberg und hört oben auf, was zur Folge hat, daß der Boden nach unten gezogen wird
und mit der Zeit die Wurzeln der oben im Weinberg stehenden Weinstöcke# freigelegt werden.
Dieser Übelstand verlangt, daß der unten angesammelte Boden nach oben zurückgetragen werden
muß. Um diese anstrengende und zeitraubende Arbeit nach Möglichkeit zu vermeiden, wird der
Boden nicht tief genug gerührt und auch nicht so oft gerührt, wie dieses erforderlich ist und auch
von der Weinrebe zur Erzielung eines guten Ertrages verlangt wird.
Eine weitere sehr mühsame und zeitraubende Arbeit ist die von Frühjahr bis Herbst vorzunehmende
Unkrautbekämpfung. Das Unkraut wird
mit der Hand aus dem Boden herausgerissen. Bei feuchtem und lockerem Boden wird ein Teil
Wurzeln mit herausgerissen, bei trockenen und harten Böden dagegen wird das Unkraut über dem
Boden abgerupft. Durch das dann erfolgende Rühren des Bodens werden die steckengebliebenen
Wurzeln nicht restlos entfernt bzw. vernichtet.
Bei Benutzung des erfindungsgemäßen Weinbergkultivators wird das bisherige Rühren des
ίο Bodens vermieden und durch die den Weinreben
viel dienlichere tiefe Lockerung des Bodens ersetzt, wodurch die Arbeit vereinfacht, zudem auch bedeutend
verkürzt wird. Der Boden wird bis zu 15 cm tief gelockert, was das Eindringen von
Wärme, Luft und Wasser erheblich fördert und damit auch den Ertrag der Weinrebe steigert.
Mit dem Lockern des Bodens durch den Weinbergkultivator werden auch gleichzeitig die Unkrautwurzeln
bis zu einer Tiefe von 15 cm zer-
ao schnitten, was ein schnelles Erholen des Unkrauts verhindert und teilweise ganz ausschaltet. Es werden
auch die bisherigen beiden Arbeitsgänge Unkrautzupfen und Weinbergrühren in einem Arbeitsgang
vereinigt. Für diesen einen Arbeitsgang Unas krautbekämpfung und Bodenlockern wird nur ein
Drittel der bisher für Unkrautzupfen und Weinbergrühren aufzuwendenden Zeit benötigt. Der
Winzer kann jetzt die tiefe Lockerung des Bodens mit Unkrautbekämpfung öfters durchführen.
Der Winzer beginnt seine Arbeit mit dem erfindungsgemäßen
Weinbergkultivator oben im Weinberg und hört unten auf. Der Boden wird nicht mehr, wie bisher, nach unten gezogen, sondern
bleibt an Ort und Stelle liegen, wird sogar beim Versetzen des Kultivators etwas nach oben geschoben.
Damit wird dem Winzer auch der bisherige beschwerliche Arbeitsgang, bestehend in
dem zeitlich bedingten Hinauftragen des heruntergezogenen Bodens abgenommen.
Im Berg und in der Ebene, in leichten und schweren Böden, auch in steilen, harten und steinigen
Berghängen ist dieser erfindungsgemäße Kultivator mit gleichbleibendem Erfolg zu verwenden.
Das Gerät ist ebenfalls anwendbar in Obstplantagen, Zwerg-, Spalier- und Spindelobstanlagen,
in Baumschulen, Gärtnereien und kleinen bäuerlichen Betrieben.
Die beiden Zeichnungen stellen ein Ausführungsbeispiel dar.
Abb. ι ist Seitenansicht und zeigt die Anfangsstellung beim Bodenlockern nach rechts;
Abb. 2 ist Endstellung beim Arbeitsgang aus Abb. ι heraus und Anfangsstellung beim Bodenlockern
nach links;
Abb. 3 und 4 zeigen dieselben Arbeitsgänge bei Anwendung des Kultivators im Berg;
Abb. 5 ist eine Ansicht von oben;
Abb. 6 ist von rechts und
Abb. 7 sowie 8 von links gesehen;
Abb. 5 ist eine Ansicht von oben;
Abb. 6 ist von rechts und
Abb. 7 sowie 8 von links gesehen;
Abb. 9, 10 und 11 sind Ansichten von oben.
Der Weinbergkultivator gemäß der Erfindung besteht aus sechs Hauptteilen, die durch sechs
Gelenkpunkte miteinander verbunden sind, von denen vier ein unregelmäßiges Gelenkviereck einschließen.
Die sechs Hauptteile sind: Die Grundplatte 1, der Gerätekopf 2, der Schwenkhebel 3, der Stiel 4, die
Verbindungsstange 5, vom Schwenkhebel 3 zum Gerätekopf 2 reichend, die Verbindungsstange 6,
vom Stiel 4 zum Gerätekopf 2 gehend.
Die Grundplatte 1 hat an ihrem linken Ende den
Gelenkpunkt 7, an welchem der Schwenkhebel 3 angeschlossen ist.
Die auftretenden Vertikal- und Horizontalkräfte werden durch Auffangflächen 8 auf den Boden
übertragen.
Der Gerätekopf 2 besteht aus einer mittleren Hauptstrebe 9 und zwei Seitenstreben 10. Unten
an den Streben 9 und 10 sind nach beiden Seiten zeigende Aufreißsporen 11 angebracht. Zwischen
diesen Aufreißsporen 11 befinden sich die Messer 12.
Die Anzahl der Aufreißsporen und der Messer 12 richtet sich nach der Beschaffenheit des zu verarbeitenden
Bodens, ob leichter oder schwerer, lockerer oder fester Boden, sie schwankt zwischen zwei bis
fünf Messern 12 sowie der entsprechenden Anzahl Aufreißsporen 11. In stark steinigem Boden fallen
die Messer 12 aus, da die durch die Aufreißsporen 11
in Bewegung gebrachten Steine die Unkrautwurzeln zerreiben. In diesen stark steinigen Böden kommt g0
auch nicht viel Unkraut hoch.
Der Schwenkhebel 3 überträgt durch Gelenkpunkt 13 die auftretenden Kräfte auf den Gelenkpunkt
7 und damit auf die Grundplatte 1 und den Boden. Durch Hinundherbewegung von vorn nach
hinten ruft er die Arbeitsbewegung der Werkzeuge 11 und 12 hervor.
Der Stiel 4, welcher als Verlängerung des der Hauptstrebe 9 des Gelenkvierecks gegenüberliegenden
Stabes ausgebildet ist, dient zur Einhaltung 1Oo der gleichbleibenden Stellung des Gerätekopfes 2
bzw. der Aufreißsporen 11 sowie der Messer 12 parallel zur Richtung des zu bearbeitenden Bodens.
Die Verbindungsstangen 5 und 6, die oberen Teile 9 und 10 des Gerätekopfes 2 und der untere
Teil des Stieles 4 schließen ein unregelmäßiges Viereck ein, welches durch die vier Gelenkpunkte
14, 15, 16, 17 gebildet wird. Dieses unregelmäßige
Viereck verbürgt die Einhaltung der auf die Aufreißsporen 11 sowie die Messer 12 wirkenden
Kräfte in stetig gleichbleibender Größe, auch bei Veränderung des von der Verbindungsstange 5 und
dem Schwenkhebel 3 gebildeten stumpfen Winkels 18 in einen spitzen Winkel 18' beim Zurückziehen
des Schwenkhebels 3.
Zum Transport wird das Gerät zusammengelegt, indem der Schwenkhebel 3 und der Stiel 4 nach
hinten geklappt werden, bis beide auf der Grundplatte ι aufliegen.
Zur Verwendung kommen leichte Eisenprofile, die miteinander verschweißt werden. Der obere
Teil des Schwenkhebels 3 und des Stieles 4 besteht aus Holz.
Das Gerät wird durch das Körpergewicht und die Armkraft des Winzers betätigt. Mit dem rechten
Bein stellt sich der Winzer auf die Grund-
platte ι, faßt mit der rechten Hand den Schwenkhebel
3 und mit der linken Hand den Stiel 4. Durch leichten Druck auf den Stiel 4 und gleichzeitiges
ruckartiges Anziehen des Schwenkhebels 3 mit Durchziehen bis zur Stellung in Abb. 2 werden
die nach rechts zeigenden Aufreißsporen 11 in den Boden gedrückt und der ganze Gerätekopf 2
durch den Boden vorgezogen, wobei der Boden durch die Aufreißsporen 11 gelockert und die Unkrautwurzeln
durch die Messer 12 zerschnitten werden. Der Stiel 4 bewegt sich in fast gleichbleibender
Stellung automatisch mit nach vorn. Durch stetig leichten Druck auf den Stiel 4 wird
der Gerätekopf 2 in der erforderlichen Stellung festgehalten.
Beim Hochheben und Zurückdrücken des Schwenkhebels 3 und gleichzeitigem leichtem Anziehen
des Stieles 4 wird der Gerätekopf 2 wieder zurückgeschoben. Jetzt treten die nach links zeigenden
Aufreißsporen 11 in Tätigkeit, welche den Boden, dieses Mal in tieferer Stellung, erneut
lockern, gleichzeitig werden durch die Messer 12 die Unkrautwurzeln, ebenfalls in größerer Tiefe,
erneut zerschnitten.
S5 Durch kurzes zwei- bis dreimaliges Hin- und
Herziehen des Gerätekopfes 2 wird dieser bis zu 15 cm tief in den Boden eingegraben.
Das Versetzen des Gerätes erfolgt aus der Ausgangsstellung. Der Winzer drückt den Schwenkhebel
3 und den Stiel 4 leicht gegeneinander, hebt das Gerät mit beiden Händen hoch und setzt es
an anderer Stelle wieder an.
Die Anwendung des Gerätes im Berg ist die gleiche wie in der Ebene.
Claims (4)
1. Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten
in Weinbergen, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Grundplatte (1) ein
Schwenkhebel (3) gelagert ist, der über eine Verbindungsstange (5) und ein Gelenkviereck
(14, 15, 16, 17) mit einem die eigentlichen
Werkzeuge enthaltenden Gerätekopf (2) verbunden ist und bei Hinundherbewegung von
vorn nach hinten bzw. hinten nach vorn die Arbeitsbewegung des Werkzeuges hervorruft.
2. Kultivator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (1) Auffangflächen (8) zum Aufsetzen auf den Boden und
einen Gelenkpunkt (7) zum Anschließen des unteren Endes des Schwenkhebels (3) aufweist.
3. Kultivator nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Gerätekopf (2)
aus einer mittleren Hauptstrebe (9), zwei Seitenstreben (10) und den eigentlichen Werkzeugen,
nämlich mehreren Aufreißsporen (11) und mehreren waagerechten Messerblättern
(12) besteht.
4. Kultivator nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß als Verlängerung des der
Hauptstrebe (9) gegenüberliegenden Stabes des Gelenkvierecks ein zum Gegenhalten dienender
Stiel (4) vorgesehen ist.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEG773A DE822918C (de) | 1949-12-31 | 1949-12-31 | Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten in Weinbergen |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DEG773A DE822918C (de) | 1949-12-31 | 1949-12-31 | Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten in Weinbergen |
Publications (1)
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|---|---|
| DE822918C true DE822918C (de) | 1951-11-29 |
Family
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEG773A Expired DE822918C (de) | 1949-12-31 | 1949-12-31 | Kultivator zum Bodenlockern und Unkrautvernichten in Weinbergen |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE822918C (de) |
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1949
- 1949-12-31 DE DEG773A patent/DE822918C/de not_active Expired
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