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Gewinde-Prüflehre
Es ist bekannt, daß ltachenlehrell mit ebenen Meßflächen
nicht zum Messen der Toleranzen von Gewinden benutzt werden können. Für die Prüfung
von Gewinden ist es deshalb üblich, die ebenen Nleßflächen des N.teßwerkzeuges durch
Kämme, Stifte oder Rollen zu ersetzen, die dem Durchmesser und der Form des Gewindes
entsprechen.
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Obgleich solcher Art Lehren weit verbreitet sind, kann das Gewinde
doch nicht mit der gewünschten Meßgenauigkeit geprüft werden. Aus diesen Gründen
wird bei fellen Laboratoriumsarbeiten, aber auch bei normalell Werkstattarbeiten
eine Meßmethode angewandt, die unter der Bezeichnung Drei-l)raht-Meßmethode bekannt
ist. Jedoch wurden bisher bei dieser Methode nur gerade und lose Drähte zum Alessen
benutzt. Es ist einleuchtend, daß beim Auflegen der losen Drähte in die Gewindegänge
verschiedene Schwierigkeiten auftreten, weshalb sich diese Methode bei der sog.
Serienfabrikation, wo jede gefertigte Schraube einzeln geprüft wird, bzw. wo wenigstens
eine größere Zahl von Stichproben gemacht wird, nicht durchgesetzt hat.
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Die vorliegende Erfindung bezweckt die Uberwindung der vorhin beschriebenen
Schwierigkeiten durch ein Meßwerkzeug, mit Hilfe dessen eine normale Lehre, beispielsweise
eine mit ebenen Meßflächen ausgerüstete Rachenlehre, oder statt einer Lehre auch
ein Mikrometer zum Prüfen von Gewinden bei der Serienfabrikation benutzt werden
kann, und dadurch die Auflagerhaltung einer Vielzahl von speziellen Gewindele.hren
überflüssig ist.
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Das Nfeßwerkzeug besteht aus drei oder mehreren Meßdrähten, die an
einem Ende so zusammengefaßt sind, daß die freien Enden über das zu messende Gewinde
geschoben werden können, wobei dann mit beispielsweise einer Rachenlehre oder einem
anderen Meßinstrument geprüft werden kann, ob das zu prüfende Gewinde innerhalb
der vorgeschriel,enen Toleranzen liegt.
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Um die Erfindung besser verständlich zu machen und in der praktischen
Ausführung zu zeigen, sind in den Zeichnungen Ausführungsbeispiele dargestellt.
In den Zeichnungen stellen die Fig. I den Aufriß, Fig. 2 die Seitenansicht und die
Fig. 3 den Grundriß einer erfindungsgemäßen Meßorrichtung dar; Fig. 4 und 5 zeigen
die Anwendung der Meßvorrichtung gemäß der Erfindung.
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Das Bezugszeichen I kennzeichnet ein Haltestück I, mit dem die Enden
der Meßdrähte 2, 3 und 4 so gehalten werden, daß eines der freien Enden der Meßdrähte
von einer Seite und die beiden anderen freien Enden der beiden anderen Meßdrähte
von der anderen Seite in die Gewindegänge des zu prüfenden Gewindestückes eingelegt
werden können.
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Die Durchtmesser der Meßdrähte sind der Ganghöhe oder Steigung des
Gewindestückes 5 angepaßt in der Weise, daß die Meßdrähte den effektiven Gewindedurchmesser
6 tangential berühren.
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Wenn die erfindungsgemäße Meßvorrichtung, wie in den Fig. 4 und 5
dargestellt, auf das zu prüfende Gewinde geschoben ist, kann beispielsweise mit
einer Rachenlehre 7, deren parallele Meßflächen 8 das Größtmaß und 9 das Kleinstmaß
aufweisen, geprüft werden, ob der effektive Gewindedurchmesser des zu prüfenden
Gewindestückes innerhalb des zulässigen Toleranzbereiches liegt.
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Statt der Raohenlehre 7 kann natürlich auch eine andere bekannte Lehre
benutzt werden.
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Mit der erfindungsgemäßen Meßvorrichtung können Gewinde in schneller
und leichter Art geprüft werden. Insbesondere kann die erfindungsgemäße Meßvorrichturg
wegen ihrer besonderen Einfachheit und Sicherheit sehr gut für Prüfungen bei Serienfabrikation
benutzt werden.
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Es ist ferner noch zu beachten, daß die Konstruktionseinzelheiten
der erfindungsgemäßen Meßvorrichtung in verschiedenster Art modifiziert werden können,
ohne daß die Idee und der Rahmen der Erfindung verlassen würde. So kann beispielsweise
das Haltestück I mit Mitteln versehen sein, mit denen Meßdrähte verschiedenen Durchmessers
benutzt werden können, so daß der gegenseitige Abstand der Drähte abgeändert werden
kann.
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Ebenso können die Halteeinrichtungen aus mehreren Teilen bestehen.
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Falls die Halteeinrichtungen aus mehreren Teilen zusammengesetzt
sind, kann die Erfindung beispielsweise so ausgeführt werden, daß ein oder mehrere
Meßdrahtenden auf einem Teil und die zwei oder mehr gegenüberliegenden Meßdrahtenden
auf dem anderen Teil montiert sind, wobei dann die beiden Halteteile durch elastische
Mittel, wie beispielsweise Stahldraht oder Spiralfeder, zusammengeh alten werden.
Die I laltestücke I können ferner aus irgendeinem geeigneten Material gefertigt
sein. Es ist jedoch zu l>eachteu, daß, falls gewünscht, auf ein ljaltestück I
gänzlich verzichtet werden kann, indem die Äleßdrahtenden beispielsweise zusammengesch
weißt oder zusammengelötet werden.
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Das in der Zeichnung dargestellte Ausiührungsbeispiel besitzt Nteßdrähte
2, 3 und A, die bogenförmig gestaltet sind. Es ist jedoch selbstverständlich, daß
die Meßdrähte auch irgendeine andere Form aufweisen können, beispielsweise derart,
daß die Drahtenden selbst gerade I,leiben und ein gewisser Drahtteil gebogen ist.
Ferner können die Drähte auch vollkommen gerade bleiben, wenn sie in genügendem
Abstand voneinander im Haltestück eingesetzt sind. Ebenfalls können in einer Meßvorrichtung
gleichzeitig gerade und gebogene Meßdrähte benutzt werden.
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Es ist einleuchtend, daß je größer (kleiner?) die Gewindesteigung
oder Ganghöhe der Schraube ist, desto größer auch der J Durchmesser der Meßdrähte
2, 3 und 4 sein muß. In einem solchen Falle kann sich ergeben, daß die Meßdrähte
nicht exakt genug angeordnet sind, um auf dem Gewinde mit genau dem gleichen Steignngswinkel
aufzuliegen.
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Diese Ungenauigkeit kann jedoch dadurch beseitigt werden, daß die
Meßdrähte an einer Stelle etwas dünner gehalten werden, so daß die Drähte federn
können. Dies kann etwa so erreicht werden, daß die Meßdrähte an einer geeigneten
Stelle flachgepreßt werden oder auch leispielsweise so, daß die Meßdrähte durchgeschnitten
werden und die Teile dann mittels einer federnden 'erbindung, beispielsweise aus
flachem Stahldraht oder rundem Stahldraht mit etwas kleinerem Durchmesser, zusammengehalten
werden. Es ist ebenfalls möglich, die obenerwähnten, einen geringeren Durchmesser
aufweisenden Stahldrähte zuerst in das Haltestück 1 einzusetzen und dann die Meßdrähte
an diesen dünneren Drähten zu befestigen.
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Wenn die Meßdrähte nach einer der oben beschriebenen Arten federnd
gestaltet sind, ergibt sich, daß die Enden der Meßdrähte den effektiven Durchmesser
des zu prüfenden Schraubengewindes in der richtigen Weise berühren und sich exakt
in die durch die Gewindesteigung des zu prüfenden Gewindes vorgeschriebene Lage
ausrichten.
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PATENTANSPR(JCHE I. Gewinde-Prüfvorrichtung, dadurch gekennzeichnet,
daß sie drei oder mehr in geeigneter Weise verbundene Meßdrähte (2, 3, 4) enthält,
deren freie Enden über das zu prüfende Gewinde geschoben werden können, wonach mit
beispielsweise einer Rachenlehre oder einer anderen Meßvorrichtung die Toleranzgenauigkeit
gemessen werden kann.