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Milchmeßgerät
lSei den Milcllannahmestellen, die die von (le10 einzelnen
Lieferanten angelieferte Milch ahnehmen und der Molkerei zuführen, ist außer der
Messung der von den einzelnen Lieferanten gelieferten Milchmengen auch eine Feststellung
der Eigenschaften der Milch, wie Fett- und Schmutzgehalt der Einzellieferungen sowie
des Durchschnitts der Gesamtlieferung, erforderlich. Die oft große Zahl der Einzellieferungen
läßt eine tägliche Probenahme und Untersuchung für diese praktisch nicht zu, dagegen
soll der Durchschnittsfettgehalt der Gesamtmenge möglichst bei jeder Weitergabe
an die Molkerei ermittelt werden, um eine gerechte Bezahlung und eine Kontrolle
zu erreichen. Wird nun der Gesamtfettgehalt aus dem Ergebnis von Einzeluntersuchungen
der Milch, die aus praktischen Gründen nur an einigen Tagen im Monat erfolgen können,
errechnet, so ergeben sich neben den Schwierigkeiten einer solchen Berechnung auch
Ungenauigkeiten, wodurch das Ergebnis der Untersuchung in der Samlhelstelle mit
dem in der Molkerei nicht übereinstimmt. Bei Milch ist noch besonders zu berücksichtigen,
daß die Probenahme wegen des Aufrahmens nur nach guter Durchmischung möglich ist,
weil sonst unrichtige Untersuchungsergebnisse entstehen.
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Die Erfindung bezweckt nun, von jeder Einzelanlieferung einen stets
gleichbleibenden Hundertsatz zu entnehmen. Diese Probemengen können zur Feststellung
des Durchschnittsfettgehaltes der Gesamtmenge der täglich angelieferten Milch in
einem Behälter gemischt und hieraus kann der Durchschnittsfettgehalt festgestellt
werden.
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Diesem Zweck dient die Einrichtung nach der Erfindung. Erfindungsgemäß
ist der Meßbehälter, in dem jede einzelne Milchanlieferung dem Volumen
oder
dem Gewicht nach gemessen wird, über eine Durchflußöffnung und ein Absperrorgan
mit einem Steigrohr verbunden, in dem die Milch nach dem Gesetz der kommunizierenden
Röhren so hoch steigt wie der Flüssigkeitsspiegel im Meßbehälter und durch nachfolgendes
Schließen des Absperrorgans von der Hauptmenge abgetrennt wird, von der sie ein
für jede beliebige, im Meßbehälter befindliche Menge stets gleichbleibender Hundertsatz
ist. Infolge des Eingießens der Milch in den Meßbehälter tritt von selbst eine gute
Durchmischung auch bei etwa vorher aufgerahmter Milch ein, so daß die Gewähr einer
einwandfreien Probenahme gegeben ist.
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Das Absperrorgan kann durch einen besonderen Handgriff betätigt werden.
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Vorzugsweise wird das Absperrorgan von dem Auslaufventil des Meßbehälters
in der Weise gesteuert, daß bei Öffnen des Auslaßventils das Al)-sperrorgan den
Weg vom Innern des Meßbellälters nach dem Steigrohr abschließt. Durch diese zwangsweise
Steuerung des Absperrorgans werden Fehlmessungen vermieden, die dadurch entstehen
könnten, daß das Absperrorgan erst nach Ablassen eines Teiles der im Meßbehälter
befindlichen Milch geschlossen wird, wodurch sich auch die Probemeuge im Steigrohr
verringern und nicht den erforderlichen Hundertsatz der ursprünglichen Gesamtmenge
darstellen würde.
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Bei Meßgeräten mit Kartendruckwerk, in dem z.H. mit Hilfe eines Schwimmers
die Maßzahl selbsttätig eingestellt wird und sodann auf eine Karte gedruckt werden
kann, wird vorteilhaft das Absperrorgan zwischen Meßbehälter und Steigrohr von dem
Kartendruckwerk derart gesteuert, daß nach Fixierung des jeweiligen Meßwertes im
Kartendruckwerk bei Weiterbewegung des Druckhebels das Absperrorgan den Weg für
die Milch aus dem Meßbehälter nach dem Steigrohr freigibt, nach Ausgleich der Flüssigkeitsspiegel
und Rückbewegung des Kartendruckhebels dagegen wieder absperrt und sodann den Weg
vom Steigrohr nach einem Ablaßstutzen am Absperrorgan öffnet. Die für diesen Zweck
verwendeten Kartendruckwerke sind so eingerichtet, daß zunächst bei Beginn der Bewegung
des Kartendruckhebels die Meßzahl fixiert wird und erst bei Weiterbewegung das Druckwerk
in Tätigkeit tritt. Die Steuerung des Absperrorgans in der erfindungsgemäß vorgeschlagenen
Weise ergibt sich also aus diesen beiden Bewegungsphasen des Kartendruckhebels.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des Milchmeßgerätes
nach der Erfindung dargestellt.
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Das Milchmeßgerät besteht aus einem Maßeimer I, der im allgemeinen
zylindrisch ausgeführt ist und in dem sich ein Schwimmer 2 mit der Schwimmerstange
3 leicht auf und ab bewegt. An der Schwimmerstange befindet sich eine Maßeinteilung
3. An der Schwimmerstange ist auch eine Verzahnung vorgesehen, die die Ziffernrolle
des nicht dargestellten Kartendruckwerkes einstellt. Bei dem Ausführungsbeispiel
ist die Schwimmerstange 3 oben in einen Bügel 4 geführt. Entsprechend der in den
Maßeimer I entleerten Milchmenge steigt der Schwimmer 2 mit der Schwimmerstange
3 nach oben, und die zu messende AIilchmenge kann an der Maßeinteilung der Schwimmerstange
3 abgelesen werden. Die Entleerung des Maßeimers 1 erfolgt durch einen Ablauf 5
mit Ventil, das über ein Gestänge 6 geöffnet wird. Die Entleerung kann auch durch
Kippen des Maßeimers I erfolgen. Die Gesamtmilchmenge läuft in den Sammelbehälter
7 ab.
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Am unteren Rand des Alaßeimers I ist ein Durchfluß angebracht, der
durch einen Dreiweghahn8 8 absperrbar ist. Der seitliche Stutzen g des Dreiweghahnes
ist mit dem inneren des Maßeimers I verhunden der obere Stutzen 10 trägt eiii Steigrohr
I I, während der untere Stutzen I2 zweckmäßig über einen Ablaufschlauch I3 in ein
Gefäß IA führt. Das Küken 15 des Dreiwegbahnes 8 wird durch ein Hebelgestänge I6
betätigt.
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Wenn die Milch in den Maßeimer 1 eingegossen wird, schlieflt das
:Riilien 15 das liinere des Maßeimers 1 gegen das Steigrohr 1 1 ab, der obere Stutzen
10 und der untere Stutzen 12 sind dabei durch die Bohruug im Küken miteinander verbunden.
Ist die in den Maßeimer I gefüllte Milchmenge gemessen. so xvircl das lstiken 15
um go° mittels des Gestänges 16 gedreht, wodurch der seitliche nach dem Iniiern
des l aßeimers führende Stutzen 9 mit dem Stutzen 10 zum Steigrohr 1 1 durch die
Kükenl,ohrung in Verl>indung tritt und sich nach dem Gesetz der kommunizierenden
Röhren das Steigrohr 11 SO weit mit Milch füllt, daß die Flüssigkeitsspiegel im
Maßeimer I und im Steigrohr ausgeglichen sind. Durch Riickschaltung des Kükens 15
in die I\nfallgsstellungr wird der seitliche Stutzen g abgeschlossen, und die im
Steigrohr befindliche Milch fließt durch den Ablaufstutzen I2 in das Gefäß 14 ab.
Auf diese Weise wird von jeder im Maßeimer I gemessenen Alilchmenge ein stets gleich
großer Hundertsatz abgezweigt. Eine Milchprobe aus dem Gefäß 14 ergibt dann den
Durchschnittsfettgehalt der Gesamtlieferung. Bei Anlieferung von bereits aufgerahmter
Milch wird beim Eingießen in den Maßeimer I eine ausreichende Durchmischung stattfiIiden,
die jedoch notfalls noch durch mehrmaliges Herunterdrücken des Schwimmers 2 ergänzt
werden kann.
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Das Steigrohr 1 1 kann auch als zusätzlicher Meßraum ausgeführt werden,
woliei bereits beim Eingießen der Milch in den Maßeimer dessen Innenraum mit dem
Steigrohr in Verbindung steht. An sich würde die geringe im Steigrohr befindliche
Milchmenge, auch wenn sie nicht mitgemessen wird, keinen wesentlichen Fehler bei
der Messung ergeben, jedoch könnte in diesem Falle die Maßeinteilung an der Schwimmerstaiige
entsprechend geeicht werden.
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Bei Verwendung eines Kartendruckwerkes befindet sich, wie bereits
erwähnt, an der Schwimmerstange eine Verzahnung o. dgl., mit deren Hilfe die Ziffernrolle
des Kartendruckwerkes auf den Meßwert eingestellt wird. Der eingestellte Wert wird
dann durch einen Bedienungshebel des Kartendruckwerkes zunächst fixiert und sodann
auf die Karte gedruckt. Bei Verwendung eines Karten-
druckwerkes
wird der Dreiweghahn 8 durch den Druckhebel des Druckwerkes gesteuert. Das Meßgerät
kann auch für andere Flüssigkeiten Verwendung finden.
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PATENTANSPRIJCHE I. Milchmeßgerät, dadurch gekennzeichnet, daß zur
Entnahme von Milchproben der Meßbehälter (I) über eine Durchflußöffnung und ein
Absperrorgan (8) mit einem Steigrohr (11) in Verbindung steht und bei jeder Füllung
des Meßbehälters (I) eine verhältnismäßig gleiche Milchmenge in dem Steigrohr (11)
abgetrennt wird.