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Getreide-Wasch- und Enthülsungsmaschine für Gerste und Hafer Die Erfindung
bezieht sich auf Getreide-Wasch-und Enthülsungsmaschinen der in den Fig. i und 2
der Zeichnungen dargestellten Bauart. Bei diesen Maschinen gelangt das mit Wasser
durchsetzte Getreide durch den Einlauf i in den die umlaufende Förderschnecke 2
enthaltenden Trog 3 und wird durch diese Schnecke zwangsweise von rechts
nach links gefördert. Am linken Ende des Troges geht das Getreide zusammen mit dem
Wasser durch den Kanal 4 in den Vorderteil der feststehenden Tromniel
5 über, wo das freie Wasser durch ein Sieb 6
hindurch ausscheidet,
während die angefeuchteten Körner in den anschließenden Trommelteil übertreten.
Hier werden sie der Einwirkung umlaufender, in der Zeichnung nicht dargestellter
Schlagleisten unterworfen. Gemeinsam mit den durch diese Behandlung gelockerten
oder bereits abgelösten Hülsen treten die Körner danach in die tiefer angeordnete
Enthülsungstrommel 7 über, in der die noch anhaftenden Hülsen abgerieben
werden. Durch ein Rohr 8 werden die Hülsen abgesogen. Die enthülsten Körner
treten durch einen Stutzen 9 aus.
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Langjährige Erfahrung hat nun gezeigt, daß mit den bekannten Enthülsungsmaschinen
nur Weizen-und Roggenkörner in wirtschaftlicher Weise geschält werden können, nicht
dagegen Gersten- und Haferkörner, weil deren strohige Hülle sehr fest am Mehlkerne
haftet. Beim Enthülsen von Gerstenkörnern z. B. sinkt die stündliche Leistung auf
weniger als 5o% der Leistung herab, die beim Enthülsen von Roggenkörnern in derselben
Maschine erzielt wird.
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Gemäß der Erfindung wird dieser Mangel beseitigt, indem die in Drücken,
Schlagen und Reiben bestehende Behandlung der zu schälenden Körner über eine wesentlich
längere Zeit ausgedehnt und mit erhöhter Intensität ausgeübt wird. Dazu tritt noch
eine gesteigerte Wärmeeinwirkung. Diese zusätzliche Behandlung wird in dem Fördertzoge
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ausgeübt.
Es wurde zwar bereits vorgeschlagen, Gelreidekörtier
dadurch von den Schalen zu befreien und sie so für ein anschließendes Naßbleichverfahren
vorzubereiten, daß man sie mittels einer oder mehrerer waagerecht liegender, unterteilter
Förderschnecken in geschlossenen glattwandigeti Gehäusen mit der entsprechenden
Anzahl glattwandiger Querwände, die niedriger sind als der Durchmesser der Förderschnecke,
behandelt. Da die Getreidekörner in einer solchen Maschine aber nur einer mechanischen
Reibung unterworfen werden, gegebenenfalls unter vorheriger Befeuchtung oder Erwärmung,
ist es nicht möglich, auch nur Roggen- oder Weizenkörner darin vollkommen zu schälen,
geschweige denn Gersten- und Haferkörner.
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In den Fig. 3 bis 9 der Zeichnungen ist eine Ausführungsform
des Erfindungsgegenstandes beispielsweise dargestellt.
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Fig. 3 zeigt den oberen Teil der Enthülsungsmaschine in Seitenansicht,
teilweise im Schnitt, und läßt erkennen, daß sich die neue Maschine von der bekannten
Bauweise im wesentlichen nur dadurch unterscheidet, daß Schnecke und Trog anders
ausgebIldet sind.
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Fig. 4 stellt die Rührschnecke in Seitenansicht in vergrößertem Maßstab
dar; Fig. 5 ist ein senkrechter Querschnitt nach der Linie V-V der Fig. 4;
Die Fig. 6 bis 9 zeigen die drei verschiedenen Flügelarten in vergrößertem
Maßstabe, und zwar Fig. 6 und 7 einen Rührflügel in Seitenansicht
und in Draufsicht, Fig. 8 einen Förderflügel und Fig. 9
je einen
einseitigen Überwerferflügel und einen einseitigen Räumerflügel in Draufsicht.
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Der Erfindung gemäß ist im Fördertroge 3 an Stelle der bekannten
Förderschnecke 2 eine Rührschnecke angeordnet, die unterhalb des Einlaufes i (Fig.
3 und 4) einige wenige normale Förderschneckengewindegänge io trägt, dagegen
über die ganze übrige Länge ihrer Welle i i abwechselnd mit Förderflügeln 12, 12
und Rührflügeln 13, 13 besetzt ist.
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Die Förderflügel sind ihrer Aufgabe gemäß etwa unter 450 gestellt,
die Rührflügel dagegen stehen parallel zur Wellenachse. Um die Körner, während sie
im Tröge gefördert und gewaschen werden, in der an sich bewährten Weise ausgiebig
einer Drück-, Schlag- und Reibebehandlung zu unterwerfen, wird das Fördern durch
an sich bekannte eingebaute Stauwände 14, 14 gehemmt. Diese Zwischenwände, die nur
bis an die Welle heranreichen, unterteilen den Trog in einzelne Druckräume. Sie
sind an solchen Stellen angebracht, an denen sich normalerweise Rührflügel befinden
würden. Diese sind an den betreffenden Stellen fortgelassen. Daher befinden sich
unmittelbar vor und hinter jeder Stauwand Förderflügel. Um den Körnern das Überwinden
der Stauwände zu erleichtern, sind die je-
weils letzten Förderflügel vor
einer Stauwand als einseitige Überwerferflügel 15 ausgebildet. Andererseits
ist jeweils der erste Förderflügel hinter jeder Stauwand als einseitiger Räumer
16 gestaltet, um unerNtünschtes Anhäufen von übergeworfenen Körnern zu verhindern.
Ist der Überwerferflügel z. B. rechtsseitig eingebaut, so steht der zugehörige Räumer
linksseitig, uni ein gutes Iland-iii-Hand-Arbeiten dieser beiden Flügel zu gewährleisten.
Der letzte Förderflügel der Schnecke, der sich über dem Auslaufkanal,4 befindet,
ist als Schlußräurner 17
erheblich breiter ausgebildet als der letzte, ihm
vorhergehende Räumer 16 und von gleicher Gangrichtung wie dieser. Infolgedessen
wirken diese beiden Räumer zusammen wie die beiden Hände eines Greifers. Sie werfen
das zwischen ihnen angelangte Gut aus in den Kanal 4.
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Wenn auch die Körner durch das auf sie einwirkende zusätzliche Schlagen,
Drücken und Reiben eine merklich höhere Temperatur annehmen, als es in den bekannten
Enthülsungsniaschinen der Fall ist, so reicht doch diese vorstehend beschriebene
Behandlung noch nicht aus, um Gersten- und Haferkörner vollkommen und in wirtschaftlicher
Weise zu enthülsen. Deshalb ist der Erfindung gemäß vorgesehen, warmes Waschwasser
zuzuführen. Dieses beschleunigt das Erweichen der Hülsen.
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Eine besonders wirksanie Verbesserung der Stundenleistung wird dadurch
erreicht, daß der Fördertrog in an sich bekannter Weise von außen beheizt wird,
vorteilhaft durch Wasserdampf.
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Manche Hafersorten setzen der Enthülsung einen besonders starken Widerstand
entgegen. Dieser kann erfindungsgemäß dadurch überwunden werden, daß der neuen Rührschnecke
noch eine bekannte Waschschnecke vorgeschaltet wird, wie sie in Fig. i dargestellt
ist.
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Mit der neuen Wasch- und Enthülsungsmaschine kann nunmehr jede Getreideart
in technisch vollkommener und wirtschaftlich befriedigender Weise geschält werden.
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Der besondere Vorzug der Erfindung besteht darin, daß die vorgeschlagenen
Mittel an Maschinen bisheriger Bauart ohne Schwierigkeiten angebracht werden'können,
so daß also dadurch keine nennenswerten Umbaukosten entstehen.