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In eine Liegestatt umzuwandelnde ausziehbare Polsterbank Die durch
die allgemeine Wohnungsnot hervorgerufene starke Wohnraumbeschränkung macht es heute
in vielen Fällen notwendig, sich an Stelle der früher üblichen Mehrzimmerwohnungen
mit der Einrichtung von Einzimmerhaushalten zu begnügen, in denen die normalerweise
verschiedenen Sonderzwecken dienenden Zimmerarten, wie beispielsweise Wohnzimmer,
Speisezimmer, Schlafzimmer, in einem einzigen Raum vereinigt sind. Eine derartige
Zusammenfassung führt zwangsläufig dazu, Mittel und Wege zu finden, um unter Ausnutzung
aller gegebenen Möglichkeiten in materieller wie in räumlicher Hinsicht eine sachlich
zweckmäßige, dabei aber doch weitgehend den an ein gemütliches Heim zu stellenden
Anforderungen entsprechende Wohnraumgestaltung zu schaffen.
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Die Erfüllung dieser Forderung bedingt nicht nur eine wohlerwogene
Auswahl der in dem oftmals einzigen Raum zur Aufstellung gelangenden Einrichtungsgegenstände,
sondern darüber hinaus auch deren Formgebung und Ausbildung in einer solchen Weise,
daß mindestens ein Teil dieser Möbelstücke je nach Bedarf für verschiedene Verwendungszwecke
benutzt oder aber bei Nichtgebrauch ganz oder teilweise in eine raumsparende Stellung
gebracht werden kann. An die Stelle der verschiedenartigen Möbelstücke für je einen
bestimmten. Zweck ist heute das sogenannte Mehrzweckmöbel getreten, das in der neuzeitlichen
Innenarchitektur vorherrschend geworden ist.
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Zu den Einrichtungsgegenständen, die in jedem Haushalt benötigt werden
und daher selbst in der kleinsten Einzimmerwohnung vorhanden sind, zählen die Betten.
Ihr Nachteil in raumtechnischer Hinsicht besteht indessen darin, daß sie einerseits
insbesondere in Form des Doppelbetts, den meisten Platz beanspruchen, andererseits
aber gerade während der allgemeinen Benutzung des Raumes am
Tage
sich sehr störend bemerkbar machen, da sie während dieser Zeit praktisch überhaupt
nicht benötigt werden. In Erkenntnis dieses Mißstandes sind bereits Möbelstücke
entwickelt worden, die bei Tage als Sitzmöbel dienen, während sie für die Nacht
in eine bettartige Liegestatt umgestaltet werden können. Ein solches verwandelbares
Sitz- und Liegemöbel ist demnach zu jeder Tages- und Nachtzeit vollwertig benutzbar
und steht somit nie hinderlich im Wege. Es besitzt zugleich den Vorteil, daß es
als Sitzmöbel teilweise zusammengeschoben oder zusammengeklappt werden kann und
infolgedessen weniger Raum einnimmt als in seiner Eigenschaft als Liegestatt, was
gerade am Tage zur Gewährleistung einer größeren Bewegungsfreiheit der Bewohner
innerhalb des Zimmers von erheblicher Bedeutung ist.
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So ist es bereits vielfach bekannt, eine Polsterbank durch Ausziehen
eines Rahmenteiles und Umklappen eines zweiten, sonst als Rückenlehne dienenden
Rahmens in eine Liegestatt für eine oder zwei Personen umzuwandeln. Die gebräuchlichen
Konstruktionen dieser Art weisen indessen den Nachteil auf, daß vor dem Herunterklappen
der Rückenlehne die Polsterbank von der Wand abgerückt werden muß, was außerordentlich
lästig und unbequem ist. Ein weiterer Mangel besteht in der Unterbringung des Bettzeuges,
das in der Regel in einem besonderen Bettkasten verstaut wird, der unterhalb der
Rahmenteile ausziehbar angebracht ist. Dabei ergibt sich leicht der Übelstand, daß
der Bettkasten beim Herausziehen oder Hineinschieben sich eckt, wodurch das Umwandeln
des Möbelstücks aus einer Polsterbank in eine Liegestatt und umgekehrt vielfach
stark beeinträchtigt wird.
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Gemäß der Erfindung werden diese Mängel und Unzulänglichkeiten der
bekannten verwandelbaren Polsterbänke dadurch in einfacher und zuverlässiger Weise
behoben und ein nach jeder Richtung hin einwandfreies und vollwertiges Mehrzweckmöbel
geschaffen, daß der in an sich bekannter Weise umklappbare Rahmenteil im vorderen
Bereich eines als Rückwand der Polsterbank dienenden kastenartigen Umbaues drehbar
gelagert und mit zur Aufnahme des Bettzeuges in dem dahinter verbleibenden Raum
bestimmten Platten versehen ist, die ihrerseits in der heruntergeklappten Lage des
Rahmenteiles die vordere Abschlußwand des Kastens bilden. Die Anordnung wird dabei
zweckmäßig derart getroffen, daß das umklappbare Rahmenteil an der in der hochgeklappten
Stellung unten befindlichen Seite mit einer im wesentlichen unter einem rechten
Winkel zu dem Rahmenteil angeordneten Platte fest ver-Bunden ist, an deren in Richtung
nach dem Kasteninnenraum gelegenen Ende eine zweite Platte angelenkt ist. Die Breite
dieser Gelenkplatte ist so gewählt, daß deren freier Längsrand sich in der hochgeklappten
Stellung des umklappbaren Rahmenteiles schräg gegen die Rückwand des kastenartigen
Umbaues anlegt.
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Auf diese Weise wird erreicht, daß beim Umwandeln der Polsterbank
in eine Liegestatt, abgesehen von der Einfachheit dieses Umwandlungsvorganges als
solchem, lediglich durch Herunterklappen des die Rückenlehne bildenden Rahmenteiles
zugleich auch das in dem kastenartigen Umbau untergebrachte, von den beiden am umklappbaren
Rahmenteil befestigten Platten gehaltene Bettzeug selbsttätig und ohne jegliche
zusätzliche Maßnahmen oder Handgriffe zum entsprechenden Gebrauch zur Verfügung
gestellt wird. Die bei Vorhandensein eines besonderen Schubkastens o. dgl. unvermeidliche
Klemmgefahr während des Herausziehens oder Hineinschiebens entfällt also völlig.
Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß durch die Lagerung des die Rückenlehne bildenden
Rahmenteiles in dem kastenartigen Umbau jegliches Abrücken der Polsterbank von der
Wand erspart wird. Es kann somit, ohne daß ein ungenutzter Raum beansprucht wird,
die Polsterbank mühelos in eine Liegestatt umgewandelt werden, ebenso wie sich auch
die Rückverwandlung ohne jede Schwierigkeit durchführen läßt.
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Die Ausgestaltung im einzelnen erfolgt vorteilhaft in der Weise, daß
die beiden zum Halten des Bettzeuges bestimmten Platten durch ein einseitig wirkendes
Scharnier miteinander verbunden sind, das eine über die gestreckte Lage hinausgehende
Winkelstellung der Platten verhindert, so daß das Bettzeug sowohl während des Herunterklappens
der Rückenlehne als auch bei deren Hochklappen stets zuverlässig mitgenommen wird
und nicht in den Kasten fallen kann. Dieses Scharmier ermöglicht es gleichzeitig,
daß sich der freie Rand der Gelenkplatte in der heruntergeklappten Lage des umklappbaren
Rahmenteiles gegen einen Anschlag am kastenartigen Umbau anzulegen vermag. Dadurch
bilden die beiden Platten in ihrer Gesamtheit bei der Verwendung des Möbelstücks
als Liegestatt die vordere, in sich völlig starre Abschlußwand des Kastens, wodurch
dessen Innenraum nach außen gänzlich abgedeckt ist. Der Anschlag für die Gelenkplatte
wird dabei vorzugsweise in einer solchen Lage angebracht, daß er zugleich auch als
Anschlag für das umklappbare Rahmenteil in dessen hochgeklappter Stellung als Rückenlehne
zu dienen geeignet ist.
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Der Aufbau der Poisterbank kann durch ergänzende sinnvolle Maßnahmen
noch weiter vereinfacht werden. So stützt sich die Polsterauflage der Rückenlehne
vorteilhaft auf einer nach vorn gerichteten Verlängerung der fest mit dem umklappbaren
Rahmenteil verbundenen Platte ab, wodurch sich besondere Haltemaßnahmen für die
Polsterauflage erübrigen. Ebenso dienen zweckmäßig die Laufleisten für das ausziehbare
Rahmenteil zugleich als Auflage für das umklappbare Rahmenteil in dessen heruntergeklappter
Lage. Die Endstellung des ausziehbaren Rahmenteiles, die durch den Raumbedarf des
umklappbaren Rahmenteiles bedingt ist, wird dabei durch Anschläge o. dgl. festgelegt,
die beim Verwandeln der Polsterbank in die Liegestatt dafür sorgen, daß die beiden
Rahmenteile genau nebeneinander zu liegen kommen.
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Eine besonders zweckmäßige Maßnahme besteht weiterhin darin, die beiden
Rahmenteile gegebenenfalls
durch gelenkig an ihnen befestigte starre
Verbindungsglieder derart miteinander zu kuppeln, daß beim Herunterklappen des die
Rückenlehne bildenden Teiles zugleich auch zwangsläufig das ausziehbare Teil nach
vorn geschoben wird. Auf diese Weise wird beim Umwandeln der Polsterbank in eine
Liegestatt ein Handgriff erspart und der Umwandlungsvorgang gewissermaßen in einem
Zug bewerkstelligt. Die Anbringung von Anschlägen oder ähnlichen, die vordere Endstellung
des ausziehbaren Rahmenteiles begrenzenden Mitteln ist in diesem Fall nicht erforderlich,
da durch die Kupplung der beiden Rahmenteile das ausziehbare Teil von selbst in
die richtige Lage gelangt und in dieser festgehalten wird. Beim Hochklappen des
hinteren Rahmenteiles wird das ausziehbare Teil umgekehrt wieder in gleicher Weise
zwangläufig nach hinten gezogen.
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Die Zeichnung veranschaulicht den Gegenstand der Erfindung in einer
beispielsweisen Ausführungsform im Schema, und zwar zeigt Abb. 1 einen Schnitt durch
eine ausziehbare Polsterbank in deren Zustand als Sitzmöbel, Abb. 2 den gleichen
Schnitt durch die Polsterbank bei deren Verwendung als Liegestatt, und Abb.3 ein
Schaubild der Polsterbank entsprechend Abb. i.
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Die Polsterbank weist in ihrem rückwärtigen Bereich einen kastenartigen
Umbau i auf, der aus den beiden Seitenwänden 2 und 3, der Rückwand 4 sowie der oberen,
als Bücherbord o. dgl. benutzbaren sowie zum Aufstellen von Ziergegenständen oder
des Rundfunkempfängers geeigneten Abdeckplatte 5 gebildet ist. Die Seitenwände,
die nach vorn verlängert und dort durch eine starre Leiste 6 miteinander verbunden
sind, tragen die Laufleisten 7, auf denen das ausziehbare Rahmenteil 8 gleitet.
Das umklappbare Rahmenteil 9 ist um Zapfen io drehbar, die ebenfalls an den Seitenwänden
2 und 3 des Kastens i angeordnet sind. Die Schräglinie des Rahmenteiles 9, der als
Rückenlehne dient, wird durch den Anschlag i i begrenzt.
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Die Rahmenteile 8 und 9 sind durch Verbindungsstangen 23 miteinander
gekuppelt, die an den beiden Schmalseiten der Rahmen in Gelenken 24 angreifen und
so angebracht sind, daß sie nach außen völlig unsichtbar bleiben. Anordnung und
Abmessung der Stangen 23 sind dabei derart gewählt, daß das Rahmenteil 8 beim Umklappen
des Rahmenteiles 9 so weit nach vorn geschoben wird, daß es in der heruntergeklappten
Lage des Teiles 9 unmittelbar neben dieses zu liegen kommt.
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An der unteren Seite 12 des umklappbaren Rahmenteiles 9 ist unter
einem rechten Winkel eine Platte 13 befestigt, deren in Richtung nach dem Kasteninnenraum
14 gelegenes Ende ein Scharnier 15 trägt, an welchem eine zweite Platte 16 angelenkt
ist. Die Breite dieser Platte 16 ist derart bemessen, daß sich deren freier Längsrand
17 schräg gegen die Rückwand 4 des Kastens i anlegt, so daß das während der Verwendung
des Möbelstücks als Polsterbank nicht benötigte Bettzeug von den Platten 13 und
16 gehalten und so bequem im Kasteninnenraum 14 verstaut werden kann. Die Platte
13 ist außerdem so weit nachvorn verlängert, daß sich auf der Leiste 18 die Polsterauflagen
i9 abstützen können.
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Die Umwandlung der Polsterbank in eine zweischläfrige Liegestatt wird
auf folgende Weise bewerkstelligt: Zunächst nimmt man die losen Rückenpolster i9
von dem als Rückenlehne dienenden Rahmenteil 9 ab und legt sie einstweilen auf die
Sitzpolster 20. Alsdann wird das Rahmenteil 9 heruntergeklappt und dabei mittels
Stangen 23 zugleich auch das Rahmenteil 8 nach vorn geschoben. Das Rahmenteil 9
legt sich in seiner waagerechten Stellung auf den durch das Verschieben des Rahmenteiles
8 frei gewordenen Bereich der Laufleisten 7 auf, und zwar unmittelbar hinter das
Rahmenteil B.
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Beim Umklappen des Rahmenteiles 9 wird gleichzeitig das durch die
Platten 13 und 16 gehaltene Bettzeug zwangläufig und selbsttätig aus dem Kasten
i heraus nach vorn befördert, so daß nunmehr, nachdem auch die Polsterauflagen 19
auf ihren Platz auf das Rahmenteil 9 gelegt worden sind, das Bett in üblicher Weise
hergerichtet werden kann. Die beiden Platten 13 und 16 bilden jetzt die vordere
Abschlußwand des Kastens 1, wobei sich der freie Längsrand 17 der Platte 16 von
innen gegen den Anschlag i i anlegt. Infolge des nur einseitig wirkenden Scharnieres
15 wird gleichzeitig verhindert, daß die Platte 16 etwa nach ,innen umklappt.
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Umgekehrt kann die in ebenso einfacher wie müheloser Weise und gleichfalls
ohne lästiges Abrücken des Möbelstücks von der Wand das Doppelbett wieder in eine
Polsterbank verwandelt werden. Das Bettzeug wird dabei, nach Entfernen der Polsterauflagen
i9, auf das umklappbare Rahmenteil 9 gelegt, so daß es, sobald dieser Rahmen in
die hochgeklappte Stellung gelangt, wiederum von selbst in den Kasteninnenraum 14
geräumt wird, wo es auf den beiden Platten 13 und 16 aufruht. Da der Kasten nach
der Außenluft zu keineswegs hermetisch abgeschlossen ist, liegt das Bettzeug während
des Tages luftig verstaut, ohne daß irgendwelche Teile eingeklemmt werden.
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Beim Hochklappen des Rahmenteiles 9 ist zugleich auch das Rahmentei18
mittels der Stangen 23 nach hinten gezogen worden, so daß nach Einsetzen der die
Rückenlehne bildenden Polsterauflage i9 das Möbelstück wieder als Polsterbank Verwendung
finden kann.
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Sind die beiden Rahmenteile 8 und 9 im einzelnen Fall nicht miteinander
gekuppelt, so muß vor dem Herunterklappen des Rahmenteiles 9 das Rahmenteil 8 von
Hand nach vorn herausgezogen werden, bis es durch einen Anschlag in seiner Weiterbewegung
gehindert wird. Ebenso ist beim Rückverwandeln das Rahmenteil 8 entsprechend von
Hand nach hinten zu schieben.
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An den beiden Enden des herausziehbaren Rahmenteiles 8 sind Bretter
21 vorgesehen, die im ausgezogenen Zustand des Rahmenteiles gewissermaßen die Fortsetzung
der beiden verlängerten Seitenwände 2 und 3 darstellen. Bei der Verwendung
des
Möbelstücks als Polsterbank gleiten die Bretter 21 unmittelbar unter die Armlehnen
22, so daß sie in keiner Weise störend wirken.
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Die Erfindung läßt sich sinngemäß auf die verschiedenste Art verwirklichen
und ist nicht auf das dargestellte Ausführungsbeispiel beschränkt. So sind selbstverständlich
die Ausbildung und Formgebung der verschiedenen Teile durchaus beliebig und richten
sich lediglich nach den Erfordernissen des Einzelfalles. Für die äußere Gestaltung
kommen in erster Linie künstlerische oder innenarchitektonische Gesichtspunkte in
Frage, während für die Größenabmessungen vor allem die räumlichen Verhältnisse maßgebend
sind.