-
Spindelführung und -abstützung, insbesondere bei Schraubzwingen Die
vielseitige Anwendungsmöglichkeit von Schraubzwingen ist allgemein bekannt. Einmal
dienen diese zum Zusammendrücken oder Zusammenhalten beispielsweise geleimter Verbindungen,
andererseits verfolgen sie den Zweck, ein Werkstück, eine Maschine oder sonstige
Apparate an einem Tisch, einem Brett o. dgl. fest anzubringen. Dabei ist die Zwinge
entweder fest mit dem Apparat verbunden, oder aber sie trägt Einrichtungen, die
ihren Einsatz für mehrere Geräte gestatten, so daß eine Zwinge verschiedenen Zwecken
dient.
-
Das gemeinsame Merkmal der in verschiedenen Größen hergestellten Zwingen
ist ein hufeisenförmiger Bügel, bei dem ein Horn sich gegen die Tafel oder eine
Beilage legt, während das andere eine Schraube enthält, deren entsprechend ausgestattetes
Ende auf die entgegengesetzte Seite der Tafel drückt. Es sind hölzerne und Metallzwingen
bekannt, welch letztere sich durch eine größere Stabilität auszeichnen. Die Zwingen
leiden jedoch an dem Ubelstand, daß das Drehen der Schrauben viel Zeit erfordert,
wenn die Maulweite in erheblichem Maße geändert werden soll. Zur Behebung dieses
Übelstandes sind verschiedene Vorrichtungen ersonnen worden. So kennt man Zwingen,
bei denen der Abstand der Hörner dadurch verändert werden kann, daß ein Horn auf
der Bügelbasis verschiebbar ist und beim Festschrauben durch Verkanten festklemmt,
oder bei denen das Muttergewinde der Schraube durch eine Einrichtung ausgeschaltet
werden kann. Alle diese Einrichtungen weisen jedoch Nachteile auf. Entweder arbeiten
sie nicht zuverlässig, oder ihre Konstruktion ist unverhältnismäßig kompliziert.
-
Die Erfindung betrifft eine derartige Schraubzwinge, bei der das Problem
der schraubenlosen Grobeinstellung auf einfache und zugleich sichere Art und Weise
gelöst ist. Sie ist für alle Zwecke der Industrie, des Handwerks und auch im Haushalt
gleichermaßen
gut anwendbar. Besondere Hilfe leistet die neue Schraubzwinge, wenn diese durch
Armamputierte benutzt wird, da bei jedem anderen Gerät dieser Art die Benutzung
beider Hände erforderlich ist.
-
Gemäß der Erfindung ist die Spindel der Zwinge in einer gewindelosen
Muffe geführt, die auf das eine Horn derselben aufgesetzt ist. Zur Abstützung der
Spindel dient eine in das Gewinde der Spindel eingreifende Schiene, die mittels
eines Hebels ausschwenkbar ist. Bei Verengung der :Maulweite wird diese Schiene
automatisch durch Druck in Spannrichtung ausgerückt. Dadurch ist die Zwinge mit
einem Handgriff durch gewindelose Grobeinstellung auf die benötigte Tafelstärke
zu bringen, wonach nur eine geringe Gewindedrehung zum Feststellen erforderlich
ist.
-
Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung beispielsweise, und zwar
zeigt Abb. i eine Seitenansicht der Schraubzwinge, Abb. 2 einen vertikalen und Abb.
3 einen horizontalen Schnitt durch dieselbe, Abb.4 einen Schnitt durch Spindel und
Lagerung mit eingerückter und Abt). 5 mit ausgerückter Schiene.
-
Die Schraubzwinge besteht aus dem Bügel i und der Spindel 2. Letztere
wird geführt durch eine auf das Horn 3 aufgesetzte gewindelose Muffe ,4 und durch
das ebenfalls gewindelose Loch 5 des gleichen Horns. In die Gewindegänge der Spindel
e greift durch einen entsprechenden Ausschnitt 6 der Muffe4 eine der Steigung der
Gewindegänge der Spindel entsprechend geneigte Schiene 8, die zur Abstützung der
Spindel dient. Diese Schiene 8 stützt sich ihrerseits in einer Nut 9 des Horns 3
ab und trägt einen rechtwinklig abgebogenen Hebel io, welcher als Handhabe,dient.
Zwei Federn ii wirken gegen die Schiene 8 und pressen sie gegen die Spindel. Das
Profil der Nut 9 ist im Grund auf der dem Bügel i zugewandten Seite eckig und auf
der anderen Seite abgerundet. Die untere Kante der Schiene hat entsprechende Gegenform.
Dadurch ist die Schiene 8 um ihre Schneide 12 schwenkbar. Ein seitliches Herausgleiten
der Schiene aus der Nut wird verhindert durch Begrenzungsnasen 13 an den Schienenenden.
-
Das Profil des Gewindes der Spindel 2 hat eine geneigte und eine zur
Spindelachse nahezu senkrechte Flanke. Im eingerückten Zustand paßt sich die obere
Schmalseite 7 der Schiene 8 der steilen Flanke 15 an, während die Breitseite der
Schiene sich der flachen Flanke 14 anlegt.
-
Mittels einer geänderten Handhabe 16. die mit dem äußeren Teil der
Spindel verbunden ist, wird diese angezogen, wobei am anderen Ende der Spindel die
Lagerscheibe 17 gegen das Material wirkt.
-
Auf dem Bügel i sind beispielsweise Gewindelöcher 18 und Bolzen i9
angebracht zum Aufsatz des zu befestigenden Gegenstandes.
-
Die Wirkungsweise der Zwinge ist folgende: Um die Zwinge zu öffnen,
d. h. um eine größere Maulweite herzustellen. bedarf es nicht mehr des Drehens der
Spindel, sondern durch Niederdrücken des Hebels io wird die mit diesem verbundene
Schiene 8 aus dem Gewindegang der Spindel ausgerückt, wodurch diese in der Muffe
4 frei gleiten kann. Bei Freigabe des Hebels io drücken die Federn i i die Schiene
8 selbständig wieder gegen die Spindel. Da sich die Breitseite der Schiene den flachen
Gewindegängen 14 der Spindel federnd anlegt, kann durch einfaches Drücken auf die
Handhabe 16 in Spannrichtung die -Maulweite der Zwinge verstellt werden. Somit ist
mittels eines Handgriffes die Maulweite der Zwinge grob eingestellt. Darauf wird
die Spindel 2 mittels der Handhabe 16 fest angezogen. Die Spindelpressung drückt
die Schiene 8 einerseits fest in die Nut des Horns ,4 und andererseits in den Gewindegrund.
-
Die erfindungsgemäße Einrichtung kann nicht nur bei Schraubzwingen
sondern auch überall dort vorteilhaft angewendet werden, wo eine Spindel eine ähnliche
technische Funktion ausübt. ohne daß dadurch der Bereich der Erfindung verlassen
wird.