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Vertikaltrockner, insbesondere für die Trockenbehandlung wasserreicher
Produkte Die Erfindung betrifft einen Vertikaltrockner, insbesondere für die Trockenbehandlung
wasserreicher Produkte, bei dem das Behandlungsgut ringförmig um mehrere turbinenartige
Lüfter ausgebreitet durch den Trockner geleitet wird und die Lüfter auf einer gemeinsamen
Welle angeordnet sind. Derartige Trockner sind an sich bekannt; sie arbeiten in
der Weise, daß die zentral angeordneten Lüfter das Behandlungsmittel, z. B. Warmluft,
nach dem Umluftprinzip in dauerndem Vor-und Rückstrom über die Gutschichten führen.
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Da bei derartigen Trocknern die turbinenartigen Lüfter auf einer gemeinsamen
Antriebswelle angebracht sind, ergeben sich für alle Lüfter die gleichen Umlaufgeschwindigkeiten,
d. 'h. es wird im Bereich eines jeden Lüfters die gleiche Luftmenge in Bewegung
gesetzt.
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Bekanntlich ist die Trockendauer im wesentlichen von der Menge der
umgewälzten Warmluft abhängig. Daher ist man bestrebt, die Lüfter mit einer solchen
Tourenzahl umlaufen zu lassen, daß sich innerhalb des Trockners möglichst hohe Luftgeschwindigkeiten
ergeben, mit anderen Worten, in einer bestimmten Zeiteinheit eine möglichst große
Warmluftmenge über das Behandlungsgut zu führen.
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Der Anwendung hoher Luftgeschwindigkeiten sind indes Grenzen gesetzt.
Sie dürfen nämlich nicht dazu führen, daß z. B. feinere Gutteilchen von den Umluftströmen
mitgerissen werden. Diese Gefahr ergibt sich insbesondere am Trocknerende, da das
hier behandelte Gut bereits eine erhebliche Gewichtsverminderung erfahren hat.
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Aus diesem Grund ist man gezwungen, bei der Festlegung der Umdrehungsgeschwindigkeit
,der Lüfterwelle und damit der Lüfter, die Verhältnisse, wie sie z. B. im unteren
Trocknerteil vorliegen, zu berücksichtigen, d. h. mit geringeren
Luftgeschwindigkeiten
Zu- arbeiten. Diese geringeren Luftgeschwindigkeiten ergeben sich dadurch zwangsläufig
auch beispielsweise im oberen Teil des Trockners, also dort, wo das noch stark wasserhaltige
Behandlungsgut, ohne Gefahr des Mitreißens, höheren Luftgeschwindigkeiten ausgesetzt
werden.könnte.
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Um diesen Nachteil zu vermeiden, ist ein eingangs erwähnter Trockner
gemäß der Erfindung so ausgebildet, daß die Schaufelstellungen, Schaufelbreiten,
Schaufelanzahl oder die Durchmesser der Lüfter voneinander abweichen, derart, daß
die Geschwindigkeit der Umluftströme innerhalb des Trockners den jeweiligen Trocknungsbedingungen
angepaßt ist. Es sollen also z. B. die im oberen Teil des Trockners angeordneten
Lüfter, im Gegensatz zu den unteren, mit einer solchen Schaufelstellung, Schaufelbreite,
Schaufelanzahl oder mit einem solchen Durchmesser vorgesehen werden, daß die von
der gemeinsamen Welle angetriebenen Lüfter im oberen Trocknerteil höhere Umluftgeschwindigkeiten
erzeugen als am Trocknerende.
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Ebenso kann es in anderen Fällen zweckmäßig sein, die Warmluft innerhalb
des Trockners mit verschiedenen Geschwindigkeiten umzuwälzen, z. B. wenn die Aufgabe
gestellt ist, das Behandlungsgut langsam anzutrocknen, dann den Wasserentzug zu
steigern und die Fertigtrocknung schließlich wieder langsam vorzunehmen. Auch diese
Aufgabe läßt sich durch die Anwendung des Erfindungsgedankens ohne weiteres lösen.
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In der Zeichnung ist die erfindungsgemäße Einrichtung in einem Ausführungsbeispiel
schematisch dargestellt. Es zeigt Fig. i einen Vertikaltrockner der beschriebenen
Art in Seitenansicht, Fig.2, 3 und 4 mehrere turbinenartige Lüfter im Querschnitt.
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Im einzelnen bezeichnen die Bezugszeichen: i das Trocknergehäuse,
2 die übereinander angeordneten Gutetagen, die in diesem Falle als Ringscheiben
ausgebildet sind. Diese Ringscheiben 2 sind an dem Führungsgerüst 3 befestigt, das
in an sich bekannter und nicht dargestellter Weise in Umdrehung versetzt wird. Die
Ringscheiben 2 lassen auf ihrer Fläche zahlreiche Spalten frei, durch die das Behandlungsgut
mittels der feststehenden Abstreifer 4 (zur Vereinfachung wurde nur ein Abstreifer
eingezeichnet), z. B. nach einer Umdrehung der Ringscheiben, jeweils auf die darunter
liegende Ringscheibe abgeschoben wird. Das Behandlungsgut, das durch eine Materialaufgabevorrichtung
5 dem Trockner zugeleitet wird, durchwandert diesen auf diese Weise nach und nach
von oben nach unten und wird schließlich durch die Austragvorrichtung 6 abgeführt.
Innerhalb des freien Innenraumes sind turbinenartige Lüfter 7 angeordnet, die das
Behandlungsmittel, z. B. Warmluft, in dauerndem Vor- und Rückstrom über die in.ihrem
Bereich liegenden Gutetagen, d. h. über die Materialschichten, führen. Dabei f`rrldet
durch die Heizelemente 8 eine dauernde Wiederaufheizung der umgewälzten Luft statt.
Zu bemerken ist noch, daß jeweils ein Teil der umgewälzten Luft (Abluft) nach oben
abströmt und durch den Abluftschlot g den Trockner verläßt. Die Lüfter 7 werden
von der gemeinsamen Welle io angetrieben.
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In den Fig. 2 bis 4 ist gezeigt, wie die Schaufelstellungen, die Schaufelbreiten
oder die Schaufelanzahl der auf derselben Welle angebrachten Lüfter voneinander
abweichen können, zu dem Zweck, innerhalb des Trockners Umluftströme verschiedener
Geschwindigkeiten zu erhalten. Das Bezugszeichen i i stellt den oberen Lüfterring
dar, während der untere Lüfterring durch das Bezugszeichen 12 angedeutet ist (s.
Fig. i). Zwischen diesen Ringen sind die Lüfterschaufeln 13 angebracht, deren Stellung,
Breite oder Anzahl in den einzelnen Figuren verschieden ist. Die Lüfter sind durch
die Speichen 14 und die Naben 15 fest mit der Lüfterwelle io verbunden.
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Die beschriebene Trocknerkonstruktion kann im Rahmen der Erfindung
mannigfach ausgestaltet oder abgeändert i?Verden. So ist es z. B. möglich, an Stelle
eines Ringscheibentrockners, einen Schraubenbandtrockner zu verwenden, bei dem die
Gutsträger aus einer schraubenförmig um einen mittleren Raum herumgeführten Fläche
bestehen. Es ist auch nicht notwendig, daß alle Lüfter eine andere Schaufelstellung,
Schaufelbreite, Schaufelanzahl oder einen anderen Durchmesser erhalten. In manchen
Fällen wird schon eine verbesserte Trocknungswirkung dadurch erzielt werden können,
wenn nur ein Lüfter, z. B. der oberste, für eine größere Luftumwälzung eingerichtet
ist.
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Zweckmäßig kann es auch sein, in den Trocknerzonen, in denen die Luft
mit größerer Geschwindigkeit umgewälzt wird, die Heizmittelzufuhr, z. B. durch die
Anordnung einer vergrößerten Anzahl von Heizelementen, zu erhöhen.
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Im vorstehenden wurde stets von einer Warmluftumwälzung gesprochen.
Selbstverständlich kann auch ein anderes Medium, z. B. heiße Gase, überhitzter Dampf,
oder, wenn das Produkt statt getrocknet gekühlt werden soll, Kühlluft zur Anwendung
gelangen.