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DE818632C - Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen - Google Patents

Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen

Info

Publication number
DE818632C
DE818632C DEP44777A DEP0044777A DE818632C DE 818632 C DE818632 C DE 818632C DE P44777 A DEP44777 A DE P44777A DE P0044777 A DEP0044777 A DE P0044777A DE 818632 C DE818632 C DE 818632C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
wool
treated
improving
properties
keratin
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DEP44777A
Other languages
English (en)
Inventor
Ludwig Dr Nuessler
Paul Dr Rabe
Richard Dr Wegler
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
Bayer AG
Original Assignee
Bayer AG
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Bayer AG filed Critical Bayer AG
Priority to DEP44777A priority Critical patent/DE818632C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE818632C publication Critical patent/DE818632C/de
Expired legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • DTEXTILES; PAPER
    • D06TREATMENT OF TEXTILES OR THE LIKE; LAUNDERING; FLEXIBLE MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • D06MTREATMENT, NOT PROVIDED FOR ELSEWHERE IN CLASS D06, OF FIBRES, THREADS, YARNS, FABRICS, FEATHERS OR FIBROUS GOODS MADE FROM SUCH MATERIALS
    • D06M13/00Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment
    • D06M13/322Treating fibres, threads, yarns, fabrics or fibrous goods made from such materials, with non-macromolecular organic compounds; Such treatment combined with mechanical treatment with compounds containing nitrogen
    • D06M13/402Amides imides, sulfamic acids
    • D06M13/41Amides derived from unsaturated carboxylic acids, e.g. acrylamide

Landscapes

  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Textile Engineering (AREA)
  • Treatments For Attaching Organic Compounds To Fibrous Goods (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen Das Wollkeratin besteht bekanntlich aus rostartig nebeneinanderliegenden Polypeptidketten, welche aus Aminosäuren durch Wasserabspaltung entstanden sind. Die Querverbindungen dieser Ketten werden durch Cystinbrücken gebildet. Außerdem nimmt man an, daß freie Gruppen, z. B. COOH- und NH2-Gruppen, in den Seitenketten der Polypeptide zwischenmolekulare Salzbindungen eingehen, wodurch ebenfalls Querverbindungen zustande kommen. Durch Einwirkung von Alkalien werden insbesondere die Querverbindungen gelöst, wodurch eine mehr oder weniger starke Schädigung der Wolle eintritt. Säureein#wirkung führt verschiedentlich ebenfalls infolge hydrolytischen Ab- baus des Keratins zu Wollschädigungen.
  • Es wurde nun gefunden, daß man Alkali-, Säure-und Kochbeständigkeit von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen wesentlich verbessern kann, wenn man sie mit solchen Acrylamiden behandelt, die mehrere Acrylamidreste im Molekül enthalten. Geeignete Verbindungen dieser Art sind Diacryldiamide und Triacryltriamide; als Beispiele seien genannt das Diacrylamid des Hexamethylendiamins, das Triacrylamid des Diäthylentriamins und Triacrylperhydrotriazin (vgl. Chemische Berichte, Bd. 81, 1948, S. 527ff.). Die Wirkung des neuen Verfahrens zeigt sich insbesondere darin, daß so behandelte Wolle auch in heißen alkalischen Bädern weniger leidet als unbehandelte; sie löst sich viel weniger und bleibt im Griff weicher und geschmeidiger. Das Keratin der behandelten Wolle neigt weniger zur Hydrolyse, deshalb wird die Wolle auch durch Säuren und saures Kochen weniger angegriffen. Die genannten Verbindungen bewirken als polyfunktionelle Verbindungen mit mehreren leicht anlagerungsfähigen Doppelbindungen eine zusätzliche Vernetzung des Keratins, wodurch eine widerstandsfähigere Wollqualität erzielt wird. Dies wirkt sich auch vorteilhaft beim Schrumpfechtmachen der Wolle durch Chloren aus.
  • Bei der Durchführung des Verfahrens kann man die genannten Acrylamide auch in Verbindung mit Reduktionsmitteln zur Anwendung bringen. Hierbei kann die Wolle vorreduziert sein, z. B. mit Thioglykolsäure, oder das Reduktionsmittel, z. B. Formaldehydnatriumsulfoxylat, kann im gleichen Bade verwendet werden. Das Vorreduzieren der Wolle hat sich besonders bei der Verwendung der Diacryldiamide als zweckmäßig erwiesen.
  • Es istbekannt, daß Wolle durch eine Behandlung mit Formaldehyd alkali- und konchbeständig gemacht werden kann. Die hierdurch erzielte Wirkung ist aber weniger überfärbebeständig als bei Behandlung mit den genannten Acrylamiden. Des weiteren ist bekannt, daß die Alkalibeständigkeit der Wolle dadurch verbessert werden kann, daß man mit Hilfe von Reduktionsmitteln die Cystinbrücken zu Cysteingruppen aufspaltet, welche ihrerseits mit organischen Dihalogeniden umgesetzt werden. Durch dieses Verfahren wird aber das natürliche Ziehvermögen der Wolle stark verändert, was nach dem beanspruchten Verfahren nicht der Fall ist. Ein weiteres bekanntes Verfahren verwendet Bischlormethyläther von aliphatischen Dialkoholen, wobei aber der Umstand als Nachteil zu werten ist, daß in organischen Lösungsmitteln gearbeitet werden muß. Auch Diäthylenharnstoffe werden zur Verbesserung der Alkalibeständigkeit herangezogen. Diese sind aber schwieriger herzustellen als die genannten Acrylamide; zudem sind sie weniger kochbeständig und neigen zu Appretureffekten. Beispiel i Wollgarn wird im Flottenverhältnis 1 :50 mit einer wäßrigen Lösung von 3 g Triacrylperhydrotriazin je Liter behandelt. Hierbei wird die Wolle bei gewöhnlicher Temperatur in das Bad eingebracht, welches auf ein pin von etwa 5 bis 6 eingestellt ist. Dann wird innerhalb 30 Minuten auf 8o' erwärmt und 2 Stunden bei dieser Temperatur belassen. Anschließend wird mit warmem Wasser gut gespült und getrocknet.
  • a) Alkalilöslichke#it: Die Alkalilöslichkeit der behandelten Wolle beträgt nur 5,80/0 gegenüber unbehandelter mit 14,40/a. Die Alkalilöslichkeit wird so bestimmt, daß i g Wolle i Stunde bei 65' mit n/io Natronlauge behandelt wird. Sie drückt sich im Gewichtsverlust aus, den die Wolle hierbei erfährt. Die Werte der Alkalilöslichkeit hängen ab von der Art der verwendeten Wollen. Es wurden. Alkalilöslichkeitsverminderungen bis auf 2,5% erhalten.
  • Die Behandlung mit Triacrylperhydrotriazin kann auch bei gewöhnlicher Temperatur vorgenornrnen werden, wobei der erreichte Effekt etwas geringer ist.
  • b) Reißfestigkeit: Die behandelte Wolle wird einmal 1/2 Stunde und zum anderen Mal i Stunde mit i g Soda je Liter Wasser'gekocht. Die Bestirnwung der Reißfestigkeit nach Abkochen mit Sodalösung ergab gegenüber unbehandelter Wolle folgende Werte:
    Kochdauer Reißfestigkeit der
    unbehandeltenWolle behandeltenWolle
    '/2 Stunde 982 iioo
    i Stunde 970 1081
    c) Die mit Triacrylperhydrotriazin behandelte Wolle wird mit :2 % des Chromkomplexes des Azofarbstoffes aus i-Amino-2-oxy-naphthalin-4-sulfonsäure und i-Oxynaphthalin-8-sulfonsäure in -Gegenwart von io% konzentrierter Schwefelsäure (bezogen auf das Wollgewicht) 1'/2 Stunden kochend gefärbt. Die präparierte Wolle zeigt eine wesentlich geringere Alkalilöslichkeit als unbehandelte Wolle, welche unter den gleichen Bedingungen gefärbt wurde.
    Alkalilöslichkeit der gefärbten >
    unbehandelten Wolle behandelten Wolle
    27,40/0 17,30/0
    d) Die mit Triacrylperhydrotriazin behandelte Wolle wird mit 6%iger und i8%iger Schwefelsäure nach Art des Carbonisierens behandelt. Die Werte der Alkalilöslichkeit im Vergleich zur unbehandelten Wolle zeigen die überlegene Beständigkeit der präparierten Wolle gegenüber hohen Säurekonzentrationen.
  • I
    Alkalilöslichkeit der
    unb.ehandelten Wolle behandelten Wolle
    61/oige Schwefelsäure I,4,4% 6,40/0
    i8%ige Schwefelsäure 21,9010 8,gO/o
    e) Die mit Triacrylperhydrotriazin behandelte Wolle wird mit Natriumhypochlorit (i g aktives Chlor je Liter) in Gegenwart von 3 ccm konzentrierter Schwefelsäure im Liter schrumpfecht gemacht. Hierbei erfährt die Wolle einen Gewichtsverlust von nur 1,3 0/0, während unbehandelte Wolle 3,7% an Gewicht verliert. Die behandelte Wolle zeigt auch einen etwas geringeren Schrumpfverlust und vergilbt weniger, z. B. beim Walken.
  • Beispiel 2 Man bringt Wolle in die kalte wäßrige Lösung von 3 g Triacrylperhydrotriazin und i g Borax je Liter bei einem Flottenverhältnis von I : 3o. Dann wird innerhalb 2o bis 30 Minuten auf 8o' erhitzt, anschließend 15 g Formaldehydnatriumsulfoxylat je Liter zugegeben und 2 Stunden bei 8o' behandelt. Zum Schluß wird gut gespült und getrocknet. Die Wolle zeigt nach dieser Behandlung eine Alkalilöslichkeit von nur 3,7% gegenüber unbehandelter mit 13,5'/0. Beispiel 3 Wolle, welche mit einer Lösung von 45 g Thioglykolsäure je Liter Wasser bei PH = 5 -und 45' reduziert wurde, behandelt man mit einer wäßrigen Lösung von 4,5 g Diacrylhexamethylendiamid im Liter. Hierbei bringt man die Faser bei 30' ein, erwärmt langsam auf 8o' und behandelt 2 Stunden bei dieser Temperatur. Die Alkalilöslichkeit dieser Wolle beträgt 6,-4%, während reduzierte Wolle zu 53010 und normale Wolle zu 13,40/0 lÖslich sind.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Substanzen mit Acrylamiden, dieden Acrylamidrest mehrmals im Molekül enthalten, behandelt.
  2. 2. Verfahren gemäß Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man die Behandlung in Verbindun,g mit Reduktionsmitteln für Wolle und andere keratinhaltige Substanzen durchführt.
DEP44777A 1949-06-03 1949-06-03 Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen Expired DE818632C (de)

Priority Applications (1)

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DEP44777A DE818632C (de) 1949-06-03 1949-06-03 Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen

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DEP44777A DE818632C (de) 1949-06-03 1949-06-03 Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen

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DE818632C true DE818632C (de) 1951-10-25

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ID=7380569

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DEP44777A Expired DE818632C (de) 1949-06-03 1949-06-03 Verfahren zur Verbesserung der Eigenschaften von Wolle und anderen keratinhaltigen Substanzen

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DE (1) DE818632C (de)

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE915329C (de) * 1950-10-12 1957-07-11 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Pigmentdrucken oder -klotzungen
DE1126838B (de) * 1959-10-02 1962-04-05 Basf Ag Verfahren zum Filz- und Krumpffestmachen von Wolle und Wolle enthaltenden Textilien

Cited By (2)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE915329C (de) * 1950-10-12 1957-07-11 Bayer Ag Verfahren zur Herstellung von Pigmentdrucken oder -klotzungen
DE1126838B (de) * 1959-10-02 1962-04-05 Basf Ag Verfahren zum Filz- und Krumpffestmachen von Wolle und Wolle enthaltenden Textilien

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