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Photographische Blitzlichteinrichtung Vielfach sind die neuzeitlichen
photographischen Kameras mit einem Schalter für Blitzlichtlampen ausgerüstet, der
in (las Verschlußgetriebe eingeordnet ist und eine synchrone Auslösung von Verschluß
und Blitzlicht ermöglicht. Andererseits hat man solche Kontakte auch in Zusatzgeräten
untergebracht, die abnehmbar an den Kameras zu befestigen sind, die erst nachträglich
für einen synchronisierten Blitzlichtbetrieb befähigt werden sollen. Jedoch können
diese Zusatzgeräte praktisch nicht befriedigen. Das erforderliche auf Sekundenbruchteile
genaue Zusammenarbeiten zwischen dem Kameraverschluß und (lern Blitzlichtschalter
läßt sich bei einer derart wahlweisen, erst durch Zusammenstecken herstellbaren
Getriebeverbindung zwischen diesen beiden Einrichtungen selbst unter Einsatz verwickelter
Konstruktionen, wie etwa von Schlagbolzeneinrichtungen mit elektromagnetischer Auslösung,
kaum erreichen. Außerdem ist bei der verschiedenen Gestaltung und Anordnung der
Verschlußauslöser an den Kameras ein solches Zusatzgerät au sich in der Regel nur
für eine einzige Kameraart zu gebrauchen.
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Zur Vermeidung dieser Nachteile der bekannten Blitzlichtzusatzeinrichtung
sieht die Erfindung ein Gerät vor, das unabhängig von den Einrichtungen der Kamera,
der es dienen soll, in sich eine einwandfreie Synchronisierung von Verschluß- und
Blitzlichtauslösung ergibt. Die Erfindung führt dazu einen gesonderten Verschluß
ein. Sie besteht in einem an der Kamera anbringbaren Zusatzverschluß, der eine den
Eigenschaften des Blitzlichts angepaßte Belichtungszeit ermöglicht und mit einem
synchronisierten Blitzlichtschalter versehen ist.
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Als Verschluß genügt ein einfacher Automatverschluß mit einer Belichtungszeit
von beispielsweise I/25 Sekunde. Es kann aber auch ein solcher verwendet werden,
der auf verschiedene Zeiten einstellbar
ist, um die Belichtungsdauer
den Verschiedenheiten in der Leuchtstärke oder -dauer der benutzten Blitzlichtlampen
anpassen oder während der Leuchtdauer des Blitzes kurze Momentaufnahmen machen zu
können.
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Zweckmäßig wird der Zusatzverschluß als Vorsatz für das Kameraobjektiv
eingerichtet, so daß er in dessen Aufnahme- und Befestigungsmittel für sonstige
Vorsatzelemente wie Vorsatzlinsen, Filter, Gegenlichtblenden paßt. Um andererseits
auch solche Elemente in Verbindung mit dem Vorsatzverschluß verwenden zu können,
wird wiederum dieser an,seiner Vorderseite mit entsprechenden Aufnahme- und Haltegliedern
versehen. Die Glieder zum Befestigen' des Vorsatzverschlusses können gleich jenen,
die bei bisherigen Vorsatzelementen schon bekannt sind, auch verstellbar, z. B.
federnd nachgiebig, gestaltet sein, so daß der Verschluß auf Kameraobjektive verschiedener
Form und Größe aufsteckbar ist.
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Der Blitzlichtzusatzverschluß nach der Erfindung bildet demnach ein
einfaches und handliches Vorsatzgerät mit einwandfreier Wirkung für alle Kameras,
die keine eigene Synchronisiereinrichtung für Blitzlicht besitzen. Zur Vervollständigung
der Blitzlichteinrichtung sind Blitzlichtlampen und Stromquellen bekannter Art und
Anordnung geeignet. Der Auslöser kann in den Zusatzverschluß eingebaut oder z. B.
als Drahtauslöser daran anschließbar sein.
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Der Kameraverschluß muß bei Gebrauch des Zusatzverschlusses geöffnet
sein und kann dazu vor einer Aufnahme von Hand gesondert ausgelöst werden, nachdem
der Zusatzverschluß an der Kamera angebracht ist. In weiterer Ausgestaltung der
Erfindung ist aber der Zusatzverschluß derart mit dem Kameraverschluß kuppelbar
gemacht, daß bei Betätigung des Auslösers vor Ingangsetzen des Zusatzverschlusses
und seines Blitzlichtschalters zunächst der KameraverschluB geöffnet wird. Vorteilhaft
eignet sich dazu eirr anschließbarer Auslöser mit gemeinsamer Handhabe und gesonderten,
nacheinander wirkenden Auslösegliedern für den Kamera- und für den Zusatzverschluß.
Zur Anpassung an die jeweiligen Kameraverhältnisse können in der Getriebeverbindung
zwischen dem Kamera- und dem Zusatzverschluß noch Mittel zum Einstellen der Öffnungszeitpunkte
der beiden Verschlüsse gegeneinander vorgesehen sein, indem z. B. die vorgenannten
Auslöseglieder gegeneinander verstellbar eingerichtet sind. Damit ist ein stets
zeitgerechtes Öffnen beider Verschlußeinrichtungen gewährleistet, ohne daß Unterschiede
im Auslöseweg oder Auslöseverzug verschiedenartiger Kameras sich störend auswirken.
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Zur näheren Erläuterung der Erfindung sind zwei Ausführungsbeispiele
in der Zeichnung schematisch dargestellt. Es zeigt Fig. i die Seitenansicht einer
Kamera mit einem vorgesetzten Zusatzverschluß nach der Erfindung in Verbindung mit
einem Auslöser der letztgeschilderten Art, Fig. 2 den Zusatzverschluß von vorn nebst
Kabelanschluß zur Blitzlichtlampe, Fig. 3 ein Schaubild der Verschlußöffnungs-
und
Blitzlichtzeiten bei einer Aufnahme, Fig.4 eine zweite Ausführungsform
der Blitzlichteinrichtung mit dem Zusatzverschluß im Längsschnitt.
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Der Blitzlichtzusatzverschluß i (Fig. i) ist als Vorsatz auf die Objektivfassung
2 einer Kamera 3 aufsteckbar. Er greift dazu mit einem Ringkragen 4 seiner Gehäuserückseite
in eine für die Befestigung sonstiger Vorsatzelemente schon vorhandene Ringnut 5
der Objektivfassung 2 ein und deckt das Objektiv lichtdicht ab. Ein vorderer Ringflansch
6, dessen Außendurchmesser dem als Sitzfläche dienenden inneren Durchmesser der
Ringnut 5 entspricht, erlaubt es, die erwähnten zur Kamera-, ausrüstunggehörenden
Vorsatzelemente, wie Linsen, Filter, Gegenlichtblende, bei Gebrauch des Blitzlichtverschlusses
diesem selbst vorzusetzen. Ein An" schlußstutzen 7 bildet den Halter für einen Draht=
auslöser B. Dieser wirkt auf den Verschlußmechanismus, dessen Sektoren 9 durch eine
gestrichelte Linie angedeutet sind und einen damit in bekannter Weise synchronisierten,
nicht dargestellten Blitzlichtschalter des Vorsatzes i. Der Kameraverschluß ist
in dem Gehäuse io untergebracht; seine Sektoren sind durch die strichpunktierte
Linie io° versinnbildlicht. Er sei z. B. mittels einer Taste i i an der Oberseite
der Kamera 3 auslösbar. Der Drahtauslöser 8 ruht mit seinem den Drücker 12 enthaltenden
Teil, vermittels der Verschraubung 13 axial einstellbar, in einem Halter 14, der,
als Griffstück ausgebildet, in fester Anordnung noch einen zweiten Drahtauslöser
15 mit dem Drücker 16 enthält und seinerseits eine gemeinsame, entgegen einer Federbelastung
eindrückbare Handhabe 17 für die beiden Drücker 12 und 16 besitzt. Der zweiteDrahtauslöser
15 ist in geeigneter, an sich bekannter Weise mit der Kameraauslösetaste i i kuppelbar.
Durch einen Stutzen 18 (Abb. 2) des Gehäuses des Zusatzverschlusses hindurch erfolgt
über elektrische Leitungen i9 der Anschluß der Blitzlichtlampe 20 über eine Stromquelle
an den im Zusatzverschluß i befindlichen und mit den Sektoren 9 synchronisierten
Blitzlichtschalter.
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Zur Vornahme einer Blitzlichtaufnahme mittels des Zusatzverschlusses
gemäß der Erfindung wird nach seinem Aufstecken auf das Kameraobjektiv und Herstellen
der Anschlüsse i9-i8, 15-11, und 8-7, sofern der letztere nicht ohnehin ständig
besteht, zunächst der Kameraverschluß io etwa auf B-Belichtung eingestellt. Durch
Eindrücken der Handhabe 17 im Griffstück 14 erfolgt sodann die Belichtung in der
aus dem Schaubild der Fig.3 ersichtlichen Weise: Zuerst (Zeit t10) öffnet der Drahtauslöser
16-15 den Kameraverschluß io, dann wirkt der andere Drahtauslöser 12-8 auf den Zusatzverschluß
r, so daß einmal (zur Zeit t20) dessen Blitzlichtschalter geschlossen wird und die
Lampe 2o aufblitzt, zum andern in Synchronisierung dazu (zur Zeit t9) der Zusatzverschluß
die Sektoren 9 öffnet und nach der ihm zugeordneten oder an ihm eingestellten Belichtungszeit
wieder schließt. Die Öffnungszeit des Verschlusses 1, 9 ist so bemessen, daß sie
innerhalb der
intensiven Leuchtwirkung der Lampe 20 liegt. Damit
ist bei Verwendung gleichwertiger Blitzquellen eine möglichst gleiche Belichtung
des lichtempfindlichen Materials gewährleistet. Eine etwa vorgesehene Einstellbarkeit
des Zusatzverschlusses i, 9 auf verschiedene Belichtungszeiten gestattet eine Anpassung
sowohl an verschiedene Lichtverhältnisse, z. B. bei Verwendung von Blitzlichtlampen
anderer Eigenschaften oder mehrerer Lampen zugleich, wie auch an Material verschiedener
Lichtempfindlichkeit. Sie ermöglicht außerdem kurze Momentaufnahmen während der
Brenndauer des Blitzes.
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Beim Loslassen der eingedrückten Handhabe 17 des Griffstückes 14 gehen
die Drahtauslöser i2-8 und 16-r5 in ihre Ruhelage zurück. Damit schließt sich auch
der Kameraverschluß 1o. Natürlich kann bei Gebrauch des Zusatzverschlusses 1 der
Kameraverschluß 1o anstatt auf B-Stellung auch innerhalb seines Zeitbereichs eingestellt
werden, z. B. auf 1/1o Sekunde oder länger, wenn die Belichtungszeit des Zusatzverschlusses
i/25 Sekunde beträgt. Dabei ist jedoch erforderlich, daß sich der Kameraverschluß
1o vor dem Zusatzverschluß 1 öffnet und erst nach diesem schließt. Zur Justierung
dieser beiden Öffnungszeiten dient die Verstellbarkeit, die den Druckstücken 16
und 12 der beiden Drahtauslöser durch das Verstellager 13 gegeneinander gegeben
ist. Damit läßt sich der Zusatzverschluß an besondere Verhältnisse der jeweils verwendeten
Kamera, z. 13. an den Weg ihrer Auslösetaste 1 i, anpassen.
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Beim Ausführungsbeispiel der Fig. 4 ist die Verbindung zwischen den
Auslösegetrieben für den Kamera- und für den Zusatzverschluß am Gehäuse des letzteren
selbst angeordnet. Ein darin einschraubbarer Drahtauslöser 17b-146 wirkt auf einen
Kolben 12b, der einmal mittels einer Nase 8b auf den Zusatzverschluß und seinen
synchronisierten Blitzlichtschalter arbeitet, zum andern mit dem Drücker 16 des
zweiten Drahtauslösers 15 in Wirkung tritt, der mittels einer Verschraubung 13b
gegenüber dem Kolben 12b und seiner Nase 8b verstellbar ist und seinerseits den
Kameraverschluß zu betätigen hat. 1)1e Wirkungsweise dieser Auslöseanordnung ist
die gleiche wie beim vorgeschilderten Ausführungsbeispiel. Ihr Vorteil liegt darin,
daß beim Gebrauch des Zusatzverschlusses die Masse der frei hängenden Teile verringert
und das besondere Anschließen des Auslösers am Zusatzverschluß erspart ist.