DE803758C - Bier-, Wein- und Industriefass - Google Patents
Bier-, Wein- und IndustriefassInfo
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Description
- Bier-, Wein- und Industriefaß Die bisher gebräuchlichen Fässer zur Aufbezvahrung oder Behandlung von Flüssigkeiten verschiedener Art, insbesondere von alkoholischen Getränken, wie Bier, Wein u. dgl., bestehen in der Regel aus Holz. Zu ihrer Herstellung wird vorzugsweise Eichenholz verwendet, das ziemlich stark sein muß, damit der Inhalt des Fasses durch die Faßwandung gegen Wärmeübertragung von bzw. nach außen möglichst wirksam geschützt wird. Ein Nachteil dieser Holzfässer besteht u. a. darin, daß sie eine sehr sorgfältige Behalldlung und Wartung, vor allem regelmäßige gründliche Reinigung und Auspichung, erfordern. Auch ist ihre Lebensdauer und Widerstandsfähigkeit gegen Al)nutzung beschränkt.
- Es werden deshalb auch bereits metallische Fässer verwendet, insbesondere solche aus Eisen, emailliertem Eisen oder nichtrostendem Stahl; diese Fässer bieten aber keinen hefriedigenden Wärmeschutz.
- Die Faß wandung ist entweder nach der Längsmitte zu aufgewölbt, inshesondere bei der Herstellung aus einzelnen, durch Reifen zusammengehaltenen Holzdauben, oder auch zylindrisch, wobei in beiden Fällen an den Enden scheibenförmige Böden eingesetzt sind.
- Erhält das Faß einen zylindrischen Außenmantel, so wird erfindungsgemäß auf der Seite des Spundloches und auf der dieser gegenüberliegenden Seite die zylindrische Form der metallischen Innenwand durch flache Eindrückungen derart verändert, daß an diesen Stellen ein nach der Längsmitte zu zusammenlaufender trichterförmiger Querschnitt mit schwacher Neigung entsteht, durch welchen die Flüssigkeit beim Abzapfen und beim Reinigen und Schwenken des Fasses an diesen Stellen gesammelt wird bzw. auslaufen kann.
- Gegenüber den gebräuchlichen Holzfässern besitzt das neue Faß auch den Vorteil größerer Dichtigkeit, geringeren Gewichtes und geringerer Raumbeanspruchung, der es u. a. auch für Versand- und Exportzwecke besonders geeignet macht.
- NIan hat auch bereits die Herstellung doppelwandiger Fässer vorgeschlagen, die aus einem inneren Behälter und einem durch eine Luftschicht oder auch durch Isoliermaterial von diesem getrennten Außenmantel bestehen. Da aber hierbei keine ausreichende Verbindung zwischen Innen- und Außenfaß gegeben ist, sind diese Fässer gegenüber äußeren Beanspruchungen durch Stoß oder Wurf nur wenig widerstandsfähig. Bei Herstellung aus Metall wurden sie bisher vorzugsweise nicht in der üblichen Faßform, sondern als rein zylindrische Behälter ausgeführt.
- Gegenstand der Erfindung ist ein Faß, welches die Vorteile der bisher bekannten einfachen oder doppelwandigen Holz- und Metallfässer vereinigt, aber ihre Nachteile vermeidet. Erfindungsgemäß sind die Faßwandung und-die Faßböden in an sich bekannter Weise doppelt ausgeführt, aber durch Einfüllung einer zugleich gegen Wärme isolierenden und als Bindemittel dienenden Masse in den Hohlraum zwischen Innen- und Außenfaß gleichzeitig gegen die Einwirkungen von Wärme auf den Faßinhalt weitgehend gesichert und wurffest gemacht.
- Als isolierende Zwischenschicht dient vorzugsweise eine Bitumenklebmasse, die. nach ihrem Erhärten zwischen den beiden Faßteilen, sei es nun, daß Innen- und Außenmantel aus Blech oder nur der Innenmantel aus Blech und der Außenmantel aus Holz bestehen, eine gute Verbindung herstellt, welche eine erhebliche Steigerung der Stabilität und der inneren Tragkraft sowie der Wurffestigkeit zur Folge hat. Dabei wird je nach der Stärke der als tragendes Element wirkenden Bitumenmasse auch eine gute Wärmeisolierung erzielt, die durch Beimischung geeigneter Füllstoffe, wie Holzmehl, Infusorienerde, Kieselgur, Kalkmehl o. dgl., noch verstärkt werden kann.
- Dank dieser Anordnung können für Innen- und Außenfaß Bleche von sehr geringer Wandstärke verwendet werden, ohne daß die Widerstandsfähigkeit gegen Stoß oder Wurf darunter leidet. Dabei kann die Form des bekannten Holzfasses ohne weiteres beibehalten werden.
- Zwei Ausführungsbeispiele von doppelwandigen Fässern nach der Erfindung sind in der Zeichnung in rein schematischer Form dargestellt.
- Fig. I ist ein Längsschnitt durch ein gewölbtes Faß mit hölzernem Außenmantel, Fig. 2 in kleinerem Maßstab ein ebensolcher Schnitt durch ein zylindrisches Faß, Fig. 3 ein Querschnitt nach der Linie A-A in Fig. 2.
- Mit I ist in beiden Fällen das Innenfaß bezeichnet, das beispielsweise ausAluminiumblech in einem Stück gezogen oder aus zwei topfartigen Teilen zusammengesetzt ist, die in letzterem Falle durch eine Schweißnaht 2 miteinander verbunden sind. in Fig. 1 ist 3 der aus gebogenen Holzdauben zusammengesetzte Außenmantel, 4 sind die beiden scheibenförmigen Faßböden aus Holz. Außen- und Innenteil sind durch eine isolierende Klebemasse 5 aus mit Sägemehl o. dgl. gemischtem Erdwachs verbunden.
- Bei dem zylindrischen Faß nach Fig. 2 und 3 ist mit 6'der zylindrische Außenmantel bezeichnet, mit 7 die beiden Faßböden, mit 8 die klebendeZwischenschicht aus Bitumen. Der Innenteil I weist auf der Seite des Spundloches g und an der gegenüberliegenden Seite Eindrückungen IO auf, durch welche eine trichterförmige Wirkung im Sinne eines Zusammenlaufens der Flüssigkeit nach diesen Stellen erzielt wird (vgl. Fig. 3).
Claims (9)
- PATENTANSPRUCHE: 1. Bier-, Wein- und Industriefaß, dadurch gekennzeichnet, daß Faßmantel und Faßboden doppelwandig ausgeführt und durch eine zugleich wärmeisolierende und als Bindemittel dienende Zwischenschicht (5 bzw. 8) miteinander verbunden sind.
- 2. Faß nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwandung (I) des Fasses aus Metall, vorzugsweise Aluminium, nichtrostendem Stahl oder emailliertem Eisen, die Außenwandung (3, 6) aus Holz besteht.
- 3. Faß nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß die Innenwandung aus Metall, die Außenwandung aus Eisen besteht.
- 4. Faß nach den Ansprüchen I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die als Zwischenschicht dienende Klebemasse (5 bzw. 8) aus elastischem Bitumen besteht.
- 5. Faß nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Zwischenschicht Erdwachs dient.
- 6. Faß nach den Ansprüchen 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß die als Zwischenschicht dienende Klebemasse mit Füllstoffen gemischt ist, welche die Stabilität und die Wärmedämmung erhöhen.
- 7. Faß nach den Ansprüchen 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Erdwachs mit Holzmehl gemischt ist.
- 8. Faß nach den Ansprüchen 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Füllstoff Infusorienerde dient.
- 9. Zylindrisches Faß nach den Ansprüchen I bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der metallische Innenteil auf der Seite des Spundloches (g) und an der diesem gegenüberliegenden Stelle nach der Mitte zu geneigte flacheEindrückungen (Io) aufweist, durch welche ein trichterartiger Abfluß ermöglicht wird.Io. Verfahren zur Herstellung von Fässern mit einer Außenwandung aus Holz nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Holz gegen Fäulnis imprägniert und unter Druck im Tauchverfahren mit erhitztem, leicht flüssigem Erdwachs wasserfest gemacht wird.
Priority Applications (1)
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| DE803758C true DE803758C (de) | 1951-04-09 |
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1948
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