DE802539C - Verfahren zur Herstellung von Waenden fuer Hochbauten aller Art - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Waenden fuer Hochbauten aller ArtInfo
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Description
- Verfahren zur Herstellung von Wänden für Hochbauten aller Art Es ist bekannt, Wände aus Beton bei der Aufführung von Bauwerken an oder in diesen herzustellen sowie Wände aus Quadern aufzuführen, die außerhalb des Mauerwerks gewonnen oder erzeugt werden.
- Demgegenüber werden gemäß der Erfindung Quadern aus Beton, Leichtbeton oder ähnlichen Baustoffen an Ort und Stelle, d. h. an dem Platz, den sie im Gefüge des Mauerwerks einnehmen, hergestellt. Diese Steine bestehen aus Zement als Bindemittel und Kies bzw. Splitt aus Natursteinen oder Ziegelbruch als Zuschlagstoff oder aus irgendeinem anderen geeigneten Baustoff.
- In der seither bekannten Weise hergestellte Bauwerke aus reinem Beton haben den Nachteil der umständlichen und zeitraubenden Einschalarbeit mit großem Holzbedarf und -verschleiß, ferner die Neigung zur Rißbildung infolge von Schwund und Temperaturschwankungen, besonders durch den Temperaturabfall von der Innen- zur Außenseite. Schließlich hat Beton die unerwünschte Eigenschaft einer zu guten Schalleitfähigkeit.
- Diese -Mängel werden nach der Erfindung durch Aufteilung der Wände in Quadern beseitigt.
- Die Steine sind untereinander durch waagerecht, und senkrechte Kalkmörtelfugen voneinander getrennt und isoliert. Die waagerechten Fugen werden durch das Eigengewicht der Quadersteine, die Setzfuge durch eine z. B. kreisrunde Feder aus Kalkmörtel gesichert. Auf diese `'eise wird nicht nur die Rißbildung mit Sicherheit unterbunden sondern auch die Schalleitfähigkeit durch die Fugentrennung gestört. Auf diese Weise erhält das an Ort und Stelle hergestellte Quadermauerwerk die erforderliche Elastizität und kann-unter Wärme- und anderen Einflüssen arbeiten. Der Bedarf an Holz für die Einschalung und dessen Verschleiß ist im Vergleich zu der bekannten Herstellung von Betonbauwerken verschwindend gering. Es werden Schalplatten benutzt, die für alle Verwendungszwecke passen und zum Teil aus Metall, z. B. Stahl, bestehen. Soweit Holzplatten hierfür in Frage kommen, werden diese weder geschnitten noch genagelt, so daß sie nicht leiden und eine sehr lange Lebensdauer besitzen.
- Weiter ist für die Herstellung der Betonquadern von Bedeutung, daß sie bei der geringen Beanspruchung der Wände mit einem sehr zementarmen Beton ausgeführt und mit dem Zusatz von Trüminermassen versetzt werden können, die einer nur ganz geringen Aufbereitung unterzogen werden brauchen. Neben dem Mauersteinsplitt können in dem \lischgut erhebliche Mengen, z. B. 4o%, grob gebrochene Teile vorhanden sein. Halbe Steine und sonstige kleine Trümmerstücke können ohne Vorbeliandlung zur Verarbeitung gelangen.
- Die Erfindung nutzt somit die günstigen Eigenschaften von Beton mit Ziegelsplitt u. dgl. aus, ohne daß dessen Nachteile zur Auswirkung gelangen, da keine Betonwände, sondern ein Mauerwerk aus großen Betonsteinen hergestellt wird.
- Die Einschalung des an Ort und Stelle gebildeten Quadermauerwerks erfolgt mit einer für diesen Zweck besonders entwickelten Schalungsanordnung, welche die Form für die Wände und die senkrechten Fugen ergibt. Sie besteht aus zwei verschiedenen Plattenkonstruktionen, die übereinandergreifen, so daß mit wenig verschiedenen Plattengrößen alle erforderlichen Wandlängen, Ecken und Abzweige hergestellt werden können, ohne daß an den Schaltafeln irgendwelche Größenveränderungen erforderlich wären.
- Mit der neuen Bauweise lassen sich genau wie beim Mauerwerksbau mit Normalsteinen alle Formen ausbilden. Das Verfahren ist vorzugsweise für die Ausbildung stärkerer sog. tragender Wände gedacht, also weniger für leichte Zwischenwände.
- Die Erfindung ist in der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
- Fig. i ist eine Gebäudeansicht; Fig. 2 ist ein Teil der Giebelwand, Fig. 3 der Grundriß des Gebäudes; Fig. 4 ist der Aufriß, Fig. 5 der Grundriß aneinandergereihter Schalungen, von welchen abwechselnd die eine aus Holz und anschließend die folgende aus Stahlblech besteht; Fig. 6 ist eine Ansicht, Fig.7 eine Draufsicht auf die aus Stahlplatten bestehende Schalung; Fig. 8 ist ein Schnitt der Fig.6 nach A-B.
- Die z. B. aus Stahlblechplatten 4 für die Steine i bestehenden Schalungen (Fig. 6 bis 8) und die z. B. mit Holzplatten hergestellten Schalungen 5 für die Steine 2 greifen übereinander (Fig. 4 und 5), so daß mit wenig verschiedenen Plattengrößen alle erforderlichen Wandlängen, Ecken und Abzweige hergestellt werden können, ohne daß an den Schaltafeln selbst irgendwelche Größenveränderungen vorgenommen werden müssen. Die nach innen in der Längsrichtung liegenden Stahltafeln . müssen möglichst dünn sein, z. B. 3 mm, um eine nahezu bündige Wand erzielen zu können. Die Stahlschalung 4 gibt nicht nur den Außenflächen der Steine i die Form, sondern sperrt auch die senkrechten Fugen ab. Die dünnwandigen Schalplatten ,4 werden durch einen Kopf 6 gehalten, in den die Stützen 7 und 8 für die Wandflächen eingespannt werden. An den Außenseiten liegen diese Stützen 7 in beliebigem Querschnitt von außen an, während sie an den Dehnungsfugenflächen mit einem kreisrunden oder kastenförmigen Querschnitt 8 zwischengeschaltet sind. Durch diese Anordnung werden die Federn i i, die für die Sicherung der senkrechten Fugen erforderlich sind, freigelegt.
- Die Ausbildung der dünnwandigen Stahlschalung, für die Steine i ist so gewählt, daß diese nach genügendem Erhärten des Quaders nach oben gezogen werden kann, ohne daß hierbei die anderen z. B. aus Holz ausgeführten Schaltafeln in ihrer Lage verändert oder gelockert «-erden müssen.
- Die Form aus Stahlplatten 4 dient zur Herstellung der Quadern i. Sie ist auseinandernehmbar und besteht aus dem Formkopf 6 mit den vier Hülsen 7 und 8 und den verbindenden Verstrebungen g. Seitenblechen 4 mit Rohrstützen 8, Seitenblechen 4' mit I-Stützen io, Seitenflächen .4' ohne Stützen und einzelnen Stützen io.
- Die Formen werden vor dem Versetzen so zusammengebaut, daß an den Wandanschlüssen die Rohrstützen 8, die später die Fugenverzahnung freilegen, vorhanden sind und an den freien Flächen sich die j-Stützen io befinden. Im allgemeinen können die Formen nach 12 Stunden mittels einer geeigneten Bockwinde gezogen werden, da anschließende Wandteile unberührt eingeschalt bleiben. Bei Temperaturen, bei den der Beton sehr langsam abbindet, werden, wenn der Baufortschritt es erfordert, an den freien Seiten Bleche 4' verwendet, die mit den j-Stützen io nicht fest verbunden sind. Zieht man dann die Form, so bleibt die Blechschalung an den freien Seitenwänden stehen und wird später mit der benachbarten Holzschalung entfernt. Es ist nicht erforderlich, die Formen in jeder Schicht neu zusammenzustellen, da sie an dem gleichen Platz mit dem Bauwerk hochwandern und jedesmal nur um den Fugensprung seitlich verschoben werden.
- Nachdem die Eisenformen ausgerichtet sind, wird zwischen ihnen die Holzschalung 5 für die Steine 2 aufgebaut, die aus abgebundenen Platten besteht.
- Nachdem die Schalung einer Schicht fertiggestellt ist, werden die Lagerfugen mit einer dünnflüssigen Kalkmörtelschlempe eingeschlemmt, dann beginnt das Betonieren. Beim Betonieren werden die Steine i und 2 im fortschreitenden Arbeitsgang erledigt. Der Beton, der am Nachmittag eines Tages hergestellt wird, ist am kommenden Morgen bei nicht gar zu ungünstiger Witterung so weit erhärtet, daß die Schalformen der Steine i gezogen werden können. Nach dem Ziehen der Formen werden die freigelegten Federn i i mit dünnflüssiger Kalk-
mörtelschlempe ausgegossen. hierbei dringt ein Teil des Vergußiniirtels auch in die Fugest. Die Fugensicherung ist völlig einwandfrei und die Ans- fiihrung aufierordcutlich einfach. Nach dein Ziehen der Forinen für die Meine i werden die ersteren sofort wieder versetzt, und es beginnt der Arbeitsgang für die neue Schicht. Zweckmäßig wird die Belegschaftsstärke so be- messen, daß pro Tag eine Schicht bewältigt werden kann. Gegenfiber der alten Ziegelmauerwerksbauweisc sind die Baukosten des neuen Verfahrens bei Ver- wendung von Splitt aus 7iegeltrünimertnassen wesentlich niedriger. Ebenso stellt sich der Kohlen- verbrauch ganz bedeutend günstiger. und es \verden viel weniger Facharbeiter gebraucht.
Claims (1)
-
PATENT AN SPRCCHE: i. Verfahren zur Herstellung von \V<inden für Hochbauten aller Art, dadurch gekennzeich- net, daß sie aus Ouadern aus Beton, Leicht- beton oder ähnlichen Baustoffen bestehet-, die an dem Platz erzeugt werden, den sie im Gefüge des Matier-,verks einnehmen. 2. -"erfahren zur Herstellung von Wänden nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die zur Anwendung gelangenden Quadern aus Zement als Bindemittel und Kies bzw. Splitt aus Natursteinen oder Ziegelbruch oder einem anderen geeigneten I@atistoff als Zuschlag be- stehen. 3. Verfahren zur Herstellung von Wänden nach -\tisprticli t und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus Steinen aus zementarmen- Beton mit Zuschlag von Triiininerinassen bestehen, und zwar in Form von Splitt, erheblichen \lengen grob gebrochener "feile, halben Steinen und sonstigen kleinen Trüminersti-icken. 4. Verfahren zur 1-lerstellung von \Vänden nach Anspruch i his 3, dadurch gekennzeichnet, claß die Steine in den Wänden durch "waage- rechte und senkrechte Fugen voneinander ge- trennt und isoliert werden, die durch einen weicheren Stoff gefüllt sind als die ntiadern, z. 13. mit Kalkmörtel, und daß die Setzfuge (i i) dui-cli eine z. 13. kreisrunde Feder aus Kalk- uiörtel gesichert ist. ;. Schalungen für die Herstellung von Qua- clern für die Wände gemäß Anspruch i bis dadurch gekennzeichnet, daß sie aus zwei Ver- schiedenen Plattenkonstruktionen bestehen, und -zwar aus einer dünnN-andigen aus Metall, z. B. Stahl, und einer zweiten aus Holzschaltafeln, die iibereinandergreifen und hierdurch die For- men für die Wände und ihre senkrechten Fugen ergeben, ohne daß eine Größenveränderung der Schaltafeln erforderlich ist. 6. Schaltitigen für die Herstellung von 07ua- clern für die Wände gemäß Anspruch i bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die eine ans sehr dünnen --Metallplatten (4 bzw. 4') besteht und von denn erhärteten Quader (i) entfernt werden kann. ohne dal.i die Holzverschalungen (5) für die Nachbarsteine (2) gelockert oder entfernt werden müssen. Schalung für die Herstellung von Qua- clern für die Wände gemäß Anspruch i bis q, dadurch gekennzeichnet, daß die aus -Metall, z. B. Stahl, bestehende Form durch einen Kopf (6) zusammengehalten wird und die Schalflsichen (.4 bzw. 4') an den Außenflächen durch an diese anliegende Träger (io) und die Innenwände, die die Wandfugen oder Federn aus Kalkmörtel (i i) bilden, durch Rohre (8) mit rundem oder anders geformtem Querschnitt abgestützt werden. B. -'erfahren zur Herstellung vorn Wänden für Hochbauten aller Art nach Anspruch i bis dadurch gekennzeichnet, daß die aus Metall (4) bestehenden Schalungen mit dem Bauwerk hoch- wandern, indem sie nach dein Vrhärten des Quaders (i) hochgezogen und utn den Fugen- sprung seitlich verschoben Nverden, worauf die Schalungen aus Holz o. dgl. für die anderen Steine (2), welche über die -Metallschalungen greifen, aufgebaut werden und finit der Her- stellung der nächsten Schicht Betonquadern be- gonnen wird.
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