DE800167C - Gewebe und Verfahren zu seiner Herstellung - Google Patents
Gewebe und Verfahren zu seiner HerstellungInfo
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Description
Es sind Gewebe bekannt, die aus Glasfasern oder
Gespinsten daraus hergestellt sind und die, meist auf Grund ihrer hervorragenden Isoli'ereigenschafiten,
zu technischen Zwecken Verwendung finden.
Die Erfindung betnifft die Verwendung von Glasfasererzeugnissen,
zweckmäßig als Glasfaserband oder Gespinst, zur Herstellung von Geweben, wobei
die Glasfasern nur εΊηεη Teil des Gewebes bilden
und mit Textilfasem zusammen verarbeitet werden, beispielsweise zu Möbelbezugstoffen o. dgl.
Es ist ein Nachteil bei1 Glasgeweben, daß die
feinsten Faden auf Grund ihrer Brüdliigkeit und
auch auf Grund der Härte des Stoffes an sich eine Schicht feinster Härchen bilden. Wahrend bei Textilgespimsten,
als sehr viel weicherem Material, solche aus einem Gewebe hervorstehenden Härchen
ohne Einfluß bleiben, wirken bei den eigenartigen Eigenschaften der Glasfasern diese wie Härchen
wirkenden Splitter auf die Haut ein und üben zum mindesten einen unangenehmen Juckreiz auf die
Haut aus, können aber auclh Entzündungen verursachen. Diese Eigenschaften der Glasfaser mußten
die Verwendung zu anderen Zwecken als zu technischen verhindern.
Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß die erwähnten Nachteile der Glasfaser nicht in Erscheinung
treten, wenn sie zusammen mit Textilfasern verarbeitet wird. Es werden dann die feinsten
Härchen der Glasfaser von dem Textilteil aufgenommen, der etwa einem Polster vergleichbar ist.
Die letzten etwa verbleibenden nachteiligen Erscheinungen können dann durch eine Nachbehandlung
des Gewebes behoben werden, die vorteilhafterweise mit dem Färbevorgang vereinigt wird.
Mit der Erfindung werden einerseits (von der Glasfaserseite) fur die Verwendung von Glasfasern
völlig neue Gebiete erschlossen, und andererseits (von der Textilfaserseite) werden die Kosten für
die Herstellung von Textilgeweben unter Verwendung von Glasfasern, z. B. als Schuß, beträchtlich
verringert.
Das Mengenverhältnis zwischen Glasfaser und Textilfaser kann in weiten Grenzen schwanken und
hängt außer von den Effekten, die mit den Stoffen erzielt werden sollen, auch von den Eigenschaften
ab, die man den Erzeugnissen geben will. So sind z. B. Gewebe mit 60 bis 70 %>
Glasfaser hervorragend als Möbelbezugstoffe geeignet. Die wesentlich
herabgesetzte Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit list ein weiterer Vorteil des neuen Gewebes,
das, um weitere Verwendungsbeispiele zu nennen, gut brauchbar ist als Schuhbezugstoff,
Steifleinen, Wattierleinen u. dgl., als Dekorationsstoff in feuergefährdeten Räumen, wie Lichtspielräumen,
Flugzeugkabinen und ähnliche.
Man hat es auch in der Hand, je nach Zusammensetzung der Ober- oder Unterseite des Gewebes
die Wirkung nach der Glasfaserseite oder nach der Textilfaserseite zu verschieben.
Die Herstellung des Gewebes erfolgt in der Weise, daß in einem Webstuhl z. B. als Kette ein Textilfaden
dient, während der Sahuß aus Glasfaser besteht. Die beiden Gespinstsorten werden zu dem
gewünschten Muster in bekannter Weise verwebt. Das so hergestellte Gewebe wird anschließend gewalkt
und gestreckt, vorteilhaft in feuchtem Zustand. Dieser Verfahrensgang kann mit der Färbung
vereinigt werden, wenn ungefärbtes Ausgangsmaterial verarbeitet wird. Das Weben erfolgt in der
gleichen Weise, wie vorher beschrieben, so daß ein einheitliches, meist grau aussehendes Gewebe entsteht,
bei dem lediglich das Muster zu erkennen ist, bei dem aber noch keinerlei Farbeffekte vorhanden
sind. Dieses rohe Gewebe wird anschließend einem Färbeprozeß unterzogen. Hierbei nimmt nur die
Textilfaser Farbstoff auf, während die Glasfaser ungefärbt bleibt und ihre ursprüngliche Farbe beibehält,
so daß nunmehr die gewünschten Farbeffekte in Erscheinung treten. Der Glasfaseranteil wirkt in
dem fertigen Gewebe etwa wie ein Seidenfaden mit schönem Glanzeffekt. Der von den feinsten Härchen
der Glasfaser stammende Pelz, der zunächst wie eine Schimmelschicht das Gewebe umgibt, ist völlig
verschwunden, und das Gewebe ist zum Gebrauch fertig. Auch nachträglich treten nun keine feinsten
Splitter der Glasfaser mehr in Erscheinung.
Es fällt in den Rahmen der Erfindung, wenn auch
in sich gefärbte Glasfaser verwendet wird oder bei demselben Gewebe Glasfasern unterschiedlicher
Färbung, also mit mehreren Farben, wobei die Farbe der Glasfaser aus entsprechend gefärbtem
Glas herrühren kann oder aber aus einem Lacküberzug oder eVner in anderer Weise erfolgten Färbung. $0
Claims (6)
1. Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil, z. B. der Schuß, aus Glasfasererzeugnissen
und der Rest aus Textilfasererzeugnissen besteht.
2. Gewebe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei 20 bis 70 °/o Textilfasererzeugnissen
der Rest aus Glasfasererzeugnissen besteht.
3. Gewebe nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß Glasfasererzeugnisse
unterschiedlicher Färbung in demselben Gewebe zusammen mit Textilfasererzeugnissen verarbeitet
s'ind.
4. Verfahrea zur Herstellung voa Geweben nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in einem Webstuhl Textilfasererzeugnisse mit Glasfasererzeugniissen zu einem
einheitlichen Gewebe verarbeitet werden und daß dieses Gewebe einer Nachbehandlung durch
Walken und Strecken unterzogen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Nachbehandlung in
Gegenwart von Feuchtigkeit erfolgt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß ungefärbte Textilfasererzeugnisse
zusammen mit ungefärbten oder farbigen Glasfasererzeugnissen zu einem Gewebe verarbeitet
werden und daß dieses Gewebe anschließend gefärbt und während des Färbevorganges
gewalkt und gestreckt wird.
Γ1
auf die Γί .l-1
auf die Ansprüche
auf die Ansprüche
ent schrift Fr. 800 167, Kl. 86c, Gr.1/20:
5i eingegangenen Verzichterklärung ist
verzichtet worden.
5i eingegangenen Verzichterklärung ist
verzichtet worden.
© 2200 9.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE800167C true DE800167C (de) | 1950-09-07 |
Family
ID=577536
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT800167D Expired DE800167C (de) | Gewebe und Verfahren zu seiner Herstellung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE800167C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1178915B (de) * | 1957-08-19 | 1964-10-01 | Gen Electric | Elektrischer Isolierstoff |
| DE1189599B (de) * | 1959-08-31 | 1965-03-25 | Westinghouse Electric Corp | Isolierband fuer elektrische Zwecke |
-
0
- DE DENDAT800167D patent/DE800167C/de not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1178915B (de) * | 1957-08-19 | 1964-10-01 | Gen Electric | Elektrischer Isolierstoff |
| DE1189599B (de) * | 1959-08-31 | 1965-03-25 | Westinghouse Electric Corp | Isolierband fuer elektrische Zwecke |
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