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Schalter für elektrisches Licht Schalter für elektrisches Licht sind
in der Regel so gebaut, daß mit dem Abschalten das Licht sogleich erlischt. Das
sofortige Verlöschen hat in vielen Fällen insofern einen Nachteil, als der Weg zum
nächsten Lichtschalter, z.B. beim Verlassen des Zimmers nach dem Auslöschen der
Schreibtischlampe o.dgl., im Dunkeln erfolgen muß bzw. daß erst der nächste Lichtschalter
eingeschaltet werden muß, bevor der erstere ausgeschaltet wird.
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Dieser Nachteil wäre vermeidbar, wenn das Licht nach dem Abschalten
des Schalters noch nachleuchten würde, beispielsweise 20 oder 30 Sekunden.
Es sind Schalter bekannt, die einen ähnlichen Vorgang bezwecken, z.B. die Treppenhauslichtautomaten.
Diese zeigen aber einen grundlegenden Unterschied darin, daß bei ihnen die Leuchtdauer
vom Zeitpunkt des Einschaltens an und nicht, wie gefordert, vom Zeit' punkt des
Ausschaltens an eine gewisse festlegbare Zeit anhält.
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Durch den Schalter nach der Erfindung wird der obengeschilderte Nachteil
der gebräuchlichen Lichtschalter dadurch behoben, daß er, sei es auf mechanischem
oder elektrischem Wege, durch eine Nachleuchtvorrichtung im Schalter den Lichtkontakt
nach dem Abschaltvorgang des Schalters so lange noch geschlossen hält, bis er nach
einer vorbestimmten Nachleuchtdauer des Lichtes selbsttätig geöffnet wird.
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Die für die Nachleuchtdauer erforderliche Abschaltverzögerung kann
auf verschiedene Art erreicht werden, beispielsweise dadurch, daß eine beim Abschalten
des Lichtschalters wirksame kleine Pendel- oder Luftbremse zwischen die Schaltglieder
eingebaut wird.
Eine wesentliche Vereinfachung wird durch die Benutzung
des elektrischen Stromes erreicht, indem beim Schalten des Schalters, sei es beim
Einschalten oder Ausschalten, zusätzlich ein sich dabei schließender Thermoschalter
eingeschaltet wird, dessen Heizwicklung nach dem Ausschalten -des Lichtschalters
den kontaktgebendeii Therinofühler, beispielsweise einen Bimetallstreifen, erwärmt
und die Unterbrechung des Lichtstromes und des Heizstromes entsprechend der Nachleuchtdauer
einleitet.
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Es hat sich nun gezeigt, daß es nicht erforderlich ist, dem Heizstrom
für den Therrnoschalter einen getrennten Stromkreis zu geben, sondern daß der Lichtstrom
selbst als Heizstrom benutzt werden kann, da der für die Heizwicklung erforderliche
Widerstand praktisch keine Einbuße an Leuchtkraft für die eingeschaltete Glühlarnpe
bringt. Hierbei wird mit be-'sonderem Vorteil der Heizwicklung des Therrnoschalters
ein kleiner, einstellbarer Regel%#riderstand parallel geschaltet, mit dem am Lichtschalter
von außen die Nachleuchtdauer nach Wunsch eingestellt werden kann. Damit ist gleichzeitig
die Anpassung an die Wattstärke der Glühlampe gegeben.
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Eine besonders einfache, zweckmäßige und im Lichtschalter leicht einzubauende
Ausführung des Thermoschalters besteht darin, daß derselbe aus einem unmittelbar
mit der Heizwicklung versehenen und den einen Kontakt tragenden Birnetallstreifen
sowie aus einer den anderen Kontakt tragenden Kippkontaktfeder besteht, wobei der
Thermoschalter im Lichtschalter so angeordnet ist, daß bei der Betätigung des Lichtschalters
ein Schaltglied desselben die Kippkontaktfeder aus der durchgebogenen Offnungslage
der Kontakte in die durchgebogene Schlußlage der Kontakte durchdrückt. Nach dem
Ausschalten des Lichtschalters erwärmt der nunmehr durch die Heizwicklung des Bimetallstreifens
fließende Lichtstrom den Bimetallstreifen und biegt ihn gegen die Kippkontaktfeder
so lange durch, bis letztere wieder in die Offnungsstellung umschlägt.
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Die Nachleuchtdauer des Lichtschalters hat nun eine Abhängigkeit von
der Raumtemperatur, die je
nach der Jahreszeit zwischen hohen Kälte- bzw.
Wärinegraden schwanken kann, dadurch, daß die Erwärmung des Bimetallstreifens bis
zur Öffnung der Kontakte jeweils von der Raumtemperatur aus erfolgt und somit bei
niedriger Raumtemperatur mehr Zeit braucht als bei höherer. Dieser Temperaturabhängigkeit
kann durch Nachregeln am Regelwiderstand begegnet werden. Sie kann aber auch durch
geeignete Ausbildung des Thermoschalters kompensiert werden. Eine beshders einfache
Ausführung besteht darin, daß der Thermoschalter zwei parallele, an dem einen Ende
starr verbundene und drehbar gelagerte sowie bei Erwärmung in gleicher Richtung
sich durchbiegende Bimetallstreifen aufweist, wobei nur der den Kontakt tragende
die Heiz*icklung besitzt. Das freie Ende des anderen Bimetallstreifens ist am Haltebügel
des Thermostaten schiebbar gehaltert. Bei Änderung der Raumtemperatur biegen sich
beide Bimetallstreifen gleichmäßig durch und bleiben parallel, so daß der Kontakt
des mit der Heizwicklung versehenen Streifens seine Lage zum Kontakt der Kippkontaktfeder
beibehält, solange der Bimetallstreifen durch die Heizwicklung keine zusätzliche
Erwärmung erhält.
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Die Zeichnung zeigt als Beispiel eine Ausführungsform des Schalters
nach der Erfindung, und zwar mit elektrischer Ausschaltverzögerung an Hand einer
handelsüblichen Druckknopfschalterform, wobei Fig. i einen Aufriß, Fig. 2 einen
waagerechten Schnitt durch den Lichtschalter unter Weglassung der normalen Schaltgliederteile
und Fig. 3 die Seitenansicht eines die Raumtemperatur kompensierenden Thermoschalters
mit zwei Bimetallstreifen darstellt.
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Im Gehäuse i befindet sich am Schaltersockel 2 die die Druckknöpfe
3 und 4 tragende Brücke 5 gelagert, welche das Kippschalterglied
6 um den Drehpunkt 7
in die Ein- und Ausschaltlagen links bzw. rechts
betätigt, wobei in der Einschaltlage die Stromzuführungskontakte 8 und
9 durch das Kippschalterglied 6 geschlossen sind. Unterhalb des Kippschaltergliedes
6 ist im Sockel 2, durch die Schrauben io be-. festigt, der Thermoschalter
angebracht, bestehend aus dem Haltebügel ii, dem mit der isoliert aufgebrachten
Heizwicklung 12 und dem Kontakt 13 versehenen Bimetallstreifen 14 sowie der
Kippkontaktfeder 15. Der Bimetallstreifen 14 ist isoliert in den Thermoschalter
eingebaut, wobei das eine Ende der darauf befindlichen Heizwicklung 12 mit dem Bimetallstreifen
14 metallisch verbunden ist. Das andere, freie Ende der Heizwicklung 12 ist mit
dem Stromzuführungskontakt 9 und die den Kontakt 16 tragende Kippkontaktfeder
15 ist mit dem Stromzuführungskontakt 8
leitend verbunden. Parallel
zu der Heizwicklung 12 des Bimetallstreifens 14 ist der vermittels des kleinen,
von außen bedienbaren Knebels 17 regelbare Widerstand 18 auf dem Schaltersockel
2 angebracht.
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Die in Fig. 3 dargestellte, den Einfluß der Raumtemperatur
ausschaltende Ausführung des Therinoschalters zeigt wieder den Haltebügel ii mit
dem die Heizwicklung 12 tragenden Bimetallstreifen 14 und der Kippkontaktfeder 15.
Der Bimetallstreifen 14 ist isoliert über das um die kleine Drehachse ig drehbare
Zwischenstück 20 mit einem zweiten Bimetallstreifen 21 starr verbunden, wobei das
freie Ende des BimetallstreifenS 21 in der am Haltebügel ii befindlichen Rast 22
geführt ist.
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In der Zeichnung sind bei Fig. 2 die leitenden Verbindungen zwischen
den Stromzuführungskontakten 8
und 9, der Heizwicklung 12 und dem Regelwiderstand
17 stark punktiert angedeutet.
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Bei der Einschaltung des Lichtschalters mittels Druckknopf
3 drückt das umschlagende Kippschalterghed 6 die Kippkontaktfeder
15 nach unten durch, wobei der Kontakt 16 der Kippkontaktfeder 15 an den
Kontakt 13 des Bimetallstreifens 14 festgedrückt wird. Solange der Lichtschalter
eingeschaltet ist, geht der Lichtstrom über die Stromzuführungskontakte
8 und 9 und das Kippschalterglied 6. Vom Augenblick des Ausschaltens
des Schalters mittels Druckknopf 4 bleibt der Lichtstrom weiterhin vom Stromzuführungskontakt
9 über die Heizwicklung 12, den Bimetallstreifen 14, die Kippkontaktfeder
15 zum Stromzuführungskontakt 8 geschlossen, wobei noch der Regelwiderstand
18, einen Teil des Lichtstromes übernehmend,
parallel zur Heizwicklung
liegt. Der durch die Heizwicklung 12 gehende Lichtstromanteil erwärmt den Bimetallstreifen
14, dessen freies, den Kontakt 13 tragendes Ende sich dadurch nach oben biegt und
mit dem Kontakt 13 über den Kontakt 16 die Kippkontaktfeder so lange nach oben drückt,
bis diese in die gestrichelt gezeichnete Lage nach oben durchschnellt und den Lichtstromkreis
endgültig unterbricht.
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Die Wirkungsweise des die Raumtemperatur kompensierenden Thermoschalters
nach Fig. 3 ist f01-gende: Die beiden in gleicher Richtung wirkenden, an
dem einen Ende starr verbundenen, aber im Haltebügel ii mit der Achse ig drehbar
gelagerten parallelen Bimetallstreifen 14 und 21 biegen sich bei Änderung der Raumtemperatur
in gleicher Weise durch und bleiben dabei völlig parallel. Da das freie Ende des
BimetallstreifenS 21 am Haltebügel ii in der Rast 22 geführt ist, bleibt die Lage
des am Bimetallstreifen 14 befindlichen Kontaktes 13 die gleiche und damit
auch der Abstand des letzteren vom Kontakt 16 der Kippkontaktfeder 15. Erst die
beim Abschalten des Lichtschalters erfolgende zusätzliche Erwärmung des Bimetallstreifens
14 durch den durch die Heizwicklung12 fließenden Lichtstromanteil erzeugt die für
die Ab-
schaltung des Thermoschalters erforderliche Durchbiegung des Bimetallstreifens
14-Der Erfindungsgedanke ist natürlich nicht auf Kippschalterausführung gemäß dem
Beispiel beschränkt, sondern er kann auch bei Schaltern mit Kontaktschaltwalzen
o. dgl. sinngemäß verwendet werden. Bei Mehrfachschaltern, wie sie oft bei Gruppenschaltungen
von Glühlampen benutzt werden, wird die Nachleuchtvorrichtung dem zuletzt abschaltenden
Stromkreis zugeordnet.