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Exzenterpresse Bei Exzenterpressen mit Hubverstellung durch Vektorsummierung
einer festen und einer in bezug darauf verstellbaren Exzentrizität kann es bei nichtverstellbarem
Drehkeilanschlag höchstens zwei Hublängen geben, wobei die Exzenterwelle in der
Höchstlage des Stößels entkuppelt wird. Sofern die Anschlagstelle für den Drehkeil
so gewählt ist, daß beim größten und beim kleinsten Hub der Stößel in dessen Höchstlage
zum Stillstand kommt, so treten bei zwischenliegenden Hüben erhebliche Abweichungen
des angestrebten Idealfalles auf, und es wird der Stößel dann erst nach der oberen
Totpunktlage angehalten. Das bedeutet einen verringerten Arbeitsraum während des
Stillstandes, eine verstärkte Neigung des Stößels zum Sinken und einen verkürzten
Anlauf beim nächsten Hub gegenüber Stillstand des Stößers genau in der oberen Totpunktlage.
Es ist daher wesentlich, daß der Stößel möglichst nahe letztgenannter Lage zum Stillstand
kommt. Mit Rücksicht darauf ist bei einer bekannten Exzenterpresse der Anschlag
für den Drehkeil verstellbar am Pressengestell angeordnet.
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Die Erfindung bezieht sich auf eine Exzenterpresse letztgemeinter
Gattung, d. h auf eine Exzenterpresse, deren Exzentrizität der Vektorsumme
einer festen und einer in bezug darauf verstellbaren Exzentrizität entspricht, wobei
zwischen der Exzenterwelle und deren Triebwerk eineDrehkeilkupplung vorgesehen ist,
welche mittels eines verstellbar
am Pressengestell angeordneten
Anschlags ausgerückt wird. Bei solchen bekannten Pressen kann der die Drehkeilkupplung
ausrückende Anschlag aber nur über eine beschränkte Bogenlänge verstellt werden,
und diese Verstellung ist nur möglich, wenn gleichzeitig auch die Länge der Zugstange
geändert wird.
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Die Erfindung bezweckt eine Bauart, welche eine Verstellung des Anschlags
über jede gewünschte Bogenlänge bis 36o° gestattet, ohne daß das Gestänge irgendeine
Einstellung erfordert, auch nicht, wenn der Pressenkörper eine Schräglage einnimmt.
Dazu kann der Anschlag gemäß der Erfindung konzentrisch um die Exzenterwelle verstellt
werden, unter gleichzeitiger Verstellung eines Zwischenorgans, das auf einem konzentrisch
um die Exzenterwelle gelagerten Ring angebracht ist, an dem die Bedienungseinrichtung
für den Anschlag angreift.
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Die Bauart nach der Erfindung ermöglicht weiter noch eine verbesserte
Ausführung der Exzenterwelle.
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Bei den bekannten Exzenterpressen, bei denen der Exzenterzapfen eine
feste Exzentrizität hat und die Verstellbarkeit der Exzentrizität mittels einer
diesen Zapfen umschließenden Büchse erzielt wird, wählt man die Exzentrizität des
Zapfens immer größer als die der Büchse und niemals umgekehrt, damit bei Hubverstellung
der Stößel nicht in zu großer Entfernung von der oberen Totpunktlage angehalten
wird. Falls die Exzentrizität der Büchse die des Zapfens übersteigt, so wird bei
Einstellung der kleinsten Exzentrizität die sonst in der oberen Totpunktlage ausgerückte
Drehkeilkupplung eben in der unteren Totpunktlage ausgerückt. Bei einer Presse nach
der Erfindung kann nun die Exzentrizität der Büchse diejenige des Zapfens übersteigen,
weil die Kupplung immer in der oberen Totpunktlage ausgerückt wird. Demzufolge kann,
bei gleichem Durchmesser der Exzenterwelle und bei gleichem Regelbereich der Hublänge,
der Durchmesser des Exzenterzapfens größer gewählt werden, weil dieser Zapfen selbstverständlich
um so schwerer ausgeführt werden kann, als seine Exzentrizität abnimmt.
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Hat die Exzenterwelle z. B. einen Durchmesser von 72 mm und eine Hublänge,
die sich zwischen io und 6o mm einstellen läßt, so ist der Maximalwert der Exzentrizität
25 mm. übersteigt die Exzentrizität des Zapfens diejenige der Büchse, wie dies bis
jetzt üblich ist, so bedingen diese Verhältnisse eine Exzentrizität des Zapfens
von 17,5 mm und eine solche der Büchse von 12,5 mm, so daß die Hublänge zwischen
2 (17,5 + 12,5) = 6o mm und 2 (17,5 - 12,5) = 10 mm
eingestellt
werden kann.
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Der Maximaldurchmesser des Exzenterzapfens wird dann: 72-2
X 12,5 mm = 37 mm.
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Ist die Exzentrizität des Zapfens aber kleiner als die der Büchse
(für den Zapfen also 12,5 mm und für die Büchse 17,5 mm), so bleibt zwar der Einstellungsbereich
im absoluten Sinne unverändert, nämlich von 6o bis i o mm, aber der Exzenterzapfen
kann dann mit einem Durchmesser von 72 - 2 X 12,5 = 47 mm , ausgeführt werden.
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Da der Durchmesser des Exzenterzapfens weitgehend die Leistung der
Exzenterpresse bestimmt, bedingt die Anschlagverstellung nach der Erfindung gleichzeitig
eine starke Leistungssteigerung der Maschine, ohne daß deren Hauptabmessungen vergrößert
werden. Zwecks Erläuterung wird auf die Zeichnung Bezug genommen, welche in Fig.
i einen senkrechten Schnitt durch die Exzenterwellenachse einer Presse nach der
Erfindung und in Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. i darstellt.
In Fig. 2 ist der Deckel mit dem Anschlagkasten (s. Fig. i) fortgelassen worden.
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Ein um die Achse der Exzenterwelle 3 drehbarer Deckel i, der mittels
Hammerbolzen 4 und einer T-förmigen Nut 5 in jeder gewünschten Winkellage am Pressenkörper
6 befestigt werden kann, enthält ein Gehäuse 2, das den Anschlag 7 umschließt und
diesen radial führt. Mit b ist der Drehkeil bezeichnet, der beim Abziehen und bei
der Rückbewegung des Anschlags 7 freigegeben bzw. durch eine Rückstellfeder aufgefangen
wird und somit die Kupplung des Schwungrads 9 mit der Exzenterwelle 3 ein- bzw.
ausrückt. Der Abzug des Anschlags 7 erfolgt dadurch, daß ein Stift io in der Abzugsrichtung
bewegt wird. Dieser Stift io sitzt auf einem Hebel i i, der um einen im Deckel i
befestigten Zapfen 12 drehbar ist und in eine T-förmige Nut eines Ringes 14 hineinragt
durch einen Bolzen 13, welcher in der T-förmigen Nut gesichert werden kann. Zum
Verdrehen des Deckels 1 in der T-Nut 5 und in bezug auf den Ring 14 wird der Bolzen
13 zunächst gelöst und nach der Verdrehung wieder angezogen. Der Ring 14 ist konzentrisch
in bezug auf die Achse der Exzenterwelle drehbar auf dem Pressenkörper gelagert
und bildet das Gelenk eines Hebelarms 15, dessen Drehpunkt also in der genannten
Achse liegt.
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Der Arm 15 ist durch eine Zugstange 16 gelenkig mit einem nicht dargestellten
Fußhebel gekuppelt. Eine Zugfeder 17 ist bestrebt, das ganze Gestänge gegen
einen festen Anschlag des Fußhebels anzuziehen. Beim Niederdrücken des Fußhebels
entgegen der Wirkung der Feder 17 wird der Ring 14 verdreht, wodurch der Bolzen
13 eine Lageänderung erfährt, der Hebel i i mit dem Stift io um den Zapfen 12 schwingt,
der Anschlag 7 nach unten gezogen und der Keil 8 freigegeben wird.
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Es ist klar, daß nach Lösung der vier Hammerbolzen 4 und des Bolzens
13 der Deckel i mit dem Gehäuse 2, dem Anschlag 7 und dem Hebel i i konzentrisch
in bezug auf die Achse der Exzenterwelle 3 über 36o° verdreht werden kann, ohne
daß sich die Lage des Ringes 14, des Hebels 15 und des Gestänges 16 ändert. Auf
diese Weise kann der Auffangpunkt des Drehkeils nach Wunsch eingestellt werden.
Die Einstellung der Hublänge erfolgt in bekannter Weise durch Verdrehung der
Exzenterbüchse
i 8 gegenüber dem Exzenterzapfen i9.
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Gemäß der Erfindung ist die Exzentrizität e des Zapfens i9 kleiner
als die Exzentrizität E der Exzenterbüchse 18.