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Aus Holzabfällen oder anderen Füllstoffen gepreßte Stäbe für Fußböden
und andere Verwendungszwecke Die zunehmende Verknappung an Holz zwingt zur sparsamen
Verwendung und verlustlosen Ausnutzung dieses Werkstoffes. Gerade dieser Forderung
wird jedoch die bisherige Holzwirtschaft nicht gerecht. Die Erzeugung von Schnittholz
und dessen Weiterverarbeitung zu den Fertigprodukten ist bekanntlich in jedem Falle
mit bis zu go°/o Holzabfall verbunden. Diese bedeutenden Mengen von Holzabfall werden
zumeist verfeuert, was eine sehr unwirtschaftliche Verwertungsart darstellt. Dagegen
können große Mengen von Rundholz eingespart werden, wenn diese Holzabfälle durch
Pressen zu solchen Erzeugnissen verarbeitet werden, die bisher aus Schnittholz gefertigt
wurden. Die vorliegende Erfindung betrifft die neuartige Konstruktion eines Stabes
für Fußböden und andere Verwendungszwecke und dessen Herstellung durch Pressen von
Füllstoffen geeigneter Art, beispielsweise aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen
Abfällen oder zerkleinerten Rohstoffen dieser Art, besonders aber von Holzabfällen
oder zerkleinertem Holz. Für das Verpressen können entweder die Bindestoffe, die
den Füllstoffen selbst innewohnen, zur Verwendung gelangen oder zusätzliche Bindemittel,
vorzugsweise Kunstharze.
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Das Pressen solcher Stäbe für Fußböden und andere Verwendungszwecke
erfolgt in Preßformen, die beträchtliche Kosten verursachen. @Tan ist deshalb an
eine oder ganz wenige Formen und Größen gebunden und muß besonders darauf bedacht
sein, daß diese Größen und Formen möglichst vielfachen Anforderungen genügen, um
ihnen dadurch große Anwendungs- und Absatzgebiete zu erschließen. Andererseits bildet
ein solcher großer Absatz aber
auch die Voraussetzung für eine verbilligende
Massenfabrikation solcher Stäbe.
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Allen diesen Voraussetzungen genügt der Fußbodenstab, der als Beispiel
in den Abb. i bis 6 dargestellt ist. Abb. i zeigt den Stab in Längsseitenansicht,
Abb.2 einen Querschnitt durch den Stab und Abb.3 eine Ansicht des Stabes von oben
gesehen.
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Die Lauffläche des Stabes ist mit a bezeichnet. Der Stab hat eine
langgestreckte, unten offene Kastenform. Die äußere Begrenzung dieser Kastenform
bilden die Längs- und Querrippen. Parallel zu diesen äußeren Kastenrippen verlaufen
auf der Unterseite des Kastens weitere Längs- und Querrippen e, die aber auch in
anderen Richtungen verlaufen können und deren Anzahl der verlangten Festigkeit des
Stabes entspricht. Um eine sichere Verlegung in glatter Ebene zu erzielen, ist jeder
Stab an zwei benachbarten Seiten mit Federn b ausgestattet, die gegenüberliegenden
benachbarten Seiten mit Nuten c. Außerdem ist jeder Stab am unteren Ende der vier
Außenrippen mit schwalbenschwanzförmig abgesetzten Nuten d ausgestattet für den
Fall, daß die Verlegung in Asphalt erfolgt. Die Abb.4 und 5 zeigen die Verlegungsweise
solcher Stäbe. und zwar ist in Abb.4 die Verlegung auf einer Massivdeckenkonstruktion
dargestellt, in Abb. 5 die Verlegung auf einer Balkenlagendecke. Abb.6 zeigt den
Schnitt durch den Stoß zweier Stäbe und deren Befestigung auf Balkenlagendecken
durch Nägel oder Schrauben.
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In Abb. 4 bezeichnet h die Betonrippendecke, g den Zementestrich als
Ausgleichschicht und f die in diesem Fall heiß aufgetragene Asphaltmasse, die in
die schwalbenschwanzförmi;g abgesetzten Nuten d eindringt und die Stäbe festhält.
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In Abb. 5 sind die Holzbalken der Deckenkonstruktion mit
i bezeichnet. k bezeichnet eine Isolierschicht, die beispielsweise
aus trocken gesiebter Koksasche, aus geglühtem Sand o. dgl. Füllstoffen bestehen
kann. Die Fußbodenstäbe sind in Abb. 5 tragend, also ohne Zwischenlage eines Blindbodens,
auf der Balkendecke verlegt worden.
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In Abb.6 ist ersichtlich, wie die Stäbe durch Nägel oder mittels Schrauben
auf Holzlagendecken befestigt werden. Zu diesem Zweck werden die Seiten der Stäbe,
die mit den Nuten ausgestattet sind, unterhalb der Nuten c mit einem stufenförmig
vorspringenden Absatz versehen. In der vorspringenden Stufe l sind in geeigneten
Abständen Löcher m angeordnet, durch die die zur Befestigung dienenden Nägel eingeschlagen
oder die Schrauben hindurchgeführt werden. Die mit den Federn ausgestatteten Seiten
der anzufügenden Stäbe haben rückspringend stufenförmige Oberteilen, die nach der
Verlegung die eingeschlagenen Nägel oder Schrauben überdecken. Zur Aufnahme der
Nagel-oder Schaubenköpfe dienen die Aussparungen o. Diese Konstruktion gewährleistet
ein bequemes Einschlagen der Nägel oder Einschrauben der Schrauben und eine sichere
Befestigung, und die Nägel oder Schrauben bleiben nach der Verlegung unsichtbar.
` Da die Preßzeit für solche Preßstücke weitgehend von deren Wandstärke abhängig
und um so länger ist, je größer diese Wandstärken sind, so ist man im Interesse
wirtschaftlicher Preßzeiten solcher aus Füllstoffen gepreßter Stäbe an möglichst
geringe Wandstärken gebunden. Andererseits muß ein solcher Stab natürlich auch den
an ihn zu stellenden Festigkeitsanforderungen genügen, insbesondere hinsichtlich
seiner Biegefestigkeit, wenn die Verlegung ohne Blindboden direkt über Balkenlagen
erfolgt. Diese Voraussetzungen werden einwandfrei durch die langgestreckte, flache
Kastenform erfüllt, die die Stäbe nach der vorliegenden Erfindung aufweisen.
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Eine einheitlich zu verwendende Konstruktion eines Fußbodenstabes
muß sowohl auf Balkenlagedecken als auch auf Massivdecken der neuzeitlichen Betonkonstruktionen
verlegbar sein, weil diese beiden Arten von Deckenkonstruktionen in der gegenwärtigen
und zukünftigen Bautechnik allgemein zur Anwendung gelangen. Als Holzfußbodenarten
sind für diese Deckenkonstruktionen Dielen-, Parkett- und Stabfußböden gebräuchlich.
In vielen Fällen, in jedem Fall aber bei Balkendecken, wird zwischen dem Unterboden
und der eigentlichen Lauffläche noch ein Blindboden aus Holz eingeschaltet, einesteils,
um dadurch eine bessere Isolation zu erreichen, anderseits, um dadurch, insbesondere
bei Balkendecken, den tragenden Unterboden für den Parkett- oder Stabfußboden zu
schaffen.
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Die Fußbodenstäbe nach der vorliegenden Erfindung entsprechen allen
diesen Anforderungen vollkommen. Sie sind ohne Änderung ihrer Form und ihrer Abmessungen
über Balkenlagendecken und Massivdecken verlegbar. Sie ermöglichen dadurch eine
allgemeine einheitliche Verwendung und erfüllen somit auch die Voraussetzungen für
eine rationelle Massenherstellung.
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Sie bieten gegenüber dem Parkett-, Stab- und Dielenfußboden den besonderen
Vorteil, daß in keinem Fall die Einschaltung eines besonderen Blindbodens notwendig
ist, auch nicht bei der Verlegung über Balkenlagen, weil sie eine ausreichende Länge
und Festigkeit besitzen, um über zwei oder mehr Balkenlagen hinweg verlegt werden
zu können und den auftretenden Anforderungen an Tragfähigkeit zu genügen. Die Einsparung
des sonst erforderlichen Blindbodens bedeutet eine sehr erhebliche Holzersparnis
und eine wesentliche Verbilligung des Gesamtfußbodens.
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Die durch die hohle Kastenform unter der Lauffläche der Stäbe bedingt
ruhende Luftschicht bringt eine vorzügliche Isolation mit sich, so daß sich zusätzliche
Isolierschichten erübrigen. DieAusrüstung jedes Stabes mit Nuten auf zwei benachbarten
Seiten des Kastenumfangs und mit Federn auf den gegenüberliegenden Seiten gewährleistet
eine einfache, schnelle Art des Verlegens, indem jeder folgende Stab mit seinen
Federn in die Nuten der bereits verlegten Stäbe durch Schlag oder Druck eingefügt
wird. Diese Konstruktion macht das Einschlagen besonderer Hirnholzfedern, wie es
beispielsweise
beim Parkett- und Stabfußboden gebräuchlich ist,
überflüssig.
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Dadurch, daß jeder Stab außer mit Nuten und Federn auch mit einer
um den ganzen Kastenumfang verlaufenden schwalbenschwanzförmig abgesetzten Nut ausgerüstet
ist, werden alle Stäbe ohne Sonderunterteilung für die Verlegung auf jeder Art von
Deckenkonstruktion brauchbar. Die Ausstattung mit Nuten und Federn gewährleistet
die Verlegung auf Balkendecken, auf denen die Stäbe aufgenagelt oder aufgeschraubt
werden können. die weitere Ausrüstung mit der s(fiwalbenschwanzförmig abgesetzten
Nut die Verlegung auf llassivdecken durch Aufkleben oder in einer Asphaltschicht.
Bei Verlegung in einer Asphaltschicht dringt diese in die Nuten ein, die durch die
schwalbenschwanzförmigen Vorsprünge d gebildet werden.
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In ähnlicher Weise, wie diese Stäbe im Austausch für Dielen, Parkett-
und Stabfußböden verwendet werden, können sie auch für andere Zwecke, besonders
für bauliche, dienen. Stäbe solcher Art. jedoch in größeren Längen, können beispielsweise
für die Außenwände und Innenverschalung im Haus- und Barackenbau benutzt werden
und bilden ein wertvolles witterungsbeständiges Bauelement für eine neue SchnellbauNveise.
Auch bei diesem Verwendungszweck dienen die mit Rippen durchzogenen Innenseiten
der Stäbe zur Erreichung einer ausgezeichneten Isolation. In besonderen Fällen,
beispielsweise bei Verlegung der Stäbe über Balkenlagen ohne Zwischenlage eines
Blindbodens können die Hohlräume zwischen den Rippen auf der Unterseite der Stäbe
auch mit einem leichten Isoliermaterial, wie Glaswolle, Kieselgur o. dgl., ausgefüllt
werden, wodurch eine gute Isolation gegen Kälte oder Schall erzielt wird.