DE79645C - - Google Patents
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Classifications
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C01B21/00—Nitrogen; Compounds thereof
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- Chemical & Material Sciences (AREA)
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- Vaporization, Distillation, Condensation, Sublimation, And Cold Traps (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
Bei der üblichen Fabrikationsweise für Salpetersäure verfährt man in der Art, dafs
man ungefähr 580 kg Natriumnitrat zusammen mit 600 bis 1000 kg Schwefelsäure in einem
grofsen, etwa 6000 kg wiegenden Eisengefäfs erhitzt, bis die Säure überdestillirt ist, worauf
man das Gefäfs abkühlen läfst und zu frischer Beschickung entleert. Die Operation nimmt
36 bis 48 Stunden in Anspruch. .
Dieses Verfahren ist nicht nur unbequem und zeitraubend, sondern es liefert auch ein
namentlich mit Chlor' und Schwefelsäure verunreinigtes Product, welches Rectification
nöthig macht; andererseits führt die abwechselnde Erhitzung und Abkühlung zu rascher
Zerstörung des Apparates. . ·.
Zweck dieser Erfindung ist die Beseitigung dieser Uebelstände unter Ermöglichung eines
andauernden Ärbeitsganges.
Um die Erzeugung und Destillation der Salpetersäure andauernd (continuirlich) zu gestalten,
ist es vor allen Dingen für unumgänglich befunden worden, das Natriumnitrat mit
der Schwefelsäure aufserhalb des Destillationsapparates gründlich zu vermischen. Erfinder
verwendet hierzu ein Mischwerk, am zweckmäfsigsten nach Art einer liegenden Mörtelmühle, in welchem beide Materialien, ununterbrochen
in geregelter Menge zugeführt, zu einem feinen Schlamm zusammengemischt werden. Ehe letzterer in den. Destillationsapparat
tritt, welcher zur Ermöglichung der Herstellung verschiedener Säuregrade aus ' einzelnen, am
Boden mit einander communicirenden Kammern zusammengesetzt werden kann, tritt er zunächst
in eine Vorkammer, deren Temperatur etwa die Mitte zwischen derjenigen der ersten
Destillationskammer und—deriMühle hält und
so bemessen wird, dafs sie wohl Lösung des Nitrats in der Säure veranlafst, nicht aber schon
zur Abspaltung von Salpetersäure führt." In dieser Vorkammer werden nun der Chlor-
und Untersalpetersäuregehalt des Nitrats frei und entweichen durch eine hierzu vorgesehene
Oeffnung eventuell nach einer Verdichtungsvorrichtung. Mit dieser Vorbehandlung des
Gemisches ist eine ganz erhebliche Verbesserung dadurch erzielt, dafs dasselbe rein von flüchtigen
Verunreinigungen zur Destillation gelangt und also entsprechende Reinheit der Säure von
vornherein gewährleistet. Aus der Vorkammer fliefst das. Gemisch unmittelbar in die erste
Kammer des Destillationsapparates, wo es ins Kochen geräth und sogleich grofse Mengen
von Salpetersäure entwickelt, die mehr oder weniger .Untersalpetersäure enthält und nach
einem Verdichter abgeleitet wird. Das nunmehr aus Schwefelsäure, Natriumnitrat und
Natriumsulfat bestehende Gemisch fliefst, ohne aus dem Kochen zu gerathen, von Kammer zu
Kammer unter Abgabe von reiner Salpetersäure. Das Gemisch wird von Kammer zu Kammer
immer ärmer an Nitrat, dagegen'-entsprechend
reicher an Sulfat, und ergiebt also .dementsprechend immer schwächer werdende Säure,
so zwar, dafs die erste Kammer stärkste, die letzte schwächste Säure liefert. Da in der
letzten Kammer die Temperatur bedeutend höher ist, geräth auch das Gemisch in ein sehr
lebhaftes Kochen, wodurch die letzten Theile Salpetersäure 'mit viel Wasser und etwas
Schwefelsäure abgetrieben werden und das
Bisulfat frei von Salpetersäure abgezogen wird. Die gewährte Möglichkeit der besonderen Gewinnung
dieser letzteren Fraction bildet einen werthvollen Punkt des Verfahrens; bei der
üblichen FabrikationsAveise gelangt sie unvermeidlich in die in dem früheren Verlauf der
Destillation erzielte reinere Salpetersäure, welche somit nicht nur wieder verdünnt, sondern auch
wieder mit Schwefelsäure verunreinigt wird.
Durch Anwendung der Erfindung ist es gelungen, mehr als 2/3 an Brennmaterial, sowie
4/6 der Verdichtungsanlage zu -ersparen. Ein
auf eine Wochenerzeugung von ungefähr 4000 kg Salpetersäure eingerichteter Destillationsapparat wiegt weniger als 2000 kg, während
zur Fabrikation der gleichen Säuremenge nach dem älteren Verfahren zwei Destillationsapparate von je 5000 kg Gewicht erforderlich
sind, so dafs 4/5 an Eisengewicht entfallen
nebst entsprechender Verminderung an Mauerwerk. Der Wegfall des abwechselnden Erhitzens
und Abkühlens dürfte den Apparat um das Zehnfache dauerhafter machen.
Eine zur Ausführung des Verfahrens.erprobte Einrichtung ist in Fig. 1 im Längsschnitt, in
Fig. 2 in einem Querschnitt und in Fig. 3 in Oberansicht dargestellt.
Die mit Einlafs b für das zu destillirende Gemisch und Ablafs e für die Rückstände versehene
Retorte A ist aus einer Anzahl Einzelkammern α so gebildet, dafs .Querwände c
nicht ganz bis zum gemeinsamen Boden herabsteigen, sondern ein freier Raum c2 verbleibt.
Jede Kammer α ist mit einem Abzüge d für die Dämpfe versehen. Die Retorte ist von
einem Mantel A] umschlossen und treten in diesen die auf der Feuerung E erzeugten
O C
Brenngase, welche so die Retorte umspülen. Will man verschiedenen Temperaturen entsprechende
verschiedene Producte gewinnen, so sieht man entweder für jede Kammer a eine besondere Feuerung vor, oder man ordnet
die Feuerzüge einer gemeinschaftlichen Feuerung so an, dafs jeder Kammer die für das gewünschte
Product erforderliche Wärme zugeführt wird. Die zu destillirende Flüssigkeit wird auf so hohem Stande gehalten, dafs sie
die einzelnen Kammern gegen einander abdichtet.
Die Vorrichtung zur Einführung des Nitrates und der Schwefelsäure in Gestalt eines feinen,
von den flüchtigen Verunreinigungen befreiten Schlammes ist in Fig. 4 im Längsschnitt, in
Fig. 5 im Querschnitt nach 3-4 der Fig. 4 und in Fig. 6 in der Oberansicht nach Wegnahme
des Deckels dargestellt. Das' Nitrat wird in den Trichter h- eingeschüttet, aus
welchem es unter Vermittelung der Speisewalze Λ3 durch die Rinne /j4 und den trichterförmigen
Aufsatz h in das Gefäfs f gelangt, welchem auch die Schwefelsäure zugeführt
wird. Im Gefäfs f, welches mittelst Deckels g luftdicht geschlossen ist, ist eine mit Förderund
Brechleisten j'2 schraubenlinienförmig besetzte, entweder von Hand oder durch
Maschinenkraft (z. B. vermittelst Schneckenradvorgeleges, dessen Schnecke k in den Hängelagern
k2 läuft) gedrehte Walze j gelagert, welche die beiden Stoffe zu einem feinen
Schlamm zusammenmischt und den Schlamm nach dem Einlafs b hin fördert, in welchen er
durch die Oeffnung / eintritt. Das Gefäfs f ist mit eineni Abzug i für die aus dem Gemisch
frei ■ werdenden flüchtigen Verunreinigungen
O OO
versehen.
Die Vorrichtung ist nicht an die dargestellten Einzelheiten gebunden, indem dieselben mannigfacher
Abänderung fähig sind; so können z.B. die Abtheilungen α auch aus einzelnen durch
Röhren unter einander verbundenen Gefäfsen bestehen. Im Falle von der Gewinnung einzelner , Fractionen abgesehen werden soll,
baut man die Retorte einkammerig mit nur einem Dämpfeabzug.
Die Heizung der Vorrichtung kann durch ein beliebiges Heizmittel erfolgen, so durch
offenes Feuer oder durch Dampf, der die Kammern äufserlich umspült oder dieselben
mittelst geeigneter Leitungen durchzieht.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur continuirlichen Darstellung von Salpetersäure, dadurch gekennzeichnet,, dafs man das Nitrat mit ,der Schwefelsäure vor dem Eintritt in die Destillation unter Anwendung einer zum Abtreiben der flüchtigen Verunreinigungen (Chlor, Untersalpetersäure) genügenden Wärme zu einem feinen Schlamm mischt und das Gemisch am einen Ende eines von einem Heizmantel umgebenen, mit Dämpfeabzug versehenen Gefäfses (a) continuirlich einführt und am anderen Ende die Abfalllauge continuirlich abzieht, und wobei gleichzeitig verschiedene Producte dadurch erhalten werden können, dafs das Gefäfs (a) durch Verbindungsöffnungen für die Flüssigkeit lassende oder mit solchen Oeffnungen versehene Querwände in Abtheilungen, je mit einem besonderen Dämpfeabzug versehen, getheilt wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE79645C true DE79645C (de) |
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Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
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Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE79645C (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE931588C (de) * | 1952-04-04 | 1955-08-11 | Harry Dipl-Ing Pauling | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Salpetersaeure durch Umsetzung von Schwefelsaeure mit Salpeter |
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- DE DENDAT79645D patent/DE79645C/de active Active
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE931588C (de) * | 1952-04-04 | 1955-08-11 | Harry Dipl-Ing Pauling | Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Salpetersaeure durch Umsetzung von Schwefelsaeure mit Salpeter |
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