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Verfahren zum Präparieren von Cellulosehydratkunstseidegarnen Bei
ihrer Verarbeitung, insbesondere beim Verzwirnen zur Cordseide, sind Kunstseidengarne
einer starken mechanischen Beansp.ruchung unterworfen. Um sie dieser Beanspruchung
gegenüber widerstandsfähig zu macher4 werden s(ie im allgemeinen vor der Verarbeitung
mit Fett- oder Ölemulsionen präpariert.
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Erfindungsgemäß erfolgt das Präparieren von Cellulo,se-hydratkunstseidegarnen
für die textilie Weiterverarbeitung nun derart, daß mandieGarnemitwäßrigenZubereitungenvon
'mit Säuren behandelten Kondensationsprodukten aus noch höhermolekularen Eiweißabbauprodukten,
und höhermolekularen Fettsäuren oder höhermoJekularen, aliipha#bilsd-ir-n Stilfonsünren
oder Naphthensäuren, behandelt.
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Gegenüber der bekannten Präparationsweise, bei der Fette oder Öle
benutzt werden, weist das, erfindungsgemaße Verfahren den Vorteil auf, &ß der
Verkauch an Fetten und Olen wesentlich geringer ist. Die erfindungsgemäß ibenutzten,
Produkte beanspruchen nämlich, soweit bei ihrer Herstellung von. höhermcl,e#kulasen!
Fettsäuren. ausgegangen wird, nuir eine ver'hältnismäßig geringe- Menge an, tierischen
oder pflanzlichen Fetten. Auch zeichnen, sie s#idh weiterhin durch eine gute
Be,stä,n,di"#4ceit
gegenüber Härtebildnern des Wassers aus. Die nicht mit Säure behandelten Eiweißfettsäurekondensationsprodiakte
üben zwar eine a-ui%-ezeicbnete Weichmachungswirkung auf die 4amit, behandelten
Kunistseidengarne aus, jedoch glenügen diese Produkte den Anfordeerunggen der Praxis
für die textile Weiterverarbeitung nicht.
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Die für die Durchführung des erfindungs-#ge-,mäßen Verfdhrens. züi
verwendenden Produkte werden dadurch bereitet, daß man die Ausgangskondenisationsprodukte
ans ihren wäßrigen Usungen zunächst zweckmäßig mit Säure ausfällt und die ausgefällten.
Produkte sofort oder nach, vorberti"oi.-r Abtrennung einer längeren Säureeinwirkung
vorzugsweise bei erhöhter Tempelratur und gegebenenfalls erhöhtem Dreck aussetzt.
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Alls Ausgangsstoffe für die Herstellung der Eiweißkondensationsprodukteikommen,
dieAbhauprodukte von natürlichenEiweißstoffen, wie Lederabfälle, Hautabfälle, Kasein,
Kaseinformal#dleliydil#:,o#n#denlsiati-onisprodtikte, Leim, Gelatine usw., in Betracht,
die nach geeignetem Abbau mit Säuren, oder Alkalien in alkalischem Medium mit den
Chloriden der kapillaraktiven Säuren umgesetzt werden. Alis kapililaraktjive Säuren,
hierfür seien Ölsäu-re, Stearinsünre, Napht,hensäuren, aliphatilsche Sulfänsäuren
mit mehr als, 8 Kohlenstoffatomen im Mole-kül und äfinliche hochmollekulare
seifenbildende Sänrengenannt. Die Kondlensationsprodukte werden, entweder a16, solche
oder in Form ihrer wäßrigen Lösungen der Einwirkung von anorganischen oder organischen
Säuren unterworfen. D#ie Real<tionspLrodukte werden mit Alkalien, Ammoniak oder
organiscben, Basen, in wasserlösliche Form übergeführt und so in wäßriggen Lösungen
als Präparationsmittel angewandt.
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Die Präparation der Kunstseidengarne erfolgt in Strang-, Spullen-
oder Kuchenform mit Bädern, die etwa :2 bis 8 g pro Liter der erfin,dunLgsgemäßcn
Produkte enthalten,. Dieise Produkte können entweder für sieh allein oder in Verbindung
mit anderen bekannten Stoffen# -,vie Mineralölen, Paraffinen, Fetten, Wachsen oder
auch Weichmachern, wie z. B. Lezithin, angewandt werden,. Der pH-Wert der Bäder
wird zvreckmäßig zwischen 4 und 7,
.die Temperatur zwischen 4o undl 8o0 gehalten.
Die Präparationedauer beträgt 5 blis :2o Min. Nach dem Abquetschen oder Zentrifugieren
auf etwa iool/o, Feuchtigkeit wird die Ware vorsichtig -getrocknet. Da die Produkte
nur lb e> eine geringge Affinität zur Faser besitzen, ist ein, gutes Durchdringung#isvermögen,
gewährleistet, und, selbst dickere Spulen werden gleichmäßig durchpräpariert.
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Durch die Präparation läßt sieh die Scbeuerfesttfigkeit bis auf den
iofachen Betrag der Robware steigern, während die BehiandIang mit nicht mit Säuren
nachbebandelten Eiweißkondensationsprodukte die Scheuerfestigkeit nur sehr wenig
beeinflußt.
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Beispiele i. Ein Kunistseidenstran- von ioo g Gewi(fht wird
15 Min. bei 6o- mit einer Lösung von 5 g im Liter eines Produkts,
das wie nachlstehend besch;rieben hergestellt worden ist, bei einem pH von 6,o behandelt.
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500 9 eines Kondens,aüion#sprodittk-tes von ly#s#al#biiiis,anre,rn
Natrium mit Stearinsäurech,lori.d; wurden in iooo cern Wasiser' durich Envärmen,
gelöst und die Lösiting unter Rühren mit 50 ccm konz. Salzsäure kongosauer
gestellt. Darauf wurde das Gemisch_ 5 Std. auf go bis 951' erhitzt
und. dann nach dein Erkalten das erstarrtie Umsetzungsprodukt ab,getrennt. Unter
Rühren wurde sodann das Reaktionsprodukt i#n Natronlauge von 26- W bei 5o'
gelöst und diese Lösung mit Was,ser auf 5oo g EndogewicIt verdünnt.
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Die Kunstseide wird nach der Behandlung mit diesem Produkt auf iooll/o
Feuchtigkeit ab,ae,sch,le,uidert und bei .4o his 5o' vorsichtig getrocknet. Die
Scheuerfestigkeit ist auf de n 5fachen, Betrag gestiegen.
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2. Eine Kunstseidenspule mit einer Schichtdicke von 5cm wird mit einer
Lösung von 5 g im Liter des im Beispiel i angeführten Produktes, 2,o
Min. bei pH 6,o und, einer Temperatur von 5o' behandelt. Nach dem Abschlende,rn,
auf ioo% Feuchtigkeit wird bei 50' vorsichtig getrocknet. Die Bestimmung
des aufgenommenen Präparationsmittels in der oberen -und unteren Schicht ergibt
die gleichen Werte, was auf eine- gleichmäßig-Präparation hinweist.