DE75241C - Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Stoffen geringer Zugfestigkeit auf der Präg- und Ziehpresse - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Stoffen geringer Zugfestigkeit auf der Präg- und ZiehpresseInfo
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT. Y&
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein Verfahren zum Bearbeiten von solchen
Stoffen auf der Präg- oder Ziehpresse, welche infolge ihrer Structur keine grofse
Festigkeit gegen Zerreifsen besitzen, wenn sie auf Zug beansprucht werden, wie z. B. gewisse
Blechsorten, Holz- und Strohpappe, geringe Ledersorten u. a. m., und welche infolge
dessen gegenwärtig sich überhaupt nicht auf der Präg- und Ziehpresse verarbeiten lassen,
da sie infolge des hierbei entstehenden starken Zuges und der Reibung entweder theilweise
aufplatzen oder ganz zerreifsen.
Die vorliegende Erfindung besteht nun in dem Verfahren, bei dem Arbeiten auf der
Präg- und Ziehpresse zur Verhinderung des Zerreifsens des zu bearbeitenden Stoffes eine
Schutzkappe aus Papier, Gewebe, Metall oder dergleichen anzuwenden, welche in Form einer
Scheibe, eines Sternes oder als Streifen unter den zu bearbeitenden Stoff gelegt wird, um
den beim Eindringen des Stempels in den Matrizenstock entstehenden Zug bezw. Reibung
zunächst auf die Schutzkappe zu übertragen, die sich infolge dessen fest an den zu bearbeitenden
Stoff anpreist und den aufgenommenen Druck auf eine grofse Fläche vertheilt.
Durch die oben erwähnte Anwendung einer Schutzkappe zur Verminderung der beim Eindringen
des Stempels in die Matrize entstehenden Reibung ist man im Stande, selbst den geringsten Stoff, wie z. B. die leicht zerreifsbare
Holz- und Strohpappe, auf der Präg- oder Ziehpresse zu Hohlkörpern, wie Schachteln,
Rohren o. a., zu verarbeiten.
Je nach der Form des herzustellenden Gegenstandes und dem Querschnitt des Stempels
kann die Anordnung der Schutzkappe bezw. einzelner Streifen eine sehr verschiedene sein.
Auf beiliegenden Zeichnungen veranschaulichen:
Fig. ι die Anwendung einer Schutzkappe beim Arbeiten auf der Ziehpresse, und ist die
Matrize im Längsschnitt dargestellt,
Fig. 2 eine Draufsicht zur Veranschaulichung einer aus Streifen zusammengesetzten Schutzkappe,
Fig. 3 und 4 einen Längsschnitt und Draufsicht einer aus einem Stern bestehenden Schutzkappe,
Fig. 5 einen Längsschnitt der Matrize von viereckigem Querschnitt, während
Fig. 6 bis 11 Draufsichten von den verschiedenen
Anordnungen der Schutzkappe darstellen.
Unter den zu bearbeitenden Stoff ρ wird auf der dem Stempel e ab-, der Matrize b zugekehrten
Seite eine Schutzkappe in Form von Streifen, Platten oder Sternen, deren Gestaltung
entsprechend dem Querschnitt des Stempels zu nehmen ist, aus einem gegen Zug widerstandsfähigen und vielleicht auch nachgiebigen Stoff,
wie z. B. Gewebe, Papier, Gummi, Metall oder dergleichen, gelegt. Dieser zugfeste Stoff nimmt
nun beim Einführen des Stempels e in den
Claims (1)
- Untertheil f den Druck zunächst auf, infolge dessen sich derselbe über die ganze Fläche der Schutzkappe vertheilt.Da nun aber auch gleichzeitig ein festes Anpressen (eine Adhäsion) des zugfesten Stoffes der Schutzkappe an den zu bearbeitenden zugschwachen Stoff stattfindet, wird ersterer seine Inanspruchnahme, aber auch seine Widerstandsfähigkeit auf die ganze Fläche des letzteren vertheilen und somit eine Schwächung desselben an einzelnen Stellen verhindern.An Stelle der Schutzkappe aus Gewebe, Papier, Gummi oder dergleichen kann auch eine besonders hergestellte Kappe aus federndem Metall verwendet werden, bei welcher der Bodentheil mit den vollen oder streifenförmigen Seitenwänden durch Scharniere oder auf andere Weise verbunden ist. Es können auch einzelne Streifen (α1, Fig. 2) z. B. aus federndem Stahlblech benutzt werden.Zu diesem Zweck wird die aus einer Platte, einem Stern oder einzelnen Streifen bestehende Schutzkappe α auf der Matrize b durch eine vorgeschraubte Platte c gehalten, . über diese dann das zu bearbeitende Material ρ (Pappe, Leder, Bleche u. a.) gelegt und durch den Spannring d in bekannter Weise festgehalten. Beim Eindringen des Stempels e in den Untertheil f wird zunächst die Schutzkappe aufgebogen, die sich dann fest an das zu bearbeitende Material anlegt.Bei Verwendung von vierkantigem oder anderen Querschnitt habendem Stempel und Matrizen kann die Anordnung der aus einzelnen Streifen oder Sternen bestehenden Schutzkappe eine verschiedene sein. In Fig. 5 und 6 ist der Stempel von vierkantiger Gestalt, und sind die einzelnen Streifen α1, gleichmäfsig entfernt von einander, stets rechtwinklig zu der betreffenden Matrizenseite angeordnet. Bei Fig. 7 sind die einzelnen Streifen nur an den Ecken ebenfalls rechtwinklig zu den betreffenden Seiten der Matrize befestigt.Bei der Anordnung in Fig. 8 und 9 sind die einzelnen Streifen a1 der Schutzkappe nur an den Ecken der Matrize befestigt, also schiefwinklig zu der Seite derselben. Während bei Fig. 8 nur ein einziger Streifen an jeder Ecke vorgesehen ist, sind in Fig. 9 mehrere parallel zu einander liegende Streifen angeordnet. Es können aber auch noch mehrere rechtwinklig zu der Matrizenseite befestigte Streifen angeordnet sein, wie dies in Fig. 8 und 9 punktirt dargestellt ist. Bei Fig. 10 sind nur in der Mitte jeder Matrizenseite einzelne Streifen in entsprechender Weise befestigt, während in Fig. 11 die Anordnung der einzelnen Streifen al der Schutzkappe bei elliptischem Querschnitt dargestellt ist.Es können somit je nach der Form der herzustellenden Gegenstände und dem Querschnitt des Stempels die einzelnen Streifen a1 der Schutzkappe entweder radial, rechtwinklig oder schiefwinklig zu den betreffenden Matrizenseiten angeordnet sein, ferner entweder in der Mitte oder an den Ecken derselben.Patenτ-Anspruch:Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Stoffen geringer Zugfestigkeit auf der Präg- und Ziehpresse, dadurch gekennzeichnet, dafs unter den zu bearbeitenden Stoff eine Schutzkappe aus Papier, Gewebe, Gummi, Metall oder dergleichen in Form einer sich nach dem Querschnitt des Stempels richtenden Platte, eines Sternes oder einzelner Streifen gelegt wird, welche die beim Eindrücken des Stempels in die Matrize infolge der Reibung an den Wandungen derselben entstehende Zugbeanspruchung ganz oder zum gröfsten Theil aufnehmen, so dafs das Zerreifsen des zu bearbeitenden Stoffes verhindert wird.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE75241C true DE75241C (de) | 1900-01-01 |
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ID=348220
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| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT75241D Expired DE75241C (de) | Verfahren und Vorrichtung zum Bearbeiten von Stoffen geringer Zugfestigkeit auf der Präg- und Ziehpresse |
Country Status (1)
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|---|---|
| DE (1) | DE75241C (de) |
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0
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