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DE747408C - Verfahren zur Herstellung streufaehiger, insbesondere als Bodenverbesserungs- und Duengemittel geeigneter Koerperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung streufaehiger, insbesondere als Bodenverbesserungs- und Duengemittel geeigneter Koerperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen

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DE747408C
DE747408C DESCH113075D DESC113075D DE747408C DE 747408 C DE747408 C DE 747408C DE SCH113075 D DESCH113075 D DE SCH113075D DE SC113075 D DESC113075 D DE SC113075D DE 747408 C DE747408 C DE 747408C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
humus
substances
peat
fertilizers
corpuscles
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Expired
Application number
DESCH113075D
Other languages
English (en)
Inventor
Hans Leick
Dr Philipp Schneider
Current Assignee (The listed assignees may be inaccurate. Google has not performed a legal analysis and makes no representation or warranty as to the accuracy of the list.)
CAROLA SCHNEIDER GEB LIEBER
HANS LEICK
JUR PAUL SCHNEIDER DR
KARL GERHARD SCHNEIDER DR
MARIE LUISE SCHNEIDER
Original Assignee
CAROLA SCHNEIDER GEB LIEBER
HANS LEICK
JUR PAUL SCHNEIDER DR
KARL GERHARD SCHNEIDER DR
MARIE LUISE SCHNEIDER
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by CAROLA SCHNEIDER GEB LIEBER, HANS LEICK, JUR PAUL SCHNEIDER DR, KARL GERHARD SCHNEIDER DR, MARIE LUISE SCHNEIDER filed Critical CAROLA SCHNEIDER GEB LIEBER
Priority to DESCH113075D priority Critical patent/DE747408C/de
Application granted granted Critical
Publication of DE747408C publication Critical patent/DE747408C/de
Expired legal-status Critical Current

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Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F11/00Other organic fertilisers
    • C05F11/02Other organic fertilisers from peat, brown coal, and similar vegetable deposits
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C05FERTILISERS; MANUFACTURE THEREOF
    • C05FORGANIC FERTILISERS NOT COVERED BY SUBCLASSES C05B, C05C, e.g. FERTILISERS FROM WASTE OR REFUSE
    • C05F7/00Fertilisers from waste water, sewage sludge, sea slime, ooze or similar masses
    • YGENERAL TAGGING OF NEW TECHNOLOGICAL DEVELOPMENTS; GENERAL TAGGING OF CROSS-SECTIONAL TECHNOLOGIES SPANNING OVER SEVERAL SECTIONS OF THE IPC; TECHNICAL SUBJECTS COVERED BY FORMER USPC CROSS-REFERENCE ART COLLECTIONS [XRACs] AND DIGESTS
    • Y02TECHNOLOGIES OR APPLICATIONS FOR MITIGATION OR ADAPTATION AGAINST CLIMATE CHANGE
    • Y02ATECHNOLOGIES FOR ADAPTATION TO CLIMATE CHANGE
    • Y02A40/00Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production
    • Y02A40/10Adaptation technologies in agriculture, forestry, livestock or agroalimentary production in agriculture
    • Y02A40/20Fertilizers of biological origin, e.g. guano or fertilizers made from animal corpses

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Environmental & Geological Engineering (AREA)
  • Fertilizers (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung streufähiger, 'insbesondere als ßodenverbesserungs-- und Düngemittel geeigneter Körperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen Humusstoffe, zu denen beispielsweise Torf, Braunkohle, Stallmist, humifizierter Klärschlamm usw. gehören, unterscheiden sich von anderen Stoffen dadurch, daß sie in erwärmter Kalilauge mehr oder weniger löslich sind und dieselbe braun färben. Dies ist z. B.. bei Braunkohle und Torf der Fall, während Steinkohle Kalilauge nicht braun färbt. Die Humifizierung der organischen Stoffe ist die Vorbedingung für ihre Eignung zu dem Verfahren der vorliegenden Erfindung. -Die Eigenschaften der Humusstoffe sind weitgehend durchforscht. Besonders die neuere Literatur zeigt zahlreicheArbeitenüber dieses Gebiet, auch über die Humusverwertung. Zu den. Vorteilen, welche die Humusstoffe gegenüber anderen Stoffen zeigen, gehören folgende: i. Humusstoffe sind weitgehend aufnahmefähig für Wasser, elastisch und züsammendrückbar #%v;- Schwamm, sie gehören zu den reversiblen Kolloiden, die nach dem Eintrocknen durch Wasser wieder in den kolloiden Zustand übergeführt werden können.
  • z. Die Adhäsion (Klebrigkeit) der Humusstofe, d. h. die Kraft, mit welcher dieselben an den Wandungen der Werkzeuge und -Maschinen haften, ist im Vergleich-zu anderen Stoffen gering.
  • 3. Die Adsorptionskraft der Humusstoffe für viele andere Stoffe ist sehr groß.
  • 4.: Humusstoffe sind sehr leicht zerreiblich, weil die organischen Stoffe durch die Humifizierung zermürbt sind.
  • Diese -Eigenschaften der Humusstoffe bringen bei dem 'Verfahren der Erfindung, d. h. beim Durchdrücken durch en, -c Löck: r bei geeignetem Feuchtigkeitsgehalt und dadurch herbeigeführter Formung zu kleinen. «-ente nötig durch Trocknen oder Zusätze oder beides genügend fatzurnachender Körperch,-n, technische Fortschritte und wirtschaftlich
    sehr wertvolle Erweiterungen der Vern-e=@
    tungsmöglichkeiten voll Humusstoffen litt
    Mischungen mit denselben zustande.
    Huniusstoffe sind allgemein in getro@
    tein Zustande mehr oder weniger staub @'
    unhandlich, locker und von geringem Volutnengewicht. Deshalb preßt man z. E. Torf in Ballen, um sein Volumengewicht zu erhöhen und ihn transportfähig zu machen. Die Ballonform hat bei der praktischen Verwendung mancherlei Mängel und Nachteile. Die Ballen müssen vor dein Streuen erst zerkleinert werden. Dies kann z. B. in gärtnerischen und landwirtschaftlichen Betrieben nur unvollkommen vorgenommen werden. Beim Zerldeinern bilden sich große Staubmengen, welche \"erluste, Verunreinigungen und Belästigungen im Gefolge haben. Ein erheblicher Anteil der Ballen bleibt in mehr oder weniger großen Klumpen zurück, welche im Boden jahrelang liegen, ohne zur Wirkung zu kommen, zumal sie auch schwer benetzbar sind. 'Man hat daher auch vorgeschlagen, diese zerkleinerten Ballen vor "dein Ausstreuen anzufeuchten. Dieses bedeutet aber eine außerorde?itliche Belastung der Verbraucher mit -Mehrarbeit, Misch- und Transportkosten mit mancherlei Umständlichkeiten.
  • Bekamit und eine viel geübte Technik ist das Formen von Torf o. dgl. zu Tabletten und anderen Formell unter hohem Pressedruck@ Bei diesen Verfahren verhalten sich Humusstoffe nicht anders als andere, mehr oder weniger trockene und zerkleinerte feste Körper auch, d. 1i. sie werden zu dichten, harten Körpern mit relativ hohem Volumengewicht zusammengepreßt. Bei den durch- hohen Pressedruck hergestellten trockenen Humuskörperchen `wird die Oberfläche der all sich porösen Humusstoffe Zerkleinert und dadurch die Absorptionskraft wesentlich heruntergedrückt. Die hergestellten Tabletten müssen teilweise bis f; Tage im Wasser liegen, ehe sie zerfallen und als flüssiger Huniusdünger in der Gärtnerei und als Blumendünger angewandt werden können. Der Wassergehalt kann nur gering sein, weil sonst beim Komprimieren von wasserreichen Ausgangsstoffen das Wasser austritt und genau eingestellte Mischungen, z. B. Torf und Nährsalze, wieder entmischt und zerstört werden.
  • Der hohe Kraftaufwand, welcher zur Bil-(Julig voll Tabletten oder anderer Formen aus trockenen Ausgangsstoffen erforderlich ist, verteuert die Herstellung außerordentlich. Bei der Verwertung der Braunhohle als Humusträger bzw. als Konservierun-smittel der Jauche usw. oder für andere technische Zwecke bestehen insofern Schwierigkeiten, als die rohe Braunhohle infolge ihres hohen Wassergehaltes von über 6o11, nicht den Trans-ZD
    d
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    tattet jedoch nur die Verwertung zu Brenn-
    0zwecken. Versuche, zetrocknete Ara urihohle in
    Pulverform zu verwerten, stießen ferner auf große Schwierigkeiten. Die Braunkohle wird heim Trocknen sehr feinpulverig. BeiinTransport und beim Aufbewahren ertvies sich der trockene Braunkohlenstaub als selbstentzündlich, explosiv und sehr unhandlich. -Neuerdings wird zur Überwindung di;-ser @cli«-ie_ rigkeiten trockener Braunkohlenstaub in besonderen Tankwagen transportiert und unter Kohlensäure in besonderen Bunkern aufbewahrt. Aber auch dieser bei seinerGewinnung unter Druck und hohen Hitzegraden tiergestellte Staub hat in seiner Substanz große Veränderungen erfahren, so daß er in der Hauptsache nur für Brennzwecke in Frag kommt.
  • Es wurde gefunden, daß 1Iuniusstotie, beispiels@weise grubenfeuchter Torf oder grubenfeuchte Braunkohle, welche 1>:i der Gewinnung einen Wassergehalt voll fio bis ;o°;@ haben, falls sie erfindungsgemäß mittels eines Reißwolfs durch eine Lochscheibe mit kleinen Löchern gedrückt werden, kleine zvlilidi-iselie Körperchen bilden, welche beine Trocknen so erhärten, daß sie beim Transportieren nicht zerfallen. Das Durchdrücken der 'lasse durch den Reißwolf, der mit Schneckengang, I messerumdLochacheibe ausgerüstet ist, c-t-i@@igt erfindungsgemäß dadurch, daß z. B. der Torf in den Trichter eingefüllt, durch Drehen der Schnecke und des Flügehnessers zerkleinert und gegen die Lochscheibe gedrückt wird. Bei geeigneter Lochgröße, z. B. 3 bis ,1 min Lochdurchmesser, tritt die Braunkohle zylindrisch geformt aus den Öffnungen der Scheibe aus, wobei sie entweder zu kurzen KÖroerclien abbricht oder in beliebig große Stücke geschnitten oder gebrochen werden kann. Begünstigt wird die Formung dadurch. daß durch den Druck der sich drehenden Schnecke die Braunhohle unter Druck und Reibung durch die Lochscheibe hindurchgeht, wodurch mäßige Wärme erzeugt wird. Dadurch werden die Humusstoffe zusammengebacken. Beim naciifolgenden Trocknen der Körpercli:ii ei-liiirten dieselben derart, daß sie geförder t und gelagert werden können, ohne wesentlich zti s1:iilben oder zu zerfallen.
  • Die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten Körperchen' vermeiden die angeführten Nachteile und Übelstände bei der Verwendung von Humusstoffen. Infolge der schwammigen- und kolloiden Beschaffenheit der Humusstoffe werden sie beim Durchdrücken durch die .engen Lochscheiben so zusammengepreßt, daß ihr Volumengewicht nach dem Trocknen ebenso hoch ist als das Volumengewicht der zu Ballen gepreßten Humusstoffe, trotzdem die Körperchen einzeln und lose lagern. Die Körperchen lassen sich, ohne mehr Volumen als die Ballenpackung in Anspruch zu nehmen, lose in Säcken oder auch in Waggons usw. fördern, sie eignen sich ohne weiteres zum Ausstreuen, z. B. als Bodenverbesserungsmittel, da sie sich leicht und gleichmäßig im Boden verteilen lassen. Infolge ihres geringen Durchmessers nehmen sie leicht das Wasser im Boden auf und werden beim Fabrikationsgang aufs feinste zerrieben, daher zerfallen sie im Boden leicht und kommen infolgedessen schnell zur Wirkung. Bekanntlich sucht man die Wirtschaftlichkeit der Torfdüngung durch Verbesserung seiner Eigenschaften, wie Quellbarkeit und Zersetzbarkeit,. zu erreichen. Nach dein Verfahren der Erfindung wird die Quellbarkeit erhöht. ' Der Torf ist in feinster Mahlung in den geformten Körperchen enthalten, wodurch beim Zerfall im Boden beste Verteilung, eine größere Oberfläche und @damit ein größeres Absorptionsvermögen .erreicht wird.
  • Die größere Absorptionskraft der kleinen Körperchen insbesondere für Gase, z. B. Ammoniak, lvird:@bediingt!durch die große Porosität. Diese entsteht dadurch, daß, große Mengen Wasser nach dem Formen aus den-Körperchen entfernt werden. Dies bedingt eine größere Oberfläche der Humussubstanz, weil durch das Austreten des Wassers sich entsprechende Hohlräume bilden, im Gegensatz zu -den durch hohen Pressedruck hergestellten trockenen Humuskörperchen. Diese hohe Absorptionskraft ist aber noch in anderer Hinsicht sehr wertvoll. So können z. B. die porösen Körperchen an Stelle von Torfmull zum Desodorisieren von` Klosetts, zum Binden des Ammoniaks von Jauche und Dünger benutzt werden, während die festgepreßten Formen hierfür nicht oder wesentlich weniger wirksam verwendet werden können.
  • Durch Versuche wurde festgestellt, daß Braunkohle, wenn sie mit Jauche versetzt wird, imstande ist, Ammoniak zu binden, Es ergab sich, daß die Verluste der Jauche an Stickstoff um .so geringer waren, je mehr Braunkohle der Jauche zugesetzt wurde. Die Braunkohle ist demnach ein ausgezeichnetes Mittel, Jauche -vor Stickstoffverlusten zu schützen, zumal auch das humussaure Ammoni«lc bei Dün(gungsversuchen eine bessere Wirkung zeigte als in Form von z. B. schwefelsaurem Ammoniak. Wenn dieses Verfahren bisher noch wenig Eingang gefunden hat, so lag das daran, daß grubenfeuchte Braunkohle 6o bis 65 °/o Wasser enthält und den Transport auf weite Strecken nicht verträgt. Getrocknete Braunkohle ist leicht entzündlich und explosiv, sie kann daher nur in Tanks versandt werden. Die nach dem Verfahren der Erfindung hergestellten und an der Luft getrockneten Braunkohlenkörperchen können in Säcken und Waggons zur Versendung gelangen. Auch ist die Absorptionskraft der Braunkohle in Form von getrockneten Körperchen viel größer. Ob man diesen für die vorstehenden Zwecke noch geeignete Zusätze, wie Schwefelsäure, Superphosphat o. dgl. zufügt, um die Absorptionskraft weiter zu erhöhen, kann von Fall zu Fall entschieden werden. Auf jeden Fall lassen sich diese Zusätze beim Fabrikationsgang leicht und bequem in bester Verteilung in die Körperchen in einem Arbeitsgang mit einführen.
  • Aber auch beim gleichmäßigen Verteilen solcher Stoffe im Boden, die nur in geringen Mengen zur Anwendung gelangen und daher nur_ gemischt mit Sand usw. ausgestreut werden können,. bietet das Verfahren der Erfindung Vorteile. Derartige Stoffe, wie z. B. Jod, Bor, Mangan usw., die neuerdings bei der Pflanzenernährung viel beachtet werden, können beim Formen der Körperchen - wie bei der Jauchekonservierung - diesen zugesetzt werden. Dadurch werden sie in den Körperchen festgehalten und vor dem Endnischen geschützt, ihr Volumen kann durch die Humusstoffe beliebig vergrößert und das gleichmäßige Ausstreuen und Verteilen im Boden gewährleistet werden. Auch Gifte und Schädlingsbekämpfungsmittel können so mit Hilfe der Humuskörperchen aufs gleichmäßigste, zur Verteilung gelangen.
  • Aus diesen Erwägungen heraus wird das Verfahren bei der Herstellung von Humus-Ton-Gemischen als Träger von Pflanzennährstoffen und als Bodenverbesserungsmittel eine besondere Rolle spielen. Nach bekannten Versuchen werden durch Zusetzen von Ton (Montmorillonit) -zu Torf Komplexe gebildet, die sowohl in ihrer mineralischen als auch organischen Komponente starke Sorptionskräfte besitzen, die das Humusproblem, das heute wissenschaftlich stark beachtet wird, der Lösung näher bringen. Nun ist Ton spezifisch schwerer als Torf, weshalb bei der trockenen Torf-Ton-Mischung .der Ton durchrieselt und in der Mischung ungleichmäßig verteilt wird. Durch die Herstelliung von Körperchen. gemäß ,der Erfindung wird der Ton mit .dem Torf innig vermischt, und es wird feinste Verteilung und eine gute Wirkung erreicht. Das Verfahren der Erfindung ist daher in erster Linie geeignet, auch .diese Arbeiten der Praxis zugängig zu machen.
  • Da die Braunkohle neuerdings auch als Humuslieferant für humusbedürftige Böden verwendet wird, bietet das vorliegende Verfahren besondere Vorteile. Die trockenen Braunkohlekörperchen lassen sich auch für diesen Zweck auf weite Entfernungen transportieren, sie sind gut streufähig, bei der Aufnahme von Feuchtigkeit im Boden erweichen sie wieder, so daß sie sich mit dem Boden innig vermischen und auch den Pflanzenwurzeln zugängig sind. Die Wirkung als Düngemittel kann noch dadurch verbessert werden, daß mineralische Düngemittel zugesetzt werden. Wenn man den Humus als Hauptbestandteil des Düngers erstrebt, wird dieser mit wenig Nährsalzen vermischt, wenn man jedoch die Nährstoffwirkung besonders erstrebt, läßt man die Braunkohle entsprechend zurücktreten.
  • Auch andere Stoffgruppen können durch Mischen mit Humus erst zum Formen zu kleinen Körperchen geeignet gemacht werden. Hierzu gehören z. B. Stoffe, die in feuchtem Zustande klebrig werden oder leicht verhärten wie manche Düngemittel, u. a. gipshaltige Futtermittel, Ton usw., so daß sie durch ihre Keigung zum Verkleben oder durch Erstarren die Maschine zum Stillstand bringen. Erst der Humuszusatz verzögert die Erstarrung und beseitigt die Neigung zum Verkleben; die Mischung geht geschmeidig ohne großen Kraftaufwand durch die Apparatur, so daß die Formung ungestört verlaufen kann: Auf diese Weise läßt sich Kunstdünger aus der beim Streuen wenig erwünschten Pulverform in die neuerdings angestrebte körnige Form überführen.
  • Es hat sich ferner gezeigt, daß alkalischer Humus, wie er z. B. als Rückstand bei der Aufbereitung städtischer Abwässer in großen Massen anfällt, sich mit Wasserglas unter Kolloldbildung umsetzt und sich sowohl unter Beifügung von Torf, Braunkohle usw., auch ohne eine solche, nach dem Verfahren der Erfindung zu streufähigen Körperchen formen und auch mit sonstigen Zusätzen versehen läßt. Da solcher humusreicher Schlamm infolge seines hohen Wassergehaltes sich nicht auf weite Entfernungen verschicken läßt, er beim Trocknen aber die bereits erwähnten ungünstigen Eigenschaften sonstiger Humusarten auch zeigt, bietet das Verfahren der Bildung von Körperchen gemäß der Erfindung einen neuen Weg zur Verwertung von humosen Schlammrückständen.
  • Das bereits beschriebene Hindurchtreiben der feuchten Hutnusmasse durch den Reiß-Wolf, das Zerschneiden durch das Flügelmesser und das Durchdrücken durch die engen Üffnungen der Lochscheibe führt eine völlige Zerstörung der Fasern und sonstigen Zusammenhänge der Humusstoffe herbei, so daß eine gleichmäßige, fein z-erriebeneMasse entsteht. Es sei hier nur darauf hingewiesen, daß beispielsweise die Braunkohlenkörperchen infolge ihrer größeren Porosität und L eiclrtigkeit besser geeignet zum Verbrennen im Gebläse als Staubfeuerung üsw. sind oder nach anderen Verfahren unter hohem Pressedruck aus trockenem Material hergestellte Formen.
  • Eine weitere neuartige und fortschrittliche Wirkung des Verfahrens der Erfindung besteht darin, daß eine rationelle künstliche Trocknung des Torfes und anderer Huniusstoffe ermöglicht wird. Ein technisch brauchbares Verfahren zum künstlichen Trocknen ist bisher noch nicht vorhanden. Der rohe Torf macht infolge seiner kolloidalen, dein Austritt des Wassers sehr hemmenden Beschaffenheit die künstliche Trocknung zu teuer. Die daher fast ausschließlich geübte Trocknung der gestochenen Torfsoden an der Luft erfordert Zeiträume von 6 Monaten und darüber. Durch die feinste Zerreibung des Humus nach dem Verfahren der Erfindung «-erden die kolloidalen Zusammenhänge zerstört. Durch die Formung zu Einzelkörperchen bleiben diese durch die Zwischenräume getrennt, durch welche, selbst in höherer Schichtung gelagert, Luft und sonstige Gase, auch erwärmt, durchgeblasen oder durchgesatigt «-erden können. Der rohe Torf oder rohe Braunkohle können beispielsweise ohne vorherige Trocknung im Reißwolf in einem Arbeitsgang zerkleinert, geformt und anschließend getrocknet werden.
  • Nicht der geringste Vorteil des Verfahrens ist seine große Billigkeit. Es hat sich gezeigt, daß Humusstoffe allein oder auch als Zusatz zu anderen Stoffen auffallend leicht durch die engen Löcher einer Lochscheibe hindurchgehen. Das Verfahren der Erfindung gestattet, die K<irperchen zu einem Preis zu verkaufen, der bei Verarbeitung von reinem Torf etwa dem Preis für Torf in Ballenforin entspricht. Nach Versuchen mit einer Lochscheibe voll 30 cm Durchmesser können stündlich ioo 7-tr. Humusmasse zu Körperchen voll 31/2 min Lochdurchmesser und etwa i cin Länge geformt werden, die einen Kraftaufwand von etwa io kW erfordern.
  • Allgemein hat sich bei der besonderen Ausführungsform des Verfahrens der Erfindung ein Zusatz von 'Wasserglas von etwa i °/o zu den Humusstoffen bewährt, um eine größere Härte der Körperchen und einen Aufschluß der Humussubstanz zu erzielen. Die schwachen Humussäuren werden durch das Alkali des Wasserglases neutralisiert und bilden mit der entsprechenden kolloidalen Kieselsäure komplexe Verbindungen, welche im Fabrikationsgang ein anderes Verhalten zeigen als das Wasserglas oder die freie Kieselsäure in anderen Fällen, wo keine Humusstoffe anwesend sind. Dazu kommt, daß bei angestellten Versuchen der Wa.sserglas-Huinus-Komplex in Form der Körperchen eine bessere Düngewirkung zeigte als die einzelnen Ausgangsstoffe.
  • Ausführungsbeispiele: i. Grubenfeuchte Rohbraunkohle - ohne Wasserglaszusatz -durch Reißwolf mit Lochscheibe gedrückt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet.
  • Grubenfeuchte Rohbraunkohle -@- i °/o Wasserglaszusatzgeformt. Formunggut. Nach der Formung getrocknet. Körperchen fester wie zu i.
  • 3. Grubenfeuchter Torf ohne Wasserglaszusatz geformt. Körperchen etwas locker. Nach dem Formen getrocknet.
  • q.. Grubenfeuchter Torf + 10/, Wasserglaszusatz geformt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet.
  • 5. Grubenfeuchter Torf + 1,50/, Wasserglas geformt. Formung gut. Körperchen fester wie bei 3 und :1.
  • 6. Feuchter Torf und 5 % Am-Sup-Ka-Zusatz (9o°/0), geformt, nach Formung hart «erdend, ohne Trocknung. Nicht stä-ab;nd, bestens streubar.
  • 7. Feuchte Rohbraunkohle und io°fa im-Sup-Ka-Zusatz (9o°/,), geformt, nach Formung hart werdend, ohne Trocknung. Nicht stäubend, bestens streubar.
  • B. Klärschlamm allein -f- 3 °1o Wasserglas-Zusatz, geformt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet. g. Klärschlamm + io °/o Torf- + 10/. Wasserglas-Zusatz, geformt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet.
  • i o. Klärschlamm -;- 5 °j, Torf- Wasserglas-Zusatz, geformt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet.
  • i i. Torf und Ton-Zusatz in verschiedenen Mischungsverhältnissen geformt. Formung gut. Nach dem Formen getrocknet.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung streufähiger, insbesondere als Bodenverbesserungs- und Düngemittel geeigneter Körperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen, dadurch gekennzeichnet, daß die feuchten Ausgangsstoffe mittels eines mit Schneckengang, Flügelmesser und Lochscheibe versehenen Reißwolfes durch die kleinen Öffnungen der Lochscheibe gedrückt und gleichzeitig zu kleinen Formlingen zerkleinert werden, die man anschließend einer Trocknung unterwirft.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß den Ausgangsstoffen geringe, etwa i °@o betragende -Mengen Wasserglas zugesetzt «-erden. Zur Abgrenzung des Anmeldungsgegenständes vom Stand der Technik sind im Erteilungsverfahren folgende Druckschriften in Betracht gezogen worden: deutsche Patentschriften . . . Nr. 579 573 und Gig 244; französische Patentschriften - 75o638. 685 286 und 508 138.
DESCH113075D 1937-06-15 1937-06-15 Verfahren zur Herstellung streufaehiger, insbesondere als Bodenverbesserungs- und Duengemittel geeigneter Koerperchen aus Humusstoffen oder solche enthaltenden Gemischen Expired DE747408C (de)

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