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Vorrichtung zum selbsttätigen fließgangmäßigen Einschrauben von Geschoßböden
in Geschoßhülsen Zum Einschrauben von Geschoßböden in Geschoßhülsen hat man bisher
die Geschoßhülsen, insbesondere solche größeren Kalibers, in ein Spannfutter eingespannt
und das Einschrauben der Böden mit einem in Bohrungen derselben passenden Zapfenschlüssel
vorgenommen.
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Die Erfindung ersetzt diese für eine Massenfertigung zu langwierige
Arbeitsweise durch ein im Fließgang durchgeführtes maschinelles Einschrauben der
Böden. Erfindungsgemäß ist hierzu eine Vorrichtung geschaffen, die aus einem schrittweise
drehbaren Aufspanntisch besteht, in dessen über den Umfang verteilten Aufnahmen
die Geschosse mit dem Bodenende nach oben eingespannt und mit zum ersten Zusammenhalt
in das Bodenende eingeschraubten Geschoßböden in einem folgenden Schaltschritt des
Aufspanntisches einem maschinellen Drehantrieb zugeführt werden, dessen Antriebskopf
durch axiale Verschiebung auf den einzuschraubenden Geschoßböden schaltbar ist.
Durch eine im Antrieb zwischengeschaltete Sicherheitskupplung schaltet sich der
Antriebskopf selbsttätig ab, sobald bei eingeschraubtem Geschoßboden das Drehmoment
übermäßig ansteigt. In einer nächsten Schaltstellung des Drehtisches wird dann die
folgende mit .einem Geschoß bestückte Aufnahme unter den Drehantrieb geführt, während
aus der vorhergehenden Aufnahme das Geschoß mit dem fertig eingeschraubten Boden
entnommen und gegebenenfalls zugleich oder in einer folgenden Schaltstellung die
frei gewordene Aufnahme des Tisches mit einem neuen Geschoß versehen wird.
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Insbesondere kann auch die Vorrichtung dazu dienen, bei leeren, d.
h. noch nicht laborierten Geschossen mit eingeschraubten Geschoßböden unter einem
ersten Drehantrieb den eingeschraubten Boden vom Geschoß zu lösen, in der nächsten
Schaltstellung des Tisches die Sprengladung in das offene Geschoß einzustecken und
in einer folgenden Drehtischstellung dann den Geschoßboden wieder auf das fertiglaborierte
Geschoß aufzuschrauben.
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Als Drehantrieb werden zweckmäßig elektrische Einzelantriebe an sich
bekannter und
handelsüblicher Art verwendet, die in einer geeigneten
Halterung unter vorzugsweise kardanischer Aufhängung und gegebenenfalls elastisch
nachgiebiger Verspannung an dem rahmenartigen Kopfteil einer mittleren, die Drehführung
für den Aufspanntisch bildenden Standsäule aufgehängt sind. Der Antriebskopf der
elektrischen Einzelantriebe läßt sich zum Eingriff mit den Geschoßböden und zum
Einschrauben derselben mit einem entsprechenden Axialliub gegen die Wirkung von
Rückzugsfedern gegenüber dem Drehantrieb ausziehen. Dieser Auszug als 'Vorschub
des Antriebskopfes geschieht vermittels an der Standsäule in senkrechter Ebene schwenkbar
angelenkter Bedienungshebel, an denen die Einschaltvorrichtung für elektrische I@inzelantriebe
zweckmäßig im Griffbereich der Hand angeordnet sind. Gegebenenfalls könnte auch
der Schalthub des Hebels durch eine vom letzten Ende des Schaltweges abhängige Kontaktgabe
die Einschaltung der elektrischen Antriebe unmittelbar steuern.
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Der Aufspanntisch bestellt zweckmäßig aus einer unteren Spurplatte
und einem oberen, die Spannaufnahmen enthaltenden Rahmenteil, die miteinander durch
Versteifungen verbunden sind. Die untere Platte trägt in Flucht der Spannfuttermitten
Stützbecher finit der Geschofspitze folgenden Austielitilungen. Durch auswechselbare
Distanzringe kann die Stützbecherhölie verschiedenen Geschoßlängen für unterschiedliche
Geschoßkaliber angepal,lt werden. Die untere Spurplatte besitzt im Schaltschrittabstand
des Tisches als Löcher ausgebildete Rasten, in die durch Fußhebel ausriickbare,
unter Federwirkun g stellende Stößel selbsttätig einrasten können, die den "fisch
in der jeweiligen Schaltstellung festlegen.
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Ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Einschrauben
von Geschoßböden ini Fließgangverfallren ist in der Zeichnung dargestellt.
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1i zeigt dieVorrichtung in eineniLängsschnitt und Fig. 2 in einem
Querschnitt nach der Linie II-il der Fig. i.
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Die Gesamtanlage bestellt -aus einem Standsockel a. finit einem mittleren
säulenartigen Ständer a,, dessen oberes Ende in einen Tragrahmen a:. ausläuft. In
diesem ist in kardanischerAufhängung b,, b., rechts und links der Säule a, je ein
elektrischer Einzelantrieb c, c, voll an sich bekamiteln Aufbau gehalten. Die elektrischen
Antriebe c, c, können y
#,egebene^nfalls durch Federspannwerke oder Guininipufter
zur Vermeidung voll unerwünschten zufälligen Pendel- oder Schwingttnasbelvegungennoch
besonders abgefangen sein. Der Antriebskopf der elektrischen Einzelantriebe c, cl
ist gegen die Wirkung von Federn c,, axial ausziehbar. Diesen axialen Vorschub des
Antriebskopfes vermitteln Schaltliebel d, die mit einer Lagerbüchse d, ein Halslager
des Antriebskopfes umfassen und ;in Punkt d. schwenkbar an eine Schelle
a .;, der Säule a., angelenkt sind.
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Unterhalb der Einzelantriebe c, c, ist uni die Säule a, drehbar ein
in gleichmäßigen Schaltschritten schwenkbarer Tisch c gelagert. Er bestellt aus
einem unteren, auf einer vom Standsockel a. gebildeten Schulter abgestützten Ringplatte
e, und einem damit starr verbundenen oberen Teil e.,, das die Spannfutter f für
die einzuspannenden Gcschosse g enthält. Die richtige Höhenlage des Geschoßbodenendes
in den Spannaufnahmen f ist durch Stützbecher 11 mit dem Geschoßkopf folgenden
Ausnehmungen gegeben. Die Becher 1r stutzen sich auf der unteren Ringplatte c, ab,
auf der sie mit einem unteren Verlängerungszapfen genau in Flocht finit der Achsmitte
der Spannaufnahmen f gehalten sind. Auswechselbare Zwischenringe h, zwischen der
unteren Tischplatte e, und den Stützbechern lt gestatten. bei anderen Geschoßlängen
das Gescliof,lbodenen<ie in stets gleicher oder annähernd gleicher Höhenlage
über den Einspannvorrichtungen f zu halten. Die Iinspannvorrichtung selbst bestellt
aus den beiden Klenirnbackell f , die über SI>annirtkken i mittels eines Daumens
1, durch einen Spanngriff k, mit einer Teildrehung von etwa ()o, anspann- und lösbar
sind.
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Am Standsockel a sind im Bereich des Fulles der Bedienungsleute für
die beiden elektrischen Drehantriebe c, c, Fußhebel l angeordnet, an denen ",töl-el
tu. angelenkt sind, deren freie Enden in Rasten e;, der unteren Ringplatte e, des
Tisches einspringen können. Die Stößel ni. stehen dazu unter der Wirkung vom Federn
tt, die die StÖßel ständig in die Rastlöcher der unteren Tischplatte e, einzurücken
bestrebt sind.
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Für die Beschreibung der Wirkungsweise sei angenommen. dall finit
der Vorrichtung bereits eingeschraubte # Geschoßböden hei leeren. d. 1i. noch nicht
mit Sprengladung gefüllten Geschossen ausgeschraubt, anschliel.lend die Sprengladung
eingesetzt und schließlich die Geschoßböden «-ieder in das fertiglaborierte Geschoß
eingeschraubt wercIeli sollen.
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In die Aufnahme fo des Drehtisches c wird ein leeres Geschotl ä lilit
eingeschraubtem Boden eingesetzt. Nach dein 1=estspannen in den hleininbacken f
wird durch -Niedertreten der zweckmäßig den beiden Arbeitsstellen an den Antrieben
c. c, zugeordneten Fußhebel 1 der Tisch e um eine Vierteldrehung geschwenkt.
Sobald
seine Drehung eingeleitet ist, werden die Fußhebel Z freigegeben. Die daran angelenkten
Stößel in gleiten dann unter der Wirkung ihrer Federn ia an der Unterfläche der
unteren Tischplatte ei entlang und fallen in der Arbeitsstellung selbsttätig in
die Rastlöcher e3 dieser Platte ein. Damit ist die erste Aufnahme f o unter den
maschinellen Antrieb cl geschaltet. Hier bringt der Bedienungsmann den Antriebskopf
c.. des elektrischen Antriebes durch Abschwenken des Hebels d mit dem abzuschraubenden
Geschoßboden g1 in Eingriff. Zweckmäßig bedient man sich hierbei eines in der Zeichnung
strichpunktiert angedeuteten Zwischenstükkes o, das unten mit in die Anzugslöcher
des einzuschraubenden Bodens g1 passenden Zapfen, oben mit einem Vierkant versehen
ist, dem eine formentsprechende Ausnehmung im Antriebskopf c. zugeordnet ist. Das
Zwischenstück o läßt den Antriebskopf c.. mittels des Schalthebels d ohne Schwierigkeiten
richtig aufsetzen und auf Drehung kuppeln, wobei die kardailische Lagerung der Antriebe
c, cl ein genaues Hinleiten des Kopfes c_ auf das Vierkant des Zwischenstückes o
sicherstellt. Der eingeschaltete Antrieb schraubt jetzt den Geschoßboden g1 aus
der Geschoßhülse g aus.
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Nach dieser Operation werden die Fußliebel g wiederum niedergetreten,
und der Drehtisch e wird um einen weiteren Schaltschritt geschwenkt. In dieser Arbeitsstellung
wird in das nunmehr geöffnete Geschoß die Sprengladung eingeschoben und der Geschoßboden
9l von Hand bis zu einem ersten Fassen seines Gewindes auf die Geschoßhülse aufgeschraubt.
Nach einer weiteren Schaltung des Tisches wird dann in der letzten Arbeitsstellung
unter dem Antrieb c der Geschoßboden g1 in das Geschoß g vollends eingeschraubt.
Hierbei spricht unter dem ansteigenden Drehmoment beim vollendeten Einschrauben
die Sicherheitskupplung c4 im elektrischen Antrieb an. Der Bedienungsmann ersieht
an dem stehenbleibenden Antriebskopf c2, daß der Geschoßboden g1 vollständig eingeschraubt
ist. Er läßt den Schalthebel d los, so daß die Federn c, den ausgezogenen Antriebskopf
aus der Arbeitsstellung zurückziehen. Der Antrieb wird .ausgeschaltet. Sobald an
allen vier Arbeitsplätzen die jedem zugeteilte Fertigungsmaßnahme durchgeführt ist,
wird der Tisch e nach Niederdrücken der Fußliebel L weitergeschaltet. Er wandert
jetzt mit der betrachteten Aufnahme f, in die Ausgangsstellung zurück, wo durch
Lösen der Spannvorrichtung f das fertiglaborierte Geschoß mit dem eingeschraubten
Geschoßboden g1 entnommen und ein neues, noch nicht gefülltes Geschoß eingespannt
wird. Es wird also an allen vier Schaltstellungen gleichzeitig gearbeitet, so daß
bei jedem Schaltschritt ein Geschoß mit fertig eingesetztem Boden an der betrachteten
Eingangsstelle des fließgängigen Kreislaufes entnommen werden kann.
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Selbstverständlich können statt der vier Rasten oder Arbeitsstellungen
für einen Kreislauf gegebenenfalls deren mehr vorgesehen werden, wenn beispielsweise
das erste Einschrauben des Geschoßbodens g1 von Hand bis zum Fassen des Gewindes
oder auch et`va das Aufspannen des Geschosses g gegenüber dem Einspannen je einer
gesonderten Arbeitsstellung als Fertigungsmaßnahme zugewiesen werden soll. Ebenso
ist auch eine andere Unterteilung des Fließganges möglich. Dies kann insbesondere
geschehen, wenn beispielsweise die Geschosse und ihre Böden von vornherein getrennt
an die Vorrichtung herangebracht werden und nicht der eine elektrische Antrieb cl
zum Ausschrauben, sondern ebenfalls zum Einschrauben der Böden g1 dient. Es kann
dann hinter jeder Arbeitsstellung der dann in gleichem Drehsinn angetriebenen Maschinen
e, cl ein Abnehmen der fertiglaborierteil Geschosse erfolgen. Denkbar ist natürlich
für diesen Fall des bloßen Einschraubens der Böden auch eine Vorrichtung niit nur
einem einzigen Drehantrieb c.