DE7209275U - Strangpreßvornchtung - Google Patents
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Description
DR. BERG DIPL.-ING. STAPF
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21. April 1972
Anwaltsakte 22 191
United Kingdom Atomic Energy Authority London / England
"Strangpreß -vorrichtung"
Die Erfindung bezieht sich auf eine Strangpreßvorrichtung.
Zum Strangpressen wird ein in einem Behälter befindliches Material einem Druck unterworfen, welcher es durch eine
(0811) 98 82 72 98 70 43
98 33 10
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die Querschnittsform des Produkts bestimmende Formöffnung
auspreßt. Der Druck auf das Material kann mechanisch ausgeübt werden, beim herkömmlichen Strangpressen beispielsweise
mittels eines das Material beaufschlagenden Kolbens in dem Behälter. Beim hydrostatis- ien Strangpressen wird
der Druck zum Auspressen des Materials über eine um das Material herum im Behälter vorhandene .Flüssigkeit ausgeübt.
Insbesondere bei der Anwendung des Strangpressens für Metalle ergibt sich eine praktische Begrenzung dadurch,
daß der dazu erforderliche Druck vom Preßstrangverhältnis abhängig ist. Dieses ist durch das Verhältnis der Querschnittsgrößen
des Materials vor und nach dem Strangpressen bestimmt.
Selbst bei relativ leicht bearbeitbaren Metallen läßt sich ein hohes Preßstrangverhältnis nur durch Anwendung übermäßig
hoher Drücke am Werkstoff und im Behälter erzielen. Die Herstellung von Behältern, welche solchen Drücken
standzuhalten vermögen, ist jedoch schwierig und teuer.
Die Erfindung schafft eine Strangpreßvorrichtung, bei der diese Schwierigkeiten umgangen sind.
Die Erfindung schafft eine Strangpreßvorrichtung zum Strangpressen von Metallen, welche es erlaubt, daß wenigstens
ein Teil der Kraft zum Auspressen des Metalls durch eine Strangpreßform hindurch durch reibungserzeugende
Anlage des Metalls an einen Durchlaß begrenzenden Oberflächenteilen
eines auf die Form zu bewegten Teils aufgebracht wird j so daß der Reibungswiderstand der den Durchlaß
begrenzenden Flächenteile das Auspressen des Metalls durch die Preßform hindurch bewirkt.
Die reibungserzeugende Anlage kann durch die Belastung des Metalls mit einem in bezug auf die Strangpreßform stationä
ren Teil bewirkt werden, wobei die Anlagefläche des stationären Teils am Metall kleiner ist als die des beweglichen
Teils, so daß der Reibungswiderstand der den Durchlaß begrenzenden Fläch^enteile des beweg:ichen Teils gegenüber
dem Metall überwiegt und dieses daher durch die Preßform ausgepreßt wird. Das den den Durchlaß begrenzenden Flächenteilen
zugeführte Metall kann ein massiver Stab oder eine solche Stange oder auch pulverförmig sein.
Beim herkömmlichen mechanischen oier hydrostatischen Strangpressen
bestimmte die GRöße oder Menge des in den Druckbehälter einbringbar^n Werkstücks oder Materials die Länge des
in einem Strangpreßvorgang herstellbaren Preßstrangs. Die Querschiiittsgröße des Werkstücks ist dabei durch das bei
dem vorgegebenen Arbeitsdruck des Druckbehälter erzielbare Preß-Strang^-verhältnis begrenzt. Eine Vergrößerung der Länge
des Werkstücks ist somit nur über eine Vergrößerung der Länge bzw. der Menge des Ausgangsmaterials mit entsprechender
Verlängerung des das Ausgangsmaterial aufnehmenden Druckbehälters erzielbar, wobei jedoch die Schwierigkeiten und
Kosten bei der Herstellung des Behälters zunehmen.
Die Strangpreßvorrichtung gemäß der Erfindung erlaubt eine kontinuierliche Materialzufuhr.
Eine solche Vorrichtung ist erfindungsgemäß gekennzeichnet durch erste und zweite, miteinander einen Durchlaß begrenzende
und in Längsrichtung des Durchlasses relativ zueinander bewegliche Teile, durch ein gegenüber dem zweiten Teil
fest angeordnetes, in den Durchlaß hineinragendes und diesen sperrendes Anschlagteil, durch wenigstens eine zunächst dem
Anschlagteil aus dem Durchlaß führende Preföformoffnung und
durch Einrichtungen für die kontinuierliche Zufuhr von Strangpreßmaterial zu einem von dem Anschlagteil entfernt liegenden
- 5-
| • | Teil | des | - 5 - | *: '"': | .. . ., , | Durchlaß | begrenzende |
| Durchlasses, wo | |||||||
| bei der | den | ||||||
Flächenanteil des auf das Anschlagteil zu beweglichen Teils größer ist als der des stationären Teils, so daß das in den
Durchlaß eingebrachte Material durch den Reibungswiderstand der den Durchlaß begrenzenden Flächenteile des ersten Teils
in Richtung auf das Anschlagteil bewegbar und durch die Formöffnung auspreßbar ist.
In einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist die Strangpreßform gekennzeichnet durch ein mit einer endlosen
Nut versehenes Rad,-durch einen ein Teil der Nutlänge abdeckenden und mit dieser einen Durchlaß begrenzenden Schuh,
durch einen von dem Schuh in die Nut ragenden und den Durchlaß an einem Ende versperrenden Anschlag, wobei das Rad gegenüber
dem Schuh in Richtung auf den Anschlag drehbar ist, durch wenigstens eine zunächst dem Anschlag angeordnete
Preßformöffnung und durch Einrichtungen zum Zuführen von Strangpreßmaterxal zum dem Anschlag abgekehrten Ende des
Durchlasses, so daß das in der Nut befindliche Strangpreßmaterial durch Reibungswiderstandskräfte in Richtung auf
den Anschlag mitführbar und dabei durch die Formöffnung hindurch auspreßbar ist. Die Preßformöffnung kann in der
Stirnfläche' des Anschlages gebildet sin. In einer anderen Ausführung ist der Anschlag massiv und die Preßformöffnung
/JIf-
ist vor dem Anschlag in der Fläche des Schuhs gebildet. Im ersteren Falle können in der Stirnfläche des Anschlags mehrere
Formöffnungen gebildet sein, und im letzteren Falle können vor dem massiven Anschlag mehrere Preßformöffnungen
in der Fläche des Schuhs gebildet sein. In jedem Falle können die Formöffnungen durch in dafür vorgesehene Sitze
eingesetzte Formeinsätze gebildet sein.
Mehrere Schuhe können in gegenseitigen Abständen in Wirkverbindung
mit der Nut angeordnet sein.
Die deutsche Offenlegungsschrift P 19 61 265 der Anmelderin
bezieht sich auf eine Strangpreßvorrichtung, in welcher auf das Strangpreßmaterial ein Kompressionsdruck ausgeübt wird,
durch welchen das Material in einen Bereich vor der Vorder- fläche eines Werkzeugs gefördert wird, welches seinerseits
derart bewegt wird, daß das Material in diesem Bereich einem zusätzlichen Kompressionsdruck unterworfen ist, unter
dessen mit dem im Material vorhandenen Kompressionsdruck kombinierter Virkung das Material durch eine dem Werkzeug
zugeordnete Formöffnung ausgepreßt wird.
In einer bevorzugten Ausführungsform verwendet die in der
genannten Patentanmeldung beschriebene Vorrichtung einen
drehbaren Werkzeughalter, über dessen Stirnseite das
Werkzeug in Form eines .Vorsprungs hervorsteht. Der Werkzeughalter
wird um eine quer zu der den Vorsprung tragenden Stirnfläche verlaufende Achse angetrieben, so daß sich der
Vorsprung auf einer Kreisbahn bewegt, wobei der mit seiner Vorderseite auf das davor befindliche Strangpreßmaterial einen
Druck ausübt. Zur kontinuierlichen Zufuhr des Materials in den Bereich der Stirnseite des Werkzeughalters wird ein
kontinuierlicher Kompressionsdruck darauf ausgeübt bzw. darin aufrecht erhalten. Das vor der Vorderseite des Vorsprungs
befindliche Material ist in diesem Bereich einem zusätzlichen Kompressionsdruck unterworfen, unter dessen mit dem im Material
aufrechterhaltenen Kompressionsdruck kombinierter Wirkung das Material durch eine dem Werkzeug bzw. Vorsprung
zugeordnete Formöffnung ausgepreßt wird.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich für das Zuführen des Strangpreßmaterials in den Bereich der Stirnfläche des
Werkzeughalters in einer Vorrichtung der in der genannten Patentanmeldung beschriebenen Art verwenden.
In der ein drehbares Rad aufweisenden Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann das entlang der Nut fortbewegte
Preßmaterial mittels des in der genannten Patentanmeldung
beschriebeilen drehbaren Werkzeugs zusätzlich bearbeitet
werden, wobei dieses in einer Bohrung in dem Schuh derart angeordnet ist, daß es mit seiner Stirnfläche nahe der
Stirnseite des Anschlags der Nut frei gegenübersteht.
V/eitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung. Darin zeigen:
Fig. 1 eine Teil-Schnittansicht einer erfindungsgemäßen
Strangpreßvorrichtung,
Fig. 2 eine zerlegte Schrägansicht der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung,
Fig. 3 eine geänderte Ausführungsform der in Fig. 1 und 2
gezeigten Anordnung,
Fig. h eine Schnittansicht einer weiteren Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 5 bis 9 Schrägansichten von Abwandlungen der Vorrichtung nach Fig. 4,
Fig. Io eine Teil-Schnittansicht einer dritten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung und
Fig. 11 eine Schnittansicht entsprechend der Linie λ XI
in Fig. Io.
Die in Fig. 1 und 2 gezeigte Strangpreßvorrichtung weist ein drehbar auf einer Welle 2 sitzendes Rad 1 auf. In die
Umfangsfläche des Rades 1 ist eine Nut mit quadratischem Querschnitt gefräst, Vielehe somit eine um die Achse des
Rades verlaufende quadratische Rotationsfläche bildet. Auf die Umfangsfläche des Rades 1 ist ein Schuh k satt aufsetzbar.
Ein an der Unterseite des Schuhs k hervorstehender Anschlag
5 weist einen dem der Nut 3 komplementären Querschnitt auf und ragt in diese hinein, so daß er darin eine gleitende
Abdichtung bildet. Im Anschlag 5 ist eine Durchlaß 6 gebildet. Eine einstückig mit dem Schuh 4 gebildete Kammer 7 ist
über eine Bohrung 8 mit der Umfangsnut 3 des Rades 1 in Verbindung. Ein am Anschlag 5 gegenüberliegenden Ende der
Unterseite des Schuhs 1J gebildeter Dichtklotz 9 ragt unter
gleitend abdichtender Anlage in die Nut 3 des Rades 1 hinein. Ein Werkstoff Io für das Strangpressen wird durch die Bohrung
8 der Kammer 7 hindurchgepreßt und füllt den unterhalb des Schuhs h zwischen dem Dichtklotz 9 und dem Anschlag 5 ver-
- Io -
- Ιο-
4g
laufenden,Teil der Nut 3 rus.
Zum Einpressen« des Materials Io aus der Kammer 7 in die
Nut 3 kann in der Bohrung 8 der Kammer 7 ein Preßkolben
vorhanden sein. Nach dem Verpressen des in der Kammer 7 enthaltenen Materials wird der Kolben zurückgezogen und der
Kammer 7 weiteres Material zugeführt, jeispielsweise von
einer kontinuierlichen Gießeinrichtung. Anderenfalls kann das Material auch in Pulverform intermittierend mittels
Preßkolben oder kontinuierlich mittels Förderschnecken zugeführt werden.
Das Rad 1 wird in Richtung des Pfeils 11, also in Fig. 1
im Uhrzeigersinn angetrieben. Das unter dem Schuh ^! in der
Umfangsnut 3 befindliche Material Io wird dabei durch seinen
Reibungswiderstand gegenüber den Wandungen der Nut 3 in Richtung des Anschlags 5 rnitgeführt. Auf diese Weise entsteht
in dem Material Io in der Nut 3 ein Druck, unter welchem das Material durch den Durchlaß 6 im Anschlag 5 ausgepreßt
wird. Die Drehung des Rades 1 bewirkt ferner, daß das Material unter querverlaufenden Scherkräften aus der Bohrung
8 der Kammer 7 abgeführt wird, so daß ein kontinuierlicher Strangpreßvorgang stattfindet. Das unter Drehung des Rades
- 11 -
- 11 -
1 aus der Kammer 7 abgeführte Material wird laufend durch Zufuhr von weiterem Material zur Kammer 7 ersetzt.
Bei pulverförmigem Material bewirkt der in der Nut 3 auf dasselbe ausgeübte Druck eine Verdichtung des Materials.
Eine weitere Verdichtung erfährt das Material beim Auspressen durch den Durchlaß 6, so daß man einen festen Preßstrang
erhält.
Die Nut 3 im Umfang des Rades 1 bildet zusammen mit dem
Schuh 4 einen durch vier Wandungen begrenzten Durchlaß. Die durch die Seitenwände und den Boden der Nut 3 gebildeten
Wandungen bewegen sich kontinuierlich auf den Anschlag zu. Demgegenüber ist die durch die Unterseite des Schuhs
4 gebildete vierte Wandung stationär. Wie vorstehend bereits angedeutet, führen die drei bewegten Wandungen der Nut
das Material Io aufgrund ihrer Reibung in Richtung auf den Anschlag 5 mit. Dabei gleitet das Material an der durch
die Unterseite des Schuhs 4 gebildeten vierten stationären Wand entlang. Sind dabei die Reibungskoeffizienten für alle
vier Wandungen gleich, so gleicht die durch die Unterseite des Schuhs 4 gebildete stationäre Wandung den durch den
Boden der Nut 3 ausgeübten Reibungswiderstand aus, so daß
- 12 -
das Material1 durch die Reibuncswiderstände an den beiden
Se?.tenwandun°-,en der Nut 3 in Richtung des Anschlags 5 mitgeführt
wird.' Damit ist die in Richtung auf den Anschlag 5 auf das Material einwirkende Kraft gTsich
2.1.w.k,
worin
worin
1 = der Länge des unter dem Schuh 4 befindlichen Teils der Nut 3 in Umfangsrichtung, in welchem
sich das zu pressende Material befindet,
w = der Breite bzw. Höhe der Seitenwandungen der Nut 3 und
k = der Scherfestigkeit des 7\x pressenden Materials
ist.
Die durch den Ausdruck 2.1.w.k. gegebene Kraft muß an der Stirnseite des Anschlags 5 eine Belastung PA ergeben,
P = dem zum Strangpressen des Materials erforderlichen Druck und
A = der Querschnittsgröße des Anschlags 5 ist,
welche ihrerseits der der Umfangsnut 3 entspricht
- 13 -
Im Falle einer Nut 3 mit quadratischem Querschnitt ist
2 '■ '
A=W und somit PA = Pw , woraus sich für die Bedingungen
beim Strangpressen
ρ 2.1.w.k = Pw ergibt.
Daraus ergibt sich
2
CL Zx.
X
Y = 2k = der Fließgrenze des Materials ist. Daraus folgt
- P w = γ
Dieser Ausdruck gestattet die Berechnung der verschiedenen Abmessungen der vorstehend beschriebenen Vorrichtung für das
Strangpressen von einem bestimmten Material.
Als Beispiel sei das Strangpressen von Kupfer mit einer
Fließgrenze von 3 t pro Quadratzoll (47,5 kp/mm ) angenommen, Die Verv;endung eines Rades 1 mit einer Umfangsnut von
quadratischem Querschnitt mit einer Seitenlänge von 12,4 mm
und eines Anschlages 5 mit einem Durchlaß von I,9o5 mm er-
- 14 -
gibt ein Druckübersetzunosverhältnis von etwa 55 : 1, was
2 einen Strangpreßdruck von etwa 157 kp/mm erfordert.
Daher ist
1 _ 157
2"F ■ ΤΪΤ75
2"F ■ ΤΪΤ75
- 157*12,7
5775
5775
1 = etwa 4l5 mm.
Findet ein sich über etwa ein Viertel des Umfangs des Rades 1 erstreckender Schuh 4 Verwendung, so ergibt sich ein
erforderlicher Durchmesser des Rades von etwa 21 Zoll (533 mn
Fig. 3 zeigt eine Anordnung zum Strangpressen von kontinuier lichem Stabmaterial. Die Anordnung in Fig. 3 ist ähnlich
der in Fig. 1 und 2 gezeigten, und £. :iche Teile sind
mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.
In der in Fig. 3 gezeigten Ausführung ist am Schuh 4 keine
Kammer 7 mit der Bohrung 8 vorgesehen. Der Umfangsnut 3
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des Rades 1 wird Material 11 in kontinuierlicher Strangoder
Stabform zugeführt. Das Material 11 wird in der Nut 3 fortlaufend unter dem Schuh 4 hinweg zum Anschlag 5 mitgeführt,
und das vordere Ende des Materialstrangs 11 wird kontinuierlich durch den Durchlaß 6 im Anschlag 5 hindurchgepreßt.
Bei dieser Anordnung ist für den Materialstrang 11 kein Zufuhrdruck erforderlich. Eine solche Anordnung eignet
sich insbesondere zum Strangpressen von pulverförmigem Material,
welches dann unter kontinuierlichem Einstampfen oder mittels■einer Förderschnecke in die Nut 3 eingebracht
werden kann. Eine Materialzufuhr unter Schwerkraft ist in diesem Falle ebenfalls möglich, wobei jedoch Einrichtungen
zum Gewährleisten eines freien Zuflusses zweckmäßig erscheinen. Zu Beginn des Betriebs mit einem neuen Material wird pulverförmig
s Material gegebenenfalls nicht sofort von den bewegten Oberflächen mitgeführt. Gegebenenfalls mit einiger
Nachhilfe verdichten sich die Teilchen dann in einer V/eise, daß ihr Reibungswiderstand wirksam wird. Bei festem Material,
wie etwa dem Strang 11, kann unmittelbar vor dem Schuh 4 eine Rolle zum Eindrücken des Materials in die Nut vorhanden
sein.
Die in Fig. 4 gezeigte Vorrichtung hat die gleiche Grundform wie die in Fig. ί und 2 gezeigte, wobei gleiche Teile
wieder mit denselben Bezugszeichen bezeichnet sind. Die
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Vorrichtung weist ein auf einer Welle 2 sitzendes drehbares Rad 1 auf, in dessen Umfangsflähe eine Umfangsnut 3 gebildet
ist. An der Außenfläche des Rades 1 befinden sich zwei Schuhe 4 in satter Anlage. An der Unterseite beider
Schuhe 4 ist jeweils ein Anschlag 5 gebildet, v/elcher in die Umfangsnut 3 des Rades 1 hineinragt. In jeweils vor dem
Anschlag 5 gebildete Sitze 7 ist jeweils eine Strangpreßform 6 eingesetzt, welche in einen radial durch den Schuh h
hindurchgeführten Auslaß 8 mündet. Im Betrieb der Vorrichtung nach Fig. 4 wird jeweils ein Materialstrang 9 unter den
beiden Schuhen 4 kontinuierlich in die Umfangsnut 3 eingeführt. Das Rad 1 wird in Richtung des Pfeils Io, also im
Gegenzeigersinn angetrieben. Dabei üben die Wandungen der Umfangsnut 3 einen Reibungs-Zugwiderstand auf die beiden
Materialstränge 9 aus, wodurch diese in der Nut 3 unter dem Schuh 4 entlang in Richtung auf den Anschlag 5 mitgeführt
werden. Dabei entsteht in dem unterhalb des jeweiligen Schuhs in der Mut 3 befindlichen Material ein Druck, unter dessen
Wirkung jeweils das vordere Ende des Materialstrangs 9 durch die Preßform 6 ausgepreßt wird. Der gepreßte Strang
tritt radial durch den betreffenden Durchlaß S aus.
Wenngleich in Fig. 4 nur zwei Schuhe 4 gezeigt sind, können
je nach der Umfangslänge des Rades 1 auch mehrere Schuhe
- 17 -
verwendet werden. Beispielsweise können drei Schuhe in gegenseitigem
Winkelabstand von 12o° um das Rad 1 herum verteilt sein. In einer Fabrikationseinrichtung können auch mehrere
Räder 1 auf einer gemeinsamen Welle 2 angeordnet und jeweils mit mehreren Schuhen 1I versehen sein. Eine Anordnung von
einander jeweils diametral gegenüberstehenden Schuhen erlaubt einen Ausgleich der durch die Kompression des Materials
an den Anschlägen bewirkten radial einwärts auf die Lagerung der Räder wirkenden Kräfte.
In jedem Schuh k kann, wie in Fig. 1J gezeigt, ein einziger
Formeinsatz 6 vorhanden sein. Anderenfalls können auch mehrere Formeinsätze in jedem Schuh 4 eingesetzt sein. Fig. 5
zeigt eine Ausführung, in der zwei Formeinsätze 6 hintereinander vor dem Anschlag 5 eingesetzt sind. In Fig. 6
sind vier kleinere Formeinsätze 6 in einer Gruppenanordnung vor dem Anschlag 5 eingebaut. Die Verwendung von Formeinsätzen
mit nicht kreisförmigem Durchlaß ist ebenfalls möglich.
Der in Fig. 7 gezeigte Formeinsatz 6 hat einen parallel zur Stirnseite des Anschlags 5 verlaufenden rechteckigen
Durchlaß, dessen Länge von der Breite der Umfangsnut 3 abhängig
ist. Der in Fig. 8 gezeigte Formeinsatz 6 hat einen rechtwinklig zur Stirnfläche des Anschlages 5 verlaufenden
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rechteckigen. Durchlaß 11. Diese Anordnung erlaubt die Verwendung eines längeren .Durchlasses als die Anordnung nach
Fig. 7. Fig.· 9 zeigt einen Kernformeinsatz 6 zum Herstellen
von Hohlstrangmaterial.
In den Ausführungen nach Fig. 1 und 2 tzw. 3 kann der Anschlag
5 jeweils mehrere Durchlässe ί aufweisen, welche gegebenenfalls in Form von Einsätzen in im Anschlag gebildete
Sitze eingesetzt sind.
Die in Fig. Io und 11 in Teilansichten gezeigte Strangpreßvorrichtung
hat ebenfalls ein Rad 1 mit einer entlang dem Umfang gebildeten Nut 3· An der Umfangsflache des Rades
befindet sich ein Schuh 4 in satter Anlage. Ein an der Unterseite des Schuhs H hervorstehender Anschlag 5 ragt in
die Umfangsnut 3 des Rades 1. In einer den Schuh 4 vor dem Anschlag radial durchsetzenden Bohrung 12 ist ein drehbarer
Formhalter 13 eingesetzt. An der unteren Stirnfläche l4 trägt der Formhalter 13 einen Vorsprung 15. Ein Formeinsatz
16 ist in die Stirnfläche 14 eingesetzt. Vor dem Anschlag 5 ist in die Nut 3 ein Führungsteil 17 mit einem
keilförmigen Unterteil l8 und einem zylindrischen Aufsatz 19 eingesetzt.
- 19 -
Im Betrieb der in Fig. Io und 11 gezeigten Vorrichtung
dreht sich das Rad 1 gegenüber dem festen Schuh ^l in Richtung
des Pfeiles 2o, also im Gegenzeigersinn (Fig. lo). Dabei üben die Wandungen der Umfangsnut 3 des Rades 1 einen
Reibungswiderstand auf das darin enthaltene Material 21 aus. Somit fördert die Drehung des Rades 1 das Material in Richtung
zum Anschlag 5 des Schuhs k3 wobei das Führungsteil
17 es zur unteren Stirnfläche Ik des Formhalters 13 umlenkt.
Dabei entsteht in dem unterhalb des Formhalters 13 in der Nut 3 befindlichen Material 21 ein gleichmäßig wirksamer
Druck. Bei Drehung des Formhalters 13 in Richtung des Pfeiles 22 in Fig. 11 wandert der Vorsprung 15 an seiner
Unterseite durch das in der Nut 21 befindliche Material 21. Dabei entsteht in dem Material an der Vorderseite des Vorsprungs
15 ein zusätzlich verstärkter Druck, welcher zusananen mit dem im Material 21 gleichmäßig herrschenden
Druck das Auspressen des Materials durch den Formeinsatz 16 hindurch bewirkt.
Bei den beschriebenen Ausführungsformen ist der passende Sitz des Anschlagteils 5 in der Nut nicht ausschlaggebend.
Bei Vorhandensein von Zwischenräumen tritt zwar etwas Material durch diese hindurch aus, irr Falle der Verarbeitung
- 2o -
- 2ο -
von strangförmigem Material besteht das austretende Material dann jedoch aus der äußeren Haut des Strangs, wobei die
Abtrennung der Haut vom fertigen Preßstrang sogar von Vorteil sein kann, sofern das zugeführte Material Oberflächenfehler aufweist. Die Nut braucht nicht unbedingt rechtwinkligen
oder dreieckigen Querschnitt aufzuweisen. So können die Seitenwandungen der Nut, anstatt parallel zueinander
zu stehen, im Viinkel zueinander verlaufen, so daß eine Nut mit Trapezquerschnitt gebildet ist.
- 21 Patetansprüche
Claims (1)
- Schutzansprüche1. Strangpreßvorrichtung gekennzeichnet durch erste und zweite, untereinander einen Durchlaß (3)begrenzende und in Längsrichtung des Durchlasses relativ zueinander bewegliche Teile (1 bzw. H), durch ein gegenüber dem zweiten Teil fest angeordnetes, in den Durchlaß hineinragendes und diesen blockierendes Anschlagteil (5)> durch wenigstens eine aus dem Durchlaß führende, zunächst dem Anschlagteil angeordnete Preßformöffnung (6) und durch Einrichtungen für die kontinuierliche Zufuhr von Strangpreßmaterial (lo) zu einem von dem Anschlagteil entfernt liegenden Teil des Durchlasses, wobei der den Durchlaß begrenzende Flächenanteil des auf das Anschlagteil zu beweglichen Teils (1) größer ist als der des stationären Teils (4), so daß das in den Durchlaß eingebrachte Material durch den Reibungswiderstand der den Durchlaß begrenzenden Fläclventeile des ersten Teils in Richtung auf das Anschlagteil bewegbar und durch die Formöffnung auspreßbar ist.- 22 -2. Stran^preßvorrichtung, insbesondere nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein mit einer endlooen Nut (3) versehenes Rad (1), durch einen ein Teil der Nutlänge abdeckenden und mit dieser einen Durchlaß begrenzenden Schuh (*!), durch einen von dem Schuh in die Nut ragenden und den Durchlaß an einem Ende versperrenden Anschlag (5)3 wobei das Rad gegenüber dem Schuh in Richtung auf den Anschlag drehbar ist, durch wenigstens eine zunächst dem Anschlag angeordnete Preßformöffnung (6) und durch Einrichtungen (7,8) zum Zufühen von Strangpreßmaterial zum dem Anschlag abgekehrten Ende des Durchlasses, so daß das in der Mut befindliche Strangpreßmaterial durch Rfeibungswiderstandskräfte ii Richtung auf den Anschlag mitführbar und dabei durch die Formöffnung hindurch auspreßbar ist.3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (3) über ihre gesamte Länge eine durch eine Rotationsfläche um die Achse des Rades herum bestimmte gleichmäßige Querschnittsform hat.M. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Nut (3) entlang der Umfangsfläche des Rades (1) gebildet dät.- 23 -5. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis4, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchlaß über seine gesamte Länge gleichbleibende Querschnittsform hat.6. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis5, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßformöffnung (6) in der Stirnseite des Anschlagteils (5) gebildet ist.7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der Stirnseite des Anschlagteils (5) mehrere Preßformöffnungen (6) gebildet sind.8. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Anschlagteil (5) massiv ist und daß die Preßformöffnung (6) zunächst dem Anschlagteil in einem Teil, an welchem das Anschlagteil befestigt ist, bzw. hervorsteht, gebildet ist.9. Strangpreßvorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß in dem Teil, von welchem der Anschlag hervorsteht, bzw. an welchem er befestigt ist, mehrere Strangpreßformöffnungen vorhanden sind.10. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßformoffnungen durch in Sitze (.7) in den dafür vorgesehenen Teilen (4 bzw. 5) eingesetzte Preßformeinsätze (6) gebildet sind.11. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3» dadurch gekennzeichnet, daß in Wirkverbindung mit der Nut (*J) mehrere Schuhe (4) in gegenseitigen Abständen angeordnet sind.12. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3j dadurch gekennzeichnet, daß zunächst dem Anschlagteil (5) ein eine Einrichtung (15) zum Bearbeiten des in der Nut (3) des Rades (1) befindlichen Materials (21) aufweisender Formhalter (13) vorgesehen ist, welcher in einer geschlossenen Kreisbahn bewegbar bzw. antreibbar ist, wodurch auf das zunächst dem Anschlagteil in der Nut befindliche Material mittels der Bearbeitungseinrichtung (15)eine zusätzliche Druckbelastung ausübbar ist, unter deren mit dem durch die Drehung es Rades in dem in der Nut enthaltenen Material erzeugten Druck kombinierten Wirkung das Material durch die Preßformöffnung (16) auspeßbar ist.- 25 -13. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß in einer den Schuh (1I) zunächst dem Anschlag (5) durchsetzenden in der Nut (3) mündenden Bohrung (12) ein drehbarer Formhalter (13) mit einem an seiner Stirnseite (I1I) hervorstehenden Vorsprung (15) und einem darin eingesetzten Pormeinsatz (16) angeordnet ist, welcher mittels dafür vorgesehener Einrichtungen um eine quer zur/vorsprung tragenden Stirnseite verlaufende Achse antreibbar ist, so daßder Vorsprung unter Ausübung von Druck mit seiner Vorderseite auf das im Bereich der Stirnseite in der Nut befindliche Material in einer Kreisbahn bewegbar ist, wodurch das jeweils vor der Vorderseite des Vorsprungs befindliche Material einer zusätzlichen Druckbelastung unterworfen ist, unter deren mit dem durch die Drehung des Rades in dem in der Nut enthaltenen Material erzeugten Druck kombinierten Wirkung das Material durch den Formeinsatz auspreßbar ü.14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß für das Umlenken des im Bereich der Stirnseite des Anschlages (5) in der Nut (3) befindlichen Materials- 26 -(21) zur Stirnseite (1*0 des Formhalters (13) ein Führungsteil (17) vorgesehen ist, welches mit einem sich von der Stirnseite des Anschlagteils weg verjüngenden keilförmigen Unterteil (18) auf dem Boden der Nut aufliegt und einen darauf sitzenden, mit seiner Endfläche in der Mitte der Stirnfläche des Formhalters anliegenden Aufsatz (19) enthält, so daß der an der Stirnseite des Formhalters hervorstehende Vorsprung bei der Drehung des Formhalters um das Ende des Aufsatzes der Führungsteile herum bewegbar ist.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE7209275U true DE7209275U (de) | 1972-08-10 |
Family
ID=1278428
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE7209275U Expired DE7209275U (de) | Strangpreßvornchtung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE7209275U (de) |
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2520119A1 (de) * | 1974-05-07 | 1976-03-18 | Atomic Energy Authority Uk | Verfahren und vorrichtung fuer werkstoffverformung durch extrusion |
-
0
- DE DE7209275U patent/DE7209275U/de not_active Expired
Cited By (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE2520119A1 (de) * | 1974-05-07 | 1976-03-18 | Atomic Energy Authority Uk | Verfahren und vorrichtung fuer werkstoffverformung durch extrusion |
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