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Selbsttätiger bzw. halbselbsttätiger Streckenblock für eingleisige,
in beiden Richtungen befahrbare Gleisstrecken Es ist bekannt, bei eingleisigen,
in beiden Richtungen befahrbaren Gleisstrecken eine Zugsicherung dadurch zu schaffen,
daß an jeder Blockstelle eine Stromquelle und ein Blockrelais vorgesehen sind, wobei
nun je nach der gewünschten Fahrtrichtung an der einen Blockstelle das Relais und
an der anderen Blockstelle die Stromquelle an das Gleis angeschlossen ist. Bei sehr
langen Gleisstromkreisen ist, wie im Patent 629 899 beschrieben, noch eine Unterteilung
vorgesehen in Form einer Zwischenblockstelle, an der sich eine Stromquelle und zwei
Relais befinden, von denen jedes einem Teil der Blockstrecke zugeordnet ist. Die
Relais werden durch besondere Kontakte wahlweise an das Gleis angeschlossen. Die
Zustimmungsabgabe von einem Bahnhof zum anderen erfolgt hierbei mit Hilfe von Zustimmungshilfsrelais,
die sich, an den Zwischenblockstellen befinden. Die Zustimmungshilfsrelais erhalten
ihren Strom von einer Stromquelle, die an dem vorhergehenden Bahnhof angeordnet
ist. Gemäß der Erfindung ist nun an jeder an der Unterteilungsstelle der eingleisigen
Blockstrecke liegenden Zwischenblockstelle für zwei Blockstreckenteile nur. ein
Gleisrelais angeordnet, das je nach der festgelegten Fahrtrichtung an den einen
oder anderen Blockstreckenteil angeschlossen wird.
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Der Erfindungsgegenstand ist im folgenden beispielsweise mit Hilfe
der Zeichnungen näher beschrieben.
In Fig. i ist die eingleisige
Strecke zwischen den Bahnhöfen A und B in die Gleisabschnitte (Blockstreckenteile)
Ia und il eingeteilt und durch die Ausfahrtsignale i, 2, 5 und 6 sowie durch die
selbsttätigen Zwischensignale 3 und 4. gesichert. Bei den Zwischensignalen 3 und
4 ist nur das Gleisrelais 20 mit der Stromquelle 8 angeordnet. Das Gleisrelais 2o
ist hier ein normales Relais. Je nachdem, von welchem Bahnhof aus die Zustimmung
erfolgt, wird bei den selbsttätigen Zwischensignalen das Gleisrelais 2o an den einen
und die Stromquelle an den anderen Gleisabschnitt angelegt. In den Bahnhöfen A und
B sind die Relais Io bzw. 30 und die Stromquellen 7 bzw. 9 in der bekannten Weise
an die Gleisabschnitte Ia und Ib angeschaltet. In der Grundstellung sind die Gleisabschnitte
stromlos, d. h. die Gleisrelais liegen mit ihren Wicklungen an den Gleisen. Vor
der Wicklung des Gleisrelais 2 o sind zweckmäßig zwei Sperrzellen 15 und 16 angeordnet,
um zu erreichen, daß bei dem Einstellen einer Richtung erst das an der Zwischenblockstelle
befindliche Gleisrelais 2o anzieht, bevor die anderen Gleisrelais Io oder 30 Spannung
erhalten. Es ist dies eine zusätzliche Maßnahme, um die Reihenfolge in der Arbeitsweise
der Gleisrelais zu erzwingen, da in der Grundstellung die Gleisrelais parallel an
den Gleisabschnitten liegen. Soll nun beispielsweise eine Fahrt von dem Bahnhof
A nach dem Bahnhof B stattfinden, so wird in dem Bahnhof B der Zustimmungsschalter
umgelegt und die Stromquelle 9 über die Kontakte III und irr des Zustimmungsschalters
an den Gleisabschnitt Ib gelegt. Gleichzeitig wird durch den Kontakt II3 des Zustimmungsschalters
der Stromweg für das Zustimmungshilfsrelais 6o vorbereitet. Das Gleisrelais 2o erhält
nun von der Stromquelle 9 über die Kontakte 111, 112, 52, 53 Spannung und zieht
seinen Anker an. Die Sperrzelle 15 verhindert, daß der Strom in den Gleisabschnitt
ja gelangt. Der Kontakt 22 schließt den Stromweg für das Zustimmungshilfsrelais
6o. Dieses Relais zieht seinen Anker an und die Kontakte 61, 62, 63, 64, 65 wechseln
ihre Stellung. Über die Kontakte 62 und 63 wird Spannung an den Gleisabschnitt Ia
gelegt. Das Gleisrelais Io im Bahnhof A erhält nun von der Stromquelle 8 über die
Kontakte 62, 63, 121, i22 Spannung und zieht seinen Anker ebenfalls an. Das selbsttätige
Zwischensignal 3 erhält über die Kontakte 21 und 64 Spannung und die grüne Lampe
32 leuchtet auf. Das selbsttätige Signal 4 bleibt dagegen weiterhin rot, da über
den Kontakt 55 des Zustimmungshilfsrelais 5o die rote Lampe 41 Strom erhält. Fährt
nun der Zug vom Bahnhof A in den Gleisabschnitt Ia ein, so fällt infolge des Kurzschlusses
der Anker des Gleisrelais Io ab. Erreicht der Zug den Gleisabschnitt i'', so wird
das Gleisrelais 20 stromlos und der Anker fällt ab. Der Kontakt 21 schaltet an dem
selbsttätigen Signal 3 die rote Lampe 31. ein. Hat der Zug mit seinen Achsen den
Blockstreckenteil Ia geräumt, so kann das Gleisrelais Io wieder seinen Anker anziehen,
da die Stromquelle 8 über die Kontakte 62 und 63 noch an den Gleisabschnitt Ia geschaltet
ist. Räumt nun der Zug auch den Gleisabschnitt ih, so zieht das Gleisrelais 20 ebenfalls
wieder seinen Anker an, da die Stromquelle 9 über die Kontakte i i i, 112, 5-, 53
die Wicklung des Gleisrelais 20 speist. Das Signal 3 zeigt wieder grünes Licht und
ein in der Zwischenzeit bis zum Signal 3 vorgefahrener Zug kann weiterfahren. Soll
nun die Fahrtrichtung geändert werden, so muß zuerst der Zustimmungsschalter im
Bahnhof B in die Grundstellung gelegt werden. Dadurch werden die Gleisrelais 20
und Io sowie das Zustimmungshilfsrelais 6o stromlos, und die Anlage befindet sich
in der Grundstellung. Jetzt kann der Zustimmungsschalter im Bahnhof A für
eine Fahrt von B nach A
umgelegt werden. Hierdurch werden die Relais
und Stromquellen in umgekehrter Richtung an die Gleisabschnitte ia und iv gelegt.
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Fig. 2 zeigt im wesentlichen dieselbe Schaltungsanordnung wie Fig.
i, nur ist hier für das Gleisrelais 2o ein dreistelliges Relais. Dieses Relais hat
zwei getrennte Anker, und zwar einen neutralen und einen polarisierten Anker. Der
polarisierte Anker wird je nach der Stromrichtung oder Polarität nach der einen
oder anderen Richtung angezogen. Durch diese Anordnung ist auf einfache Weise erreicht,
daß für jede Fahrtrichtung auch immer an den Zwischenblockstellen die eingestellte
Richtung überprüft wird. Die Kontakte 21 und 22 schließen bzw. öffnen für die rechte
Anzugsrichtung, die Kontakte 23 und 24 für die linke Anzugsrichtung des Gleisrelais
20 und werden von dem polarisierten Anker betätigt. Die Kontakte toi und 2o2 werden
von dem neutralen Anker gesteuert und schließen bzw. öffnen bei jeder Einschaltung
des Relais. Auf die Kontakte 54 55 und 64, 65 der Zustimmungshilfsrelais
50 und 6o kann hierbei verzichtet werden. Findet nun beispielsweise wieder
eine Fahrt von A nach B statt, so wird der Zustimmungsschalter in
B umgelegt, das Gleisrelais 2o erhält die Gleisspannung einer bestimmten Stromrichtung,
so daß der polarisierte Anker des Gleisrelais 2o nach der rechten Seite anzieht
und die Kontakte 21 und 22 umgelegt bzw geschlossen werden. Gleichzeitig wechseln
die Kontakte toi und 2o2 des neutralen Ankers von dem Gleisrelais 2o ihre Stellung.
Das Zustimmungshilfsrelais 6o zieht auch seinen Anker an, da der Stromweg über den
Kontakt 113 des Zustimmungsschalters und den Kontakt 22 des Gleisrelais geschlossen
ist.
-Über die Kontakte 62 und 63 wird Spannung an den Gleisabschnitt ja gelegt, und
das Gleisrelais Io im Bahnhof A zieht seinen Anker an. Das selbsttätige Zwischensignal
3 wird über die Kontakte 21 und 2o1 auf grün geschaltet. Fährt nun der Zug vom Bahnhof
A in den Gleisabschnitt 1a ein, so wird das Gleisrelais Io stromlos. Erreicht der
Zug den Gleisabschnitt Ib, so wird das Gleisrelais 2o ebenfalls stromlos und der
neutrale Anker fällt ab. Der Kontakt toi schaltet an dem selbsttätigen Signal 3
die rote Lampe 31 ein. Hat der, Zug mit seinen Achsen den Blockstreckenteil i&
geräumt, so zieht das Gleisrelais Io wieder seinen Anker an, da die Stromquelle
8 über die Kontakte 62 und 63 an den Gleisabschnitt =a geschaltet ist. Räumt nun
der Zug auch den Gleisabschnitt Ib, so zieht der neutrale Anker des Gleisrelais
2o ebenfalls wieder an, da die Stromquelle 9 über die Kontakte 111, 112, 52, 53
das Gleisrelais 2o speist. Der Kontakt toi schaltet am Signal 3 die grüne Lampe
32 wieder ein und die Züge können sich im Blockabstand folgen. Soll nun die Fahrtrichtung
geändert werden, so muß zuerst der Zustimmungsschalter im Bahnhof B in die Grundstellung
gebracht werden. Dadurch werden die Gleisrelais 2o und Io sowie das Zustimmungshilfsrelais
6o stromlos, und die Anlage befindet sich in 'der Grundstellung. Jetzt kann der
Zustimmungsschalter in -A für eine Fahrt von B nach A umgelegt werden.
Hierdurch werden die Relais und Stromquellen in umgekehrter Richtung an die Gleisabschnitte
ja und Ib gelegt. Die Wicklung des Gleisrelais 2o ist nun in der entgegengesetzten
Richtung stromdurchflossen und der polarisierte Anker zieht nach der anderen Seite
an, so daß jetzt das selbsttätige Zwischensignal 4 über die Kontakte 23 und 2o2
für die grüne Fahrtlampe 42 Spannung erhält.
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Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform bei Verwendung eines dreistelligen
Gleisrelais 2o. Hier ist auf die Zustimmungsleitungen vor den Bahnhöfen zur Zwischenblockstelle
verzichtet. Für die Weitergabe der Zustimmung an der Zwischenblockstelle wird das
dort angeordnete dreistellige Gleisrelais 2o verwendet. Weiterhin sind an der Zwischenblockstelle
zwei Hilfsrelais 40 und 7o angeordnet. Dez Kontakt 21 wird umgelegt und 22 öffnet,
wenn der polarisierte Anker des Gleisrelais 2o nach der linken Seite anzieht. Für
die entgegengesetzte Anzugsrichtung sind die Kontakte 23 und 24 vorgesehen. Die
Kontakte toi, 2o2, 203, 204, 205 werden von dem neutralen Anker gesteuert.
Die Schaltung in Fig. 3 ist so dargestellt, daß in B die Zustimmung nach A gegeben
ist, also daß ein Zug von A nach B fahren kann. Über die Kontakte III, 112 am Zustimmungsschalter
im Bahnhof B ist die Stromquelle 9 an den Gleisabschnitt `i'' gelegt und das Gleisrelais
2o erhält über die Kontakte , 111, 112, .52, 53 Spannung. Der Kontakt 21 wird umgelegt
- und 22 geschlossen. Gleichzeitig schließen die Kontakte toi, 202, 203 und
205 an dem neutralen Anker, während der Kontakt 204 unterbrochen wird. Über
die Kontakte 21 und 2o1 erhält die grüne Lampe 32 am Zwischenblocksignal 3 Spannung.
Durch die Kontakte 205- und 22 ist das Richtungshilfsrelais 6o eingeschaltet worden,
und dieses hat seine Kontakte 61, 62 und 63 geschlossen. Über die Kontakte 62, 63
ist die Stromquelle 8 an den Gleisabschnitt 1a gelegt. Das Gleisrelais Io zieht
seinen Anker an. Die Ausfahrtsignale i oder 2 in A können auf Fahrt gebracht werden.
Befährt nun der Zug den Gleisabschnitt ja , so wird das Gleisrelais Io stromlos
und durch den auftretenden Kurzschlußstrom das in die Speiseleitung eingeschaltete
Hilfsrelais 4o eingeschaltet. Das Hilfsrelais 40 schließt seinen Kontakt 410 und
das Hilfsrelais 70 zieht über die Kontakte 203 und 410 seinen Anker
an und schließt seinen Selbstschlußkontakt 71. Mit dem Kontakt 72 wird der Kontakt
2o5 des Gleisrelais 2o umgangen. Befährt nun der Zug den Gleisabschnitt il, so fällt
der neutrale Anker des Gleisrelais 2o ab. Die Kontakte toi, 2O2, 2o3 und 2o5 werden
unterbrochen und der Kontakt 204 geschlossen. Da der Anker des Hilfsrelais 7o etwas
verzögert abfällt, bleibt das Relais über seinen Selbstschlußkontakt 71 und den
Kontakt 204 eingeschaltet. Desgleichen bleibt das Richtungshilfsrelais 6o über den
Kontakt 72 des Hilfsrelais 7o an Spannung liegen. Die rote Lampe 31 am Zwischenblocksignal
3 erhält über die Kontakte 2'r und 2oI Spannung. Räumt nun der Zug den Blockstreckenteil
ja, so wird über die Kontakte 62 und 63 der Gleisabschnitt ja wieder gespeist. Das
Gleisrelais Io zieht seinen Anker an und der nächste Zug kann folgen. Gleichzeitig
ist das Hilfsrelais 40 stromlos geworden und hat seinen Kontakt 410 wieder unterbrochen,
da der Kurzschluß der Fahrschiene aufgehoben ist. Hat nun der Zug auch den Blockstreckenteil
il geräumt, so wird der neutrale Anker des Gleisrelais 2o wieder angezogen. Dadurch
unterbricht der Kontakt 204 den Selbstschlußstromkreis für das Hilfsrelais 7o, dessen
Anker fällt ab und unterbricht auch den Kontakt 72. Das Richtungshilfsrelais 6o
kann jedoch nicht stromlos werden, da es über den bereits geschlossenen Kontakt
205
des Gleisrelais 20 wieder Strom erhält. Soll die Richtung gewechselt werden,
so werden durch Zurücklegen des Zustimmungsschalters im Bahnhof B die Kontakte iii
und 112 umgelegt, die Stromquelle 9 vom Gleisabschnitt =b abgeschaltet und dadurch
das Gleisrelais 2o stromlos gemacht, so daß der neutrale Anker abfällt. Hierdurch
werden die Kontakte toi, 202, 2o3 und 2o5 unterbrochen und der Kontakt 204 geschlossen.
Durch den Kontakt 2o5 wird der Stromweg für das Richtungshilfsrelais 6o abgeschaltet.
Der
Anker des Relais fällt ab und unterbricht seine Kontakte 62 und 63 und schließt
den Kontakt 61, so daß der Stromweg für das Richtungshilfsrelais 5o freigemacht
wird. Soll nun eine Fahrt in der entgegengesetzten Richtung von B nach A stattfinden,
so muß der Zustimmungsschalter in A umgelegt werden. Hierdurch wird die Stromquelle
7 über die Kontakte I2i, 122 an den Gleisabschnitt Ia gelegt und das Gleisrelais
2o erhält nun eine Spannung entgegengesetzter Polarität. Der neutrale Anker wird
angezogen und der polarisierte Anker schließt die Kontakte der entgegengesetzten
Anzugsrichtung, so daß die Kontakte 23 und 24 am polarisierten Anker und die Kontakte
toi, 2o2, 2o3 und 205 geschlossen werden. Hierdurch wird das Richtungshilfsrelais
5o über die Kontakte 2o5 und 24 eingeschaltet und der Gleisabschnitt Ib wird über
die Kontakte 52, 53 an Spannung gelegt, so daß jetzt das Gleisrelais 30 Strom
erhält. An Stelle des polarisierten Gleisrelais 2o kann auch ein dreistelliges Wechselstromrelais
bekannter Bauart verwendet werden.