DE711017C - Verfahren zum Aufschluss tonerdehaltiger Mineralien - Google Patents
Verfahren zum Aufschluss tonerdehaltiger MineralienInfo
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Description
Bibliothek
Stuttgart
ö
ö
AUSGEGEBEN AM
25. SEPTEMBER 1941
25. SEPTEMBER 1941
REICHSPATENTAMT
PATENTSCHRIFT
JVl 711017
KLASSE 12 m GRUPPE 5
KLASSE 12 m GRUPPE 5
H 14951p IVbJ 12 m
igt als Erfinder genannt worden.
Türe Robert Haglund in Stockholm
Verfahren zum Aufschluß tonerdehaltiger Mineralien
Verfahren zum Aufschluß tonerdehaltiger Mineralien
Patentiert im Deutschen Reich vom 13. November 1936 an
Patenterteilung bekanntgemacht am 21. August 1941
Patenterteilung bekanntgemacht am 21. August 1941
Gegenstand der Erfindung ist ein Aufschluß tonerdehaltiger Mineralien, insbesondere
von Bauxit. Nach bekannten Arbeitsweisen wird bei verhältnismäßig niedriger
Temperatur calcinierter Bauxit in fein verteiltem Zustande in^ einem Autoklaven mit
einer Alkalilösüng von mehr als 400 Be bei
erhöhter Temperatur und unter Druck unter Umrühren behandelt. Nach Beendigung dieser
Aufschlußbehandlung wird das Aufschlußgemisch abgekühlt, auf etwa 250 Be verdünnt
und der nicht aufgeschlossene Rückstand abfiltriert. Aus der filtrierten Lösung wird
Alüminiumhydroxyd durch Ausrühren ausgefällt. Die danach erhaltene Lösung wird
nach Eindampfen auf mehr als 400 Be zum Aufschluß neuer Mengen Tonerdemineral
benutzt.
Es ist auch bereits ohne nähere Angaben
ao über die Art der Arbeitsweise vorgeschlagen
worden, den Aufschluß unter Abänderung der Konzentration der Aufschlußlauge und
des Druckes während der Reaktion kontinuierlich durchzuführen, was z. B. derart möglich
ist, daß das Gemisch Lauge/fein gemahlener Bauxit in langsamem Strom unter Druck
stehende Heizschlangen durchfließt und stetig auf der einen Seite in der Ausgangslauge
verteilter Bauxit zugeführt, auf der anderen Seite die gesamte Lauge mit dem Aufschlußrückstand
abgeführt und kontinuierlich arbeitenden Filtern zugeleitet wird.
Nach einer Abart des alkalischen Aufschlußverfahrens
hat man die Alkalilösüng im Druckturm kontinuierlich durch eine auf
Filterplatten ruhende Schicht von körnigem Bauxit geleitet, im Turm also eine Filtration
der strömenden Auf schlußlauge vorgenommen, wobei ein oder mehrere hintereinandergeschaltete
Türme verwendet werden.
Der übliche Auf Schluß in den verschiedenen Formen besitzt den Nachteil, daß der Auf-
Schluß einen verhältnismäßig langen Zeitraum erfordert, insbesondere wenn auf die
Erzielung einer hohen Ausbeute bzw. auf einen tonerdearmen Rückstand hingearbeitetwird,
und daß mit großem Alkaliüberschi^ gearbeitet werden muß.
Gegenstand der Erfindung ist nun eine' Arbeitsweise, die die bisherigen Nachteile zu
vermeiden gestattet, also ermöglicht, den Auf ίο schluß bei gleicher Ausbeute in kürzerer
Zeit und unter Anwendung kleiner Überschußmengen von Alkali durchzuführen.
Es wurde nämlich gefunden, daß bei dem üblichen Aufschluß im ersten Teil der Auf-Schlußbehandlung
die Tonerde verhältnismäßig rasch in Lösung geht, die Lösungsgeschwindigkeit aber mit Fortschreiten der
Aufschlußbehandlung immer geringer wird, und daß diese Verminderung der Aufschlußgeschwindigkeit
zum Hauptteil auf die Gegenwart schlammförmiger, tonerdearmer bzw. tonerdefreier Bestandteile zurückzuführen
ist, die sich an die Tonerde enthaltenden Mineralteilchen anlagern und damit eine
Einwirkung der . Aufschlußlösung auf das noch nicht aufgeschlossene Gut verhindern
bzw. stark verzögern. Dieser Schlamm bleibt bei den bisher bekannten Arbeitsweisen im
Aufschlußbehälter bis zur Beendigung des Aufschlußvorganges.
Im Gegensatz dazu wird erfindungsgemäß der sich beim Aufschluß bildende suspendierte
Schlamm stetig oder zeitweise aus dem Aufschlußgemisch entfernt, wobei \rorzugsweise
die Führung der Lauge im Aufschlußbehälter von unten nach oben erfolgt.
Die Fortführung des Schlammes wird dadurch bewirkt, daß man einen nach oben gerichteten
Strom der zum Aufschluß dienenden Alkalilösung stetig oder zeitweilig durch eine Schicht aufzuschließenden körnigen
Bauxits leitet und so durch die Lösung den Schlamm mitnehmen läßt. Diese Behandlung
wird vorzugsweise in Drucktürmen ausgeführt, in die die Alkalilösung unten eingeleitet
und zusammen mit einem Teil des Schlammes kontinuierlich oben abgeleitet wird. Es ist zweckmäßig, zwei oder mehr
Aufschlußtürme in Reihe anzuordnen und die frische Aufschlußlösung in den Turm einzuleiten,
in dem der Aufschluß des Minerals am weitesten fortgeschritten ist, zuletzt in den
Turm, der mit frischem, tonerdehaltigem Gestein beschickt wurde. Zwischen den einzelnen
Türmen findet gegebenenfalls eine Abtrennung des Schlammes statt.
Um zu verhindern, daß zuviel Unaufgeschlossenes in Form von Schlamm weggeführt
wird, bevor es Gelegenheit hatte aufgeschlossen zu werden, ist es am zweckmäßigsten,
die Zerkleinerung des tonerde-
haltigen Gesteins nicht zu weit zu treiben. In der Regel ist eine Zerkleinerung auf
maximal 5 mm Korngröße vorteilhaft, doch ikann man auch noch größeres Gestein sowie
Sch solches verwenden, das einer weitergjjfcenden
Zerkleinerung unterworfen wurde. urch Anpassung der Ouerschnittsfläche des
Aufschlußturmes im Verhältnis zu der durchströmenden Flüssigkeitsmenge hat man nämlich
ein bequemes Mittel in der Hand, die Strömungsgeschwindigkeit im Aufschlußturm zu regulieren bzw. der Teilchenfeinheit des
Aufschlußgutes anzupassen. Bei Vorliegen eines Gesteins größerer Feinheit wird man
also mit geringerer Strömungsgeschwindigkeit arbeiten, bei Vorhandensein von Gestein
größerer Korngröße kann unbedenklich auch mit größerer Strömungsgeschwindigkeit gearbeitet
werden.
Es ist aber auch möglich, Türme zu benutzen, die nicht überall den gleichen
freien Querschnitt besitzen. Man kann also beispielsweise einen Turm verwenden, der in
seinem mittleren Teil einen größeren freien Querschnitt besitzt als unten und oben einen
noch größeren Querschnitt, also einen Turm mit der Innengestaltung eines Trichters. Im
untersten Teil des Turmes herrscht dann die höchste Strömungsgeschwindigkeit, in dem
obersten Teil die kleinste.
Durch eine derartige Ausgestaltung des Turmes mit verschiedenen freien Querschnitten
hat man auch die Möglichkeit, größere oder kleinere Teile des aufzuschließenden tonerdehaltigen Gesteins während
der Aufschlußbehandlung in der Lösung schwebend zu halten.
Eine'Verbesserung des Aufschlusses kann
unter Umständen dadurch herbeigeführt werden, daß man durch Einpumpen eines
Teiles der oben aus dem Turm herausgenommenen Lösung, gegebenenfalls nach Abtrennung des darin befindlichen Schlammes,
in den unteren Teil des Turmes die Strömungsgeschwindigkeit der Lösung im Turm verstärkt bzw. regelt. Dieses Rückpumpen
bzw. Zirkulierenlassen ist aber auch in der Weise möglich, daß an einer beliebigen
Stelle unterhalb des oberen Ausflusses Flüssigkeit entnommen und weiter unten wieder
in den Turm eingedrückt wird. Durch Entnahme eines Teiles der Flüssigkeit an einem
mittleren Punkt des Turmes wird die Strömungsgeschwindigkeit in dem darüberliegenden
Teil vermindert.
Vorteilhaft ist es, der Aufschlußlösung im Turm, z. B. durch tangentiales Einführen,
eine kreisende Bewegung zu geben. Diese kreisende Bewegung kann auch durch ein zweckmäßig angeordnetes Rührwerk herbeigeführt
bzw. verstärkt werden.
In Verbindung .mit dieser kreisenden Bewegung der Lösung ist es zweckmäßig, sie
durch ein zentral angeordnetes Rohr ο. dgl. oben abfließen zu lassen.
Diese kreisende Bewegung hat den Zweck»5, das Abführen solcher Teilchen zu verzögern/
die noch nicht genügend aufgeschlossen sind. Die gröberen Partien des Schlammes werden
nämlich durch die Zentrifugalwirkung von
ίο dem oberen -zentralen Teil des Turmes nach
den Wänden weggeführt.
Zu dem gleichen Zweck, um nämlich die Herausnahme noch nicht weitgehend aufgeschlossenen
Materials zu verzögern, kann man auch den Auslauf mit Schaufeln oder einem ähnlichen kreisenden Organ versehen,
so daß die Lösung durch die Schaufeln eine starke kreidende Bewegung erhält, zwischen
den Schaufeln durch den Überdruck im Turm herausgepreßt und dabei der gröbere Teil des
Schlammes durch die Zentrifugalkraft verhindert wird, mit der Lösung abzufließen.
Durch Regulierung der Drehungsgeschwindigkeit kann man je nach Bedarf einen größeren
oder geringeren Teil des in dem oberen Teil des Turmes befindlichen Schlammes herausnehmen.
Im oberen Teil des Turmes angesammelte gröbere Teilchen können von Zeit zu Zeit entfernt und gegebenenfalls einer
Nachbehandlung unterworfen werden.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn man in der ersten Zeit nach der Einfüllung des tonerdehaltigen
Gesteins den Schlammabfluß aus dem Turm verzögert oder aber sogar eine Herausnahme von Schlamm während einer
gewissen Zeit überhaupt verhindert.
Weiter hat es sich als günstig erwiesen, hinter den bzw. die Türme noch ein oder
mehrere gesonderte Behälter anzuordnen, in denen nicht völlig aufgeschlossenem Schlamm
Gelegenheit gegeben wird, noch weiter mit der Aufschlußlösung zu reagieren.
Die Temperatur der Alkalilösung wird während des Aufschlusses, wie an sich bekannt,
auf wenigstens 160 bis i8o° C gehalten
und der Druck im Turm vorteilhaft höher als der entsprechende Dampfdruck der Lösung eingestellt.
Als Alkalilösung wird in erster Linie.
Alkalialuminatlösung verwendet, wie sie nach dem Ausfällen des Aluminiumoxydhydrates
durch Ausrühren erhalten wird. Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht darin,
daß man die Lösung unmittelbar zum Aufschließen wieder verwenden kann oder sie nur
in verhältnismäßig geringem Maße, ζ. Β. auf Be, zu konzentrieren braucht. Die fertige
Aufschlußlösung wird, soweit sie Schlamm enthält, filtriert oder zentrifugiert. Das FiI-
: trieren kann im Bedarfsfalle durch Ver-"dünnen
oder Eindicken der Flüssigkeit erieichtert werden.
Claims (5)
1. Verfahren zum Aufschluß tonerdehaltiger Mineralien in körnigem Zustand
mit Alkalilauge bei erhöhter Temperatur und unter Druck, dadurch gekennzeichnet,
daß die Alkalilauge im Aufschlußgefäß stetig oder zeitweise mit so geregelter Geschwindigkeit von unten nach oben
durch das aufzuschließende Gut geleitet wird, daß die Hauptmenge des beim Aufschluß
sich bildenden feinteiligen Schlammes durch die strömende Lauge aus dem Aufschlußgefäß oder mindestens aus der
Aufschlußzone entfernt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Aufschlußgut
durch erhöhte Strömung der von unten eingeführten Lauge ganz oder teilweise schwebend gehalten wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Strömungsgeschwindigkeit
der aufwärts strömenden Lösung in dem bzw. den Aufschlußbehältern derart räumlich wechselnd eingestellt
wird, daß eine Trennung zwischen gröberen und feineren in Schwebe gehaltenen Teilchen im Türm selbst erfolgt,
beispielsweise durch wechselnden freien Querschnitt oder durch Zurückführung von Aufschlußlösung aus einer höher
liegenden zu einer tiefer liegenden Stelle des turmartigen Aufschlußgefäßes.
4. Verfahren nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufschlußlösüng
eine kreisende Bewegung erteilt wird, z. B. durch tangentiale Einführung in den unteren Teil des Turmes too
oder durch Anordnung eines oder mehrerer Rührwerke, und die Abführung am oberen Ende vorzugsweise zentral erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die schlammhaltige
Aufschlußlösung vor der Abtrennung des Schlammes in einen weiteren Behälter bzw. Turm eingeleitet und dort
der Aufschluß des Schlammes vervollständigt wird. no
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