DE701579C - Verfahren zur Herstellung von stahldrahtarmiertem Flachglas - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von stahldrahtarmiertem FlachglasInfo
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Classifications
-
- C—CHEMISTRY; METALLURGY
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- C03B13/00—Rolling molten glass, i.e. where the molten glass is shaped by rolling
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Description
- Verfahren zur Herstellung von stahldrahtarmiertem Flachglas In gegossenes und gewalztes Flachglas vverden bisher zur Erhöhung der Festigkeit desselben und zum Verhindern des Herausfallens von Scherben beim Zubruchgehen verschiedenmaschige, allenfalls auch parallel laufende Eisendrahtnetze oder Einzeldrähte eingebettet. Die Durchsichtigkeit des üblichen Drahtglases wird durch eine enge Drahtnetzeinlage aber behindert, so daß seine Verwendung für Fenster-, Auto- und sonstige, eine klare Durchsicht verlangende Scheiben bisher verhältnismäßig gering geblieben ist. Nicht bewehrtes Glas wird durcl-i eine be- sondere Härtung und auch Verbindung mehrerer solcher Schichten gegen Druck und Stoß widerstandsfähiger gemacht, wesentlich mit dem Erfolg und der Absicht, die scharfe Splitterbildung bei der Zertrümmerung der Scheibe zu vermeiden.
- Mit der Glasherstellung nach der Erfinfindung soll eine höhere Druck- und Zug festigkeit der Glasfläche erzielt werden. Nach der Erfindung. soll die Bruchbildung durch eine Einlage von hochvorgespannten Stahlsaiten ausgeschlossen, zumindest aber wesentlich herabgesetzt werden. Die Stahlsaiteneinlage kann, wie bei Drahtglas an sich bekannt, aus netzartig übereinanderliegenden oder aus parallel laufenden Einzeldrähten bestehen. Eine StabIsaite besitzt eine zelinnial so große Zerreißfestigkeit wie ein ebenso starker, für die Einlage benutzter Eisendraht. Es wird nun außerdem durch die hohe Vorspannung derselben nach der Erfindung ein der Vorspannung, der Saiten entsprechenderVordruck auf die Glasfläche ausgeübt. Die Vorspannungsaufnahinefähigkeit gegenüber einem I t' el gleich starken Eisendraht beträgt ebenfalls das Zehnfache, abgesehen davon, daß eine planmäßige #, orspannung von Eisendrahteinlagen für die Glasbewehrung bisher nicht erfolgte.
- Es ist zwar bei der Herstellung von Drahtglas an sich bekannt, die Draliteinlage -unter Spannung zu halten. Dies hat jedoch nur den Zweck, ein Verziehen der Drahteinlage während des Einbettens zu verhindern und ein einwandfreies Einlagern in das geschniolzeneGlas'zu gewährleisten. Demgegenüber werden gemäß der vorliegenden Erfindung Stahlsaiteneinlagen mit einer hohen Vorlspannung, z. B. bis zu 12 ooo kg/cni2, in das erwe-chte Glas eingebettet. Die großen, genau errechenbaren Einzelkräfte, die jede so gespannte Saite aufnimmt, werden nun als Vordruckspannung auf die Glasfläche übertragen und machen es, je nach dem Grade der Vorpannungskräfte z# und der gewünschten Netzweite.,vollelastisch und bruchsicher. Vermöge dieser hohen Vorspannung kann der Abstand oder die '.#Jaschenweite der Saiten auch derart weit gelassen werden, daß ein Durchblick durch das Glas unbehindert ist; denn be,' einer Netzweite von iocm besitzt eine solche Glasfläche schon eine wesentlich höhere Bruchfesti-keit als ein Drahtglas init einer Netzeinlage von i cm 3"laschenweite. Zur Erhöhung der Durchsichtigkeit braucht I I unter Erzielun- der gewünschten Spannungs-ZD wirkung die Saitenstärke nur o,5 mm betragen, ohne die Vorspannmöglichkeit der Saite wesentlich zu beeinträchtigen. Der Ab- stand der Saiten voneinander kann jedoch auch geringer als ioem seln, denn bei gewissen Autoscheibeii beträgt der Dralitabstand etwa 5 cm, ohne daß hierdurch die Sicht durch die Sche;be irgendwie behindert wird.
- Die Stahlsaiteneinlagen werden in den bekannten Spannungsvorrichtunggen vorgespannt. Das Eindrücken der so gespannten Saiteneinla-e erfolgt zweckmäßig durch eine Aufwartsbewegung des Tisches, auf dem sich die I el erweichte Glasfläche zur Aufnahme des Spannetzes befindet. Nach dem Eindrücken der Einlage erfolgt zweckmäßig, wie beim Herstellen von Dralitglas bekannt, ein Überwalzen der Glasfläche, um eine feste Umschließung der Saiten mit dein Glase zu erzielen. Danach erfolgt der Transport des Glases in die Kühlanlage. Es ist nun erel forderlich, bei der Kühlung des Glases die Vorspannung aufrechtzuerhalten, und die Spannungsvorrichtung muß deshalb mit in die Kühlanlage gebracht werden. Bis zur völligen Erstarrung des Glases verbleiben die Stahlsaiten unter der Vorspannung; diese wird erst nach völliger Abkühlung gelöst. Um ein Ausglühen der Stahlsaiten während ihres Eindrückens in das erwechte Glas zu vermeiden, muß die Zusammensetzung der Rohstofie zur Herstellung des benutzten Glases so gewählt werden, daß ein Glas mit möglichst tiefliegender Erweichung erhalten w,rd. Hierbei ist zu beachten, daß zur Ni,edri haltung der Temperatur die Erwei-9 b chung nur so weit zu erfolgen braucht, daß eine Eindrückmöglichkeit der Saiten eben möglich ist.
- Durch die hohe Spannung erhalten die Saiten eine Längenveränderung und infolge dieser Dehnung eine Schwächung ihres Querschnitts um -etwa i'/,. Nach erfolgter Kühlung des Glases und Lösung der Spannung bleibt diese Iv'erjüngung der Saiten zwangsläufig im Glase erhalten, jedoch bedingt es die Elastizität der Saiten, daß diese Querschnittveränderung an den nicht im Glase befindlichen Saitenenden sofort zurückgeht. Durch diese Endverstärkung um i0/, bilden s`ch am Glasrande keilartige Verlängerungen, die neben der festen Umschließung der Stahlsaiten durch das Glas das Verziehen dieser und damit eine Wiederaufhebung der Spannung verhindern. Hierdurch werden die Fabrikation erschweren& Sonderverankerungen der Drähte im Spannungszustand hinfällig. Diese Keile bilden sich auch zwangsläufig beim Durchschneiden der Glastafel in kleinere Teile, jedoch ist zu beachten, daß die Saitenenden eine gewisse Länge für die Keilbildung behalten miissen, damit die Spannung erhalten bleibt.
- Bei Anwendung des Vorspannungsverfahrens von Stahlsaiteneinlagen in die Glastafeln ergibt sich ein entsprechend hoher Vordruck in gleichmäßiger Verteilung auf die gesamte Glasfläche, die derselben eine durch andere Verfahren nicht erreichte Bruchsicherheit und Unempfindlichkeit gegen höchste Ansprüche verleiht. Hierdurch wird erreicht, daß beispielsweise Fenstergläser auch hohe Detonationsdrücke, wie sie beispielsweise durch Geschoßdetonationen hervorgerufen werden, aushalten können; die sonst bekanntlich meist zur Zerstörung der Scheiben führen. Trotz weitgehender Beseitigung der Bruchmöglichkeit wird die Durchsicht des Glases nicht behindert, da der Abstand bzw. die Maschenweite der Einlage so gehalten werden kann, daß eine Störung der Durchsicht.durch die Einlage nicht erfolgt.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE-. i. Verfahren zur Herstellung von stahldrahtarm,ertem Flachglas, dadurch gekennzeichnet, daß in das Glas Stahlsaiten eingebettet werden, die in einer Spannvorrichtung unter Verjüngung und Dehnung hochvorgespannt sind und unter Spannung gehalten werden, worauf das Ganze in eine Kühlvorrichtung gebracht und erst nach völliger Erstarrung des Glases die von außen an die Saiten angelegte Vorspannung gelöst wird.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die an den Rändern der erhaltenen Glastafel überstehenden Saitenenden erst hinter den nach dem Lösen der Vorspannung entstehenden keilartigen Verdickungen abgeschnitten werden.
Priority Applications (1)
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| DE1939A0088724 DE701579C (de) | 1939-01-04 | 1939-01-04 | Verfahren zur Herstellung von stahldrahtarmiertem Flachglas |
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