DE708805C - Verfahren zur Herstellung klar bleibender Lecithinloesungen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung klar bleibender LecithinloesungenInfo
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- A—HUMAN NECESSITIES
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Description
- Verfahren zur Herstellung klar bleibender Lecithinlösungen Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung klar bleibender Lecithinlösungen mit Hilfe von Milchsäure, die beim Verdünnen mit Wasser insbesondere für Backzwecke geeignete Lecithin-Milrhsäure-Emulsionen ergeben.
- Für viele Zwecke ist es erwüinscht, Lecithin in gelöstem Zustand oder in Form einer Emulsion zu verwenden. Bekanntlich läßt sich ,aber Lecithin, z. B. Pflanzenlecithin, in Wasser nicht ohne weiteres emulgieren, außerdem sind wäßrige Lecithinemulsionen sehr unbeständig.
- Um Lecithin für Backzwecke, z: B. als Backhilfsmittel zu verwenden, hat man. es mit fein pulverisierten Zuckerstoffen zu Pasten angerührt, oder man hat Pflanzenlecithin Getreidemehlen oder anderen Mehlen beigemischt. über einen Zusatz von 15 bis 2o% konnte man dabei nicht hinausgehen, weil die Erzeugnisse schon zu schmierig und klebrig wurden. Es mußten also mindestens 8o0,o Trägersubstanz verwendet werden, um das Lecithin auf diese Weise in feste Form überzuführen. Da Lecithin mit gewissen Stoffen, wie z. B. Zucker und Eiweißstoffen, leicht Additionsverbindungen eingeht, ist das auf Mehl o. dgl. aufgetragene Lecithin nicht so wirksam wie gelöstes oder in Wasser suspendiertes oder emulgiertes Lecithin.
- Die Möglichkeit, Lecithin durch Auflösen in für die Lösung von Lecithin gebräuchlichen organischen Lösungsmitteln in flüssige Form zu bringen, scheidet für viele Zwecke, z. B. für Backzwecke, vollkommen aus.
- Erfindungsgemäß werden klar bleibende Lösungen von Lecithin, insbesondere aus Pflanzenlecithin, wie z. B. Sojalecithin, unter Verwendung von Milchsäure in der Weise erhalten, daß man Lecithin in hochkonzentrierter Milchsäure, die einen Säuregehalt von über goo'o Gesamtsäure aufweist, auflöst.
- Es ist zwar bereits vorgeschlagen worden, Lecithinemulsionen unter Verwendung einer handelsüblichen Milchsäure von etwa 8oo/o herzustellen. Diese Emulsionen haben aber den Nachteil, daß sie sich schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit in ihre Bestandteile trennen. Im Gegensatz hierzu bleiben die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhaltenen Lösungen unbeschränkt lange Zeit klar. Aus diesen Lösungen erhält man beim Verdünnen mit Wasser äußerst gleichmäßige Milchsäure-Lecitliin-Emttlsionen, während die bekannten Zubereitungen wesentlich weniger fein disperse Präp<<rate erbeben, die erhebliche Men-en niclitemttlgiertes Lecithin enthalten.
- Die vorstehenden Darlegungen werden durch die fol-enden Versuche erhärtet: Versuch i 5o- handelsfbliches Pflanzenlecithin werden in 187.59 Soo'oiger Milchsäure (entsprec'hend 150- iooo'oiger Milchsäure) in einer Kugelmühle emttlgiert. Man erhält eine gleichmäßig aussehende, quallige Emulsion, die zunächst beständig ist,. sich aber nach längerem Stehen in ihre Bestandteile trennt. Manchmal tritt eine Trennung erst nach 2 bis 3 Monaten ein, manchmal aber auch früher. Versuch 2 50,-, Pflanzenlecithin werden in 1509 97 bis iooo'oiger Milchsäure aufgelöst. Die Auflösung erfolgt ohne jede Schwierigkeiten, und man erhält eine dicke Flüssigkeit, die manchmal durchsichtig, manchmal schwach getrübt ist durch Verunreinigungen des Pflan7enlecithins.
- Versuch 3 ioog Pflanzen.lecithin werden in 125 g 8oooiger Milchsäure emulgiert. Man erhält eine marmeladenartige, dickflüssige, gallertartige Masse.
- Versuch i oo g Pflanzenlecithin werden in i oo g 98 bis iooo`oiger Milchsäure aufgelöst. Man erhält eine durchsichtige, dicke Flüssigkeit.
- Die Zubereitungen nach den Versuchen 2 und :l lassen sich mit Wasser beliebig verdünnen, wobei man gleichmäßige Lecithindispersionen erhält. Unemulgiertes Lecithin scheidet sich bei der Verdünnung erst nach längerem Stehen ab. Aus den Präparaten i und 3 erhält man beim Verdünnen mit Wasser, selbst wenn man energisch schüttelt und umrührt, keine gleichmäßigen Emulsionen, insbesondere scheiden sich in allen Fällen nicht unerhebliche Mengen unemulgiertes Lecithin ab.
- Das Lecithin wird in einer Milchsäure von einer Konzentration von über goo'o, vorzugsweise in einer Konzentration von 95 bis ioo%, gegebenenfalls unter Lr«ärmen, leicht in Lösung gebracht. Selbst in sehr konzentriertem Zustand, z. B. im Verhältnis i : i gelöst" ist eine derartige Lecithin-Milchsäure-Lösung noch gut flüssig und für viele Zwecke, besonders auch für Backzwecke und die Herstellung von Backhilfsmitteln, gut brauchbar.
- Für die Durchführung des Verfahrens ist es belanglos, ob eine reine, hochkonzentrierte Milchsäure, die möglichst frei von Anhydrid (Laktylmilchsätire) ist, angewendet wird oder eine möglichst wasserfreie, aber größere Mengen Laktylmilchsäure enthaltende Milchsäure; wie sie z. B. erhalten wird, wenn man die handelsübliche 8oo'oige oder goo/oige Milchsäure durch Eindampfen von Wasser möglichst befreit. Beispiel i kg handelsübliches Sojalecithin, das man durch Erwärmen verflüssigt hat, löst man unter Umrühren in. i kg im Hochvakuum frisch destillierter, schwäch erwärmter, nahezu ioo%iger Milchsäure.
- Die erfindungsgemäß hergestellten konzentrierten Lecithinlösungen geben durch Verdünnen mit Wasser bei mäßigem Umschütteln oder Rühren Lecithinemulsionen bzw. Suspensionen, in denen das Lecithin sehr fein verteilt ist. Diese Emulsionen, und damit diese flüssigen Lecithinprodukte, können für die mannigfachsten Zwecke, z. B. als Backhilfsmittel oder als Hilfsstoffe in der Lederindustrie, verwendet werden.
Claims (1)
- PATI:NTANSPRUCII: Verfahren zur Herstellung klar bleibender Lecithinlösungen mit Hilfe von Milchsäure, die beim Verdünnen mit Wasser insbesondere für Backzwecke geeignete Lecithin-Milchsäure-Emulsionen ergeben, dadurch gekennzeichnet, daß man Lecithin, z. B. handelsübliches Sojalecithin, in hochkonzentrierter Milchsäure mit einem Säuregehalt von über 9o% Gesamtsäure auflöst.
Priority Applications (1)
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