GEBIET DER TECHNISCHEN VERWENDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft eine
5-Amino-2-phenoxysulfonanilidverbindung mit antiinflammatorischer, antipyretischer, analgetischer und
antirheumatischer Wirkung.
STAND DER TECHNIK
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Aus der Vergangenheit sind vielfältige
2-Phenoxysulfonanilidverbindungen bekannt, und besonders die in der Beschreibung der U.S. Patentschrift
Nr. 4 885 367 beschriebenen Verbindungen werden als der erfindungsgemäßen
Verbindung strukturell nahestehend angesehen.
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Jedoch sind die Verbindungen der oben erwähnten Beschreibung
unzureichend wirksam.
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Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Arzneimittel
mit exzellenter antiinflammatorischer, antipyretischer, analgetischer und
antirheumatischer Wirkung zu liefern.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Als ein Resultat extensiver Forschung mit dem Zweck, das oben
beschriebene Problem zu lösen, fanden die genannten Erfinder, daß eine 5-Amino-
2-phenoxysulfonanilidverbindung eine hervorragend einsetzbare
antiinflammatorische Wirkung hat und führten die vorliegende Erfindung aus.
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Die Erfindung betrifft eine
5-Amino-2-phenoxysulfonanilidverbindung, dargestellt durch die Formel (I)
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und pharmazeutisch verträgliche Salze davon.
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Erfindungsgemäß beziehen sich die Salze auf Salze mit
Alkalimetallen (z.B. Natrium und Kalium), Erdalkalimetallen (z.B. Calcium und
Magnesium), Ammoniak und organischen Basen (z.B. Ethanolamin, Lysin und Arginin).
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Die erfindungsgemäße Verbindung der Formel (I) kann z.B. durch die
folgenden Schritte (a) bis (f) hergestellt werden.
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(a) Zuerst wird 2-Fluor-5-nitroanilin mit Methansulfonsäure oder
einem reaktiven Derivat davon (z.B. Säurehalogenide oder Säureanhydride)
umgesetzt, wobei eine Verbindung, dargestellt durch Formel (II)
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erhalten wird.
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Die bevorzugte Umsetzung mit Methansulfonsäure wird in Gegenwart
eines Kondensierungsmittels, wie z.B. N,N'-Dicyclohexylcarbodiimid,
durchgeführt. Für den Fall der Verwendung eines reaktiven Derivats wird die
Umsetzung bevorzugt in Gegenwart einer Base, wie z.B. anorganischen Basen (z.B.
Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid, Natriumcarbonat,
Kaliumcarbonat, Natriumbicarbonat oder Kaliumbicarbonat) oder organischer Basen (z.B.
Triethylamin, Tri-n-butylamin, 1,5-Diazabicyclo[4.3.0]-5-nonen,
1,8-Diazabicyclo[5.4.0]-7-undecen, 4-Methylmorpholin, 1-Methylpiperidin, Pyridin oder
N,N-Dimethylaminopyridin) durchgeführt.
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Gewöhnlich wird die Umsetzung in Gegenwart eines Lösungsmittels,
wie z.B. Dichlormethan, Chloroform, Ethylacetat, Dioxan, Tetrahydrofuran,
Ethylether, Benzol, Toluol, Xylol, Aceton, Acetonitril, Wasser, Pyridin, N,N-
Dimethylformamid oder Dimethylsulfoxid, durchgeführt.
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(b) Nachfolgend wird eine Verbindung der Formel (II) mit Phenol in
Gegenwart einer Base umgesetzt, wobei eine Verbindung, dargestellt durch die
Formel (III)
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erhalten wird.
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Beispiele für die Base bei der Umsetzung sind Alkalimetallhydroxide
(z.B. Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid und Kaliumhydroxid),
Alkalimetallcarbonate (z.B. Natriumcarbonat und Kaliumcarbonat), Alkalimetallbicarbonate
(z.B. Natriumbicarbonat und Kaliumbicarbonat), Alkalimetallhydride (z.B.
Natriumhydrid und Kaliumhydrid), anorganische Basen (z.B. metallisches Natrium
und Natriumamid) und organische Basen (z.B. Triethylamin, Tri-n-butylamin,
1,5-Diazabicyclo[4.3.0]-5-nonen, 1,8-Diazabicyclo[5.4.0]-7-undecen, Pyridin
und N,N-Dimethylaminopyridin).
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Diese Umsetzung kann in Abwesenheit oder Anwesenheit eines
Lösungsmittels durchgeführt werden, das willkürlich aus z.B. Dioxan,
Tetrahydrofuran, Ethylether, Petrolether, n-Hexan, Cyclohexan, Benzol, Toluol, Xylol,
Pyridin, N,N-Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, Dichlormethan, Chloroform oder
Wasser ausgewählt wird.
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Des weiteren kann die Umsetzung durch Zugabe von Kaliumiodid, Tris-
[2-(2-methoxyethoxy)ethyl]amin, einem quaternärem Ammoniumsalz (z.B. Tetra-n-
butylammoniumchlorid, Benzyltriethylammmoniumchlorid und
Benzyltriethylammoniumbromid) oder einem Kronenether (z.B. 18-Krone-6-ether) beschleunigt
werden.
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(c) Dann wird die Nitrogruppe der Verbindung der Formel (III)
reduziert, wobei eine Verbindung, dargestellt durch Formel (IV)
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erhalten wird.
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Die Umsetzung kann eine konventionelle Reduktion, bei der eine
Nitrogruppe in eine Aminogruppe reduziert wird, z.B. eine katalytische
Reduktion, die Palladium-Kohlenstoff, Raney-Nickel oder Platin als Katalysator
verwendet, eine Reduktion, die Eisen oder Zinn verwendet, eine Reduktion, die
Natriumsulfid-Ammoniumchlorid verwendet, eine Reduktion, die Natriumborhydrid
oder Lithiumaluminiumhydrid verwendet, sein.
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Das Lösungsmittel, das bei der Umsetzung verwendet wird, kann in
Abhängigkeit von der Reduktion willkürlich gewählt werden.
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Üblicherweise werden z.B. Alkohole (z.B. Methanol, Ethanol oder n-
Propanol), Wasser, Essigsäure, Ethylacetat, Dioxan, Tetrahydrofuran oder
Acetonitril als Lösungsmittel verwendet.
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(d) Nachfolgend wird die Verbindung der Formel (IV) mit einer
Verbindung, dargestellt durch die Formel (V)
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Cl -CO-R (V)
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(worin R eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, eine Alkoxygruppe
mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen oder eine Alkoxycarbonylgruppe mit 2 bis 6
Kohlenstoffatomen) oder mit einer Verbindung, dargestellt durch Formel (VI)
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(R-CO)&sub2;O (VI)
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(worin R eine Alkylgruppe mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, eine Alkoxygruppe
mit 1 bis 5 Kohlenstoffatomen oder eine Alkoxycarbonylgruppe mit 2 bis 6
Kohlenstoffatomen ist), umgesetzt, wobei eine Verbindung, dargestellt durch
Formel (VII)
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erhalten wird (worin R wie oben definiert ist).
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Die Umsetzung wird vorzugsweise in Gegenwart einer Base, wie z.B.
Alkalimetallhydroxide (z.B. Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid und
Kaliumhydroxid), Alkalimetallcarbonate (z.B. Natriumcarbonat oder Kaliumcarbonat),
Alkalimetallbicarbonate (z.B. Natriumbicarbonat oder Kaliumbicarbonat),
Alkalimetallhydride (z.B. Natriumhydrid oder Kaliumhydrid), anorganische Basen
(z.B. metallisches Natrium oder Natriumamid) oder organische Basen (z.B.
Triethylamin, Tri-n-butylamin, 1,5-Diazabicyclo[4.3.0]-5-nonen, 1,8-
Diazabicyclo[5.4.0]-7-undecen, Pyridin oder N,N-Dimethylaminopyridin)
durchgeführt.
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Die Umsetzung wird in Abwesenheit oder Anwesenheit eines
Lösungsmittels, das willkürlich aus z.B. Dioxan, Tetrahydrofuran, Ethylether,
Petrolether, n-Hexan, Cyclohexan, Benzol, Toluol, Xylol, Pyridin, Ethylacetat,
Acetonitril, N,N-Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid, Dichlormethan,
Chloroform oder Wasser ausgewählt wird, durchgeführt.
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(e) Die Verbindung der Formel (VII) wird durch ein
Nitrierungsmittel, wie Salpetersäure oder ein Nitrat, nitriert, wobei eine Verbindung,
dargestellt durch die Formel (VIII)
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erhalten wird (worin R wie oben definiert ist).
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Beispiele für die Nitrate, die bei der Nitrierung verwendet werden,
sind Natriumnitrat, Kaliumnitrat, Eisen(III)-nitrat und Harnstoffnitrat. Das
bei der Umsetzung verwendete Lösungsmittel wird in Abhängigkeit von dem
verwendeten Nitrierungsmittel, vorzugsweise willkürlich ausgewählt aus z.B.
Essigsäure, Essigsäureanhydrid, Trifluoressigsäure, Schwefelsäure,
Dichlormethan, Chloroform, Benzol, Dioxan oder Ethanol.
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(f) Schließlich wird die Verbindung der Formel (VIII) zu der
erfindungsgemäßen Verbindung der Formel (I) hydrolysiert.
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Die Hydrolyse dieser Umsetzung kann eine konventionelle Hydrolyse
eines Amids unter basischen oder sauren Bedingungen sein, z.B. eine
Hydrolyse, unter Verwendung von Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid, Kaliumhyroxid,
Natriumcarbonat, Kaliumcarbonat, Natriummethoxid, Natriumethoxid oder Kalium-
t-butoxid für die basische Bedingung oder eine Hydrolyse, unter Verwendung
von Chlorwasserstoffsäure, Bromwasserstoffsäure oder Schwefelsäure für die
saure Bedingung.
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Beispiele des bei der Umsetzung verwendeten Lösungsmittels sind
Wasser, Methanol, Ethanol, Propanol, t-Butanol, Tetrahydrofuran, Dioxan,
Benzol, Toluol, Xylol, Chlorbenzol, N,N-Dimethylformamid, Dimethylsulfoxid,
Ameisensäure und Essigsäure, aber vorzugsweise wird das Lösungsmittel in
Abhängigkeit von den Hydrolysebedingungen angemessen ausgewählt.
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Die erfindungsgemäße Verbindung kann oral oder parenteral in den
üblichen Dosierungsformen, wie z.B. Tabletten, Pudern, Granulaten, Pulvern,
Kapseln, Lösungen, Emulsionen, Suspensionen und Injektionen, verabreicht
werden, die alle nach üblichen Verfahren hergestellt werden können. Die
Dosierung beim Menschen in der Verwendung als antiinflammatorisches,
antipyretisches, analgetisches oder antirheumatisches Mittel hängt vom Alter und
Körpergewicht des Patienten, den Symptomen der Krankheit, dem Verabreichungsweg
und der Verabreichungsfrequenz ab, liegt aber gewöhnlich zwischen 5 bis 600
mg pro Tag.
BEVORZUGTE AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
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Die vorliegende Erfindung wird durch die folgenden Beispiele
genauer beschrieben.
Beispiel 1
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(1) Zu 334 ml einer Pyridinlösung, die 52,1 g 2-Fluor-5-nitroanilin
enthielt, wurden unter Eiskühlung 42,1 g Methansulfonylchlorid zugegeben,
gefolgt von 7stündigem Rühren bei Raumtemperatur. Wasser wurde der
Reaktionslösung zugegeben, der Niederschlag wurde durch Filtration gesammelt, und die
Rohkristalle wurden aus Ethanol umkristallisiert, wobei 56,9 g N-(2-Fluor-5-
nitrophenyl)methansulfonamid als blaßgelb scheinende Nadeln erhalten wurden.
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Fp. 162,5 - 163,5ºC.
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(2) Zu 250 ml einer wäßrigen Lösung, die 73,5 g Phenol und 31,2 g
Natriumhydroxid enthielt, wurden 50,0 g
N-(2-Fluor-5-nitrophenyl)methansulfonamid gegeben, gefolgt von einer Erhitzung am Rückfluß während 5 Stunden
und anschließender Eiskühlung. Nacheinander gab man unter Rühren der
eisgekühlten Reaktionslösung 50 ml 36%ige Salzsäure und 200 ml Ethanol zu. Der
Niederschlag wurde durch Filtration gesammelt, nacheinander mit Wasser und
Ethanol gewaschen und luftgetrocknet, wobei 52,2 g
N-(5-Nitro-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid als gelbe Prismen erhalten wurden.
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Fp. 112-113,5ºC.
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(3) Zu 52,1 g N-(5-Nitro-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid wurden 51
ml einer wäßrigen Lösung, die 2,7 g Ammoniumchlorid enthielt, und dann 42,5 g
eines Eisenpulvers zugegeben unter Erhitzen auf 80ºC und Rühren, gefolgt von
Rühren während 2 Stunden. Zu der auf 50ºC abgekühlten Reaktionslösung wurden
Ethylacetat und Wasser gegeben, und der Niederschlag wurde abfiltriert. Nach
Extraktion mit Ethylacetat wurde die organische Phase mit Wasser und einer
gesättigten wäßrigen Natriumchloridlösung gewaschen und über wasserfreiem
Magnesiumsulfat getrocknet. Das Lösungsmittel wurde abgezogen, und der
Rückstand wurde aus Ethanol umkristallisiert, wobei 29,6 g
N-(5-Amino-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid erhalten wurden.
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Fp. 111,5 - 113,5ºC.
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(4) Zu 180 ml Dichlormethanlösung, die 13,7 g Oxalylchlorid
enthielt, wurden nacheinander 9,5 g n-Pentanol und 8,5 g Pyridin unter
Eiskühlung zugegeben, gefolgt von Rühren während 5 Minuten. Zu der auf -78ºC
abgekühlten Reaktionslösung wurden 70 ml einer Dichlormethanlösung, die 20 g N-
(5-Amino-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid und 8,5 g Pyridin enthielt,
zugegben, gefolgt von Rühren bei Raumtemperatur während 10 Minuten. Nach Zugabe
von Wasser wurde die Reaktionslösung mit Dichlormethan extrahiert, und die
organische Phase wurde nacheinander mit Wasser, 3N Salzsäure und einer
gesättigen wäßrigen Natriumchloridlösung gewaschen und über wasserfreiem
Magnesiumsulfat getrocknet. Nach Abziehen des Lösungsmittels wurde der Rückstand aus
Ethanol umkristallisiert, wobei 17,2 g
N-[5-(n-Pentyl)oxalylamino-2-phenoxyphenyl]methansulfonamid als farblose Kristalle erhalten wurden.
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Fp. 164 - 165ºC.
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(5) Zu 60 ml einer Essigsäurelösung, die 17,1 g
N-[5-(n-Pentyl)oxalylamino-2-phenoxyphenyl]methansulfonamid enthielt, wurden 2,7 g
60%iger Salpetersäure unter Erhitzen auf 90ºC und Rühren gegeben, gefolgt von
Rühren während 10 Minuten. Die Reaktionslösung wurde auf Raumtemperatur
zurückgekühlt, und Wasser wurde dazugegeben Der Niederschlag wurde durch
Filtration
gesammelt und aus Ethanol umkristallisiert, wobei 11,5 g N-[4-Nitro-
5-(n-pentyl)oxalylamino-2-phenoxyphenyl]methansulfonamid als gelbe Nadeln
erhalten wurden.
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Fp. 123,5 - 125,5 ºC.
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(6) Zu 25 ml einer Tetrahydrofuranlösung, die 2,5 g N-[4-Nitro-5-
(n-pentyl)oxalylamino-2-phenoxyphenyl]methansulfonamid enthielt, wurden 25 ml
einer 10%igen wäßrigen Natriumhydroxidlösung bei Raumtemperatur zugegeben,
gefolgt von Rühren während 10 Minuten. Die Reaktionslösung wurde nach
Neutralisation mit 3N Salzsäure mit Ethylacetat extrahiert, und die organische
Phase wurde nacheinander mit Wasser und einer gesättigten wäßrigen
Natriumchloridlösung gewaschen und über wasserfreiem Magnesiumsulfat getrocknet.
Nach Abziehen des Lösungsmittels wurde der Rückstand aus Ethanol
umkristallisiert, wobei 1,6 g N-(5-Amino-4-nitro-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid als
orange gefärbte Prismen erhalten wurden.
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Fp. 175 - 176ºC.
Beispiel 2
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Nach einem Verfahren, ähnlich zu dem in Beispiel 1, nur, daß kein
Ethanol verwendet wurde - n-Hexan wurde anstelle des Ethanols zur
Umkristallisierung des Rückstands von Beispiel 1 (6) verwendet, erhielt man N-(5-
Amino-4-nitro-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid als orange gefärbte Nadeln.
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Fp. 164 - 165ºC.
TECHNISCHE VERWENDBARKEIT
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Die Verbindung, die ein erfindungsgemäßer Wirkstoff ist, besitzt
starke antiinflammatorische, antipyretische, analgetisch und antirheumatische
Wirkungen mit weniger Nebeneffekten, wie gastrointestinale Störungen, und ist
dadurch als antiinflammatorisches, antipyretisches, analgetisches oder
antirheumatisches Mittel nützlich.
Experiment 1 [Carrageenin-Fußödem-Inhibierungstest]
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Ein Carrageenin-Fußödem-Inhibierungstest wurde nach dem Verfahren
von Winter et al. [Proc. Soc. Exp. Biol. Med., Bd. 111, S. 544 (1962)]
durchgeführt.
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Sechs Ratten des Stamms Wistar (für jede Gruppe) wurden die
Testarzneimittel [der erfindungsgemäße Bestandteil (a) und das
Kontrollarzneimittel (b)] jeweils in einer 5%igen wäßrigen Gummi-arabicum-Lösung suspendiert
in einer Menge von 1 ml pro 100 g Körpergewicht oral verabreicht. Eine Stunde
später wurden 0,1 ml 1% Carrageenin subkutan in den linken hinteren Fußballen
verabreicht. Drei Stunden nach der Verabreichung von Carrageenin wurden das
Volumen des Fußes bestimmt, und die Ödeminhibierungsrate (%) wurde für den
antiinflammatorischen Effekt berechnet.
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Die Dosis für das Testarzneimittel betrug 0,3 mg/kg.
Experiment 2 [Adjuvans-Arthritis-(Therapie-)Test]
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Ein Adjuvans-Arthritis-(Therapie-)Test wurde nach dem Verfahren von
Winter et al. [Arthritis Rheum., Bd. 12, S. 472 (1969)] durchgeführt.
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Sieben Ratten des Stammes Lewis (für jede Gruppe) wurde subkutan
0,7% Mycobacterium tuberculosis, suspendiert in flüssigem Paraffin, in den
linken hinteren Fußballen verabreicht, um Arthritisadjuvans zu induzieren.
15 - 18 Tage nach Verabreichung des Adjuvans wurde Ratten mit voll ausgeprägter
Arthritis das Testheilmittel [die erfindungsgemäße Verbindung (a) und die
Kontrollverbindung (b)], jeweils in 5%iger wäßriger Gummi-arabicum-Lösung
suspendiert, oral verabreicht in einer Menge von 1 ml pro 100 g Körpergewicht
einmal täglich über 4 Tage.
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Am Tag nach der letzten Verabreichung wurde das Volumen des Fußes
bestimmt, und die Ödem-Inhibierungsrate (%) wurde für den therapeutischen
Effekt berechnet. Die Dosis des Testarzneimittels betrug 0,2 mg/kg.
Experiment 3 [Adjuvans-Arthritis-(Schmerz-)Test]
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Ein Adjuvans-Arthritis-(Schmerz-)Test wurde nach dem Verfahren von
Katsuno et al. [Chem. Pharm. Bull., Bd. 23, S. 1184 (1975)] durchgeführt.
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Zehn Ratten des Stammes Lewis (für jede Gruppe) wurde subkutan 0,7%
Mycobacterium tuberculosis, suspendiert in flüssigem Paraffin, in den linken
hinteren Fußballen verabreicht, um Adjuvans-Arthritis zu induzieren. 15 - 18
Tage nach Verabreichung des Adjuvans wurde Ratten mit Arthritis, die eine
quiekende Antwort auf den Schmerz, hervorgerufen durch Beugung und Streckung
des rechten hinteren Fußballens, gaben, das Testheilmittel [die
erfindungsgemäße Verbindung (a) und die Kontrollverbindung (b)], jeweils in 5%iger
wäßriger Gummi-arabicum-Lösung suspendiert, oral verabreicht in einer Menge von
1 ml pro 100 kg Körpergewicht. Das Auftreten der quiekenden Antwort wurde
über 5 Stunden nach der Verabreichung beobachtet, und die Inhibierungsrate
(%) wurde für die Untersuchung des analgetischen Effekts berechnet. Die Dosis
des Testarzneimittels betrug 1,0 mg/kg.
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Die Ergebnisse aus den Experimenten 1 bis 3 sind in Tabelle 1
zusammengefaßt.
Tabelle 1
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Die erfindungsgemäße Verbindung (a): die Verbindung aus Beispiel 1.
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Kontrollverbindung (b): N-(4-Nitro-2-phenoxyphenyl)methansulfonamid
Experiment 4 [1L-1-Bildungsinhibierungstest]
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Gesundes menschliches heparinisiertes Peripherblut wurde über
Lymphoprep (Daiichi Pharmaceutical Co.) unter aseptischen Bedingungen
überschichtet, um rote Blutzellen zu entfernen, und die Zellzahlen wurden auf 2 x
10&sup6; Zellen/ml eingestellt durch Schwenken der Zellen in RPMI-1640-Medium, das
10% fötales Kälberserum, Penicillin 100 U/ml, Streptomycin 100 U/ml, HEPES-
Puffer 10 mM und L-Glutamin 2 mM enthielt.
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500 µl der hergestellten Zellschwenklösung, 2,0 µg ConA (Sigma Co.)
und 250 µl des oben erwähnten Mediums des Testarzneimittels [die
erfindungsgemäße Verbindung (a) und die Kontrollverbindung (b)] wurden auf eine
Mikroplatte (Flachboden, 24 Vertiefungen, Iwaki Glass Co.] plaziert und in einem
5% CO&sub2;-Inkubator während 48 Stunden inkubiert. Nach Auflösung des
Testarzneimittels in Methanol wurde das Testarzneimittel des Mediums auf 0,05% der
Endkonzentration an Ethanol eingestellt durch Verdünnung mit dem oben erwähnten
Medium. Nach Inkubation wurde die Menge (pg/ml) an 1L-1β im Zellüberstand mit
einem ELISA-Kit (Amasham Co.) bestimmt, und die
1L-1β-Bildungsinhibierungsrate (%) wurde berechnet, um den IC&sub5;&sub0;-Wert zu erhalten.
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Die Konzentrationen des Testarzneimittels betrugen 0, 3, 10 und 30
µg/ml.
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Als Ergebnis wurde ein IC&sub5;&sub0;-Wert für die
1L-1-Bildungsinhibierungswirkung der erfindungsgemäßen Verbindung (a) von 13,3 µg/ml erhalten, die
Kontrollverbindung (b) zeigte aber keine 50% oder höhere Inhibierung in der
obigen Konzentration, und deshalb konnte kein IC&sub5;&sub0;-Wert bestimmt werden.