DE69205613T2 - Flüssigkeitsausgabe mit Behälterbodendetektion. - Google Patents
Flüssigkeitsausgabe mit Behälterbodendetektion.Info
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Description
- Die Erfindung ist auf ein Verfahren zur Abgabe von Flüssigkeit in einen Behälter gerichtet, insbesondere auf ein Verfahren zum automatischen Einhalten eines optimalen Abstandes bei dieser Abgabe mittels einer Druck-Rückführung.
- Manchmal ist es bei der klinischen Untersuchung von Blutproben erwünscht, die Patientenprobe zu verdünnen, um einen außerhalb eines Bereiches liegenden Zustand erneut zu testen. Durch Hinzufügen der Probe zu einem Verdünner oder umgekehrt in einem bestimmten Verhältnis, zum Beispiel 1:1, wird der außerhalb des Bereichs liegende Zustand in den Bereich verschoben. Dieser Zustand kann zum Beispiel bei der Untersuchungen auf Glukose auftreten.
- Bisher wurde die Probe oder der Verdünner in einen leeren Behälter eingegeben, bis das erwünschte Volumen erreicht ist, und dann wurde die andere Flüssigkeit hinzugefügt. Meistens, wenn nicht immer wird dabei überhaupt nicht darauf geachtet, wo sich der Boden des Behälters befindet. Die Dispenserspitze sollte während der Flüssigkeitsabgabe nicht unnötig eingetaucht sein, da sonst wesentliche Mengen der Flüssigkeit an der Oberfläche der herausgezogenen Spitze verbleiben und nicht im Behälter. Meistens wird daher die Spitze so hoch über dem Boden des Behälters gehalten, daß die Flüssigkeit in Tropfen abgegeben wird und nicht als kontinuierlicher Strom. Das heißt, daß der Abstand zu groß ist, um einen kontinuierlichen Flüssigkeitsstrom zu ermöglichen.
- Die Abgabe als Tropfen ist solange kein Problem, bis die Restmenge der Flüssigkeit ausgegeben wird. Diese Restmenge tendiert dazu, mit oder ohne Perfusion als Tropfen an der Außenseite der Dispenserspitze hängen zu bleiben. Es wurde festgestellt, daß bis zu 25% des erwünschten Abgabevolumens in solch einem hängenden Tropfen bleibt, anstelle in die Flüssigkeit im Behälter zu gelangen, so daß das Verdünnungsverhältnis im Behälter wesentlich verändert ist. Ein solches Verdünnungsverfahren ist nicht akzeptabel.
- Die vorliegende Erfindung ist nicht die erste, die die Bedeutung der Feststellung hervorhebt, wo sich der Boden des aufnehmenden Behälters befindet. Die EP-A-0 223 758 beschreibt eine Erfassung des Behälterbodens durch den Anstieg der Axialkraft auf die Pipette, die auftritt, wenn sie den Boden berührt. Diese Vorgehensweise ist jedoch fehleranfällig. Wenn zum Beispiel die Pipette eine Seitenwand oder einen seitlichen Vorsprung des Behälters berührt, bevor der Boden erreicht ist, kann auch dabei eine axiale Kraftkomponente festgestellt werden. Insbesondere bei nichtzylindrischen Behältern oder solchen mit geneigten Seitenwänden ist dies ein Problem. Das Ergebnis kann in einem solchen Fall eine falsche Angabe für die Bodenberührung sein. Die in der EP-A-0 223 758 beschriebene Technik gibt daher der richtigen Stelle der Dispenserspitze in der X-Y-Ebene gegenüber dem Behälter ein großes Gewicht, um eine Seitenwandberührung zu vermeiden. Andererseits wird mit dieser Technik nicht immer auch tatsächlich der Boden festgestellt. Außerdem wird die Axialkraft auf die Pipette dabei mit einem Sensor gemessen, der nur für diesen Zweck hinzugefügt wurde. Eine bessere Technik verwendet Sensoren, die bereits vorhanden sind.
- Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Erfassen des Bodens zu schaffen, bei dem die obigen Probleme nicht auftreten.
- Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zur Abgabe einer Flüssigkeit aus einer Abgabevorrichtung in einen Behälter vorgestellt, wobei die Abgabevorrichtung relativ zum Behälter in Reaktion auf eine Steuereinrichtung und eine Erfassungseinrichtung durch eine Bewegungseinrichtung vertikal bewegt werden kann, und wobei die Abgabevorrichtung eine Abgabeöffnung aufweist, die in vertikaler Richtung nachgiebig angebracht ist, wobei das Verfahren die Schritte
- a) des Bewegens der Abgabeöffnung vertikal zum Boden des Behälters,
- b) des Erfassens des Bodens des Behälters, und danach
- c) des Abgebens der Flüssigkeit aus der Abgabevorrichtung in den Behälter umfaßt;
- und wobei das Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, daß der Schritt a) das Bewegen der Abgabeöffnung in eine verschließende Stellung jenseits der nominalen Position für den Boden des Behälters beinhaltet, so daß die Abgabeöffnung durch den Boden verschlossen ist,
- und daß der Schritt b) die weiteren Schritte
- i) des Betätigens einer Druckeinrichtung, während die Öffnung durch eine vertikale Kraft in der verschließenden Stellung verschlossen ist,
- ii) des langsamen Wegnehmens der vertikalen Kraft auf die Öffnung am Behälterboden, während der Druck auf die Flüssigkeit in der Öffnung erfaßt wird,
- iii) des Erfassens der Abnahme des Drucks, wenn die Öffnung nicht mehr durch den Behälterboden verschlossen wird und die Flüssigkeit beginnt, durch die Druckeinrichtung aus der Öffnung abgegeben zu werden, und
- iv) des Erzeugens eines Signals in Reaktion auf den Schritt iii) umfaßt, wodurch die Stellung der nicht verschlossenen Öffnung als am Boden des Behälters befindlich festgestellt wird, so daß die ganze abzugebende Flüssigkeit die Abgabevorrichtung tatsächlich verläßt.
- Es ist daher ein vorteilhaftes Merkmal der Erfindung, daß tatsächlich der Boden und nicht eine Seitenwand des Behälters erfaßt wird, in den die Flüssigkeit einzugeben ist, so daß eine richtige und vollständige Abgabe der Flüssigkeit möglich ist, die vom Behälter aufgenommen werden soll.
- Es ist ein weiteres vorteilhaftes Merkmal der Erfindung, daß ein Verfahren geschaffen wurde, bei dem aus einem Dispenser Flüssigkeit in einen Behälter abgegeben wird und bei dem für jeden Behälter sichergestellt ist, daß die ganze, vom Dispenser abgegebene Flüssigkeit auch tatsächlich in den Behälter gelangt und nicht am Dispenser hängenbleibt.
- Es ist ein diesbezüglich vorteilhaftes Merkmal der Erfindung, daß bei dem Verfahren zum Abgeben von Flüssigkeit der Dispenser für die Flüssigkeit so positioniert wird, daß die Flüssigkeit als kontinuierlicher Strom in den Behälter abgegeben wird.
- Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung wird diese anhand der Zeichnung beispielhaft näher beschrieben. Es zeigen:
- Die Fig. 1A und 1B das bekannte Verfahren zur Abgabe von Flüssigkeit in einen Behälter, teilweise im Schnitt;
- die Fig. 2A bis 2F Ansichten ähnlich denen der Fig. 1A und 1B, wobei jedoch hier die Ausführung der vorliegenden Erfindung dargestellt ist;
- die Fig. 3 eine schematische Teilansicht einer Vorrichtung, die bei der vorliegenden Erfindung anwendbar ist;
- die Fig. 4 den Verlauf des Drucks bei dem in den Fig. 2D und 2E dargestellten Vorgang; und
- die Fig. 5 ein Flußdiagramm für die Schritte, die in einem Analysegerät beim Ausführen des erfindungsgemäßen Verfahrens programmiert ausgeführt werden.
- Die Erfindung wird im folgenden im Zusammenhang mit bevorzugten Ausführungsformen beschrieben, wobei in einem bevorzugten Analysegerät zur Abgabe von Flüssigkeit, vorzugsweise eine Patientenprobe oder ein Verdünner, in bevorzugte Behälter in einem Analysegerät wie dem unter der Bezeichnung "Ektachem 700" oder "Ektachem 250" von der Eastman Kodak Company hergestellten Typ bestimmte Abgabespitzen bevorzugt verwendet werden. Die Erfindung ist jedoch unabhängig von der abzugebenden Flüssigkeit und der Art der Abgabespitze oder des Analysegeräts anwendbar. Es kann jeder Behälter zur Aufnahme der Flüssigkeit verwendet werden, wenn nur seine Bodenfläche die Abgabeöffnung verschließen kann.
- Das der Erfindung zugrundeliegende Problem ist in den Fig. 1A und 1B dargestellt. Das heißt, daß sich an einer Station A ein Behälter 10 befindet, um eine Flüssigkeit wie einen Verdünner aus einer herkömmlichen Wegwerf-Abgabespitze 30 aufzunehmen, die an einem (nicht gezeigten) Dispenser angebracht ist. Damit die Spitze nicht zu weit in den Behälter eingeführt wird und dabei die Spitze in den Boden gerammt wird, ist das Analysegerät so eingestellt, daß es sich auf der "sicheren Seite" befindet, das heißt, daß sich die Spitze 30 in einem übermäßig großen Abstand "D" über der Bodenfläche B des Behälters 10 befindet. Der Abstand "D" ist in vielen Fällen zu groß, damit die abzugebende Flüssigkeit als Strom austritt. Sie tritt statt dessen als Tropfen "d" aus, wenn ein Druckanstieg +ΔP erfolgt, wie es in der Fig. 1A gezeigt ist. Wie in der Fig. 1B gezeigt, ist der letzte Tropfen d' jedoch oft zu klein, damit er in den Behälter 10 fällt. Statt dessen hängt er als Tropfen d' an der Spitze 30, so daß er mit der Spitze (in der Richtung des Pfeiles 100) (gestrichelt gezeigt) entfernt wird, wodurch das erwartete Verdünnungsverhältnis gestört wird, wenn anschließend die Patientenprobe in den Behälter eingegeben wird, in dem sich bereits der Verdünner befindet. Das Volumen des Tropfens d' kann bis zu 25% des Volumens betragen, von dem erwartet wird, daß es in den Behälter 10 abgegeben wird, wodurch sich natürlich das erwartete Verdünnungsverhältnis ändert.
- Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich am besten aus den Fig. 2A bis 2F verstehen, wobei eine Vorrichtung wie die in der Fig. 3 gezeigte Vorrichtung verwendet wird. Ein Dispenser (in den Fig. 2A bis 2F nicht gezeigt) ist mit einer abnehmbaren Spitze 30 versehen, die eine Abgabeöffnung 34 aufweist, wobei die Spitze von irgeneiner geeigneten Art ist. (Es können die Spitzen verwendet werden, die unter der Bezeichnung "Ektachem 700"-Einmalspitzen von der Eastman Kodak Company erhältlich sind.)
- An einer entsprechenden Ansaugstation wird die Spitze mit der geeigneten Menge der Flüssigkeit gefüllt, die in der Mischung das kleinere Volumen hat, zum Beispiel mit der Probe oder einem Verdünner wie 10 ul Wasser oder 7% Rinderserum- Albumin, mit der Zugabe eines "Totvolumens" von zum Beispiel 20 ul, wobei nach dem Ansaugen der Druck in der Spitze 30 im wesentlichen gleich dem Atmosphärendruck ist (Fig. 2A).
- Die Spitze wird dann vertikal über einem nicht gezeigten Behälter plaziert, was der in der Fig. 2A dargestellte Zustand ist. Danach erfolgt zwischen der Spitze 30 und dem Behälter 10 eine relative Bewegung in der Richtung des Pfeiles 35, vgl. Fig. 2B und 3. Diese relative Bewegung (vorzugsweise eine Bewegung der Spitze 30 nach unten zum Behälter 10 hin, der sich auf einem Halter 11 befindet) wird solange fortgesetzt, bis die Spitze 30 abdichtend an der Bodenfläche B anliegt, vgl. Fig. 2C. Der Dispenser ist herkömmlich so aufgebaut, daß er wenigstens in vertikaler Richtung etwas nachgiebig ist, wodurch es möglich ist, daß sich die Spitze 30 genügend weit nach unten gegen die Fläche B bewegt, damit eine vertikale Kraft auftritt, ohne daß der Behälter oder der Dispenser beschädigt wird und doch die Öffnung 34 der Spitze 30 von der Fläche B dicht abgeschlossen wird.
- Nun (Fig. 2D) wird der Druck in der Spitze 30 um einen Wert +p angehoben und dabei der Druck in der Spitze 30 durch eine Erfassungseinrichtung überwacht. Der Wert "+p" ist derjenige Wert, der gerade ausreicht, an der Spitze 30 einen Meniskus auszubilden, wenn die Spitze nicht verschlossen ist. Danach wird die Spitze 30 schrittweise um den Abstand Δh in der Fig. 2E zurückgezogen, wie es durch den Pfeil 39 angezeigt ist, bis der elastische Druck ausreichend verringert ist, damit die Spitze 30 freikommt und einiges von der Flüssigkeit (L) auf die Oberfläche B abgegeben wird.
- Das Ausmaß des Meniskusses, der durch den Druckanstieg "+p" erzeugt wird, hängt vor allem von der Geometrie der Spitze ab. Bei einem Beispiel verursachte der Druck +p die Ausgabe von 5 ul der Flüssigkeit, es können jedoch auch andere Mengen Anwendung finden.
- Es ist wichtig, daß, während die Flüssigkeit abgegeben wird (Fig. 2E), von der Erfassungseinrichtung ein Druckabfall -p festgestellt wird. Dieser Abfall wird dazu verwendet, um die Feststellung auszulösen, daß der "Boden" (hier die Fläche B) des Behälters erreicht wurde. Diese in der Fig. 2E gezeigte Position wird als die "Boden"-Position in einem Speicher gespeichert.
- Danach wird, während die Spitze 30 mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit zurückgezogen wird, ein neuer Druck +p' an die Spitze 30 angelegt, um die verbleibende Menge der auszugebenden Flüssigkeit in den Behälter abzugeben. Das heißt, daß die neue, geänderte Höhe Δh' der Spitze 30 über der Fläche B so gewählt wird, daß die Ausgabe der Flüssigkeit als kontinuierlicher Strom aufrecht erhalten bleibt, wie es in der Fig. 2F gezeigt ist. (Obwohl die Fig. 2F zeigt, daß der gesamte Inhalt der Spitze 30 ausgegeben wird, bleibt vorzugsweise das oben erwähnte Totvolumen zurück.)
- Dann, wenn die Spitze 30 vollständig zurückgezogen ist (nicht gezeigt), wird wieder der Gesamtabstand aufgerufen, den sich der Dispenser von der in der Fig. 2E gezeigten Spitzenposition weg bewegt hat. Mit der Kenntnis der Position der Fläche B, die bei der Fig. 2E erfaßt wurde, kann der Dispenser mit einer neuen Spitze, die die andere Flüssigkeit der Mischung enthält, wieder in den Behälter 10 eingeführt werden und die neue Spitze geeignet über dieser Fläche Positionieren, um die richtige Menge der anderen Flüssigkeit in der in der Fig. 2F gezeigten Art abzugeben. Das heißt, durch die Kenntnis, wo sich die Bodenfläche B befindet, "weiß" der Dispenser, wo sich die Oberfläche der ersten Flüssigkeit befindet und wo daher die neue Spitze positioniert werden sollte, um die zweite Flüssigkeit als kontinuierlichen Strom abzugeben. (Zur Durchführung dieser Berechnungen wird herkömmliche Software verwendet.)
- Zum Beispiel kann das Δh der Fig. 2E, wenn die Flüssigkeit L von der Spitze 30 aufgrund des Anhebens der Spitze freigegeben wird, gleich 0,20 mm sein. Das Wegnehmen der Spitze in der Fig. 2F erfolgt mit einem Ausgabedruck, der ausreicht, um die Abgabe mit zum Beispiel 100 ul/sek auszuführen.
- In der Fig. 3 ist ein geeignetes Analysegerät 20 zum Ausführen der Schritte der Fig. 2A bis 2F gezeigt. Ein solches Analysegerät macht von herkömmlichen Teilen Gebrauch, wie es zum Beispiel in der US-A-4 794 085 beschrieben ist. Das heißt, daß eine Spitze 30 mit ihrer größeren Öffnung 32 abnehmbar an einer Ansaug/Ausgabevorrichtung 40 angebracht ist. Die Vorrichtung 40 wird relativ zu einem Behälter 10 bewegt, der bei 11 geeignet gehalten wird. Das heißt, daß die Vorrichtung 40 vorzugsweise von einem herkömmlichen Antrieb 44 auf und ab bewegt wird. Zwischen dem Antrieb 44 und der Vorrichtung 40 ist eine Feder 45 angebracht, die für die Nachgiebigkeit sorgt, die es dem Antrieb ermöglicht, die Spitze 30 ohne Schaden "zu weit" in den Behälter 10 zu bewegen. Die Vorrichtung 40 weist einen inneren Durchgang 46 auf, der über einen Schlauch 52 mit einem Druckwandler 70 verbunden ist und auch mit einer Einrichtung 58 zum Ändern des Drucks in der Spitze 30. (Eine solche Einrichtung 58 besteht zum Beispiel aus einem Kolben 60, der von einem Antrieb 64 in einem Zylinder 62 zwischen den gestrichelt gezeigten Stellungen bewegt wird.)
- Eine Steuereinrichtung 80 wird dazu verwendet, um das vom Wandler 70 erzeugte Drucksignal zu erfassen, und sie wirkt ihrerseits gemäß einem geeigneten Programm auf die beiden Antriebe 44 und 64 ein, um die Bewegung und den Druck in der Spitze 30 zu steuern.
- Die Steuereinrichtung 80 besteht vorzugsweise aus einem Mikrocomputer im Analysegerät 10, der Wandler 70 ist ein Wandler mit einer hohen Empfindlichkeit, einem geringen inneren Luftvolumen und einer hohen Stabilität, etwa ein piezoelektrischer Wandler.
- Die Bewegung der Spitze 30 in Richtung des Pfeiles 35 erfolgt stufenweise, so daß sich die Öffnung 34 zuerst um die Strecke y' in die gestrichelte Position 30', dann in die gestrichelte Position 30" usw. bewegt, bis die Spitze abdichtend an der Bodenfläche B anliegt, wie es auch in der Fig. 2C gezeigt ist. Vor dem Gebrauch kann durch einen einzigen Probelauf die nominelle Position der Fläche B bestimmt werden, um zu vermeiden, daß die Spitze 30 unter Überschreitung der für die Vorrichtung 40 vorgesehenen Nachgiebigkeit zu weit in den Behälter 10 hinein bewegt wird.
- Dabei wird durch einen Vorschub des Kolbens 60 im Zylinder 62 ein Druckanstieg +p aufgebaut, um das Freiwerden der Spitze 30 von der Bodenfläche B zu prüfen. Beim allmählichen Verringern der Kraft auf die Spitze 30 durch den Antrieb 44 und das Freigeben der Feder 45 wird der Druck in der Spitze 30 durch den Wandler 70 und die Steuereinrichtung 80 überwacht, um festzustellen, wenn ein plötzlicher Abfall auftritt, der anzeigt, daß die Spitze von der Fläche B freikommt.
- Es ist ersichtlich, daß ein Schwellenwert eingestellt wird, über den hinaus der Druck abnehmen muß, um das Freiwerden der Spitze 30 anzuzeigen. Wenn zum Beispiel der Druck +p, der zum Prüfen des Freiwerdens verwendet wird, ein Signal von 450 mV erzeugte ist ein brauchbarer Schwellenwert 390 mV, wobei der Wandler pro 2,54 cm H&sub2;O-Druck 300 mV erzeugt.
- Ein solcher Schwellenwert ist in der Fig. 4 gezeigt, wobei zum Zeitpunkt T = TR ein Druckabfall von 400 mV erfolgt, wenn das Freiwerden beginnt. Die übrigen in der Fig. 4 gezeigten Vorgänge sind: Zum Zeitpunkt A befindet sich die Flüssigkeit bereits in der Abgabespitze. Zum Zeitpunkt C setzt die Spitze abdichtend auf dem Boden auf. Vom Punkt C bis zum Zeitpunkt D wird der Druck +p von der Pumpe aufgebracht (auch in der Fig. 2D gezeigt). Das Plateau bei E stellt die Zeit dar, während der die nach unten gerichtete vertikale Kraft auf die Spitze allmählich verringert wird (mit "Zurückziehen" bezeichnet). Der Druckabfall bei TR zeigt den Moment des Freiwerdens an, und die Position der Spitze zu diesem Zeitpunkt wird "markiert". Der Druckanstieg bis zum Punkt F stellt die Abgabe der verbleibenden Flüssigkeit in den Behälter dar (Fig. 2F).
- Zum Programmieren der Steuereinrichtung 80 kann jedes geeignete Programm auf herkömmliche Weise verwendet werden. Das Flußdiagramm der Fig. 5 zeigt die Schritte des entsprechenden Computerprozesses. Der Prozeß erfordert, daß zuerst im Schritt 100 wie oben angegeben manuell die Position der Bodenfläche B festgestellt wird, um eine schädliche, zu weite Bewegung der Abgabevorrichtung zu verhindern. Dann wird im Schritt 101 bestimmt, welche der beiden Flüssigkeiten in der Mischung das kleinere Volumen hat, und es ist diese Flüssigkeit, die im Schritt 102 in die Spitze 30 des Dispensers eingesaugt wird. Dann wird die Spitze 30 im Schritt 104 in den ausgewählten Behälter hinein bewegt, bis die Öffnung 34 im Schritt 106 die nominale Position der Bodenfläche erreicht, wo sie abdichtend an der im Schritt 100 bestimmten Bodenfläche B anliegen sollte.
- Dann wird die Druckeinrichtung, das heißt der Kolben des Dispensers, im Schritt 108 um den Wert +p vorgeschoben, während der Druck mittels des Wandlers (70 in der Fig. 3) überwacht wird. Dadurch wird zweierlei erreicht, das heißt es wird bestätigt, daß die Spitze tatsächlich abgedichtet ist. Darüberhinaus wird ermöglicht, daß die Spitze 30 danach im Schritt 110 um eine ausgewählte kleine Strecke zurückbewegt wird, die zum Beispiel aus sechs halben Schritten bestehen kann, wenn der Antrieb 44 der Fig. 3 ein Schrittmotor ist. Die Steuereinrichtung 80 fragt dann im Schritt 112 ab, ob der Druck in der Spitze 30 um mehr als den vorgegebenen Schwellenwert abgenommen hat. Wenn nicht, wird der Schritt 110 iterativ wiederholt, bis die Abfrage positiv beantwortet wird, was zum Schritt 114 führt. An dieser Stelle wird die "Stelle", d.h. die Position des Antriebs 44 im Speicher gespeichert, und die Druckeinrichtung wird betätigt, um +p' zu erzeugen und den verbleibenden Rest der gewünschten Menge des Verdünners im Schritt 116 aus zugeben, während die Spitze 30 vom Antrieb 44 mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit allmählich zurückbewegt wird.
- Schließlich wird im Schritt 118 die Spitze 30 aus dem Behälter zurückgezogen.
- Danach wird wahlweise im Schritt 120 eine neue Spitze mit der Flüssigkeit versehen, die in der Mischung das größere Volumen hat, im Schritt 122 die Spitze zu der vorgegebenen Position der Flüssigkeitsoberfläche bewegt, die vorher abgegeben wurde, wie es im Schritt 114 bestimmt wurde, und es wird im Schritt 124 die zweite Flüssigkeit zu der ersten hinzugegeben. Die Schritte 120 bis 124 werden als wahlweise betrachtet, da, nachdem die erste Flüssigkeit an Ort und Stelle ist, hinsichtlich dieser Flüssigkeit oder auch hinsichtlich der geeigneten Positionierung einer neuen Spitze mit der zweiten Flüssigkeit relativ zur Oberfläche der ersten Flüssigkeit andere Schritte folgen können.
Claims (3)
1. Verfahren zur Abgabe einer Flüssigkeit aus einer
Abgabevorrichtung in einen Behälter, wobei die
Abgabevorrichtung relativ zum Behälter in Reaktion auf eine
Steuereinrichtung und eine Erfassungseinrichtung durch eine
Bewegungseinrichtung vertikal bewegt werden kann, und wobei die
Abgabevorrichtung eine Abgabeöffnung aufweist, die in vertikaler
Richtung nachgiebig angebracht ist, wobei das Verfahren die
Schritte
a) des Bewegens der Abgabeöffnung vertikal zum
Boden des Behälters,
b) des Erfassens des Bodens des Behälters, und
danach
c) des Abgebens der Flüssigkeit aus der
Abgabevorrichtung in den Behälter umfaßt;
dadurch gekennzeichnet, daß der Schritt a) das
Bewegen der Abgabeöffnung in eine verschließende Stellung
jenseits der nominalen Position für den Boden des Behälters
beinhaltet, so daß die Abgabeöffnung durch den Boden dicht
verschlossen ist,
und daß der Schritt b) die weiteren Schritte
i) des Betätigens einer Druckeinrichtung,
während die Abgabeöffnung durch eine vertikale Kraft in der
verschließenden Stellung verschlossen ist,
ii) des langsamen Wegnehmens der vertikalen Kraft
auf die Abgabeöffnung am Behälterboden, während der Druck auf
die Flüssigkeit in der Öffnung erfaßt wird,
iii) des Erfassens der Abnahme des Drucks, wenn
die Abgabeöffnung nicht mehr durch den Behälterboden
verschlossen ist und die Flüssigkeit beginnt, durch die
Druckeinrichtung aus der Abgabeöffnung abgegeben zu werden, und
iv) des Erzeugens eines Signals in Reaktion auf
den Schritt iii) umfaßt, wodurch die Stellung der nicht
verschlossenen Abgabeöffnung als am Boden des Behälters
befindlich festgestellt wird, so daß die ganze abzugebende
Flüssigkeit die Abgabevorrichtung tatsächlich verläßt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Schritt b) des
weiteren das Markieren der Position der nicht mehr
verschlossenen Abgabeöffnung als die "Boden"-Position und danach das
Fortführen der Abgabe der Flüssigkeit in den Behälter umfaßt,
während die Abgabeöffnung vom Behälterboden zurückgezogen
wird und der von der "Boden"-Position weg zurückgelegte Weg
verfolgt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei die
Abgabeöffnung Teil eines klinischen Analysegeräts ist und die
Flüssigkeit ein Verdünner für eine Patientenprobe.
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