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Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbesserung bei
der Viehzucht und insbesondere eine Verbesserung bei der
Aufzucht von landwirtschaftlichen Nutztieren und Geflügel
zur Fleischerzeugung unter erheblicher Förderung ihres
Wachstums bei gleichzeitiger Verbesserung der
Fleischqualität.
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Landwirtschaftliche Nutztiere werden allgemein über die
Stadien des Säugens beim Muttertier, der Zufütterung, der
Entwöhnung und der Fütterung mit verschiedenen Arten
normalen Futters aufgezogen. So beginnt beispielsweise die
Zufütterung bei Ferkeln üblicherweise eine Woche nach der
Geburt, wonach etwa am 25. Tag nach der Geburt entwöhnt und
auf normale Fütterung mit normalen Futtermitteln
übergegangen wird. Das Körpergewicht von in dieser Weise etwa 30
Wochen aufgezogenen Schweinen erreicht 100 bis 120 kg; die
Schweine werden dann ins Schlachthaus gebracht, wo sie zu
Karkassen und weiter zu Schweinefleisch für Kochzwecke
verarbeitet oder zur weiteren Verarbeitung als
Räucherschinken, Speck, Wurst und dergleichen hergerichtet werden.
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Selbstverständlich ist der wichtigste wirtschaftliche
Faktor bei der Vieh- bzw. Schweineaufzucht zur
Fleischproduktion die Erzeugung einer größeren Fleischmenge mit einer
Einheitsmenge verbrauchten Futters innerhalb der
kürzestmöglichen Aufzuchtdauer. In gewissem Maße wird dieses
Problem zuweilen als relativer Futterbedarf ausgedrückt, der
dem Verhältnis der aufgenommenen Futtermenge zur
Körpergewichtserhöhung pro Tier während der Aufzuchtperiode
entspricht. Es wurden bereits verschiedene Vorschläge und
Versuche mit der Zielsetzung unternommen, den relativen
Futterbedarf
zu verringern oder eine körpergewichtserhöhende
Wirkung zu erzielen; gemäß den meisten Vorschlägen und
Versuchen werden die Tiere mit einem Futter aufgezogen, dem
ein bestimmter wachstumsfördernder Zusatz zugemischt ist.
Zu den Beispielen für derartige wachstumsfördernde Zusätze
für die Nutztierauf zucht, die bisher angegeben wurden,
gehören Prenylamin-Verbindugnen, die auf die Darmflora von
Schweinen wirken und in der japanischen Patentanmeldung
Kokai JP-A-60-41447 angegeben sind, Thioglykole und
Thioauxine, die eine fördernde Wirkung auf die Proteinsynthese
ausüben und in der japanischen Patentanmeldung Kokai JP-A-
61-11 502 beschrieben sind, höhere geradkettige gesättigte
Alkohole, die in der japanischen Patentanmeldung Kokai JP-
A-61-13 2 142 beschrieben sind, bestimmte Imidazolin- und
Triazinderivate, die Gegenstand der japanischen
Patentanmeldung Kokai JP-A-61-56 047 sind, Mikroorganismen, wie
Lactobacillus bifidus, die in der japanischen
Patentanmeldung Kokai JP-A-62-104 552 angegeben sind, bestimmte
Kupferverbindungen, die in der japanischen Patentanmeldung
Kohyo JP-A-01-502 878 beschrieben sind, Analoga des
Schweine-Wachstumshormons, die in der japanischen
Patentanmeldung Kohyo JP-A-01-502 480 angegeben sind, etc.
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Insbesondere geht aus einem Bericht von der Cornell
University hervor, daß bei der Schweineaufzucht durch
Verabreichen eines Schweine-Wachstumshormons, das ein durch
geeignete Anwendung der Genrekombinationstechnik erhaltenes
Produkt darstellt, an Schweine in einer Dosis von 50 bis
200 mg/kg d eine Steigerung der Gewichtszunahme von 8 bis
13 % erzielt werden kann.
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Obgleich die oben beschriebenen Futterzusätze zur Förderung
des Wachstums oder zur Verringerung des relativen
Futterbedarfs nicht unwirksam sind, sondern durchaus in gewissem
Maße Wirkung zeigen, sind die damit erzielten Ergebnisse
gleichwohl nicht ohne noch ungelöste Probleme. Abgesehen
von dem Problem der Sicherheit von Futterzusätzen in Bezug
auf die Gesundheit damit aufgezogener Schweine sowie das
damit erzeugte Fleisch als menschliches Nahrungsmittel
liegt ein weiteres in Betracht zu ziehendes Problem in der
Fleischqualität. Der wichtigste, für die Fleischqualität
relevante Parameter ist der Gehalt an Fett in Bezug auf den
Anteil an magerem Fleisch. Wenn Schweine mit der
Zielsetzung aufgezogen werden, eine raschestmögliche Steigerung
des Körpergewichts zu erzielen, ist der Fettgehalt im
Fleisch in manchen Fällen erheblich erhöht, was zu einer
Minderung der Fleischqualität führt. So wurde z.B. auf
einem 1967 in den Vereinigten Staaten abgehaltenen
landwirtschaftlichen Kongreß berichtet, daß der Fettgehalt von
Schweinefleisch bei Schweinen mit einem Körpergewicht von
60 bis 80 kg, von 80 bis 100 kg und von 100 bis 120 kg
36,0 %, 43,5 % bzw. 52,2 % erreichen kann. Anders
ausgedrückt rührt die Zunahme des Körpergewichts im späteren
Wachstumsstadium von Schweinen weitgehend von einer Zunahme
der angesammelten Fettmenge her. Wenn die von einem Schwein
aufgenommene Nahrungsmenge über der zur Lebenserhaltung und
zum Wachstum erforderlichen Menge liegt, wird im Körper
nicht nur aus Öl- bzw. Fettbestandteilen, sondern auch aus
Kohlenhydraten und Proteinen im Futter durch Acetyl-CoA
u.dgl. Körperfett aufgebaut. Wenn der Fettgehalt von
Schweinefleisch einen bestimmten Grenzwert übersteigt, ist
das Schweinefleisch von geringem Wert als Nahrungsmittel
und verliert beispielsweise im Fall des sog. gelblichen
Schweinefleischs zuweilen seinen Handelswert vollständig.
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Aus einer Reihe von Ländern mit hohem Lebensstandard ist in
den letzten Jahren der soziale Aspekt sehr bekannt
geworden, daß eine übermäßige Aufnahme von Ölen und Fetten unter
dem starken Verdacht steht, verschiedene Krankheiten und
ungesunde Zustände beim Menschen hervorzurufen. So wurde
beispielsweise von einer Korrelation zwischen der Menge an
aufgenommenem Fett und der Sterberate durch Brustkrebs
sowie zwischen der aufgenommenen Cholesterinmenge und der
Sterberate durch ischaemische Herzerkrankungen berichtet.
Es besteht daher das erhebliche Bedürfnis, den Fettgehalt
in Nahrungsmitteln ganz allgemein zu verringern.
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Es wurden bisher auch bereits verschiedene Versuche und
Vorschläge gemacht, um Schweinefleisch mit niederem
Fettgehalt zur Verfügung zu stellen; hierzu gehören die
Entwicklung neuer Züchtungen von Schweinen und Verbesserungen bei
den Futterbestandteilen sowie der Zusatz von
fettverringernden Zusätzen zum Futter. Beispiele für derartige
Zusätze zur Fettverringerung bei Schweinen sind etwa
Gallenpulver, die in der japanischen Patentanmeldung Kokai JP-A-
62-14 3 647 beschrieben sind, Analoga des
Schweine-Wachstumshormons, die in der japanischen Patentanmeldung Kohyo
JP-A-01-502 480 angegeben sind, Schweine-Somatotropin, das
unter Anwendung der Genrekombinationstechnik hergestellt
wurde, wie in den Proceedings of the 1986 cornell Nutrition
Conference beschrieben ist, etc. Diese Verfahren nach dem
Stand der Technik stellen allerdings keine vollkommene
Lösung des Problems dar, da sie nur zu einer ungenügenden
Fettverringerung führen oder die Fettverringerung der
Erhöhung des Körpergewichts entgegenwirkt.
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In US-A-4 355 024 ist die Stimulation des Wachstums von
Tieren, wie etwa von Schweinen und Rindern, durch
Verfütterung eines Futters beschrieben, das
Aspartylphenylalaninmethylester enthält.
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US-A-3 669 689 beschreibt ein Schweinefutter, das ein
Ornithin-Asparaginsäure-Peptid enthält.
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In WO-A-8906496 ist ein Verfahren zur Steigerung der
Gewichtszunahme von Tieren (wie etwa Schweinen) durch orale
Verabreichung von β-Casomorphin angegeben.
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In EP-A-0 183 245 ist die Verabreichung eines Futters an
Schweine vorgeschlagen, das als Mittel zur Förderung des
Tierwachstums ein Peptid mit 3 bis 4 Aminosäureresten
enthält.
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In WO-A-8 807 822 sind durch Hydrolyse von
Proteinmaterialien mit Mineralsäuren erhaltene Proteinabbauprodukte
beschrieben, die als Zwischenprodukte zur Herstellung von
Fleischaroma sowie als Proteinquelle für Tierfutter
vorgesehen sind.
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Die vorliegende Erfindung ermöglicht eine Verbesserung bei
der Aufzucht von Vieh und insbesondere bei der Aufzucht von
Schweinen zur Fleischerzeugung durch ein neues, einfaches,
wirtschaftliches und sicheres Verfahren zur Förderung des
Wachstums oder zur Verringerung des relativen Futterbedarfs
ohne Erhöhung oder sogar unter Abnahme des Fettgehalts im
Fleisch, insbesondere bei Schweinefleisch.
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Die erfindungsgemäße Verbesserung zur Lösung der oben
angegebenen Aufgabe bei der Aufzucht von landwirtschaftlichen
Nutztieren besteht in der Verwendung von Oligopeptiden, die
im Mittel höchstens 10 Aminosäurerester pro Molekül
enthalten und Produkte einer partiellen enzymatischen Hydrolyse
von Sojabohnenprotein darstellen, bei der Fütterung von
Vieh zur Förderung des Wachstums und zur Verbesserung der
Fleischqualität. Die mittlere Anzahl der Aminosäurereste
pro Molekül des Oligopeptids liegt vorzugsweise im Bereich
von 2 bis 3.
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Die Menge des bei der Schweinefütterung aufgenommenen
Oligopeptids liegt üblicherweise in einem solchen Bereich, daß
das Schweinefutter mit dem Oligopeptid in einer Menge von
0,005 bis 1,0 Gew.-% und vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Gew.-%
gemischt wird.
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Wie oben beschrieben, können die angestrebten
Verbesserungen bei der Aufzucht von Vieh dadurch erzielt werden, daß
das Vieh bzw. die Schweine lediglich mit einer kleinen
Menge des Oligopeptids gefüttert werden, das mit dem normalen
Schweinefutter gemischt werden kann, so daß das verbesserte
Verfahren zur Aufzucht von Vieh gemäß der Erfindung sehr
einfach, wirtschaftlich und sicher ist.
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Die erfindungsgemäß eingesetzten Oligopeptide stellen
Produkte der partiellen enzymatischen Hydrolyse von Proteinen
dar und enthalten höchstens 10 Aminosäurereste pro Molekül.
Die Anzahl der Aminosäurereste in den Oligopeptidmolekülen
kann durch geeignete Wahl der Art des Enzyms und der
Bedingungen der enzymatischen Hydrolysereaktion kontrolliert
werden. Obgleich die mittlere Anzahl der Aminosäurereste
pro Molekül des erfindungsgemäß eingesetzten Oligopeptids
den hohen Wert von 10 annehmen kann, wie dies bei den sog.
rohen Oligopeptidprodukten der Fall ist, ist es bevorzugt,
ein Oligopeptidgemisch einzusetzen, bei dem die mittlere
Anzahl der Aminosäurereste pro Molekül im Bereich von 2 bis
3 liegt; derartige Produkte werden im folgenden als
niedermolekulare Peptide oder LMP (low-molecular peptide)
bezeichnet. Es ist bevorzugt, daß das erfindungsgemäß
eingesetzte Oligopeptidgemisch mindestens 70 Gew.-% LMP enthält,
d.h. Oligopeptide mit 2 bis 3 Aminosäureresten pro Molekül.
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LMP-Produkte, die durch partielle Hydrolyse eines Proteins
hergestellt sind, enthalten notwendigerweise stets mehr
oder weniger große Mengen an freien Aminosäuren; der Gehalt
an freien Aminosäuren in den LMP-Produkten sollte
allerdings so niedrig wie möglich sein, da freie Aminosäuren zur
Lösung der erfindungsgemäßen Aufgabe nicht beitragen. Ein
Gehalt an freien Aminosäuren von weniger als 5 Gew.-% der
LMP ist nicht besonders nachteilig. In ähnlicher Weise ist
es bevorzugt, daß der Gehalt an Polypeptiden, deren Anzahl
an Aminosäureresten pro Molekül mehr als 10 beträgt, als
Hydrolyseprodukte der enzymatischen Hydrolyse von Proteinen
so klein wie möglich ist.
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Das Protein-Ausgangsmaterial, aus dem die rohen
Oligopeptide und die LMP durch partielle enzymatische Hydrolyse
hergestellt werden, ist Sojabohnenprotein. Da diese
Proteinquelle selbst einen Wert als nützliches Material hat, sind
auch mit den Oligopeptiden als Produkten der partiellen
Hydrolyse davon im Hinblick auf die Sicherheit keine
Probleme verbunden, und zwar nicht nur bei der damit
durchgeführten Nutztieraufzucht, sondern auch hinsichtlich der
Gesundheit von Menschen, die das Fleisch von damit
aufgezogenem Vieh verzehren. So wurde beispielsweise ein Test
der akuten Toxizität an Mäusen als Versuchstieren
vorgenommen, denen die Oligopeptide oral verabreicht wurden.
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Dementsprechend wurden 30 gesunde männliche Mäuse der Linie
ddy mit einem Körpergewicht von jeweils 20 bis 30 g in 3
gleichen Gruppen eine Woche nach der Geburt zunächst bei
einer Temperatur von 22 ± 1 ºC in einer Atmosphäre mit
einer relativen Feuchte von 55 ± 5 % aufgezogen. Danach
wurde den Tieren der ersten Gruppe ein rohes
Oligopeptidgemisch aus Sojabohnen in einer Dosis von 10 g/kg oral
verabreicht, während die zweite Gruppe LMP in einer Dosis von
10 g/kg verabreicht bekam der dritten Gruppe, die als
Kontrollgruppe diente, 1,0%ige wäßrige Gummi-arabicum-Lösung
in einer Menge von 10 ml/kg oral verabreicht wurde; das
Bewegungsverhalten der Tiere wurde 60 min nach der
Verabreichung nach dem Verfahren der mehrdimensionalen Beobachtung
nach Irwin untersucht, wobei zugleich die Anzahl der toten
Tiere 72 h nach der Verabreichung ermittelt wurde. Die
Ergebnisse zeigten, daß absolut kein Unterschied zwischen
diesen drei Gruppen hinsichtlich des Bewegungsverhaltens
vorlag und kein einziger Todesfall in den 3 Gruppen zu
verzeichnen war. Daraus wurde gefolgert, daß die LD&sub5;&sub0;-Werte
des rohen Oligopeptids und des LMP bei diesem Test der
akuten Toxizität jeweils mindestens 10 g/kg betrugen.
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Was die Futterformulierung für die Schweineaufzucht
betrifft, kann die Zufütterung des Oligopeptids während der
gesamten Aufzuchtdauer mit Ausnahme der ersten 4 bis 5
Wochen nach der Geburt durchgehend vorgenommen werden. So
können beispielsweise Ferkel ab einem Alter von 5 Wochen,
die ein Körpergewicht von etwa 10 kg aufweisen, für die
nachfolgende Dauer von einigen Wochen mit einem Futter
aufgezogen werden, das mit dem Oligopeptid gemischt ist,
wodurch eine bemerkenswerte Verbesserung der
Gewichtszunahme erzielt werden kann, die einen wachstumsfördernden
Effekt erweist. Es ist allerdings aus wirtschaftlichen
Gründen bevorzugt, den Zusatz des Oligopeptids zum Futter
auf einen Zeitraum von 5 bis 10 Wochen vor dem Ende der
Aufzuchtdauer zu beschränken. Im einzelnen wird das normale
Futter während der oben angegebenen Behandlungsdauer mit
0,005 bis 1,0 Gew.-% und vorzugsweise 0,1 bis 0,5 Gew.-%
Oligopeptid oder, vorzugsweise, LMP versetzt, wobei diese
Zusätze in Form eines Pulvers oder eines Granulats
verfügbar sind. Dieser eingemischte Anteil an Oligopeptid im
normalen Futter gilt auch für die Fütterung anderer zur
Fleischerzeugung dienender landwirtschaftlicher Nutztiere
einschließlich Geflügel.
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Die erfindungsgemäß erzielten Verbesserungen werden im
folgenden anhand von Beispielen, die sich auf die Verwendung
von Schweinen als Versuchstiere beziehen, näher erläutert.
Beispiel 1
Aufzucht der Schweine
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30 Schweine der Rasse L x W Dekalb, und zwar 15 weibliche
Tiere und 15 männliche Tiere, die kurz nach der Geburt
kastriert worden waren, wurden als Versuchstiere
herangezogen und in drei gleiche Gruppen aufgeteilt. Die Aufzucht
der Tiere während der ersten 25 Wochen nach der Geburt
wurde nach einem üblichen Zeitplan vorgenommen, gemäß dem
die Zufütterung im Alter von einer Woche begann und die
Entwöhnung im Alter von 25 Tagen vorgenommen wurde. Die
Testfütterung begann zu Beginn der 26. Woche, wenn die
Schweine ein mittleres Körpergewicht von 83,6 kg erreicht
hatten, wobei die Schweine der 3 Gruppen mit
unterschiedlichem Futter gefüttert wurden.
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Die Schweine der ersten Gruppe (Gruppe I), die als
Kontrollgruppe diente, wurden mit einem Standard-Mischfutter
gefüttert, das zu 80 Gew. -% aus Getreidekörnern
einschließlich Mais, Sorghum und Weizen, zu 12 Gew.-% aus
Pflanzenölschrot, zu 2 Gew. -% aus Getreidekleie, d.h. Weizengluten,
sowie zu 3 Gew.-% aus anderen Bestandteilen einschließlich
Melasse, Fetten, Calciumsulfat und Calciumcarbonat bestand.
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Die Schweine der zweiten Gruppe (Gruppe II), die für den
Test des erfindungsgemäßen Verfahrens herangezogen wurden,
wurden mit dem gleichen Standard-Mischfutter wie oben
gefüttert,
dem 0,32 Gew.-% LMP zugesetzt waren, die durch
enzymatische Hydrolyse von entfetteten Sojabohnen
hergestellt waren und deren mittlere Anzahl an Aminosäureresten
3,0 pro Molekül betrug.
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Die Schweine der dritten Gruppe (Gruppe III), die als
Vergleichstiere dienten, wurden mit dem gleichen Standard-
Mischfutter wie oben gefüttert, das mit 0,32 Gew.-% eines
Gemischs von 18 Arten von Aminosäuren in einer Formulierung
versetzt war, die gleiche Aminosäurezusammensetzung wie die
obigen LMP, die zur Fütterung der zweiten Gruppe verwendet
wurden, aufwies, wobei es sich um ein Produkt der
vollständigen Hydrolyse der obigen LMP handelte.
Wachstums fördernde Wirkung
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Die Aufzucht der Schweine jeder Gruppe wurde ab der 26.
Woche durchgehend in der oben beschriebenen Art vorgenommen.
Das mittlere Körpergewicht der 10 Schweine in den 3 Gruppen
betrugt 108,9 ± 2,80 %, 115,2 ± 2,81 % und 109,6 ± 3,34 %
für die Gruppen I, II bzw. III am letzten Tag der 27.
Woche, bezogen auf das mittlere Körpergewicht zu
Versuchsbeginn, d.h., am 1. Tag der 26. Woche. Das Ergebnis für
Gruppe II war signifikant mit einer Signifikanz von 95 % gemäß
dem t-Test, verglichen mit dem Ergebnis der Gruppe I.
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Danach wurden die 10 Tiere jeder der drei Gruppen nach
ihrer Körpergewichtszunahme am letzten Tag der 27. Woche in
vier Untergruppen klassifiziert. Die Ergebnisse sind in der
nachstehenden Tabelle 1 aufgeführt. Die Ergebnisse der
Gruppe II waren im Vergleich mit der Kontrollgruppe
signifikant, wobei die Signifikanz im χ²-Test für drei Spalten
und vier Zeilen bei einer Varianz von 6 95 % betrug.
Tabelle 1
Gewichtszunahme (kg)
Gruppe
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Wie aus den obigen Ergebnissen ersichtlich ist, war die
Fütterung der Schweine mit dem mit LMP versetzten Futter
signifikant wirksam im Sinne einer Förderung der
Gewichtszunahme der Schweine, während der Zusatz des
Aminosäuregemisches unwirksam war, da kein signifikanter Effekt auf die
Gewichtszunahme im Vergleich mit der Kontrollgruppe
festgestellt wurde, die lediglich mit dem Standardfutter ernährt
worden war.
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Darüber hinaus wurde für jedes aufgezogene Schwein der
relative Futterbedarf für den Zeitraum zwischen dem Tag des
Versuchsbeginns und dem Tag ermittelt, an dem das
Körpergewicht des Schweins 100 ± 10 kg erreicht hatte, wobei
diejenigen Schweine, deren Körpergewicht diese Grenze
überschritten hatte, sukzessive ausgeschieden wurden. Dies
geschah deshalb, da Schweine dieser Rasse üblicherweise
geschlachtet werden, wenn ihr Körpergewicht diesen Grenzwert
erreicht hat, so daß danach erhaltene Daten für praktische
Zwecke nicht brauchbar sind. In der nachstehenden Tabelle 2
sind die Mittelwerte der Futterauf nahme (A) in Gramm, die
Gewichtszunahme (B) in Gramm sowie der relative
Futterbedarf (A/B), jeweils pro Tag und pro Tier, der für jede der
3 Gruppen während eines Zeitraums von 21 Tagen nach dem
Versuchsbeginn ermittelt wurde, angegeben.
Tabelle 2
Gruppe-Nr.
Futteraufnahme
Gewichtszunahme
Relativer Futterbedarf
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Die oben angeführten Ergebnisse zeigen eine mehr als 10%ige
Einsparung im Futterbedarf durch Verabreichung des
Oligopeptids gemäß der Erfindung.
Fettverringernde Wirkung
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Die Aufzucht der 30 Schweine in den oben erwähnten 3
Gruppen wurde in der gleichen Weise bis zum Ende der 4. Woche
ab Versuchsbeginn fortgesetzt. Nach Messung des
Körpergewichts wurden die Schweine zum Schlachten gegeben; sie
wurden anschließend in Karkassen zerlegt und ausgebeint. In
der nachstehenden Tabelle 3 sind das mittlere Körpergewicht
(C) in Kilogramm und das mittlere Karkassengewicht (D) in
Kilogramm für alle 3 Gruppen angegeben. Darüber hinaus
wurde die Dicke der Fettschicht (E) in Millimeter in der
Mitte des Querschnitts des Bratenfleischs mit einer
Tastlehre gemessen. In Tabelle 3 sind ferner die Mittelwerte
von E in Millimeter sowie die Verhältnisse E/C in
Millimeter/Kilogramm und E/D in Millimeter/Kilogramm für die
drei Gruppen angegeben.
Tabelle 3
Gruppe-Nr.
Körpergewicht
Karkassengewicht
Dicke der Fettschicht
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Außerdem wurden die Fettmenge nach dem AOAC-Verfahren für
Bratenfleisch, d.h. das Fleisch zu beiden Seiten des
Schweinerückens von der Cervicalregion zur Caudalregion,
als Ganzes sowie das magere Fleisch im Bratenfleisch für
die Gruppen I und II ermittelt, wobei die in der
nachstehenden Tabelle 4 aufgeführten Ergebnisse erhalten
wurden, in der der prozentuale Fettgehalt in den
entsprechenden Fleischbereichen angegeben ist. Wie aus diesen
Ergebnissen ersichtlich ist, konnte der Fettgehalt im
Bratenfleisch insgesamt und im mageren Fleisch des
Bratenfleischbereichs durch Fütterung der Schweine mit dem mit
Oligopeptid versetzten Futter in Gruppe II im Vergleich mit der
Gruppe III als Kontrollgruppe um 26,0 % bzw. um 23,2 %
verringert werden.
Tabelle 4
Gruppe-Nr.
Fettgehalt im Bratenfleisch
Fettgehalt im mageren Fleisch
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Unabhängig davon wurden aus den von den geschlachteten
Schweinen der Gruppen I und II entnommenen Lebern die
Lipide mit einem 2:1-Gemisch von Chloroform und Methanol nach
dem Folch-Verfahren extrahiert, worauf der Gehalt an
Triglyceriden (TG), Cholesterin (CH) und Phospholipiden (PL)
nach dem enzymatischen Verfahren, nach dem
Cholesterinoxidase-Verfahren bzw. einem enzymatischen Verfahren unter
Verwendung der entsprechenden Standard-Testkits bestimmt
wurde; die erhaltenen Ergebnisse sind in der nachstehenden
Tabelle 5 aufgeführt, die als entsprechende Gehalte in
Milligramm pro Gramm Leber angegeben sind. Wie aus diesen
Ergebnissen ersichtlich wird, waren die Werte von TG, CH und
PL in Gruppe II um 60,4 %, 9,9 % bzw. 51,1 % kleiner als
die entsprechenden Werte in Gruppe I.
Tabelle 5
Gruppe-Nr.
Gehalt (mg/g Leber)
Beispiel 2
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Um die wachstumsfördernde Wirkung, die mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren erzielt werden kann, auch an Ferkeln
nachzuweisen, wurden 30 Ferkel der gleichen Rasse wie in
Beispiel 1 in 3 Gruppen am Ende der 5. Woche nach ihrer
Geburt einem 4wöchigen Test unterzogen. Das mittlere
Körpergewicht der 10 Ferkel betrug in jeder der 3 Gruppen bei
Versuchsbeginn 10,2 kg. Die 10 Ferkel der ersten Gruppe
(Gruppe IV) wurden nur mit einem für Ferkel formulierten
Standardfutter ernährt, während die 10 Ferkel in der
zweiten und in der dritten Gruppe (Gruppen V und VI) 4 Wochen
lang mit dem gleichen Futter gefüttert wurden, dem jedoch
0,1 Gew.-% bzw. 0,5 Gew.-% des auch in Beispiel 1
verwendeten LMP zugemischt worden waren. Eines der 10 Ferkel von
Gruppe TV verendete aus unbekanntem Grund im Zeitraum der
3. und 4. Testwoche.
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Am Ende der 2. sowie der 4. Woche des Testzeitraums wurde
das Körpergewicht der Ferkel der genannten 3 Gruppen
gemessen, wobei die in der nachstehenden Tabelle 6 aufgeführten
Ergebnisse erhalten wurden, die als mittlere Zunahme des
Körpergewichts in Kilogramm für die 3 Gruppen angegeben
sind. Wie aus diesen Ergebnissen ersichtlich ist, bewirkt
der Zusatz des Oligopeptids zum Futter für die Ferkel eine
Förderung des Wachstums der Ferkel, wobei die Wirkung durch
Zusatz von 0,1 Gew.-% Oligopeptid deutlich besser war als
die durch Zusatz von 0,5 Gew.-% Oligopeptid erzielte
Wirkung.
Tabelle 6
Gruppe-Nr.
Mittlere Zunahme des Körpergewichts (kg) am Ende der
Woche
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In der nachstehenden Tabelle 7 ist der relative
Futterbedarf für die 3 Gruppen für den Zeitraum von der 1. bis zur
2. Woche und für den Zeitraum von der 3. bis zur 4. Woche
angegeben. Die Ergebnisse beziehen sich auf zwei
wiederholte Versuchsreihen. Aus den Ergebnissen ist ersichtlich,
daß nach dem erfindungsgemäßen Verfahren sogar in der
Ferkelaufzucht eine Einsparung im relativen Futterbedarf von
mehr als 10 % erzielt werden kann.
Tabelle 7
Gruppe-Nr.
Relativer Futterbedarf im Testzeitraum
bis Woche