HINTERGRUND DER ERFINDUNG
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung eines porösen Materials mit offenen Poren. Insbesondere
betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur
Herstellung eines porösen Materials mit offenen Poren aus einer
Mischung, umfassend (i) eine Epoxid-Verbindung mit wenigstens
einem Epoxid-Ring im Molekül, (ii) ein Härtungsmittel, das
mit der Epoxid-Verbindung reagieren kann, um deren Härtung zu
bewirken, (iii) einen Füllstoff und (iv) Wasser, dem außerdem
lösliche Salze zugesetzt werden.
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Bislang wurde eine Vielzahl von Verfahren zur Herstellung
poröser Materialien vorgeschlagen, die offene Poren aufweisen
und als Filtermedium, Belüftungsmedium, Gießform etc.
verwendet werden, beispielsweise das Sintern von Metallpulver,
das Sintern von Thermoplast-Pulver, das Sintern anorganischer
Pulver, das Abbinden von Zement oder dergleichen unter
Hydratisierung, das Preßformen oder Stampfen einer Mischung aus
einem Thermoplast und einem Füllstoff, das Härten einer
Harzlösung, umfassend ein porenbildendes Mittel, gefolgt von
Abtrennen des porenbildenden Mittels durch Auflösen,
Extrahieren oder Verdampfen, die Verwendung eines Treibmittels,
die Polymerisation zum Härten einer W/Ö-Emulsion, etwa
wasserhaltiges Polyesterharz, gefolgt von Verdampfen des Wassers
aus der gehärteten Masse.
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Allerdings weisen diese bekannten Verfahren zur Herstellung
poröser Materialien mit offenen Poren unvermeidlicherweise
eines oder mehrere Probleme im Hinblick auf das Gießen auf,
etwa daß die mit Hilfe dieser Verfahren hergestellten
Produkte erheblich eingeschränkt sind, was ihre Form und Größe
anbetrifft, daß diese Verfahren die Anwendung einer
Wärmebehandlung bei hoher Temperatur und/oder Hochdruckpressen
erfordern, und daß die Herstellungsverfahren sehr kompliziert
sind.
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Zudem sind diese bekannten Verfahren insofern mit einem
weiteren Problem behaftet, als es sehr schwierig ist, die
Porengröße des Produkts genau zu steuern. Die Steuerung der
Porengröße ist der wichtigste Faktor bei der Herstellung von
porösen Materialien mit offenen Poren, die als Filtermedien und
Belüftungsmedien verwendet werden.
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Als Verfahren zur Herstellung poröser Materialien mit offenen
Poren, mit dem sich die vorstehenden Probleme lösen lassen
und das großtechnische poröse Materialien mit offenen Poren,
komplizierter Form und der gewünschten Porengröße mit guter
Maßgenauigkeit bereitstellen kann, ist ein Verfahren bekannt,
umfassend die Herstellung eines Emulsionsschlamms durch
Mischen eines Epoxidharzes, eines Härtungsmittels, eines
Füllstoffs und Wasser und Rühren der Mischung, um einen
Emulsionsschlamm zu ergeben, Härten des resultierenden Schlamms
unter Beibehaltung des Wassergehalts desselben und
anschließend Abziehen des Wassers aus der gehärteten Masse, um darin
Poren zu bilden. Zum Beispiel wird in der japanischen
geprüften Patentveröffentlichung (im folgenden als "J.P. KOKOKU"
bezeichnet) Nr. 2464/1978 ein gewünschter Gegenstand erzielt
durch Herstellen eines Emulsionsschlamms vom Ö/W-Typ aus
einer Mischung, umfassend ein Epoxidharz vom Glycidyl-Typ,
ein polymeres Fettsäurepolyamid-Härtungsmittel, einen
Füllstoff und Wasser, Gießen des Schlamms in eine
wasserundurchlässige Form, Härten des Schlamms unter Beibehaltung des
Wassergehalts desselben und anschließende Dehydratisierung
der gehärteten Masse. Dieses konventionelle Verfahren
ermöglicht die Herstellung eines großtechnischen porösen Materials
mit offenen Poren und einer komplizierten Form mit guter
Maßgenauigkeit und einer exakten Steuerung der Porengröße
desselben durch Einstellen der Teilchengröße des Füllstoffs,
der Menge eines reaktiven Verdünnungsmittels und des
relativen Mischverhältnisses von Epoxidharz, Härtungsmittel,
Füllstoff
und Wasser, doch ist die Porengröße des mit Hilfe
dieses Verfahrens hergestellten porösen Materials sehr klein und
in der Größenordnung von nicht mehr als 1,5 µm, und deshalb
ist das Material unbrauchbar für die Verwendung als
Filtermedium, Belüftungsmedium und Gießform.
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Dieses Problem läßt sich lösen mit Hilfe eines Verfahrens zur
Herstellung eins porösen Materials mit offenen Poren, das in
J.P. KOKOKU Nr. 26657/1987 offenbart ist, umfassend die
Herstellung eines Härtungsmittels durch Vermischen einer Amid-
Verbindung, die erhalten wird durch Umsetzung einer monomeren
Fettsäure mit einem Ethylenamin H&sub2;N-(CH&sub2;-CH&sub2;-NH)n-H (worin n
eine ganze Zahl im Bereich von 3 bis 5 ist), und eines
polymerisierten Fettsäurepolyamids, das erhalten wird durch
Reaktion einer polymerisierten Fettsäure mit dem obigen
Ethylenamin, oder durch Mischen und Umsetzen der monomeren
Fettsäure, der polymerisierten Fettsäure und des Ethylenamins, unter
Bildung eines gemischten Reaktionsprodukts, kräftiges Rühren
einer Mischung, umfassend ein Epoxidharz vom Bisphenol-Typ,
das Härtungsmittel, einen Füllstoff und Wasser, um einen
Emulsionsschlamm zu ergeben, Gießen des Schlamms in eine
wasserundurchlässige Form, Härten des Schlamms unter
Beibehaltung des Wassergehalts desselben und anschließende
Dehydratisierung der gehärteten Masse. Dieses Verfahren
ermöglicht die Bildung eines großtechnischen porösen Materials mit
offenen Poren, dessen mittlere Porengröße im Bereich von 0,5
bis 10 µm, vorzugsweise 0,5 bis 5 µm und insbesondere 1,5 bis
5 µm liegt und gute Maßgenauigkeit aufweist. Des weiteren
wird auch in der japanischen ungeprüften
Patentveröffentlichung (im folgenden als "J.P KOKAI" bezeichnet) Nr.
75044/1988 ein Verfahren zur Herstellung eines porösen
Materials mit offenen Poren und einer Porengröße im Bereich von
0,2 bis 10 µm vorgeschlagen, umfassend die Herstellung eines
Emulsionsschlamms aus einer Mischung, die ein Epoxidharz vom
Glycidyl-Typ, ein Polyamid-Härtungsmittel und ein
modifiziertes Polyamid-Härtungsmittel und/oder ein Amin-Härtungsmittel,
einen Füllstoff und Wasser enthält, und das anschließende
Gießen des Schlamms in eine wasserundurchlässige Form, das
Härten des Schlamms unter Beibehaltung des Wassergehalts
desselben und das anschließende Dehydratisieren der
gehärteten Masse.
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Zwar erlauben diese Verfahren eine Steuerung der Porengröße
des resultierenden porösen Materials, doch können mit ihnen
keine porösen Materialien mit offenen Poren erhalten werden,
bei denen eine stets unverändert bleibende Beziehung zwischen
der Porengröße und der Wasser- und Luftdurchlässigkeit
besteht. Insbesondere ist die Wasser- und Luftdurchlässigkeit
bisweilen unzureichend, selbst wenn die Porengröße
hinlänglich ist. Diese Gleichförmigkeit der Beziehung zwischen
Porengröße und der Durchlässigkeit des porösen Materials mit
offenen Poren für Luft und Wasser ist von großer Bedeutung,
wenn das poröse Material für industriell verwendete
Filtermedien, Belüftungsmedien und Gießformen eingesetzt wird. Auch
ist die Steuerung der Wasser- und Luftdurchlässigkeit poröser
Materialien bei deren Anwendung in der Industrie sehr
wichtig, doch ist es nach den herkömmlichen Techniken nicht
möglich, diese zu steuern.
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Ist hohe Maßgenauigkeit erforderlich, so ist es zudem
notwendig, die Streuung bei der Schrumpfung des porösen Materials
auszuschalten, die beim Härten desselben auftritt, doch ist
dieses Problem mit den herkömmlichen Techniken überhaupt
nicht zu lösen.
KURZBESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Demgemäß besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung in
der Bereitstellung eines Verfahrens zur Herstellung eines
porösen Materials mit offenen Poren, bei dem die obigen
Probleme, die mit den herkömmlichen Verfahren verbunden sind,
nicht auftreten.
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Die Erfinder dieser Erfindung haben den Härtungsprozeß eines
Emulsionsschlamms, der aus einem System umfassend ein
Epoxidharz, ein Härtungsmittel, einen Füllstoff und Wasser erhalten
wurde, eingehend untersucht und haben herausgefunden, daß das
Ausmaß der Schrumpfung des aus dem Schlamm hergestellten
porösen Materials aufgrund von Änderungen der Kohäsionskraft
des Emulsionsschlamms streut, und daß die Änderung der
Kohäsionskraft darauf zurückzuführen ist, daß Art und Menge der
im Emulsionsschlamm vorhandenen löslichen Salze variieren.
Des weiteren haben die Erfinder auch herausgefunden, daß die
Schwankung der Wasser- und Luftdurchlässigkeit des porösen
Materials in hohem Maße von dem Raumanteil in den Poren, der
von ungebundenen polymeren Harzteilchen eingenommen wird,
oder dem Beladungsgrad der Poren mit Harzteilchen abhängig
ist, und daß die Menge der in den Poren vorhandenen
ungebundenen polymeren Harzteilchen in engem Zusammenhang mit dem
Betrag der Kohäsionskraft des Emulsionsschlamms steht.
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Gemäß vorliegender Erfindung wird ein Verfahren zur
Herstellung eines porösen Materials mit offenen Poren
bereitgestellt, bei dem unabdingbar lösliche Salze einem
Emulsionsschlamm zugesetzt werden, umfassend eine Epoxid-Verbindung
mit wenigstens einem Epoxid-Ring im Molekül, ein
Härtungsmittel, das mit der Epoxid-Verbindung reagieren kann, um
diese zu härten, einen Füllstoff und Wasser zur Steuerung der
Schrumpfung der Aufschlämmung beim Härten beziehungsweise der
Wasser- und Luftdurchlässigkeit des resultierenden porösen
Materials auf die gewünschten Werte, unter Verringerung der
Streuung hinsichtlich Schrumpfung sowie Wasserdurchlässigkeit
und Luftdurchlässigkeit.
BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
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Weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden aus der folgenden Beschreibung ersichtlich,
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen, wobei:
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Fig. 1 ein Diagramm ist, das die Beziehung zwischen der Menge
an Wasser, das aus einer Emulsion abgeschieden wird
(Wasserabscheidungsgrad), und der Art der in der Emulsion
vorhandenen löslichen Salze zeigt;
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Fig. 2 ein Diagramm ist, das schematisch die allgemeine
Tendenz in der Beziehung zwischen der Menge an zugesetzten
löslichen Salzen und des Schrumpfungsfaktors eines gehärteten
Körpers bzw. dessen Wasser- und Luftdurchlässigkeit zeigt;
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Fig. 3 ein Diagramm ist, mit dem eine Form zur Formung eines
großtechnischen Waschbeckens gezeigt wird, die in Fig. 3 von
J.P. KOKOKU Nr. 15364/1990 (US-Patent Nr. 4 884 959)
erläutert wird, die drei zusammengeklammerte Teile a, b und c
umfaßt und die hergestellt wird gemäß dem Verfahren zur
Herstellung eines porösen Materials wie in den folgenden
Beispielen beschrieben wird; und
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Fig. 4 eine perspektivische Ansicht ist, die die Beziehung
zwischen einem porösen Körper 9 mit der in Fig. 3 gezeigten
Form und darauf ausgebildeten Kanälen 10 erläutern soll.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG EINSCHLIESSLICH DER BEVORZUGTEN
AUS FÜHRUNGSFORMEN
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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung eines porösen Materials mit offenen Poren, umfassend das
Bilden eines Emulsionsschlammes durch Rühren eines Gemisches,
umfassend (i) eine Epoxid-Verbindung mit mindestens einem
Epoxid-Ring im Molekül, (ii) ein Härtungsmittel, das mit der
Epoxid-Verbindung reagieren kann, um diese zu härten, (III)
einen Füllstoff, (iv) Wasser, und (v) wahlweise Quarzsand,
das Gießen des erhaltenen Emulsionsschlammes in eine
wasserundurchlässige Form, und dann das Härten des Schlammes,
während der Wassergehalt des Schlammes beibehalten wird, und
worin, zusätzlich zu den Salzen, die in dem Quarzsand enthalten
sind, wasserlösliche anorganische Salze zu dem
Emulsionsschlamm
gegeben werden, um die Wasser- und
Luftdurchlässigkeit des porösen Materials zu steuern, ohne daß der
Schrumpfungsfaktor übermäßig erhöht wird.
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Bevorzugte wasserlösliche anorganische Salze sind imstande,
einwertige und zweiwertige Kationen sowie einwertige und
zweiwertige Anionen freizusetzen, und zu den speziellen
Beispielen dafür zählen Kaliumchlorid, Natriumchlorid,
Zinkchlorid, Calciumchlorid, Bariumchlorid, Chromchlorid,
Titanchlorid, Eisenchlorid, Nickelchlorid, Magnesiumchlorid,
Aluminiumsulfat, Zinksulfat, Ammoniumaluminiumsulfat,
Aluminiumkaliumsulfat, Kahumsulfat, Chromsulfat, Cobaltsulfat,
Eisensulfat, Kupfersulfat, Natriumsulfat, Nickelsulfat,
Magnesiumsulfat, Mangansulfat, Natriumhydroxid, Kaliumhydroxid und
Calciumhydroxid.
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Für die Herstellung eines Emulsionsschlamms werden
zweckmäßigerweise Epoxid-Verbindungen verwendet, die bei
Normaltemperatur in flüssigem Zustand sind und eine niedrige Viskosität
aufweisen, und zu den bevorzugten Epoxid-Verbindungen gehören
Epoxidharze vom Bisphenol-Typ wie etwa Bisphenol A,
Bisphenol F und Bisphenol AD.
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Zu den Beispielen für Härtungsmittel, die zweckmäßigerweise
bei der Herstellung des Emulsionsschlamms mit niedriger
Viskosität verwendet werden, gehören Polyamide, Polyamine,
modifizierte Polyamine oder eine Mischung derselben. Besonders
bevorzugt von diesen sind Härtungsmittel vom Polyamid-Typ,
umfassend eine Mischung einer Amid-Verbindung, die durch
Reaktion einer monomeren Fettsäure mit einem Ethylenamin
H&sub2;N-(CH&sub2;-CH&sub2;-NH)n-H (worin n eine ganze Zahl im Bereich von 3
bis 5 ist) erhalten wird, und eines polymerisierten
Fettsäurepolyamids, das erhalten wird durch Reaktion einer
polymerisierten Fettsäure mit dem obigen Ethylenamin, oder eine
Reaktionsmischung, die erhalten wird durch Mischen und
Umsetzen der monomeren Fettsäure, der polymerisierten Fettsäure
und des Ethylenamins.
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Die bei der vorliegenden Erfindung verwendbaren Füllstoffe
sind nicht auf spezielle Füllstoffe beschränkt, sondern sind
vorzugsweise solche, die am Epoxid-Harz haften können und
deren Teilchengröße sich steuern läßt. Zu den speziellen
Beispielen dafür gehören Siliciumdioxid-Pulver und Quarzsand-
Pulver. Alternativ können auch Pulver aus organischen
Substanzen und Mikrokugeln verwendet werden, wenn der Einsatz
gehärteter Produkte mit geringem Gewicht erforderlich ist.
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Des weiteren können als Bestandteile zur Herstellung des
Emulsionsschlamms ein reaktives Verdünnungsmittel und/oder
ein härtungsförderndes Mittel verwendet werden. Zu den
Beispielen für reaktive Verdünnungsmittel gehören
Allylglycidylether, Butylglycidylether, Styroloxid,
Phenylglycidylether, Cresylglycidylether, Ethylenglycoldiglycidylether,
Neopentylglycoldiglycidylether, 1,6-Hexandiolglycidylether
und Trimethylolpropantriglycidylether, und Beispiele für
härtungsfördernde Mittel sind Benzyldimethylamin und 2,4,6-
Tris(dimethylaminomethyl)phengl.
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Die vorliegende Erfindung soll nachstehend ausführlich
erläutert werden.
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Der Faktor, der den größten Einfluß auf das Ausmaß der
Schrumpfung ausübt, die beobachtet wird, wenn eine Emulsion
eines Harz/Füllstoff/Wasser-Systems gehärtet wird, ist ein
pHänomen, das als "Wasserabscheidung" bezeichnet wird, d.h.,
die Abscheidung eines Teils des Wassers aus der Emulsion beim
Härten. Für die Untersuchung der Beziehung zwischen der
Wasserabscheidung und der Art der in einer Emulsion vorhandenen
löslichen Salze wurden verschiedene Emulsionsschlämme
hergestellt, indem eine Reihe von löslichen Salzen einem
Emulsionsschlamm, umfassend 50 Gewichtsteile eines Epoxidharzes
(eine Mischung aus einem Epoxidharz vom Bisphenol-Typ und
einem Polyamid-Härtungsmittel) und 100 Gewichtsteile reines
Wasser, zugesetzt wurden und jeder Emulsionsschlamm in ein
Prüfrohr bis auf eine Höhe von 250 mm gegossen wurde, um die
Dicke der sich ergebenden Schicht aus abgeschiedenem Wasser
zu bestimmen (Wasserabscheidungsgrad). Die so erhaltenen
Ergebnisse sind in Fig. 1 gegen die jeweilige
lonenkonzentrat ion aufgetragen.
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Wie aus den in Fig. 1 gezeigten Ergebnissen ersichtlich, ist
der Grad der Wasserabscheidung umso höher je größer die Menge
an löslichen Ionen ist, doch ändert sich die Kohäsionskraft
je nach lonenart, und deshalb ist die Auswirkung eines jeden
lons auf die Wasserabscheidung von Ion zu Ion verschieden.
Aus diesem Grund werden die Löslichen Salze anhand des
folgenden Wasserabscheidungsfaktors ("WAF") definiert, der die
Summe der gewichteten Wasserabscheidungseigenschaften eines
jeden lons darstellt, aus dem die löslichen Salze aufgebaut
sind:
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(WAF) = [Na&spplus;]/143,4 + [K&spplus;]/247,3 + [Ca²&spplus;]/274,4 +
[Cl&supmin;]/1298,7 + [SO&sub4;²&supmin;]/1815,9
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(alle Ionenkonzentrationen sind in ppm ausgedrückt).
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Alternativ wurden die gleichen, oben angewandten
Verfahrensweisen wiederholt, außer daß das oben verwendete reine Wasser
durch ein Filtrat ersetzt wurde, das erhalten wurde durch
Filtrieren einer Quarzsand-Aufschlämmung, enthaltend 100
Gewichtsteile des jeweiligen Quarzsand-Pulvers und 50
Gewichtsteile Wasser. Die so erhaltenen Ergebnisse sind in
der folgenden Tabelle 1 zusammengefaßt.
Tabelle 1: Jeweilige Ionenkonzentration (ppm) im Filtrat
(Harz/Wasser-System - Wasserabscheidungsprüfung
Art des Querzsands
Wasserabscheidungsgrad (mm)
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Wie aus den in Tabelle 1 zusammengestellten Daten
ersichtlich, ist der Wasserabscheidungsgrad umso höher je höher der
anhand der Wasserabscheidungseigenschaften eines jeden in den
löslichen Salzen verwendeten Ions gewichtete
Wasserabscheidungsfaktor ist, und somit kann erwartet werden, daß
die Schrumpfung beim Härten entsprechend zunimmt. Zudem
streut möglicherweise das Ausmaß der Schrumpfung je nach Art
und Charge der verwendeten Quarzsände, da die Menge an
löslichen Salzen, die im Quarzsand vorhanden ist, in Abhängigkeit
von diesen obigen Faktoren variiert.
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Wie aus Fig. 1 ersichtlich, läßt sich die Schrumpfung beim
Härten relativ leicht kontrollieren, wenn SO&sub4;²&supmin;- und/oder Cl&supmin;-
Ionen verwendet werden, da diese Ionen eine relativ langsame
Änderung hinsichtlich des Wasserabscheidungsgrads im
Verhältnis zu deren zugesetzter Menge aufweisen. In diesem Fall ist
es zweckmäßig, wenn jedes Ion in Form eines wasserlöslichen
anorganischen Salzes der Emulsion zugesetzt wird. In dieser
Hinsicht wird bevorzugt, daß ein Salz ausgewählt wird, das
andere physikalische Eigenschaften der Emulsion nicht
beeinträchtigt und das leicht handhabbar ist. Zu den Beispielen
für solche Salze gehört Aluminiumsulfat.
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Tabelle 2 zeigt die Beziehung zwischen der Menge an
zugesetztern Aluminiumsulfat und dem linearen Schrumpfungsfaktor bzw.
dem Wasserabscheidungsfaktor, die beobachtet wird, wenn ein
Emulsionsschlamm, umfassend 100 Gewichtsteile Epoxidharz
(eine Mischung aus Epoxidharz vom Bisphenol-Typ und einem
Polyamid-Härtungsmittel) und 400 Gewichtsteile einer
Quarzsand-Aufschlämmung (300 Gewichtsteile Quarzsand-Pulver plus
100 Gewichtsteile Wasser), unter Zusatz wechselnder Mengen
Aluminiumsulfat zusätzlich zu den ursprünglich in der
Quarzsand-Aufschlämmung enthaltenen löslichen Salzen gehärtet
wurde.
Tabelle 2
Anteil zugesetztes Aluminiumsulfat
Wasserabscheidungsfaktor
Linearer Schrumpfungsfaktor
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Anmerkung: Der Anteil an zugesetztem Aluminiumsulfat ist
ausgedrückt als Gewichtsprozent auf der Basis des Gewichts
des Quarzsands, und der Wasserabscheidungsfaktor ist
berechnet auf der Grundlage der durch Analysieren des Filtrats der
Quarzsand-Aufschlämmung erhaltenen Ergebnisse (Gleiches gilt
für das Folgende).
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Die in den Tabellen 1 und 2 zusammengestellten Ergebnisse
zeigen klar, daß sich die Schrumpfung beim Härten der
Emulsion durch Einstellen von Art und Menge der in der Emulsion
vorhandenen löslichen Salze steuern läßt. Je kleiner die
Menge an löslichen Salzen, desto geringer ist das Ausmaß der
Schrumpfung und desto höher ist die Maßgenauigkeit.
Allerdings wird die Durchlässigkeit des resultierenden porösen
Materials für Wasser und Luft durch die Steuerung der
Schrumpfung nachteilig beeinflußt, wie nachstehend
ausführlich erörtert werden wird.
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Es soll nun die Beziehung zwischen den löslichen Salzen in
der Emulsion und der Durchlässigkeit für Wasser und Luft
erklärt werden. Tabelle 3 zeigt die Beziehung zwischen der
Menge an Aluminiumsulfat und der Wasser- und
Luftdurchlässigkeit der gehärteten porösen Materialien, die aus einem
Emulsionsschlamm erhalten wurden, der die gleiche Zusammensetzung
aufwies wie der in dem Experiment zur Erzielung der in
Tabelle 2 zusammengestellten Ergebnisse verwendete, außer daß eine
Quarzsand-Aufschlämmung mit einem relativ niedrigen Gehalt an
löslichen Salzen verwendet wurde, dem wechselnde Mengen an
Aluminiumsulfat zugesetzt wurden. In Tabelle 3 ist das hierin
angewandte Verfahren zur Bestimmung der Wasser- und
Luftdurchgangsraten das gleiche wie das in den folgenden
Beispielen näher ausgeführte.
Tabelle 3
Anteil zugesetztes Al&sub2;(SO&sub4;)&sub3; (%)
Wasserdurchgangsrate
Luftdurchgangsrate
Schrumpfungsfactor (%)
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Die obigen Ergebnisse zeigen klar, daß sich die Wasser- und
Luftdurchlässigkeit und das Ausmaß der Schrumpfung eines
gehärteten Körpers durch Einstellen der Menge an
zuzusetzenden löslichen Salzen steuern läßt. Wie bereits vorstehend
beschrieben, ist eine Auswirkung der Zugabe löslicher Salze
auf den Schrumpfungsfaktor und die Wasser- und
Luftdurchlässigkeit einer anderen Auswirkung einer derartigen Zugabe
entgegengesetzt, und deshalb richtet sich die Menge an
zuzusetzenden löslichen Salzen danach, wie der resultierende
gehärtete Körper eingesetzt wird.
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Die allgemeine Beziehung zwischen der Menge an löslichen
Salzen und dem Schrumpfungsfaktor bzw. der Wasser- und
Luftdurchlässigkeit ist schematisch in Fig. 2. gezeigt.
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Ist speziell die Menge an löslichen Salzen klein, so nimmt
die Wasser- und Luftdurchlässigkeit sprunghaft zu, während
die Schrumpfung mit steigender Menge an löslichen Salzen
langsam zunimmt. Ist andererseits die Menge an löslichen
Salzen groß, so nimmt die Wasser- und Luftdurchlässigkeit
allmählich zu, während die Schrumpfung mit steigender Menge
an löslichen Salzen sprunghaft zunimmt. Wird also die Menge
an löslichen Salzen kontrolliert, so daß sie in den in Fig. 2
gezeigten Bereich A fällt, so kann ein poröses Material mit
relativ geringer Schrumpfung und relativ hoher Wasser- und
Luftdurchlässigkeit erhalten werden.
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Was die Beziehung zwischen der Menge an löslichen Salzen und
der Wasser- und Luftdurchlässigkeit anbetrifft, so scheint
es, daß, wenn ein Ernulsionsschlamm mit niedrigem Gehalt an
löslichen Salzen und niedriger Kohäsion verwendet wird, die
aus dem Emulsionsschlamm abgeschiedenen Harzteilchen nicht
mit den Füllstoff-Teilchen verknüpft sind, die Polymerisation
unter Bildung ungebundener Harzteilchen vonstatten geht, und
demgemäß diese Harzteilchen in Poren eingeschlossen werden
und diese verstopfen.
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Demgemäß kann Druckwasser oder Druckluft durch die Poren
gedrückt werden, um zusätzlich zur Steuerung der Menge an
löslichen Salzen die nach Beendigung des Härtens
eingeschlossenen Harzteilchen zu entfernen, um so die Streuung bei der
Wasser- und Luftdurchlässigkeit des resultierenden porösen
Materials zu beseitigen. Das poröse Material wird durch
Härten eines Emulsionsschlamms unter Beibehaltung des
Wassergehalts desselben erhalten. Wird also der resultierende
gehärtete Körper nach dem Trocknen des Körpers der obigen
Behandlung zur Entfernung der eingeschlossenen Harzteilchen
unterzogen, so wandern die Harzteilchen in den Poren zusammen
mit Wasser hin zur Oberfläche der Wasserverdampfung und
bewirken so möglicherweise die Verstopfung. Wird das poröse
Material beispielsweise als Gießform für die Töpferei
verwendet, d.h., nur eine Seite davon wird verwendet, so läßt
sich dieses Problem dadurch beseitigen, daß von der anderen
Seite her getrocknet wird; wird jedoch das poröse Material
zum Beispiel als Filtermedium verwendet, d.h., wenn demgemäß
beide Seiten verwendet werden, so ergibt sich das obige
Problem des Verstopfens. Wird weiterhin ein großtechnisches
poröses Material von komplizierter Form hergestellt, so kann
die Maßgenauigkeit des resultierenden porösen Materials
aufgrund der Schrumpfung des porösen Körpers beim Trocknen
beeinträchtigt sein, d.h., das sogenannte Phänomen der
"Verformung". Aus diesem Grunde wird, sofern der gehärtete
poröse Körper gewaschen wird, Druckwasser oder Druckluft
wünschenswerterweise durch den porösen Körper geleitet, der noch
Wasser enthält, d.h., ohne diesen zu trocknen.
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Bei porösen Materialien, die beispielsweise als Gießform für
die Töpferei verwendet werden, kann das Eindrücken von
Druckwasser oder Druckluft in die porösen Körper mit Hilfe einer
Vorrichtung durchgeführt werden, die einen wie in Fig. 3 von
J.P. KOKOKU Nr. 15364/1990 (US-Patent Nr. 4 884 959)
gezeigten Aufbau aufweist.
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Wie am besten aus dem Schnitt von Fig. 3 ersichtlich, ist bei
jedem Gießteil eine Filterschicht aus einem porösen Körper 9
über eine Harzschicht 14, die als Dichtungsmaterial fungiert,
an einen Füllstoff 12 in einem verstärkten Eisengehäuse 2
gebunden. Die Harzschicht 14 wird auf einer Paß- oder
Verbindungsfläche 13 des Füllstoffs 12 aufgebracht. Die
Harzschicht kann aus einem Klebstoff sein, der unter dem
Handelsnamen "Adhesive Bond E250" bekannt ist und von Konishi
Kabushiki Kaisha hergestellt wird. Wenn die drei
Formwerkzeugteile vorbereitet sind, werden sie zusammengesetzt, um durch
ihre formenden Oberflächen einen Formhohlraum 15 zu
definieren. Bei Bezugsziffer 10 sind Verzweigungsleitungen oder
-kanäle eingezeichnet, die im porösen Körper 9 ausgebildet
sind, um Wasser und Luft durch sie hindurch fließen zu
lassen. Wie schematisch in Fig. 4 gezeigt, verlaufen die
Verzweigungsleitungen oder -kanäle 10 im allgemeinen parallel zu
einer formenden Oberfläche 21 eines jeden Formwerkzeugteils
und schneiden sich kommunizierend mit Hauptleitungen oder
-kanälen 10', welche mit Rohrleitungen 11 kommunizieren, die
vorn Formwerkzeugteil nach außen verlaufen. Bei Ziffer 16 ist
eine Rohrleitung zum Einspeisen von Gießmasse unter Druck
eingezeichnet. Zur Beschickung des Formhohlraums 15 mit
Gießmasse öffnet sich die Rohrleitung 16 zur Einspeisung der
Gießmasse zum Beispiel durch das seitliche
Formwerkzeugteil c, wie gezeigt, in den Formhohlraum 15. Beim Vorgang des
Gießens der Gießmasse und beim anschließenden Vorgang des
Preßformens wird das Wasser durch die Verzweigungsleitungen
10 aus dem porösen Körper 9 nach außen abgeleitet. Über einen
Dreiwegehahn 18 ist die Rohrleitung 16 mit einem Gießmasse-
Ableitungsrohr 17 verbunden, um überschüssige Gießmasse dort
hindurch nach außen abzuleiten, nachdem die Gießmasse auf
hinreichende Dicke gegossen wurde. Als Ziffer 19 ist ein
Belüftungsrohr zum Einblasen von Druckluft zur Verringerung
des Wassergehalts der gegossenen Gießmasse eingezeichnet. Das
Belüftungsrohr 19 öffnet sich zum Beispiel durch das untere
Formwerkzeugteil b in den Formhohlraum 15 und ist mit einem
Kontrollventil 20 ausgestattet. Die Verzweigungsleitungen 10
werden mit Druckluft versorgt, so daß sich ein Wasserfilm
zwischen dem Formgegenstand und der formenden Oberfläche
bildet, wenn der Gegenstand von der Form getrennt werden
soll.
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Deshalb wird der poröse Körper 9 beim Eindrücken von
Druckwasser oder Druckluft in die Rohrleitung 11 über die
Verzweigungsleitungen 10 in den porösen Körper, der mit der
Rohrleitung 11 kommuniziert, mit Druckwasser oder Druckluft
versorgt, und so lassen sich die Poren auswaschen oder reinigen.
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Nach dem Härten des Emulsionsschlamms, während dieser noch
Wasser enthält, sollte das Waschen des porösen Körpers sobald
wie möglich durchgeführt werden, vorzugsweise innerhalb von
10 Tagen und mehrbevorzugt innerhalb von 5 Tagen. Dies
deshalb, weil die Harzteilchen in den Poren an den
Porenwandungen gebunden werden und so ein Verstopfen derselben bewirken,
wenn das Waschen des porösen Körpers nicht innerhalb des
vorstehend definierten Zeitraums durchgeführt wird, und es
ist schwierig, derartige, an den Wandungen gebundene Teilchen
durch Waschen zu entfernen.
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Der Druck des Druckwassers oder der Druckluft sollte je nach
Durchmesser der jeweiligen Poren im porösen Körper
kontrolliert werden. Insbesondere wird bei kleinem Porendurchmesser
ein hoher Druck angewandt, während bei großem
Porendurchmesser die Anwendung eines niedrigen Drucks zur Durchführung der
Wäsche ausreicht. Allerdings liegt der Druck des Druckwassers
oder der Druckluft vorzugsweise im Bereich von 0,5 bis
10 kg/cm².
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Die Temperaturstreuung beim Härten wird auch zu einer Ursache
für die Streuung bei der Wasser- oder Luftdurchlässigkeit.
Insbesondere schwankt die Härtungstemperatur bei der
Herstellung eines großen, dicken porösen Körpers von Bereich zu
Bereich des porösen Körpers, auch wenn die Temperatur der
Atmosphäre beim Härten konstant oder gleichmäßig gehalten
wird. Zum Beispiel ist die Härtungstemperatur im inneren Teil
des porösen Körpers recht hoch, während sie in der Nähe des
Oberflächenbereichs desselben recht niedrig ist. Die
Harzteilchen, die sich am Bereich niedriger Temperatur aus der
Emulsion abscheiden, weisen eine niedrige thermische
Geschwindigkeit auf, und dementsprechend bewirken sie kaum eine
Verbindung mit den ebenfalls vorliegenden Füllstoffteilchen,
und dies führt demgemäß zur Verstopfung der Poren im porösen
Körper.
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Die Streuung der Härtungstemperatur läßt sich beispielsweise
durch Absenken der Temperatur der Härtungsatmosphäre
vermindem, um so die Härtungstemperatur in jedem Bereich des
porösen Körpers insgesamt niedrig und gleichmäßig zu machen.
Allerdings läßt sich bei Absenkung der Härtungstemperatur die
Verbindung der Harzteilchen mit den Füllstoffteilchen kaum
wie vorstehend beschrieben erreichen. Deshalb sollte die
Menge an zuzusetzenden löslichen Salzen auf ein Niveau
gesteigert werden, bei dem der Emulsionsschlamm leicht
kohäriert, und sie richtet sich nach dem Grad der Absenkung der
Härtungs temperatur.
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Wird Aluminiumsulfat als zuzusetzendes lösliches Salz
verwendet, so wird der Anteil an Aluminiumsulfat vorzugsweise um
0,001 bis 0,05% pro 10ºC Temperaturabsenkung in der
Härtungsatmosphäre erhöht.
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Anhand der folgenden, nicht einschränkenden Arbeitsbeispiele
soll die vorliegende Erfindung nachstehend ausführlicher
erläutert werden.
Beispiele
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Im Vergleichsbeispiel gemäß herkömmlicher Technik und in den
Beispielen 1 bis 5 wurden Emulsionsschlämme mit den folgenden
Zusammensetzungen hergestellt, die Emulsionsschlämme wurden
mit Aluminiumsulfat mit den wie in Tabelle 4 aufgelisteten
Mengen versetzt, wonach die Mischungen in Edelstahlbehälter
gegeben wurden, und bei normaler Temperatur 10 Minuten
kräftig gerührt wurde, um einheitliche Emulsionsschlämme zu
ergeben.
Epikote 815 (Handelsname)
Tohmide 245S (Handelsname)
TAP (Handelsname)
Quarzsand
Gewichtsteile
Epoxid-Harz vom Bisphenol-Typ (zu beziehen durch Yuka Shell Epoxy K.K.)
Polyamid-Härtungsmittel (zu beziehen durch Fuji Kasei Kogyo K.K.)
Härtungsförderndes Mittel (zu beziehen durch Kayaku Noulli K.K.)
85 Vol.-% desselben mit einer Teilchengröße von nicht mehr als 10 µm
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Ein jeder dieser Emulsionsschlämme wurde in eine passende
wasserundurchlässige Gießform gegossen, die Form wurde mit
einem Deckel verschlossen, um die Verdampfung von Wasser im
Ernulsionsschlamm zu verhindern, 24 Stunden lang (bei einer
Temperatur der Härtungsatmosphäre von 45ºC) oder 48 Stunden
lang (bei einer Temperatur der Härtungsatmosphäre von 30ºC)
bei der in Tabelle 4 gezeigten Temperatur der
Härtungsatmosphäre (H.A.Temp.) stehengelassen, um den wasserhaltigen
Schlamm zu härten, und dann wurde der resultierende gehärtete
Körper der Form entnommen. Beim Vergleichsbeispiel und bei
den Beispielen 1 bis 3 wurden die gehärteten Kurper danach 24
Stunden lang in einem bei einer Temperatur von 50ºC
gehaltenen Trockner stehengelassen, um das Wasser in den Körpern
durch Verdampfung zu entfernen. Zum andern wurden unmittelbar
nach dem Härten die übrigen gehärteten Körper (Beispiele 4
und 5) gewaschen, indem 5 Minuten lang Druckluft mit 2 kg/cm²
und dann 5 Minuten lang Druckwasser mit 2 kg/cm² zugeführt
wurde, wobei der Waschzyklus 5mal wiederholt wurde und die
Körper nicht getrocknet wurden.
Tabelle 4
Anteil zugesetztes Al&sub2;(SO&sub4;)&sub3; (Gew.-%)
Trocknen
H.A.Temp. (ºC)
Wasserdurchgangsrate 1)
Luftdurchgangsrate 2)
S.-Faktor (%) 3)
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1) Die Wasserdurchgangsrate wurde bestimmt durch Gießen
eines gehärteten Körpers in einem Vinylchlorid-Kasten von
200 mm X 200 mm x 20 mm, der als wasserundurchlassige Form
verwendet wurde, Durchleiten von Wasser mit einem Druck von
2 kg/cm² durch den resultierenden gehärteten Körper, der 10
Minuten lang mit Wasser gesättigt wurde, und anschließende
Bestimmung der Zeit, die erforderlich ist, um 2 Liter Wasser
dort hindurchzuleiten, d.h., die Rate wird als die so
bestimmte Zeit ausgedrückt.
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2) Die Luftdurchgangsrate wurde bestimmt durch Gießen eines
gehärteten Körpers in einem Vinylchlorid-Kasten von 60 mm ∅
x 20 mm, der als wasserundurchlässige Form verwendet wurde,
anschließendes Anlegen eines Luftdrucks von 2 kg/cm² an den
resultierenden, mit Wasser gesättigten gehärteten Körper, und
Bestimmen der Luftmenge, die innerhalb von 5 Minuten den
Körper passieren kann, und somit wird die Luftdurchgangsrate
als die so ermittelte Luftmenge ausgedrückt.
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3) Der Schrumpfungsfaktor (S.-Faktor) wurde bestimmt durch
Gießen eines gehärteten Körpers in einem Kasten aus
faserverstärktem Kunststoff von 50 mm (Länge) X 50 mm (Breite)
X 500 mm (Höhe), der als wasserundurchlässige Form verwendet
wurde und auf dem Schrumpfungsmarken im Abstand von 450 mm
eingraviert waren, die sich auf die Oberfläche des gehärteten
Körpers übertrugen, um den linearen Schrumpfungsfaktor
bezogen auf die Markierungen in Richtung der Höhe zu berechnen.
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Wie aus den in Tabelle 4 zusammengestellten Ergebnissen
ersichtlich, konnte im Vergleich zu den Ergebnissen des
Vergleichsbeispiels die Wasser- und Luftdurchlässigkeit durch
Zugabe löslicher Salze ohne übermäßiges Ansteigen des
Schrumpfungsfaktors erheblich verbessert werden.
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Überdies sind die Auswirkungen der Waschbehandlung und der
Härtungstemperatur auf die in Tabelle 4 zusammengestellten
physikalischen Eigenschaften relativ gering, da in den
Beispielen ein relativ kleines Probestück verwendet wurde. Gemäß
den in den Beispielen 1, 4 und 5 angewandten Verfahren wurden
dann Formen für die Formung großtechnischer Waschbecken mit
der in J.P. KOKOKU Nr. 15364/1990 gezeigten Struktur
hergestellt. Im Ergebnis lieferte das in Beispiel 1 angewandte
Verfahren keine Form mit guter Maßgenauigkeit, da der
resultierende gehärtete Körper aufgrund der Schrumpfung beim
Trocknen des gehärteten porösen Körpers das sogenannte
Phänomen der "Verformung" verursachte, und demgemäß war der
resultierende poröse Körper leicht verformt. Demgegenüber gingen
die in den Beispielen 4 und 5 angewandten Verfahren ganz und
gar nicht mit einem derartigen Phänomen einher.
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Zudem wurde Druckwasser durch die Formen geleitet, die gemäß
den in den Beispielen 1 und 4 angewandten Verfahren
hergestellt worden waren, um den Zustand des aus der Oberfläche
des porösen Körpers herausfließenden Wassers zu beobachten,
und es wurde gefunden, daß sie Teile wie etwa dicke Bereiche
und Ecken mit niedriger Wasserdurchlässigkeit aufwiesen, aber
die Form, die nach dem in Beispiel 5 angewandten Verfahren
hergestellt worden war, wies dieses Problem nicht auf.
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Die mit Hilfe der vorliegenden Erfindung erzielten
Auswirkungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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(1) Bei der vorliegenden Erfindung wird ein poröses Material
mit offenen Poren hergestellt durch Zugabe löslicher
Salze zu einer Mischung, umfassend eine Epoxid-Verbindung
mit mindestens einem Epoxid-Ring im Molekül, ein
Härtungsmittel, das mit der Epoxid-Verbindung reagieren
kann, um die Verbindung zu härten, einen Füllstoff und
Wasser, Rühren der Mischung, um einen Emulsionsschlamm zu
bilden, und Gießen des Emulsionsschlamms in eine
wasserundurchlässige Form, um so den wasserhaltigen Schlamm als
solchen zu härten. Daher ermöglicht das Verfahren der
vorliegenden Erfindung die Steuerung der Schrumpfung beim
Härten beziehungsweise der Wasser- und
Luftdurchlässigkeit des resultierenden porösen Materials mit offenen
Poren auf die gewünschten Werte, unter Verringerung der
Streuung derselben.
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(2) Die Verwendung eines Epoxidharzes vom Bisphenol-Typ als
Epoxid-Komponente und eines Härtungsmittels, das
hauptsächlich Polyamid als Härtungsmittel umfaßt, ermöglicht
die einfache Herstellung eines Emulsionsschlamms mit
niedriger Viskosität, der für das Gießen in einer
wasserundurchlässigen Form bei Normaltemperatur geeignet
ist.
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(3) Da wasserlösliche anorganische Salze als lösliche Salz-
Bestandteile verwendet werden, werden die löslichen Salze
gleichmäßig im gesamten Emulsionsschlamm verteilt.
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(4) Da das poröse Material mit offenen Poren, das durch
Härten eines Emulsionsschlamms ohne Abtrennung der
Wasserkomponente desselben erhalten wird, durch Hindurchdrücken
von Druckwasser und/oder Druckluft durch dessen Poren
gewaschen wird, läßt sich das Problem des Verstopfens der
Poren wirksam lösen.
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(5) Die optimale Wasser- und Luftdurchlässigkeit läßt sich je
nach Temperatur der Härtungsatmosphäre durch Kontrolle
der Menge an löslichen Salzen sicherstellen, indem diese
bei niedriger Härtungstemperatur erhöht wird, während sie
bei hoher Härtungstemperatur verringert wird.