Hintergrund der Erfindung
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Iontophorese ist ein Verfähren, um ionische Substanzen in den Körper einzuführen. Das
Verfahren verwendet elektrischen Gleichstrom, um dissoziierte Substanzen, wie Medikamente, durch
die intakte Haut oder andere Körperoberflächen zu befördern. Dies hat sich bei zahlreichen
medizinischen Anwendungen als sehr nützlich erwiesen. Die US-Patente Nr. 3,991,755, von Jack A.
Vernon et al., und Nr. 4,141,359, von Stephen C. Jacobsen et al., offenbaren Beispiele für
iontophoretische Vorrichtungen und einige Verwendungsmöglichkeiten für die Vorrichtungen. Das
iontophoretische Verfahren hat sich bei der Verabreichung von Lidocainhydrochlorid,
Hydrocortisonderivaten, Essigsäure, Fluorid, Penicillin, Dexamethason-Natriumphosphat und vielen
anderen Medikamenten als nützlich erwiesen. Die vielleicht bekannteste Verwendung der
Iontophorese ist die Diagnose der cystischen Fibrose durch Verwendung der Pilocarpinnitrat-
Iontophorese. Das Pilocarpinnitrat regt die Schweißproduktion an, und der Schweiß wird gesammelt
und auf seinen Chloridgehalt untersucht, um das Vorhandensein der Krankheit festzustellen.
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In iontophoretischen Vorrichtungen werden zwei Elektroden verwendet. Eine Elektrode, die
aktive Elektrode genannt wird, ist die Elektrode, an der die ionische Substanz in den Körper
befördert wird. Die andere Elektrode, die passive oder Erdungselektrode genannt wird, dient dazu,
den Stromkreis im Körper zu schließen. Fachleute werden erkennen, daß die aktive Elektrode eine
Quelle für die ionische Substanz tragen, enthalten oder auf andere Weise zur Verfügung haben muß.
So ist die aktive Elektrode im Vergleich zur passiven Elektrode im allgemeinen relativ komplex.
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So wie bei Verfahren, die versuchen, die passive Diffusion von Medikamenten durch die
Haut zu erreichen, stellt das stratum corneum das vorrangige Hindernis für eine wirksame
Verabreichung von Medikamenten durch die Iontophorese dar. Dies liegt in erster Linie an den in
dieser Schicht vorhandenen nichtleitenden Lipiden, die für dissoziierte Medikamente ein Hindernis
darstellen. Dies ist ein besonders ernstes Problem, wenn die transdermale Abgabe der ionischen
Form stark dissoziierter, fettunlöslicher (hydrophiler) Medikamente angestrebt wird.
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Die Verwendung chemischer Mittel als "Eindringungsverstärker", um sowohl die passive
Abgabe von Medikamenten als auch die Iontophorese zu steigern, wurde offenbart.
Eindringungsverstärker können den Lipidbereich des stratum corneum durchbrechen, wodurch sie
den Widerstand der Haut gegenüber dem Ionenfluß verringern. R. M. Gale et al. (US-Patent Nr.
4,645,502) offenbaren zum Beispiel eine Vorrichtung für die passive transdermale Abgabe von
Medikamenten, die im Inneren ein dissoziiertes Medikament mit einem Eindringungsverstärker, wie
einem alkylsubstituierten Sulfoxid, Polyoxyethylenglycolestern von Fettsäuren und n-
Methylpyrrolidon mischt. Auch bestimmte Fettsäuren wurden als Eindringungsverstärker für die
passive transdermale Abgabe von Medikamenten verwendet. G. M. Golden et al. berichteten zum
Beispiel in J. Pharm. Sci. 76 (1987), 25, daß aus einer Reihe von Octadecensäuren nur cis-9- und
cis-11-Octadecensäure eine merkliche Zunahme von Salicylsäure durch das stratum corneum von
Schweinen bewirkten. Außerdem faßt B. J. Aungst, Pharm. Res. 6 (1989), 244, Untersuchungen
zusammen, die dafür sprechen, daß die "geknickte Strutur, 'kinked structure', (der Knick infolge der
cis-Doppelbindung)" der Ölsäure Lücken in der dichten Lipidstruktur des normalen stratum corneum
erzeugt, wodurch der Diffusionswiderstand verringert wird. Für eine Zusammenfassung über die
Verwendung von Fettsäuren als Eindrigungsverstärker in passiven transdermalen Therapiesystemen
vgl. K. A. Walters in: Transdermal Drug Delivery, J. Hadgraft et al., Hrsg., Marcel Decker (1989).
Theratech, Inc. (veröffentlichte europäische Patentanmeldung Nr. 267,617) offenbart "eindringende
lokale Zusammensetzungen", die auf der Verwendung eines pharmazeutischen Wirkstoffs beruhen,
der in einem binären Gemisch aus Ölsäure und Ethanol gelöst oder mit ihm gemischt ist. Es können
auch bis zu 50 % Wasser in den Zusammensetzungen enthalten sein, z.B., wenn sie als Gele
formuliert sind.
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Es besteht jedoch ein Bedarf an wirksamen Eindringungsverstärkern für die iontophoretische
Abgabe ionischer, hydrophiler Medikamente.
Zusammenfassung der Erfindung
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Die vorliegende Erfindung stellt die Verwendung einer Fettsäure oder eines physiologisch
verträglichen Salzes davon für die Herstellung einer Zusammensetzung zur Verwendung in einem
Verfahren für die Abgabe von Medikamenten durch Transport durch eine Körperoberfläche mit Hilfe
von elektrischem Strom zur Verfügung. Die als Eindringungsverstärker zu verwendende Fettsäure ist
vorzugsweise eine C&sub8;&submin;&sub1;&sub8;-Fettsäure, wie Ölsäure, Laurinsäure, Caprinsäure oder Caprylsäure, oder
ein physiologisch verträgliches Salz davon.
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EP-A-435436, die Stand der Technik nach Art. 54(3) EPC für die Vertragsstaaten AT, BE,
CH, DE, DK, FR, GB, IT, LI, LU, NL und SE ist, beschreibt die Verwendung ungesättigter
Fettsäuren als transdermale Flußverstärker in der Iontophorese.
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Weiterhin stellt die Erfindung so die Verwendung von Laurin-, Caprin- oder Caprylsäure
oder ihren physiologisch verträglichen Salzen für die Herstellung einer Zusammensetzung zur
Verwendung in einem Verfahren für die Abgabe von Medikamenten durch Transport durch eine
Körperoberfläche mit Hilfe von elektrischem Strom zur Verfügung.
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In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Eindringungsverstärker zusammen mit
einem ionischen, hydrophilen Medikament verwendet.
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Die Körperoberfläche stellen vorzugsweise die intakte Haut oder die Schleimhautmembranen
eines Säugers dar, aber der Begriff "Körper" schließt auch Pflanzen und die Körper anderer Tiere
ein. Am meisten bevorzugt werden sowohl das Medikament oder die Medikamente und die Fettsäure
oder das Fettsäuregemisch als wäßrige Lösung oder Dispersion verwendet, die ein zusätzliches
organisches Lösungsmittel für die Fettsäure enthalten kann. Bevorzugte zusätzliche Lösungsmittel
schließen Ethanol, Propylenglycol, flüssige Polyethylenglycole, Aceton, Tetrahydrofurfurylalkohol,
1-Pyrrolidon, 1-Methyl-2-pyrrolidon, N,N-Dimethylformamid und ähnliche ein, wobei Ethanol am
meisten bevorzugt ist.
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Die wäßrige Lösung der Fettsäure als Eindringungsverstärker und des ionischen,
hydrophilen Mediaments kann direkt mit der Haut des Säugers, der der Empfänger ist, z.B. eines
menschlichen Patienten, in Kontakt gebracht werden. In einer anderen Ausführungsform kann die
wäßrige Lösung des Verstärkers und des Medikaments vorgeliert werden oder mit einem polaren
organischen Polymer zu einer Klebstoffmasse vereint werden. Gele, die als Matrix für Medikamente
zur transdermalen Abgabe der Medikamente verwendbar sind, sind in R. M. Gale et al. (US-Patent
Nr. 4,645,502) offenbart. Polare Klebstoffmassen, die als Reservoirs für die iontophoretische
Abgabe von Medikamenten verwendbar sind, sind in Spevak et al. (US-Patent Nr. 4,820,263)
offenbart.
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Während der Iontophorese läßt das Anlegen eines elektrischen Stroms an diese "wäßrigen
Medien" (Lösungen, Gele oder Klebstoffe) geladene Medikamente in einer Geschwindigkeit durch
die Haut des Empfängers wandern, die wesentlich höher ist als diejenige, die in Abwesenheit der
vorliegenden Fettsäuren als Verstärker beobachtet wird. Eine 0.5-%ige Lösung von Ölsäure in einem
67:33-Gemisch aus Ethanol und Wasser bewirkte zum Beispiel eine Erhöhung der stationären
Abgabegeschwindigkeit von Oxymorphon- oder Hydromorphonhydrochlorid durch Schweinehaut in
dem nachstehend ausführlich beschriebenen Modellsystem um mehr als das Vierfache.
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Die vorliegende Verwendung entsprechend den Patentansprüchen umfaßt auch (a) das
Auftragen des Medikaments in Verbindung mit der Fettsäure als Verstärker auf die Haut vor der
Iontophorese und (b) das iontophoretische Auftragen der Fettsäure auf die Haut vor der Iontophorese
des Medikaments durch denselben Bereich der Haut.
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Obwohl die vorliegende Erfindung im Hinblick auf die Iontophorese erläutert wird, erwartet
man, daß die vorliegenden Fettsäuren und Salze von Fettsäuren als Verstärker auch die transdermale
Abgabe oder den Transport von Medikamenten, die durch andere Verfahren des Transports mit Hilfe
von elektrischem Strom bewirkt werden, steigern, und solche Verfahren liegen auch im Umfang der
vorliegenden Erfindung. Der Begriff "Transport mit Hilfe von elektrischem Strom" bezieht sich auf
Verfahren für die transdermale Abgabe von Medikamenten, geladen oder ungeladen, mit Hilfe einer
auf ein elektrolythaltiges Reservoir angewandten elektromotorischen Kraft. Das einzelne
Medikament, das abgegeben wird, kann geladen oder ungeladen sein, je nach dem im einzelnen
gewählten Verfahren. Wenn das abgegebene Medikament ungeladen ist, kann man annehmen, daß es
mit Hilfe von Elektroosmosetechniken oder anderen elektrokinetischen Phänomenen, wie
Elektrohydrokinese, Elektrokonvektion oder elektrisch induzierter Osmose, abgegeben wird. Im
allgemeinen resultieren die letzteren Verfahren für die elektrokinetische Abgabe ungeladener Spezies
in ein Gewebe aus der Wanderung des Lösungsmittels, in dem die ungeladene Spezies gelöst ist, als
Folge der Anwendung einer elektromotorischen Kraft auf das Elektrolytreservoir. Natürlich findet
während des Verfahrens auch ein Transport geladener Spezies statt.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
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Abbildung 1 ist eine schematische Abbildung, die ein beispielhaftes iontophoretisches
System zeigt.
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Abbildung 2 ist ein schematischer Schnitt eines am Körper angebrachten Elektrodenpaares,
der das iontophoretische Verfahren erläutert.
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Abbildung 3 ist ein Schnitt der iontophoretischen Diffusionszelle gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung.
Ausführliche Beschreibung der Erfindung
Medikamente
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Es ist für die vorliegende Verwendung gemäß den Patentansprüchen nicht entscheidend,
welche Medikamente im einzelnen verwendet werden, und so wie er hier beschrieben wird, muß der
Begriff "Medikament" im weitesten Sinn als Material aufgefaßt werden, das eine wohltuende
Wirkung auf den Organismus ausüben soll, auf den es angewendet wird Das in dem vorliegenden
Verfähren verwendete Medikament ist vorzugsweise hydrophil und in einem wäßrigen
Lösungsmittelsystem dissoziierbar. So wie es hier verwendet wird, wird ein Medikament in seiner
sauren oder basischen Form als hydrophil angesehen, wenn die Löslichkeit des Medikaments in
Mineralöl geringer als etwa 100 µg/g ist. Am meisten bevorzugt liegt das Medikament stark
dissoziiert in einem wäßrigen Lösungsmittel vor. Ein Medikament wird als "stark dissoziiert"
angesehen, wenn der Dissoziationsgrad des Medikaments in einem wäßrigen Reservoir des
Medikaments mindestens etwa 95 % beträgt. Dies ist der Fall, wenn sich der pKα-Wert des
Medikaments um einen Absolutwert von mindestens 1.3 vom pH-Wert des Reservoirs unterscheidet.
Der pKα-Wert eines Medikaments ist der pH-Wert einer wäßrigen Lösung, in der 50 % des
Medikaments in Form des dissoziierten Salzes und 50 % in Form der undissoziierten Base oder
Säure vorliegen. Da der physiologische pH-Wert der Haut im Bereich von etwa 5.5-7.2 liegt, ist der
pKα-Wert der am meisten bevorzugten Medikamente gemäß dieser Erfindung kleiner als etwa 4.2
für saure Medikamente und größer als 8.5 für basische Medikamente. Typische Medikamente, die
diesen Kriterien entsprechen, schließen ohne Beschränkung saure Medikamente, wie zum Beispiel die
Natriumsalze oder andere Salze von Indomethacin, Acetazolamid, Methazolamid und
Acetylsalicylsäure, und Salze oder saure Salze basischer Medikamente, wie zum Beispiel
Naltrexon HCl, Naloxon HCl, Nalbuphin HCl, Oxymorphon HCl, Hydromorphon HCl,
Phenylephrin HCl, Chlorphenitramin Maleat, Phenylpropanolamin HCl, Clonidin HCl,
Dextromethophan HBr, Atropinsulfat, Fentanylcitrat, Apomorphinsulfat, Propranolol HCl,
Lidocain HCl, Tetracyclin HCl, Oxytetracyclin HCl, Tetracain HCl, Dibucain HCl, Terbutalinsulfat
und Bromphentraminmaleat ein. Wenn das Medikament in Form eines sauren Salzes vorliegt, wie
das Salz eines basischen Medikaments mit einer pharmazeutisch verträglichen Säure, sind die Ionen
des Medikaments positiv geladen und werden im allgemeinen an der Anode abgegeben.
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Die Konzentration der Medikamente in den wäßrigen Medien, die als Reservoirs für die
iontophoretische Abgabe verwendet werden, kann in einem weiten Bereich variieren und hängt in
gewissem Maß von der Abgabegeschwindigkeit durch die Haut und von den bekannten wirksamen
Plasmaniveaus oder Empfängergewebeniveaus ab. Daher kann die geeignete Konzentration
vorgewählt werden, indem man die erhöhte Abgabegeschwindigkeit, die mit dem vorliegenden
Verfahren bei Verwendung von Modellsystemen, wie den nachstehend erläuterten, erzielt wird, mit
bekannten in vivo-Niveaus, die durch Iontophorese ohne Verwendung der Fettsäuren als Verstärker
erzielt werden können, vergleicht.
Fettsäuren als Eindringungsverstärker
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Die Fettsäuren, die in der vorliegenden iontophoretischen Verwendung gemäß den
Patentansprüchen als Eindringungsverstärker zu verwenden sind, werden aus Ölsäure (cis-9-
Octadecensäure), Laurinsäure (Dodecansäure), Caprinsäure (Decansäure) und Caprylsäure
(Octansäure) ausgewählt. Diese Materialien sind im Handel erhältlich, z.B. von Aldrich Chemical
Co., Milwaukee, WI. Auch physiologisch verträgliche Salze dieser Säuren, wie Alkalimetallsalze,
können verwendet werden. Solche Salze sind jedoch für die Verwendung in dem vorliegenden
Verfahren nicht bevorzugt. Wenn zum Beispiel 1 % Natriumoleat zu dem Medikament in einem
Ethanol-Wasser-Gemisch gegeben wurde, wurde bei der Abgabe des Medikaments eine Steigerung
um etwa das Doppelte erzielt. Die Verwendung von Fettsäuresalzen kann es zulassen, daß in den
wäßrigen Medien geringere Mengen an organischen Lösungsmitteln verwendet werden.
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Die Gesamtkonzentration der Fettsäure in den wäßrigen Medien, die als Reservoirs für die
iontophoretische Abgabe verwendet werden, kann auch in einem weiten Bereich variieren. Sie hängt
zum Beispiel von ihrer Löslichkeit in dem Gemisch aus organischem Lösungsmittel und Wasser ab,
das zur Herstellung des Mediums verwendet wird, wobei es notwendig ist, das Salz des hydrophilen
Medikaments in Lösung zu halten, und wobei man sehen muß, daß diese Fettsäuren im wesentlichen
wasserunlöslich sind. Bevorzugte Konzentrationen liegen bei etwa 0.05-15 Gew.-%, am meisten
bevorzugt bei etwa 0.1-10 Gew.-% des wäßrigen Mediums, z.B. einer wäßrigen Lösung, die etwa
10-85 Vol.-% Ethanol, Ethanol-Propylenglycol oder weitere zusätzliche organische Lösungsmittel
umfaßt.
Iontophoretischer Transport von Medikamenten
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Die vorliegende Verwendung gemäß den Patentansprüchen kann für die Verwendung mit
beliebigen Geräten, die für die iontophoretische Abgabe von Medikamenten eingesetzt werden,
angepaßt werden. Als Beispiel ist in der Abbildung 1 ein iontophoretisches System in schematischer
Form abgebildet. Das System schließt die Stromquelle 10 ein, die über die Leitungen 12 und 14 mit
den Elektroden 16 bzw. 18 elektrisch verbunden ist. Zu Illustrationszwecken ist die Elektrode 16 als
"aktive" Elektrode bezeichnet, während die Elektrode 18 als "passive Elektrode" bezeichnet ist,
obwohl die Positionen umgekehrt sein können. Es ist auch möglich, daß in einigen
Ausführungsformen der Elektroden gemäß der Erfindung eine Elektrode, die aktiv ist, wenn der
Strom im System in einer Richtung fließt, zu einer passiven Elektrode wird, wenn der Strom im
System in der entgegengesetzten Richtung fließt. Beide Elektroden können "aktive" Elektroden sein,
z.B., wenn das Medikament durch Elektroosmose abgegeben wird. Die Leitungen 12 und 14 können
Drähte sein oder andere Vorrichtungen, um die Stromquelle 10 mit den Elektroden 16 und 18
elektrisch zu verbinden.
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Abbildung 2 zeigt einen Schnitt eines Elektrodenpaars 20 und 30, das auf dem Körper 40
sitzt, um den Iontophoreseprozeß zu veranschaulichen. Die Elektrode 20 umfaßt ein Reservoirteil
(22), das eine Lösung oder ein Gel in direktem oder indirektem Kontakt mit dem Körper halten kann,
oder das aus einem Klebstoff und einer Trägerplatte (26) zusammengesetzt sem kann. Eine positiv
geladene ionische Substanz 24 ( ) ist in der Lösung gelöst oder im Gel oder in der Haftschicht
dispergiert, vorzugsweise gemischt mit dem Eindringungsverstärker (25) ( ). Die positiv geladene
ionische Substanz (24) im Reservoirteil 22 der Elektrode 20 ist das Medikament, das in den Körper
eingeführt werden soll. Die Elektroden 20 und 30 können über Leitungen, wie 12 und 14 (in der
Abbildung 2 nicht gezeigt) mit einer Stromquelle, wie 10, verbunden sein. Die Stromquelle 10 kann
auch eine Quelle für elektrische Impulse einschließen, die für die Stimulation von Nerven oder
Muskeln geeignet sein kann.
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Die Polung des von der Stromquelle 10 erzeugten Stroms kann auch durch einen
Polungsregler (nicht abgebildet) umgekehrt werden, so daß entweder positiv geladene ionische
Substanzen oder negativ geladene ionische Substanzen oder beide abwechselnd an der Elektrode 20
abgegeben werden können. Zum Beispiel könnte ein negativ geladener Eindringungswirkstoff an die
Haut abgegeben werden, gefolgt von einem positiv geladenen ionischen Medikament, und diese
Schritte könnten auf Wunsch wiederholt werden, um die erhöhte Abgabegeschwindigkeit des
Medikaments aufrecht zu erhalten. Vgl. US-Patent Nr.4,406,658. Die Leitungen 12 und 14 können
auf beliebige herkömmliche Weise mit den Elektroden 20 und 30 verbunden sein. Wenn ein Strom
durch eine Stromquelle, wie 10, erzeugt und an die Elektroden 20 und 30, die auf dem Körper 40
sitzen, angelegt wird, fließt ein Strom in der durch den Pfeil 45 angezeigten Richtung durch den
Körper 40. Der Strom bewirkt, daß die positiv geladene ionische Substanz 24 aus der Elektrode 20
in den Körper 40 befördert wird.
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Es ist eine große Vielfalt aktiver Elektroden im Stand der Technik offenbart worden, die für
die gleichzeitige Abgabe der vorliegenden Eindringungsverstärker und des ionischen Medikaments,
sofern sie im Reservoirteil 22 gemischt werden können, verwendet werden kann.
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Soweit das Ausmaß der Wanderung des dissoziierten Medikaments eine Funktion des
Stromflusses ist, nimmt die Iontophoresegeschwindigkeit mit einem entsprechenden Anstieg der
Stromstärke zu. Beschränkungen hinsichtlich der Stromstärke beruhen hauptsächlich auf
Rücksichtnahme auf die Sicherheit der Patienten. Stromstärken von 0.10 mA bis 2-5 mA können im
vorliegenden Verfahren verwendet werden. Bevorzugte Stromdichten betragen 10-500 µA/cm².
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Vernon (US-Patent Nr.3,991,755) offenbart einige Beispiele für aktive Elektroden. In einem
Beispiel umfaßt die Elektrode einen Edelstahldraht, der in einer Kunststoffhülle untergebracht ist, die
so geformt ist, daß sie zusammen mit einer flüssigen Lösung, die das dissoziierte Medikament
enthalten kann, und die den vorliegenden Eindringungsverstärker enthalten könnte, sicher in den
Gehörgang paßt. Die Flüssigkeit wird in den Gehörgang gegossen, so daß sie das Innenohr und,
durch eine Öffnung in der Hülle, den Draht berührt. In einem anderen Beispiel ist der in einer
Kunststoffhülle mit einer Öffnung untergebrachte Elektrodendraht in einem Pfropfen aus
absorbierendem Material plaziert, das die Flüssigkeit mit dem ionischen Medikament und dem
Eindringungsverstärker enthalten könnte.
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Das US-Patent Nr.4,141,359 offenbart auch verschiedene Ausführungsformen einer aktiven
Elektrode. Alle Ausführungsformen schließen einen Behälter ein, der entweder ein leitendes Gel
enthält, in dem das ionische Mediament und ein Eindringungsverstärker gelöst werden können, oder
der einen Schwamm enthält, der mit dem leitenden Gel, in dem das ionische Medikament und der
Eindringungsverstärker gelöst werden können, gesättigt ist. Die Lösung des Medikaments und des
Eindringungsverstärkers im leitenden Gel steht über ein Loch im Behälter mit dem Körpergewebe in
Verbindung. Der Behälter wird durch ein Haftpolster, das den Behälter umgibt, oder durch einen am
Polster befestigten Riemen mit der Haut in Kontakt gehalten. In anderen Ausführungsformen nach
dem Stand der Technik ist das Loch im Behälter mit einer Membrane bedeckt, und die ionische
Substanz wird durch den elektrischen Strom durch die Membrane getrieben.
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Eine aktive Elektrode, die aus einem Gazepolster bestehen kann, das mit der das ionische
Medikament und den Verstärker enthaltenden Lösung getränkt ist und über dem einige Schichten mit
Leitungswasser angefeuchteter Papierhandtücher und, über dem angefeuchteten Papierhandtuch, ein
Stück Reinzinn oder Aluminiumfolie liegen, wobei das Zinn oder die Folie mit Hilfe eines Drahts und
einer Alligatorklemme mit dem iontophoretischen Stromgenerator verbunden ist, ist in Acetic Acid
Iontophoresis for Calcium Deposits von Joseph Kahn in Physical Therapy 57 Nr. 6, Juni (1977),
658-659 offenbart.
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Spevak et al. (US-Patent Nr. 4,820,263) offenbarten eine aktive Elektrode, die im
wesentlichen aus einem Element besteht, das aus einem Klebstoff, gemischt mit dem ionischen
Medikament und dem Eindringungsverstärker, zusammengesetzt ist und eine Vorrichtung einschließt,
um das Element mit einer elektrischen Anlage elektrisch zu verbinden. Der Klebstoff ist
vorzugsweise ein nichtionisches, polares Material. Webster (US-Patent Nr.4,383,529) und Ariura et
al. (US-Patent Nr.4,474,570) offenbaren aktive Elektroden, in denen das Medikament in einem
hydrophilen Polymer/Gel enthalten ist.
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Obwohl die vorliegenden Eindringungsverstärker vorzugsweise gleichzeitig mit dem
ionischen Medikament abgegeben werden, umfaßt die vorliegende Verwendung gemäß den
Patentansprüchen auch eine Vorbehandlung der Haut mit dem Verstärker. Eine Vorbehandlung der
Haut mit einer wirksamen Menge des Verstärkers kann durch (a) passive Abgabe des Verstärkers
durch Auftragen des Verstärkers in einem geeigneten Trägervehikel, z.B. als Balsam oder Salbe, auf
die Haut, (b) passiven Transport einer wirksamen Menge des Verstärkers in Kombination mit einer
Haftschicht, die zunächst die Verbindung zur Haut herstellen kann und die an der von der Haut
entfernten Seite mit dem Reservoir des Medikaments in Verbindung stehen kann und (c)
iontophoretische Abgabe des Verstärkers aus einem geeigneten Vehikel vor der iontophoretischen
Abgabe des Medikaments in die gleiche Hautregion erfolgen.
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Die Erfindung wird durch Bezugnahme auf die folgenden ausführlichen Beispiele weiter
beschrieben, in denen vertikale Glasdiffusionszellen verwendet wurden. Die Durchfluß-
Diffusionszelle (Abbildung 3) bestand aus einem Donorteil und einem Rezeptorteil. Diese Zelle
setzte 5 cm² der Haut der Donorlösung aus, die etwa 75 % des Zellvolumens ausfüllte. Ein Träger
für die Haut setzte 3.26 cm² der Membran der Rezeptorlösung aus und wurde zwischen den beiden
Teilen angebracht. Es wurde entweder Schweinehaut oder die Haut von menschlichen Leichen
verwendet. Sie wurde mit der Hautseite nach unten in der Zelle angebracht. Der Donorteil wurde
dann über der Haut plaziert, und der Zellenaufbau wurde mit Klammern verbunden. In jedem
Donorteil wurde ein Volumen von 7 ml der Donorlösung verwendet.
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Der Rezeptorteil enthielt einen kleinen magnetischen Rührstab, der es ermöglichte, den Inhalt
des Rezeptorteils (etwa 8.5 ml) zu mischen, während die Rezeptorlösung fortwährend, wie
angegeben, durch die Zelle floß. Der Rezeptorteil war von einem Wassermantel umgeben, der auf
37ºC gehalten wurde, indem man, je nach Notwendigkeit, warmes Wasser durchleitete. Die
Rezeptorlösung füllte den Rezeptorteil vollständig aus.
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Eine Silber-/Silberchloridkathode wurde im Rezeptorteil angebracht. Der Silberdraht der
Elektrode wurde über die Einlaßöffnung nach außen geleitet und trat durch ein Silikonrohr aus. Eine
Maschenanode aus Silber wurde im Donorteil angebracht. Die Maschenanode aus Silber wurde über
der Haut aufgehängt, indem man den Fuß der Elektrode durch den Deckel des Donorteils leitete. Die
Anoden- und Kathodendrähte wurden mit einem Kanal der Energiequelle verbunden.
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Es wurde ein Durchflußsystem mit neun Zellen für die Abgabe von Medikamenten
entwickelt, um für die Iontophorese möglicherweise geeignete Medikamente zu überprüfen. Durch
die Auswahl verschiedener Systemparameter konnte jede der neun Zellen einen eigenen Versuch
darstellen; aber im allgemeinen wurde jeder Versuch als Wiederholungsversuch in drei oder sechs
Zellen durchgeführt. Eine peristaltische Pumpe mit mehreren Kanälen, die viele Kammern und
variable Pumpgeschwindigkeiten aufwies, wurde mit einem eigens angefertigten Verteilerstück aus
Glas mit neun Öffnungen versehen. Eine magnetische Rührkonsole mit neun Zellen wurde so
verändert, daß sie die Diffusionszellen tragen konnte. Unter Verwendung einer Fraktioniervorlage,
die mit einer Brücke mit neun Öffnungen versehen war, wurden Proben gesammelt. Ein beheiztes,
zirkulierendes Wasserbad hielt die Diffusionszellen auf 37ºC. Die Stromquelle stellte neun Kanäle
mit konstantem Gleichstrom zur Verfügung, die individuell bis auf 2.0 Milliampere (mA)
Stromstärke angepaßt werden konnten.
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Der Fluß der Rezeptorlösung konnte durch das System verfolgt werden. Rezeptorlösung floß
von einem Reservoir in den Pumpenverteiler und durch die neun Öffnungen, von denen jede in ein
Stück Pumpenrohr aus Silikonkautschuk mündete (1/16" ID x 1/32" Wand). In jeder
Pumpenkammer war ein Rohrstück angebracht, und Rezeptorlösung wurde mit einer
Geschwindigkeit von 3 ml/h durch die Einlaßöffnung der Rezeptorzelle der Diffusionszelle gepumpt.
Dort nahm die Rezeptorlösung jedes Medikament auf, das iontophoretisch an die Rezeptorkammer
abgegeben worden war. Jedes der neun Ablaufrohre wurde durch eine Brücke, die an der
Fraktioniervorlage befestigt war, über einem Reagenzglas in der richtigen Position gehalten.
Rezeptorlösung aus jeder Zelle wurde während der Dauer des 66stündigen Versuchs automatisch in
Intervallen von zwei Stunden in einem eigenen Glas gesammelt. Die Proben wurden dann durch
Hochleistungsflüssigchromatographie (HPLC) auf ihren Gehalt an Medikamenten untersucht.
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Die Versuche zur iontophoretischen Abgabe von Medikamenten verwendeten zwei
Hauttypen, dermatomierte Schweinehaut und Menschenhaut. Schweinehaut wurde unter
Verwendung eines Padgett-Dermatoms in einer Dicke von etwa 0.6 mm gewonnen. Die Haut von
menschlichen Leichen wurde in einer Dicke von etwa 0.3 mm aus der Abdominalgegend gewonnen.
Alle Hautstücke wurden in gefrorenem Zustand gelagert.
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Die Rezeptorlösung, 0.1 M NaCl (5.84 mg/ml), wurde mit entionisiertem Wasser (DI W)
hergestellt. Donorlösungen wurden aus Modellmedikamenten ( ) in einer Konzentration von 0.1 M
in entionisiertem Wasser hergestellt; es wurden bis zu 33.78 mg/ml Oxymorphonhydrochlorid und
bis zu 32.18 mg/ml Hydromorphonhydrochlorid (Dilaudid) eingesetzt. Die zwei Medikamente waren
bei der Verwendung austauschbar, da sie einander chemisch ähnlich sind und frühere Arbeiten
gleichwertige Ergebnisse bei der Abgabe gezeigt haben. Das Lösungsmittel, Ethanol (analysenrein),
wurde bei Fisher gekauft; Propylenglycol, 99%, wurde bei Aldrich Chemical Company gekauft.
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Für Untersuchungen der Verstärker wurde die Fettsäure in Form der freien Säure ( ) zuerst
in der geeigneten Menge Ethanol gelöst, das dann mit der wäßrigen Lösung des Medikaments
gemischt wurde, so daß der Gehalt an Medikament schließlich 0.1 M war. Ölsäure (cis-9-
Octadecensäure), 99+%, erhielt man von Aldrich Chemical Company. Caprylsäure (n-Octansäure),
99+%, Caprinsäure (n-Decansäure), 99-100%, und Laurinsäure (Dodecansäure), 99-100%, erhielt
man von Sigma Chemical Company, St. Louis, MO.
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Jeder Versuch bestand aus drei Phasen, die insgesamt 66 Stunden dauerten. Verschiedene
Schemata sind in Tabelle 1 und Tabelle 6 zusammengefaßt.
Tabelle 1
Phase
Dauer (Std.)
Donorlösung
Strom
passive
Kontrollversuche
Kontrollversuche mit Strom
Verstärkerstudien
0.1 M Medikament in DI W
das gleiche
0.1 M Medikament + Verstärker
in Lösungsmittelgemisch
das gleiche
aus
an
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Phase I war in der Regel eine passive Phase (ohne Strom) von 18 Stunden. Da die
Abgabegeschwindigkeiten der Medikamente während dieser Phase normalerweise niedrig waren,
wurde sie zum Aussondern beschädigter Haut verwendet. Im allgemeinen war die Donorlösung der
Phase I eine wäßrige Lösung eines Medikaments, aber wenn die Lösung der Phase I einen Verstärker
einschloß, erwartete man eine höhere passive Abgabegeschwindigkeit des Medikaments.
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Phase II stellte den iontophoretischen Teil des Versuchs dar, und Strom- und
Widerstandsmessungen quer durch die Haut wurden regelmäßig aufgezeichnet. Die meisten
Rezeptorproben aus der Phase II wurden auf ihren Gehalt an Medikamenten untersucht, so daß ein
Abgabeprofil gezeichnet werden konnte. Während der Iontophorese nahm die
Medikamentenkonzentration in der Rezeptorzelle in den ersten 6-10 Stunden zu und pendelte sich
dann ein; dieses Plateau stellte die stationäre Abgabegeschwindigkeit dar. Für jede Zelle wurde die
stationäre Abgabegeschwindigkeit berechnet, da man die Probenkonzentrationen und die
gesammelten Volumina für jeden stationären Zeitpunkt kannte. Durch Abwiegen der
Probenfläschchen wurde für jedes Zeitintervall die genaue Durchflußgeschwindigkeit bestimmt.
Nach der Messung der Medikamentenkonzentration in jedem Fläschchen wurde die
Abgabegeschwindigkeit des Medikaments durch Multiplikation der Medikamentenkonzentration mit
der Durchflußgeschwindigkeit berechnet (d.h. µg/ml x ml/h = µg/h). Nach der Berechnung der
stationären Abgabegeschwindigkeiten mit und ohne Verstärker wurde ein Verstärkungsfaktor als
Quotient der mittleren stationären Abgabegeschwindigkeiten in Gegenwart und in Abwesenheit eines
Verstärkers berechnet.
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Während der Phase III wurde der Strom abgeschaltet, und man ließ die Abgabe über einen
Zeitraum von 24 Stunden fortlaufen. Ein Vergleich der während der Phasen I und III erzielten
Abgabegeschwindigkeiten wurde als Indikator für Beschädigungen der Haut benutzt, die durch die
Behandlung bei den Versuchen der Phase II verursacht worden waren.
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Rezeptorproben wurden abgedeckt, im Dunkeln aufbewahrt und gekühlt, bis sie mittels
HPLC auf Medikamente untersucht wurden. Die HPLC-Analyse wurde durchgeführt, indem man
einen Hewlett Packard 1090A Flüssigkeitschromatographen verwendete, der mit einem auf 280 nm
eingestellten Diodenreihendetektor ausgestattet war. Es wurde eine 5 µm C&sub1;&sub8;-Säule (150 x 4.6 mm)
von DuPont verwendet. Die mobile Phase bestand aus 59 % 0.005 M Heptansulfonsäure, 40 %
Methanol und 1 % Essigsäure; die Durchflußgeschwindigkeit betrug 1 ml/Minute. Das
Injektionsvolumen betrug 10 µl. Eine Standardkurve wurde bis zu einer Medikamentenkonzentration
von 1800 mg/ml als Äquivalent der freien Base erstellt.
Beispiel 1 - Vergleich von Fettsäuren als Verstärker
-
Die Abgabe von Hydromorphonhydrochlorid (HM-HCl) oder Oxymorphonhydrochlorid
(Oxy-HCl) durch Menschenhaut oder Schweinehaut wurde durch die Anwendung der Iontophorese
signifikant gesteigert. Eine typische iontophoretische stationäre Abgabegeschwindigkeit von etwa
1200 µg/h wurde bei Verwendung einer Stromstärke von 1 mA ohne Zugabe einer Fettsäure erzielt.
Eine weitere Steigerung dieser Abgabegeschwindigkeit wurde durch Verwendung einer der vier
Fettsäuren als Verstärker erzielt, wie in Tabelle 2 gezeigt ist.
Tabelle 2
Konzentration der Donorlösung (mg/ml)
Stromstärke
Stationäre Transportgeschwindigkeit
Verstärker
Medikament
Verstärkungsfaktor
keiner
Ölsäure
Caprylsäure
Laurinsäure
* Ethanol:Wasser (Vol:Vol).
-
Diese Daten zeigen eine Steigerung der Abgabegeschwindigkeit um etwa das Fünffache, wenn 0.5 %
Ölsäure und Ethanol/Wasser (E/W) in der Donorlösung vorlagen. Die anderen drei Verstärker
zeigten eine Steigerung um etwa das Vierfache, wenn 10 % Fettsäure in E/W-Gemischen verwendet
wurden. Die Steigerung wurde nicht vom Ethanol allein verursacht, da die stationäre
Abgabegeschwindigkeit von 1202 ± 134 µg/h für E/W (67/33) der Geschwindigkeit von 1236 ± 152
µg/h im Kontrollversuch mit 100 % Wasser sehr ähnlich ist. Die Daten zeigen auch keine zusätzliche
Steigerung durch 1 % Ölsäure über die bei dem Gehalt von 0.5 % erreichte hinaus.
Beispiel 2. Auswirkung einer Veränderung der Verstärkerkonzentrationen
-
Mit Ölsäure wurde bei Konzentrationen unter 0.5 % eine Steigerung beobachtet, obwohl bei
der niedrigsten getesteten Konzentration, 0.025 %, keine Steigerung zu sehen war. Diese Tests
wurden unter Verwendung von Schweinehaut, Oxymorphon-HCl und einer Stromstärke von 1 mA
durchgeführt. Die Ergebnisse sind in Tabelle 3 zu sehen.
Tabelle 3
Ölsäure
Stationäre Abgabegesschwindigkeit
Konzentration
Verstärkungsfaktor
-
Die zwei identischen Versuche mit 0.25 % Ölsäure (in Tabelle 3 gezeigt) wurden an
verschiedenen Tagen durchgeführt und zeigen eine gute Übereinstimmung, wenn man die großen
Standardabweichungen berücksichtigt, die in diesen Versuchen beobachtet wurden.
Beispiel 3. Auswirkung einer Veränderung der Stromstärke
-
In vitro-Versuche zeigten, daß auch im Bereich niedrigerer Stromstärken (0.25 bis 1.0 mA)
eine Steigerung beobachtet wurde, wenn man Ölsäure in zwei niedrigeren Konzentrationen, 0.2 % in
56/44 (E/W) und 0.5 % in 62/38 (E/W), mit Schweinehaut verwendete. Die erhöhten stationären
Abgabegeschwindigkeiten sind in Tabelle 4 zu sehen. Die Versuche mit einem Verstärker können mit
der Kontrollabgabegeschwindigkeit ohne Ölsäure und bei Verwendung von Menschenhaut verglichen
werden. Die in Tabelle 4 zusammengefäßten Versuche wurden unter Verwendung von Oxymorphon
im Donorteil durchgeführt.
Tabelle 4
Stationäre Transportgeschwindigkeit ± s (µg/h)
Verstärker (Ölsäure)
Stromstärke (mA)
(Kontrollversuch)
Beispiel 4. Auswirkung einer Veränderung des Lösungmittels
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Eine höhere Ölsäurekonzentration (5.0 %) wurde in zwei verschiedenen
Propylenglycol/Ethanol/Wasser-Gemischen (PG/E/W) verwendet. Diese Experimente wurden als
Versuch durchgeführt, den Anteil des als Vehikel für die Fettsäuren verwendeten Ethanols zu senken.
Hohe Ethanolkonzentrationen in transdermalen Produkten können Hautreizungen in einem
unannehmbaren Ausmaß verursachen. Daher wurde PG bei niedrigeren Ethanolkonzentrationen als
zusätzliches Lösungsmittel zugegeben. Die Kontrollösung enthielt keine Ölsäure. Die stationären
Abgabegeschwindigkeiten sind in Tabelle 5 zu sehen.
Tabelle 5
Ölsäure
Lösungsmittel
Stationäre
Abgabegeschwindigkeit
Verstärkungsfaktor
-
Die stationäre Geschwindigkeit der Kontrollversuche zeigt keine Steigerung mit
Propylenglycol allein als Lösungsmittel, und vielleicht ein Abnehmen der Abgabe. Obwohl es bei
Verwendung von PG/E/W-Gemischen mit Ölsäure eine Steigerung gab, war die Steigerung nicht
größer als die, die man bei Verwendung von nur 0.5 % Ölsäure und E/W = 67/33 sah. Das
Lösungsmittelgemisch mit der höheren PG-Konzentration (65 %) zeigte auch eine geringere
Steigerung als das andere Lösungsmittelgemisch mit 35 % PG.
-
Diese Versuche zeigen, daß Propylenglycol zusammen mit geringeren Mengen an Ethanol
eine signifikante Steigerung der Abgabe bewirkt. Bei Verwendung der höheren Olsäurekonzentration
war jedoch keine zusätzliche Steigerung zu sehen.
Beispiel 5. Vorbehandlung mit Fettsäure
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Es wurden mehrere Versuche durchgeführt, bei denen wahrend der Phase I, die dann als
Vorbehandlungsphase angesehen wurde, Ölsäure vorhanden war. In allen Versuchen verwendete
man 10 mg/ml (1 %) Ölsäure und Schweinehaut. Schemata für diese Versuche sind in Tabelle 6 zu
sehen.
Tabelle 6
Phase
Dauer (Std.)
Donorlösung
Stromstärke (mA)
Schema
Verstärker
in
das gleiche
aus
ein
-
Bei dem Versuch nach Schema A war in allen Phasen Verstärker vorhanden. Die Ergebnisse
der iontophoretischen Phase zeigten, daß der stationäre Zustand etwa vier Stunden früher ereicht
wurde als in Zellen ohne Ölsäure in der Phase I (vgl. Schema der Verstärkerversuche in Tabelle 1).
Die stationären Abgabegeschwindigkeiten betrugen 5344 ± 541 µg/h beziehungsweise 5205 ± 499
µg/h. Obwohl diese Geschwindigkeiten im wesentlichen gleich waren, war die gesamte Abgabe von
Medikamenten in vorbehandelten Zellen höher, da der stationäre Zustand früher erreicht wurde.
-
Es wurde ein weiterer Versuch durchgeführt, bei dem der Verstärker und das Medikament in
der Lösung der Phase I vorhanden waren, bei dem aber kein Verstärker vorhanden war, wenn in der
Phase II nach Schema B Strom angelegt wurde. Die Ergebnisse zeigten, daß die Abgabe am Ende
der Phase I wegen der Anwesenheit von 1 % Ölsäure in der Donorlösung ungefähr 1800 µg/h
erreichte. Die stationäre Abgabegeschwlndigkeit (Phase II) betrug 2163 + 354 µg/h. Daher lag die
Abgabe auf einem mittleren Niveau; höher als in Kontrollversuchen mit Strom und ohne Verstärker
(1235 ± 151 µg/h, aber niedriger als die iontophoretische Abgabe mit 1 % Verstärker (5205 ± 498
µg/h).
-
Ein zusätzlicher Versuch wurde durchgeführt, bei dem während der Phase I an ein
Ölsäure/NaCl-Gemisch in E/W (67/33) Strom angelegt wurde. Aufgabe des Salzes war es, Ionen für
die Leitfähigkeit zu liefern. Nach Schema C war in der zweiten Phase ein Medikament, aber kein
Verstärker vorhanden. Die stationäre Abgabegeschwindigkeit betrug 2164 ± 551 µg/h, dasselbe wie
im vorigen Versuch. Die gesamte Abgabe war im vorigen Versuch wegen der schon zu Beginn der
Iontophorese starken Abgabe höher. So war der Effekt der Vorbehandlung für die stationäre, aber
nicht für die gesamte Abgabe der gleiche, egal, ob die Vorbehandlung den Verstärker und das
Medikament im passiven Modus (Schema B), oder den Verstärker, aber kein Medikament im
iontophoretischen Modus der Phase I (Schema C) einschloß.
Beispiel 6. Veranderung der Spannung
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Typischerweise beginnt die Spannung zu sinken, wenn während der Phase II Strom angelegt
wird, und sie kann während der Phase II etwa bis auf die Hälfte weiter abfallen. Einige typische
Spannungsänderungen sind in der Tabelle 7 zu sehen, zusammen mit dem Zeitraum, in dem die
Spannung ihren Mininialwert erreichte. In diesen Versuchen wurden Oxymorphon-HCl und
Schweinehaut verwendet.
Tabelle 7
Verstärker
Stromstärke (mA)
% Spannungsabfall
Ölsäure
Strom