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GEBIET DER
ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft die Expression von Proteinen in transformierten
Hefezellen, DNA-Konstrukte und Vektoren zur Verwendung in einem
derartigen Verfahren und mit den Vektoren transformierte Hefezellen.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Es
ist bekannt, transformierte Hefestämme zur Expression von Proteinen
zu verwenden, siehe z.B. die Europäischen Patentanmeldungen Nr.
0088632A, 0116201A, 01233294A, 0123544A, 0163529A, 0123289A, 0100561A,
0189998A und 0195986A, PTC-Patentanmeldungen Nr. WO 95/01421, 95/02059
und WO 90/10075 und US-Patent Nr. 4,546,082.
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Es
ist ein allgemeines Merkmal der vorstehenden Verfahren, dass das
Hefeherstellungsplasmid ein Gen für einen Antibiotikummarker
enthält.
Ein derartiges Markergen stammt von den anfänglichen Klonierungsschritten
in E.coli, wo es zum Durchmustern auf transformierte Hefezellen
oder zum Aufrechterhalten von als Vektoren verwendeten Plasmiden
verwendet wurde. Es wurde nicht angenommen, dass die Antibiotikummarkergene
einen negativen Einfluss auf das Züchten der transformierten Hefezelle
aufweisen, und es war deshalb allgemeine Praxis, keine Schritte
zu unternehmen, eine derartige DNA zu deletieren. Zudem wird die Charakterisierung
des Plasmidkonstrukts gewöhnlich
durch Isolierung von Plasmiden von den transformierten Hefezellen
und Transformation des isolierten Plasmids in E. coli, gefolgt von
Antibiootikumselektion durchgeführt.
Es war für
praktische Zwecke folglich günstig,
dass Antibiotikumresistenzmarkergen zu bewahren.
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Obwohl
sowohl Forschungslaboratorien als auch industrielle Produktionsanlagen
durch sehr strenge Sicherheitsvorschriften kontrolliert werden,
besteht immer ein geringes Risiko, dass ein paar Zellen versehentlich
in die Umgebung abgegeben werden. Auf Grund ihrer stark komplizierten
Natur überleben
derartige genetisch manipulierte Mikroorganismen nur eine sehr kurze
Zeitdauer, und das Risiko des Schädigens der Umwelt ist extrem
gering. Dies ist natürlich
der Grund, warum derartige transformierte Mikroorganismen zur Verwendung
sowohl in der Forschung als auch in Arbeitsvorgängen in großem Maßstab anerkannt waren.
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Auch
wenn die Zellen schnell sterben, können die das Antibiotikumresistenzgen
enthaltenden Plasmide immer noch versehentlich in die Umgebung abgegeben
werden, und es besteht ein theoretisches Risiko, dass Resistenz
gegen Antibiotika in Bakterien eingebracht wird, wenn das Plasmid
spontan aufgenommen wird.
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Antibiotika
sind zur Behandlung von menschlichen und tierischen Bakterieninfektionen
von großer Wichtigkeit.
Falls möglich,
sollte jegliches Risiko einer potentiellen Umweltkontamination mit
einem Gen, das Resistenz gegen Antibiotika verleiht, minimiert werden.
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Es
besteht deshalb Bedarf nach der Entwicklung von noch sichereren
Verfahren als die bis heute verwendeten Verfahren, und es ist die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung, derartige verbesserte Verfahren
bereit zu stellen.
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ZUSAMMENFASSUNG
DER ERFINDUNG
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Die
vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Exprimieren von
heterologen Proteinen oder Polypeptiden in Hefe, wobei der zur Herstellung
verwendete Hefetransformantstamm einen Expressionsvektor enthält, in welchem
ein in den anfänglichen
Klonierungsschritten verwendetes Antibiotikummarkergen durch in-vitro-Modifikation
vor der Transformation des Hefewirts nicht funktionell gemacht wurde.
Die vorliegende Erfindung betrifft auch DNA-Sequenzen und Ex pressionsvektoren
zur Verwendung in einem derartigen Verfahren und transformierte
Hefezellen.
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Gemäß einem
Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen rekombmanten Hefeexpressionsvektor, der
Bakterienzellen keine Antibiotikumresistenz verleihen kann und ein
Gen, das für
ein heterologes Gen kodiert, und ein Antibiotikumresistenzmarkergen,
das durch in-vitro-Modifikation nicht funktionell gemacht wurde, umfasst.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren
zur Herstellung eines gewünschten
Polypeptids oder Proteins, wobei das Verfahren das Züchten eines
Hefestamms, umfassend einen Vektor, der Bakterienzellen keine Antibiotikumresistenz
verleihen kann und ein Gen, das für ein heterologes Gen kodiert,
und ein Antibiotikumresistenzmarkergen umfasst, wobei das Markergen
durch in-vitro-Modifikation vor der Transformation des Hefewirts
nicht funktionell gemacht wurde, und Isolieren des gewünschten Produkts
aus dem Kulturmedium.
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Das
erfindungsgemäße Verfahren
umfasst typischerweise das Züchten
eines Hefestamms, enthaltend ein Hefeexpressionsplasmid, wobei in
diesem Plasmid ein funktionelles Antibiotikummarkergen, das zu anfängliche
Klonierungsschritte verwendet wird, in Bakterien durch in-vitro-Deletion
eines Teils des Markergens oder des gesamten Markergens vor dem
Einfügen
in den zur Expression und Sekretion des gewünschten Polypeptids oder Proteins
verwendeten Hefewirt nicht funktionell gemacht wurde.
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Die
Deletion des Antibiotikummarkergens wird vorzugsweise durch Einfügen von
geeigneten Restriktionsspaltungsstellen an jeder Seite des Antibiotikumresistenzmarkergen
durchgeführt,
worauf das Markergen durch in-vitro-Behandlung mit geeigneten Restriktionsenzymen
deletiert wurde.
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Die
vorliegende Erfindung betrifft auch transformierte Hefestämme, umfassend
einen Vektor, der Bakterienzellen keine Antibiotikumresistenz verleihen
kann und ein Gen, das für
ein heterologes Gen kodiert, und ein Antibiotikumresistenzmarkergen,
das durch in-vitro-Modifikation vor der Transformation des Hefewirts
nicht funktionell gemacht wurde, umfasst.
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Der
Hefestamm ist vorzugsweise ein Saccharomyces-Stamm und insbesondere
ein Stamm von Saccharomyces cerevisiae.
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Wie
hier verwendet, bedeutet der Ausdruck „Antibiotikummarkergen" oder „Antibiotikumresistenzmarkergen" ein Gen, das die
phenotypische Selektion von transformierten Bakterienzellen und
Plasmidamplifikation erlaubt.
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Die
am häufigsten
verwendeten Antibiotikumresistenzmarkergene in E. coli sind die
Ampicillin(AMP)-, Chloramphenicol-, Neomycin-, Kanamycin- und Tetracylinresistenz-verleihenden
Markergene.
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Wie
hier verwendet, bedeutet der Ausdruck „nicht funktionelles Markergen,
dass das Markergen entweder deletiert oder durch Deletion eines
Teils des Gens nicht funktionell gemacht wurde. Es ist bevorzugt, dass
das Gen vollständig
deletiert wird.
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Wie
hier verwendet, bedeutet „in-vitro-Modifikation" Modifikationsschritte", die auf dem Vektor
außerhalb
der Zellumgebung durchgeführt
werden.
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Wie
hier verwendet, bedeutet „Bakterienzellen
keine Antibiotikumresistenz verleihen können", dass die Antibiotikumresistenzgene
in jeglichen Organismen auf Grund der beschriebenen Genmanipulation
nicht funktionell sind.
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Wie
hier verwendet bedeutet „Hefewirt" einen Hefeorganismus,
der mit dem Hefeexpressionsplasmid oder Vektor zu transformieren
oder transfektieren ist.
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KURZE BESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Die
vorliegende Erfindung wird weiter mit Bezug auf die beiliegenden
Zeichnungen veranschaulicht, wobei
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1 das
Expressionsplasmid pAK729 zeigt, das ein Gen enthält, das
einen Insulinvorläufer
unter Expressionskontrolle einer TPI-Promoter- und einer TPI-Terminatorsequenz
von S. cerevisiae und einer Signalleadersequenz, die aus dem yAP3-Signalpeptid
und einem synthetischen LA19-Leaderpeptid besteht, exprimiert. Die
Konstruktion von pAK729 ist in WO 97/22705 beschrieben. Das Plasmid
enthält
auch die AMP-R-Sequenz von pBR322/pUC13, einschließlich das
Ampicillinresistenzgen und den Ursprung der DNA-Replikation in E.
coli;
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2 die
Plasmidabbildung des pAK729.5-Plasmids zeigt, das zur Bildung des
NN729.5 Stamms verwendet wird, welchem das AMP-Gen vor der Deletion
des Amp-Gens fehlt;
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3 die
Plasmidabbildung des pAK729.6-Plasmids zeigt, dass zur Bildung des
NN729.6 Stamms verwendet wird, welchem das AMP-Gen vor der Deletion
des Amp-Gens fehlt;
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4 die
Plasmidabbildung des pAK729.6-Δamp-Plasmids
zeigt, in welchem das Amp-Gen deletiert wurde;
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5 die
Plasmidabbildung des pAK729.7-Plasmids zeigt, dass zur Bildung des
NN729.7 Stamms verwendet wird, welchem das AMP-Gen vor der Deletion
des Amp-Gens fehlt; und
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6 die
Plasmidabbildung des pKV228-Plasmids zeigt, das durch Ersetzen der
EcoRIO(940)-Xbal (1403)-Kodierungssequenz in pAK729 (1)
mit einer MFalpha*-Arg34GLP-1(7-37) Kodierungssequenz
modifiziert wurde.
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DETAILLIERTE
BESCHREIBUND DER ERFINDUNG
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Die
in-vitro-Deletion des Antibiotikumresistenzmarkergens wird entweder
durch Verwendung von verfügbaren
Restriktionsstellen oder durch Einbringung von geeigneten Restriktionsstellen
durch Verwendung von PCR, stellenspezifische Mutagenese oder andere
bekannte Techniken zur Manipulation von DNA-Sequenzen, gefolgt von der Behandlung
mit den geeigneten Restriktionsenzymen durchgeführt.
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Vier
modifizierte NN729-Stämme
wurden konstruiert, um zu beurteilen, ob verschiedene Deletionen im
Plasmid die Insulinvorläuferfermentationsausbeute
oder Stammstabilität
während
einer Dauerfermentation beeinflussen könnten (Tabelle I). Die Stämme wurden
mit dem ursprünglichen
NN729-Stamm in Bezug auf die Fermentationsausbeute und die Fermentationsstabilität verglichen
(Tabelle II). Zudem wurden drei modifizierte Hefestämme, die
die GLP-1-Variante Arg34GLP-1(7-37) herstellen,
konstruiert, um zu beurteilen, ob verschiedene Deletionen im das
AMP-Gen enthaltenden Plasmid pKV228 die Arg34GLP-1(7-37)-Fermentationsausbeute beeinflussen
könnten
(Tabelle III).
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Alle
Plasmide und Stämme,
in welchen das AMP-Gen und möglicherweise
umgebende Sequenzen deletiert wurden, sind als „ΔAMP" bezeichnet.
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Die
modifizierten Hefestämme
wurden durch Transformation der modifizierten pAK729- oder pKV228-Plasmide
hergestellt, in welchen das APM-Markergen und möglicherweise andere DNA-Sequenzen von
dem ursprünglichen
Plasmid in den Stamm von S. cerevisiae MT663 (E2-7B XE11-36 a/α, Δtpi Δtpi,pep 4-3/pep 4-3)
oder ME1719 (MATa/αΔyap3::ura3/Δyap3::URA3pep4-3/pep4-3Δtpi::LEU2/Δtpi::LEU2 eu2/leu2 Δura3/Δure3) deletiert
wurden.
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Die
modifizierten Plasmide wurden durch Verwendung von geeigneten Restriktionsenzymstellen,
die schon im Plasmid vorlagen, oder durch Einfügen von geeigneten Restriktionsenzymstellen
in einer derartigen Weise, dass das AMP-Gen deletiert werden kann,
hergestellt. Die modifizierten Plasmide können vor der Transformation
in S. cerevisiae (Stamm MT663) in vitro in einer derartigen Weise
manipuliert werden, dass das AMP-BGen deletiert oder nicht funktionell
gemacht wird und demzufolge dem resultierenden Hefestamm das AMP-Gen
fehlt. Folglich wird das potentielle Risiko der Umweltkontamination
mit dem AMP-Gen während
der Hinterlegung der Hefezellen minimiert.
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Die
modifizierten pAK729- oder pKV228-Plasmide wurden mit den geeigneten
Restriktionsenzymen verdaut, einer Agaruseelektrophorese unterzogen,
isoliert, religiert-und anschließend in kompetente MT663- bzw.
kompetente ME1719-Zellen
von S. cerevisiae aus WO 98/01535 transformiert.
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Das
durch das Verfahren der Erfindung hergestellte Protein oder Polypeptid
kann jedes beliebige heterologe Protein oder Polypeptid sein, das
vorteilhafterweise in einer Hefezelle hergestellt werden kann. Beispiele
für derartige
Proteine sind Aprotenin, Gewebefaktorpfadhemmer oder andere Proteasehemmer,
Insulin, Insulinvorläufer
oder Insulinanaloga, insulinartiger Gewebefaktor I oder II, Human- oder Rinderwachstumshormon,
Interleukin, Gewebeplasminogenaktivator, transformierender Gewebefaktor
a oder b, Glucagon, glucagonartiges Peptid 1 (GLP-1), glucagonartiges
Peptid 2 (GLP-2), GRPP, Faktor VII, Faktor VIII, Faktor XIII, plättchenabgeleiteter
Gewebefaktor und Enzyme wie Lipasen.
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Der
Begriff „ein
Vorläufer
von Insulin" oder „ein Vorläufer eines
Insulinanalogons" ist
als einkettiges Polypeptid, einschließlich Proinsulin, zu verstehen,
das durch einen oder mehrere anschließende chemische und/oder enzymatische
Pro zesse zu einem zweikettigen Insulin oder Insulinanalogonmolekül mit der
korrekten Einführung
der drei Disulfidbrücken,
wie sie in natürlichem
Humaninsulin zu finden ist, umgewandelt werden kann. Die Insulinvorläufer enthalten
typischerweise ein modifiziertes C-Peptid, das die A- und B-Kette
von Insulin verbrückt.
Zudem fehlt den bevorzugten Insulinvorläufern der B(30)-Aminosäurest. Besonders
bevorzugte Insulinvorläufer
sind diejenigen, die z.B. in
EP
163529 und in der PCT-Anmeldungen Nr. 95/00550 und 95/07931
beschrieben sind. Beispiele für
Insuline sind Humaninsulin, vorzugsweise des(B30)-Humaninsulin und
Schweineinsulin. Bevorzugte Insulinanaloga sind solche, in welchen
ein oder mehrere der natürlichen Aminosäurereste,
vorzugsweise einer, zwei oder drei durch einen anderen kodierbaren
Aminosäurerest
ersetzt wurden. Folglich kann in Position A21 ein parentales Insulin
statt Asn einen Aminosäurerest,
ausgewählt
aus der Gruppe, umfassend Ala, Gln, Glu, Gly, His, Ile, Leu, Met,
Ser, Thr, Trp, Tyr oder Val, insbesondere einen Aminosäurerest,
ausgewählt
aus der Gruppe, umfassend Gly, Ala, Ser und Thr, aufweisen. Gleichermaßen kann
in Position B28 ein parentales Insulin statt Pro einen Aminosäurerest,
ausgewählt
aus der Gruppe, umfassend Asp, Lys usw. aufweisen, und in Position
B29 kann ein parentales Insulin statt Lys die Aminosäure Pro aufweisen.
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Der
Ausdruck „ein
kodierbarer Aminosäurerest" bezeichnet wie hier
verwendet einen Aminosäurerest, der
durch den genetischen Code kodiert werden kann, d.h. ein Triplett
(„Codon") von Nukleotiden.
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Die
verwendeten DNA-Konstrukte können
durch etablierte Standardverfahren, z.B. das Phosphoamiditverfahren,
beschrieben von S.L. Beaucage und M.H. Caruthers, Tetrahedron Letters
22, 1981, Seite 1859-1869, oder das Verfahren, beschrieben von Matthes
et al., EMBO Journal 3, 1984, Seite 801-805, synthetisch hergestellt
werden. Gemäß dem Phosphoamiditverfahren
werden Oligonukleotide z.B. in einer automatischen DNA-Syntheseapparatur
synthetisiert, gereinigt, verdoppelt und unter Bildung des synthetischen DNA-Konstrukts
ligiert. Ein gegenwärtig
bevorzugter Weg der Herstellung des DNA-Konstrukts erfolgt durch Po lymerasekettenreaktion
(PCR), z.B. wie beschrieben in Sambrook et al., Molecular Cloning:
A Laboratory Manual, Cold Spring Harbor, NY, 1989).
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Die
für das
gewünschte
Protein kodierende DNA kann auch genomischen oder cDNA-Ursprungs
sein, z.B. durch Herstellen einer genomischen oder cDNA-Bibliothek und Durchmustern
auf DNA-Sequenzen, die das gesamte oder einen Teil des Polypeptids
der Erfindung kodieren, durch Hybridisierung unter Verwendung von
synthetischen Oligonukleotidsonden gemäß Standardtechniken erhalten
werden (vergleiche Sambrook et al., Molecular Cloning: A Laboratory
Manual, Cold Spring Harbor, NY, 1989).
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Schließlich kann
die das gewünschte
Protein kodierende DNA gemischten synthetischen und genomischen,
gemischtem synthetischen und cDNA- oder gemischten genomischen und
cDNA-Ursprungs sein, der gemäß Standardtechniken
durch Aushärten
von Fragmenten synthetischen, genomischen oder cDNA-Ursprungs (wie
geeignet) hergestellt wird, wobei die Fragmente verschiedenen Teilen
des gesamten DNA-Konstrukts entsprechen.
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Der
rekombinante Expressionsvektor kann ein autonom replizierender Vektor,
d.h. ein Vektor, der als extrachromosomale Einheit vorliegt, wobei
dessen Replikation von der chromosomalen Replikation unabhängig ist,
z.B. ein Plasmid, ein extrachromosomales Element, ein Minichromosom
oder ein künstliches
Chromosom sein. Der Vektor kann beliebige Mittel zum Gewährleisten
der Selbstreplikation enthalten. Alternativ dazu kann der Vektor
einer sein, der beim Einbringen in die Wirtszelle in das Genom integriert
und zusammen mit dem (den) Chromosom(en), in welches) er integriert
wurde repliziert wird. Das Vektorsystem kann ein einzelner Vektor
oder ein Plasmid oder zwei oder mehrere Vektoren oder Plasmide,
die zusammen die gesamte in das Genom der Wirtszelle einzubringende
DNA enthalten, oder ein Transposon sein.
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Der
rekombinante Expressionsvektor kann eine DNA-Sequenz enthalten,
die das gewünschte
Protein oder Polypeptid in funktionsfähig an eine geeignete Promotersequenz
gebundener Form kodiert. Der Promoter kann eine beliebige DNA-Sequenz sein, die
in Hefe Transkriptionsaktivität
zeigt, und von Genen abgeleitet werden, die Proteine entweder homolog
oder heterolog für
Hefe kodieren. Der Promoter ist vorzugsweise von einem Gen abgeleitet,
das ein für
Hefe homologes Protein kodiert. Beispiele für geeignete Promoter sind die M α1-, TPI-,
ADH- oder PGK-Promoter
von Saccharomyces cerevisiae.
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Die
das gewünschte
Protein oder Polypeptid kodierende DNA-Sequenz kann auch an einen
geeigneten Terminator, z.B. den TPI-Terminator funktionsfähig gebunden
sein (vergleiche T. Alber und G. Kawasaki, J. Mol. Appl. Genet.
1, 1982 Seite 419-434).
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Der
rekombinante Expressionsvektor der Erfindung umfasst auch eine DNA-Sequenz, die es dem Vektor
ermöglicht,
in Hefe zu replizieren. Beispiele für derartige Sequenzen sind
die Hefeplasmid-Replikationsgene REP 1-3 mit 2μ und der Replikationsursprung.
Der Vektor kann auch einen selektierbaren Marker, z.B. das TPI-Gen
von Schizosaccharomyces pompe, wie beschrieben von P.R. Russel,
Gene 40, 1985, Seite 125-130, umfassen.
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Schließlich enthält der Expressionsvektor
vorzugsweise eine Signal-/Leadersequenz
zum Gewährleisten
der Sekretion des gewünschten
Proteins oder Polypeptids in das Kulturmedium. Eine Signalsequenz
ist eine DNA-Sequenz, die ein Polypeptid (ein „Sekretionspeptid") kodiert, das als
Bestandteil eines größeren Polypeptids
das größere Polypeptid
durch einen Sekretionspfad einer Zelle, in welche es synthetisiert
wird, lenkt. Das größere Polypeptid
wird im Allgemeinen abgespalten, um das Sekretionspeptid während des
Durchgangs durch den Sekretionspfad zu entfernen.
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Die
Sekretionssignal Sequenz kann jedes beliebige Signalpeptid kodieren,
das ein effizientes Leiten des exprimierten Polypeptids in den Sekretionspfad
der Zelle gewährleistet.
Das Signalpeptid kann ein naturlich vorkommendes Signalpeptid oder
ein funktioneller Teil davon oder ein synthetisches Signalpeptid
sein. Nützliche
Signalpeptide für
Hefewirtszellen werden von den Genen des a-Faktors von Saccharomyces
cerevisiae und der Invertase von Saccharomyces cerevisiae, dem Signalpeptid
der Mäusespeichelamylase
(vergleiche O. Hagenbüchle
et al., Nature 289, 1981, Seite 634-646), einem modifizierten Carboxypeptidasesignalpeptid
(vergleiche L.A. Valls et al., Cell 48, 1987, Seite 887-897), dem
BAR1-Signalpeptid
von Hefe (vergleiche WO 87/02670) oder dem Signalpeptid der Hefeaspartamprotease
3 (YAP3) (vergleiche M. Egel-Mitani et al., Yeast 6, 1990, Seite
127-137) erhalten.
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Für eine effiziente
Sekretion in Hefe kann eine ein Leaderpeptid kodierende Sequenz
auch stromabwärts
der Signalsequenz und stromaufwärts
der das Polypeptid kodierenden DNA-Sequenz eingefügt werden. Die
Funktion des Leaderpeptids ist, es dem exprimierten Polypeptid zu
erlauben, von dem endoplasmischen Retikulum zur Golgi-Apparatur
und weiter zu einem Sekretionsvesikulum zur Sekretion in das Kulturmedium geleitet
zu werden (d.h. Exportation des Polypeptids durch die Zellwand oder
zumindest durch die Zellmembran in den periplasmischen Raum der
Hefezelle). Das Leaderpeptid kann der a-Faktor-Leader von Hefe sein (wobei
die Verwendung davon z.B. in
US
4,546,082 ,
EP 16 201 ,
EP 123 294 ,
EP 123 544 und
EP 162 529 beschrieben ist). Alternativ
dazu kann das Leaderpeptid ein synthetisches Leaderpeptid sein,
das ein in der Natur nicht zu findendes Leaderpeptid ist. Synthetische
Leaderpeptide können
wie in WO 89/02463 oder WO 92/11378 und von Kyeldsen et al. in „Protein
Expression and Purification 9, 331-336 (1997) beschrieben konstruiert
werden.
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Der
Ausdruck „Leaderpeptid" ist so zu verstehen,
dass er ein Peptid in Form einer Propeptidsequenz angibt, dessen
Funktion es ist, es dem heterologen Protein zu erlauben, sekretiert
zu werden, um von dem endoplasmatischen Retikulum zur Golgi-Apparatur
und weiter zu einem Sekretionsvesikulum zur Sekretion in das Medium
geleitet zu werden (d.h. Exportation des exprimierten Proteins oder
Polypeptids durch die Zellmembran und die Zellwand, falls vorliegend,
oder zumindest durch die Zellmembran in den periplasmatischen Raum
einer Zelle mit einer Zellwand).
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Die
Verfahren, die zum Ligieren der für das gewünschte Protein oder Polypeptid,
den Promoter bzw. den Terminator kodierenden DNA-Sequenzen und zu
deren Einfügen
in die für
die Hefereplikation nötige
Information enthaltende geeignete Hefevektoren verwendet werden,
sind dem Fachmann bekannt (vergleiche z.B. Sambrook et al., vorstehend
genannt). Es ist klar, dass der Vektor konstruiert werden kann,
indem entweder zuerst ein DNA-Konstrukt hergestellt wird, das die
gesamte für
das Polypeptid der Erfindung kodierende DNA-Sequenz enthält, hergestellt
wird und dieses Fragment anschließend in einen geeigneten Expressionsvektor
eingefügt
wird, oder indem DNA-Fragmente, enthaltend die genetische Information
für die
einzelnen Elemente (wie das Signal-, Leader- oder heterologe Protein),
sequentiell eingefügt
werden, gefolgt von Ligierung.
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Der
in den Verfahren der Erfindung verwendete Hefeorganismus kann jeder
beliebige geeignete Hefeorganismus sein, der beim Züchten zufrieden
stellende Mengen des gewünschten
Proteins oder Polypeptids herstellt. Beispiele für geeignete Hefeorganismen
können
die Stämme,
ausgewählt
aus den Hefespezies Saccharomyces cerevisiae, Saccharomyces kluyveri,
Schizosaccharomyces pompe, Saccharomyces uvarum, Kluyveromyces lactis,
Hansenula polymorpha, Pichia pastoris, Pichia methanolica, Pichia
klyveri, Yarrowia lipolytica, Candida sp., Candida utilis, Candida
cacaoi, Geotrichum sp. und Geotrichum fermentas, vorzugsweise die
Hefespezies Saccharomyces cerevisiae sein.
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Die
Transformation der Hefezellen kann z.B. durch Protoplastformation,
gefolgt von Transformation in einer an sich bekannten Weise bewirkt
werden. Das zum Züchten
der Zellen verwendete Medium kann jedes beliebige herkömmliche
Me dium sein, das zum Wachsen von Hefeorganismen geeignet ist. Das
sekretierte heterologe Protein, wobei ein deutlicher Anteil davon
im Medium in korrekt verarbeiteter Form vorliegt, kann aus dem Medium
durch herkömmliche
Verfahren, einschließlich
Abtrennen der Hefezellen von dem Medium durch Zentrifugation oder
Filtration, Ausfällen
der proteinhaltigen Bestandteile des Überstands oder Filtrats durch
ein Salz, z.B. Ammoniumsulfat, gefolgt von Reinigung durch eine
Vielfalt an chromatographischen Verfahren, z.B. Ionenaustauschchromatographie,
Affmitätschromatographie
oder dergleichen, gewonnen werden. Wird das Protein in den periplasmatischen
Raum sekretiert, werden die Zellen enzymatisch oder mechanisch gespalten.
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Das
gewünschte
Protein oder Polypeptid kann als N-terminal verlängertes Fusionsprotein wie
beschrieben in WO 97/22706 exprimiert und sekretiert werden. Die
N-terminale Verlängerung
kann dann von dem gewonnenen Protein in vitro entweder durch chemische
oder enzymatische Spaltung wie auf dem Fachgebiet bekannt entfernt
werden. Es ist bevorzugt, die Spaltung durch Verwendung eines Enzyms
durchzuführen.
Beispiele für
derartige Enzyme sind Trypsin oder Protease I von Achromobacter
lyticus.
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Die
vorliegende Erfindung wird detaillierter in den folgenden Beispielen
beschrieben, die in keinster Weise den beanspruchten Umfang der
Erfindung beschränken
sollen.
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Beispiel 1
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Hefeplasmid
pAK729, das zur Expression eines Insulinvorläufers (eines N-terminal verlängerten B(1-29)-Ala-Ala-Lys-A(1-21)-Insulinvorläufers, siehe
WO 97/22706) konstruiert wurde, enthält zwei ApaLI-Enzymrestriktionsstellen
ApaLI (4477) und ApsLI (5723) (siehe 1). Diese
Restriktionsstellen befinden sich an jeder Seite des AMP-Markergens.
Die Entfernung der 1246 Nukleotide zwischen den zwei ApaLI-Stellen
in pAK729 entfernt das AMP-Markergen und etwas zusätzliche
von E. coli abgeleitete Plasmid-DNA.
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Das
pAK729-Plasmid wurde mit ApsLI-Restriktionsenzym verdaut, einer
Agaroseelektrophorese unterzogen, isoliert, religiert und anschließend in
kompetente Zellen von S. cerevisiae (MT663, siehe EP B0163529) transformiert,
um den transformierten Hefestamm NN729.1-ΔAMP zu erhalten. Das modifizierte Expressionsplasmid
wurde von dem Hefestammn NN729.1-ΔAMP
reisoliert, und DNA-Sequenzen wurden nach der PCR-Bildung verifiziert,
gefolgt von Subklonen der die Deletion ausübenden DNA-Region. Gleichermaßen wurden
die DNA-Sequenzen,
die den Insulinvorläufer
kodieren, auf Plasmid-DNA, die vom Hefestamm NN729.1-ΔAMP reisoliert
wurde, verifizier.
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Hefestamm
NN729.1-ΔAMP
wurde in YPD-Medium bei 30°C
für eine
Dauer von 22 Stunden gezüchtet.
Die Fermentationsausbeute des Insulinvorläufers wurde durch RP-HPLC bestimmt.
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Beispiel 2
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Enzymrestriktionsstellen,
Xhol (5676) und Xhol (5720), wurden in das pAK729-Plasmid durch PCR eingebracht.
Ausgewählte
DNA-Sequenzen des erhaltenen pAK729-Plasmids wurden anschließend verifiziert. Die
Restriktionsplasmidabbildung von pAK729.5 ist in 2 dargestellt.
Das DNA-Fragment zwischen den Restriktionsenzymstellen Xhol (5676)
und Xhol (5720) kann von Plasmid pAK729.5 deletiert werden, indem
44 Nukleotide deletiert werden, die im AMP-Gen lokalisiert sind.
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Plasmid
pAK729.5 wurde mit Xhol-Restriktionsenzymen verdaut, einer Agaroseelektrophorese
unterzogen, isoliert, religiert und anschließend in kompetente MT663-Zellen
von S. cerevisiae unter Erhalt des Hefetransformanten NN729.5-ΔAMP transformiert. Das modifizierte
Expressionsplasmid wurde von dem Hefe stamm NN729.5-ΔAMP reisoliert,
und DNA-Sequenzen wurden nach PCR-Bildung, gefolgt von Subklonen der DNA-Region,
die die Deletion ausübten,
verifiziert. Gleichermaßen
wurden die DNA-Sequenzen, die den Insulinvorläufer kodieren, auf Plasmid-DNA,
die vom Hefestamm NN729.5-ΔAMP
reisoliert wurde, verifiziert. Es stellte sich heraus, dass die
Deletion der 44 Nukleotide pAK729.5- ΔAMP in Bezug auf das Zerstören von β-Lactamaseaktivität so effizient
war, wie eine vollständige
Deletion des AMP-Gens.
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Hefestamm
NN729.5-ΔAMP
wurde in YPD-Medium bei 30°C
für eine
Dauer von 72 Stunden gezüchtet.
Die Fermentationsausbeute des Insulinvorläufers wurde durch RP-HPLC bestimmt.
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Beispiel 3
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Die
Enzymrestriktionsstelle AatII (4982) wurde in das pAK729-Plasmid
durch PCR eingebracht. Ausgewählte
DNA-Sequenzen des erhaltenen pAK729.6-Plasmids wurden anschließend verifiziert.
Die Restriktionsplasmidabbildung von pAK729.6 ist in 3 dargestellt.
In pAK729.6 kann das DNA-Fragment zwischen den Restriktionsenzymstellen
AatII (4982) und AatII (5978) deletiert werden, indem 996 Nukleotide
von dem Plasmid entfernt werden. Dies entfernt das gesamte AMP-Gen
und den gesamten Promoter.
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Das
pAK729.6-Plasmid wurde mit DNA-Restriktionsenzym AatII verdaut,
einer Agaroseelektrophorese unterzogen, isoliert, religiert und
anschließend
in kompetente MT663-Zellen von S. cerevisiae transformiert. Das
modifizierte Expressionsplasmid wurde von dem Hefestamm NN729.6-ΔAMP reisoliert,
und DNA-Sequenzen
wurden nach PCR-Bildung, gefolgt von Subklonen der DNA-Region, die
die Deletion ausübte,
verifiziert. Gleichermaßen
wurden die DNA-Sequenzen, die den Insulinvorläufer kodieren, auf Plasmid-DNA,
die vom Hefestamm NN729.6-ΔAMP
reisoliert wurde, verifiziert. Das Plasmid NN729.6-ΔAMP, dem
das AMP-Gen fehlt, ist in 4 dargestellt.
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Hefestamm
NN729.6-ΔAMP
wurde in YPD-Medium bei 30°C
für eine
Dauer von 72 Stunden gezüchtet.
Die Fermentationsausbeute des Insulinvorläufers wurde durch RP-HPLC bestimmt.
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Beispiel 4
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Die
neue Enzymrestriktionsstelle AatII (3801) im pAK729.7-Plasmid wurde
in das ursprüngliche pAK729.7-Plasmid
durch PCR eingebracht. Ausgewählte
DNA-Sequenzen des pAK729.7-Plasmids wurden anschließend verifiziert.
In pAK729.7 kann das DNA-Fragment zwischen den Restriktionsenzymstellen
AatII (3801) und AatII (5978) deletiert werden, indem 2177 Nukleotide
von dem Expressionsplasmid entfernt werden. Das pAK729.7-Plasmid
wurde derart konstruiert, dass sowohl das AMP-Gen als auch der Replikationsursprung
von E. coli deletiert werden konnten. Die Restriktionsplasmidabbildung
von pAK729,7 ist in 5 dargestellt.
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Das
pAK729.7-Plasmid wurde mit DNA-Restriktionsenzym AatII verdaut,
einer Agaroseelektrophorese unterzogen, isoliert, religiert und
anschließend
in kompetente MT663-Zellen von S. cerevisiae transformiert. Das
modifizierte Expressionsplasmid wurde von dem Hefestamm NN729.7-ΔAMP reisoliert,
und DNA-Sequenzen
wurden nach PCR-Bildung, gefolgt von Subklonen der DNA-Region, die
die Deletion ausübte,
verifiziert. Gleichermaßen
wurden die DNA-Sequenzen, die den Insulinvorläufer kodieren, auf Plasmid-DNA,
die vom Hefestamm NN729.7-ΔAMP
reisoliert wurde, verifiziert. Hefestamm NN729.7-ΔAMP wurde
in YPD-Medium bei 30°C
für eine
Dauer von 72 Stunden gezüchtet.
Die Fermentationsausbeute des Insulinvorläufers wurde durch RP-HPLC bestimmt.
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Tabelle
I Grundriss
von NN729-Stämmen
auf der Basis von pAK729-Plasmiden mit nicht funktionellem oder
deletiertem AMP-Gen
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Die
neuen NN729-ΔAMP-Stämme wurden
mit dem ursprünglichen
NN729-Stamm in Bezug
auf Fermentationsausbeute des Insulinvorläufers verglichen (Tabelle II).
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Tabelle
II Fermentationsausbeute
von NN729-ΔAMP-Stämmen, transformiert
mit Plasmiden mit nicht funktionellem oder deletiertem AMP-Gen
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Es
erscheint aus dem Vorstehenden, dass die Hefestämme, umfassend ein Expressionsplasmid
mit einem teilweise oder vollständig
deletierten AMP-Markergen, um 10-20 mol-% mehr des Insulinvorläufers verglichen
mit dem ursprünglichen
Hefestamms, umfassend ein Expressionsplasmid, enthaltend das AMP-Gen, exprimieren.
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Beispiel 5
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Arg34GLP-1(7-37)-Expression in Hefe unter Verwendung
der Plasmide mit nicht funktionellem oder deletiertem AMP-Resistenzgen
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Die
EcoRI(940)-Xbal(1403)-Sequenz der pAK729-Konstrukte, kodierend LA19
X5 M13, veranschaulicht in 1-5,
wurden mit einer MFalpha*-Arg34GLP-1(7-37)-Kodierungssequenz
für das
vorliegende Beispiel ersetzt (6). Eine
Modifikation des MFalpha*-pre-pro-Leaderpeptids (Kurjan & Herskowitz, Cell
30, 1982, Seite 933), in welchem Leu in Position 82 und Asp in Position
83 mit Met bzw. Ala durch Einbringen der Ncol-Spaltungsstelle in
die DNA-Sequenz substituiert wurden, wurde in diesen Konstrukten
angewandt. Die Leadersequenz wurde als MFalpha* (Kjeldsen T. et
al. 1996) bezeichnet. Das MFα1-Signal-MFα*-Leaderpeptidsequenz
schließt
das zweibasische Kex2b-Erkennungsmotiv (Lys-Arg), das den Leader von der Kodierungssequenz
für Arg34GLP-1(7-37) abtrennt,
ein. Das Peptid Arg34GLP-1(7-37) ist
eine Human-GLP-1(7-37)-Variante (S. Mojsov,
et al., J. Biol.Chem. 261, 1998, Seite 11880-11889), wobei der natürliche Aminosäurerest
in Position 34 mit einem Arg-Rest ersetzt ist.
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Drei
Arg34GLP-1(7-37)-Expressionsplasmide
wurden mit AMP-Resistenzgenspaltungen wie für NN729.1 (Beispiel 1), NN729.5
(Beispiel 2) und NN729.6 (Beispiel 3) beschrieben konstruiert und
anschließend
in kompetente ME 1719-Zellen
(siehe WO 98/0135 von S. cerevisiae unter Erhalt der Hefetransformanten
YES2046, YES2079 bzw. YES2085 transformiert.
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Der
Wirtsstamm, der zum Exprimieren von Arg34GLP-1(7-37) verwendet wurde, ist ein Diploidstamm
und weist Phenotypen auf, welchen zwei Asparatylproteasen, d.h.
(1) Hefeaspartylprotease 3 (YAP3), die die C-terminale Seite von
mono- oder dibasischen Aminosäureresten
abspalten (Egel-Mitani, et al., YEAST 6: 127-137, 1990) und (2)
vaskuolare Protease A, die für
die Aktivierung von anderen Proteasen wie Protease B, Carboxypeptidase
Y, Aminopeptidase I, RNase, alkalische Phosphatase, Säuretrehalase
und Exopolyphosphatase verantwortlich ist, fehlen. Außerdem wurde
das Triosephosphatisomerasegen (TPI) gespalten, wodurch es für Phenotypen
möglich
wird, dass sie Glucose in Transformanten verwenden, die auf glucosehaltigem
Medium wachsen. Der genetische Hintergrund von ME1719 ist MATa/a
Dyap3::ura3/Dyap3::URA3 pep4-3/pep4-3 tpi::LEU2/Dtpi::LEU2 leu2/leu2
Dura3/Dura3.
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Die
modifizierten Expressionsplasmide pKV301, pKV307 und pKV304 wurden
von den Hefestämmen reisoliert,
und DNA-Sequenzen wurden nach der PCR-Bildung, gefolgt von Subklonen der DNA-Region,
die die Deletion ausüben,
verifiziert. Gleichermaßen
wurden die DNA-Sequenzen, die Arg34GLP-1(7-37) kodieren, auf Plasmid-DNA, die von
den Hefestämmen
reisoliert wurde, verifiziert. Tabelle III zeigt einen Vergleich
zwischen modifizierten und nicht modifizierten Stämmen.
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Tabelle
III Grundriss
von YES-Stämmen
auf der Basis von Plasmiden mit nicht funktionellem oder deletiertem
AMP-Resistenzgen zur Expression von Arg
34GLP-1
(7-37)
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Die
Ausbeuten wurden von Fermentationen im Labormaßstab mit 5 ml in YPD für eine Dauer
von 72 Stunden bei 30°C
verglichen. Die Ausbeuten wurden unter Verwendung von HPLC beurteilt.