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Diese
Erfindung betrifft im Allgemeinen die Proteinreinigung und im Speziellen
die Reinigung von Fibrinogen aus Milch von transgenen Tieren unter
Verwendung der Kationenaustauschchromatographie.
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Fibrinogen,
das Hauptstrukturprotein im Blut, welches für die Bildung von Gerinnseln
verantwortlich ist, besteht als Dimer von drei Polypeptidketten; die
Aα (66,5
kD), Bβ (52
kD) und γ (46,5
kD) sind durch 29 Disulfidbindungen miteinander verbunden. Der Zusatz
von Asparagin-verbundenen Kohlenhydraten zu den Bβ und γ-Ketten resultiert
in einem Molekül
mit einem Molekulargewicht von 340 kD. Fibrinogen weist eine dreiknotige
Struktur auf, einem als E-Domäne
bezeichneten zentralen Knötchen,
welches die Amino-Termini aller 6 Ketten, einschließlich des
Fibrinopeptids (FP) besitzt, während
die zwei als D-Domänen
bezeichneten distalen Knötchen
die Carboxy-Termini der Aα,
Bβ und γ-Ketten enthalten. Fibrinogen
wird an dem Amino-Terminus der Aα und Bβ-Ketten proteolytisch
gespalten, wodurch Fibrinopeptide A und B (FpA & FpB) freigesetzt werden und durch
Thrombin, einer Serinprotease, die aus ihrer inaktiven Form durch
Faktor Xa umgewandelt wird, ins Fibrin-Monomer umgewandelt. Die
resultierenden Fibrin-Monomere lagern sich nicht-kovalent zu Protofibrillen
durch DE Kontakte an benachbarten Fibrin-Molekülen zusammen. Dies zwingt einen halb-versetzten überlappenden
Fibrinpolymerketten-Bildungsmodus auf. Kontakte werden ebenfalls der
Länge nach
zwischen benachbarten D-Domänen (DD
Kontakte) aufgebaut, was zu einer lateralen Aggregation führt. Eine
andere Serinprotease, Faktor VIII, wird proteolytisch durch Thrombin
in der Gegenwart von Ca2+ in die aktive
Form gespalten. Dieser aktivierte Faktor XIII (Faktor XIIIa) katalysiert
die Vernetzung von polymerisiertem Fibrin durch Ausbilden von Isopeptid-Bindungen
zwischen Lysin und Glutamin-Seitenketten. Die ersten Glutamyl-Lysyl-Bindungen,
die gebildet werden, treten am C-terminalen Ende der γ-Ketten auf,
wodurch D-D-Vernetzungen entstehen. Im Anschluss bilden sich mehrere
Vernetzung zwischen benachbarten Aα-Ketten aus, wobei der Vernetzungsprozess
dem Gerinnsel sowohl biologische Stabilität (Resistenz gegenüber Fibrinolyse) als
auch mechanische Stabilität
verleiht [Siebenlist and Mosesson, Progressive Cross-Linking of
Fibrin γ chains
Increases Resistance to Fibrinolysis, Journal of Biological Chemistry,
269:28414–2841,
1994].
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Der
Koagluationsprozess kann leicht zu einem selbsterhaltenden adhäsiven System
konstruiert werden, indem es das Fibrinogen und Faktor XIII als eine
Komponente und Thrombin und Ca2+ als die zweite
Komponente, die den Polymerisierungsprozess katalysiert, aufweist.
Diese adhäsiven
Systeme, die im Fachgebiet als „Fibrin-Dichtstoff oder „Fibrin-Gewebe-Klebstoff
bekannt sind, haben viele Anwendungen in chirurgischen Prozeduren
und als Abgabevorrichtungen für
eine Vielzahl von pharmazeutisch aktiven Verbindungen gefunden [Sierra,
Fibrin Sealent Adhesive Systems: A Review of Their Chemistry, Material
Properties and Clinical Applications, Journal of Biomaterials Applications,
7:309–352, 1993;
Martinowitz and Spotnitz, Fibrin Tissue Adhesives, Thrombosis and
Haemostasis, 78:661–666, 1997;
Radosevich et al., Fibrin Sealent: Scientific Rationale, Production
Methods, Properties and Current Clinical Use, Vox Sanguinis, 72:133–143, 1997].
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Es
ist geschätzt
worden, dass der jährliche klinische
Bedarf in den Vereinigten Staaten an Fibrin-Dichtstoffen jene 300
kg/Jahr, die mittels derzeitigen, von Plasmafraktionierern verwendeten,
Cryopräziptiationsverfahren
geerntet werden können,
bei weitem übersteigt.
Alternative Quellen für
Fibrinogen, bei weitem die Hauptkomponente in Fibrin-Dichstoffen,
sind deshalb erforscht worden, wobei rekombinante Quellen favorisiert
werden [Butler et al, Current Progress in the Production of Recombinant
Human Fibrinogen in the Milk of Transgenic Animals, Thrombosis and
Haemostasis, 78:537–542,
1997]. Während
Zellkultursysteme die Fähigkeit
bewiesen haben kleine Mengen (1–4 μg/ml) an
Fibrinogen zu produzieren, ist gezeigt worden, dass Säugetiere
in der Lage sind, transgenes humanes Fibrinogen bis zu Konzentrationen
von 5,0 g/L in ihrer Milch zu erzeugen, wodurch dieses ein kommerziell
brauchbares Verfahren für
das Herstellen von humanem Fibrinogen wird [Prunkard et al., Highlevel
expression of recombinant human Fibrinogen in the milk of transgenic mice,
Nature Biotechnology, 14:867–881,
1996; Cottingham et al., Human fibrinogen from the milk of transgenic
sheep. In: Tissue Sealants: Current Practice, Future Uses. Cambridge
Institute, Newton Upper Falls, MA, March 30-April 2, 1996, (abstract)].
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Es
sind Unterschiede zwischen rekombinantem humanen Fibrinogen und
Fibrinogen, welches aus menschlichem Plasma gereinigt wurde, festgestellt
worden. Aus menschlichem Plasma gereinigtes Fibrinogen weist zwei
alternativ gespleißte γ-Ketten (γ und γ') auf. Im Gegensatz
dazu, weist das rekombinante humane Fibrinogen nur die Hauptform γ auf. Weiters
ist die Glycosylierung der Beta- und Gamma-Ketten (es gibt keine
N-gebundene Glycosylierung der Alpha-Kette) des rekombinanten humanen Fibrinogens
zu jener auf Plasma-abgeleitetem Fibrinogen etwas unterschiedlich,
ist aber zu der Glycosylierung, wie sie auf anderen Proteinen gefunden
wird, in der Milch von transgenen Tieren exprimierten werden, ähnlich.
Zusätzlich
ist die Ser3 der Alpha-Kette des rekombinanten humanen Fibrinogens
etwas höher
phosphoryliert als die Alpha-Kette von Plasma-abgeleitetem Fibrinogen,
obwohl der Unterschied in der Phosphorylierung zu keinem funktionellen
Unterschied führt.
Weiters gibt es nachweisbare Unterschiede in der Heterogenität, die durch
die C-terminale Proteolysis von einer Vielzahl von äußerst Protease-sensitiven
Stellen auf der Alpha-Kette verursacht werden. Unterschiede einer ähnlichen
Größenordnung
werden ebenfalls zwischen Plama-abgeleiteten Fibrinogen aus unterschiedlichen
Quellen beobachtet.
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Eine
andere treibende Kraft für
die Entwicklung von vollständig
auf rekombinantem Fibrin basierenden Dichtstoffen, kommt von der
Tatsache, dass kommerziell erhältliche
Klebstoffe von zusammengemischtem („pooled") Plasma stammt. Da von Blut stammende
Produkte mit der Übertragung
von Humanen Immundefizienz-Virus (HIV), Hepatis-Virus, und anderen äthiologischen
Agenzein in Verbindung gebracht wurden, ist die Akzeptanz und die
Verfügbarkeit
solcher Klebstoffe beschränkt.
Während
die Einbindung von viralen Entfernungs- und Inaktivierungsprozeduren die Sicherheit
dieser Produkte erhöht
hatte (zum Beispiel, US Patent Nrn.: 4.960.757 und 5.116.950), ist
von Plasma-stammendes Fibrinogen nach wie vor nicht risikolos. Die
Verwendung von autologem Plasma reduziert das Risiko der Krankheitsübertragung,
jedoch können
autologe Klebstoffe nur in ausgewählten Operationen, bei denen
der Patient in der Lage ist, Blut vor der Operation zu spenden,
verwendet werden.
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Während die
Hauptverwendung von Fibrinogen für
die Herstellung von Kleb- oder Dichtstoffen gedacht ist, weist Fibrinogen
andere Anwendungen auf dem medizinischen Gebiet auf, zum Beispiel
für das
Beschichten von polymeren Gegenständen, wie in US Patent Nr.
5,272,074 offenbart ist, und die Sorge, um die Sicherheit betrifft
alle diese anderen medizinischen Anwendungen.
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Verschiedene
Verfahren für
die Reinigung von Fibrinogen sind beschrieben worden, wobei in den
meisten Fällen,
das Ausgangsmaterial entweder Plasma oder üblicherweise Cryopräzipitat
oder Cohn Fraktion 1 war, wobei beide von diesen reich an Fibrinogen
sind. Schwartz et al., [US Patente 4.362.567; 4.377.572; 4.414.976]
haben ein Verfahren für
die Herstellung eines Fibrinogen-Gewebe-Klebstoffes mittels der
Cryopräzipitation
von Plasma als Hauptreinigungsschritt offenbart. Burnouf et al.,
(1990) [Biochemical and Physical Properties of a Solvent-Detergent-Treated
Fibrin Glue, Vox Sang 58:77–84]
beschreibt ein Verfahren für
die Herstellung eines Fibrinogenkonzentrates aus 1501 humanem Plasma. Nach
dem Auftauen von antikoaguliertem Plasma bei 37°C, wurde das Plasma einer 10%
Ethanolfällung unterzogen.
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Nach
der Auflösung
des ausgefällten
Fbrinogens wurde ein Lösungsmittel-Detergenz
virales Inaktivierungsverfahren verwendet, gefolgt von zwei weiteren
Ethanolfällungsprozeduren,
um die Lösungsmittel-Detergenz-Chemikalien
zu entfernen. Das endgültige
Material wird in Bezug auf den Protein-Inhalt als 93,5% rein angegben
und wird unter dem Markenamen Biocoll© verkauft.
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Vila
et a., (1985) [A Rapid Method for Isolation of Fibrinogen From Human
Plasma by Precipitation with PEG 6000, Thrombosis Research 39:651–656] beschreibt
ein Verfahren, wobei Fibrinogen aus mit Zitrat versetztem Plasma
unter Verwendung einer 8% PEG 6000-Lösung
ausgefällt
wurde. Nach der Auflösung
wurde das Fibrinogen weiters mit Hilfe eines 2 mol/l Essigsäure-Acetat-Puffers
pH 4,6 ausgefällt.
Eine endgültige
Ausfällung
mit Ammoniumsulfat wird verwendet, um ein Produkt mit 93 ± 6+% gerinnungsfähigem Protein
und mit einer Ausbeute von 60 ± 9%
Ausbeute zu erhalten. Unter Verwendung ähnlicher Techniken haben Masri
et al., (1983) [Isolation of Human Fibrinogen of High Purity and
in High Yield using PEG 1000, Thrombosis and Haemostasis, 49:116–119] ebenfalls
Fibrinogen aus Thrombinfreiem Plasma mittels einer PEG 1000-Ausfällung gereinigt.
Eine dreistufige Ausfällungstechnik wurde
verwendet, um ein Produkt mit 98% gerinnungsfähigem Protein mit einer Ausbeute
von 65–70%
Ausbeute zu erhalten.
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Es
ist aus der Literatur erwiesen, dass die Reinigung von Fibrinogen
aus Plasma im Allgemeinen mit Hilfe von Präzipitationstechniken durchgeführt wird.
In vielen Beispielen führt
dies zu relativ reinem Produkt, es ist jedoch zweifelhaft, dass
ein Verfahren, welches nur auf einer Ausfällung basiert, für die Reinigung
von humanem Fibrinogen aus Milch verwendet werden könnte. Fibrinogen
weist eine Neigung für
das Binden von anderen Plasmaproteinen auf, einschließlich, jedoch
nicht exklusiv, Plasminogen, tPA, Faktor XIII und Fibronektin, welche
während
der Präzipitationstechniken
oft mitgereinigt werden. Zahlenangaben von einigen dieser Proteine werden
oft in den Herstellerspezifikationen angegeben. Diese Verunreinigung
kann im von humanem Plasma-stammenden Fibrinogen toleriert werden, welches
für das
Verwenden in Menschen bestimmt ist, da die verunreinigenden humanen
Proteine in Menschen wahrscheinlich nicht antigen sein würden. Es
ist jedoch nicht akzeptabel, dass hohe Konzentrationen dieser Proteinen
inhumanem Fibrinogen-Produkt, welches aus nicht-humaner tierischer
Milch hergestellt wurde, vorhanden ist, da von diesen Proteinen,
aus der Milch einer unterschiedlichen Spezies, erwartet werden würde, dass
sie in Menschen artigen sein würden.
Infolgedessen wird erwartet, dass jedes Reinigungsschema aus Milch
mehrere Chromatographie-Techniken beinhalten würde.
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Die
Reinigung von Fibrinogen aus humanem Plasma unter Verwendung der
Säulenchromatographie
wurde durch Dempfle und Keen (1987) [Purification of Human Plasma
Fibrinogen by Chromatography On Protamine-Agarose, Thrombosis and
Haemostasis, 46:19–27]
beschrieben. Fibrinogen wurde in einem Einzelschritt-Vorgang mit
einer Ausbeute von 65–80%
und einer Gerinnbarkeit von > 90%
gewonnen. Die Verwendung von Protamin-Agarose ist im Fachgebiet
bekannt und wurde in großen
Umfang für
die Reinigung von Fibrinogen in kleinem Maßstab aus Plasma und aus rekombinanten
Quellen, einschließlich
Säugetier-Zellkultur
[Lord et al., Purification and characterization of recombinant human
fibrinogen, Blood Coagulation and Fibrinolysis 4:55–59, 1993]
und Hefe [Roy et al., Secretion of Biologically Active Recombinant
Fibrinogen by Yeast, Journal of Biological Chemistry, 270:23761–23767,
1995] verwendet. Obwohl diese Technik sehr spezifisch ist, machen
die Kosten der Chromatographie-Medien und
die erwartete Labilität
des biologischen Liganden es für
einen kommerziellen Großmaßstab nicht brauchbar.
Andere Beispiele von sehr spezifischen chromatographischen Schritten
sind in der Literatur verfügbar,
einschließlich
der Verwendung von Peptidliganden [Kuyas et al., Isolation of Human
Fibrinogen and ist Derivatives by Affinity Chromatography on GlyProArgProLys-Fractogel,
Thrombosis and Haemostasis, 63:439–444, 1990] und sogar die Verwendung
von monoklonalen Antikörper
enthaltenden Säulen
[Takebe et al., Calcium Ion Dependent Monoclonal Antibody Against
Human Fibrinogen: Preparation, Characterization and Application
to Fibrinogen Purification, Thrombosis and Haemostasis, 73:662–667, 1995].
Jedoch bleibt, wie oben beschrieben, die Verwendung von solchen
teuren und empfindlichen chromatographischen Materialien in einem
industriell-möglichen
Maßstab
unerschwinglich teuer.
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Als
eine Alternative zu der Verwendung von biologischen Liganden, wurde
die Anionenaustauschchromatographie während der Reinigung von Fibrinogen
aus Plasma benutzt, obwohl dies in den meisten Fällen in einem analytischen
Maßstab durchgeführt wurde,
wo ihre Inkorporation das Subfraktionieren von Fibrinogen-Spezies
ist [Kuyas et al., A Subfraction of Human Fibrinogen With High Sialic Acid
Content and Elongated γ-Chains,
Journal of Biological Chemistry, 257:1107–1109, 1982]. Eine Anionenaustausch-Reinigungstechnik
für Fibrinogen wurde
von Bernard et al. (
EP
0 555 135 A1 ) offenbart, in welcher Fibrinogen aus behandeltem
Cryopräzipitat
in 120 mM NaCl, 10 mM Tris, pH 8,8 gebunden und mit 200 mM NaCl,
10 mM Tris, pH 8,8 eluiert wurde. Dieses Verfahren führte zu
einer höheren
Selektivität
in Bezug auf das eluierte Fibrinogen.
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Beim
Entwickeln eines Reinigungsverfahrens von transgener Milch ist es
im Allgemeinen akzeptiert, dass das Entfernen von Kasein von hoher Priorität ist (Wilkins & Velander, „Isolation
of Recombinant Proteins from Milk", Journal of Cellular Biochemistry 49:333–338 [1992]).
Kasein ist eine Mischung aus größtenteils
nicht-löslichen
Proteinen, die als mizellare Suspension vorhanden sind (der Rest
der Proteine in Milch werden Molkeproteine genannt). Kaseinmicellen
sind nicht filtrierbar und blockieren leicht die Verfahrensausrüstung. Diese
Eigenschaft verhindert, dass Milk vor der Kaseinentfernung oder Solubilisierung.
mittels herkömmlichen
Chromatographie-Säulen
bearbeitet wird. Dies hat die neueste Entwicklung von Techniken
für die
Kaseinentfernung oder Solubilisierung angeregt. Zum Beispiel hat
Denman [„Isolation
of Components of Interest from Milk", PCT WO 94/19935] ein Verfahren zum
Solubilisieren von Kaseinmicellen durch den Zusatz von positiv-geladenen
Mitteln offenbart. Dies führt
dazu, dass Milch für
die Verarbeitung zugänglicher
gemacht wird. Diese Technik entfernt jedoch das Kasein nicht, und
die verwendeten Mittel sind für
die großtechnische
Verarbeitung unerschwinglich teuer. Kutzko et al., [„Purification
of Biologically Active Peptides From Milk", PCT WO 97/42835] offenbarte ein Verfahren
für die Trennung
einer löslichen
Milchkomponente aus Milch mittels tangentialer Flussfiltration.
Diese Technik schließt
das Hinzufügen
eines Chelatbildners zu der Milch ein, um das Kasein vor dem Auftragen
auf eine Ultrafiltrationsapparatur aufzulösen, wobei die Komponente von
Interessse im Permeat gesammelt wird und das gelöste Kasein im Retentat zurückbleibt. Diese
Technik war ebenfalls für
Milch nützlich,
in welcher die Kaseinfraktion nicht gelöst wurde. Es wird jedoch erwartet,
dass diese Technik für
Peptide und kleine Proteine geeigneter ist. Obwohl diese Technik für das Bereitstellen
einer Kasein-freien Lösung
nützlich
ist, bietet sie keine signifikante Reinigung des transgenen Proteins,
außer
sie ist mit einer anderen Einheitsoperation, zum Beispiel, Chromatographie verbunden.
Es ist daher offensichtlich, dass während Milch dem Verarbeiten
mittels der oben beschriebenen Techniken zugänglicher gemacht werden kann, ein
Verfahren, welches die gleichzeitige Kasein-Entfernung und Fibrinogen-Reinigung
aufweist, signifikante ökonomische
Vorteile haben würde.
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Im
kleinen Maßstab
kann die Entfernung von Kasein mittels Zentrifugation erfolgen;
da jedoch die Zentrifugationskraft sehr hoch sein muss, ist diese Technik
für industrielle
Anwendungen keine brauchbare Technik. Die Kaseinentfernung in der
Lebensmittelindustrie wurde historisch durch die Zugabe von Lab
(Chymosin) oder durch die Verwendung von Säure durchgeführt, wobei
beide zu einer Kaseinausfällung
führen
[Swaisgood, Developments in Dairy Chemistry-1: Chemistry of Milk
Protein, Applied Science Publishers, NY, 1982]. Diese Techniken
sind abermals keine allgemein anwendbaren oder bevorzugten Techniken
für die
Reinigung von humanen Proteinen aus Milch, beispielsweise stammt
Lab von Tieren und müsste
aus einer kontrollierten Quelle, die Pathogen frei ist, erhalten
werden. Die Säure-Ausfällung ist, während sie
kosteneffektiv und effizient ist, nicht allgemein anwendbar, da
der niedere pH-Wert zu einem Abbau oder einer Ausfällung des
humanen Proteins führt,
außer
das humane Protein ist säurestabil.
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Die
Ausfällung
von Kasein mit niederen Salzkonzentrationen und polymeren Ausfällungsmitteln ist
in der Literatur beschrieben worden. Es sind zum Beispiel 17% Natriumsulfat
und 22% Ammoniumsulfat verwendet worden, um Kaseinmicellen vor der weiteren
Fraktionierung von Molkeproteinen auszufällen [Swaisgood, Developments
in Dairy Chemistry-1: Chemistry of Milk Protein, Applied Science
Publishers, NY, 1982]. Lee und Antonsen [PCT WO 97/09350] offenbarten,
dass die Ausfällung
von Kasein mit PEG als ein früher
Schritt in der Reinigung von transgenem Alpha-1-Antitrypsin aus
Schafsmilch verwendet wird. Ähnlicherweise
treten Wilkins & Velander,
(1992) [Isolation of Recombinant Proteins from Milch, Journal of
Cellular Biochemistry 49:333–338]
für die
Verwendung der PEG-Ausfällung von
Kasein als ein für
Schritt in der transgenen Proteinreinigung ein.
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Ein
bedeutendes Hindernis in Bezug auf die Reinigung von Fibrinogen
aus Milch ist die Trennung der Kaseinfraktion. Fibrinogen und Kaseinmicellen haben
mehrere Charakteristika gemeinsam, vor allem ihre relativ unlösliche Natur
und die Neigung für die
Selbstaggregation. Sie können
beide als relativ hydrophob mit einer Neigung an sowohl andere Proteine
als auch Oberflächen
nicht-spezifisch zu binden, betrachtet werden. Die für Kasein
und Fibrinogen gemeinsamen, ähnlichen
Eigenschaften werden ebenfalls durch die Tatsache demonstriert,
dass beide leicht durch Präzipitation
gereinigt werden. Von den Nachweisen in der Literatur wird es folglich
unwahrscheinlich sein, dass ausschließlich die Präzipitation
als eine eigenständige
Technik für
die Entfernung von Fibrinogen von Kasein verwendet werden könnte. Infolgedessen
würde ein
Verfahren für
die Fibrinogen-Reinigung aus Milch, welches sowohl die Kaseinentfernung
als auch die Fibrinogen-Reinigung kombiniert, signifikante Vorteile
aufweisen.
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Folglich
besteht im Fachgebiet ein Bedarf für ein Verfahren zum Gewinnen
von gereinigtem Fibrinogen aus Milch (deren transgener Ursprung
dem Fibrinogen den Vorteil einer signifikanten Ausbeute und Sicherheit
in Bezug auf die virale Nicht-Kontamination gibt), wobei das Verfahren
in der bevorzugten Ausführungsform
hoch gereinigtes, nicht-antigenes Fibrinogen in einer einfachen,
kosteffektiven und effizienten Weise bereitstellt. Ein großes Hindernis
ist die Trennung von Fibrinogen von Kasein, welche aufgrund bestimmter Ähnlichkeiten
in ihren Eigenschaften schwierig ist.
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Kationenaustauschchromatographie
(CEX) ist eine Trennungstechnik, welche die Interaktion zwischen
positiv-geladenen Gruppen auf einem Protein und negativ-geladenen
Gruppen auf dem Substrat ausnutzt. Da der pH-Wert die Ladungen auf
Proteinen beeinflusst, wirkt sich der pH-Wert des Mediums, in welchem
die CEX ausgeführt
wird, stark auf die Trennleistung aus. Die CEX-Substrate können in
2 Hauptgruppen unterteilt werden; jene, die eine negative Ladung
auf dem Substrat über
einen großen pH-Bereich
aufrechterhalten (starke CEX Substrate) und jene, die eine negative
Ladung auf dem Substrat über
einen schmalen pH-Bereich
aufrechterhalten (schwache CEX Substrate). Starkte Kationenaustausch-Substrate
enthalten im Allgemeinen Sulfonsäure-Derivate
als funktionelle Gruppen (z.B. Sulfonate, S-Typ oder Sulfopropyl-Gruppen,
SP-Typ). Um die Leistung des CEX Substrates bezüglich Bindung zu maximieren,
ist der pH-Wert des Mediums, in welchem die Trennung durchgeführt wird,
im Allgemeinen unterhalb des isoelektrischen Punktes des zu bindenden
Proteins (der isoelektrische Punkt oder pI eines Proteines ist der
pH-Wert, bei welchem das Protein keine Nettoladung trägt, bei
pH-Werten über dem
pI, weist das Protein eine negative Nettoladung auf und bei pH-Werten
unterhalb des pIs, weist das Protein eine positive Nettoladung auf
und wird an das CEX Substrat binden). CEX wurde im großen Umfang
in der Trennung von Milchproteinen, insbesondere der Kaseinfraktion
verwendet. Zum Beispiel beschrieb Law et al. [Quantitative Fractionation
of Ovine Casein by Cation-Exchange FPLC, Milchwissenschaft, 45:279–282, 1992]
die Trennung von Kasein in Unterfamilien mittels einer Mono STM-Säule
bei pH 5,0. Ähnlicherweise
beschrieben Leaver und Law [Preparative-scale Purification of Bovine
Caseins on a Cation Exchange Resin, Journal of Dairy Reserach, 59:557–561, 1992]
die Trennung von Rinderkasein von Säure-ausgefälltem Gesamtkasein an einer S-Sepharose
Fast FlowTM bei pH 5,0. Molkeproteine wurden
ebenfalls mittels CEX-Chromatographie getrennt. Zum Beispiel beschreibt
Hahn et al. [Bovine Whey Fractionation based on Cation-Exchange Chromatography,
Journal of Chromatography A, 795:277–287, 1997] die Trennung der
Hauptmolkeproteine bei pH 4,6 mittels Milch, die angesäuert wurde,
um die Kaseinfraktion zu entfernen. Dieses Verfahren ist jedoch
für die
Reinigung von Fibrinogen aus Milch ungeeignet, da die Kaseinentfernung
durch Ansäuerung
das Fibrinogen ausfällen
würde.
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Die
Isolierung von Lactoferrin aus Milch mittels CEX ist in WO 95/22258
offenbart (Gene Pharming Europe BV). Die Lehre von WO 95/22258 würde jedoch
nicht als anwendbar für
die Reinigung von Fibrinogen aufgrund der Unterschiede in den Eigenschaften
von Lactoferrin und Fibrinogen betrachtet werden, und außerdem würde die
erhöhten
Ionenstärke- Bedingungen, unter
welchen die Milch mit dem CEX Harz in WO 95/22258 kontaktiert wird, dazu
führen,
dass Fibrinogen nicht an das CEX Harz bindet.
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Die
Verwendung von CEX in der Reinigung von Fibrinogen ist nicht als
angebracht betrachtet worden, da berichtet wurde, dass Fibrinogen
einen pI von 5,5 hat und deshalb als ein saures Protein betrachtet
werden kann, das mehr für
die Anionenaustauschchromatographie geeignet ist [Marguerie et al.,
The Bindung of Calcium to Bovine Tibrinogen, Biochimica et Biophysica
Acta, 490:94–103,
1977; Weisel and Cederholm-Williams, Fibrinogen and Fibrin: Characterization,
Processing and Applications, Handbook of Biodegradable Polymers
(Series: Drug Targetting and Delivery) 7:347–365, 1997]. Das Problem der
Kaseinentfernung für
ein saures Protein wurde von Van Cott et al. (Affinity Purification
of biologically Active and Inactive Forms of Recombinant Human Protein
C Produced in Porcine Mammary Gland, Journal of Molecular Recognition,
2:4407–414 [1996])
hervorgehoben, welcher frührer
von signifikanten Verlusten von saurem Protein C berichtet, wenn
herkömmliche
Zentrifugation- oder Präzipitationsschritte
verwendet werden, um die Kaseinfraktion zu entfernen. Die Solubilisierung
von Kaseinmicellen mittels EDTA, gefolgt von Anionenaustauschchromatographie
führte
nach wie vor zu Kaseinverunreinigungen von humanem Protein C. Bis
zu 20% Verunreinigung von Protein C durch Kasein sogar nach einer
hoch selektiven Immunaffinitätschromatographie, war
ersichtlich, wenn vor dem Immunaffinitätschromatographie-Schritt keine
hohen Salzkonzentrationen verwendet wurden. Die Konsequenzen der
Verwendung von hohen Salzkonzentrationen in diesem Schritt waren,
dass bis zu 20% des Proteins C nicht an die Immunoaffinitätssäule banden.
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Einigermaßen überraschend
für die
Erfinder war daher die Tatsache, dass Fibrinogen direkt aus Milch
an CEX Substrate bei pH Werten oberhalb des berichteten pI des Proteins
gebunden werden kann und dass diese Eigenschaft verwendet werden
kann, um eine sehr wirksame Reinigungstechnik zu entwickeln. Die
Mehrheit der Milchproteine, einschließlich Kasein, sind von Natur
aus relativ sauer, und können durch
die Verwendung von Änderungen
des pHs oder der Ionenstärke
an der Bindung an die CEX Säule
gehindert oder können
vom Fibrinogen getrennt werden. Eine solche Feststellung begründet einen
Teil dieser Erfindung. Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist,
dass die vorige Entfernung der Kaseinfraktion, durch die Verwendung
von Präzipitationstechniken,
die von Fachleuten bevorzugt werden, nicht notwendig ist. Es wird
angenommen, dass dieser Vorteil einen signifikanten ökonomischen
Anreiz für
den Einbau von CEX in ein Reinigungsprotokoll für die Herstellung von Fibrinogen
aus transgenen nicht-menschlichen Quellen bereitstellt.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Diese
Patentanmeldung beschreibt Techniken, bei welchen Kationenaustauschchromatographie
bei der Reinigung von transgenem Fibrinogen aus Milch verwendet
wird. Die Technik kann auf Vollmilch, Magermilch oder eine Milchfraktion
unter Verwendung einer Vielzahl von Chromatographie-Kontaktierungsarten
angewendet werden. Da die vorherige Entfernung on Kasein nicht erforderlich
ist, kann die Verwendung von Präzipitationsmitteln
und Zentrifugationsausrüstung
vermieden werden und deshalb kann die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens
verbessert werden. Fibrinogen kann mit einer hohen Ausbeute (bis
zu 95%) in einem sehr reinen Zustand (bis zu 90%) mit sehr geringer
Kasein-Kontamination
gesammelt werden und so kann der Schritt als die Vereinigung von
Kasein-Entfernung
und substantielle Fibrinogen-Reinigung in eine Einzeleinheitsoperation betrachtet
werden. Das Fibrinogen erfordert keine weitere Reinigung oder im
Anschluss davon eine nur geringfügige
Reinigung mittels herkömmlicher
Proteinreinigungstechniken.
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Diese
Erfindung basiert auf der Feststellung, dass die Kationenaustauschchromatographie,
bei einem pH-Wert der höher
als der berichtete pI von Fibrinogen ist, bei der Reinigung von
Fibrinogen aus Milch verwendet werden kann. Die vorliegende Erfindung
beschreibt, unter anderem, ein Verfahren, bei welchem die Kationenaustauscherchromatographie bei
einem pH-Wert, der höher
als der berichtete pI von Fibrinogen ist, bei der Reinigung von
Fibrinogen aus Milch verwendet wird, welches somit die substantielle
Reinigung von Fibrinogen, während
der gleichzeitigen Entfernung der Kaseinfraktion, ermöglicht.
In der vorliegenden Erfindung ist der Bedarf an teurer Filtrationsausrüstung, wie
von Kutzko (WO 97/42835) dargelegt, für die Entfernung von unlöslichen
Milchkomponenten nicht notwendig. Vor der Kationenaustauschchromatographie
wird die Milch einfach mittels kontinuierlichen Durchflusszentrifugen,
welche in der milchverarbeitenden Industrie allgegenwärtig sind
entfettet. Als solches verbindet die Kationenaustauschchromatographie-Reinigungsprozedur
die Kasein-Entfernung und die substantielle Fibrinogenreinigung
in eine Einzeleinheitsoperation und es wird angenommen, dass dies
einen signifikanten ökonomischen
Anreiz für
die Einführung
dieser Technik ist. Insbesondere wird Milch, welche Chelatbildner
oder andere Mittel enthalten kann, die in der Lage sind die Kaseinmicellstruktur
zu zerreißen,
unter pH Bedingungen in Kontakt mit einem CEX-Substrat gebracht,
die die Adsorption von Fibrinogen begünstigen, jedoch die Bindung
von Milchproteinen verhindern. Das Substrat wird dann gewaschen
und mit einer Reihe von Puffern mit geeignetem pH und/oder Ionenstärke eluiert,
was zu der Trennung von Fibrinogen von Milchproteinen in einer im
Wesentlichen gereinigten Form führt.
Die Technik kann auf Vollmilch, Magermilch oder eine Milchfraktion
angewendet werden.
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Kurze Beschreibung
der Figuren
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1 zeigt
ein Chromatogramm und ein Elektrophorogramm, die die Selektivität von CEX
für Fibrinogen
und die Reinheit des eluierten Produktes demonstriert.
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2 zeigt
ein Chromatogramm und ein Elektrophorogramm, die zeigen, dass Kombinationen von
pH und Ionenstärke
bei der Herstellung von sehr reinem Fibrinogen aus Milch mittels
CEX verwendet werden können.
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3 zeigt
ein Chromatogramm und ein Elektrophorogramm, die zeigen, dass die
vorherige Auflösung
von Kasein bei der Reinigung von Fibrinogen aus Milch mittels CEX
nicht erforderlich ist.
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Detaillierte
Beschreibung der Erfindung
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Die
Erfindung stellt ein Verfahren bereit, bei welchem Fibrinogen im
Wesentlichen aus Milch mittels Kationenaustauschchromatographie
bei einem pH-Wert von größer als
5,5, jedoch kleiner als 8,0 gereinigt wird. Der pH-Wert wird ausgewählt, um
ein Mittel für
die Bindung von Fibrinogen an ein CEX Substrat bereitzustellen,
welches vom starken oder schwachen Typ, wie oben beschrieben sein
kann. Es wird angenommen, obwohl die Erfindung nicht so gelesen
werden sollte, als ob sie auf diese Theorie beschränkt ist,
dass die treibende Kraft für
die Fibrinogen-Bindung an das CEX Substrat die Aα-Ketten sein können, die
bekanntermaßen
basischer sind als entweder die Bβ-
oder γ-Ketten
[Weinstein and Deykin, 1978, Low Solubility Examined by Two-Dimensional
Sodium Dodecyl Sulfate Gel Electrophoresis and Isoelectric Focussing,
Thrombosis Research, 13:361–377]
und können
deshalb ermöglichen,
dass das Fibrinogen bei einem pH Wert, der höher als der berichtete pI Wert
ist, bindet.
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Dementsprechend
stellt die Erfindung in einem ersten Aspekt ein Verfahren zum Gewinnen
von Fibrinogen aus Milch bereit, wobei das Verfahren aufweist:
- a) In Kontakt bringen der Milch mit einem Kationenaustauscher-Chromatographie-Substrat unter Bedingungen,
bei welchen das Fibrinogen an das Substrat bindet;
- b) Gegebenenfalls Waschen des Substrats um ungebundene Komponenten
zu entfernen; und
- c) Entfernen des gebundenen Fibrinogens vom Substrat unter Verwendung
von Spülmitteln,
wobei die Spülmittel
eine erhöhte
Ionenstärke
oder einen erhöhten
pH oder beides im Vergleich zu den Bedingungen im Schritt (a) haben.
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Wie
hierin verwendet, betrifft der Ausdruck „Fibrinogen" das Hauptstrukturprotein,
welches für die
Bildung von Gerinnseln verantwortlich ist und schließt die gesamte
Glycoproteinform von Fibrinogen sowie andere verwandte Fibrinogenarten
ein, einschließlich
verkürztem
Fibrinogen, Aminosäuresequenzvarianten
(Muteine oder polymorphe Varianten) von Fibrinogen, eine Fibrinogenart,
die zusätzliche
Reste aufweist, und jede natürlich
vorkommende allelische Fibrinogen-Variante.
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Wie
hierin verwendet, wird Milch als die Flüssigkeit verstanden, die von
den tierischen Brustdrüsen
sekretiert wird und umfasst Vollmilch, Magermilch und jede Milchfraktion.
Vor der Kationenaustauschchromatographie kann die Milch mittels
kommerziellen kontinuierlichen Durchflusszentrifugen entfettet werden,
die in der Milch-verarbeitenden Industrie allgegenwärtig sind.
Die Milch kann von jedem säugendem
Tier, insbesondere jedoch jene, die Milch in Mengen produzieren,
wie Kühe,
Schafe, Ziegen, Kaninchen oder sogar Kamele oder Schweine gewonnen
werden.
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Das
Fibrinogen kann in Milch natürlich
vorkommen. Es wird jedoch wahrscheinlicher von transgenen Quellen
stammen, d.h. als Ergebnis einer genetischen Manipulation eines
Milchgebenden Tieres, wie ein Schaf oder ein Kuh, so dass ein Nukleinsäurematerial,
das Fibrinogen kodiert in der Brustdrüse des Tieres exprimiert wird
und das Fibrinogen in die Milch sekretiert wird. Die vorliegende
Erfindung ist für die
Reinigung von Fibrinogen an sich oder von Fibrinogen, welches auf
eine Art verändert
wurde, um die trangene Expression und/oder die Isolierung zu erleichtern,
wie durch die Fusion an andere Proteine, nützlich. Das Fibrinogen kann
humanes Fibrinogen oder Fibrinogen von jedem anderen geeigneten
Tier, wie ein Schaf oder ein Kuh sein. Für die medizinische Verwendung
ist es bevorzugt, vom Patienten stammende Proteine zu verwenden.
In Fällen
wo das Fibrinogen rekombinant kodiert ist, so dass das Fibrinogen
von einer Spezies anders als die Spezies in welcher das Fibrinogen
exprimiert wird, stammt, kann das Glycosylierungsmuster vom Glycosylierungsmuster
des natürlich
vorkommenden Fibrinogens verschieden sein. Somit kann humanes Fibrinogen, welches
in einem transgenen nicht-menschlichen Tier exprimiert wird, ein
zu natürlich
vorkommendem Fibrnogen unterschiedliches Glycosylierungsmuster aufweisen.
Die vorliegende Erfindung ist für
das Reinigen von jedem beliebigen transgenen Fibrinogen geeignet.
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Wie
hierin verwendet, sind Kationenaustauschchromatographie (CEX)-Substrate
Chromatographieharze, die negativ-geladene Gruppen enthalten. Die
Proteine werden auf der Basis der Interaktion zwischen negativ-geladenen
Gruppen im Harz und positiv-geladenen Gruppen auf einem Protein
getrennt. Wie oben beschrieben, können sie in zwei Hauptarten
zusammengefasst werden: jene, die eine negative Ladung auf dem Substrat über einen
großen pH-Bereich
aufrechterhalten (starke CEX Substrate) und jene, die eine negative
Ladung auf dem Substrat über
einen schmalen pH-Bereich aufrechterhalten (schwache CEX Substrate).
Starkte Kationenaustausch-Substrate enthalten im Allgemeinen Sulfonsäure-Derivate
als funktionelle Gruppen (z.B. Sulfonate, S-Typ oder Sulfopropyl-Gruppen,
SP-Typ). Beide Substratarten sind gedeckt.
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Zu
Beispielen von geeigneten starken CEX Substraten zählen S-Sepharose
FF, SP-Sepharose FF,
SP-Sepharose Big Beads (alle Amersham Pharmacia Biotechnology) und
Fractogel EMD-SO3 650 (M) (E. Merck, Deutschland).
Zu Beispielen von schwachen Kationenaustausch-Substraten zählt CM Sepharose
FF (Amersham Pharmacia Biotechnology).
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Die
Bedingung in Schritt (a) unter welcher Fibrinogen in Milk an das
Substrat bindet ist jene, wo das Substrat und die Milch einen pH-Wert
aufweisen, der höher
als der pI-Wert von Fibrinogen ist.
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Der
pI-Wert, oder isoelektrische Punkt, eines Proteines ist der pH-Wert,
bei welchem das Protein keine Nettoladung trägt. Bei pH-Werten über dem pI-Wert,
weist das Protein eine negative Nettoladung auf und bei pH-Werten
unterhalb des pI-Werts, weist das Protein eine positive Nettoladung
auf. Wie hierin verwendet, wird der pI-Wert von Fibrinogen mit pH 5,5
angenommen, in Übereinstimmung
mit berichteten Quellen [Marguerie et al., The Bindung of Calcium
to Bovine Tibrinogen, Biochimica et Biophysica Acta, 490:94–103, 1977;
Weisel and Cederholm-Williams, Fibrinogen and Fibrin: Characterization,
Processing and Applications, Handbook of Biodegradable Polymers
(Series: Drug Targetting and Delivery) 7:347–365, 1997].
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Vorzugsweise
ist die Bedingung in Schritt (a) so, dass der pH-Wert des Substrats
und der Milch größer als
pH 5,5, vorzugsweise bei etwa pH 6,0 ist.
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Sobald
Fibrinogen an das Substrat gebunden ist, wird das Substrat vorzugsweise
mit einem Spülmittel
bei geeignetem pH-Wert und Ionenstärke gewaschen, um die Mehrheit
der nicht-Fibrinogen-Komponenten zu entfernen. Ein geeignetes Spülmittel
würde ein
Puffer mit pH 6,0 oder mit höherem
pH-Wert sein, wie ein Puffer mit einem pH-Wert größer als
5,5 jedoch kleiner als 14, vorzugsweise zwischen pH 6,0–8,5. Ein
Beispiel ist Tris-Acetat-Puffer bei einem pH-Wert von 6,0–8,5, der
0–0,2
M Natrium oder Kaliumchlorid enthält. Im Allgemeinen hängt die
erforderliche Natrium oder Kaliumchlorid-Konzentration (oder jedem
anderen Salz, das zum Erhöhen
der Lösungsleitfähigkeit
und Ionenstärke
nützlich
ist), um nicht-Fibriongenkomponenten aus
dem Substrat zu entfernen, während
gebundenes Fibrinogen zurückgehalten
wird, vom eingesetzten pH-Wert ab. Es wurde deshalb gefunden, dass wenn
ein niederer pH-Wert (5,5–6,5)
verwendet wird, die erforderliche Salzkonzentration im Bereich von 0–0,15 M
liegt. Wenn der pH-Wert der Salzlösung erhöht wird, zum Beispiel, auf
mehr als 6,5 (dies hat die Auswirkung, dass die Stärke der
Interaktion zwischen gebundenem Fibrinogen und CEX Substrat geschwächt wird),
die erforderliche Salzkonzentration im Allgemeinen im Bereich von
0–0,1
M liegt. Diese Erfindung sollte im Hinblick auf die oben gegebenen
Bedingungen nicht als einschränkend
betrachtet werden, da jene, die mit dem Fachgebiet vertraut sind,
zu den oben genannten unterschiedliche Bedingungen etablieren können, um
das gleiche Ergebnisse zu erzielen.
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Fibrinogen
kann dann von der Säule
eluiert werden, indem entweder die Ionenstärke oder pH-Wert oder beide
des Spülmittels
in Bezug auf das Spülmittel
im Schritt (b) erhöht
wird (oder im Bezug auf die Bedingungen in Schritt (a), wenn es
keinen Schritt (b) gab). Ein geeignetes Spülmittel ist ein Puffer mit
einem pH-Wert von größer als
5,5, jedoch kleiner als 9,0, vorzugsweise zwischen pH-Wert 6,0–8,5; und
mit einer Ionenstärke
von zwischen 0–1,0
M, vorzugsweise 0,025–0,2M.
Das Spülmittel
in Schritt (c) hat eine Ionenstärke
von gleich oder größer als
0,1 M, wenn ihr pH-Wert 5,5–6,5
war. Auf ähnliche
Weise, wenn das Spülmittel
in Schritt (c) einen pH-Wert von 6,5–8,5 aufweist, würde die
Ionenstärke
des Spülmittels
im Allgemeinen größer als
oder gleich 0,05 M sein. Es kann für die Ionenstärke des
eluierten Produkts im Schritt (c) wünschenswert sein, kleiner als
0,2 M zu sein, wenn das Fibrinogen mittels eines anderen Ionenaustauscher-Schritts
weiter verarbeitet werden soll. Diese Erfindung sollte im Hinblick auf
die oben gegebenen Bedingungen nicht als einschränkend betrachtet werden, da
jene, die mit dem Fachgebiet vertraut sind, zu den oben genannten
unterschiedliche Bedingungen etablieren können, um das gleiche Ergebnisse
zu erzielen. Die Erfindung ist für
die klein-, mittelgroß-
und großtechnische
Ausführung
geeignet.
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Das
gemäß dem Verfahren
gewonnene Fibrinogen wird getrennt oder isoliert und ist zumindest zu
60%, bevorzugt zu. 80%, bevorzugter zu 90% frei von anderen Komponenten.
Die Gewinnungsraten von Fibrinogen in Milch mit diesem Verfahren
der Erfindung sind zumindest etwa 65%, bevorzugt 85%, bevorzugter
90%, und am meisten bevorzugt 95% des Gesamtfibrinogens in der Milch.
Vorzugsweise sind die Gewinnungsraten im Bereich von etwa 65% zu
etwa 90%, bevorzugter im Bereich von etwa 65% bis 95%. Das Fibrinogen
kann dann weiters mittels Techniken, die Fachleuten bekannt sind,
gereinigt werden, zum Beispiel unter Verwendung von Anionenaustausch-Chromatographie
wie von Kuyas et al. beschrieben wurde [A subfraction of human fibrinogen
with high sialic acid content and elongated γ chains, Journal of Biological
Chemistry 257 1107–1109
(1982) und Bernard et al(
EP
0 555 135 A1 )].
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Die
Milch kann ein oder mehrere Mittel enthalten, die in der Lage sind,
Kaseinmicellen zu zerreißen.
Kaseinmicellen sind Micellestrukturen, die in der Milch durch eine
Mischung aus größtenteils
unlöslichen
Proteinen, die nicht filtrierbar sind und leicht die Verfahrensausrüstung blockieren,
gebildet werden. Zu Beispielen von solchen Mitteln zählen Chelatbildner
wie EDTA und EGTA mit einer Konzentration von 20–100 mM oder Zitrat mit einer
Konzentration von 50-200
mM. Andere Mittel, wie jene in Denman, WO 94/19955 und Denman,
US 5.756.687 offenbart sind, können wenn
gewünscht
auch verwendet werden, obwohl die Verwendung dieser Mittel die Lösungsionenstärke auf
einen Punkt erhöht,
der die Fibrinogenbindung verhindert oder reduziert, und die Kosten können ebenfalls
für den
kommerziellen Maßstab
unerschwinglich sein.
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Das
Verfahren kann mit dem Substrat in einem Batchformat oder einem
Säulenformat
durchgeführt
werden. Im Batchformat kann die Milch oder Milchfraktion mit dem
CEX Substrat in einem gut gerührten
Tank kontaktiert werden. Die Trennung des CEX Substrats von der
Milch kann dann durch Sedimentation erleichtert oder durch Zentrifugation
unterstützt
werden. Im Säulenformat,
welches bevorzugt ist, würde
die Milch oder Milchfraktion durch eine Säule, welcher bereits CEX Substrat
zugefügt
wurde, gepumpt werden. Die Säulenformate
werden bevorzugt, da sie zu einer besseren Adsorptionseffizienz führen. Dieses
Säulenformat
könnte
als entweder ein „Füllkörper"- oder „Fest"-Bettformat betrachtet
werden. Wenn die Kaseinauflösung
nicht durchgeführt wird,
können
Batch-Techniken bevorzugt werden, obwohl die Säulenchromatographie mittels
herkömmlichen „Füllkörperbettkontaktoren" durchgeführt werden,
unter der Voraussetzung, dass die Substrat-Kügelchengröße von einer ausreichenden
Größe ist,
so dass sie nicht mit Kasein verstopft oder auf andere Art blockiert
werden. Es ist vorgesehen, dass die Verwendung von „Expanded
bed" oder „fluidisierten Bett"-Kontaktoren auch
geeignet ist (Noppe et al. Simple Two-Step Procedure fort he Preparation
of Highly Active Pure Equine Lysozyme, Journal of Chromatography
A719 327–331
(1996) und Hjorth, Expanded-Bed Adsorption in Industrial Bioprocessing:
Recent Developments, Trends in Biotechnology, 15 230–235 (1997)).
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Expanded
und fluidiserte Bettkontaktoren können so betrachtet werden,
dass sie Eigenschaften sowohl von der Batchadsorptionstechniken
als auch von den Füllkörper (Fest)
Bettkontaktoren aufweisen. Wie in der obgenannten Literaturstelle
dargelegt ist, ermöglichen
sie das Verarbeiten von Feststoff-enthaltendem oder partikulärem Ausgangsmaterial.
Dies wird aufgrund der Tatsache erreicht, dass das Ausgangsmaterial
auf die Säulen,
die das Adsorptionssubstrat (normalerweise in Kügelchenform) enthalten, am
Boden der Säule
aufgetragen wird, während
der obere Teil der Säule
locker ist und den Harzkügelchen
ist es möglich,
sich in Aufwärtsrichtung
zu bewegen. Parameter wie Flussrate und Ausgangsmaterialviskosität und Dichte
kontrollieren dann das Ausmass der Bettausweitung, d.h. die Suspension
des Substratekügelchens.
Sobald die Substratkügelchen
suspendiert werden, wird der Raum zwischen den Kügelchen größer (der Bettleerraum wird
größer), so
dass den Partikel und suspendierten Feststoffe ermöglicht wird,
ungehindert durch das Bett zuwandern. Dies ist im Gegensatz zum
Auftragen von Partikel-enthaltendem Ausgangsmaterial auf eine konventionelle
Füllkörper- oder
Festbettsäule
in welchen die Substratkügelchen
als Filter für
die Partikel agieren würden
und eventuell verstopfen können;
die Verstopfung macht sich durch einen Anstieg des Druckabfalls über die
Säule und
eine Abnahme der Flussrate der Flüssigkeit durch die Säule bemerkbar.
Die Ausdrücke
expanded und fluidisiert werden häufig intereinander vertauscht.
In Ausdrücken
der chemischen Verfahrenstechnik würde fluidisiertes Bett ein
Bett von Substratkügelchen
darstellen, welche einen höheren
Grad an Rückmischen
zeigen, als durch Expanded Beds gezeigt werden würde. In bestimmten Umständen, zum
Beispiel, wenn das Ausgangsmaterial eine geringe Konzentration an
Partikeln aufweist, muss die Verwendung von Expanded oder fluidisierten
Betten nicht notwendig sein. Wenn die Substratkügelchen von ausreichender Größe sind
(> 100um), sind die
Räume zwischen
den Kügelchen
groß genug,
um den Durchgang kleiner Partikel zu ermöglichen. Ein Beispiel eines
solchen Substrats wäre
Sepharose Big Beads (Amersham Pharmacia Biotechnology), welches
mit einer Vielzahl von Austauschgruppen erhältlich ist.
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In
dem zweiten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird die Verwendung
der Kationenaustauschchromatographie zum Gewinnen von Fibrinogen
aus Milch bereitgestellt.
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Die
für den
ersten Aspekt der Erfindung beschriebenen Präferenzen treffen auch auf den
zweiten Aspekt der Erfindung zu.
-
Die
folgenden Beispiele sind angeführt,
um bei der Erklärung
der Erfindung zu assistieren, ohne dass sie einschränkend sind.
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Beispiel 1:
-
Milch
von einem transgenen Mutterschaf, welches humanes Fibrinogen mit
5g/l exprimiert, wurde aus einem gefrorenen Zustand aufgetaut und dann
mittels Zentrifugation bei niederer Geschwindigkeit (2000 rpm, 15
Minuten) entfettet, wonach die Magermilch gesammelt wurde. Zu dieser
Milch wurde dann eine Lösung
von 500 mM Ethylendiamintetraessigsäure (EDTA) bei pH 8,0 hinzugefügt, um die Endkonzentration
von EDTA auf 100 mM zu bringen. Der Proben pH-Wert wurden dann auf
6,0 eingestellt, indem 25 mM Tris(hydroxymethyl)aminomethan-Essigsäure (Tris-Acetat)-Puffer
mit einem pH-Wert von 4,2 hinzugefügt wurden. Die Zugabe erfolgte
vorsichtig, damit das Kasein nicht ausfiel. 0,6 ml dieser Probe
wurde auf eine 2,4 ml SP-SepharoseTM FF
Säule injiziert,
die vorher mit 25 mM Tris-Acetat-Puffer, pH 6,0, bei einer linearen
Flussrate von 88 cm/h äqulibriert
wurde. Die Säule
wurde mit der obigen Lösung bei
der gleichen Flussrate gewaschen, bis kein Protein im Effluent mehr
beobachtet wurde, wie durch Messen der Optischen Dichte bei 280
nm bestimmt wurde. Die Säule
wurde dann gespült
mit erstens 25 mM Tris-Acetat-Puffer bei pH 7,5, zweitens mit 25 mM
Tris-Acetat-Puffer bei pH 8,5 und zuletzt mit 1M Kaliumchlorid (KCl)
in 25 mM Tris-Acetat
bei pH 7,7.
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Das
Chromatogramm dieses Experimentes, wie in 1 gezeigt,
zeigt, dass ein Großteil
des Materials nicht an diese Säule
band und dass das Material von der Säule, nach dem Spülen mit
jedem der Puffer eluiert wurde. Die Natriumdodecylsulfat Polyacylamidgel-Elektrophorese (SDA-PAGE,
8–16%
Novex)-Analyse des in 1b gezeigten
Experimentes zeigt, dass Fibrinogen in der Milch (Bahn 1) effektive durch
das CEX Substrat gebunden wurde und in der Durchfluss-Fraktion nicht
vorhanden war (Bahn 2). Nicht-Fibrinogen Kompenenten, besonders
Kasein und β-Lactoglobulin,
die an die Säule
gebunden sind, wurden effektive durch Ändern des pH-Werts des Spülpuffers
auf 7,5 und 8,5 (Bahn 3 und 4) entfernt, während das gebundene Fibrinogen
durch Spülen der
Säule mit
1 M KCl (Bahn 5) eluiert wird. Das eluierte Fibrinogen ist von hoher
Reinheit, wenn es mit kommerziell erhältlichem (Enzyme Research Laboratories,
UK) von Plasma-stammendem reinen Fibrinogen-Standard (Bahn 6) verglichen
wird
-
Beispiel 2
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In
einem anderen Beispiel, welches unter verfeinerten Bedingungen durchgeführt wurde,
kann demonstriert werden, dass die Entfernung von Nicht-Fibrinogen-Komponenten
von der CEX Säule unter
Verwendung einer Puffer-Lösung
bei pH 8,5 durchgeführt
werden kann. Dieses führt
zu einem sehr ähnlichen
Elutionsmuster wie in Beispiel 1, außer dass die pH 7,5 Elution
nicht erforderlich ist, was zu einem auf der Verarbeitungszeit basierenden
Vorteil führt.
Die SDS-PAGE demonstrierte wieder die Selektivität der Bindung des Fibrinogens
an die CEX Säule,
was durch ihre Abwesenheit in der Durchfluss-Fraktion (Bahn 2) im
Vergleich zu dem Ausgangsmaterial (Bahn 1) ausgewiesen wurde. Gebundenes
Fibrinogen kann von der Säule
durch Elution mit 0,1 M KCl in einem Puffer bei pH 8,5 entfernt
werden. Die hohe Reinheit des eluierten Materials (Bahnen 5–7) ist
offensichtlich, wenn die Reinheit des kommerziell erhältlichen
von Plasma-stammenden Fibrinogen-Standards (Bahn 8) untersucht wurde.
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Beispiel 3
-
In
einem weiteren Beispiel der Anwendbarkeit dieser Technik, wurde
eine zu der in Beispiel 2 äquivalenten
Prozedur mit einer Prozedur verglichen, in welcher kein EDTA zu
der Milch hinzugefügt
wurde. Für
diese Anwendung wurde SP Sepharose Big Beads verwendet. Dieses Substrat
weist eine Partikelgröße auf,
die größer als
die von SP Seqharose FF ist und für die Verwendung mit Partikel-enthaltendem
Ausgangsmaterial besser geeignet ist, da es nicht die gleichen Einschlussphänomene zeigt,
wie sie oft von kleinen Substratpartikel gezeigt werden. Die in 3 gezeigten
Chromatogramme demonstrieren, dass die mit beiden Substraten erreichte
Trennung außergewöhnlich ähnlich ist.
Die SDS-Page-Analyse (Bahnen 4 und 9) der zwei eluierten Fibriniogen-Produkte
bestätigt
die ähnlich
hohe Reinheit, die mit beiden Techniken erreicht wurde, was illustriert,
dass die Kasein-Resolubilisierung oder Entfernung für die Säulenchromatographie
nicht zwingend erforderlich ist.