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Die
vorliegende Erfindung betrifft im Allgemeinen Instrumente für die Wirbelsäulenchirurgie.
Im Speziellen betrifft die Erfindung laparoskopische Instrumente
zur Vorbereitung eines Zwischenwirbelraums für ein Wirbelimplantat.
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Die
Anwendung chirurgischer Techniken zur Behebung der Ursachen von
Schmerzen im Unterrücken,
wie Wirbelsäulenverletzungen
und -verformungen, hat in den vergangenen Jahren stetig zugenommen.
Ein gängiges
Verfahren zur Linderung von Schmerzen infolge der oben beschriebenen
Probleme ist die Diskektomie bzw. chirurgische Entfernung eines
Teils oder der gesamten Zwischenwirbelscheibe, gefolgt von der Implantation
einer Vorrichtung zwischen die angrenzenden Wirbel, wie z.B. eines Wirbelimplantats
oder einer Fusionvorrichtung. Gewöhnlich wird mit der Implantation
einer solchen Vorrichtung die Förderung
von Knochenfusion zwischen den benachbarten Wirbelkörpern beabsichtigt.
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Es
wurden verschiedene Operationsmethoden zur Implantation von Vorrichtungen
in den betreffenden Zwischenwirbelraum entwickelt. Die internationale
PCT-Publikation Nr. WO 97/30666 von Zdeblick et al. offenbart beispielsweise
chirurgische Laparoskopietechniken und Instrumente zur Vorbereitung
eines Zwischenwirbelraums für
die Implantation von Fusionsvorrichtungen oder Implantaten. Das
Laparoskopieinstrumentarium erzeugt einen verschlossenen Arbeitskanal
zum Zwischenwirbelraum, durch den der Zwischenwirbelraum distrahiert
wird, die Wirbelendplatten und umliegenden Bandscheiben aufgerieben
werden und das Wirbelimplantat eingefügt wird; das alles geschieht
mit direkter Sicht durch eine laparoskopische Öffnung, die mit dem Ende der
Hülse im
Eingriff ist. Bei dieser Technik wird eine einzelne Hülse durch
einen einzigen Einschnitt in die Haut abwechselnd an bilateralen
Orten im Zwischenwirbelraum platziert, um ein Paar Fusionsvorrichtungen oder
Wirbelimplantate an den jeweiligen Orten einzufügen. Eine Aktuatorhülse verläuft durch
die Außenhülse des
Laparoskops, um das Gewebe an der Operationsstelle zu schützen, während die
Außenhülse des
Laparoskops zwischen den bilateralen Orten bewegt wird. Zum Bewegen
der Außenhülse wird
die Aktuatorhülse
eingefügt
und anschließend
werden die Distraktorfinger der Außenhülse aus dem Zwischenwirbelraum
am ersten bilateralen Ort herausgezogen. Die Außenhülse und die Aktuatorhülse werden
dann durch die Haut zum zweiten bilateralen Ort geführt. Die
Techniken und Instrumente der '666 Publikation
haben den Nachteil, dass sie zur Durchführung des Verfahrens mehrere
Behandlungen von Gefäßen und
Gewebe neben den Wirbelkörpern
erfordern. Durch mehrere Manipulationen von Gefäßen und Gewebe kann die Gesamtdauer
des Verfahrens zunehmen und das Risiko einer Gefäßbeschädigung steigen.
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Zwar
stellt die oben beschriebene Technik einen bedeutenden Fortschritt
gegenüber
früheren Operationsverfahren
zur Vorbereitung und Einfügung von
Fusionsvorrichtungen oder anderen Implantaten in den Zwischenwirbelraum
dar, doch besteht weiterhin ein Verbesserungsbedarf. Es werden insbesondere
Instrumente benötigt,
die Verletzungen des die Operationsstelle umgebenden Gewebes minimieren und
gleichzeitig eine bilaterale Implantation von Fusionsvorrichtungen
in den Zwischenwirbelraum ermöglichen.
Die vorliegende Erfindung befasst sich u.a. mit diesen Erfordernissen
des Fachgebiets.
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Die
DE-A-4328690 offenbart einen Distraktor, der ein Paar Distraktorstäbe umfasst,
die gleitend in einem Paar Führungskanälen aufgenommen
werden. Jeder Stab kann in einer gewünschten Position in Bezug auf
seinen Kanal arretiert werden, indem ein Arretierungsstift in Löcher eingesetzt
wird, die in dem Stab sowie in Elementen definiert sind, die den
Führungskanal
definieren.
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Gemäß einem
ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung wird eine Vorrichtung zum
Distrahieren eines dilatierten Zwischenwirbelraums bereitgestellt,
umfassend: ein Paar Distraktorkanäle, ein Paar Distraktoren,
die jeweils in einem der Distraktorkanäle aufgenommen sind, wobei
die jeweiligen Distraktoren einen Kopf, einen Eingriffsabschnitt
und einen Stiel haben, der zwischen dem Kopf und dem Eingriffsabschnitt
verläuft,
und einen Arretierungsmechanismus zum Arretieren der Distraktoren
in den Distraktorkanälen,
dadurch gekennzeichnet, dass das Paar Distraktorkanäle durch
eine Aktuatorhülse mit
einem ersten Ende und einem gegenüberliegenden zweiten Ende definiert
ist, wobei sich der Kopf jedes Distraktors von dem ersten Ende erstreckt
und der Eingriffsabschnitt jedes Distraktors in der Nähe des zweiten
Endes liegt, wobei die Aktuatorhülse
ferner einen Anetierungskanal zwischen dem Paar Distraktorkanäle definiert,
wobei die Distraktor- und die Arretierungskanäle zwischen dem ersten und
dem zweiten Ende verlaufen, wobei das Paar Distraktoren jeweils
drehbar in einem der Distraktorkanäle aufgenommen wird, wobei
der Arretierungskanal so konfiguriert ist, dass er den Arretierungsmechanismus aufnimmt,
und der Arretierungsmechanismus so konfiguriert ist, dass er die
Köpfe in
einer Einfügungsposition
zum Einfügen
in den dilatierten Zwischenwirbelraum arretiert, wobei der Anetierungsmechanismus
bewegbar ist, nachdem die Köpfe
in den Zwischenwirbelraum eingefügt
wurden, um die Köpfe
für eine
Drehung zu einer zweiten Position freizugeben, um den Zwischenwirbelraum
zu distrahieren.
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Gemäß einem
Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Distrahieren eines
Zwischenwirbelraums bereitgestellt. Die Vorrichtung umfasst eine
Aktuatorhülse
mit einem ersten Ende und einem gegenüberliegenden zweiten Ende.
Die Hülse
definiert ein Paar Distraktorkanäle
und einen Arretierungskanal zwischen dem Paar Distraktorkanälen, die
zwischen dem ersten und dem zweiten Ende verlaufen. Vorzugsweise
wird ein Paar Distraktoren drehbar in jeweils einem der Distraktorkanäle aufgenommen.
Jeder Distraktor hat einen vom ersten Ende verlaufenden Kopf, einen
Eingiffsabschnitt in der Nähe
des zweiten Endes und einen Stiel, der zwischen dem Kopf und dem
Eingriffsabschnitt verläuft. Der
Arretierungskanal ist so konfiguriert, dass er einen Anetierungsmechanismus
aufnimmt, um die Köpfe
in einer Einfügungsposition
zum Einfügen
in den dilatierten Zwischenwirbelraum zu arretieren. Der Arretierungsmechanismus
ist bewegbar, nachdem die Köpfe
in den Zwischenwirbelraum eingefügt wurden,
um die Köpfe
freizugeben, damit sie sich in eine zweite Position zum Distrahieren
des Zwischenwirbelraums drehen können.
Vorzugsweise wird eine Außenhülse um die
Aktuatorhülse
angeordnet und selektiv daran arretiert.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zur Verwendung
bei der Vorbereitung eines Zwischenwirbelraums zum Einfügen eines
Wirbelimplantats bereitgestellt. Die Vorrichtung umfasst eine Außenhülse mit
einem ersten Ende mit einem sich davon erstreckenden Paar einander
gegenüberliegenden
Fingern und einem gegenüberliegenden
zweiten Ende mit einem Kopplungsmechanismus. Die Außenhülse definiert
einen Durchgang, der zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende
verläuft.
Eine Aktuatorhülse
ist entfernbar in dem Durchgang angeordnet. Bevorzugt hat die Aktuatorhülse ein
Paar Distraktoren an einem ersten Ende. Bevorzugter ist jeder Distraktor
von einer Einfügungsposition
zu einer Distraktionsposition drehbar. Optional kann die Aktuatorhülse einen
Schlitz an einem zweiten Ende haben, der so ausgelegt ist, dass
er den Kopplungsmechanismus lösbar
aufnehmen und die Außenhülse mit
der Akuatorhülse
verbinden kann. In einer Ausgestaltung beinhaltet die Vorrichtung
einen Arretierungsmechanismus zwischen dem Paar Distraktoren, um
die Distraktoren in ihrer Einfügungsposition
zu halten. In einer anderen Ausgestaltung ist der Durchgang der
Vorrichtung so konfiguriert, dass eine bilaterale Implantation eines Paares
von Spinalimplantaten in den Zwischenwirbelraum möglich ist.
In einer Form beinhaltet der Durchgang der Außenhülse einen ersten Abschnitt und
einen zweiten Abschnitt, wobei der erste Abschnitt ein erstes Zentrum
und der zweite Abschnitt ein zweites Zentrum definiert, wobei das
erste Zentrum vom zweiten Zentrum beabstandet ist. In einer anderen
Form definiert der erste Abschnitt einen ersten kreisförmigen Bereich
mit einem Radius R1 und der zweite Abschnitt definiert einen zweiten
kreisförmigen
Bereich mit einem Radius R2. In einer weiteren Form überlappt
der erste kreisförmige
Abschnitt den zweiten kreisförmigen
Abschnitt.
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Es
wird eine Vorrichtung zum Distrahieren eines Zwischenwirbelraumes
und Ermöglichen
des Einfügens
von Spinalimplantaten durch ihn bereitgestellt, um zum allgemeinen
Verständnis
der Erfindung beizutragen, die jedoch kein Bestandteil der vorliegenden
Erfindung ist. Die Vorrichtung umfasst eine Hülse mit einem ersten Ende und
einem gegenüberliegenden
zweiten Ende und einem Paar gegenüberliegenden Fingern, die sich
vom ersten Ende erstrecken. Durch die Hülse wird ein einzelner Kanal
definiert. Der Kanal beinhaltet einen ersten Abschnitt und einen
angrenzenden zweiten Abschnitt, die jeweils so ausgelegt sind, dass
sie ein Spinalimplantat zur bilateralen Einfügung in den Zwischenwirbelraum
aufnehmen. Ein Verschluss greift verschließend in die Hülse am zweiten
Ende ein und hat wenigstens eine Bohrung zur verschließenden Aufnahme
von Operationssinstrumenten. Die wenigstens eine Bohrung ist im
Wesentlichen auf einen jeweiligen der Implantateinfügungsabschnitte
ausgerichtet.
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Die
erfindungsgemäße Vorrichtung
kann in einem Verfahren zur Vorbereitung eines Zwischenwirbelraumes
eines Patienten zur Implantation einer Vorrichtung zwischen angrenzenden
Wirbeln verwendet werden. Das Verfahren umfasst die folgenden Schritte;
Zugangverschaffen zum Zwischenwirbelraum; Bereitstellen einer Hülsenbaugruppe,
einschließlich
einer Außenhülse mit
einem ersten Ende und einem gegenüberliegenden zweiten Ende,
wobei die Außenhülse einen
Durchgang zwischen dem ersten Ende und dem zweiten Ende definiert,
einer Aktuatorhülse,
die sich in dem Durchgang befindet und mit der Außenhülse an einem
zweiten Ende verbunden ist, wobei die Aktuatorhülse einen Anetierungskanal
zwischen einem Paar einander gegenüberliegenden Distraktoren hat,
der durch die Aktuatorhülse verläuft. Die
Hülsenbaugruppe
wird in den Patienten vorgeschoben, bis sich das erste Ende der
Hülsenbaugruppe
neben dem Zwischenwirbelraum befindet. Die Hülsenbaugruppe wird impaktiert,
um die Distraktoren in den Zwischenwirbelraum einzufügen. Vorzugsweise
sind die Distraktoren drehbar und werden gedreht, um den Zwischenwirbelraum
weiter zu distrahieren. Gemäß einem
weiteren Aspekt des Verfahrens ist ein Führungselement in dem Zwischenwirbelraum
angeordnet und die Hülsenbaugruppe wird über das
Führungselement
zum Zwischenwirbelraum vorgeschoben.
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Eine
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Operationsinstrumente
bereitzustellen, die die Vorbereitung eines Zwischenwirbelraums
zur bilateralen Einfügung
einer Fusionsvorrichtung oder Wirbelimplantats mit minimaler Zerstörung von
die Operationsstelle umgebendem Gewebe ermöglichen. Eine weitere Aufgabe
der Erfindung ist es, die Anwendung von Laparoskopietechniken mit
der bilateralen Einfügung
von Wirbelimplantaten zu verbessern.
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Weitere
Aufgaben und Vorzüge
werden anhand der folgenden Beschreibung und der Begleitzeichnungen
erkennbar.
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1 ist
ein Aufriss von Operationsinstrumenten, die einen Aspekt der vorliegenden
Erfindung umfassen.
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2 ist
eine Seitenansicht der Operationsinstrumente aus 1.
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3 ist
eine perspektivische Ansicht der Außenhülse, die einen Abschnitt der
Operationsinstrumente aus 1 umfasst.
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4 ist
eine Ansicht des linken Endes der Außenhülse aus 3.
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5 ist
eine teilweise bruchstückhafte
perspektivische Ansicht einer Aktuatorhülse, die einen anderen Abschnitt
der Operationsinstrumente aus 1 umfasst.
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5a ist
eine vergrößerte perspektivische Ansicht
eines Abschnitts der Hülse
aus 5.
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6 ist
eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Operationsinstrumente,
umfassend eine Außenhülse im Eingriff
mit einem Zwischenwirbelraum und ein Implantateinfügungsteil
in der Außenhülse.
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6a ist
eine vergrößerte anterior-posteriore
Darstellung eines Abschnitts der Operationsinstrumente aus 6,
die die bilaterale Positionierung von Implantaten in dem Zwischenwirbelraum
darstellt.
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7 ist
ein Aufriss der erfindungsgemäßen Operationsinstrumente
mit einem daran befestigten Distraktorgriff.
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8 ist
eine Querschnittsdarstellung entlang der Linie 8-8 aus 1.
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9 ist
eine Querschnittsdarstellung entlang der Linie 9-9 aus 7.
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10 ist
ein Aufriss der erfindungsgemäßen Außenhülse mit
darin angeordneter Aufreibhülse.
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10a ist ein Verschluss.
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11 ist
ein Aufriss der Außenhülse aus 10,
mit einer in der Hülse
angeordneten Reibahle.
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12 ist
ein Aufriss der erfindungsgemäßen Außenhülse, mit
einem darin angeordneten Implantateinfügungsteil.
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Für ein besseres
Verständnis
der Prinzipien der Erfindung wird nachfolgend auf die in den Zeichnungen
illustrierte Ausgestaltung Bezug genommen, wobei zur Beschreibung
derselben eine bestimmte Sprache verwendet wird. Es ist jedoch zu
verstehen, dass keine Beschränkung
des Umfangs der Erfindung beabsichtigt ist, wobei jegliche Veränderungen und
weiteren Modifikationen der illustrierten Vorrichtungen und jegliche
weiteren Anwendungen der Prinzipien der darin illustrierten Erfindung
so zu betrachten sind, wie sie einer Person, die in dem Fachbereich,
auf den sich die Erfindung bezieht, kundig ist, in den Sinn kommen
würden.
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In
den 1–2 ist
eine bevorzugte Ausgestaltung der Operationsinstrumentenbaugruppe gemäß der vorliegenden
Erfindung dargestellt und allgemein mit 40 gekennzeichnet.
Die Baugruppe 40 umfasst eine Außenhülse 50 mit einer Aktuatorhülse 100,
die darin angeordnet ist. Ein Dilatator 150 befindet sich
in der Aktuatorhülse 100.
Die Operationsinstrumentenbaugruppe 40 ist vor allem für den Zugang zu
einem und die Vorbereitung eines Zwischenwirbelraum(es) zur bilateralen
Einfügung
von Wirbelimplantaten oder Fusionsvorrichtungen von Nutzen. Gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung ermöglicht die Operationsinstrumentenbaugruppe
die Durchführung
von Operationsverfahren in einem relativ geschlossenen und geschützten Durchgang
in einer insufflierten Umgebung innerhalb des Körperhohlraums, um das Austreten
von Bauchdehnungsfluids in den Arbeitskanal und den Zwischenwirbelraum
zu verhindern. Dies ermöglicht
auch eine direkte Sicht auf die Operationsstelle außerhalb
des Arbeitskanals, der durch die Außenhülse 50 gebildet wird.
Die Operationsinstrumentenbaugruppe 40 kann auch in Bereichen
außerhalb
der Wirbelsäulenchirurgie
zum Einsatz kommen.
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Zusätzlich mit
Bezug auf die 3–4, die Außenhülse 50 hat
ein erstes Ende 54, ein zweites Ende 56 und einen
zwischen diesen verlaufenden Körperabschnitt 52.
Durch den Körperabschnitt 52 ist ein
Durchgang 64 definiert, der zwischen dem ersten Ende 54 und
dem zweiten Ende 56 verläuft und beispielsweise die
Aktuatorhülse 100 und
den Dilatator 150 aufnimmt. Wie nachfolgend ausführlicher
beschrieben wird, hat der Durchgang 64 der Außenhülse 50 auch
den Zweck, verschiedene Werkzeuge und Operationsinstrumente zur
Durchführung
eines Operationsverfahrens an der Wirbelsäule aufzunehmen. Der Körperabschnitt 52 hat
eine Länge „1", die ausreicht,
von von der Wirbelsäule
durch die Haut des Patienten zu verlaufen, damit der Chirurg durch das
zweite Ende 56 Zugang zur Wirbelsäule erhält.
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Gemäß einem
weiteren Aspekt der Außenhülse 50 beinhaltet
das erste Ende 54 ein Paar einander gegenüberliegende
Distraktionsverlängerungen
oder Finger 58a und 58b, zusammen als Finger 58 bezeichnet,
die sich vom Körperabschnitt 52 erstrecken.
Diese Finger 58 sind nach der gewünschten Höhe des jeweiligen Zwischenwirbelraumes
und der Tiefe des Zwischenwirbelraumes bemessen, in den die Außenhülse 50 eingefügt werden
soll. Im Speziellen sollen die Finger 58 während Operationsverfahren,
die im Folgenden ausführlicher
beschrieben werden, den Abstand zwischen den angrenzenden Wirbeln
halten. Folglich kann die Breite „W" der Finger 58 je nach der
jeweiligen instrumentierten Wirbelhöhe variieren. Darüber hinaus
können
die Finger 58 über
ihre Länge
konisch zulaufen, so dass sie mit dem normalen Winkel zwischen angrenzenden
Wirbeln in der instrumentierten Höhe übereinstimmen. In einer Ausgestaltung
beinhalten die Finger 58a und 58b jeweils konisch
zulaufende Spitzen 66a und 66b, die das Einfügen in den
Zwischenwirbelraum erleichtern.
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Am
zweiten Ende 56 der Außenhülse 50 befindet
sich außerdem
eine Impaktorkappe 60, die die Verwendung eines Impaktors
oder Antriebsmechanismus (nicht dargestellt) ermöglicht, um die Aktuatorhülse 100 und
die Außenhülse 50 in
den Zwischenwirbelraum zu fahren. Wie in den 3–4 gezeigt,
beinhaltet die Impaktorkappe 60 einen Kopplungsmechanismus 62 mit
einem Band 65 mit einander gegenüberliegenden Enden, die jeweils
mit einem von zwei Greifabschnitten 68a und 68b auf
gegenüberliegenden
Seiten der Außenhülse 50 im
Eingriff sind. Das Band 65 beinhaltet außerdem ein
Paar nebeneinander liegende einwärts
verlaufende Zungen 69a und 69b, die so bemessen
und konfiguriert sind, dass sie durch entsprechende Schlitze (nicht dargestellt)
im Körperabschnitt 52 der
Außenhülse 50 und durch
einen Schlitz 120 der Aktuatorhülse 100 verlaufen
(siehe 5–5a).
Mit den Greifabschnitten 68a und 68b werden die
Zungen 69a und 69b zurückgezogen, um die Aktuatorhülse 100 in
die Außenhülse 50 einzufügen. Dies
erfolgt durch Ergreifen der Abschnitte 68a und 68b und
Bewegen derselben in Richtung der Pfeile N. Wie am besten in 10 zu
sehen ist, kann das Band 65 zu diesem Zweck mit Bezug auf
die Impaktorkappe 60 verschoben werden. Mit den Greifabschnitten 68a und 68b können außerdem die
Zungen 69a und 69b erweitert werden, wie in 4 dargestellt,
um die Aktuatorhülse 100 mit
der Außenhülse 50 zu
koppeln oder in Eingriff zu bringen. Im Rahmen der vorliegenden
Erfindung wird außerdem
in Erwägung
gezogen, dass das Band 65 mit nur einer Zunge 69 oder
mehr als zwei Zungen 69 versehen ist. Gemäß einer
Ausgestaltung der vorliegenden Erfindung ist die Außenhülse 50 mit einem
Durchgang 64 versehen, der einen Querschnitt mit der in 4 dargestellten
Konfiguration definiert. Der Durchgang 64 ist so konfiguriert,
dass nach dem Einfügen
der Außenhülse 50 in
den Zwischenwirbelraum Implantate oder Vorrichtungen von beiden
Seiten durch ihn in den Zwischenwirbelraum eingefügt werden
können.
Der Durchgang 64 hat einen ersten Abschnitt 70 und
einen zweiten Abschnitt 72. Der erste Abschnitt 70 definiert
einen Kreis mit einem Radius R1 um einen Mittelpunkt 71 und
ein zweiter Abschnitt 72 definiert einen Kreis mit einem Radius
R2 um einen Mittelpunkt 73. In einer Ausgestaltung überlappen
sich der erste Abschnitt 70 und der zweite Abschnitt 72 wie
in 4 dargestellt. In einer anderen Ausgestaltung überlappen
sich der erste Abschnitt 70 und der zweite Abschnitt 72 nicht.
Vorzugsweise sind die Radien R1 und R2 gleich; in alternativen Ausgestaltungen
sind jedoch Radien vorgesehen, die nicht gleich sind. In einer Ausgestaltung der
Erfindung liegen R1 und R2 bei etwa 9 Millimeter und der Abstand „d" zwischen den Mittelpunkten 71 und 73 beträgt etwa
17 Millimeter. In alternativen Ausgestaltungen sind jedoch andere
Längen
für die Radien
R1 und R2 und den Trennabstand „d" je nach den Anforderungen des Operationsverfahrens,
der Form und Größe der Wirbelimplantate
und der Form und Größe des Zwischenwirbelraums
vorgesehen.
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Die
dargestellte Operationsinstrumentenbaugruppe 40 umfasst
eine Außenhülse 50,
eine Aktuatorhülse 100 in
der Außenhülse 50 und
einen Dilatator 150, der sich in der Aktuatorhülse 100 befindet.
Zwar wird ein Dilatator als Führungselement
dargestellt, doch kann in einer bevorzugten Ausgestaltung jedes
beliebige Führungselement
verwendet werden, um die Hülsenbaugruppe
zum Zwischenwirbelraum zu führen.
Der Dilatator 150 hat einen ersten Endabschnitt 151,
einen zweiten Endabschnitt 154 und einen dazwischen verlaufenden
Stiel 156. Der zweite Endabschnitt 154 dient als
Griff, der von der Außenhülse 50 vorsteht,
damit der Dilatator 150 vom Chirurgen mit Bezug auf die
Aktuatorhülse 100 und die
Außenhülse 50 bewegt
werden kann. Das erste Ende 151 ist gewunden, um eine beliebige
Anzahl abnehmbarer Dilatatorspitzen (nicht dargestellt) unterschiedlicher
Größe aufzunehmen,
die zum Einfügen
in den Zwischenwirbelraum verwendet werden. Eine Dilatatorspitze
geeigneter Größe wird
entsprechend der instrumentierten Wirbelhöhe ausgewählt. Wenn auch nicht erforderlich,
so können
zunehmend größere Dilatatorspitzen
der Reihe nach abwechselnd in den Zwischenwirbelraum durch den Annulus der
Bandscheibe eingefügt
werden, bis der Annulus und die angrenzenden Wirbel ausreichend
dilatiert sind.
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Nachfolgend
wird die in 5–5a illustrierte
Aktuatorhülse 100 beschrieben.
Die Aktuatorhülse 100 hat
ein erstes abgerundetes Ende 102 und ein zweites Ende 104 mit
einem dazwischen verlaufenden Körperabschnitt 106.
Das abgerundete Ende 102 ist so ausgelegt, dass das Einfügen der Baugruppe
durch das Gewebe, während
sie zum Zwischenwirbelraum vorwärts
bewegt wird, erleichtert wird. Der Körperabschnitt 106 ist
so bemessen und konfiguriert, dass er eng anliegend in der Außenhülse 50 gleitend
aufgenommen wird. Die Aktuatorhülse 100 beinhaltet
außerdem
Distraktoren 108a und 108b, die in der Aktuatorhülse lösbar im
Eingriff sind und die Aufgabe haben, einen Zwischenwirbelraum zu
distrahieren. Die Distraktoren 108a und 108b beinhalten jeweils
einen Distraktorkopf 110a und 110b, der sich vom
zweiten Ende 102 der Aktuatorhülse 100 erstreckt.
Die Distraktorköpfe 110a und 110b greifen
in jeweils einen der Schäfte 114a und 114b ein
und erstrecken sich davon. Der Körperabschnitt 106 definiert
einen Schlitz 120 in der Nähe des zweiten Endes 104 zur
Aufnahme der Zungen 69a und 69b des Kopplungsmechanismus 62,
um die Außenhülse 50 an
der Aktuatorhülse 100 zu
arretieren. Der Körperabschnitt 106 definiert
ferner ein Paar Distraktorkanäle 116a und 116b,
die zwischen dem ersten Ende 102 und dem zweiten Ende 104 verlaufen.
Der Körperabschnitt 106 definiert
auch einen Anetierungskanal 118, der vom ersten Ende 102 zum
zweiten Ende 104 zwischen den Distraktorkanälen 116a und 116b verläuft (siehe
auch 8–9).
Die Distraktorkanäle 116a und 116b sind
jeweils so bemessen, dass sie einen jeweiligen Distraktorschaft 114a und 114b drehbar
in sich aufnehmen. Die Distraktorschäfte 114a und 114b verlaufen
von Eingriffsabschnitten 112a und 112b neben dem
zweiten Ende 104 zu den Distraktorköpfen 110a und 110b neben
dem ersten Ende 102.
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Zum
Führen
der Köpfe 110a und 110b durch den
Körperabschnitt 106 der
Aktuatorhülse 100 sind die
Eingriffsabschnitte 112a und 112b auf den Schäften 114a und 114b in
der Nähe
des zweiten Endes 104 der Hülse 100 vorgesehen.
In einer bevorzugten Ausgestaltung sind die Eingriffsabschnitte 112a und 112b Muttern, über die
ein steckschlüsselartiger
Mechanismus gesetzt wird. In anderen Ausgestaltungen sind jedoch
andere Strukturen für
die Eingriffsabschnitte 112a und 112b vorgesehen,
einschließlich z.B.
eines Behälters
für einen
Antriebsmechanismus oder irgendeinen anderen Mechanismus, der der fachkundigen
Person in den Sinn kommt. Die jeweiligen Distraktorköpfe 110a und 110b haben
eine Spitze 111a und 111b, um das Einfügen der
Distraktorköpfe 110a und 110b in
den Zwischenwirbelraum nach dem Dilatieren durch den Dilatator 150 zu
erleichtern. Vorzugsweise laufen die Spitzen 111a und 111b konisch
zu, so dass sie sich von einer relativ schmalen Spitze am distalen
Ende der Distraktorköpfe 110a und 110b in
Richtung auf die Schäfte 114a und 114b vergrößern. Jeder
Distraktorkopf 110a und 110b definiert eine nach
innen gerichtete Seite 115a und 115b, die so konfiguriert
ist, dass sie in den Stiel 156 des Dilatators 150 eingreift,
wenn sich der Stiel 156 zwischen den Flächen 115a und 115b befindet. Vorzugsweise
sind die Flächen 115a und 115b mit Bezug
auf die Distraktorköpfe 110a und 110b einwärts gekrümmt, um
einen formschlüssigen
Eingriff mit dem Stiel 156 zu erzielen.
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Die
Aktuatorhülse 100 und
die Außenhülse 50 werden
vor dem Einfügen über den
Dilatator 150 und durch die Haut in den Zwischenwirbelraum
arretierend miteinander verbunden. Die Impaktorkappe 60 mit
dem Kopplungsmechanismus 62 wird um das zweite Ende 56 der
Außenhülse 50 gesetzt.
Die Außenhülse 50 wird
dann über
die Aktuatorhülse 100 geschoben
und mit ihr verbunden, indem die Greifabschnitte 68a und 68b bedient
werden, bis die Zungen 69a und 69b durch den Schlitz 120 der
Aktuatorhülse 100 verlaufen.
Um die Hülsen 50 und 100 voneinander
zu lösen,
werden die Greifabschnitte 68a und 68b in die
vom Pfeil N angezeigte Richtung geschoben, um das Band 65 und
die Zungen 69a und 69b aus dem Schlitz 120 zu
verdrängen.
Wenn der Kopplungsmechanismus 62 in der gelösten Position
ist, dann gleiten die Außenhülse 50 und
die Akuatorhülse 100 in
Bezug zueinander. Wenn der Kopplungsmechanismus 62 in der
arretierten Position ist, dann bewegen sich die Außenhülse 50 und
die Aktuatorhülse 100 zusammen.
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Gemäß einer
bevorzugten Ausgestaltung eines Operationsverfahrens wird nun die
Platzierung der Außenhülse 50 in
dem Patienten, wie in den 6–6a dargestellt,
beschrieben. Vorzugsweise wird das hierin beschriebene Operationsverfahren über einen
anterioren Wirbelsäulenzugang
durchgeführt.
Die Operationsinstrumente der vorliegenden Erfindung sind jedoch
nicht auf eine solche Methode beschränkt und können auch für einen posterioren und latero-posterioren
Zugang zum Einsatz kommen. Ferner können die erfindungsgemäßen Operationsinstrumente
an allen Wirbelsegmenten der Wirbelsäule und auf anderen Gebieten
als der Wirbelsäulenchirwgie
zum Einsatz kommen.
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6a illustriert
die Außenhülse 50 mit
in einen Zwischenwirbelraum D eingefügten Distraktionsfingern 58a.
Die Konfiguration der Außenhülse 50 ermöglicht die
Durchführung
von Operationsverfahren innerhalb des Zwischenwirbelraumes D, um
zum Beispiel den Zwischenwirbelraum vorzubereiten und Wirbelimplanate
am linken bilateralen Ort IL und am rechten
bilateralen Ort IR einzufügen. Es
ist zu verstehen, dass die Ausführung
und Konfiguration der Außenhülse 50 die
Durchführung
der Verfahren im Zwischenwirbelraum D an den Orten IL und
IR durch einen einzigen Arbeitskanal oder
-durchgang 64 zulässt.
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Zum
Einfügen
der Außenhülse 50 in
den Zwischenwirbelraum D, wie in den 6–6a gezeigt,
muss der Patient richtig positioniert und die Operationsstelle für einen
vorderen Wirbelsäulenzugang
vorbereitet werden. Techniken zur Vorbereitung der Operationsstelle
für den
Eintritt eines Arbeitstrokars und Dilatators sind der fachkundigen
Person bekannt. Eine solche Technik ist in der PCT-Publikation Nr.
WO 97/30666 offenbart. Es ist jedoch zu verstehen, dass die vorliegende
Erfindung nicht die Verwendung von biportalen Eingängen durch
den Bauch des Patienten oder die Manipulation der Außenhülse 50 durch
die Haut nach der anfänglichen
Platzierung voraussetzt, um bilaterale Wirbelimplantate oder Fusionvorrichtungen
in den Zwischenwirbelraum einzufügen.
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Damit
die Dilatatorspitze 152 im Zwischenwirbelraum positioniert
werden kann, muss das Gewebe zwischen der Hautebene und dem betreffenden
Zwischenwirbelraum durch Einfügen
eines Arbeitstrokars (nicht dargestellt) zunächst durch einen Einschnitt
in die Haut des Patienten zurückgezogen werden.
Das Einfügen
und Platzieren eines Arbeitstrokars an der Wirbelsäule über einen
anterioren Zugangsweg ist in der Technik allgemein bekannt und wird
hierin nicht im Detail beschrieben. Nach dem Positionieren des Arbeitstrokars
wird der Dilatator 150 durch den Trokar mit einer Spitze 152 geeigneter Größe in den
Zwischenwirbelraum eingefügt.
Der Dilatator 150 dient dann während des gesamten Verfahrens
als Zentrier- oder Führungselement
zur Verwendung mit der Aktuatorhülse 100 und
der Außenhülse 50.
Es ist daher wichtig, dass der Dilatator 150 richtig im
Zwischenwirbelraum angeordnet wird, was anhand Fluoroskopie genau
bestätigt
werden kann.
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Nach
dem Einfügen
der Dilatatorspitze 152 und des Dilatators 150 durch
den Trokar in den Zwischenwirbelraum kann der Arbeitstrokar entfernt
werden. Die Aktuatorhülse 100 und
die Außenhülse 50 können über den
Stielabschnitt 156 des Dilatators 150 installiert
werden. Zunächst
muss der Einschnitt durch die Haut für den Arbeitstrokar möglicherweise leicht
vergrößert werden,
damit die Aktuatorhülse 100 und
die Außenhülse 50 durch
die Haut platzieren werden können.
Die Aktuatorhülse 100 wird
in die Außenhülse 50 gesetzt
und über
den Kopplungsmechanismus 62 wie oben beschrieben in Eingriff
gebracht. Wie in den 1–2 gezeigt
ist, verlaufen die Distraktoren 108a und 108b über die
Finger 58a und 58b hinaus, wenn die Hülsen 50 und 100 zusammengesetzt
sind. Die Baugruppe der Hülsen 50 und 100 wird
dann über
den Stiel des Dilatators 150 durch den vergrößerten Einschnitt
in der Haut vorgeschoben. Der Chirurg muss möglicherweise die Baugruppe
der Hülsen 50 und 100 etwas
um den Stiel 156 verdrehen oder zwingen, um die Baugruppe
durch die Haut zum Zwischenwirbelraum D vorwärts zu bewegen.
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Die
Aktuatorhülse 100 und
die Außenhülse 50 werden über den
Dilatator 150 vorwärts
bewegt, bis die Spitzen 111a und 111b der Distraktoren 108a und 108b neben
dem Annulus liegen. Die Distraktoren 108a und 108b werden
in einer Einfügungsposition
platziert, so dass die Breitenachse jeder Spitze 111a und 111b lotrecht
zur Längsachse
L verläuft,
die durch die Außenhülse 50 verläuft. Die
Hülsenbaugruppe 50 und 100 wird über den
Dilatator 150 in einer solchen Weise vorwärts bewegt,
dass die Spitzen 111a und 111b parallel zum Zwischenwirbelraum
D verlaufen (lotrecht zu der von der Wirbelsäule gebildeten Achse). Der
Dilatator 150 wird im Anetierungskanal 118 wie
in 8 gezeigt aufgenommen, während die Hülsen 50 und 100 darüber vorwärts bewegt werden,
und arretiert die Distraktorköpfe 110a und 110b in
ihrer Einfügungsposition.
Folglich dient der Dilatator 150 als Arretierungsmechanismus
und verhindert, dass sich die Distraktorköpfe 110a und 110b drehen
und während
des Einfügens
der Hülsen 50 und 100 im
Zwischenwirbelraum D verlagern. Zum Platzieren der Distraktorköpfe 110a und 110b im
Zwischenwirbelraum wird die Impaktorkappe 60 mit einer
Längskraft
beaufschlagt, um die Aktuatorhülse 100 durch
die Außenhülse 50 zu
impaktieren, bis sich die Köpfe 110a und 110b am
gewünschten
Ort im Zwischenwirbelraum D befinden.
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Gemäß 7 können die
Distraktoren, wenn eine stärkere
Distraktion erwünscht
ist, höher gedreht
werden. Zum Drehen der Distraktorköpfe 110a und 110b innerhalb
des Zwischenwirbelraums wird ein Distraktorgriff 170 auf
jeweils einen der Eingriffsabschnitte 112a und 112b gesetzt
und damit in Eingriff gebracht. 7 zeigt
zwar nur einen Distraktorgriff 170, aber es ist hierin
vorgesehen, dass auf jedem Eingriffsabschnitt 112a und 112b ein
separater Distraktorgriff 170 vorhanden sein kann, um die
Distraktorkörpfe 110a und 110b simultan
zu drehen, um den Zwischenwirbelraum D zu distrahieren. Wenn auch
nicht erforderlich, so kann eine simultane Distraktion das Potential
einer Wirbel- oder Instrumentenverdrängung infolge einer unilateralen
Distraktion begrenzen. Vorzugsweise beinhaltet der Distraktorgriff 170 einen
Greifabschnitt 172 und einen Stiel 174, der zu
einem Kopplungsabschnitt 176 verläuft. Der Kopplungsabschnitt 176 ist
so ausgelegt, dass er in die Eingriffsabschnitte 112a und 112b eingreift,
um die Distraktoren 108a und 108b auf eine Drehung
der Greifabschnitte 172 hin zu drehen.
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Zusätzlich Bezug
nehmend auf die 8–9, um die
Distraktorköpfe 110a und 110b für eine Drehung
freizugeben, wird der Dilatator 150 in den Arretierungskanal 118 der
Aktuatorhülse 100 gezogen,
bis der Stiel 156 nicht mehr durch die Flächen 115a und 115b der
Distraktorköpfe 110a und 110b im
Eingriff ist. Vorzugsweise wird der Dilatator 150 nur teilweise
in die Aktuatorhülse 150 zurückgezogen,
um die Distraktorköpfe 110a und 110b für eine Drehung
freizugeben. In einer anderen Ausgestaltung muss der Dilatator 150 vollständig aus
der Aktuatorhülse 100 zurückgezogen
werden, um die Distraktorköpfe 110a und 110b für eine Drehung
freizugeben. Nach dem Freigeben der Distraktorköpfe 110a und 110b für eine Drehung
werden der/die Distraktorgriff(e) 170 vom Chirurgen gedreht,
um den Zwischenwirbelraum D mit den Distraktorköpfen 110a und 110b zu
distrahieren. Vorzugsweise wird der Zwischenwirbelraum gleichmäßig durch
simultanes Drehen der Distraktorköpfe 110a und 110b distrahiert.
Alternative Ausgestaltungen sehen vor, den Zwischenwirbelraum D
durch sequentielles Drehen der Distraktorköpfe 110a und 110b zu
distrahieren. Es ist außerdem
vorgesehen, dass die Drehung der Distraktorköpfe 110a und 110b durch
Drehen jedes Distraktors 108a und 108b in dieselbe
Richtung oder in entgegengesetzte Richtungen mit dem Distraktorgriff 170 erreicht
wird.
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In
den 8–9 sind
die Querschnitte der Aktuatorhülse 100 mit
arretierten und nicht arretierten Distraktoren 108a und 108b illustriert.
In 8 sind die Distraktoren 108a und 108b durch
die Verlängerung
des Dilatators 150 dazwischen arretiert. In dieser Position
können
die Distraktoren 108a und 108b in den Zwischenwirbelraum
eingefügt
werden. Es ist zu beachten, dass die Außenhülse 50 über den Kopplungsmechanismus 62,
wie oben beschrieben, während
des Einfügens
der Distraktoren 108a und 108b in den Zwischenwirbelraum
um die Aktuatorhülse 100 angeordnet
und mit ihr in Eingriff gebracht wird. Zum Drehen der Distraktoren 108a und 108b wird
der Dilatator 150 aus dem Zwischenwirbelraum gezogen, bis
er in der in 7 gezeigten Position ist. Wenn
der Dilatator 150 in dieser Position ist, können die
Köpfe 110a und 110b zum
Beispiel in die von den Pfeilen T in 9 angegebenen
Richtungen gedreht werden, um den Zwischenwirbelraum zu distrahieren.
Nach vollständigem
Drehen der Distraktoren 108a und 108b verlaufen
die Spitzen 111a und 111b parallel zur Achse der
Wirbelsäule.
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Wenn
die Aktuatorhülse 100 in
den Zwischenwirbelraum eingefügt
und die Distraktoren 108a und 108b so gedreht
wurden, dass der Zwischenwirbelraum vollständig zur gewünschten
Höhe distrahiert
ist, dann können
die Finger 58a und 58b der Außenhülse 50 in den Zwischenwirbelraum
eingefügt
werden. Zunächst
wird der Arretierungsmechanismus 62 betätigt, um die Außenhülse 50 von der
Aktuatorhülse 100 zu
lösen.
Die Außenhülse 50 kann
platziert werden, indem auf die auf dem zweiten Ende 56 montierte
Impaktorkappe 60 geschlagen wird, um die Finger 58a und 58b vollständig in
den Zwischenwirbelraum zwischen den Wirbelendplatten zur gewünschten
Tiefe zu treiben. Während
die Finger 58a und 58b in den Zwischenwirbelraum
gedrückt
werden, bleiben die Köpfe 110a und 110b der Distraktoren 108a und 108b in
dem Zwischenwirbelraum in ihrer Sitzposition in der Region zwischen
den Fingern 58a und 58b.
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Wenn
die Finger 58a und 58b vollständig in den Zwischenwirbelraum
D eingefügt
sind und sitzen, kann die Aktuatorhülse 100 aus dem Durchgang 64 der
Außenhülse 50 entfernt
werden. Die Distraktoren 108a und 108b werden
in ihre Einfügungsposition
gedreht und die Aktuatorhülse 100 wird
aus der Außenhülse (50)
herausgezogen (gegebenenfalls zusammen mit Dilatator 150).
In einer Ausgestaltung ist wenigstens ein Dorn (nicht dargestellt)
zwischen den Distraktorfingern 58a und 58b vorgesehen,
der vom Körperabschnitt 52 verläuft und
in die angrenzenden Wirbel eingreift. Die Dornen werden in die Wirbel
gefahren, während
die Finger in den Zwischenwirbelraum gefahren werden.
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In
einer erfindungsgemäßen Ausgestaltung, in
der die Aktuatorhülse 100 entfernt
und die Außenhülse 50 an
ihrem Platz ist, können
alle übrigen Schritte
der vorliegenden Operationstechnik unter einer relativ geschützten oder
geschlossenen Umgebung ablaufen. Im Speziellen kann die Außenhülse 50 der
Operationsinstrumentenvorrichtung mit einem Verschluss 180 (siehe 10a) versehen sein. Der Verschluss 180 verschließt einen
Abschnitt des Durchgangs 64 und des Zwischenwirbelraums
vor der Umgebung außerhalb
des Patienten, wodurch der Insufflationsdruck im Bauch des Patienten
während
Laparoskopieverfahren aufrechterhalten werden kann. Der Verschluss 180 hat
eine Öffnung 182 zum
Durchleiten von Instrumenten und einen Körperabschnitt 184 für einen
verschließenden
Eingriff in Operationsinstrumente und eine Durchleitung derselben
ohne Insufflationsdruckverlust. Der Verschluss 180 besteht
vorzugsweise aus Edelstahl und setzt auf die engen Toleranzen zwischen
darin befindlichen Instrumenten und dem Durchmesser der Öffnung,
um den Verschluss aufrechtzuerhalten. Wenn die Außenhülse 50 mit
dem Verschluss 180 verschlossen wird, wie in 10 gezeigt,
kann ein Abschnitt des Kanals 64 folglich bei Bedarf als
Durchgang zur Bereitstellung von Irrigation und Aspiration verwendet
werden, ohne dass die Gefahr besteht, dass Fluids in den Raum neben
der Operationstelle austreten. Ferner verhindert der verschlossene
Arbeitskanal, der zu den vorbereiteten Stellen und dem Zwischenwirbelraum
verläuft,
das Austreten von Bauchdehnungsfluids in den Arbeitskanal und den Zwischenwirbelraum.
Dieser letztere Aspekt ermöglicht
eine direkte Sicht der Operationsstelle von außerhalb des Arbeitskanals,
der durch die Außenhülse 50 gebildet
wird, durch eine Laparoskopöffnung.
Der Verschluss 180 ist zwar mit einer einzelnen Öffnung dargestellt,
aber es ist mehr als eine Öffnung
zusammen mit Abdeckungen zum Verschließen unbenutzter Öffnungen
vorgesehen.
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Wenn
die Distraktoren 108a und 108b aus dem Zwischenwirbelraum
entfernt sind und der Zwischenwirbelraum von den Fingern 58a und 58b getragen
wird, besteht der nächste
Schritt des vorliegenden Verfahrens darin, die Wirbelendplatten
und den Zwischenwirbelraum zum Einfügen z.B. einer Fusionsvorrichtung
oder eines Wirbelimplantats vorzubereiten. Die zum Vorbereiten des
Zwischenwirbelraums D zum Einfügen
von Wirbelvorrichtungen oder Implantaten verwendeten Instrumente
und Techniken werden nun mit Bezug auf die 10–12 beschrieben.
In 10 wird eine Aufreibhülse 190 durch die Öffnung 182 des
Verschlusses 180 in den ersten Abschnitt 70 oder,
alternativ, in den zweiten Abschnitt 72 des Durchgangs 64 der
Außenhülse 50 vorwärts bewegt.
Die Aufreibhülse 190 hat
ein erstes Ende 192 mit einem Paar Dornen 196 zum
Eingreifen in die angrenzenden Wirbelkörper, um die Aufreibhülse 190 festzuhalten.
Die Aufreibhülse 190 hat
außerdem
ein zweites Ende 194 mit einer davon definierten Eintrittsöffnung 198 mit
einem Durchmesser, der im Wesentlichen dem Durchmesser der Öffnung 182 entspricht.
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Die
Aufreibhülse
ist so bemessen, dass sie die Reibahle 200 durch die Eintrittsöffnung 198 aufnimmt,
um den Zwischenwirbelraum aufzureiben und die Wirbelendplatten für ein Implantat
oder eine Fusionsvorrichtung vorzubereiten. Die Reibahle 200 hat eine
konventionelle Ausführung
mit einem Schneidelement 208 am ersten Ende 202,
das zum Evakuieren des Zwischenwirbelraums und Vorbereiten angrenzender
Wirbelkörper
für die
Aufnahme eines Implantats oder einer Fusionsvorrichtung ausgelegt
ist. Ein zweites Ende 203 hat einen verstellbaren Anschlag 205,
um ein zu tiefes Einführen
der Reibahle 208 in den Zwischenwirbelraum zu verhindern.
Die notwendige Aufreibtiefe und demzufolge die Position des Tiefenanschlags 205 kann
vor dem Aufreibschritt anhand von Durchleuchtungsbildern bestimmt
werden.
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Die
Reibahle 200 wird manuell mit einem neben dem zweiten Ende 203 positionierten
Kreuzgriff 204 bedient. Der Kreuzgriff 204 ermöglicht einen
manuellen Betrieb des Schneidelements 208, um Bandscheibengewebe
und Knochen von angrenzenden Wirbelkörpern nacheinander zu entfernen,
um eine für
das Fusionsimplantat oder die Wirbelabstandsvorrichtung vorbereitete
Bohrung zu erzeugen. In den 10–11 sind
die Aufreibhülse 190 und die
Reibahle 200 im ersten Abschnitt 70 des Durchgangs 64 der
Außenhülse 50 positioniert,
um den linken lateralen Ort IL des Zwischenwirbelraumes
vorzubereiten. Nach dem Vorbereiten des IL Ortes
kann die Reibahle 200 zusammen mit der Aufreibhülse 190 im zweiten Durchgang 72 erneut
positioniert werden, um den rechten lateralen Ort IR für die Aufnahme
eines Wirbelabstandsstücks
oder einer Fusionsvorrichtung vorzubereiten.
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Nach
dem Vorbereiten jeder der bilateralen Stellen zur Implantation der
Wirbelvorrichtungen können
die Reibahle 200 und die Aufreibhülse 190 aus dem Durchgang 64 der
Außenhülse 50 gezogen
werden. Zum Einfügen
der Implantate ist ein Implantateinfügungsteil 220 vorgesehen
(siehe 12). Das Implantateinfügungsteil 220 verläuft ebenso
durch den Durchgang 64 der Außenhülse 50, um ein Implantat
am gewünschten
linken oder rechten lateralen Ort IL und
IR im Zwischenwirbelraum zu platzieren. Das
Implantateinfügungsteil 220 hat
ein erstes Ende 222, das beim Einfügen in ein Implantat eingreift.
Das Implantateinfügungsteil 220 hat
ein zweites Ende 224 mit einem Griff 226, so dass
der Chirurg das Implantat zur gewünschten Tiefe im IL und
IR Ort schrauben oder impaktieren kann.
Das zweite Ende 224 beinhaltet außerdem Tiefenmarkierungen 225,
damit der Chirurg die Einfügungstiefe
des Implantats ermitteln kann. Es ist hierin vorgesehen, dass das
erste Ende 222 einen Ergreifungsabschnitt 228 zum
Halten des Implantats beim Einfügen
hat. In einer Ausgestaltung hat der Ergreifungsabschnitt 228 ein
Paar Arme, die gegen Seitenwände
des Implantats vorgespannt sind, damit das Implantat in den Zwischenwirbelraum
geschraubt oder impaktiert werden kann. Nach dem Einfügen des
Implantats in einen der bilateralen Orte IL oder
IR kann das Implantateinfügungswerkzeug 220 aus
der Außenhülse 50 entfernt
werden. Ein zweites Implantat wird mit dem Einfügungswerkzeug 220 in
Eingriff gebracht und wieder durch den Durchgang 64 der
Außenhülse 50 eingefügt, um das
Implantat in den anderen bilateralen Ort einzufügen, nachdem er vorbereitet
wurde.
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Es
ist zu verstehen, dass die bilateralen Stellen IL und
IR vorbereitet werden können, ohne dass die Außenhülse 50 durch
die Haut des Patienten bewegt oder bedient wird, nachdem die Finger 58a und 58b im
Zwischenwirbelraum positioniert wurden. Nach dem Platzieren der
Hülse 50 muss
das Gewebe neben den Wirbelkörpern
außerdem
nicht weiter behandelt werden. Der Chirurg hat Zugang zu den jeweiligen
Orten IL und IR durch
den einzelnen Kanal, der von der Außenhülse 50 definiert wird.
Ferner ist zu verstehen, dass der gesamte Zwischenwirbelraum zwischen
den Fingern 58a und 58b aufgerieben oder anderweitig
zum Einfügen
eines Wirbelimplantats, einer Abstandsvorrichtung oder von Knochenwachstumsmaterial
vorbereitet werden kann, ohne dass die Außenhülse 50 bewegt wird.
Es ist hierin vorgesehen, dass die Außenhülse 50 zum Vorbereiten
und Einfügen
eines/r einzelnen Implantats oder Vorrichtung oder von zwei oder
mehr Implantaten oder Vorrichtungen, je nach den Bedürfnissen
des Patienten, verwendet werden kann.
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Die
vorliegende Technik ist im Vergleich zu früheren Operationstechniken von
Vorteil. Sie ermöglicht
die Vorbereitung von bilateralen Orten, damit Implantate im Laufe
der Dauer des Operationsverfahrens genau platziert und gehalten
werden können. Ein
weiterer Vorteil besteht darin, dass sie die Vorbereitung des Zwischenwirbelraumes
und die Einfügung
der Implantate in den Zwischenwirbelraum unter direkter Beobachtung
per Laparoskoptechniken ermöglicht.
Es wird zwar bevorzugt, dass die durch die Außenhülse eingefügten Implantate und Vorrichtungen
zylindrisch sind, doch ist diese Konfiguration nicht notwendig,
vorausgesetzt, das Implantat oder die Vorrichtungen sind so ausgelegt,
dass sie durch die Außenhülse 50 gelangen.
Es sind zwar auch andere Geometrien möglich, doch kann die Außenhülse im Speziellen
einen im Wesentlichen quadratischen oder rechteckigen Querschnitt
haben, um ähnlich
beabstandete Implantate zu platzieren. Die vorliegende Erfindung
ermöglicht
außerdem eine
leichte Verifizierung und Justierung der Positionierung der Implantate,
ohne dass die Außenhülse 50 bewegt
oder entfernt oder der geschlossene Durchgang zwischen dem Zwischenwirbelraum
und der Umgebung außerhalb
des Körpers
des Patienten gestört
zu werden braucht.
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Die
Erfindung wurde zwar ausführlich
in den Zeichnungen und der vorangehenden Beschreibung illustriert
und beschrieben, doch ist dies als illustrativ und nicht als restriktiv
anzusehen und es ist zu verstehen, dass nur die bevorzugten Ausgestaltungen dargestellt
und beschrieben wurden und dass alle Änderungen und Modifikationen
geschützt
sein sollen, die in den Umfang der beiliegenden Ansprüche fallen.