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Die
vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Textilverbundmaterial
zur Herstellung von Wärmeschutzkleidung.
Das erfindungsgemäße Verbundmaterial
soll einen Wärmeschutz
gegen Hitze und Flammen gewährleisten,
wobei es zur Herstellung von Kleidungsstücken für Feuerwehrleute aber auch allgemeiner
auf anderen Gebieten verwendet wird, wo eine Verbrennungsgefahr
aufgrund von Hitze oder Flammen besteht.
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Feuerwehrleute
in Frankreich verwenden auf sehr altertümliche Weise eine Lederweste,
die mit einem Innenfutter aus Baumwolle oder Wolle zur Bequemlichkeit
ausgestattet ist. Eine derartige Weste weist keinen geeigneten inneren
Wärmeschutz
auf. In anderen Ländern
haben die von Feuerwehrleuten verwendeten Westen eine Textilbasis
entweder ohne Dichtigkeitsbarriere, was zu einer Verringerung des Wärmeschutzes
führt,
oder mit einer für
Wasserdampf nicht durchlässigen
Dichtigkeitsbarriere, wodurch das Verdunsten der Transpiration verhindert wird
und das Problem thermischen Stresses erhöht wird. Thermischer Stress
ist ein physiologisches Phänomen,
das infolge der Erhöhung
der inneren Temperatur des Körpers
auftritt und unter der Einwirkung äußerer Faktoren, wie z.B. eine
warme Umgebung, oder unter der Einwirkung einer großen und
lang andauernden Anstrengung auftritt. Der thermische Stress äußert sich
durch eine Erhöhung
der inneren Temperatur des Körpers,
dem eine Wärmeregulierung
nicht mehr gelingt, was zu Unwohlsein und sogar zur Ohnmacht oder
einem Herzanfall führen kann.
Heute weiß man,
dass beim Überschreiten
der Körpertemperatur
um +1,5°C über die
normale Temperatur das Urteils- und Reaktionsvermögen so weit verändert werden,
dass es in gefährlichen
Umgebungen zu Unfällen
kommen kann. Die neueste Studie über
den Tod von Feuerwehrleuten in den USA weist lediglich 8% der Todesfälle aufgrund
von Verbren nungen aus, während
42% der Todesfälle
unmittelbar auf thermischen Stress zurückzuführen sind und die verbleibenden
50% Unfälle
ohne erkennbare Ursache sind, die jedoch von Spezialisten in zunehmenden
Masse als dumme Unfälle
bezeichnet werden, die mit einer Veränderung des Urteilsvermögens aufgrund
thermischen Stresses in Verbindung gebracht werden.
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Es
gibt eine europäische
Richtlinie bezüglich der
Ausrüstungen
für den
individuellen Schutz, die insbesondere von Feuerwehrleuten verwendet
werden. Eine Weste muss eine gewisse Anzahl von Kriterien erfüllen, insbesondere
der Schutz gegen Strahlungswärme,
der Schutz gegen Konvektionswärme,
und er muss eine gute thermische Stabilität der sie bildenden Materialien
besitzen, Kriterien der reinen Nicht-Entzündlichkeit erfüllen und
eine gute Undurchdringlichkeit besitzen. Ein Textilverbundmaterial
zur Herstellung derartiger Ausrüstungen
ist aus dem Dokument US-A-5274849 bekannt, das den Oberbegriff des
Anspruchs 1 bildet.
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Darüber hinaus
muss eine Weste einen Benutzer unter extremen Bedingungen mit Unfallcharakter
insbesondere dadurch Schutz gewähren,
dass ihm eine Fluchtzeit gegeben wird. Daher ist es insbesondere
erforderlich, einen Feuerwehrmann gegenüber einem "Flash-Over"-Phänomen
zu schützen. Flash-Over
ist eine sehr rasche Übergangsstufe
bei der Entwicklung eines Stadtfeuers, die dann entsteht, wenn die
in einem Zimmer vorhandenen Gase und Dämpfe eine Temperatur von 500
bis 600°C
erreichen und sich plötzlich
entzünden.
In einem Sekundenbruchteil steigt die Temperatur von 500 auf 1000°C an, was
einem eintreffenden Wärmefluss
von etwa 40KW/m2 entspricht. Man muss einem
Benutzer ermöglichen,
dieser brutalen Temperaturerhöhung ausreichend
lange zu widerstehen, um sich vom Brandherd entfernen zu können.
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Die
Herstellung eines Textilverbundmaterials, das die Erreichung dieser
Ziele ermöglicht,
ist bekannt. Ein derartiges Textilverbundmaterial weist ein Gewebe
für den äußeren Schutz
auf, das aus einem nicht-entzündlichen
Material besteht, wie z.B. auf Basis von Aramid-, Meta-Aramid- oder
Polyamid-Imid-Faser. Dieses Gewebe vereinigt Wärmeschutzeigenschaften, bringt
mechanische Abrieb- und Rissfestigkeit mit sich und wurde einer
Behandlung unterzogen, um es wasserabstoßend zu machen, damit Wasser
und andere chemische Flüssigkeiten
allgemein daran abperlen. Hinter diesem Schutzgewebe befindet sich
eine undurchlässige
und atmende Membran, die im allgemeinen auf einer Textilfläche befestigt
ist, die ihren mechanischen Halt gewährleistet und Wasserdampf,
der z.B. von der Transpiration eines Benutzers herrührt, hindurchtreten lässt, nicht
jedoch Wasser in seiner flüssigen
Form. Darüber
hinaus liefert diese Membran eine windabweisende Wirkung, die zur
thermischen Isolierung der Weste beiträgt, indem das Eindringen von
Wärmefluss
verlangsamt wird. Unter der Membran ist ein thermischer Isolator
angeordnet, der aus einem dreidimensionalen Maschengewebe besteht,
wie es in dem Dokument
EP 0 443
991 beschrieben ist, oder aus einem Filz besteht, der Luft
einschließen
kann, wie er in dem Dokument
EP
0 364 370 beschrieben ist. Dieser thermische Isolator ist
im allgemeinen auf ein Futter für
die Sauberkeit genäht.
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Eine
solche Weste hat den Vorteil, dass sie einen ausgezeichneten Wärmeschutz
unter einem extrem hohen Wärmefluss
von 40kW/m2 gewährleistet, und dass sie eine
sehr große
Wirksamkeit, ja sogar eine zu große Wirksamkeit hat, da sie
aufgrund ihrer starken Isolierwirkung dem Benutzer nicht ermöglicht,
für Wärme mit
Wärmeflüssen von
0 bis 1kW/m2 empfindlich zu sein, die den
gewöhnlichen Arbeitsbedingungen
von Feuerwehrleuten entsprechen, die somit nicht in der Lage sind,
eine mögliche Gefahr
zu spüren
bzw. zu erfassen. Der übermäßig geschützte Benutzer
kann unter diesen Umständen dazu
verleitet werden, aufgrund einer Veränderung der Wahrnehmung des
Wärmeflusses
unausgewogene Risiken einzugehen. Eine derartige Weste ist auch
wenig bequem, da sie dick und schwer ist und da sie sich vorwiegend
beim thermisch isolierenden Material mit Wasser voll saugt, was
bei einer brutalen Temperaturerhöhung
zu einer Verdampfung dieses Wassers führen und den Benutzer verbrennen
kann.
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Wenn
die Weste infolge eines Einsatzes in feuchter Umgebung oder eines
Waschvorgangs durchnässt
wird, nehmen der Filz oder das maschige Gewebe viel Wasser auf,
was zu einer großen
Trocknungszeit führt,
während
der die Weste nicht benutzt werden kann.
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Die 1 und 2 sind
zwei grafische Darstellungen, welche das Verhalten unterschiedlicher
Verbundmaterialien veranschaulichen, die zur Herstellung von Kleidungsstücken für Feuerwehrleute
bestimmt sind, wobei die europäische
Norm EN 469 berücksichtigt
wird.
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1 zeigt
den Verlauf des Wärmeübertragungsfaktors
TF%, bei dem es sich um das Verhältnis
zwischen dem Wärmefluss,
der das Produkt durchquert hat, und dem eintreffenden Wärmefluss Q0 handelt. Der eintreffende Wärmefluss
ist der Wärmefluss,
der durch eine Wärmequelle
erzeugt wird, welcher die Probe ausgesetzt ist.
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2 zeigt
den Verlauf der Warnzeit T12 in Abhängigkeit von dem eintreffenden
Wärmefluss
Q0. Die Warnzeit ist die Zeit, nach welcher
der Benutzer die Wärme
schmerzhaft spürt.
Man versucht, ein T12 von ungefähr
15 Sekunden für
einen eintreffenden Fluss von 40kW/m2 zu
erreichen.
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Die
in 1 und 2 dargestellten unterschiedlichen
Kurven wurden erhalten durch Messungen an den folgenden Produkten
oder Verbundstoffen nach dem Verfahren der Norm EN 366, wie sie
in ihrem Revisionsprojekt CEN/TC162/WG2/N266 vom 27.01.1997 beschrieben
ist:
- A = Leder
- B = Leder + Baumwollfutter
- C = Leder + Wollfutter
- D = Gewebe + Membran + Nichtwebstoff 90g/m2 + Futter
120g/m2
- E = Gewebe + Membran + Maschenstoff 220g/m2 + Futter
120g/m2
- F = Gewebe + Membran + Filz 120g/m2 +
Futter 120g/m2.
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Als
Beispiele seien die folgenden verwendeten Produkte genannt:
Gewebe:
Referenzgewebe 4781 der Gesellschaft DMC Tissus Techniques, Sergé 2/1,
195g/m2, aus Nomex® Delta
TA von Dupont le Nemours, gemischt mit 75% Meta-Aramid-Fasern, 23%
Para-Aramid-Fasern
und 2% antistatischen Fasern.
Membran: Referenz 89/55 der Gesellschaft
Proline, undurchlässige
und atmende mikroporöse
Membran aus feuerfestem Polyurethan mit etwa 40g/m2,
verklebt auf einem Nichtwebstoff Sontara® Nomex® SL Typ
E-89, vermischt mit etwa 90g/m2 Meta- und
Para-Aramid.
Futter:
Referenzgewebe 4948 der Gesellschaft DMC Tissus Techniques, Leinwand,
120g/m2, aus Nomex®/Viskose
FR, gemischt mit 50% Meta-Aramid-Fasern und 50% feuerfester Viskose-Faser
in der Masse.
Nichtwebstoff: Sontara® Nomex® SL
Typ E-89, gemischt mit ungefähr
90g/m2 Meta- und Para-Aramid.
Maschenstoff:
dreidimensionale Masche Referenz AR220 der Gesellschaft TTI, 220g/m2, aus Nomex® T450,
100% Meta-Aramid.
Filz: genadelter Filz der Gesellschaft DUFLOT, 120g/m2, aus Nomex®, aus
100% Aramid.
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Diese
unterschiedlichen Kurven sind eine vollständige Zusammenfassung der Vorteile
und Nachteile der unterschiedlichen bekannten Westen, welche weiter
oben vorgestellt wurden.
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Der
Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Textilverbundmaterial
zur Herstellung von Wärmeschutzkleidung
bereitzustellen, die leicht und bequem ist, die unter den gewöhnlichen
Einsatzbedingungen (Wärmefluss
von etwa 0 bis 1kW/m2) die Wärme relativ
gut überträgt (was
einem hohen TF% entspricht) und die den Benutzer rasch über das
Vorhandensein einer Gefahr warnt (was einem kleinen T12 entspricht)
und die unter kritischen Bedingungen, wie z.B. einem Wärmefluss
aufgrund eines Flash-Over-Phänomens (Wärmefluss
von etwa 40kW/m2) während einer ausreichenden Zeitdauer und
entsprechend der Normen eine starke Isolationsrate gewährleistet
(das heißt
ein kleines TF%), um dem Benutzer eine vernünftige Fluchtzeit zu gewährleisten.
Darüber
hinaus muss dieses Verbundmaterial eine rasche Trocknung gestatten,
wenn es durchnässt
ist.
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Hierfür wird ein
erfindungsgemäßes Textilverbundmaterial
mit mindestens einem Gewebe oder einer Textilschicht aus nichtentzündlichem
Material zur Bildung der Außenfläche des
Verbundmaterials, und einem Futter zur Bequemlichkeit und Sauberkeit zur
Bildung der Innenfläche
des Verbundmaterials bereitgestellt, wobei auf der Innenfläche des
Gewebes und/oder auf der Außenfläche des
Futters Wülste aus
Textilmaterial angeordnet sind, die im wesentlichen dieselbe Ausrichtung
besitzen, die auf dem Gewebe und/oder auf dem Futter während seiner
Herstellung über
eine Verbindung befestigt werden, um mit ihm einstü ckig zu
sein, und zwischen dem Gewebe und dem Futter luftgefüllte Kanäle begrenzen.
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Die
Wülste
begrenzen mit dem Futter einerseits und mit der Wand des Verbundmaterials
gegenüber
von dem Futter andererseits Kanäle,
die mit Luft gefüllt
sind. Diese Luft ist nicht statisch, sondern kann zirkulieren, da
sie nicht eingeschlossen ist durch ein dichtes Maschenwerk, wie
es z.B. bei den Strukturen eines dreidimensionalen Maschen- oder
Netzgewebes der Fall ist. Somit tritt unter normalen Nutzungsbedingungen
(0 bis 1kW/m2 thermischer Fluss) weder eine
Rückhaltung
von Wasser in diesen Kanälen noch
eine große Überhitzung
der Luft auf. Wenn es umgekehrt zu einer sehr brutalen Erhöhung der
Temperatur kommt (z.B. ungefähr
40kW/m2 thermischer Fluss), bildet die sich
in den durch die Wülste
begrenzten Kanälen
befindende Luftmenge eine ausreichende thermische Isolierung und
erfüllt
die Norm EN 469, um es dem Benutzer zu ermöglichen, sich von dem gefährlichen
Ort zu entfernen.
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Diese
Einfachheit der Struktur trägt
zur Leichtigkeit des so erhaltenen Kleidungsstücks und folglich zu seiner
Bequemlichkeit bei. Dies wird durch die Luftzirkulation in den Kanälen verstärkt, wodurch das
Verdampfen des von dem Futter absorbierten Schwitzwassers begünstigt wird.
Tatsächlich
weiß man,
dass es für
die Wärmeregulierung
des Körpers absolut
wichtig ist, die Verdampfung des Schwitzwassers zu ermöglichen.
Wenn die Temperatur des Körpers
ansteigt, greift der Transpirationsmechanismus ein, um den Körper durch
Verdampfen des Schweißes
zu kühlen.
Wenn das Schwitzwasser nicht verdampfen kann und sich in flüssiger Form
in den unterschiedlichen Textilschichten ansammelt, wird der wärmeregulierende
Mechanismus des Schwitzens neutralisiert, und die Temperatur des Körpers steigt
weiter an. Diese Eigenschaften verbessern einerseits die Wärmeregulierung
des Körpers
des Benutzers und verringern den thermischen Stress und erleichtern
andererseits das Trockenen des Kleidungsstücks, wenn dieses im Verlaufe
eines Einsatzes durchnässt
worden ist, oder für
seine Pflege. Aufgrund der sehr stark verringerten Struktur begrenzen
sich die Absorptions- und Wasserlagerungsfähigkeiten in der Tat praktisch
auf das die Wülste
tragende Futter auf vergleichbare Weise wie bei einem Filz, der
wie ein Schwamm wirkt. Der Hauptnachteil der heutigen Verbundmaterialien,
wie z.B. Filze oder dreidimensionale Maschengewebe, ist nämlich gerade
diese schwache Neigung, das Verdampfen der Transpiration zu ermöglichen.
Vielmehr neigen sie dazu, sie zu absorbieren und zu speichern.
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Vorzugsweise
bestehen die Wülste
aus einem Material, das unter der Einwirkung einer Zunahme der Hitze
wenig kompressibel ist.
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Dies
gestattet es, ein ausreichendes Volumen der isolierenden Luft beizubehalten,
um den Schutz auch unter der Einwirkung großer Wärmeflüsse (z.B. von etwa 40kW/m2) zu gewährleisten.
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Gemäss einer
ersten Ausführungsform
dieses Verbundmaterials besteht jeder Wulst aus hitzebeständigen Fasern,
wie z.B. Para-Aramid.
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Vorzugsweise
besteht dabei jeder Wulst aus einem Bündel miteinander verbundener
Fäden,
wie z.B. zwei miteinander verdrillter Verdrillungsfäden mit Nm
8/2. Eine derartige Struktur ist weniger kompressibel als ein aus
einem einzelnen Strang bestehender vergleichbarer Faden.
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Im
Falle dieser Art von Wulst ist es auch möglich, dass jeder Wulst an
dem Futter während dessen
Herstellung mittels einer Verbindung mit Hilfe von Fäden dieses
Futters befestigt wird.
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Um
die Beibehaltung eines ausreichenden Luftvolumens zwischen den Wülsten zu
gewährleisten,
ist die Dicke jedes Wulstes größer als
0,3mm und liegt vorzugsweise zwischen 1 und 10mm, und der Abstand
der Wülste
ist größer als
2mm und liegt vorzugsweise zwischen 2 und 15mm.
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Um
im Falle eines Kleidungsstücks,
das aus einem Textilverbundmaterial gefertigt ist, wie es soeben
beschrieben wurde, die Luftzirkulation zu begünstigen, besitzen die Wülste und
die von ihnen begrenzten Kanäle
eine vorwiegend in der Längsrichtung
des Kleidungsstücks
verlaufende Ausrichtung und im Falle einer Weste insbesondere eine
vertikale Ausrichtung, welche die Luftzirkulation durch natürliche Konvektion
begünstigt.
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Es
ist möglich,
zwischen dem äußeren Schutzgewebe
und dem Futter eine undurchlässige und
atmende Membran vorzusehen, welche wohl Wasserdampf, nicht aber
Wasser in flüssiger
Form hindurchtreten lässt,
und die ebenfalls den Wind blockiert, wodurch der Wärmeschutz
begünstigt
wird.
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Ein
besseres Verständnis
der Erfindung ergibt sich auf jeden Fall mit Hilfe der folgenden
Beschreibung anhand der beigefügten
schematischen Zeichnung, die als nicht einschränkend aufzufassende Beispiele
eine Ausführungsform
dieses Textilverbundmaterials sowie eine Ausführungsform einer mit Hilfe
dieses Verbundmaterials hergestellten Weste darstellen:
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1 stellt
eine Reihe von Kurven dar, welche den Verlauf des Wärmeübertragungsfaktors TF%
in Abhängigkeit
von dem eintreffenden Wärmefluss
Q0 zeigen;
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2 stellt
eine Reihe von Kurven dar, welche den Verlauf der Warnzeit T12 in
Abhängigkeit von
dem einfallenden Wärmefluss
Q0 zeigen;
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3 ist
eine aufgebrochene Perspektivansicht der das Verbundmaterial bildenden
unterschiedlichen Schichten;
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4 ist
eine Schnittansicht dieses Verbundmaterials in Querrichtung zu den
Wülsten,
welche es aufweist; und
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5 ist
eine teilweise aufgerissene Perspektivansicht eines Teils einer
Weste, die aus dem Verbundmaterial von 1 und 2 gefertigt
ist.
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Das
in der Zeichnung dargestellte Verbundmaterial umfasst ein äußeres Schutzgewebe 2 aus einem
nicht-entzündlichen
Material, bestehend aus einem Referenzgewebe 4781 der Gesellschaft
DMC Tissus Techniques, Sergé 2/1,
195g/m2, aus Nomex® Delta
TA von Dupont de Nemours, Gemisch aus 75% Meta-Aramid-Fasern, 23%
Para-Aramid-Fasern und 2% antistatischen Fasern. An dieses Außengewebe ist
eine undurchlässige
und atmende Membran angelegt, die aus der Referenz 89/55 der Gesellschaft Proline
besteht, wobei es sich um eine undurchlässige und atmende mikroporöse Membran
aus feuerfestem Polyurethan mit ungefähr 40g/m2 handelt,
die mit einem Nichtgewebematerial Sontara® Nomex® SL Typ
E-89, Gemisch aus Meta- und Para-Aramid mit ungefähr 90g/m2, verklebt ist.
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Das
Verbundmaterial weist schließlich
noch ein Futter 4 auf, das z.B. aus einem Referenzgewebe 4948
der Gesellschaft DMC Tissus Techniques, Sergé 2/1 aus Nomex®/Viskose
FR besteht, und zwar als Gemisch von 50% Meta-Aramid-Fasern und
50% feuerfesten Viskosefasern in der Masse.
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Auf
dem Futter 4 ist auf der zur Membran 3 gekehrten
Seite eine Reihe paralleler fortlaufender Wülste 5 befestigt,
die eine Flächenmasse
von 70/80g/m2 aufweisen und im vorliegenden
Fall aus einem Strang bzw. Netz von Fasern aus 100% Para-Aramid
NM 8/2/2 bestehen (Verdrillung von zwei Enden mit Nm 8/2). Da das
Futter aus einem Gewebe besteht, wird die Verbindung der Wülste mit
dem Gewebe während
des Webens durch einen speziellen Verlauf gewisser Bodenfäden des
Gewebes erhalten.
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Es
muss präzisiert
werden, dass in dem in 3 bis 5 dargestellten
Verbundmaterial die Schichten 2, 3 und 4 im
allgemeinen nicht zusammengefügt
sind, sondern einfach nebeneinander gelegt sind. Dennoch ist es
durchaus möglich,
dass einige dieser Schichten im Falle spezieller Bedürfnisse durch
Kleben miteinander verbunden sind.
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Die
Dicke jedes Wulstes ist etwa 1mm, und der Abstand der Wülste ist
etwa 10mm.
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5 zeigt
eine Weste 6, die aus dem soeben beschriebenen Textilverbundmaterial
gefertigt ist und bei der die Wülste 5 vertikal
ausgerichtet sind.
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Die
Kurven von 1 und 2 veranschaulichen
das Verhalten eines erfindungsgemäßen Verbundmaterials.
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Dieses
Verbundmaterial hat bezüglich
gewisser vorhandener Verbundmaterialien den Vorteil, dass es leichter
und geschmeidiger ist, wobei die Wülste 5 vorteilhaft
den Filz ersetzen, der für
den Einschluss von Luft bestimmt ist. Diese Wülste sind leichter und geschmeidiger
als ein solcher Filz oder ein dreidimensionales Maschengewebe.
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Die
Wasser-Absorptionsfähigkeit
dieser Wülste
ist im Vergleich zu einem derartigen Filz oder einem dreidimensionalen
Maschengewebe sehr stark verringert, wodurch das Phänomen des
Pumpens und Speicherns von Schwitzwasser in dem Kleidungsstück stark
begrenzt wird.
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Somit
sind bei dem erfindungsgemäßes isolierenden
Verbundmaterial die Fähigkeiten
des Pumpens und Speicherns von Wasser praktisch auf diejenigen des
Futters begrenzt, das als Abstützung
der Wülste
verwendet wird, was in der zuvor beschriebenen Ausführung das
2,5-fache seines Trockengewichts darstellt. Im Vergleich hierzu
ist dieses Vermögen
bei dem Verbundmaterial F, das einen Filz verwendet, der wie ein
Schwamm wirkt, das 10-fache seines
Trockengewichts.
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Wenn
es von der Membran durch die Wülste beabstandet
gehalten wird, verwandelt sich das als Auflage für das erfindungsgemäße Verbundmaterial dienende
Futter in eine Oberfläche
für den
Austausch von Schwitzwasser (welches sie absorbiert) mit der Luft,
die in den durch die Wülste
gebildeten Kanälen zirkuliert,
wodurch die Verdampfung beschleunigt wird und eine Wärmeregulierung
des Körpers
viel rascher ermöglicht
wird. Das Auftreten von thermischem Stress wird somit verzögert oder
gar unterdrückt,
insbesondere bei den üblichen
Arbeitsbedingungen von 0 bis 1kW/m2.
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Diese
geringe Wasserabsorptionsfähigkeit des
erfindungsgemäßen Verbundmaterials
hat auch den Vorteil, dass es die Gefahr einer Verbrennung verringert,
die durch Verdampfen des in der Weste eingeschlossenen Wassers im
Falle der Einwirkung eines brutalen Wärmeflusses bestünde.
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Sie
verhindert auch eine Gewichtszunahme des Kleidungsstücks im Einsatz,
welche den thermischen Stress verschlimmert. Tatsächlich haben
neuere physiologische Studien gezeigt, dass das Gewicht der Einsatz-Textilwesten
der Feuerwehrleute einen unmit telbaren Einfluss auf den hervorgerufenen
thermischen Stress hatte.
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Was
den Schutz anbelangt, gewährleistet das
in den Kanälen
beibehaltene Luftvolumen eine befriedigende thermische Isolation,
indem eine rasche Übertragung
der Wärme
unter kritischen Bedingungen (Wärmefluss
von etwa 40kW/m2) begrenzt wird. Die Struktur
dieses Verbundmaterials gewährleistet
auch eine gute Empfindlichkeit für
die Wärme unter
normalen Nutzungsbedingungen und somit eine geringe Warnzeit T12
aufgrund der kleinen Flächenmasse,
wie dies in 2 gezeigt ist. Diese Warnzeit
unter Normalbedingungen nähert
sich derjenigen von Verbundmaterialien aus Leder + Futter an, die
als sicherer gelten als diejenigen der zu stark isolierenden herkömmlichen
Textilverbundmaterialien (Kurven E und F).
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Es
ergibt sich aus 1, dass im Hinblick auf die
thermische Konvektion und den Nicht-Einschluss der Wärme das
erfindungsgemäße Verbundmaterial
eine gute Bequemlichkeit bei geringer Energie von 0 bis 1kW/m2 gewährleistet
(gewöhnliche
Arbeitsbedingungen), was vergleichbar mit den aus Leder + Futter
bestehenden Verbundmaterialien ist, die dafür bekannt sind, kaum Probleme
des thermischen Stresses aufzuweisen, was sich in einem relativ
hohen TF% (gute Wärmeübertragung)
zeigt. Vielmehr besitzt es für
hohe eintreffende Wärmeflüsse (etwa 40kW/m2) einen geringen Wärmeübertragungsfaktor TF% (gute
Isolation), der mit den sehr viel schwereren, weniger bequemen und
sehr viel mehr Wasser aufnehmenden Verbundmaterialien vergleichbar
ist.
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Die
Bequemlichkeit dieses Verbundmaterials im Hinblick auf die Verringerung
des thermischen Stresses kommt auch durch einen im Vergleich zu den
auf dem Markt vorhandenen Produkten besonders niedrigen Verdampfungswiderstand
(Ret) zum Ausdruck.
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Je
mehr das Verbundmaterial der Weste eine gute Verdampfung des Schweißes gestattet,
was bedeutet, dass es einen geringen Verdampfungswiderstand hat,
desto besser kann der Körper
seine Wärmeregulierung
durchführen
und den Unfall verhindern.
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Die
untenstehende Tabelle gibt die Verdampfungswiderstände (Ret)
der unterschiedlichen Verbundmaterialien von 1 an (gemäss der Norm
EN 31092 gemessen):
- C: 85,0m2·Pa/W
- D: 26,7
- E: 28,5
- F: 31,0
- I: 25,6
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Diese
Klassierung verläuft
parallel mit T12, was die thermische Empfindlichkeit des Verbundmaterials
darstellt. Man hat somit im Hinblick auf die Bequemlichkeit den
doppelten Vorteil, dass die geringe thermische Isolation (schwache
Wärmespeicherung) unter
normalen Bedingungen mit einer guten Verdampfung kombiniert wird,
woraus sich ein großer Fortschritt
im Hinblick auf die Verringerung der Gefahr des thermischen Stresses
ergibt.
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Selbstverständlich ist
die Erfindung weder auf die einzige Ausführungsform des Textilverbundmaterials
noch auf ihre einzige Anwendung zur Herstellung einer Weste beschränkt, sondern
umfass vielmehr sämtliche
Abwandlungen. So könnte
das Futter
einer Membran oder einem Film zugeordnet sein, könnten die
Wülste
nicht-fortlaufend sein und/oder könnten aus einem anderen Material,
wie z.B. aus Silikon bestehen
oder das Verbundmaterial könnte aus
zwei mit einander nicht verbundenen Schichten bestehen, wie z.B. einer
Hose und einer Überhose,
an deren Innenfläche
Wülste
angeordnet sind, ohne dass man dabei den Bereich der Erfindung verlässt.