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Hintergrund
der Erfindung
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Diese
Erfindung betrifft Verfahren zur Behandlung von Aufputschmittelmissbrauch
und -abhängigkeit.
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In
der Mitte der 1980-er Jahre erreichte die Verwendung des Aufputschmittels
Kokain in den Vereinigten Staaten epidemische Ausmaße und sogar
heute bleibt der Missbrauch dieses Wirkstoffs weit verbreitet. 1995
berichtete die „Substance
Abuse and Mental Health Administration", dass fast 2,5 Millionen Amerikaner zugaben,
gelegentlich Kokain zu benutzen, und dass 600.000 zugaben, häufig Kokain
zu benutzen. Die negativen gesellschaftlichen und gesundheitlichen
Konsequenzen, die aus dem Kokaingebrauch herrühren, sind signifikant. Erstens
gibt es einen versteckten Tribut an emotional und psychologisch
geschädigte
Familien, die ein Familienmitglied zu bewältigen haben, das eine Kokainabhängigkeit
besitzt. Und zweitens gibt es die nachteilige Exposition gegenüber potentiell
schädlichen
Gesundheitskonsequenzen, die mit Kokaingebrauch und -missbrauch
verbunden sind.
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Obwohl
historisch gesehen die Häufigkeit
von Krankenhausaufnahmen, die mit Kokainmissbrauch verbunden sind,
relativ gering (0,35–3%)
war, scheinen Krankenhausbesuche, die aus einem Kokain-bezogenen
Ereignis stammen, jetzt anzusteigen. Zusätzlich ist die Literatur zu
Fallstudien, die die katastrophalen neurologischen und cerebrovaskulären Komplikationen
bei Kokainkonsumenten darstellen, auch dramatisch im Absteigen begriffen
und die Inzidenz von Kokain-bezogenen Schlaganfällen wurde dadurch gekennzeichnet, dass
sie epidemische Ausmaße
erreichte. Überraschenderweise
sind viele Kokainbezogene Todesfälle
nicht mit einer bedeutenden Gehirnpathologie nach Autopsie verbunden,
jedoch wurden Patienten beobachtet, die mit gemäßigter bis schwerer kognitiver
Dysfunktion verbundene Anzeichen zeigten.
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Darüber hinaus
beobachteten Experten in diesem Gebiet, dass sogar während den
Phasen der Kokainabstinenz kognitive Abnormalitäten fortbestehen, was nahe
legt, dass eine Gehirn-Dysfunktion auftritt und nach der Phase der
akuten Kokainintoxikation erhalten bleibt. Die „klinisch unauffällige" Natur dieser Abnormalitäten beinhaltet,
dass eine wesentliche Zahl von Kokainkonsumenten von bisher nicht
diagnostizierten Schäden
betroffen sein kann. Die Ätiologien
dieser subtilen Veränderungen
wurden bisher nicht aufge klärt,
obwohl Kokain-induzierte(r) Vasokonstriktion und Vasospasmus damit
in Verbindung gebracht wurden.
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Die
Veröffentlichung
Tornos M E et al., „Effect
of oral CDP-choline on experimental withdrawal syndrome", Arzneimittelforschung
1 Drug Research, Editio Cantor, Aulendorf, DE, Bd. 33, Nr. 7a, 1983,
Seiten 1018–1021,
XP001026424 ISSN: 0004-4172 offenbart die Wirkung einer oralen Behandlung
mit Cytidindiphosphatcholin bei experimentellem Entzugssyndrom.
US 4,48,316 offenbart eine
Zusammensetzung zum Antagonisieren der narkotischen Wirkung von
Barbituratabhängigkeit
und Entzugswirkungen und zur Behandlung von Barbituratvergiftung.
Diese Zusammensetzung schließt
5-Hydroxymethylcytosin ein.
US
4,115,576 offenbart Zusammensetzungen und ein Verfahren
des Einsetzens dieser zur Inhibition von Alkoholintoxikation. Diese Zusammensetzungen
schließen
5-Hydroxymethylcytosin
ein.
US 4,704,361 offenbart
pharmazeutische Zusammensetzungen, die als eine aktive Substanz
das Cytidinmonophosphat von 5-Acetamido-3,5-didesoxy-Dglycero-D-galaktononulosaminsäure beinhalten.
EP 0 188 647 offenbart acetylierte
Derivate von Cytidindiphosphatcholin, ein Verfahren zu ihrer Herstellung
und ihre therapeutische Verwendung. Die Publikation Lukacsko P et
al., „Modulation
of the vasoconstrictor response to adrenergic stimulation by nucleosides
and nucleotides",
Journal of Pharmacology and Experimental Therapeutics, Bd. 222,
Nr. 2, 1982, Seiten 344–349, XP002195646
ISSN: 0022-3565 offenbart eine Studie über die Fähigkeit von Nukleosiden und
Nukleotiden, die adrenerge neuromuskuläre Übertragung im isolierten, perfundierten
Rattenmesenterium zu modulieren.
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Keines
dieser zitierten Dokumente offenbart die Behandlung von Säugern, die
Stimulanzien ausgewählt
aus der Gruppe bestehend aus Kokain, Amphetamin, Methamphetamin
und Methylphenidat ausgesetzt waren.
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Bisher
gibt es keine zugelassenen Pharmakotherapien für Kokainmissbrauch und -abhängigkeit,
obwohl der Bedarf für
solche Therapien evident ist.
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Zusammenfassung
der Erfindung
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Die
Erfindung betrifft die Verwendung einer therapeutisch wirksamen
Menge einer Cytidin-enthaltenden Verbindung für die Herstellung eines Arzneimittels
zur Behandlung eines Säugers,
der einem Aufputschmittel ausgesetzt ist, wobei die Cytidin-enthaltende
Verbindung ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Cytidin, CMP, CDP, CTP, dCMP, dCDP,
dCTP, CDP-Cholin, Cytidin-5'-diphosphocholin
und Cytidin-5'-diphosphocholin Natriumsalz
und wobei das Aufputschmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Kokain, Amphetaminen, Methamphetamin und Methylphenidat. Darüber hinaus
betrifft die Erfindung die Verwendung einer therapeutisch wirksamen
Menge von Cytosin für
die Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung eines Säugers, der
einem Aufputschmittel ausgesetzt war, wobei das Aufputschmittel
ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Kokain, Amphetaminen, Methamphetamin
und Methylphenidat.
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In
bevorzugten Ausführungsformen
ist der Säuger
ein Mensch; das Aufputschmittel ist Kokain; die therapeutisch wirksame
Verbindung ist eine Cytidin-enthaltende Verbindung, z.B. eine, die
Cytidin oder CDP einschließt;
die Cytidin-enthaltende oder Cytosinenthaltende Verbindung schließt weiterhin
Cholin ein (und ist z.B. CDP-Cholin); der Säuger, der zu behandeln ist,
hat eine Aufputschmittelabhängigkeit
oder Aufputschmittelsucht; und der Säuger, der zu behandeln ist,
ist eine schwangere Frau oder ein Kind mit vorgeburtlicher Aufputschmittelexposition.
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In
einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung die Verwendung einer
therapeutisch wirksamen Menge einer Cytidin-enthaltenden Verbindung
für die
Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung von cerebralen Vasokonstriktions-Folgeerkrankungen,
die aus einer Exposition mit einem Aufputschmittel in einem Säuger resultieren,
wobei die Cytidinenthaltende Verbindung ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Cytidin, CMP, CDP, CTP, dCMP, dCDP, dCTP, CDP-Cholin, Cytidin-5'-diphosphocholin
und Cytidin-5'-diphosphocholinnatriumsalz
und wobei das Aufputschmittel ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend
aus Kokain, Amphetaminen, Methamphetamin und Methylphenidat. Darüber hinaus
betrifft die Erfindung die Verwendung einer therapeutisch wirksamen
Menge eines Cytosins zur Herstellung eines Arzneimittels zur Behandlung
von cerebralen Vasokonstriktions-Folgeerkrankungen, die aus einer
Exposition mit einem Aufputschmittel in einem Säuger resultieren, wobei das
Aufputschmittel ausgewählt
ist aus der Gruppe bestehend aus Kokain, Amphetaminen, Methamphetamin
und Methylphenidat. In verschiedenen bevorzugten Ausführungsformen
ist die Vasokonstriktion Kokain-induziert; ist die Vasokonstriktion
induziert von einer Substanz, die Vasokonstriktion verursacht; ist
der Säuger
ein Mensch; ist die therapeutisch wirksame Verbindung eine Cytidin-enthaltende
Verbindung, z.B. eine, die Cytidin oder CDP einschließt; und
schließt
die Cytidin-enthaltende oder Cytosin-enthaltende Verbindung weiterhin
Cholin ein (und ist z.B. CDP-Cholin).
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Mit „Behandeln" ist die medizinische
Betreuung eines Patienten mit der Absicht gemeint, dass eine Heilung,
Linderung oder Vorbeugung vor/von einer Abhängigkeit oder einem Rückfall oder
einer verbundenen Krankheit, einem pathologischen Zustand oder einer
Stö rung
daraus resultieren wird. Dieser Begriff schließt die aktive Behandlung ein,
d.h. die Behandlung, die spezifisch auf die Verbesserung der Abhängigkeit
oder die verbundene Heilung einer Krankheit, eines pathologischen
Zustands oder einer Störung
zielt, und schließt auch
die ursächliche
Behandlung ein, d.h. die Behandlung, die auf das Entfernen der Ursache
der Abhängigkeit
oder verbundenen Krankheit, des pathologischen Zustands oder der
Störung
zielt. Zusätzlich
schließt
der Begriff ein die palliative Behandlung, d.h. die Behandlung,
die eher auf die Linderung von Symptomen als die Heilung der Abhängigkeit,
der Krankheit, des pathologischen Zustands oder der Störung konzipiert
ist; präventive
Behandlung, d.h. die Behandlung, die auf die Vorbeugung der Abhängigkeit
oder verbundenen Krankheit, des pathologischen Zustands oder der
Störung
zielt; und unterstützende
Behandlung, d.h. die Behandlung, die eingesetzt wird, um eine andere
spezifische Therapie, die auf die Verbesserung der Abhängigkeit
oder verbundenen Krankheit, des pathologischen Zustands oder der
Störung
zielt, zu unterstützen.
Der Begriff „Behandeln" schließt auch
die symptomatische Behandlung ein, d.h. die Behandlung, die auf
die konstitutionellen Symptome der Abhängigkeit oder einer verbundenen
Krankheit, eines pathologischen Zustands oder einer Störung gerichtet
ist.
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„Exposition" und „exponiert" meint den Zustand,
dass man dem Aufputschmittel entweder versehentlich oder absichtlich
unterzogen ist. Dieser Begriff soll auch jeden Mechanismus zum Einführen des
Aufputschmittels in einen Säuger
einschließen,
was am typischsten Insufflatio, Inhalation oder intravenöse Verabreichung
ist. Dieser Begriff schließt
auch die Exposition gegenüber
einem Aufputschmittel ein, wenn dieses in Kombination mit anderen
Verbindungen, die nicht als Aufputschmittel angesehen werden, vorhanden
ist. Der Begriff Exposition kann auch einzelne oder viele Ereignisse
darstellen.
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Im
Allgemeinen wird mit „Aufputschmittel" jede Substanz gemeint,
die zeitweise die funktionelle Aktivität und vorzugsweise die herzbezogene,
atmungsbezogene, cerebrale, venöse,
vaskuläre,
motorische oder vasomotorische funktionelle Aktivität erhöht. In den
Ansprüchen
werden Kokain, Amphetamine, Methamphetamin und Methylphenidat angesprochen.
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Mit „therapeutisch
wirksame Menge" ist
eine Menge einer Cytidin-enthaltenden oder Cytosin-enthaltenden
Verbindung gemeint, die ausreicht, um eine heilende, heilkräftige oder
lindernde Wirkung entweder in der Behandlung einer Aufputschmittelexposition
oder Aufputschmittelabhängigkeit
herzustellen.
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Mit „Cytidin-enthaltende
Verbindung" ist
im Allgemeinen jede Verbindung gemeint, die als einen Bestandteil
Cytidin, CMP, CDP, CTP, dCMP, dCDP oder dCTP einschließt. In den
Ansprüchen
werden Cytidin, CMP, CDP, CTP, dCMP, dCDP, dCTP, CDP-Cholin, Cytidin-5'-diphosphocholin
und Cytidin-5'-diphosphocholinnatriumsalz
verwendet. Bevorzugte Cytidin-enthaltende Verbindungen schließen CDP-Cholin
und Cytidin-5'-diphosphocholin ein,
das häufig
als Cytidin-5'-diphosphocholin
[Natriumsalz] hergestellt wird und auch als Citicolin bekannt ist.
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Mit „Cytosin-enthaltende" Verbindung ist im
Allgemeinen jede Verbindung gemeint, die als eine Komponente Cytosin
einschließt.
In den Ansprüchen
wird Cytosin verwendet.
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Mit „Abhängigkeit" ist jede Form des
Verhaltens gemeint, die eine veränderte
oder reduzierte Fähigkeit anzeigt,
Entscheidungen zu treffen, die zumindest zum Teil aus der Verwendung
des Aufputschmittels resultieren. Repräsentative Formen von Verhalten
bei Abhängigkeit
können
die Form von asozialem, ungeeignetem oder illegalem Verhalten annehmen
und schließen
jene Verhaltensweisen ein, die auf das Verlangen, das Planen, das
Erwerben oder Verwenden von Aufputschmitteln gerichtet sind. Dieser
Begriff schließt
auch psychische Sucht nach einem Wirkstoff ein, die von physiologischer
Abhängigkeit
begleitet sein kann oder auch nicht, wie auch einen Zustand, in
welchem es einen Zwang zum Einnehmen des Wirkstoffs gibt, entweder
kontinuierlich oder phasenweise, um seine psychischen Wirkungen
zu erfahren oder um das Unbehagen seiner Abwesenheit zu meiden.
Formen von „Abhängigkeit" schließen Gewöhnung, d.h.
eine emotionale oder psychologische Abhängigkeit von einer Verbindung,
um Erleichterung von Spannung oder emotionalem Unbehagen zu erhalten,
wie auch physische oder physiologische Abhängigkeit ein, d.h. die Verwendung
einer Verbindung, um Entzugssymptome zu verhindern.
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Mit „vorgeburtlicher
Exposition" ist
eine Exposition eines Individuums gegenüber einem Aufputschmittel vor
der Geburt über
die antepartale Mutter gemeint, wobei die antepartale Mutter eine
wie hierin beschriebene Exposition gehabt hat.
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Mit „Sucht" ist ein Verhalten
gemeint, das ein Konsumierungsverlangen, -gelüst oder eine Sehnsucht nach
einem Aufputschmittel widerspiegelt. Dieser Begriff kann sich auf
Aspekte des Verhaltens beziehen, die Bestandteile einer Abhängigkeit
sind.
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Mit „cerebralen
Vasokonstriktions-Folgeerkrankungen" ist jeder Zustand gemeint, der aus
einer Konstriktion der Blutgefäße im Cerebrum
folgt oder daraus resultiert, die durch einen motorischen Nerv oder
eine chemische Verbindung ausgelöst
wird, z.B. jede Krankheit, Pathologie, Störung oder Abhängigkeit,
die auf eine Aufputschmittelexposition folgt. Dieser Begriff schließt cerebrale
Ischämie,
Neuropathologien, neurologische Defizite, veränderte Gehirnchemie, reduzierte
Niveaus der Bewältigung
von Aufgaben, kognitive Beeinträchtigung,
Verhaltensänderungen,
vegetative Antworten, mentalen Verfall, veränderte konditionierte Vermeidungs-
und auditive Antwortparameter und motorische Aktivitätsbeeinträchtigungen
ein. Solche Konditionen können
durch veränderte
Spiegel von Phosphomonoestern (PME), Phosphodiestern (PDE), Phosphocreatin (PCr),
Nukleotidtriphosphate (NTP), anorganischen Phosphor (Pi), des PCr/Pi-Verhältnisses,
des β-NTP/PCr-Verhältnisses,
cerebraler Phosphormetabolite, Phospholipid-Vorläufer, Phospholipid-Synthese in der Zelle
oder einer Organelle, Membransynthese, Tyrosinhydroxylase-Aktivität, Dopamin
und Dopamin-Metabolismus, bioenergetischer Funktion, Fettsäurefreisetzung,
neutraler Säuren,
Phosphatidylcholin- und Glycerophospholipidabbau, Glukose, Pyruvat,
Acetylcholin, Noradrenalin, Vasodilation, synaptosomaler Phosphorylierung,
zellulärer
Proliferation, neuronaler Verletzung, Ödem, mitrochondrialer ATPase
und Na+ – K+ ATPase-Sensitivität, Phospholipase
A2-Aktivierung, EEG-Parameter, kardiovaskulärer und
respiratorischer Parameter charakterisiert sein. Der Begriff soll
jede der oben genannten Bedingungen einschließen, die entweder alleine oder
in Kombination verändert
sind.
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Die
vorliegende Erfindung bietet eine Reihe von Vorzügen. Wichtigerweise stellt
sie das erste Therapeutikum für
die Behandlung von Aufputschmittelabhängigkeiten (wie z.B. Kokainabhängigkeiten)
bereit. Zusätzlich
sind die hierin verwendeten Cytidin-enthaltenden Verbindungen relativ
untoxisch und insbesondere CDP-Cholin ist pharmakokinetisch verstanden
und von ihm ist bekannt, dass es von Säugern gut toleriert wird.
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Ausführliche
Beschreibung der Erfindung
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Die
Zeichnungen werden zuerst kurz beschrieben.
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Kurze Beschreibung
der Zeichnungen
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1 ist
ein Diagramm, das einen zeitlichen Ablauf und die Punkte, an denen
verschiedene Handlungsweisen während
des experimentellen Protokolls, das hierin beschrieben ist, durchgeführt wurden.
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Die 2A und 2B sind
Histogramme, die die Veränderungen
der Wahrscheinlichkeit zum Kokaingebrauch in Patienten, die als „aktiv" (2A)
im Vergleich zu „clean" (2B)
klassifiziert wurden, wenn sie mit CDP-Cholin behandelt wurden (*
zeigt Signifikanz bei p < 0,05
relativ zur Grundlinie an). Die hellen Balken stellen Patienten
bei der Grundlinie dar und die dunklen Balken stellen Patienten
nach der Behandlung dar. Die y-Achse ist eine visuelle Analogskala
(VAS) in Millimetern, wobei 100 „fast immer" und 0 „überhaupt nicht" darstellt. Die VAS
wurde konzipiert, um subjektive Empfindungsaussagen zu quantifizieren.
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Die 3A und 3B sind
Histogramme, die die Veränderungen
in den prozentualen Niveaus der Kokainsucht darstellen, die von
Patienten gezeigt wurden, wenn sie mit CDP-Cholin behandelt wurden († zeigt eine
Tendenz im Vergleich zur Grundlinie). Die hellen Balken stellen
Patienten bei der Grundlinie dar und die dunklen Balken stellen
Patienten nach der Behandlung dar. Der Maßstab ist derselbe, der auch
in den 2A und 2B beschrieben
ist.
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4 ist
ein Histogramm, das die verbesserte Fähigkeit zur kognitiven Verarbeitung
bei Patienten zeigt, die „aktive" Konsumenten sind
und die mit CDP-Cholin behandelt wurden, was in dem P300-ERP-Test gemessen
wurde.
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5 ist
Histogramm, das die Gedächtnisleistung
bei Symbolen in Patienten darstellt, die als „aktiv" klassifiziert wurden und wenn sie mit
CDP-Cholin behandelt wurden. Die hellen Balken stellen Patienten
bei der Grundlinie dar und die dunklen Balken stellen Patienten
nach der Behandlung dar.
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Die 6A und 6B sind
Magnetresonanzbilder (MRI), die eine markierte cerebrale Vasokonstriktion
nach intravenöser
Kokainverabreichung darstellen. Axiale Projektionsdarstellungen
mit maximaler Intensität
sind bei der Grundlinie (6A) und
20 Minuten nach intravenöser
Kokainverabreichung (0,4 mg/kg) (6B) dargestellt.
Kokain induzierte einen Signalverlust an den distalen Segmenten
der mittleren cerebralen Arterien (obere Pfeilspitzen) und in den
posterioren cerebralen Arterien (untere Pfeilspitzen), was indikativ für Vasokonstriktion
ist. A = anterior, P = posterior, L = links und R = rechts.
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7 ist
eine Tabelle, die die Wirkungen von Kokain auf kardiovaskuläre Parameter
wie z.B. die Herzfrequenz (HR) und den systolischen (Sys) und diastolischen
(Dia) Blutdruck darstellt.
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8 ist
eine Tabelle, die die Wirkungen von Kokain auf die cerebrale Vasokonstriktion
darstellt, was durch Magnetresonanzangiographie (MRA) gemessen wurde.
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9 ist
eine Tabelle, die die prozentualen Unterschiede in den cerebralen
Profilen von Phosphormetaboliten in Patienten mit Methadonversorgung
(MM) darstellt, was durch Phosphormagnetresonanzspektroskopie gemessen
wurde.
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10 ist
eine Darstellung der Molekülstruktur
von CDP-Cholin [Natriumsalz], welches auch als Citicolin bekannt
ist.
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Die
hierin beschriebene Erfindung stellt ein Verfahren zur Behandlung
von Aufputschmittelmissbrauch und seinen Symptomen wie auch von
Aufputschmittelabhängigkeit
und damit verbundenen selbstzerstörerischem Verhalten dar. Die
Erfindung konzentriert sich auf Kokainmissbrauch und -abhängigkeit
obwohl auch die Abhängigkeit
von Amphetaminen, Methamphetamin und Methylphenidat in ähnlicher
Weise behandelt werden kann. Hierzu bietet die Erfindung die Verwendung
der beanspruchten Cytidin-enthaltenden oder Cytosin-enthaltenden
Verbindungen zur Linderung der Symptome des Missbrauchs und der
Abhängigkeit
an. Eine bevorzugte Cytidin-enthaltende Verbindung ist CDP-Cholin
(auch bezeichnet mit Citicolin oder CDP-Cholin [Natriumsalz]). Wie
hierin beschrieben, wurde von CDP-Cholin gefunden, dass es zwei
wichtige therapeutische Eigenschaften besitzt. Zuerst verbessert
CDP-Cholin die Gehirnchemie in Patienten, die an Symptomen des Kokainmissbrauchs
als Ergebnis einer Kokain-induzierten cerebralen Vasokonstriktion
leiden. Und zweitens lindert CDP-Cholin die Abhängigkeit, die von aktiven Kokainkonsumenten
gezeigt wird.
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Zusätzlich zeigen
die hierin beschriebenen Ergebnisse, dass die Symptome des Kokainmissbrauchs sehr
wahrscheinlich Funktionen der Kokain-induzierten cerebralen Vasokonstriktion
sind. Diese Ergebnisse zeigen auch, dass die Symptome von Opiat-Missbrauch und -abhängigkeit
(insbesondere Heroinmissbrauch und -abhängigkeit) Veränderungen
in einigen, aber nicht allen Indizes der Gehirnchemie induzieren
und dass bestimmte dieser Parameter in Patienten mit Heroinabhängigkeit
mit Methadon in einer Weise verbessert werden, die ähnlich zu
den Verbesserungen sind, die in Patienten mit Kokainabhängigkeit,
die mit CDP-Cholin behandelt werden, beobachtet werden. Die vorliegende
Erfindung ermöglicht
daher Verfahren und Reagenzien zur Behandlung von Aufputschmittelmissbrauch,
wie z.B. Kokainmissbrauch, indem Originaldaten aus humaner Erprobung
zur Verfügung
gestellt werden.
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Die
folgenden ausführlichen
Beispiele dienen zum Zwecke der Veranschaulichung der Erfindung.
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BEISPIEL 1
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CDP-Cholin ist eine wirksame
Behandlung für
Kokainmissbrauch und -abhängigkeit
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Eine
kleine klinische Doppelblindstudie von CDP-Cholin im Vergleich zu
Placebo zur Veränderung
der Kokainsucht und zum Modifizieren der Antworten auf Kokain-bezogene
Stimuli wurde durchgeführt.
Insgesamt wurden vierzehn Crack-Kokainkonsumenten rekrutiert, indem
sie eine psychiatrische, medizinische und klinische Laboruntersuchung
durchlaufen mussten und ihre Einwilligung des kompetenten Patienten
zur Teilnahme an dieser ambulanten Behandlungsstudie erteilten.
Die Probanden wurden vollständig
randomisiert und die resultierenden demografischen Profile sind
in Tabelle 1 gezeigt. Tabelle
1. Demografie der Studienpopulation
- * 500 mg orale Dosis zweimal täglich
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Die
Probanden nahmen an zwei Evaluierungsterminen teil, wobei diese
jeweils durch zwei Wochen getrennt waren, während derer die Probanden entweder
Placebo oder CDP-Cholin (500 mg, zweimal täglich) erhielten. Häufige Beurteilungen
auf Nebenwirkungen und Urinscreens wurden während der Behandlung durchgeführt. Das
gesamte Untersuchungskonzept ist in 1 dargestellt.
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An
jeder der beiden Beurteilungssitzungen wurden die Probanden gebeten,
dem Labor zu berichten, indem sie eine Reihe von Fragebögen zu subjektiven
Gemütszuständen ausfül len sollten.
Nach dieser anfänglichen
Beurteilung wurden die Probanden dann in einen geräusch- und
lichtgedämpften
Raum gesetzt und für die
Standard-EEG/ERP-Aufnahme und das physiologische Monitoring vorbereitet.
Nach 1 Stunde dieser Grundlinienphase wurde das erste von drei Videos
gezeigt. Die anschließenden
Videos wurden in 1-Stunden-Intervallen
gezeigt. Die drei Videos schlossen ein: (1) ein neutrales Band vom
Leben im Korallenmeer; (2) ein emotional aufgeladenes Filmmaterial
des Films „Ein
amerikanischer Wehrwolf in London"; und (3) ein Filmmaterial von zwei
Männern,
die Crack-Kokain kauften, zubereiteten und rauchten. Während und
nach jedem Videoband wurden kontinuierliche physiologische und elektrophysiologische
Gehirnfunktionsmessungen durchgeführt.
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Zusätzlich wurden
die Probanden gebeten, eine Reihe von Fragebögen zu beantworten, die so
konzipiert waren, dass das Maß der
Kokainsucht des Probanden beurteilt werden konnte. Diese schlossen
Fragen ein wie: „Wie
hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Kokain verwenden?"; „Planen
Sie, Kokain zu konsumieren?";
und „Wie
sehr wünschen
Sie sich, Kokain zu konsumieren?"
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Schließlich wurde
eine Testbatterie für
Reaktionszeit und psychomotorische Funktion bereitgestellt. Das
CalCAPTM ist eine Reihe von 10 verschiedenen
Aufgaben, die jeweils während
des Testverlaufs schwieriger werden.
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Sicherheitsbeurteilungen
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Die
Ergebnisse der Beurteilungen von Nebenreaktionen ergaben, dass CDP-Cholin
nicht nur keine Nebenwirkungen hatte, sondern dass die Probanden
nicht in der Lage waren, zu erkennen, ob sie eine aktive oder eine
Placebo-Dosis erhalten hatten. Keine Veränderungen im Gesundheitszustand
oder in den Blut- oder Urinchemieanalysen wurden beobachtet. Bei
der Grundlinie hatten drei Probanden in der Placebogruppe und eines
in der CDP-Cholingruppe
eine nicht-klinische Sinusbrachykardie. Ein Proband, der CDP-Cholin
erhielt, entwickelte einen schwachen, nicht relevanten Anstieg des
Herz-P-R-Intervalls. Schließlich
gab es keine Veränderungen
der Herzfrequenz oder des Blutdrucks.
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Populationsdynamik
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Eine
Post-hoc-Analyse ergab, dass sowohl die Placebo als auch die CDP-Cholingruppe
zwei distinkte Populationen von Crack-Kokain-Konsumenten enthielt.
Die „aktiven" Konsumenten wurden
definiert als jene, die während
der Zeit der Rekrutierung gegenwärtig Kokain
konsumierten. Diese Berichte wurden durch Verwendung eines Urinwirkstoff-Screenings bestätigt. Die „cleanen" Konsumenten waren
jene, die für
die letzten 6–12
Monate Kokain-frei geblieben waren. Die Verteilung der aktiven und
cleanen Konsumenten ist in Tabelle 2 dargestellt.
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Tabelle
2. Verteilung von aktiven" im
Vergleich zu „cleanen" Konsumenten in der
Studienpopulation.
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Diese
Unterscheidung scheint sehr wichtig zur Charakterisierung der Wirksamkeit
von CDP-Cholin zu sein.
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Beurteilung der Kokainabhängigkeit/-sucht
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Die
Antworten auf die Vor-Fragebögen
im Hinblick auf die „Wahrscheinlichkeit,
Kokain zu konsumieren" ergab
einen statistisch signifikanten Abfall dieser Variable bei den aktiven
Kokainkonsumenten, die mit CDP-Cholin behandelt worden waren im
Vergleich zu jenen Patienten, die mit einem Placebo behandelt wurden
(2A und 2B).
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Als
weiteres Maß dafür, ob die
Behandlung mit CDP-Cholin die Kokainabhängigkeit bei „aktiven" gegenüber „cleanen" Konsumenten verringern
würde,
wurden Patienten nach der Wahrscheinlichkeit gefragt, dass sie „planen,
Kokain zu konsumieren" oder
dass sie „wünschen,
Kokain zu konsumieren" (3A und 3B).
Obwohl dies nicht statistisch signifikant war, gab es starke Tendenzen
(p = 0,06–0,08)
für eine
Reduktion dieser Parameter bei „aktiven" Konsumenten. Eine ähnliche Verringerung bei der
Frage „Wahrscheinlichkeit
zu konsumieren" wurde
sogar beobachtet, nachdem den Patienten das Video gezeigt wurde,
das den Crack-Kokainkonsum darstellte (Daten nicht gezeigt).
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Um
die Fähigkeit
von CDP-Cholin zu testen, die kognitive Funktion bei Kokain-Konsumenten zu verbessern,
wurde ein P300-ERP-Test mit „aktiven
Konsumenten" durchgeführt (4).
Der P300-ERP-Test ist ein Maß für die Gedächtniskodierungsleistung
während
der Beurteilung eines neuen Stimulus. Reduktionen der Amplitude
werden im Allgemeinen als Widerspiegelung reduzierter kognitiver
Verarbeitung interpretiert. 4 zeigt,
dass (im Vergleich zur Grundlinie) die Reduktion der P300-Amplitude schwach
und bei den CDP-Cholin-behandelten „aktiven" Konsumenten nicht signifikant war,
wohingegen die Reduktion bei den Placebo-behandelten „aktiven" Konsumenten signifikant
größer war.
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Um
die Fähigkeit
von CDP-Cholin zur Verbesserung der kognitiven Funktion bei Kokain-Konsumenten weiter
zu testen, wurden Patienten, die mit CDP-Cholin behandelt wurden
oder unbehandelt belassen wurden, mittels des CalCAPTM-Tests
auf ihre Fähigkeit
getestet, Formen zu unterscheiden (6).
Die Unterscheidung von Formen wurde gemessen, indem den Probanden
3 geometrische Formen gleichzeitig gezeigt wurden und sie gebeten
wurden, eine Taste zu drücken,
wenn zwei in Form und Farbe identisch waren. Diese Aufgabe erforderte,
dass die Probanden schnelle Vergleiche ziehen und maß ihre Fähigkeit,
Symbole im Gedächtnis
zu behalten. Die Patienten, die als „aktive" Konsumenten klassifiziert waren und
die mit CDP-Cholin behandelt wurden, zeigten eine Tendenz hinzu
einer signifikanten Verbesserung ihrer Reaktionszeit (145 msec)
bei der Formunterscheidung im Vergleich zu unbehandelten „aktiven" Konsumenten (5).
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Zusammenfassung
der Ergebnisse der klinischen Versuche am Menschen
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In
diesen Versuchen am Menschen, die konzipiert wurden, um die Wirksamkeit
von CDP-Cholin bei der
Behandlung von Kokainmissbrauch und -abhängigkeit zu testen, wurden
die folgenden Beobachtungen gemacht:
- 1. CDP-Cholin
verbesserte das Kurzzeitgedächtnis
und die kognitive Funktion bei Patienten mit einer Kokainexposition.
- 2. Patienten mit einer Kokainabhängigkeit oder -sucht wurden
von einer Behandlung mit CDP-Cholin begünstigt.
- 3. CDP-Cholin ist nicht-toxisch, gut verträglich und konnte von den Probanden
nicht erkannt werden.
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Diese
Ergebnisse zeigen, dass CDP-Cholin ein nützlicher Zusatz zu gegenwärtigen Therapien
bei Kokainmissbrauch ist, insbesondere bei Individuen, die gegenwärtig aktive
Konsumenten sind. Ohne an eine bestimmte Theorie gebunden zu sein,
beruhen diese Ergebnisse wahrscheinlich auf der Aktivität von CDP-Cholin als
schwacher Dopaminagonist. Zusätzlich
zeigen diese Ergebnisse, dass CDP-Cholin aufgrund seiner geringen
Toxizität
nützlich
zur Behandlung schwangerer Frauen, Heranwachsender und von Säuglingen,
die von kokainabhängigen
Frauen geboren wurden, sein könnte.
Diese letzte Gruppe ist von besonderer Wichtigkeit, da die Fähigkeit
von CDP-Cholin zur Reduktion von Schlagan fallsymptomen nahelegt,
dass dieses Therapeutikum auch viele der schädlichen Mikroinfarkte, die
während
der In-utero-Exposition gegenüber
Kokain auftreten, umkehren könnte.
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Bisher
gibt es keine zugelassenen Pharmakotherapeutika für Kokainmissbrauch
oder -abhängigkeit. Die
therapeutische Verabreichung von CDP-Cholin stellt daher einen wichtigen
Ansatz zur Minimierung der schädlichen
Effekte des Kokainmissbrauchs und der Kokainabhängigkeit und zur Beschleunigung
des Gesundungsprozesses bereit.
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Zusätzlich sind
aufgrund des Wirkmechanismus von CDP-Cholin dieses und andere Cytidin-enthaltende
oder Cytosin-enthaltende Verbindungen im Allgemeinen nützlich für die Therapie
von anderen Typen von Aufputschmittelmissbrauch und -abhängigkeit,
einschließlich
Amphetamin-, Methamphetamin- und Methylphenidatmissbrauch und -abhängigkeit.
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BEISPIEL 2
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Kokain-induzierte
cerebrale Vasokonstriktion beim Menschen
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Diese
klinische Studie wurde konzipiert, um zu beurteilen, ob die intravenöse Verabreichung
von niedrigen Dosen reinen Kokainhydrochlorids pharmazeutischer
Reinheit cerebrale Vasokonstriktion in sonst gesunden Menschen induzieren
könnte.
Serielle nichtinvasive Bilder der cerebralen Hauptarterien wurden
bei der Grundlinie und zwanzig Minuten nach Kokainverabreichung
unter Verwendung von Magnetresonanzangiografie (MRA) erstellt. Die
MRA ist hoch empfindlich für
Störungen
des Blutflusses. Die Vasokonstriktion resultiert in einem Verlust
der Gefäßsignalintensität an der
Stelle und distal des verengten Bereichs, und die MRA hat sich als
nützlich
zum Nachweis akuter cerebraler Vasospasmen erwiesen. Diese Technik
ist nicht-invasiv und verwendet keine ionisierende Strahlung, was
das Studiendesign mit wiederholten Messungen in einem Probanden
erleichtert.
-
Probanden
-
Probanden
entweder ohne eine Kokainkonsum-Geschichte oder mit einer Diagnose
von Kokainmissbrauch oder -abhängigkeit
wurden von dieser Studie ausgeschlossen. Eine Gruppe von 24 gesunden,
medizinisch und neurologisch normalen Männern im Alter von 29 ± 5 Jahren
(Mittelwert ± SD),
die berichteten, gelegentlich Kokain zu konsumieren (Median = 8,
Bereich = 3 bis größer als
40 Expositionen im Leben, hauptsächlich über Insufflatio)
wurden zur Teilnahme an dieser Studie ausgewählt. Die Probanden gaben eine schriftliche Einwilligung
des kompetenten Patienten zur Zulassung beim „McLean Hospital Institutional
Review Board" ab. Die
Probanden wurden vor der Studie einer vollständigen körperlichen und neurologischen
Untersuchung, einschließlich
EKG und Hämatologie,
unterzogen und stellten eine Medizingeschichte bereit einschließlich einer Schätzung des
verbotenen Drogenkonsums. Am Studientag gaben die Probanden Atem-
und Urinproben ab, um Restalkohol oder den Konsum illegaler Drogen
nachzuweisen. Die Atemproben wurden mit einem Alco Sensor III Breathalyzer
(Intoximeters Inc., St. Louis, MO) analysiert. Die Urinproben wurden
auf das Vorhandensein von Kokain, Amphetaminen, Phencyclidin, Opiaten,
Barbituraten, Benzodiazepinen und Tetrahydrocannabinol mit einem
TriageTM-Test (Biosite Diagnostics, San
Diego, CA) analysiert. Alle Probanden hatten negative Atemalkoholproben
und Urinscreens. Jeder Proband bekam einen 18G-Angiokatheter in eine Vene eingeführt, der
auf der antecubitalen Fossa zur Kokain- oder Placeboverabreichung
auflag. Die Probanden wurden mit einem nicht-invasiven kardiovaskulären Monitoring-Gerät (In Vivo
Research, Inc., Orlando, FL) ausgerüstet, einschließlich einem
Elektrokardiogramm (EKG) mit 4 Ableitungen, einer Blutdruckmanschette
und Pulsoximeter, um eine ständige Überwachung
von EKG, Blutdruck und Herzfrequenz bereitzustellen.
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Magnetresonanz-Scannen
-
Die
Magnetresonanz-Bildgebung wurde mit einem 1,5 Tesla Signa Scanner
(General Electric, Milwaukee, WI) durchgeführt. T1-gewichtete sagittale
Localizer Images (TE/TR (Echozeit/Übertragungszeit): 19/600 msec)
wurden verwendet, um die MRA-Bildsätze zu positionieren. Die Angiogramm-Bildsätze von
60 axialen Bildern wurden mit der dreidimensionalen Flugzeit-(3D
TOF)-Magnetisierungsübertragungs-Bildgebungsoption
mit Flusskompensation und Sättigung
gesammelt. Die folgenden Erfassungsparameter wurden verwendet: TE/TR:
35/20 msec, FOV: 19 cm, Matrix: 256 × 192, Schnittdicke: 1,2 mm,
1 NEX (Zahl der Anregungen), Aufnahmezeit: 7,5 Minuten. Jeder Bildsatz
produzierte ein einzelnes axiales Maximum-Intensitäts-Projektion-(MIP)-Bild,
das auf Wirkstoffwirkungen analysiert wurde. Kokain (0,2 oder 0,4
mg/kg) oder Placebo wurde dann durch langsame intravenöse Injektion über 1 Minute
verabreicht; alle Dosen wurden in einer doppelblinden Weise gegeben.
Siebzehn Minuten nach der Wirkstoffverabreichung wurde mit einer
3D TOF-Serie nach dem Wirkstoff begonnen, mit einem Mittelpunkt
der Bildsequenz, die 20 Minuten nach Wirkstoffverabreichung auftrat.
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Bildanalyse
-
Axiale
MIP-Bilder von jedem Probanden bei der Grundlinie und nach Kokain/Placebo
wurden auf ihre Wirkstoff-induzierten Veränderungen analysiert. Zwei
Experten für
die Auswertung, die im Hinblick auf die Wirkstoffverabreichung in
der Studie blind waren, analysierten die 24 Sätze von Bildern unabhängig voneinander.
Vor der Analyse einigten sich die beiden Auswerter über die
Kriterien, die zur Bestimmung von Veränderungen zwischen Grundlinien-
und Nach-Wirkstoff-Bildern verwendet würden. Geringe Bildunterschiede,
die von beiden Auswertern wahrgenommen wurden, einschließlich der
Veränderung
des Durchmessers von mittleren und großen Arterien und fokale Verengung
oder kompletter Signalverlust in einer arteriellen Hauptstruktur,
wurden als Veränderungen
betrachtet. Die Bildsätze
wurden als unverändert,
zweideutig oder verändert bewertet. Übereinstimmung
wurde begründet,
wenn beide Auswerter in ihren unabhängigen Scanbewertungen übereinstimmten.
Eine gewichtete Kappa-Kenngröße von 0,64
für die
Interraterreabilität
zeigte ein sehr hohes Maß an Übereinstimmung
zwischen den Auswertern (p = 0,002, zweiseitig; ungewichtetes Kappa
= 0,70, p < 0,0001)
(Fleiss, JL, et al., Educ. Psychol. Meas., 33: 613–619, 1973).
-
Ergebnisse
der Studie über
Kokain-induzierte cerebrale Vasokonstriktion
-
Die
kardiovaskulären
Parameter der Grundlinie waren bei allen Probanden normal, wobei
die Herzfrequenz (HR) im Mittel 68 ± 2 bpm (Mittelwert ± SE) und
der systolische (Sys) und der diastolische (Dias) Blutdruck im Mittel
126 ± 3
bzw. 70 ± 3
mm Hg betrugen (7). Leichte Anstiege in HR,
Sys und Dias wurden in der Placebo-behandelten Gruppe (7)
beobachtet und wurden der Erwartungshaltung zugeordnet. Beide Kokaindosen
erhöhten
die Herzfrequenz für
die Dauer des Experiments, wobei Peakerhöhungen bei HR, Sys und Dias
(7) ungefähr
6–10 Minuten
nach der Wirkstoffverabreichung auftraten. Zwanzig Minuten nach Kokain-
oder Placeboverabreichung, am Mittelpunkt der MRA-Erhebung, blieben
HR und Dias bei allen Probanden, denen Kokain verabreicht worden
war, erhöht
und Sys blieb bei allen Probanden, denen 0,4 mg/kg Kokain verabreicht
worden war, erhöht
(7). Ein Kokaineffekt über alle Dosen (wiederholte
ANOVA-Messungen)
wurde für
HR und Dias beim 20-Minuten-Zeitpunkt nachgewiesen (7).
-
Die
Bildanalyse ergab eine Beziehung zwischen Kokainverabreichung und
angiographischen Veränderungen.
Alle Grundlinienbilder wurden als normal beurteilt. Die Auswerter
bestimmten, dass 5 von 8 Probanden, die 0,4 mg/kg Kokain erhielten,
angiographische Veränderungen
erlebten, die indikativ für
cerebrale Vasokonstriktion waren. Diese waren im Bereich von kleinen
Veränderungen
im arteriellen Durchmesser bis zu bemerkenswerteren Veränderungen,
einschließlich
fokaler Verengung oder einem vollständigen Signalverlust aus einer
arteriellen Hauptstruktur. Diese Veränderungen wurden in der posterioren
cerebralen Arterie, den mittleren cerebralen Arterien (6), vertebralen Arterien und den anterioren
und posterioren kommunizierenden Arterien nachgewiesen. Drei von
9 Probanden, die 0,2 mg/kg Kokain erhielten, hatten angiographische Veränderungen
in einigen Arterien, einschließlich
den anterioren kommunizierenden Arterien und den posterioren und
mittleren cerebralen Arterien. Bei einem von 7 Probanden, der Placebo
erhielt, wurde bestimmt, dass er einen veränderten post-Placebo-MRA-Scan
hatte. 8 zeigt die beobachtete Klassifizierung der Angiogrammergebnisse,
stratifiziert nach Kokaindosis für
alle Sätze
von Bildern. Die statistische Analyse der übereinstimmend bewerteten Scans
unter Verwendung eines „Linear-by-linear
association model" (Agresti,
A, Categorical Data Analysis. John Wiley & Sons, New York, 1990) für die Rangordnungen
0 = unverändert,
1 = zweideutig und 2 = verändert,
zeigte eine signifikante Assoziation einer steigenden Prävalenz der
veränderten Scans
mit zunehmender Kokaindosis (p = 0,041, einseitig) an. Wenn unterschiedlich
gewertete Scans eingeschlossen wurden, sank die Signifikanz der
Assoziation geringfügig
(p = 0,056). Diese Befunde zeigen eine offensichtliche Beziehung
zwischen der Kokainverabreichung und einem veränderten MRA-Scan; darüber hinaus
schien dieser Effekt dosisabhängig
zu sein. Eine stratifizierte Analyse dieser kleinen Probe nach der
Häufigkeit
des von den Probanden selbst berichteten Kokainkonsums während der
Lebensdauer (1–10
Mal, 11–40 Mal
oder mehr als 40 Mal) ergab eine statistisch stärkere Dosis-Antwort-Abhängigkeit
(p < 0,001), was
nahelegt, dass ein vorangegangener Kokainkonsum eine kumulative
Wirkung bei der Förderung
angiographischer Veränderungen,
die indikativ für
Vasokonstriktion sind, haben könnte.
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Das
Studienkonzept schloss eine direkte Messung der Plasmakokainspiegel
in der vorliegenden Studienpopulation aus. Allerdings erhielten
wir Plasmakokainspiegel durch gaschromatographische Analyse (Teoh,
Sk et al., J. Clin. Psychopharmacology 13: 87–99, 1993) aus vergleichbaren
Probanden, denen Kokain nach identischen Protokollen verabreicht
worden war. Es wurden in der Spitze Kokain-Plasmaspiegel von 230 ± 10 und
90 ± 10
ng/ml 6–8
Minuten nach intravenöser
Verabreichung von 0,4 (n = 3) bzw. 0,2 (n = 6) mg/kg Kokaindosen
gefunden. Kokain-Plasmaspiegel von 180 ± 30 und 80 ± 10 ng/ml
wurden 20 Minuten nach der Verabreichung von 0,4 bzw. 0,2 mg/kg
Kokaindosen gefunden, welche dem zeitlichen Mittelpunkt der vorliegenden
MRA-Erhebung entsprachen. Diese Werte und ihr Verlauf verlaufen
eng parallel zu jenen, die in einem kürzlich erschienen Bericht des
Zeitverlaufs der Kokainspiegel in venösem Plasma nach intravenöser Ko kainverabreichung
veröffentlicht
wurden (Evans, SM et al., J. Pharmacol. Exper. Therap. 279: 1345–1356, 1996).
-
Zusammenfassung
der Ergebnisse
-
Die
oben dargestellten Ergebnisse sind die ersten, die dokumentieren,
dass die intravenöse
Verabreichung einer relativ geringen Dosis an Kokain an im Übrigen gesunde
Menschen angiographische Veränderungen,
die indikativ für
cerebrale Vasokonstriktion sind, induzieren kann. Dieser Befund
legt nahe, dass niedrige Kokaindosen ausreichen, um eine cerebrovaskuläre Dysfunktion
zu induzieren. Die Daten spiegeln auch eine Dosis-Wirkungs-Abhängigkeit
zwischen Kokain und Vasokonstriktion wider. Dieser Befund legt nahe,
dass mittlere bis starke Kokainkonsumenten, die Kokainspiegel im
Plasma erzielen können,
die bei weitem jene übersteigen,
die wahrscheinlich in dieser Studie erzielt wurden, eine höhere Inzidenz
für cerebrale
Vasokonstriktion erfahren könnten.
Da eine cerebrale Vasokonstriktion mit Hypoperfusion in Verbindung
gebracht wurde und eine andauernde Hypoperfusion mit neuronaler
Dysfunktion in Verbindung gebracht wurde, zeigen die vorliegenden
Befunde, dass mittlerer bis starker Kokainkonsum wahrscheinlich
mit neuronaler Schädigung
verbunden ist.
-
Kumulative
Wirkungen von Kokain und die Ätiologie
chronischer Kokain-induzierter Dysfunktion des Gehirns
-
Obwohl
angenommen wird, dass ein chronischer Kokainmissbrauch erforderlich
ist, um dauerhaft Durchblutungsstörungen und kognitive Dysfunktion
zu bewirken, ist es gegenwärtig
unklar, welches Schwellenniveau der Kokainexposition zu diesen Bedingungen
führt.
Die kognitive Dysfunktion, die bei jemandem beobachtet wird, der
chronischen Kokainmissbrauch betreibt, ist abhängig von der Menge des konsumierten
Kokains, was eine kumulative Wirkung des Kokains auf die Gehirnfunktion
nahelegt. Die vorliegende Studie dokumentiert eine Abhängigkeit
des vorangegangenen Kokainkonsums von dem Hang, eine Vasokonstriktion
zu erleiden, was nahelegt, dass das Kokain eine kumulative Wirkung
bei der Erzielung von cerebraler Dysfunktion zusätzlich zu seiner akuten vasokonstriktorischen
Wirkung haben könnte.
In dieser Hinsicht verdoppelte der von den Probanden selbst berichtete
mehr als 10-malige Kokainkonsum im Verlauf ihres Lebens nahezu das Risiko,
eine Kokain-induzierte angiographische Veränderung (75%) zu erleiden,
im Vergleich zu dem Risiko, das Probanden ereilte, die von 10 oder
weniger Fällen
von Kokainkonsum im Laufe ihres Lebens berichteten (38%). Die vorliegenden
Daten legen nahe, dass die Inzidenz von Kokain-induzierter cerebraler
Vasokonstriktion bei Probanden er höht sein könnte, die von einer versuchsweisen
Einnahme zum gelegentlichen oder freizeitbedingten Gebrauch von
Kokain übergehen.
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Die
vorliegende Studie wurde zu einem einzigen Zeitpunkt nach Kokainverabreichung
durchgeführt, was
eine Analyse der Zeitabhängigkeit
der Kokain-induzierten Vasokonstriktion ausschloss. Da die Kokain-induzierte
Vasokonstriktion ein vorübergehendes
Phänomen
ist und da unser Zeitfenster für
ihren Nachweis kurz war, ist es vorstellbar, dass bei mehr Probanden,
als in der gegenwärtigen
Studie nachgewiesen wurden, eine Vasokonstriktion stattfand. Zusätzlich waren
wir nicht in der Lage, zu entscheiden, ob Kokain oder seine Metabolite,
von denen einige potente Vasokonstriktoren sind, die Konstriktion
vermitteln. Kokainmetabolite können
eine wichtige Rolle bei der Induktion verzögerter cerebraler Vasokonstriktion
spielen, da ihre Spiegel allmählich über mehrere
Stunden ansteigen und in extremen Fällen bis zu einige Wochen lang
fortbestehen. Folglich könnten
sie eine länger
andauernde cerebrale Vasokonstriktion, die mit einer reduzierten
Hirndurchblutung verbunden ist, auslösen.
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Die
vorliegende Studie verwendete eine intravenöse Kokainverabreichung als
Wirkstoffübertragungsverfahren,
wohingegen die intranasale Verabreichung und Rauchen der alkaloiden
Form „Crack" die üblicheren
Formen der Verabreichung sind. Von der Art der Verabreichung wurde
vermutet, dass sie mit der cerebrovaskulären Wirkung in Verbindung steht,
wobei die intravenöse
Route zu hämorrhagischen
Schlaganfällen führt und „Crack"-Rauchen sowohl zu ischämischen
als auch hämorrhagischen
Schlaganfällen
führt.
Es ist daher möglich,
dass verschiedene Formen von Kokain oder verschiedene Verabreichungswege
unterschiedliche Häufigkeiten
oder Schweregrade der Vasokonstriktion hervorrufen könnten. Allerdings
lässt unser
Auffinden einer Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Kokain und Vasokonstriktion
vermuten, dass eine cerebrale Vasokonstriktion wahrscheinlich auftritt,
sobald eine ausreichende Kokainkonzentration im Plasma erreicht
wird.
-
Darüber hinaus
zeigen die Ergebnisse dieser klinischen Studie eine echte und substanzielle
Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Kokain und cerebraler Vasokonstriktion.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Risiken von einzelnen Dosen
von Kokain bei der Förderung
cerebrovaskulärer
Abnormalitäten,
insbesondere bei Individuen mit anderen Risikofaktoren. Diese Daten
deuten auch stark darauf hin, dass es ein erhöhtes Risiko von cerebrovaskulärer Dysfunktion
bei Individuen gibt, die häufige
oder chronische Kokainkonsumanten sind, und dass diese Dysfunktion
progressiv sein könnte.
Zusammen heben diese Befunde die potenziellen Gefahren von Kokainkonsum
auf die cerebrovaskuläre
Funktion hervor und dokumentieren die Wichtigkeit von Cytosin-enthaltenden
oder Cytidin enthaltenden Behandlungen, wie z.B. CDP-Cholin, die
vor Vasokonstriktion und ihren Symptomen schützen oder diese korrigieren.
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BEISPIEL 3
-
Cerebraler Phosphormetabolismus
bei Heroinabhängigen,
die den Missbrauch mehrerer Drogen betreiben, während der Versorgung mit Methadon
-
Menschen,
die Heroinmissbrauch betreiben, haben cerebrale metabolische und
Durchblutungsanomalien, die über
die Dauer der Drogenintoxikation und des akuten Entzugs andauernd
(London, ED, et al. Res. Comm. Subst. Abuse 10: 141–144, 1989;
Rose, JS et al., Psychiatry Research: Neuroimaging 67: 39–47, 1996).
Eine Anzahl von Opiaten, einschließlich Kandidaten für die Behandlung
des Opiatmissbrauchs, wurden auf ihre Wirkungen auf die Gehirnfunktion
beurteilt (London, ED, et al. Res. Comm. Subst. Abuse 10: 141–144, 1989;
London, ED et al., Arch. Gen. Psychiatry 47: 73–81, 1990; Walsh, SL et al.,
Neuropsychopharmacology 10: 157–170,
1994). Allerdings hat bisher keine Studie die neurochemischen Wirkungen
des am meisten verbreitet verwendeten Interventionsmittels zur Behandlung
von Opiatmissbrauch, Methadon, untersucht. Von Methadon wurde gezeigt,
dass es bei der Verbesserung psychiatrischer Symptome und des Gesamtgesundheitszustandes
von jenen, die Opiatmissbrauch betreiben, wirksam ist (McLellan,
AT et al., JAMA 247: 1423–1428,
1982; Ball, JC et al., The effectiveness of methadone maintenance
treatment: Patients, programs, services, and outcome. New York,
Springer-Verlag, 1991). Allerdings ist unbekannt, ob diese klinischen
Verbesserungen mit einer verbesserten cerebralen Funktion in Verbindung
stehen. Folglich wurde die folgende Studie bei Heroinabhängigen,
die den Missbrauch mehrerer Drogen betreiben und die chronisch mit
Methadon behandelt wurden, durchgeführt, um unter Verwendung von
Phosphormagnetresonanzspektroskopie (31P MRS)
Indices der cerebralen Biochemie zu beurteilen. Die 31P
MRS erlaubt die nicht-invasive Messung der Membranintegrität und des
bioenergetischen Zustands des Gehirns.
-
Um
diese klinische Studie durchzuführen,
wurden Heroinabhängige,
die den Missbrauch mehrerer Drogen betreiben, (9 Frauen und 6 Männer im
Alter von 40 ± 4
Jahren, Mittelwert ± SD)
aus einer ambulanten Klinik für
Methadonversorgung (MM) rekrutiert. Potenzielle Probanden mit einer
Alkoholmissbrauchsgeschichte oder HIV-Infektion wurden aus der Studie
ausgeschlossen. Diese Population wurde auf Grundlage der MM-Behandlungsdauer
in zwei Gruppen eingeteilt: die Kurzzeitgruppe (n = 7, 40 ± 24 Wochen)
und die Langzeitgruppe (n = 8, 137 ± 53 Wochen). Die Methadondosis,
die diesen Proban den verabreicht wurde, lag im Bereich von 60–80 mg pro
Tag und war in den beiden MM-Behandlungsdauergruppen
statistisch gleich. Die gesamte Medizingeschichte, einschließlich zufälliger zweiwöchentlicher
Urintoxikologie-Tests über
die Dauer der Methadonversorgungstherapie wurden ausgewertet, um
die Studien-Populationsdemographie zu bestimmen. Positive Urintests
auf die folgenden Substanzen wurden häufiger als in 10% der Fälle gefunden:
Methadon – 98%;
Benzodiazepine – 39%;
Opiate – 37%;
Kokain – 18%.
Saubere Urin-Screens wurden in 26% der Fälle gefunden. Diese Häufigkeiten
waren über
alle MM-Dauer-Untergruppen statistisch gleich.
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Eine
altersangepasste Vergleichsgruppe (6 Frauen und 10 Männer im
Alter von 40 ± 4
Jahren) ohne eine Geschichte von Substanzmissbrauch oder neurologischen
oder psychiatrischen Störungen
wurde mit der identischen Vorgehensweise untersucht. Alle Probanden
erklärten
schriftlich ihr Einverständnis
des kompetenten Patienten gegenüber
dem "McLean Hospital
Institutional Review Board of Approval".
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Alle
Probanden stellten Atem- und Urinproben unmittelbar vor dem Scannen
bereit, um zu bestimmen, ob Restalkohol oder Konsum illegaler Drogen
kürzlich
aufgetreten war. Die Atemproben wurden mit einem Alco Sensor III
Breathalyzer (Intoximeters Inc., St. Louis, MO) analysiert. Eine
positive Atemalkoholprobe wurde als Grund für einen Studienausschluss genommen.
Die Urinproben wurden auf das Vorhandensein von illegalen Drogen
mit einem TriageTM-Test (Biosite Diagnostics,
San Diego, CA) analysiert. Ein positiver Urintest auf illegale Drogen
war kein Grund für
den Ausschluss in der MM-Population, da angenommen wurde, dass diese Gruppe
weiterhin Drogenkonsum betreiben würde. Die Häufigkeit eines positiven Triage-Tests
auf alle Substanzen war in den MM-Dauer-Untergruppen statistisch gleich.
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Bildgebung
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Spektren
wurden auf einem 1,5 Tesla General Electric Signa Scanner unter
Verwendung einer zweifach abgestimmten, linearen Proton-, quadratischen
Phosphor-Kopfspule (engl.: doubly-tuned, linear proton, quadrature
phosphorus head coil) erhalten. Ein axiales Gesamthirn-Schnittvolumen
von 50 mm Dicke wurde durch die orbitofrontalen/occipitalen Cortices,
wie beschrieben, festgelegt (Christensen, JD et al., Magn. Reson.
Med. 35: 658–663,
1996).
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Die
Spektren wurden mit VARPRO/MRUI (van den Boogaart, A et al., NMR
Biomed. 8: 87–93,
1995) bearbeitet. Ein 5 Hz Exponentiallinien-verbreiternder Filter
wurde verwen det und 7 Peaks wurden durch automatisches Fitten an
Gauß-Linien
angepasst: Phosphomonoester (PME), anorganischer Phosphor (Pi),
Phosphodiester (PDE), Phosphocreatin (PCr) und γ-, α- und β-Nukleosidphosphate. Das Gesamtphosphorsignal (Summe über alle
Peak-Flächen)
war über
alle Gruppen statistisch gleich, was die Verwendung der % Metabolit-Messung,
das Verhältnis
der Fläche
jedes Metabolit-Peaks geteilt durch die Gesamtphosphorfläche, zum Vergleich
zwischen den Gruppen erlaubte (Klunk, W et al., Neurobiol. Aging
15: 133–140,
1994). Statistische Analysen wurden unter Verwendung eines nicht-gepaarten zweiseitigen
t-Tests durchgeführt.
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Ergebnisse
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Die
Molprozentwerte von PME und PDE waren in der MM-Population signifikant
höher und
die Molprozent von PCr waren signifikant erniedrigt (9).
Bei Unterteilung in die Kurzzeit- und Langzeit-MM-Behandlungsuntergruppen
traten verschiedene Profile von cerebralen Phosphormetabolitanomalien
auf. Die Kurzzeit-MM-Gruppe hatte erhöhte(s) % PME, % PDE und β-NTP/PCr-Verhältnis und
reduzierte(s) % PCr, % NTP und PCr/Pi-Verhältnis.
Im Gegensatz dazu unterschied sich die Langzeit-MM-Gruppe von der
gesunden Vergleichsgruppe nur dadurch, dass sie reduzierte % PCr-Spiegel
hatte. Diese Gruppe unterschied sich von der Kurzzeit-MM-Gruppe,
die höhere
% PCr-Soiegel und niedrigere % PDE-Spiegel hatte (9).
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Zusammenfassung
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Die
oben dargestellten Befunde zeigten sowohl erhöhte PME- und PDE- als auch
erniedrigte PCr-Spiegel bei Heroinabhängigen, die den Missbrauch
mehrerer Drogen betreiben. Dies könnte eine Membran-Dysfunktion
und eine Störung
des oxidativen Metabolismus als Folge von Durchblutungsstörungen widerspiegeln.
Das Profil der Metaboliten ist einzigartig im Vergleich zu Befunden
bei Probanden, die Kokainmissbrauch betreiben, bei denen nur PME-
und PDE-Erhöhungen
festgestellt wurden, und bei Kokainabhängigen, die den Missbrauch
mehrerer Drogen betreiben, bei denen erhöhte PME- und erniedrigte β-NTP-Spiegel gefunden
wurden. Dies weist darauf hin, dass Population mit Missbrauch mehrerer
Drogen mit verschiedenen Primärsubstanz-Missbrauchsmustern
unterschiedliche Phosphormetabolit-Profile haben könnten.
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Die
vorliegenden Daten sind ziemlich interessant in der Hinsicht, dass
sie eine offensichtliche Normalisierung der meisten cerebralen Phosphormetabolite
bei Probanden, die sich einer längeren
MM-Therapie unterzogen haben, dokumentieren. In diesem Zusammenhang waren
nur die PCr-Spiegel in der Langzeit-MM-Gruppe abnormal; die PCr-
und PDE-Spiegel
in dieser Gruppe waren gegenüber
der Kurzzeit-MM-Gruppe signifikant höher und niedriger (eher normal).
Diese offensichtliche Verbesserung ist konsistent mit einer vorangegangenen
Studie, die verbesserte Gehirndurchblutung bei Kurzzeit-Abstinenz
vom Heroinmissbrauch dokumentierte (Rose, JS et al., Psychiatry
Research: Neuroimaging 67: 39–47,
1996). Weiterhin ermutigend sind die vorliegenden Daten dahin gehend,
dass eine Verbesserung der Metabolite bei Probanden mit andauerndem
Konsum illegaler Substanzen bemerkt wurde (Opiat-positive Urinproben
in fast 40% der Fälle).
Dies zeigt, dass eine Abstinenz zur Normalisierung bestimmter Aspekte
der Gehirnfunktion nicht erforderlich ist. Zusammenfassend deuten
die vorliegenden Befunde darauf hin, dass cerebrale Phosphormetabolite
nützliche
Marker für
die Hirngesundheit und Behandlungseffizienz in Individuen mit einer
Missbrauchsgeschichte mit mehreren Drogen sind. Mit der obigen Studie
wird auch gezeigt, dass bestimmte Aspekte des veränderten
Phosphormetabolismus bei Heroinsüchtigen
im Vergleich zu den Befunden bei Probanden, die Kokainmissbrauch
betreiben, einzigartig sind. Andere Aspekte dieses veränderten
Metabolismus, wie zum Beispiel Membran-Dysfunktion und Störung des
oxidativen Metabolismus als Folge von Durchblutungsstörungen, sind
bei beiden Gruppen des Drogenmissbrauchs üblich und können daher mit Cytosin-enthaltenden
und Cytidin-enthaltenden Verbindungen, wie z.B. CDP-Cholin, behandelt
werden.
-
BEISPIEL 4
-
Cytidin-enthaltende
und Cytosin-enthaltende Verbindungen
-
Die
hierin beschriebenen Versuche am Menschen verwendeten ausschließlich die
Cytidinenthaltende Verbindung CDP-Cholin – auch als Citicolin bekannt –, die von
Interneuron Pharmaceuticals Inc. erhalten wurde. Trotzdem ist jede
einer Vielzahl von Cytidinenthaltenden oder Cytosin-enthaltenden
Verbindungen für
die Behandlung der hierin beschriebenen Beschwerden geeignet, da
die Cytidin-Komponente dieser Verbindung für die günstigen Wirkungen, die in diesen
Versuchen beobachtet wurden, verantwortlich ist. Beispiele von verwendbaren
Cytidin-enthaltenden oder Cytosin-enthaltenden Verbindungen können jede
Verbindung einschließen,
die eine der folgenden Verbindungen enthält: Cytosin, Cytidin, CMP,
CDP, CTP, dCMP, dCDP und dCTP. Bevorzugte Cytidin-enthaltende Verbindungen
schließen
CDP-Cholin und Cytidin-5'-diphosphocholin
[Natriumsalz] ein. Die obige Liste der Cytidin-enthaltenden und
Cytosin-enthaltenden Verbindungen dient zur Veranschaulichung der
Verbindung und die oben beschriebenen Verbindungen sind kommerziell
erhältlich,
zum Beispiel von Sigma Chemical Company (St. Louis, MO). Die Molekülstruktur
von CDP-Cholin [Natriumsalz] ist in 10 zur
Verfügung
gestellt.
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Wie
oben bemerkt, ist eine bestimmte Quelle von CDP-Cholin Interneuron
Pharmaceutical, Inc. Die Verbindung, die aus dieser Quelle erhalten
wurde, hat die folgenden Eigenschaften:
Chemische Formel: C14H25N4O11P2Na
Molekulargewicht:
510,31
Physikalische und chemische Eigenschaften: vollständig in
Wasser als 10%ige Lösung
löslich;
in 100% Ethanol praktisch unlöslich.
Der
pH in Wasser liegt zwischen 6,5 und 7,5.
-
Eine
verfügbare
klinische Dosierungsform von CDP-Cholin für die orale Verabreichung ist
eine längliche
500 mg-Tablette. Jede Tablette enthält 522,5 mg Natrium-CDP-Cholin,
was 500 mg CDP-Cholin entspricht. Passende Placebotabletten sind
ebenfalls erhältlich.
Die Trägerstoffe,
die sowohl in den aktiven als auch den Placebotabletten enthalten
waren, sind Talkum, Magnesiumstearat, kolloidales Siliziumdioxid,
hydriertes Rizinusöl,
Natriumcarboxymethylzellulose und mikrokristalline Zellulose.
-
CDP-Cholin
ist eine natürlich
vorkommende Verbindung, die aus Cytidin-5'-triphosphat und Phosphocholin mit begleitender
Produktion von anorganischem Pyrophosphat in einer reversiblen Reaktion
synthetisiert wird, die von dem Enzym CTP:Phosphocholincytidylyltransferase
katalysiert wird (Weiss, Metabolism and Actions of CDP-choline as
an Exogenous Compound and Aministered Exogenously as Citicholine,
Life Sciences 56: 637–660,
1995).
-
BEISPIEL 5
-
Verabreichung von Cytidin-enthaltenden
und Cytosin-enthaltenden Verbindungen
-
Cytidin-enthaltende
und Cytosin-enthaltende Verbindungen, wie zum Beispiel CDP-Cholin, sind natürlich vorkommende
endogene Verbindungen. CDP-Cholin wird selbst in einer Form als
Natriumsalz für
klinische Zwecke synthetisiert (siehe 10). Eine
klinische Dosierungsform für
die orale Verabreichung ist eine längliche 500 mg-Tablette. Jede
Tablette enthält
522,5 mg Natrium-CDP-Cholin, was 500 mg CDP-Cholin entspricht. Zur
einfacheren Verabreichung können
solche Tabletten in kleinere Stücke
geschnitten oder zerdrückt werden.
Vorzugsweise werden Cytosin-enthaltende und Cytidin-enthaltende
Verbindungen, wie zum Beispiel CDP-Cholin, bei einer Dosierung von
mindestens 500 mg zweimal täglich
durch orale Verabreichung verabreicht.
-
Oral
verabreichtes CDP-Cholin is biologisch verfügbar, wobei mehr als 99% des
CDP-Cholins und/oder
seiner Metaboliten absorbiert und weniger als 1% über Fäces ausgeschieden
werden. CDP-Cholin, entweder oral oder intravenös verabreicht, wird schnell
in die beiden zirkulierenden Hauptmetabolite, Cholin und Cytidin,
umgewandelt. Die Hauptausscheidungswege sind Lunge (12,9%) und Urin
(2,4%); der Rest der Dosis (83,9%) wird offensichtlich metabolisiert
und im Gewebe behalten.
-
Andere
Formulierungen zur Behandlung oder Vorbeugung der hierin beschriebenen
Zustände
können die
Form einer Cytosin-enthaltenden oder Cytidin-enthaltenden Verbindung,
wie z.B. CDP-Cholin, in Kombination mit einem pharmazeutisch geeigneten
Lösungsmittel,
Träger,
Stabilisator oder Trägerstoff
annehmen. Die übliche
pharmazeutische Praxis wird eingesetzt, um geeignete Formulierungen
oder Zusammensetzungen zur Verabreichung solcher Zusammensetzungen
an den Patienten bereitzustellen. Die orale Verabreichung ist bevorzugt,
aber jeder andere geeignete Verabreichungsweg kann eingesetzt werden,
zum Beispiel die parenterale, intravenöse, subkutane, intramuskuläre, intracraniale,
intraorbitale, ophthalmische, intraventrikuläre, intrakapsuläre, intraspinale,
intracisternale, intraperitoneale, intranasale oder Aerosol-Verabreichung.
Therapeutische Formulierungen können
z.B. in Form von flüssigen
Lösungen
oder Suspensionen (wie z.B. für
die intravenöse
Verabreichung) sein; für
die orale Verabreichung können
die Formulierungen in Form von Flüssigkeiten, Tabletten oder
Kapseln sein; und für
intranasale Formulierungen in Form von Pulvern, Nasentropfen oder
Aerosolen.
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Im
Stand der Technik gut bekannte Verfahren zur Herstellung von Formulierungen
sind zum Beispiel beschrieben in „Remington's Pharmaceutical Sciences", Mack Publishing
Company, Easton, PA. Formulierungen zur parenteralen Verabreichung
können
zum Beispiel Hilfsstoffe, steriles Wasser oder Salzlösung, Polyalkylenglycole,
wie zum Beispiel Polyethylenglycol, Öle pflanzlichen Ursprungs oder
hydrierte Naphthaline sein.
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Falls
gewünscht
können
Verabreichungssysteme mit langsamer Freisetzung oder verzögerter Freisetzung
verwendet werden. Biologisch verträgliche, biologisch abbaubare
Laktidpolymere, Laktid/Glycolid-Copolymere oder Polyoxyethylen-Polyoxypropylen-Copolymere
können
zur kontrollierten Freisetzung von Verbindungen verwendet werden.
Andere potenziell verwendbare parenterale Verabreichungssysteme
schließen Ethylen-Vinylacetat-Copolymerpartikel,
osmotische Pumpen, implantierbare Infusionssysteme und Liposomen ein.
Formulierungen zur Inhalation können
Hilfsstoffe, zum Beispiel Laktose, enthalten oder können wässerige Lösungen sein,
die zum Beispiel Polyoxyethylen-9-laurylether, Glycocholat und Desoxycholat
enthalten, oder können ölige Lösungen zur
Verabreichung in Form von Nasentropfen oder als ein Gel sein.
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Im
Allgemeinen werden Cytosin-enthaltende oder Cytidin-enthaltende
Verbindungen, wie zum Beispiel CDP-Cholin, in einer Dosierung, die
für die
zu erreichende Wirkung geeignet ist, verabreicht, und werden typischerweise
in einer Einheitsdosierungsform verabreicht. Wie oben bemerkt, ist
der bevorzugte Verabreichungsweg für die meisten Indikationen
oral.
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Eine
wirksame Menge einer Cytidin-enthaltenden oder Cytosin-enthaltenden
Verbindung wird eingesetzt, um die hierin beschriebenen Zustände zu behandeln.
Die exakte Dosierung der Verbindung kann zum Beispiel von dem Alter
und dem Gewicht des Empfängers,
dem Verabreichungsweg und der Schwere und Art der zu behandelnden
Symptome abhängen.
Im Allgemeinen sollte die Dosierung so gewählt werden, dass sie ausreicht,
den Zustand oder eines oder mehrere seiner Symptome zu verhindern,
zu lindern oder zu behandeln, ohne signifikante toxische oder unerwünschte Nebenwirkungen
hervorzurufen.
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In
dem Falle von CDP-Cholin gibt es keine berichteten Fälle einer Überdosierung.
Die CDP-Cholin-Toxizität
ist weitgehend selbst-limitierend, die orale Aufnahme großer Mengen
in vorklinischen Studien zeigt übliche
cholinerge Symptome (Speichelfluss, Tränenfluss, Urinieren, Stuhlgang
und Erbrechen).
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Andere Ausführungsformen
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Vorzugsweise
werden die Cytidin-enthaltenden und Cytosin-enthaltenden Verbindungen,
wie sie hierin beansprucht werden, zur Behandlung von humanen Patienten
verwendet, sie können
aber auch zum Behandeln jedes anderen Säugers, wie zum Beispiel eines
beliebigen Haustiers oder domestizierten Viehs, eingesetzt werden.
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Für jede dieser
zusätzlichen
Verwendungen wird die Cytidin-enthaltende oder Cytosinenthaltende
Verbindung durch die allgemeinen Verfahren, die hierin beschrieben
sind, verabreicht.
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Andere
Ausführungsformen
sind innerhalb der Ansprüche.
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Beansprucht
wird: