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Die
vorliegende Erfindung betrifft von Pflanzenölen abgeleitete Ester als Additive
für Dieselbrennstoffe mit
geringem Schwefelgehalt. Diese Ester verbessern die Brennraumablagerung
und zusätzlich
auch die Schmierfähigkeit
des Dieselbrennstoffs.
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Obwohl
die Schmiermittelanforderungen von Dieselmotoren im Grunde dieselben
sind wie die von Ottomotoren, stellen Dieselmotoren normalerweise,
größtenteils
aufgrund des verwendeten Kraftstofftyps, höhere Anforderungen an das Schmieröl. Da Dieselbrennstoffe
im Vergleich zu Benzinen relativ schwer und nicht flüchtig sind,
ist es schwierig, eine vollständige
und saubere Verbrennung zu erzielen, und die Produkte einer unvollständigen Verbrennung
neigen dazu, die Schmiermittelanforderungen von Motoren zu erschweren.
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In
Benzinmotoren wird der flüchtige
Brennstoff in der Ansaugleitung größtenteils verdampft, so daß das Luft-Brennstoff-Gemisch,
das die Verbrennungskammern erreicht, das Benzin in Form von Dampf und/oder
fein verteiltem "Nebel" enthält. Trotz
dieser für
eine saubere und vollständige
Verbrennung günstigen Bedingungen
leiden Benzinmotoren in vielen Betriebszuständen unter einer schlechten
Verbrennung, was zur Bildung von Ruß und Harzen führt, die
dann die Kolben passieren, das Motorenöl kontaminieren und schließlich zur
Bildung von Schlamm- und lackartigen Ablagerungen führen können.
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Auch
bei Dieselmotoren führt
eine unvollständige
Verbrennung zur Bildung von Ruß und
Harzen; aufgrund der komplexeren Kohlenwasserstoffstruktur von Dieselbrennstoffen
kann eine solche Ruß-
und Harzbildung leicht in größerem Umfang
erfolgen, als es bei Benzinen in Ottomotoren der Fall ist. Diese
stärkere
Neigung zu Ruß-
und Harzbildung bedingt zu einem großen Teil die höheren Schmierölanforderungen
von Dieselmotoren. Im allgemeinen neigen Dieselmotoren stärker zu
einem Verkleben der Kolbenringe und zur Bildung von lackartigen
Ablagerungen auf dem Kolben, was auf die Ansammlung und das Festbacken
von Ruß und Harzen
aus dem Brennstoff auf diesen heißen Oberflächen zurückzuführen ist. Das Motorenöl neigt
auch zu einer schnelleren und stärkeren
Kontamination mit Ruß und
Harzen, was in schwerwiegenden Fällen
zur Bildung schwerer Schlammablagerungen auf Ölfiltern und Motoroberflächen führt.
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Das
US-Patent Nr. 1,692,784 (Orelup et al., 20. November 1928) betrifft
Brennstoffe für
Verbrennungsmotoren und Bestandteile zur Behandlung solcher Brennstoffe.
Diese Druckschrift befaßt
sich hauptsächlich mit
einem flüssigen
Brennstoff, der die Eigenschaft besitzt, "Kohlenstoff' von den Zylindern eines Motors zu entfernen
und die Bildung solchen "Kohlenstoffs" zu verhindern.
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Es
wird eine Zusammensetzung oder ein Bestandteil bereitgestellt, welche
bzw. welcher so ausgestaltet ist, daß er bzw. sie direkt zu flüssigem Brennstoff
mit gewöhnlichen
Merkmalen, wie z.B. Benzin, zugegeben werden kann, wodurch ein gemischter
oder behandelter Brennstoff erzeugt wird, der die Eigenschaft besitzt, die
Bildung von Kohlenstoff in dem Motor, in dem er verwendet wird,
zu verhindern oder zu reduzieren, und der auch dazu neigt, eventuell
bereits in dem Motor vorhandenen Kohlenstoff ganz oder teilweise
zu eliminieren.
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Das
US-Patent Nr. 2,210,140 (Colbeth, 6. August 1940) betrifft ein Schmiermittel,
welches durch Mischen eines Esters mit einem organischen Produkt,
das entweder eine Flüssigkeit
oder ein Feststoff sein kann, erzeugt wird und Schmiereigenschaften
besitzt.
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Gemäß dieser
Druckschrift wird ein Schmiermittel produziert, welches Mineralölschmiermittel
für Schmierzwecke übertrifft.
Auch wird das Vorhandensein von Pflanzenölen oder fetthaltigem Material,
welches) einer Zersetzung unterliegen und zu Schwierigkeiten, wie
z.B. der Bildung von Gummi und der Erzeugung von Klebrigkeit, führen würde(n),
verhindert.
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Bei
der Realisierung dieser Druckschrift werden Ester von aliphatischen
Säuren
gebildet und diese Ester werden mit einem organischen Produkt mit
Schmiereigenschaften, mit welchem die Ester eine Lösung bilden,
gemischt oder verbunden. Die aliphatischen Säuren, die zu diesem Zweck verestert
werden, sollten wenigstens elf Kohlenstoffatome enthalten und sind
in Pflanzenölen
in großen
Mengen vorhanden. Einige der aliphatischen Säuren, die als für diesen
Zweck geeignete Säuren
genannt werden können,
sind folgende: Ölsäure, Stearinsäure, Ricinolsäure, Linolsäure und
andere, die allgemein in Pflanzenölen zu finden sind. Die Ester können entweder
Methyl, Ethyl, Propyl, Isopropyl, Butyl, Isobutyl, Amyl, Isoamyl,
Glycol, Diethylenglycol und höhere
Glycole usw. sein. Die Alkohole, die verwendet werden, um die in
dieser Erfindung verwendeten Ester herzustellen, sollten nicht mehr
als zwei Hydroxylgruppen aufweisen oder der Rest davon sollte eine
Valenz von weniger als 3 haben.
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Das
US-Patent Nr. 4,031,019 (Bell, 21. Juni 1977) betrifft Verbindungen,
die durch Direktveresterung von Fettsäuren und bestimmten Alkoholen
oder durch Umesterung von Pflanzenölen mit Alkoholen hergestellt werden.
Es betrifft weiterhin Verbindungen, die durch Schwefeln der Alkoholester
hergestellt werden. Die Verbindungen sind als Schmiermittel beim
Stranggießen
von Stahl und als Schmiermitteladditive für extreme Bedingungen nützlich.
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Das
US-Patent Nr. 4,695,411 (Stern et al., 22, September 1987) betrifft
ein neues Verfahren zum Herstellen einer Fettsäureesterzusammensetzung, die
einen großen
Anteil an Ethylestern enthält,
die als Ersatz für
Gasöl als
Motorenbrennstoff nützlich
sind, wobei die Rohmaterialien aus Öl oder einem Schmiermittel pflanzlichen
oder tierischen Ursprungs und einem oder mehreren Alkoholen, hauptsächlich hydriertem
Ethylalkohol, bestehen. Es betrifft auch die durch das Verfahren
erhaltenen Esterzusammensetzungen.
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Diese
Ester sind für
eine Verwendung als Ersatzstoff für Gasöl bestimmt und müssen eine
hohe Reinheit, im allgemeinen einen Estergehalt von wenigstens 97%,
aufweisen. Andererseits ist es wünschenswert, daß die gewichtsmäßige Ausbeute
an Rohestern im Verhältnis
zu dem Öl
und ungeachtet des Alkoholgehalts in der Esterphase wenigstens gleich
95% ist und vorzugsweise 97 bis 102% beträgt.
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Die
Umesterung oder Alkoholyse von Triglyceriden oder Ölen pflanzlichen
oder tierischen Ursprungs in der Gegenwart eines alkoholischen oder
sauren oder basischen Katalysators führt in vorteilhafter Weise
zur Bildung von Fettsäureestern
von Alkohol und Glycerol.
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Das
US-Patent Nr. 4,920,691 (Fainman, 1. Mai 1990) betrifft Additive
für flüssige Brennstoffe
und insbesondere ein Additiv für
Dieselbrennstoff, welches die Leistung, die Brennstoffeffizienz
und die Emissionssteuerung eines den Brennstoff verwendenden Fahrzeugs
verbessert.
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Beispiele
von Carbonsäuren
mit hohem Molekulargewicht oder Estern davon, die als Additiv gemäß dieser
Quellenangabe verwendet werden können,
sind Ölsäure, Stearinsäure, Palmitinsäure, Pelargonsäure, Hexansäure, Dodecylpelargonat,
Sorbitanmonooleat, Isopropylpalmitat und Butylstearat.
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Das
US-Patent Nr. 5,338,471 (Lal, 16. August 1994) betrifft Pflanzenöle, die
zu wenigstens 60% einfach ungesättigt
sind, Pflanzenöle,
die umgeestert sind und wenigstens einen Pourpoint-Erniedriger enthalten. Zusätzlich zu
Pourpoint-Erniedrigern enthält
das Pflanzenöl-
und umgeesterte Produkt auch ein leistungssteigerndes Additiv, welches
dafür ausgestaltet
ist, die Leistung des Pflanzenöl-
und umgeesterten Produkts, wenn es in hydraulischen Flüssigkeiten,
Zweitaktverbrennungsmotoren, Getriebeölen und Motorenölen für Personenkraftwagen
verwendet wird, zu verbessern.
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Das
US-Patent Nr. 5,522,906 (Hashimoto et al., 4. Juni 1996) betrifft
eine Benzinzusammensetzung, welche folgendes umfaßt:
- (a) Benzin,
- (b) 1-10.000 ppm eines die Bildung von Ablagerungen hemmenden
Stoffs oder eines Detergens, welches ein basisches Stickstoffatom
enthält,
- (c) 1-10.000 ppm eines Trägeröls und
- (d) einen oder mehrere die Hitzebeständigkeit verbessernde Stoffe,
ausgewählt
aus der Gruppe, bestehend aus:
(d-1) einem Ester einer Fettsäure und
einer Alkylenoxid-Additionsverbindung, wobei die Verbindung, zu
der das Alkylenoxid zugegeben wird, die nachfolgende Formel (I)
hat: wobei
X folgendes repräsentiert (worin
Z1 und Z2 jeweils
ein Wasserstoffatom, eine Trifluormethylgruppe oder eine substituierte
oder unsubstituierte Alkyl- oder Alkenylgruppe mit 1-6 Kohlenstoffatomen
oder eine Phenylgruppe sind) und Y1 und
Y2 jeweils ein Wasserstoffatom oder eine
substituierte oder unsubstituierte Alkyl- oder Alkenylgruppe mit
1-6 Kohlenstoffatomen oder eine Phenylgruppe sind.
(d-2) einer
Verbindung, die durch die Esteraustauschreaktion eines Alkohols
und eines Alkylenoxidaddukts eines Triglyceridtyp-Fetts oder -Öls davon
erhalten wird,
(d-3) einer aliphatischen oder aromatischen
Carbonsäure
mit 12-30 Kohlenstoffatomen,
(d-4) einem Metallsalz einer aliphatischen
oder aromatischen Carbonsäure
mit 4-30 Kohlenstoffatomen,
(d-5) einem Ester einer aliphatischen
oder aromatischen Carbonsäure
mit 12-30 Kohlenstoffatomen und einem Alkohol mit 1-8 Kohlenstoffatomen
und
(d-6) einem Ester von Borsäure.
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Das
US-Patent Nr. 5,525,126 (Basu et al., 11. Juni 1996) umfaßt ein Verfahren
zur Herstellung von Estern aus einem ein Fett oder ein Öl enthaltenden
Rohmaterial. Das Verfahren umfaßt
das Mischen des Rohmaterials mit einem Alkohol und einem Katalysator
unter Bildung eines Reaktionsgemischs. Der Katalysator enthält ein Gemisch
aus Calciumacetat und Bariumacetat. Das Reaktionsgemisch wird auf
eine Temperatur erhitzt, die die Bildung von Estern bewirkt. Dieses
Verfahren ist dahingehend einzigartig, daß in einem einzigen Schritt
ein Öl
mit einem hohen Gehalt an freien Fettsäuren in ein Öl mit einem
Gehalt von weniger als 10 Gew.-% an freien Fettsäuren umgewandelt wird.
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Die
EP 0 635 558 A beschreibt
eine Gasölzusammensetzung
(Dieselbrennstoff) mit einem Schwefelgehalt von gleich oder weniger
als 0,2 Gew.-% und mit einem Gehalt an aromatischen Kohlenwasserstoffen von
weniger als 30 Gew.-%, dadurch gekennzeichnet, daß die Zusammensetzung
als ein die Schmierfähigkeit verbesserndes
Mittel eine innerhalb des Bereichs von 100 bis 10.000 ppm (Teilen
pro Million Gewichtsteilen) liegende Menge an C
1-C
5-Alkylestern eines Gemischs aus gesättigten
und ungesättigten,
geradkettigen Fettsäuren
mit C
12 bis C
22 Kohlenstoffatomen,
abgeleitet von pflanzlichen Ölsamen,
enthält.
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Die
GB 2 090 611 A beschreibt
eine brennbare Zusammensetzung, die 20 bis 90 Vol.-% wenigstens eines
Gasöls,
5 bis 60 Vol.-% Methanol und 5 bis 60 Vol.-% wenigstens eines C
1-3-Alkylesters
einer gesättigten oder
ungesättigten
C
6-22-Fettsäure umfaßt.
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Gemäß der vorliegenden
Erfindung wird eine Brennstoffzusammensetzung bereitgestellt, die
folgendes umfaßt:
- (A) wenigstens einen Dieselbrennstoff mit einem
Schwefelgehalt von nicht mehr als 0,5 Gew.-% und
- (B) Ester aus der Umesterung wenigstens eines Pflanzenöltriglycerids
der Formel wobei das Pflanzenöltriglycerid
einen Ölsäuregehalt
von wenigstens 60 Gew.-% und einen Linol- und Linolensäuregehalt von nicht mehr als
15 Gew.-% hat und R1, R2 und
R3 aliphatische Hydrocarbylgruppen sind, die
von etwa 6 bis etwa 24 Kohlenstoffatome enthalten, mit einem Alkohol
der Formel R4OH, worin R4 eine aliphatische
Gruppe ist, die von 1 bis etwa 24 Kohlenstoffatome enthält, und
wobei das Pflanzenöltriglycerid Sonnenblumenöl, Distelöl, Maiskeimöl, Baumwollsamenöl, Palmöl, Sojabohnenöl oder Rapssamenöl umfaßt.
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Verschiedene
bevorzugte Merkmale und Ausführungsformen
der vorliegenden Erfindung werden nun anhand nicht beschränkender
Beispiele beschrieben.
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(A) Der Dieselbrennstoff
mit geringem Schwefelgehalt
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Die
Dieselbrennstoffe, die für
diese Erfindung geeignet sind, können
alle Dieselbrennstoffe mit einem Schwefelgehalt von nicht mehr als
0,5 Gew.-% und vorzugsweise nicht mehr als 0,05% Gew.-%, bestimmt durch
das in ASTM D 2622-87 spezifizierte Testverfahren mit der Bezeichnung "Standard Test Method
for Sulfur in Petroleum Products by X-Ray Spectrometry", sein. Irgendein
Brennstoff mit der angegebenen Schwefelmenge und einem Siedebereich
und einer Viskosität,
die für
eine Verwendung in einem Dieselmotor geeignet sind, kann verwendet
werden. Diese Brennstoffe haben typischerweise zu 90% eine Punktdestillationstemperatur
im Bereich von 300°C
bis 390°C,
vorzugsweise 330°C
bis 350°C.
Die Viskosität
dieser Brennstoffe liegt typischerweise im Bereich von 1,3 bis 24
Centistoke bei 40°C.
Diese Dieselbrennstoffe können
als irgendeiner der Grade Nr. 1-D,
2-D oder 4-D klassifiziert werden, wie es in ASTM D 975 mit dem
Titel "Standard
Specification for Diesel Fuel Oils" dargelegt ist. Diese Dieselbrennstoffe
können
auch Alkohole enthalten.
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(B) Die umgeesterten Ester
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Der
umgeesterte Ester wird durch Umsetzen eines Pflanzenöle enthaltenden
natürlichen Öls mit einem
Alkohol gebildet. Diese natürlichen Öle sind
Triglyceride der Formel
worin R
1,
R
2 und R
3 aliphatische
Kohlenwasserstoffgruppen sind, die zu wenigstens 60% einfach ungesättigt sind,
zu nicht mehr als 15 Gew.-% mehrfach ungesättigt sind und 6 bis 24 Kohlenstoffatome
enthalten. Der Begriff "Kohlenwasserstoffgruppe", wie er hierin verwendet
wird, bezeichnet ein Radikal mit einem Kohlenstoffatom, welches
direkt an den Rest des Moleküls
angehängt
ist. Die aliphatischen Kohlenwasserstoffgruppen umfassen die folgenden:
- (1) Aliphatische Kohlenwasserstoffgruppen,
d.h. Alkylgruppen, wie Heptyl, Nonyl, Undecyl, Tridecyl, Heptadecyl;
Alkenylgruppen, die eine einzige Doppelbindung enthalten, wie Heptenyl,
Nonenyl, Undecenyl, Tridecenyl, Heptadecenyl, Heneicosenyl; Alkenylgruppen,
die 2 oder 3 Doppelbindungen enthalten, wie 8,11-Heptadecadienyl
und 8,11,14-Heptadecatrienyl. Alle Isomere davon sind umfaßt, doch
geradkettige Gruppen werden bevorzugt.
- (2) Substituierte aliphatische Kohlenwasserstoffgruppen, d.h.
Gruppen, die Nicht-Kohlenwasserstoff-Substituenten
enthalten, welche im Kontext dieser Erfindung den vorherrschenden
Kohlenwasserstoffcharakter der Gruppe nicht verändern. Fachleuten auf dem Gebiet
sind geeignete Substituenten geläufig;
Beispiele sind Hydroxy, Carbalkoxy (insbesondere niederes Carbalkoxy)
und Alkoxy (insbesondere niederes Alkoxy), wobei der Begriff "nieder" Gruppen bezeichnet,
die nicht mehr als 7 Kohlenstoffatome enthalten.
- (3) Heterogruppen, d.h. Gruppen, die, während sie im Kontext dieser
Erfindung vorherrschend aliphatischen Kohlenwasserstoffcharakter
besitzen, Atome, die nicht Kohlenstoff sind, in einer Kette oder
einem Ring enthalten oder auf andere Weise aus aliphatischen Kohlenstoffatomen
bestehen. Geeignete Heteroatome liegen für Fachleute auf dem Gebiet
auf der Hand und umfassen beispielsweise Sauerstoff, Stickstoff und
Schwefel.
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Vorzugsweise
sind die natürlich
vorkommenden Triglyceride Pflanzenöltriglyceride.
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Die
Fettsäurereste
sind dergestalt, daß das
Triglycerid zu wenigstens 60%, bevorzugt wenigstens 70% und ganz
besonders bevorzugt wenigstens 80% einfach ungesättigt ist. Gewöhnliches
Sonnenblumenöl
hat einen Ölsäuregehalt
von 25-30 Prozent. Durch genetisches Modifizieren der Samen von
Sonnenblumen kann ein Sonnenblumenöl erhalten werden, dessen Ölsäuregehalt
60 Prozent bis zu 90 Prozent beträgt. Das heißt, die R1-,
R2- und R3-Gruppen
sind Heptadecenylgruppen und die R1COO–-
, R2COO–-
und R3COO–-Gruppen
bis zur 1,2,3-Propantriylgruppe -CH2CHCH2- sind der Rest eines Ölsäuremoleküls. Die US-Patente Nr. 4,627,192 und
4,743,402 offenbaren die Herstellung von Sonnenblumenöl mit hohem Ölsäuregehalt.
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Beispielsweise
hat ein Triglycerid, welches ausschließlich aus einem Ölsäurerest
besteht, einen Ölsäuregehalt
von 100% und ist folglich zu 100% einfach ungesättigt. Wenn das Triglycerid
aus Säureresten
besteht, die 70% Ölsäure, 10%
Stearinsäure,
5% Palmitinsäure,
7% Linolsäure
und 8% Hexadecensäure
umfassen, beträgt
der einfach ungesättigte
Gehalt 78%. Es ist auch bevorzugt, daß der einfach ungesättigte Charakter
von einem Oleylradikal abgeleitet ist, d.h.

ist der Rest von Ölsäure. Die
bevorzugten Triglyceridöle
sind Öle
mit hohem Ölsäuregehalt,
d.h. genetisch modifizierte (zu wenigstens 60 Prozent) Säurerest-Triglyceridöle. Typische
genetisch modifizierte Pflanzenöle,
die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden, sind genetisch
modifiziertes Distelöl,
genetisch modifiziertes Maiskeimöl,
genetisch modifiziertes Rapssamenöl, genetisch modifiziertes
Sonnenblumenöl,
genetisch modifiziertes Sojabohnenöl, genetisch modifiziertes
Baumwollsamenöl
und genetisch modifiziertes Palmöl.
Ein bevorzugtes genetisch modifiziertes Pflanzenöl ist genetisch modifiziertes
Sonnenblumenöl,
erhalten aus Helianthus sp. Dieses Produkt ist von AC Humko, Memphis,
Tennessee, als hochgradig genetisch modifiziertes Sonnenblumenöl Sunyl
® erhältlich.
Sunyl 80 ist ein genetisch modifiziertes Triglycerid, wobei die
Säurereste
80 Prozent Ölsäure enthalten.
Ein weiteres bevorzugtes genetisch modifiziertes Pflanzenöl ist genetisch
modifiziertes Rapssamenöl,
erhalten aus Brassica campestris oder Brassica napus, ebenfalls
erhältlich
von AC Humko als genetisch modifiziertes Rapssamenöl RS. RS80
bezeichnet ein Rapssamenöl,
bei dem die Säurereste
80 Prozent Ölsäure enthalten.
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Es
sei angemerkt, daß in
dieser Erfindung Olivenöl
als Pflanzenöl
ausgeschlossen ist. Der Ölsäuregehalt
von Olivenöl
liegt typischerweise im Bereich von 65-85 Prozent. Dieser Gehalt
wird jedoch nicht durch genetische Modifikation erzielt, sondern
kommt natürlich
vor.
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Weiterhin
sei angemerkt, daß genetisch
modifizierte Pflanzenöle
auf Kosten der zweifach und dreifach ungesättigten Säuren einen hohen Ölsäuregehalt
haben. Die zweifache und dreifache Ungesättigtheit kann am besten als
mehrfache Ungesättigtheit
bezeichnet werden und der mehrfach ungesättigte Charakter der Komponente
(B) beträgt
nicht mehr als 15 Gew.-%, vorzugsweise 10 Gew.-% und ganz besonders
bevorzugt 5 Gew.-%. Wie oben diskutiert, ist der einfach ungesättigte Charakter
auf einen Ölsäurerest
zurückzuführen, und somit
sind der zweifach ungesättigte
Charakter auf einen Linolsäurerest
und der dreifach ungesättigte
Charakter auf einen Linolensäurerest
zurückzuführen.
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Alkohole,
die bei der Bildung der umgeesterten Ester verwendet werden, haben
die Formel R4OH, wobei R4 eine
aliphatische Gruppe ist, die 1 bis 24, vorzugsweise 22 Kohlenstoffatome
enthält.
R4 kann eine gerade oder verzweigte Kette,
gesättigt
oder ungesättigt
sein. Eine veranschaulichende, jedoch nicht erschöpfende Auflistung
von Alkoholen umfaßt:
Methylalkohol, Ethylalkohol, n-Propylalkohol,
Isopropylalkohol und die isomeren Butyl-, Pentyl-, Hexyl-, Heptyl-,
Octyl-, Nonyl-, Dodecyl-, Pentadecyl- und Octadecylalkohole. Vorzugsweise
ist der Alkohol Methylalkohol.
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Die
Umesterung findet durch Mischen von wenigstens 3 Mol R4OH
pro 1 Mol Triglycerid statt. Wenn ein Katalysator verwendet wird,
umfaßt
dieser Alkali- oder Erdalkalimetallalkoxide, die 1 bis 6 Kohlenstoffatome
enthalten, Alkali- oder Erdalkalimetallcarbonate, Alkali- oder Erdalkalimetallacetate,
Alkali- oder Erdalkalimetalltitanate, wobei die Alkylgruppe 1 bis
6 Kohlenstoffatome enthält.
Bevorzugte Katalysatoren sind Natrium- oder Kaliummethoxid, Calcium-
oder Magnesiummethoxid, die Ethoxide von Natrium, Kalium, Calcium
oder Magnesium und die isomeren Propoxide von Natrium, Kalium, Calcium
oder Magnesium. Ein bevorzugtes Alkyltitanat ist Tetraisopropyltitanat.
Der am meisten bevorzugte Katalysator ist Natriummethoxid.
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Die
Umesterung findet bei einer Temperatur statt, die im Bereich von
Umgebungstemperatur bis zur Zersetzungstemperatur irgendeines Reaktanten
oder Produkts liegt. Für
gewöhnlich
beträgt
die obere Temperaturgrenze nicht mehr als 150°C und vorzugsweise nicht mehr
als 120°C.
Bei der Umesterung werden gemischte Ester nach der folgenden Reaktion
erhalten:
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Die
Umesterung ist eine Gleichgewichtsreaktion. Um das Gleichgewicht
nach rechts zu verschieben, ist es notwendig, entweder einen großen Überschuß an Alkohol
zu verwenden oder Glycerol, wenn er gebildet wird, zu entfernen.
Bei Verwendung eines Überschusses
an Alkohol wird der überschüssige Alkohol
mittels Destillation entfernt, sobald die Umesterungsreaktion abgeschlossen
ist.
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Die
folgenden Beispiele sind veranschaulichend für die Herstellung des umgeesterten
Produkts der vorliegenden Erfindung. Wenn nicht anders angegeben,
sind alle Angaben von Teilen und Prozentsätzen Angaben in Gewichtsteilen
und Gewichtsprozent.
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Beispiel B-1
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Ein
12 Liter-Vierhalskolben wird mit 7056 Teilen (8 Mol) genetisch modifiziertem
(80%) Rapssamenöl, 1280
Teilen (40 Mol) absolutem Methylalkohol und 70,5 Teilen (1,30 Mol)
Natriummethoxid gefüllt.
Der Inhalt wird auf eine Rückflußtemperatur
von 73°C
erhitzt und bei dieser Temperatur für 3 Stunden gehalten, und 76 Teile
(0,65 Mol) 85%-ige Phosphorsäure
werden in 0,4 Stunden tropfenweise zugegeben, um den Katalysator zu
neutralisieren. Dann wird überschüssiger Methylalkohol
durch Erhitzen auf 100°C
unter Einblasen von Stickstoff bei 0,2 Kubikfuß pro Stunde (0,0000012 m3/s) entfernt und später durch ein Vakuum von 30
Millimeter Quecksilbersäule
(3990 Pa). Der Inhalt wird unter Erhalt von 6952 Teilen des umgeesterten
Methylesters von genetisch modifiziertem Rapssamenöl gefiltert.
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Beispiel B-2
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Es
wird im wesentlichen das Verfahren nach Beispiel B-1 durchgeführt, mit
der Ausnahme, daß das genetisch
modifizierte Rapssamenöl
durch genetisch modifiziertes (80%) Sonnenblumenöl ersetzt wird unter Erhalt
des umgeesterten Methylesters von Sonnenblumenöl mit hohem Ölsäuregehalt.
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Beispiel B-3
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Ein
5 Liter-Vierhalskolben wird mit 759 Teilen (12,5 Mol) Isopropylalkohol
gefüllt.
Bei Raumtemperatur werden 5,75 Teile (0,25 Mol) elementares Natrium
langsam zugegeben. Wenn das gesamte Natrium umgesetzt wurde, werden
2205 Teile (2,5 Mol) genetisch modifiziertes (80%) Sonnenblumenöl zugegeben.
Der Inhalt wird auf 85°C
erhitzt und für
4 Stunden bei dieser Temperatur gehalten, gefolgt von Neutralisieren
des Katalysators mit 9,67 Teilen (0,083 Mol) 85%-iger Phosphorsäure. Der
Inhalt wird bei 27 Millimeter Quecksilbersäule (3591 Pa) auf 120°C gestrippt
unter Erhalt von 2350 Teilen des umgeesterten Isopropylesters von
genetisch modifiziertem Sonnenblumenöl.
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Beispiel B-4
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Es
wird im wesentlichen das Verfahren nach Beispiel B-3 durchgeführt, mit
der Ausnahme, daß der Katalysator
durch Umsetzen von 690 Teilen (15 Mol) absolutem Ethylalkohol mit
6,9 Teilen (0,3 Mol) Natriummetall, gefolgt von der Zugabe von 2646
Teilen (3,0 Mol) genetisch modifiziertem (90%) Sonnenblumenöl, hergestellt
wird. Der Katalysator wird mit 11,6 Teilen (0,10 Mol) 85%-iger Phosphorsäure neutralisiert.
Das erhaltene Produkt ist der umgeesterte Ethylester von genetisch
modifiziertem Sonnenblumenöl.
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Beispiel B-5
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Es
wird im wesentlichen das Verfahren nach Beispiel B-4 durchgeführt, mit
der Ausnahme, daß der Katalysator
durch Umsetzen von 910 Teilen (15 Mol) n-Propylalkohol mit 6,9 Teilen
(0,3 Mol) Natriummetall hergestellt wird. Das erhaltene Produkt
ist der umgeesterte n-Propylester von genetisch modifiziertem Sonnenblumenöl.
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Beispiel B-6
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Es
wird das Verfahren nach Beispiel B-4 durchgeführt mit der Ausnahme, daß der Katalysator
durch Umsetzen von 1114,5 Teilen (15 Mol) n-Butylalkohol mit 6,9
Teilen (0,3 Mol) Natriummetall hergestellt wird. Das erhaltene Produkt
ist der umgeesterte n-Butylester von genetisch modifiziertem Sonnenblumenöl.
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Beispiel B-7
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Es
wird im wesentlichen das Verfahren nach Beispiel B-3 durchgeführt, mit
der Ausnahme, daß der Katalysator
durch Umsetzen von 1300 Teilen (12,5 Mol) n-Hexylalkohol mit 5,75
Teilen (0,25 Mol) Natriummetall, gefolgt von der Zugabe von 2205
Teilen (2,5 Mol) genetisch modifiziertem (80%) Sonnenblumenöl, hergestellt
wird. Der Katalysator wird mit 9,7 Teilen (0,083 Mol) 85%-iger Phosphorsäure neutralisiert.
Das erhaltene Produkt ist der umgeesterte n-Hexylester von genetisch
modifiziertem Sonnenblumenöl.
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Die
Brennstoffzusammensetzung dieser Erfindung umfaßt ein Gemisch der Komponenten
(A) und (B). In (A) sind im allgemeinen 200 bis 5.000 Teile pro
Million und vorzugsweise 800 bis 2.000 Teile pro Million an (B)
vorhanden. Die Reihenfolge der Zugabe hat keinerlei Auswirkungen,
obwohl typischerweise (B) zu (A) zugegeben wird. Die Komponenten
(A) und (B) werden miteinander gemischt, um eine Lösung zu
bewirken.
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Tabelle
1 ist ein Vergleich eines modifizierten ASTM D5001, welches eine
Messung der Schmierfähigkeit
von Brennstoffen mittels des Ball-on-Cylinder Lubricity Evaluators
(BOCLE) ist. Die Parameter des ASTM-Tests und seiner modifizierten
Version sind folgende:
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Der
BOCLE-Standardverschleißtest
(ASTM D5001) mißt
die Eigenschaft eines Flugturbinentreibstoffs, leichten Verschleiß zwischen
aneinander reibenden Stahlkomponenten zu hemmen. Die beteiligten Hauptverschleißmechanismen
sind Oxidation, Korrosion und Abrieb; in einer mit Brennstoff geschmierten
Anlage sind jedoch Betriebsstörungen
aufgrund von schwerem Adhäsionsverschleiß, der sich
für gewöhnlich in Form
von Freßschäden zeigt,
von größerer Bedeutung.
Es ist klar, daß zur
Messung der Neigung eines Brennstoffs zur Hemmung von Freßschäden ein
Testverfahren erforderlich ist, welches von diesem Mechanismus dominiert
wird. Der modifizierte BOCLE erfüllt
diesen Zweck.
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Beim
ASTM D5001 BOCLE-Test mit einer Last von 1 kg und 10% relativer
Feuchte ist der Umfang der Adhäsion
gering und wird rasch durch die Bildung von Oxid und von Brennstoff
abgeleiteten Reaktionsfilmen überdeckt.
Beim Betrieb mit einer großen
festgelegten Last und hoher relativer Feuchte, wie beim modifizierten BOCLE,
dominieren der Adhäsionsverschleiß oder die
Freßschäden. Obgleich
bei den meisten Brennstoffen Freßschäden innerhalb von zwei Minuten
nach Beginn des Tests gehemmt werden, stellen die so gebildeten Verschleißschäden ein
quantitatives Maß für die Eigenschaft
eines Brennstoffs, Freßschäden zu hemmen,
dar. Wie bei D5001 wird eine 15-minütige Konditionierungszeit verwendet
und ebenfalls wie bei D5001 ist eine Kontrolle der Sauberkeit, der
relativen Feuchte und der Temperatur entscheidend.
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Im
modifizierten BOCLE ist das Ausmaß der mittleren Verschleißschäden auf
dem Ball das Leistungsmerkmal. Dieselbrennstoffe mit geringem Schwefelgehalt
werden als Komponente (A) dem BOCLE-Test unterzogen. Es werden Verschleißschadensdaten
erzeugt, welche die Grundlage bilden. Es werden auch BOCLE-Testdaten
aus denselben Dieselbrennstoffen mit geringem Schwefelgehalt als
Komponente (A) erzeugt, wobei jedoch die umgeesterten Ester als
Komponente (B) mit eingeschlossen sind. In allen Fällen ist
eine Verbesserung zu erkennen, wenn (B) vorhanden ist. Tabelle
1
- 1 Die als Komponente
(A) verwendeten Brennstoffe haben einen Schwefelgehalt von nicht
mehr als 0,05 Gew.-%
- 2 Ein kommerzieller Brennstoff, erhältlich von
Exxon Chemical, mit der Bezeichnung Isopar-M
- 3 Ein kommerzieller Brennstoff, erhältlich von
Arco Chemical Technology
- 4 Ein kommerzieller Brennstoff, erhältlich von
Total