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Die
Erfindung bezieht sich auf ein Korsett zur Behandlung eines Patienten,
der an einem Rückenleiden,
wie Skoliose, leidet, umfassend ein unteres Teil, das durch die
Hüfte abgestützt ist,
und ein oberes Teil, das um die Brust des Patienten angepaßt ist, und
eine Kopplung, welche zur Verfügung
gestellt ist, um das untere Teil und das obere Teil zu verbinden.
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Das
Korsett kann für
verschiedene Arten von Leiden angewendet werden, jedoch wird es
für die Klarheit
in bezug auf Skoliose diskutiert.
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Ein
Korsett dieser Art ist beispielsweise aus der europäischen Patentanmeldung
EP-A-0 234 372 bekannt. Das aus dieser Publikation bekannte Korsett
besteht aus relativ starren Elementen und zwingt den Patienten in
eine spezielle Lage bzw. Haltung. Um dem Patienten eine gewisse
Freiheit einer Bewegung zu ermöglichen,
ist ein entfernbares, verbindendes bzw. Verbindungselement zwischen
dem unteren Teil und dem oberen Teil zur Verfügung gestellt. Das bekannte
Korsett bringt stationäre
Druckkräfte
auf den Körper
des Patienten auf, um die Skoliose zu stabilisieren und, falls möglich, diese
zu korrigieren.
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Aus
DE-A-66,593 ist ein Korsett bekannt, umfassend ein unteres Teil
und ein oberes Teil, welche an drei Stellen miteinander verbunden
sind. Die Verbindungselemente umfassen ein Band aus Federstahl,
ein Stahlelement in der Form eines Hufeisens und eine Druckfeder.
Die Konstruktion zielt darauf ab, dem Träger des Korsetts mit einer
permanenten Stütze
und einem Rotationsdruck zu versehen. Jedoch verrie gelt die Konstruktion
dieses Korsetts den Patienten in einer eher engen Zwangsjacke.
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In
bezug auf das Arbeiten des bekannten Korsetts existieren zahlreiche
Theorien, welche sich kurz auf das Folgende beziehen. In einer ersten
Theorie wird der Körper
des Patienten stimuliert, um sich von dem unregelmäßigen Gefühl des Korsetts
zu befreien bzw. zu entfernen. Um dafür Raum zu geben, ist das bekannte
Korsett mit Öffnungen
gegenüber von
Orten versehen, wo ein Druck auf den Patientenkörper ausgeübt wird. Eine andere Theorie
ist jene, daß das
Korsett eine elastische Deformation bzw. Verformung des Patientenkörpers bewirkt,
welche mit der Zeit eine permanente Korrektur bewirken wird.
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Auf
jeden Fall hat das bekannte Korsett eine Anzahl von Nachteilen,
die die Effektivität
behindern. Wie oben erwähnt,
ist das bekannte Korsett starr, was in einem schlechten Tragekomfort
resultiert. Aus diesem Grund wird das bekannte Korsett üblicherweise
nur bei den schwereren Fällen
bzw. Formen von Skoliose angewandt. Es sind präzise diese schwereren Formen
von Skoliose, welche für
eine Korrektur mittels eines Korsetts weniger geeignet sind. Das
beste, mit dem bekannten Korsett in einem derartigen Fall zu erzielende
Ergebnis ist eine Stabilisierung der Skoliose. Daher besteht ein
Erfordernis für
ein Korsett, welches komfortabler beim Tragen ist, so daß es zu
einer Benutzung, selbst für
leichtere Formen von Skoliose einlädt, wodurch das Tragen des
Korsetts effizienter werden kann.
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Ein
weiterer Nachteil des bekannten Korsetts ist, da die Konstruktion
so starr ist, daß der
Patient das Risiko eingeht, in dem Korsett zu hängen. Die Muskeln werden weniger verwendet,
insbesondere da, damit das Korsett effizient ist, es wenigstens
23 Stunden pro Tag getragen werden muß. Die folgende Schwächung der
Muskeln ist kontraproduktiv in bezug auf die Verwendung des bekannten
Korsetts in dem Sinn, daß dies
in der Verschlechterung der Skoliose resultieren kann. Noch ein
anderer Nachteil des bekannten Korsetts ist jener, daß aufgrund
der starren Konstruktion die Korrekturkräfte absinken, wenn sich die
Skoliose verbessert. Dies erfordert eine konstante Einstellung des
bekannten Korsetts, wenn die Skoliose vollständig zu behandeln ist.
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Noch
ein anderer Nachteil des bekannten Korsetts ist, daß das untere
Teil so eng angepaßt
ist und sogar den Beckenbereich so dicht umfaßt, daß es Schmerzen bewirkt.
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Noch
ein anderer Nachteil der bekannten Korsettkonstruktion ist jener,
daß es
den Patienten in eine so unnatürliche
Haltung zwingt, daß es
für andere
offensichtlich wird, was aus einem psychologischen Gesichtspunkt
einen negativen Einfluß auf
die Bereitwilligkeit bzw. Bereitschaft zum Starten eines Tragens
eines Korsetts hat.
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Das
Ziel der Erfindung ist es nun, diese Nachteile zu beseitigen. Zu
diesem Zweck ist das Korsett gemäß der vorliegenden
Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß die Kopplung adaptiert ist,
um es dem oberen Teil zu ermöglichen,
sich in Längsrichtung,
seitlich und in Drehrichtung in bezug auf das untere Teil zu bewegen.
Diese Kopplung erlaubt es dem Patienten, sich relativ frei zu bewegen,
selbst wenn er das Korsett gemäß der Erfindung
trägt,
was den Tragekomfort mit dem Ergebnis verbessert, daß die Bereitschaft
zum tatsächlichen
Tragen des Korsetts positiv beeinflußt ist. Dies be seitigt die
Bedenken bzw. Widerstände,
das Korsett auch mit leichteren Form von Skoliose zu tragen, wodurch
eine optimale Ausbeutung der Effizienz der korrektiven Wirkung des
Korsetts ermöglicht
wird.
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In
einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist das Korsett so ausgestattet,
daß das
untere Teil und das obere Teil jeweils mit einem einstellbaren Federelement
versehen sind, um es dem unteren Teil und dem oberen Teil zu ermöglichen,
eine Druckkraft auf den Patientenkörper auszuüben. Das Federelement kann
ein einstellbares, elastisches Band sein. Dies erhöht die Effizienz
und die Funktionalität
des Korsetts, da die Kräfte,
die das Korsett auf den Patientenkörper ausübt, so von dem Ausmaß einer
Korrektur der Skoliose, die zu jedem gegebenen Zeitpunkt während des
Tragens des Korsetts realisiert werden kann, unabhängig gemacht
sind. Insbesondere dieser Vorteil des Korsetts gemäß der Erfindung unterscheidet
es entschieden von dem bekannten Korsett.
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Das
Korsett gemäß der Erfindung
sollte dann derart ausgeführt
sein, daß das
Federelement des unteren Teils an dem Punkt vorgesehen ist, wo während einer
Benutzung das untere Teil auf dem Becken des Patienten aufruht,
und daß das
untere Teil weiters eine Abstütz-
bzw. Supportplatte umfaßt,
die mit dem Federelement gekoppelt ist, wobei die Supportplatte
vorzugsweise auch ein Federelement ist, welches in der Benutzung
auf der Höhe
des Lendenbereichs des Patienten aufruht.
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Wie
erwähnt,
ist die Supportplatte derart angeordnet, daß sie in der Benutzung auf
der Höhe
des skoliotischen Buckels in dem Lendenbereich des Rückens angeordnet
ist. Aufgrund ihrer üblicherweise vorliegenden
s-Form spannt die Skoliose häufig
den gesamten Rücken.
Die Skoliose in dem oberen Rücken
wird oft durch die Entwicklung eines Gibbus bzw. Buckels bzw. Höckers (Deformation
der Rippen) sichtbar. Eine Art Gibbus erscheint oft auch in dem Lendenbereich
aufgrund eines geringen Vortretens des Muskelbündels auf der konvexen Seite
der Skoliose. Eine korrektive Kraft wird auf beide Höcker angewandt.
Selbst in den Fällen,
wo der Lendenbereich keine Skoliose zeigt, ist es dennoch notwendig,
eine Kraft aufzubringen, um zu verhindern, daß sich als ein Ergebnis der
Korrektur des oberen Bereichs eine neue Kurve in dem Lendenbereich
entwickelt. Die auf den Lendenbereiche ausgeübte Kraft hat dies zu verhindern.
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Weiters
ist es wünschenswert,
daß das
Federelement des oberen Teils auf der Höhe der zu korrigierenden Skoliose
und in der Verwendung auf derselben Seite des Patienten wie das
Federelement des unteren Teils vorgesehen ist.
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Um
die auf den Patientenkörper
aufzubringenden Kräfte
geeignet zu verteilen, sollte das obere Teil vorzugsweise weiters
mit einer Druckplatte unter der Achsel des Patienten an der Seite
gegenüberliegend
dem Federelement des oberen Teils versehen sein, wobei die Druckplatte
während
des Tragens etwa höher
als das Federelement angeordnet ist.
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Schließlich ist
das obere Teil in vorteilhafter Weise mit wenigstens einer Druckplatte
versehen, welche in der Benutzung auf der Höhe des Sternums bzw. Brustbeins
des Patienten angeordnet ist. Die Kopplung umfaßt ein stabartiges Teil und
ein hülsenartiges
Teil, wobei das stabartige Teil wenigstens bis zu einem gewissen
Ausmaß in
dem hülsenartigen Teil
gleitbar ist, und das stabartige Teil und das hül senartige Teil an dem unteren
Teil und dem oberen Teil festgelegt sind, ohne daß sie beide
an demselben Teil angelenkt bzw. festgelegt sind. Diese Ausbildung
erlaubt es dem Patienten sehr einfach, seine Brust in bezug auf
das Becken sowohl in Längsrichtung
als auch in Seitenrichtung zu bewegen. Es macht es umgekehrt auch
möglich,
den Thorax bzw. Brustkorb in bezug auf das untere Teil des Körpers sich
zu verdrehen. In einer besonders effizienten Weise verleiht diese
Ausbildung dem Patienten Mobilität
und Tragekomfort nicht schlechter als in der Situation, in welcher
das Korsett nicht erforderlich ist. Zusätzlich ist es wünschenswert,
daß eine
flexible Verbindung, beispielsweise eine leichte Kette, zur Verfügung gestellt
wird, um das obere Teil mit dem unteren Teil zu koppeln, um das
Korsett daran zu hindern auseinanderzufallen, wenn es angezogen
bzw. getragen wird oder wenn es ausgezogen wird.
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In
diesem Hinblick ist das Korsett gemäß der Erfindung sehr effizient,
wenn nur eine einzige Kopplung auf der Höhe der Patientenseite zur Verfügung gestellt
ist.
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Eine
relativ offene und somit leicht tragbare und unauffällige Ausbildung
des Korsetts ist dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das untere Teil als
auch das obere Teil im wesentlichen aus einer Klammer geformt sind,
welche gemeinsam mit dem Federelement den Patientenkörper umgeben
kann.
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Bei
den Korsetten gemäß dem Stand
der Technik sind Druckplatten starr mit dem Korsett verbunden. In
einer weiteren bevorzugten Ausbildung des Korsetts sind die Druckplatten
mit der Klammer mittels einer Kugel- bzw. Lager- bzw. Hülsenverbindung
verbunden, wodurch die Druckplatten an der Seite, die zu der Klammer
gerichtet ist, mit einer Wölbung versehen
ist, welche in einen Hohlraum in einem Gelenkelement eingepaßt ist,
das ein Teil der Klammer ist oder an dieser festgelegt ist. Der
Wulst bzw. die Wölbung
kann an jede Druckplatte als gesondertes Teil festgelegt sein oder
kann mittels einer lokalen Deformation der Druckplatte integriert
sein. Jede Druckplatte wird mittels eines O-Rings an ihrem Platz
gehalten. Der O-Ring stellt sicher, daß, nachdem der Druck nachläßt, die
Druckplatte in ihre ursprüngliche
Position zurückkehrt.
Die Konstruktion arbeitet als eine Kugel-Lagerverbindung, so daß die Druckplatte
der Form des Patienten folgt. Auf diese Weise ist die Richtung der
Kräfte
immer senkrecht auf die Haut. Es gibt keine reibenden bzw. Scherkräfte, welche
Schmerzen oder sogar Verletzungen verursachen könnten. Weiters ist die Konstruktion
sehr flach, wodurch das Korsett darin gehindert wird, daß es unter
der Kleidung gesehen werden kann.
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Das
Korsett gemäß der Erfindung
wird nun in größerem Detail
mit Hilfe einer einzigen, nicht limitierenden, exemplarischen Ausbildung
und unter Bezugnahme auf die beiliegende Zeichnung beschrieben,
in welcher:
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1 das
Korsett gemäß einer
bevorzugten Ausbildung der Erfindung zeigt; und
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2 eine
detaillierte Ansicht der Festlegung einer Druckplatte an der Klammer
des Korsetts zeigt.
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1 zeigt
das Korsett, umfassend ein unteres Teil 2 und ein oberes
Teil 3. Das untere Teil 2 ist mit einem Federelement 4,
das gegen das Becken des Patienten angeordnet werden soll, und mit
einer Abstütz-
bzw. Supportplatte 5 versehen, welche mit dem Federelement 4 mittels
Klammerstangen 6 verbunden ist. Das untere Teil ist an
das obere Teil mittels einer Gelenkkopplung, umfassend ein stabarti ges
Teil 7 und ein hülsenartiges
Teil 8 gekoppelt. Die Figuren zeigen die Ausbildung derart,
daß das
hülsenartige
Teil 8 mit dem oberen Teil 3 verbunden ist und
das stangenartige Teil 7 mit dem oberen Teil 2 gekoppelt
ist. Jedoch ist diese Konfiguration untereinander austauschbar.
Das stabartige Teil ist gleitbar in das hülsenartige Teil 8 derart
eingesetzt, um es dem unteren Teil 2 und dem oberen Teil 3 zu
ermöglichen,
sich in Längsrichtung
in bezug aufeinander zu bewegen, ebenso wie es dem oberen Teil 3 ermöglicht wird,
eine seitliche Bewegung und eine Rotationsbewegung in bezug auf
das untere Teil 2 auszuüben.
Das obere Teil 3 ist auch mit einem Federelement 9 versehen.
Sowohl das Federelement 4 des unteren Teils 2 als
auch das Federelement 9 des oberen Teils 3 sind
mit Einstellmitteln versehen. In dem gezeigten Fall ist dies eine
Velcro-Festlegung, welche für
sich gesehen bekannt ist, und welche in bezug auf das Federelement 4 des
unteren Teils 2 mit dem Bezugszeichen 10 angedeutet
ist. Wie dies dargestellt bzw. illustriert ist, ist das Federelement 9 des oberen
Teils 3 an der Höhe
des zu korrigierenden Gibbus bzw. Buckels in dem oberen Teil des
Rücken des
Patienten angeordnet. Da angenommen wird, daß zusätzlich zu der seitlichen, korrektiven
Bewegung des entsprechenden Abschnitts der Wirbelsäule die
Korrektur einer Skoliose auch eine Rotationsbewegung erfordert,
ist das Federelement 9 derart angeordnet, daß die Druckkraft,
die es auf den Patientenrücken
ausübt,
geringfügig
schräg
von der Seite kommt. Um das Spiel der Kräfte zu vervollständigen,
ist das obere Teil 3 weiters mit einer Druckplatte 11 versehen,
welche gegenüberliegend,
jedoch höher
als das Federelement 9 des oberen Teils 3 an der Patientenseite
unter den Achselhöhlen
positioniert ist. Das obere Teil 3 ist schließlich mit
wenigstens einer Druckplatte 12 an der Höhe des Sternum
bzw. Brustbeins des Patienten ebenso wie Druckplatten 13 versehen,
welche auf der Vorderseite des Patienten angeordnet sind.
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1 zeigt
deutlich, daß sowohl
das untere Teil 2 als auch das obere Teil 3 im
wesentlichen durch eine Klammer gebildet sind, welche gemeinsam
mit dem Federelement 4 bzw. 9 den Patientenkörper umgeben
können.
Um das Korsett daran zu hindern, nach unten zu gleiten, kann es
mit Schulterstreifen bzw. -gurten 14 versehen sein. Das
untere Teil und das obere Teil sind mittels einer leichten Kette
(nicht gezeigt) gekoppelt, um sie zusammenzuhalten, wenn das Korsett
angezogen und ausgezogen wird.
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2 ist
eine Querschnittsansicht der Festlegung einer Druckplatte 13 an
der Klammer 15. Diese Festlegung wird mittels einer Kugel-Lagerverbindung 16 ausgeführt, welche
in dem dargestellten Fall durch einen Wulst 17 gebildet
ist, der ein einstückiges
Teil der Druckplatte ist, und sich von der Seite, die gegen den
Patienten passen soll, vorwölbt.
Dieser Wulst 17 kann auch ein gesondertes Element sein,
das an der Druckplatte festgelegt ist; bei beiden Ausbildungen paßt dieser
Wulst in einen entsprechenden Hohlraum eines Scharnier- bzw. Gelenkelements 18,
das auf der Klammer angeordnet ist und daran beispielsweise mittels
Kleben festgelegt ist. Weiters ist ein O-Ring 19 angewandt,
wodurch die Druckplatte 13 gegen die Klammer 15 gezogen
ist. Zu diesem Zweck wird der O-Ring 19 durch die Löcher in
der Druckplatte 13 gezogen. In der Ausbildung, wo der Wulst
bzw. die Wölbung
Teil der Druckplatte ist, ist der O-Ring in dem Hohlraum an der
Seite der Druckplatte positioniert, die gegen den Patienten passen
soll.
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Es
wird durch den Fachmann in der Technik verstanden werden, daß die oben
diskutierte Ausbildung eine von zahlreichen, möglichen Ausbildungen ist und
daß zahlreiche
Variationen an dieser Ausbildung möglich sind, welche alle als
innerhalb des Rahmens der abhängigen
Ansprüche
mitumfaßt
betrachtet werden.