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DE69819013T2 - Photonen-kristall und seine herstellungsmethode - Google Patents

Photonen-kristall und seine herstellungsmethode Download PDF

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DE69819013T2
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photonic crystal
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irradiated
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Jonathan Andrew Headington TURBERFIELD
Gordon Robert Tootbaldon DENNING
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Oxford University Innovation Ltd
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Oxford University Innovation Ltd
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    • B82NANOTECHNOLOGY
    • B82YSPECIFIC USES OR APPLICATIONS OF NANOSTRUCTURES; MEASUREMENT OR ANALYSIS OF NANOSTRUCTURES; MANUFACTURE OR TREATMENT OF NANOSTRUCTURES
    • B82Y20/00Nanooptics, e.g. quantum optics or photonic crystals
    • GPHYSICS
    • G02OPTICS
    • G02BOPTICAL ELEMENTS, SYSTEMS OR APPARATUS
    • G02B6/00Light guides; Structural details of arrangements comprising light guides and other optical elements, e.g. couplings
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    • G02B6/12Light guides; Structural details of arrangements comprising light guides and other optical elements, e.g. couplings of the optical waveguide type of the integrated circuit kind
    • G02B6/122Basic optical elements, e.g. light-guiding paths
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Description

  • Die vorliegende Erfindung betrifft Photonenkristallmaterialien (auch als photonische Bandlückenmaterialien bekannt) und ein Verfahren zu deren Herstellung. Im Allgemeinen ist ein Photonenkristall ein zusammengesetztes dielektrisches Medium mit einer Struktur, die periodisch auf einer Längenskala variiert, die mit der Wellenlänge elektromagnetischer Strahlung vergleichbar ist. In einem idealen Photonenkristall führt eine Mehrfachstreuung und Interferenz elektromagnetischer Wellen, die sich durch das Medium fortpflanzen, zu verbotenen Frequenzbändern für eine bestimmte Fortpflanzungsrichtung, in der keine sich fortpflanzenden elektromagnetischen Moden vorhanden sind. In einem verbotenen Band ist das Material äußerst reflektiv und im Inneren des Mediums wird eine Emission von Strahlung mit Frequenzen im verbotenen Band unterdrückt. Eine Photonenkristallstruktur kann zur Modifizierung der Interaktion eines Materials mit elektromagnetischer Strahlung, auch für den Zweck der Kontrolle des äußeren Erscheinungsbildes der Oberfläche des Materials, sowie zur Konstruktion optischer und optoelektronischer Vorrichtungen (nicht auf sichtbare optische Frequenzen beschränkt) verwendet werden.
  • In dem Artikel "Photonic Band Gaps and Holography" von Berger et al., J. Appl. Phys. 82(1), S. 60-4, ist eine Technik zur Schaffung einer Struktur beschrieben, die in zwei Dimensionen photonisch ist. Die Technik beinhaltet holographische Lithografie, wobei ein Resistmuster auf einem Halbleitersubstrat erzeugt wird und dann als Maske zum lonenätzen des Substrates verwendet wird. Somit wird eine photonische Struktur, die sich in zwei Dimensionen erstreckt, in dem Substrat gebildet. Genauer wird die Maske durch Verteilen einer Schicht aus Photoresist auf der Oberseite eines Zweiebenen-Systems aus einem GaAs-Substrat, das eine Si3N4/Shipley S1518-Schicht trägt, gebildet. Es wird ein Interferenzmuster in dem Photoresist durch Überschneiden drei kohärenter ebener Wellen gebildet. Nach der Belichtung wird das Muster durch reaktives lonenätzen in die Siliziumnitrid/S1518-Schicht übertragen. Dann wird weiteres reaktives lonenätzen zur Übertragung des Musters in das GaAs-Substrat verwendet.
  • In US 5385114 ist ein Verfahren zum Herstellen eines Photonenkristalls beschrieben, in dem die Poren einer Netzstruktur mit einem geeigneten flüssi gen dielektrischen Material imprägniert werden, das dann verfestigt wird. Zum Einbringen des dielektrischen Materials muss das Material des Netzes einen viel höheren Schmelzpunkt haben, als das dielektrische Material und daher ist zum Beispiel das Material des Netzes ein Metall. Danach wird das Netz unter Verwendung eines geeigneten flüssigen chemischen Reaktionspartners aufgelöst, um ein poröses dielektrisches Material zu erhalten. Die Poren des dielektrischen Materials haben einen anderen Brechungsindex als das Material selbst, so dass eine periodische Struktur, die auf diese Weise hergestellt wird, dem Material ermöglicht, als Photonenkristall zu funktionieren. Nachdem die Netzstruktur entfernt wurde, können die Poren in dem dielektrischen Material mit einem separaten Material gefüllt werden, dass einen Brechungsindex aufweist, der sich von dem Brechungsindex des dielektrischen Materials unterscheidet. In diesem Dokument wird das Verfahren der Porenfüllung unter Verwendung eines regellosen an Stelle eines periodischen Metallnetzes gezeigt, aber es wird in Betracht gezogen, dass ein periodisches Metallnetz durch Gefrieren elektrohydrodynamisch erzeugter Metalltröpfchen, Weben eines Drahtnetzes, Zusammenfügen kleiner Teile oder, als Schlussfolgerung aus dem Oberbegriff, durch Bohren oder reaktives lonenätzen einer Metallplatte durch eine Maske gebildet werden könnte.
  • Damit der Photonenkristall zweckdienlich ist, muss die Periodizität des dielektrischen Materials eine Größe vergleichbar der elektromagnetischen Wellenlänge von Interesse haben. Auf einer Skala, die mit sichtbaren optischen oder fast Infrarot-Wellenlängen vergleichbar ist, sind nur die Ätzprozeduren durchführbar. Die Herstellung von Masken, die zur Verwendung in solchen Bohr- oder lonenätzvorgängen geeignet sind, ist äußerst schwierig und kostspielig. Solche Techniken können gegenwärtig nicht die notwendige Auflösung oder Bohrtiefe bereitstellen, um Photonenkristalle zur Verwendung bei sichtbaren optischen Wellenlängen zu erzeugen.
  • Die vorliegende Erfindung versucht, ein neuartiges Photonenkristallmaterial und ein Verfahren zu dessen Herstellung bereitzustellen, mit einer dreidimensionalen Periodizität mit einer Längenskala, die mit Infrarot-, sichtbaren, optischen oder kürzeren elektromagnetischen Wellenlängen vergleichbar ist, welches die Nachteile der zuvor beschriebene, bekannten Prozeduren behebt. Ein Verweis auf die dreidimensionale Periodizität ist als Verweis auf eine periodische Variation einer Eigenschaft in allen drei Dimensionen des Materials gedacht. Ein Verweis auf Periodizität oder periodische Variationen sollte so verstanden werden, dass die Fälle enthalten sind, in welchen die Variation im Wesentlichen periodisch ist, sowie Fälle, in welchen zwei oder mehr periodische Muster mit Einheitszellen, die nicht kommensurabel sein mögen, übereinander gelegt sind. Ein Verweis auf die Längenskala einer periodischen Variation soll sich auf eine charakteristische Dimension einer primitiven Wigner-Seitz-Einheitszelle beziehen.
  • Die vorliegende Erfindung stellt ein Verfahren zum Bilden eines Photonenkristalls bereit, wobei das Verfahren das Bestrahlen einer Probe aus lichtempfindlichem Material mit wenigstens vier interferierenden Strahlen aus im Wesentlichen kollimierter und monochromatischer elektromagnetischer Strahlung umfasst, die sich in verschiedenen Richtungen innerhalb der Probe fortpflanzt, um eine dreidimensionale periodische Variation der Bestrahlungsstärke innerhalb der Probe durch Interferenz zwischen der elektromagnetischen Strahlung zu erzeugen, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, sowie das selektive Kontrollieren der relativen Stärke der elektromagnetischen Strahlung, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, das selektive Kontrollieren der Polarisierung der elektromagnetischen Strahlung, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, und das Entwickeln der bestrahlten Probe aus lichtempfindlichem Material zur Entfernung von Regionen der Probe abhängig von ihrer Bestrahlung, wobei die Regionen ein verbundenes Netzwerk bilden, um eine Struktur mit einer dreidimensionalen periodischen Variation im Brechungsindex auf der Basis der periodischen Variation der Bestrahlungsstärke zu erzeugen.
  • Zur Aufrechterhaltung der dreidimensionalen Periodizität in der Probe wird das Intensitätsinterferenzmuster nicht wesentlich durch photoinduzierte Änderungen im Brechungsindex des Probenmaterials gestört. Die Probe aus lichtempfindlichen Material kann mehreren Belichtungen ausgesetzt werden, von welchen jede entsprechende Interferenzmuster in der Probe erzeugt.
  • Die Probe aus lichtempfindlichen Material kann mit einer kohärenten oder teilweise kohärenten Quelle elektromagnetischer Strahlung bestrahlt werden. Material kann in die Hohlräume in dem Verbundmaterial eingeführt werden oder das Verbundmaterial kann als Matrize zur Herstellung anderer Verbundmaterialien mit periodischen Variationen im Brechungsindex verwendet werden.
  • Durch diese beiden Techniken können die optischen Eigenschaften des Photonenkristallmaterials verändert werden und die Frequenzbereiche der verbotenen photonischen Bandlücken eingestellt werden. Insbesondere kann durch die Wahl eines Materials mit einem richtigen Brechungsindex die Überlappung zwischen verbotenen Frequenzbändern, die verschiedenen Fortpflanzungsrichtungen der Strahlung entsprechen, erhöht werden, um eine vollständige photonische Bandlücke zu bilden oder zu verbreitern, d.h., einen Bereich von Frequenzen, für welche keine sich fortpflanzenden elektromagnetischen Moden in irgendeiner Richtung vorhanden sind.
  • Vorzugsweise wird das dreidimensionale Muster in der Probe gebildet, indem elektromagnetische Strahlung von wenigstens vier kohärenten oder teilweise kohärenten Strahlen oder Quellen auf die Probe aus lichtempfindlichem Material gerichtet wird, so dass sich diese in der Probe schneiden und interferieren. Zusätzlich kann die Probe mehr als einmal bestrahlt werden, um mehrere dreidimensionale Muster in der Probe zu erzeugen.
  • Bei der vorliegenden Erfindung ist die Längenskala der Periodizität in der Probe aus lichtempfindlichen Material von der Längenskala der Periodizität des Interferenzmusters abhängig, das seinerseits von der Frequenz der einfallenden Strahlung, dem Brechungsindex des lichtempfindlichen Materials und von der Form und Richtung der Fortpflanzung der interferierenden elektromagnetischen Wellenfronten in der Probe abhängig ist. Dreidimensionale Periodizität mit einer Submikron-Wellenlängenskala kann in der Probe ohne Bedarf an teuren Masken hergestellt werden, wodurch die Erfindung besonders für die Herstellung von Photonenkristallmaterial zur Verwendung in optischen und elektrooptischen Anwendungen in Infrarot-, sichtbaren optischen oder kürzeren Wellenlängenbereichen des elektromagnetischen Spektrums geeignet ist.
  • Ferner wird mit der vorliegenden Erfindung ein Photonenkristallmaterial bereitgestellt, das eine dreidimensionale Periodizität seines Brechungsindexes für eine Dicke von wenigstens 10 Mikron und bevorzugter wenigstens 50 Mikron aufweist.
  • Für ein besseres Verständnis der vorliegenden Erfindung werden nun Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung nur als Beispiel unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben, von welchen:
  • 1 ein Diagramm eines raumzentrierten kubischen ("body-centred cubic" – bcc) reziproken Gitters oder einer flächenzentrierten kubischen ("face-centered cubic" – fcc) Struktur ist;
  • 2 ein Diagramm der Schwellenintensitätskonturen ist, die sich aus einer einzigen Bestrahlung durch vier schneidende Strahlen ergeben;
  • 3 ein Diagramm desselben Interferenzmusters wie für 2 ist, aber mit einer höheren Schwellenintensitätskontur;
  • 4 ein Diagramm der Schwellenintensitätskonturen für eine Doppelimpulsbelichtung unter Verwendung anderer Strahl-Wellenvektoren als jene von 2 und 3 ist;
  • 5a und 5b Atomkraftmikroskopiebilder der Ober- und Unterseite einer Probe sind, die unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung bestrahlt wurde, welche die Kohärenz eines optischen 3D-fcc-Musters zeigen;
  • 6a ein Atomkraftmikroskopiebild des Querschnitts eines gespaltenen Probe ist, die unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung bestrahlt wurde, die Brüche entlang Terrassen in der Probe zeigt;
  • 6b eine graphische Darstellung der gespaltenen Probe von 6a ist, welche die Dimensionen der Terrassen durch einen Teil der Probe zeigt; und
  • 7 eine graphische Darstellung einer Bragg-Beugung von einer Probe ist, die unter Verwendung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung bestrahlt wurde, welche die Reflexionen von einer periodischen 3D-fcc-Struktur zeigt.
  • Wenn ein lichtempfindliches Material gleichzeitig elektromagnetischer Strahlung aus mehreren kohärenten oder teilweise kohärenten Quellen ausgesetzt ist, wird ein Interferenzmuster in dem lichtempfindlichen Material erzeugt und die Stärke der Strahlung oder Dosis in dem Material, die durch das Interferenz muster erzeugt wird, ändert sich periodisch. Die Bestrahlung des lichtempfindlichen Materials erzeugt Veränderungen im Brechungsindex des Materials. Auf diese Weise wird durch Erzeugen eines Interterenzmusters der einfallenden Strahlung in dem Probenmaterial ein entsprechendes Muster von Variationen im Brechungsindex erzeugt. Die durch Strahlung erzeugten Änderungen im Brechungsindex sind gering, und daher wird zur Verstärkung des Unterschiedes im Brechungsindex zwischen Bereichen in der bestrahlten Probe, die einer hohen Strahlungsstärke und einer geringen Strahlungsstärke ausgesetzt sind, die bestrahlte Probe vorzugsweise unter Verwendung herkömmlicher chemischer Prozesse entwickelt. Während der Entwicklung des bestrahlten Materials werden Bereiche des Materials, die etwa jenen entsprechen, die weniger oder mehr als eine kritische Strahlungsdosis absorbiert haben, aufgelöst. Nach der Entwicklung bleibt eine periodische Struktur bestehen, die aus Restmaterial und Hohlräumen besteht (die mit anderem Material, zum Beispiel Luft oder einem Lösemittel, gefüllt werden können, das einen anderen Brechungsindex aufweist).
  • Es kann eine dreidimensionale Struktur durch Verwendung von wenigstens vier interferierenden Strahlen von im Wesentlichen kollimierter und monochromatischer elektromagnetischer Strahlung erhalten werden, wobei Unterschiede zwischen den einzelnen Wellenvektoren jedes Strahls reziproke Gittervektoren und somit die Symmetrie der erhaltenen periodischen Struktur bestimmen.
  • Für ein besseres Verständnis des Verhältnisses zwischen den Wellenvektoren der Strahlen und der translationalen Symmetrie des daraus resultierenden Interferenzmusters wird in der Folge die Art und Weise erklärt, in der ein bestimmter Satz geeigneter Wellenvektoren für eine periodische Struktur mit flachenzentrierter kubischer (fcc) Symmetrie bestimmt wird. 1 zeigt ein raumzentriertes kubisches (bcc) reziprokes Gitter einer fcc-Struktur mit a1 = (2π/d)(–1, 1, 1), a2 = (2π/d)(1, –1, 1) und a3 = (2π/d)(1, 1, –1) als einen Satz primitiver reziproker Gittervektoren, wobei d die Seite der kubischen fcc-Einheitszelle ist. Für einen der einfallenden Strahlen ist der Referenzwellenvektor k0 = 2π/d(3/2, 3/2, 3/2) definiert, und die Wellenvektoren für die anderen drei Strahlen sind dann durch k1 = k0 – a1, k2 = k0 – a2 und k3 = k0 – a3 gegeben. Unterschiede zwischen diesen Wellenvektoren verbinden Gitterpunkte in dem reziproken bcc-Gitter. Eine Interferenz von Strahlung mit diesen vier Wellenvektoren erzeugt ein Interferenzmuster mit fcc-Symmetrie.
  • Es folgt ein Beispiel eines Verfahrens zur Herstellung eines Photonenkristallmaterials mit dreidimensionaler Periodizität. Ein Negativphotoresist, dessen Löslichkeit in einem geeigneten Lösemittel nach der Belichtung mit einer Strahlung mit einer Wellenlänge von 355 nm abnimmt, wird gleichzeitig von vier Laserstrahlen bei einer Wellenlänge von 355 nm von einem frequenzverdreifachten Nd : YAG Laser bestrahlt, mit den zuvor beschriebenen Wellenvektoren, die in einer Schicht des Photoresist schneiden. Die Interferenz der vier Strahlen erzeugt eine dreidimensionale periodische Intensitätsmodulation in dem Photoresist mit fcc-Struktursymmetrie mit einer kubischen Einheitszellengröße von etwa 0,6 μm. 2 ist ein Diagramm einer erhaltenen Kontur konstanter Intensität, wobei 3 eine Kontur höherer Intensität in demselben Interferenzmuster zeigt. Nach der Entwicklung des Polymers, die zu der Entfernung weniger bestrahlter Bereiche des Materials führt, wird eine dreidimensionale periodische Struktur gebildet, die aus ineinandergreifenden Netzwerken von bestrahltem Photoresist und mit Luft oder Lösemittel gefüllten Hohlräumen besteht.
  • Obwohl sich die Stärke der Strahlung in einem Interferenzmuster im Allgemeinen auf der Längenskala der Wellenlänge langsam ändert, haben die erhaltenen Strukturen, die in den beiliegenden Figuren dargestellt sind, relativ schart definierte Oberflächen. Dies wird infolge einer Nichtlinearität in den photochemischen Reaktionen und der anschließenden Entwicklung erreicht, die eine Schwelle erzeugen, die lösliches und unlösliches Material trennt. Diese Schwelle kann etwa einer Kontur konstanter Strahlungsdosis entsprechen. Durch die richtige Wahl der Schwellenintensität kann der Anteil des von der Probe entfernten Materials gesteuert werden.
  • Für jede dreidimensionale Struktur, die durch das zuvor beschriebene Verfahren oder jedes andere Verfahren hergestellt wird, das die Bildung von 3D Interferenzmustern in dem Probenmaterial verwendet, ist es wichtig, dass das Interterenzmuster derart ist, dass das während der Entwicklung zu entfernende Material ein verbundenes Netzwerk bildet. Dies garantiert, dass ein solches Material von dem Restmaterial entfernt werden kann, um Hohlräume zu erzeugen. Zusätzlich ermöglicht die Verbindung der Hohlräume, dass ein Material mit einem anderen Brechungsindex in Bezug auf das lichtempfindliche Material oder anderen gewünschten Eigenschaften in die Hohlräume eingeführt werden kann. Es ist auch wichtig, dass die Entfernung von Material aus den Hohlräumen die periodische Struktur des Restmaterials nicht zerstört: zum Beispiel kann dies erreicht werden, indem garantiert wird, dass das Interferenzmuster derart ist, dass das zu entfernende Material und das Material, das während der Entwicklung erhalten bleibt, beide kontinuierliche ineinandergreifende Netzwerke bilden. Diese Bedingung ist in dem oben angeführten Beispiel erfüllt, wo die Oberfläche, die zu entfernendes Material und Restmaterial, das während der Entwicklung erhalten bleibt, teilt, etwa der Kontur einer konstanten Strahlung entspricht, die in 2 dargestellt ist.
  • Im Gegensatz zu der zuvor beschriebenen Situation kann, um sicherzustellen, dass die periodische Struktur des Restmaterials in einem unverbundenen Netzwerk während der Entwicklung nicht zerstört wird, das Restmaterial eine permanente Stützstruktur enthalten. Zum Beispiel kann ein durchgehendes sekundäres Netzwerk aus Material, das das lichtempfindliche Material vor der Belichtung durchdringt und durch die Belichtung oder Entwicklung nicht zerstört wird, das Restmaterial stützen. Ein Beispiel für ein solches sekundäres Netzwerk ist ein Silicagel. Als Alternative kann das Restmaterial eine dreidimensionale periodische Struktur nach der Entwicklung bilden, wenn isolierte Partikel des Restmaterials miteinander verdichtet werden, ohne die dreidimensionale Periodizität zu zerstören, um ein durchgehend verbundenes Material mit einer kleineren Einheitszelle als das ursprüngliche Interferenzmuster zu bilden.
  • In dem oben genannten Beispiel wird eine einzige Belichtung unter Verwendung vier gleichzeitig schneidender Laserstrahlen verwenden. Dadurch kann jedoch nur eine begrenzte Klasse durchgehend verbundener, dreidimensionaler Strukturen bereitgestellt werden. Eine größere Flexibilität wird unter Verwendung einer doppelten oder mehrfachen Belichtungstechnik erreicht, die für eine bessere Steuerung der räumlichen Verteilung der Strahlungsdosis innerhalb des lichtempfindlichen Materials sorgt. Bei der doppelten Belichtungstechnik wird das lichtempfindliche Material zweimal bestrahlt, wobei jede Belichtung derart ist, dass die sich die durch die Belichtung bedingte Strahlungsdosis periodisch in der Position in dem lichtempfindlichen Material ändert, wie zuvor beschrieben. Strahlung, die als Teil einer Belichtung angesehen wird, kann in der Probe gleichzeitig mit Strahlung vorhanden sein, die als Teil der anderen angesehen wird; die Charakteristik einer doppelten Belichtung und das angewandete Kriterium zur Zuordnung von Strahlungsenergie zu der einen oder anderen Belichtung ist, dass der Effekt der Interferenz zwischen Strahlung von verschiedenen Belichtungen in der Bestimmung der räumlichen Variation der gesamten Strahlungsdosis in Bezug auf den Effekt der Interferenz zwischen Strahlung von verschiedenen Quellen verringert oder beseitigt ist, die zu derselben Belichtung gehört. Dies wird entweder dadurch erreicht, dass sichergestellt wird, dass der Grad an Kohärenz zwischen Strahlung von den zwei Belichtungen geringer als der Grad an Kohärenz zwischen Strahlung von verschiedenen Quellen ist, die zu derselben Belichtung gehören, oder dass die Zeitüberlappung zwischen den zwei Belichtungen verringert ist.
  • Somit kann unter Verwendung der doppelten Belichtungstechnik Strahlung in der ersten und zweiten Belichtung von wechselseitig inkohärenten Quellen abgeleitet werden, die zum Beispiel der Ausgang eines Lasers zu verschiedenen Zeitpunkten, von verschiedenen Lasern, oder Quellen mit verschiedenen Frequenzen sein könnten.
  • Bei einem alternativen Verfahren, das die doppelte Belichtungstechnik verwendet, werden zwei Impulse einer elektromagnetischen Strahlung verwendet, in der eine Interferenz zwischen den zwei Impulsen verringert oder beseitigt ist, indem sichergestellt wird, dass der zweite Impuls später als der erste ankommt. Zum Beispiel wird ein einziger Laserimpuls in zwei Impulse geteilt, wobei der zweite in Bezug auf den ersten zeitlich verzögert ist. Der erste Impuls wird in vier Strahlen geteilt, die dazu verwendet werden, ein anfängliches dreidimensionales Interferenzmuster in dem lichtempfindlichen Material zu erzeugen. Nachdem der erste Impuls abgeklungen ist, während der zweite Impuls einer Verzögerungslinie gefolgt ist, wird der zweite Impuls auf gleiche Weise in vier Strahlen geteilt, die anderen Pfaden als die vier Strahlen in der ersten Belichtung folgen und überlappen, um ein anderes dreidimensionales Interferenzmuster in dem lichtempfindlichen Material zu bilden. Als Alternative können die Strahlen, die von dem zweiten Impuls abgeleitet werden, im Wesentlichen denselben Pfaden folgen wie die ersten vier Strahlen, aber anderen relativen Phasenverzögerungen in Bezug auf die relativen Phasenverzögerungen der Strahlen von dem ersten Impuls unterzogen werden, so dass ein Interferenzmuster gebildet wird, das dem anfänglichen Interferenzmuster gleich oder mit diesem identisch ist, das aber in seiner räumlichen Position in Bezug auf das Anfangsmuster verschoben ist. Zur Erzeugung der notwendigen relativen Phasenverzögerungen sind elektrooptische Modulatoren auf wenigstens einer der vier Strahlenleitungen bereitgestellt und im Zeitintervall zwischen dem ersten und zweiten Impuls eingestellt. Wenn ein Impuls von einem frequenzverdreifachtem Nd : YAG Laser mit einer Dauer von etwa 5 ns verwendet wird, bietet eine Verzögerungsleitung von einigen wenigen Metern Länge eine ausreichende Verzögerung, um eine Zeitüberlappung zwischen den zwei Belichtungen zu vermeiden und den Phasenmodulatoren zu ermöglichen, den Zustand zwischen den Impulsen zu ändern.
  • Unter Verwendung eines der zuvor beschriebenen Verfahren, welche die Doppelbelichtungstechnik verwenden, wird das lichtempfindliche Material anschließend unter Verwendung herkömmlicher Techniken auf dieselbe Weise wie zuvor beschrieben entwickelt. Die Doppelbelichtungstechnik ermöglicht eine exakte Steuerung der Form einer Kontur einer konstanten Dosis innerhalb des lichtempfindlichen Materials, wodurch die Konstruktion und Herstellung von offenen, aber dennoch kontinuierlich verbundenen Strukturen leichter wird. 4 ist ein Diagramm einer Intensitätskontur mit fcc-Symmetrie, das unter Verwendung einer Doppelimpulsbelichtung mit Wellenvektoren erzeugt wurde, die sich von jenen unterscheiden, die zuvor beschrieben wurden, und somit eine kleinere Einheitszelldimension von etwa 0,3 μm haben. Die Intensitätskonturen, die in 4 dargestellt sind, offenbaren eine Struktur mit sehr feinen Bindungen und einem Füllanteil geringen Volumens.
  • Wie zuvor erwähnt, kann das lichtempfindliche Material mit mehr als zwei Belichtungen bestrahlt werden. Solange keine wesentlichen photochemischen Änderungen in der gesamten Zeit, in der eine Bestrahlung statt findet, auftreten, ist es möglich sicherzustellen, dass alle Belichtungen periodische Intensitätsmuster mit derselben Periodizität oder kommensurablen Periodizitäten erzeugen. In dem Fall, in dem aufeinanderfolgende Belichtungen einer Bestrahlung mit Laserstrahlen entsprechen, die denselben Pfaden folgen, wird die relative Phasenverzögerung zwischen den Strahlen zwischen jedem Impuls von der Quelle geändert; dadurch können drei oder mehr Belichtungen des Materials durchgeführt werden, wobei jede ein Interterenzmuster erzeugt, dass räumlich in Bezug auf die anderen Interferenzmuster verschoben ist.
  • Für viele geeignete lichtempfindliche Materialien muss die Dauer der Belichtung des lichtempfindlichen Materials mit elektromagnetischer Strahlung kurz genug sein, dass das Intensitätsinterterenzmuster durch photoinduzierte Änderungen im Brechungsindex des lichtempfindlichen Materials nicht signifikant gestört ist. Eine Kurzimpulsbelichtung verringert die Einschränkungen der mechanischen Stabilität der optischen Komponenten. Zur Sicherstellung, dass das Intensitätsinterferenzmuster, das in dem Probenmaterial gebildet wird, nicht signifikant durch Änderungen im Brechungsindex beeinflusst wird, die durch Strahlung herbeigeführt werden, sollte das Probenmaterial im Idealfall einer Strahlung nicht länger als 100 ms ausgesetzt werden. Bei anderen lichtempfindlichen Materialien treten keine großen photoinduzierten Änderungen im Brechungsindex während der Belichtung auf, wohl aber während anschließender Prozeduren, zum Beispiel bei einer Erwärmung der Probe.
  • Unter Verwendung des zuvor beschriebenen Verfahrens wurde das lichtempfindliche Material mit einer einzigen Belichtung von einem frequenzverdreifachten ND : YAG Laser mit Injektions-Seeding bestrahlt. Die erhaltenen 3D periodischen Variationen in Proben von lichtempfindlichem Material sind in 5, 6 und 7 dargestellt. In jedem Fall dauerte die einfache Belichtung etwa 6 ns und wurde unter Verwendung einer mechanischen Blende gewählt. Der Laserstrahl wurde unter Verwrendung von drei Strahlteilern in vier Strahlen geteilt und jeder Strahl wurde durch ein Halbwellenlängenplättchen und einen Polarisator geleitet, um den linearen Polarisierungszustand und die Stärke jedes Strahls zu steuern. Der Durchmesser jedes Strahls war etwa 8 mm und die vier Strahl interferierten in einer Probe aus lichtempfindlichem Material zur Erzeugung eines fcc periodischen Musters (Brechung an der Luft/Proben-Schnittstelle bedeutet, dass die Struktur nicht kubisch, sondern in die Richtung senkrecht zu dieser Schnittstelle etwas verkürzt ist). Der Probenfilm wurde in der (1, 1, 1) Ebene ausgerichtet und die Fortpflanzungsrichtungen des Strahls waren wie folgt:
  • Figure 00110001
  • 5a und 5b sind Atomkraftmikroskopiebilder bei 6 × 6 Mikron, der Oberbeziehungsweise Unterseite eines lichtempfindlichen Materials nach einer Bestrahlung wie zuvor beschrieben. Die periodische Struktur ist unmittelbar aus den Bildern erkennbar, und die Tatsache, dass die periodische Struktur sich an der Ober- und Unterseite findet, ist ein Beweis für die Kohärenz des 3D fcc optischen Musters durch die Dicke des Probenmaterials. In diesem Versuch bestand das Probenmaterial aus 80 Gewichtsteilen ActilaneTM 270 (einem bifunktionalen Urethanacrylatoligomer, das von Akros Chemicals bereitgestellt wurde); 20 Gewichtsteilen PETA (Pentaerythritoltriacrylat); und 20 Gewichtsteilen DMPA (2,2-Diemthoxy-2-phenylacetophenon, einem Photoinitiator, der auch als IrgacureTM 651 bekannt ist). Das Probenmaterial wurde in einer 50 Mikron Schicht unter Verwendung eines K-Stanbverteilers verteilt. Die Laserenergie betrug 286 mJ mit Pulsenergien von 50 : 10 : 10 : 10 mJ. Nach der Bestrahlung wurde das Probenmaterial durch etwa zehnminütiges Rühren des Probenmaterials in Aceton entwickelt.
  • Für 6a bestand das Probenmaterial aus 60 Gewichtsteilen ActilaneTM 320 (einem bifunktionalen Epoxidacrylatoligomer, das von Akros Chemicals bereitgestellt wurde), 40 Gewichtsteilen PETA und 2 Gewichtsteilen DMPA. In diesem Versuch wurde das Probenmaterial in einer 100 Mikron Schicht auf einem geschmolzenen Siliziumsubstrat erneut unter Verwendung eines K-Stabverteilers verteilt. Die Laserenergie betrug 300 mJ mit Pulsenergien von 65 : 13 : 13 : 13 mJ. Nach der Bestrahlung wurde das Probenmaterial etwa 30 Minuten in einem sonischen Bad mit Aceton entwickelt. Zum Spalten der Probe wurde die Probe in flüssigem Stickstoff gekühlt und dann zerbrochen (nicht geschnitten), um eine gespaltene Ebene zu erzeugen, die deutliche Terrassen der periodischen Struktur in der bestrahlten Probe aufweist. Das in 6a dargestellte Atomkraftmikroskopiebild ist eine 20 × 20 Mikron Abtastung der Filmkante nach dem Bruch. Das Vorhandensein der Terrassenbildung in dem Probenmaterial bestätigt des Weiteren die Fortsetzung der periodischen Struktur durch den Körper des Probenmaterials und die wahre 3D Eigenschaft der periodischen Variation des Brechungsindexes in dem lichtempfindlichen Material nach der Bestrahlung. In 6b sind die Dimensionen der gespaltenen Kante graphisch dargestellt. Die Stufenhöhe ist etwa 700 nm, die gleich der Dimension einer Einheitszelle des optisch erzeugten Musters ist.
  • In 7 ist das Bragg-Beugungsmuster, das von einer dritten Probe eines lichtempfindlichen Materials erhalten wurde, dargestellt. In diesem Fall bestand das Probenmaterial aus 50 Gewichtsteilen ActilaneTM 270, 50 Gewichtsteilen PETA und 2 Gewichtsteilen DMPA. Das Probenmaterial wurde in einer 50 Mikron Schicht unter Verwendung eines K-Stabverteilers über einem geschmolzenen Siliziumsubstrat verteilt. In diesem Fall betrug die Laserenergie 286 mJ mit Pulsenergien von 50 : 10 : 10 : 10 mJ und die Entwicklung des Probenmaterials nach der Bestrahlung war ein Rühren in Aceton für etwa 10 Minuten. Um die Versuchsergebnisse zu erhalten, die in 7 dargestellt sind, wurde das 3D mikrostrukturierte Photonenkristallmaterial um eine Achse gedreht, so dass es einen Winkel von etwa 15° mit der [1, 0, –1] Richtung in der (1, 1, 1) Ebene der fcc-Struktur bildete. Ein kollimierter Strahl weißen Lichts wurde auf das Photonenkristallmaterial senkrecht zu dieser Achse einfallen gelassen; θ = 0° entspricht einem Einfall entlang der [1, 1, 1] Richtung. Die eingetragenen Punkte zeigen Wellenlängen, bei welchen eine starke Bragg-Streuung von der periodischen Struktur zu einem Minimum in der übertragenen Intensität des ungebeugten Strahls (gemessen durch ein Spektrophotometer) führt. Die Volllinien entsprechen einer Berechnung der Winkelabhängigkeit der Wellenlängen, welche die Bragg-Streuungsbedingung für verschiedene Kristallebenen erfüllen.
  • Die zuvor unter Bezugnahme auf 5, 6 und 7 beschriebenen Versuchsergebnisse zeigen deutlich, wie mit dem gegenwärtigen Verfahren 3D periodische Variationen im Brechungsindex in Form von 3D periodischen Strukturen, die sich durch die gesamte Tiefe des Probenmaterials erstrecken, erzeugt werden können.
  • Die obengenannten Verfahren können auch zur Schaffung von Photonenkristallstrukturen verwendet werden, die gekerbte Defekte enthalten. Solche Defekte sind entweder in Form von Strukturdefekten oder durch Einbringen isolierter Fremdsubstanz, möglichennreise mit nicht linearen optischen Eigenschaften, nützlich. Defekte können dazu verwendet werden, elektromagnetische Moden innerhalb des Photonenkristallmaterials zum Zwecke der Schaffung von Wellenleitern oder Mikrohöhlungen zu schaffen und zu steuern. Mikrohöhlungen, in welchen die Strahlungsemission in eine geringe Anzahl von Moden kanalisiert wird, können zur Steuerung der Emissionsrichtung und zur Erhöhung der spektralen Helligkeit von Strahlungsquellen, wie Leuchtdioden, verwendet werden. Mikrohöhlungen können auch zum Schaffen von Lasern mit geringen oder Null-Schwellendichten beim elektrischen oder optischen Pumpen verwendet werden. Andere optische oder elektrooptische Vorrichtungen, die Defekte in einem Photonenkristallmaterial enthalten, werden auch in Betracht gezogen.
  • In der vorangehenden Beschreibung wurde allgemein auf lichtempfindliche Materialien Bezug genommen. Geeignete Materialien zur Verwendung in den oben genannten Verfahren sind Acrylat-Negativphotoresist; es sind auch viele analoge Verfahren möglich. Polyacrylate sind bei 355 nm transparent; eine Polymerisation wird durch herkömmliche Radikal-Photoinitiatoren herbeigeführt und setzt sich im Dunkeln nach eine gepulsten Belichtung unter Verwendung von Strahlung von einem frequenzverdreifachten Nd-YAG-Laser mit einer Wellenlänge von 355 nm fort. Material mit einer hohen Dichte einer photochemisch herbeigeführten Vernetzung wird relativ unlöslich gemacht und bleibt während der Entwicklung erhalten. Eine geeignete Konzentration eines Radikalinhibitors kann zum Ändern der Schwelle zwischen unlöslichen bestrahlten Bereichen und löslichen Bereichen oder zur Erhöhung der Schärfe dieser Schwelle verwendet werden. Die hauptsächliche chemische Änderung auf Grund der Polymerisierung tritt mit einer Auslösungsperiode von mehreren Millisekunden auf, deutlich nach Beendigung der Belichtung. Somit ist die Bestrahlungsdauer des lichtempfindlichen Materials vorzugsweise kürzer als 1 Millisekunde und im Idealfall kürzer als 100 ns. Photochemisch herbeigeführte Änderungen im Brechungsindex beeinflussen daher ein dreidimensionales Intensitätsmuster nicht signifikant, das durch die Überlappung von Strahlen erzeugt wird, die aus einem einzigen Impuls von einem typischen Nd-YAG-Laser mit einer Impulsdauer von etwa 6 ns erzeugt werden; die einzige signifikante chemische Änderung, die wahrscheinlich während eines solchen Laserimpulses auftritt, ist die Zersetzung der Photoinitiatorspezies. Ein 100 mJ optischer Impuls kann zum Polymerisieren eines 1 cm2 Films und zur Erzeugung einer Variation in der periodischen Intensität verwendet werden, die durch einen Film mit 100 μm Dicke annähernd tiefenunabhängig ist. Es wird angenommen, dass Defekte in der periodischen Struktur infolge von Kristalldefekten, Volumenänderungen durch Wärmeausstrahlung und Dehnung, die Fähigkeit des Materials, als Photonenkristall unter Verwendung der zuvor beschriebenen Verfahrens zu dienen, nicht signifikant beeinflussen.
  • Ein alternatives Materialsystem ist ein Positivphotoresist, der auf einem Copolymer von p-Hydroxystyrol und t-Butylacrylat beruht. Die Absorption von Ultraviolettlicht durch einen Photosäuregenerator löst eine Reaktion aus, in welcher der Photosäuregenerator die Entfernung der Schutzgruppen des t-Butylesters katalysiert, um eine Karbonsäure zu erhalten. Bei einer Erwärmung auf 140°C (Backen nach der Belichtung) werden etwa 200 Karbonsäurereste pro absorbiertem Photon erzeugt und das Polymer wird in wässerigem Alkali löslich. Es kommt zu keinem Quellen und in der herkömmlichen Photolithographie können Zeilenauflösungen von < 250 nm routinemäßig erreicht werden. In diesem positiven System ist es das stärker bestrahlte Material, das durch Auflösung entfernt wird, und das weniger bestrahlte Material, das zur Bildung einer Photonenkristallstruktur erhalten bleibt. Es kommt zu keinen wesentlichen Änderungen im Brechungsindex der Probe bis zum Backen nach der Belichtung, wodurch die Bedingung, dass das Probenmaterial nicht mehr als 100 ms einer Strahlung ausgesetzt werden soll, gelockert wird.
  • Die zuvor beschriebenen Beispiele und Verfahren können zur direkten Herstellung von Photonenkristallmaterial verwendet werden. Das Material, das durch dieses Verfahren hergestellt wird, kann auch als Matrize für weitere Herstellungsschritte verwendet werden, um ein Photonenkristallmaterial mit einem anderen Brechungsindex als jenem des Probenmaterials zu erzeugen. Wie zuvor erwähnt, kann ein Material in die Hohlräume zwischen dem Restmaterial eingeführt werden, die während der anfänglichen lithographischen Technik erzeugt werden. Festes Material kann entweder durch Verfestigung aus einer Schmelze, oder durch chemische Dampfabscheidung, oder durch Elektroplattieren, Elektroabscheidung, chemische Abscheidung oder Ausfällen aus einer Lösung, oder durch Sedimentation oder andere Techniken eingebracht werden. Das ursprüngliche entwickelte Material kann dann unter Verwendung herkömmlicher Techniken entfernt werden, um ein Negativ des ursprünglichen Gitters zu schaffen. Weitere Wiederholungen dieses Schrittes können nach Bedarf durchgeführt werden, um ein Gitter aus Material mit dem gewünschten Brechungsindex mit der korrekten Struktur zu erhalten. Es wird angenommen, dass die Brechindizes der lichtempfindlichen Materialien, die zur Verwendung mit den zur beschriebenen Verfahren geeignet sind, nicht imstande sind, ein Photonenkristallmaterial mit einer vollständigen photonischen Bandlücke herzustellen, d. h., mit einem Frequenzbereich, der für alle Fortpflanzungsrichtungen verboten ist. Daher muss das anfängliche Photonenkristallmaterial, das durch die zuvor beschriebenen Verfahren erzeugt wurde, als Matrize in der zuvor dargelegten Weise verwendet werden, um ein Photonenkristallmaterial mit dem gewünschten Brechungsindex zu erzeugen.
  • Obwohl in den ausführlichen Beispielen auf kohärente Strahlungsquellen Bezug genommen wurde, kann das Vertahren als Alternative teilweise kohärente Quellen, wie eine Entladungslampe, verwenden. Obwohl die meisten Anwendungen des zuvor beschriebenen Verfahrens eine einzige Laserquelle verwenden, wird auch in Betracht gezogen, dass mehrere Laserquellen verwendet werden können. Die Strahlung mit einer Wellenlänge von 355 nm, die in dem zuvor beschriebenen Verfahren verwendet wurde, liegt im Ultraviolett-Spektralbereich, und es können alternativ Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung sowohl mit längeren als auch kürzeren Wellenlängen verwendet werden, wo dies angemessen ist.
  • Obwohl dies oben nicht erwähnt wurde, wird in Betracht gezogen, dass mit einer einzigen Quelle der Strahl unter Verwendung teilweise reflektiver Spiegel geteilt wird, um die Strahlung nach der Amplitude zu teilen, oder unter Verwendung optischer Komponenten, die verschiedene Teile der Wellenfront von der Quelle auf verschiedene Weisen (Teilen der Amplitude) reflektieren, beugen, brechen oder andersartig beeinflussen. Zusätzlich ist unter Verwendung des oben genannten Verfahrens möglich, dreidimensionale Strukturen unter Verwendung von mehr als vier schneidenden Strahlen herzustellen und unter Verwendung von einer Strahlung, die nicht die Form kollimierter Strahlen hat.
  • Mit den zuvor beschriebenen Verfahren und Beispielen können Photonenkristalle mit einer dreidimensionalen periodischen Struktur hergestellt werden. Solche Struktur sind als verlustarme Wellenleiter mit enger Krümmung für die Signalleitung in einem Chip nützlich. Ebenso können unter Verwendung des Photonenkristalls Emissionswellenlängen gesteuert und die spektrale Helligkeit von Leuchtdioden verbessert werden. Der Photonenkristall kann zusätzlich zur Begrenzung der Anzahl von Moden verwendet werden, in welche ein Laser Strahlung aussenden kann, wodurch der Schwellenstrom des Lasers herabgesetzt wird, und die Eigenschaft eines Photonenkristalls, eine spontane Emission in einem bestimmten Frequenzband zu unterdrücken, kann zur Verstärkung des Photonenzahl-Squeezing verwendet werden, wodurch eine Verringerung in der Bit-Fehlerrate in optischen Übertragungen geboten wird. Weitere Anwendungen des Photonenkristalls, der gemäß den beschriebenen Verfahren erzeugt wird, werden für ästhetische wie auch technische Zwecke in Betracht gezogen.

Claims (17)

  1. Verfahren zum Bilden eines Photonenkristalls, wobei das Verfahren das Bestrahlen einer Probe aus lichtempfindlichem Material mit wenigstens vier interferierenden Strahlen aus im Wesentlichen kollimierter und monochromatischer elektromagnetischer Strahlung umfasst, die sich in verschiedenen Richtungen innerhalb der Probe fortpflanzt, um eine dreidimensionale periodische Variation der Bestrahlungsstärke innerhalb der Probe durch Interferenz zwischen der elektromagnetischen Strahlung zu erzeugen, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, sowie das selektive Kontrollieren der relativen Stärke der elektromagnetischen Strahlung, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, das selektive Kontrollieren der Polarisierung der elektromagnetischen Strahlung, die sich in den verschiedenen Richtungen fortpflanzt, und das Entwickeln der bestrahlten Probe aus lichtempfindlichem Material zur Entfernung von Regionen der Probe abhängig von ihrer Bestrahlung, wobei die Regionen ein verbundenes Netzwerk bilden, um eine Struktur mit einer dreidimensionalen periodischen Variation im Brechungsindex auf der Basis der periodischen Variation der Bestrahlungsstärke zu erzeugen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei Material in Hohlräume eingeführt wird, die durch die Entwicklung der bestrahlten Probe aus lichtempfindlichem Material gebildet werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die optischen Eigenschaften der bestrahlten Probe durch das Einführen eines Materials mit einem vorbestimmten Brechungsindex eingestellt werden, der sich von dem Brechungsindex des lichtempfindlichen Materials unterscheidet, das in der bestrahlten Probe verbleibt.
  4. Verfahren nach Anspruch 2, wobei die bestrahlte Probe als Matrize für die Herstellung anderer Verbundmaterialien mit periodischen Variationen im Brechungsindex verwendet wird.
  5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, des Weiteren umfassend das Wiederholen der Schritte des Bestrahlens der Probe mit der elektromagnetischen Strahlung kontrollierter Stärke und Polarisierung, wodurch die Probe mehreren Belichtungen ausgesetzt wird, wobei jede Belichtung entsprechende Interferenzmuster innerhalb der Probe erzeugt.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das lichtempfindliche Material weniger als 100 ms bestrahlt wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, wobei das lichtempfindliche Material weniger als 100 ns bestrahlt wird.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die elektromagnetische Strahlung kontrolliert wird, um eine Kohärenz zwischen der elektromagnetischen Strahlung aufrechtzuerhalten, die sich in verschiedenen Richtungen fortpflanzt.
  9. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Probe aus lichtempfindlichem Material mit gepulster kohärenter elektromagnetischer Strahlung bestrahlt wird.
  10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das dreidimensionale Muster innerhalb der Probe durch Richten der elektromagnetischen Strahlung von vier Strahlen auf die Probe aus lichtempfindlichem Material gebildet wird, so dass sie sich innerhalb der Probe schneiden und interferieren.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Frequenz der einfallenden Strahlung abhängig von der gewünschten Längenskala der Periodizität innerhalb der bestrahlten Probe gewählt wird.
  12. Photonenkristallmaterial, das durch das Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche hergestellt ist.
  13. Photonenkristallmaterial nach Anspruch 12, wobei das lichtempfindliche Material Photoresist ist.
  14. Photonenkristallmaterial nach Anspruch 13, wobei das lichtempfindliche Material einen Radikal-Inhibitor enthält.
  15. Photonenkristallmaterial nach Anspruch 12, wobei das lichtempfindliche Material ein Negativresist ist.
  16. Photonenkristallmaterial nach Anspruch 12, 13, 14 oder 15, wobei das Material eine 3D-Periodizität seines Brechungsindexes durch eine Dicke von wenigstens 10 Mikron hat.
  17. Photonenkristallmaterial nach Anspruch 16, wobei das Material eine 3D-Periodizität seines Brechungsindexes durch eine Dicke von wenigstens 50 Mikron hat.
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