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GEBIET DER ERFINDUNG
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Die Erfindung betrifft eine Temperaturkompensation
in elektronischen Vorrichtungen, insbesondere bei Vorrichtungen
mit integrierten Schaltungen.
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HINTERGRUND
DER ERFINDUNG
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Gemäß nachstehender Beschreibung
ist die erfindungsgemäße Lösung geeignet
für viele
verschiedene Schaltungsanwendungen, bei denen die Wirkung von Temperaturfluktuationen
kompensiert werden muss. Ein mögliches
Anwendungsgebiet ist ein Funktionsgenerator, der beispielsweise
bei einer Funksende-/Empfangseinrichtung
verwendet werden kann. Ein Funktionsgenerator wird somit bei der
nachstehenden Beschreibung als Beispiel verwendet.
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Das Hauptproblem eines exponentiellen
(oder logarithmischen) Funktionsgenerators ist seine Temperaturstabilität. Ein bekannter
Weg zu Kompensierung der durch Temperaturfluktuationen verursachten
Spannungsoder Stromveränderungen
ist die Verwendung von zu dem absoluten Temperaturwert der Umgebung proportionalen
Widerständen,
sogenannten PTAT-Widerständen.
Diese Widerstandsbauart ist als diskretes Bauteil von verschiedenen
Herstellern kommerziell erhältlich.
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Die Verwendung dieser diskreten Bauteile
in Verbindung mit integrierten Schaltungen weist jedoch einige Nachteile
auf, die nachstehend kurz beschrieben werden.
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Zunächst erhöht ein derartiger externer
Widerstand die Kosten der Schaltung: ein diskreter PTAT-Widerstand
ist als solcher ein teures Bauteil, und da seine Anbringung auf
der Schaltungsplatine Zeit erfordert, bedeutet dies ebenfalls zusätzliche
Kosten. Die Kosten werden durch die Tatsache weiter erhöht, dass
das Materialmanagement komplizierter wird, da die externen Bauteile
auf Lager verfügbar
sein müssen.
Zweitens verringert ein externer PTAT-Widerstand die Zuverlässigkeit
der Schaltung, d. h. der externe Widerstand verkleinert den MTTF-Wert
(mittlere Zeit bis zum Ausfall) der Schaltung. Drittens macht eine
externer PTAT-Widerstand die dazugehörige Schaltung empfindlicher
gegenüber
Störungen.
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Darüber hinaus ist eine Implementierung
der Temperaturkompensation mit hoher Genauigkeit schwierig und erfordert
eine komplizierte Schaltung. Dies liegt daran, dass die Temperatur
eines externen PTAT-Widerstands
verschieden von der des die Schaltung enthaltenden Chips sein kann,
dessen Temperaturverhalten der Widerstand steuert. Daher erfordert
eine genaue Kompensation, dass eine Temperaturmessung in die Schaltung
eingeführt
wird.
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Die vorstehenden Nachteile können zumindest
teilweise. durch ein Integrieren der PTAT-Widerstände in die
Chips eliminiert werden. Diese Art der Integration erfordert jedoch
zusätzliche
Verfahrensschritte, die nicht standardisiert sind und lediglich
von einer geringen Anzahl von Zulieferern verfügbar sind. Somit involviert eine
derartige Lösung
hohe Kosten, die wiederum die Anwendung dieser Integration beispielsweise
bei Billigoder Konsumprodukten verhindern. Zudem sind die verwendeten
zusätzlichen
Verfahrensschritte lieferantenspezifisch. Dies bedeutet, dass falls
dieselbe Schaltung später
von einem anderen Lieferanten bestellt wird, bestimmte Verfahrensschritte
erneut ausgeführt
werden müssen.
Je komplizierter der Herstellungsvorgang ist, desto mehr unterscheiden
sich die lieferantenspezifischen Verfahren voneinander.
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ERFINDUNGSZUSAMMENFASSUNG
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
die vorstehend beschriebenen Nachteile zu verringern, und eine Lösung zu
erzeugen, mittels derer es möglich
ist, die Temperaturkompensation bei einer integrierten Schaltungsvorrichtung
durchzuführen,
ohne zu kostenintensiven Herstellungsvorgängen Zuflucht zu nehmen.
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Dieses Ziel kann unter Verwendung
der in den unabhängigen
Patentansprüchen
definierten Lösung erreicht
werden.
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Die Grundidee der Erfindung ist,
einen zur Temperaturkompensation verwendeten PTAT-Widerstand durch
eine Reihenschaltung aus einem gewöhnlichen Widerstand und einem
Widerstandselement einer nichtlinearen Temperaturcharakteristik
zu ersetzen, vorzugsweise einem (MOS)FET.
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Aufgrund dessen kann die Temperaturkompensation
leicht in einem Chip unter Verwendung von Standardherstellungsvorgängen integriert
werden. Somit wird erfindungsgemäß ein temperaturabhängiges Widerstandselement
durch eine Reihenschaltung aus einem gewöhnlichen Widerstand und einem
Widerstandselement mit einer nichtlinearen Temperaturcharakteristik
simuliert. ("gewöhnlich" bezieht sich vorliegend
auf ein Element mit einem im Wesentlichen konstanten Widerstand
unabhängig
von dem Temperaturwert).
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Die Erfindung bietet eine preiswerte
Lösung
für eine
Temperaturkompensation bei elektronischen Vorrichtungen. Dies liegt
daran, dass weder die spezielle IC-Herstellung noch die vorstehend
angeführten
externen Bauteile benötigt
werden. Folglich ist die erfindungsgemäße Lösung besonders vorteilhaft
bei Massen-/Billig-Anwendungen (d. h. beispielsweise bei Endkundenanwendungen
wie etwa Mobiltelefonen).
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KURZBESCHREIBUNG
DER ZEICHNUNGEN
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Nachstehend wird die Erfindung und
ihre bevorzugten Ausführungsbeispiele
unter Bezugnahme auf in den beigefügten Zeichnungen gezeigten
Beispielen näher
beschrieben. Es zeigen:
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1 einen
bekannten Exponentialfunktionsgenerator,
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2 eine
bekannte Temperaturkompensationsschaltung für einen Exponentialfunktionsgenerator,
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3 eine
erfindungsgemäße Temperaturkompensationsschaltung
für einen
Exponentialfunktionsgenerator, und
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4 eine
grafische Darstellung der erfindungsgemäßen Temperaturkompensation.
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AUSFÜHRLICHE
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
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Wenn gemäß vorstehender Beschreibung
die Erfindungsidee in die Praxis umgesetzt wird, ist ein bevorzugter
Anwendungsbereich ein beispielsweise in AGC-Verstärkern von
Funksende-/Empfangseinrichtungen verwendeter Exponentialfunktionsgenerator.
Daher werden der Stand der Technik und die Erfindung nachstehend
im Hinblick auf einen Exponentialfunktionsgenerator näher beschrieben.
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Falls ein AGC-Verstärker einer
Funksende/Empfangseinrichtung zu implementieren ist, so dass ein
linearer Zusammenhang zwischen der Steuerspannung des AGC-Verstärkers und
einer Verstärkung
in Dezibel des Verstärkers
aufgebaut wird, wird ein Exponentialfunktionsgenerator in der Schaltung
zur Erzeugung von Strom für
die Verstärkerstufe
benötigt.
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1 zeigt
das Prinzip eins Exponentialfunktionsgenerators. Der Funktionsgenerator
umfasst einen Konstantstromgenerator CCG, der einen Referenzstrom
Iref zuführt,
einen Differenzenverstärker 11 und
ein Transistorpaar TP mit zwei (bipolaren) Transistoren T1 und T2.
Die gemeinsame Emitterelektrode der Transistoren ist mit dem Ausgang
des Verstärkers
verbunden. Die Basis des Transistors T1 ist mit Masse verbunden, wohingegen
die Basis des Transistors T2 als Eingang dient, mit dem die Eingangsspannung
Vi
n verbunden ist. Der
Kollektor des Transistors T2 bildet den Generatorausgang, der einen
Ausgangsstrom Iout zuführt. Dieser Strom wird als
Biasstrom mit einer (in den Figuren nicht gezeigten) AGC-Verstärkerstufe
verbunden. Die Verstärkerstufe
kann beispielsweise mittels einer Gilbertzelle, einer in AGC-Verstärkern allgemein verwendeten Standardschaltung
und in Mischeinrichtungen implementiert werden.
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Bekanntermaßen sind die Transfereigenschaften
eines Exponentialfunktionsgenerators wie folgt gegeben:
wobei
I
out den Ausgangsstrom bezeichnet, d. h,
den der Verstärkerstufe
zugeführten
Biasstrom, V
i
n die
Eingangsspannung bezeichnet, und V
th = T × (k/q)
gegebene thermische Spannung bezeichnet, wobei T die Absoluttemperatur,
k die Boltzmannkonstante und q die Elementarladung (Einheitsladung)
bezeichnet.
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Gemäß Gleichung (1) ist der Ausgangsstrom
exponentiell temperaturabhängig.
Falls diese Abhängigkeit
auf eine Dezibelskala (in Dezibel aufgetragene Verstärkung) übertragen
wird, ist der Ausgangsstrom von der Absoluttemperatur linear abhängig.
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Vormals wurde die Temperaturabhängigkeit
aus Gleichung (1) eliminiert, indem die Eingangsspannung Vin dem Funktionsgenerator mittels eines in 2 gezeigten einfachen Spannungsteilers
zugeführt
wurde. Der Spannungsteiler umfasst zwei Widerstände, die mit den Bezugszeichen
Rin und R1 gekennzeichnet wurden. Der Widerstand
R1 ist ein temperaturabhängiger
Widerstand (d. h. ein PTAT-Widerstand), dessen Widerstandswert durch
R1 = R0 × (T/T0)
gegeben ist, wobei R0 und T0 konstant
sind.
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Unter Verwendung des vorstehend beschriebenen
Wertes von R1 wird die Eingangsspannung V
i
n somit berechnet zu:
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Gemäß den Gleichungen (1)
und (2) arbeitet die Temperaturkompensation genau, falls der Wert
von Rin zumindest zehnmal größer als
der Wert von R0 ist. In der Praxis ist diese
Voraussetzung stets erfüllt.
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Gemäß vorstehender Beschreibung
kann der temperaturabhängige
Widerstand in den Chip integriert werden, indem zusätzliche
Verfahrensschritte bei höheren
Kosten verwendet werden. Die Herstellungskosten können jedoch
bedeutend reduziert werden, falls das Temperaturverhalten eines
FET (Feldeffekttransistors) für
die Kompensation verwendet wird, wodurch beispielsweise ein allgemein
verwendeter BICMOS-Herstellungsvorgang für die Integration verwendet
werden kann (BICOS = Bipolar + CMOS, d. h. ein CMOS-Verfahren, in
dem Bipolartransistoren hinzugefügt
werden).
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Diese Kompensationsbauart bedeutet,
dass der vorstehend beschriebenen temperaturabhängige Widerstand durch eine
Reihenschaltung aus einem FET, vorzugsweise einem MOSFET und einem
herkömmlichen
Widerstand ersetzt wird.
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Diese Lösung ist in
3 dargestellt, die einen Spannungsteiler ähnlich zu
dem gemäß
2 zeigt, außer dass
dabei der temperaturabhängige
Widerstand R1 gemäß
2 durch die Reihenschaltung
ersetzt wurde, die mit dem Bezugszeichen TC gekennzeichnet ist.
Die Reihenschaltung umfasst einen FET, vorzugsweise einen MOSFET
31,
und eine Widerstand Rx. Die Sourceelektrode des MOSFET ist mit Masse
verbunden, und die Drainelektrode ist mit dem ersten Pol des Widerstands
Rx verbunden. Die Bezugsspannung V
re
f wird der Gateelektrode des MOSFET zugeführt. Der
zweite Pol des Widerstands Rx ist mit dem als der Eingangspol des
Spannungsteilers dienenden Pols verbunden. Wie allgemein bekannt
ist, kann die Widerstands-MOSFET-Kombination, wenn der MOSFET verwendet
wird, im Triodenbereich angegeben werden zu:
wobei
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den Drain-Source-Widerstand
(d. h. den Kanalwiderstand) des Transistors angibt, W die Breite
des Transistors, L die Länge
des Transistors, βo den Gegenwirkleitwertparameter (durch den
Hersteller gegeben), Vt0 die Schwellenwertspannung,
T0 die Nominaltemperatur, T die Absoluttemperatur,
VGS die Gate-Source-Spannung und VDS die Drain-Source-Spannung des Transistors
bezeichnen. Die Schwellenwertspannung ist die minimal erforderliche
Gate-Source-Spannung zum Öffnen
des Transistors. Im Triodenbereich ist Vds << (Vgs – Vt0) .
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Der Effekt der Schwellenwertspannung
Vt0 auf R kann durch Verwendung einer hohen
Gate-Source-Spannung minimiert werden, d. h. die hohe Gate-Source-Spannung
macht rdso weniger abhängig
vom Herstellungsvorgang. In der Praxis kann die Gate-Source-Spannung
in der Größenordnung
von einem Volt sein. Zudem muss die Drain-Source-Spannung minimiert
werden, um Linearitätsfehler
im Drain-Source-Widerstand zu
reduzieren, d. h. in der Verstärkung
des Verstärkers.
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Eine Abschätzung der rechten Seite von
Gleichung (3) mittels der bekannten Taylor-Reihe ergibt Gleichung
(4) für
R:
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Um die richtige Charakteristik für die Kompensation
zu erzielen, sollte der Wert von Rx so gewählt werden, dass die ersten
beiden Therme der rechten Seite von Gleichung (4) eliminiert werden.
Daraus ergibt sich:
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Durch Auswahl des Wertes von Rx gemäß Gleichung
(5) kann der Wert von R geschrieben als:
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4 zeigt
eine grafische Darstellung dieses Zusammenhangs, d. h. eine grafische
Darstellung der Temperaturkompensation. In der Figur zeigt der Kurvenverlauf
R den Zusammenhang gemäß Gleichung
(4), wohingegen der Kurvenverlauf R' seine Annäherung gemäß Gleichung (6) zeigt.
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Gemäß vorstehender Beschreibung
kann eine Reihenschaltung aus einem gewöhnlichen Widerstand (MOS)FET
zur Temperaturkompensation auf dieselbe Weise wie ein temperaturabhängiger Widerstand
verwendet werden.
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Wenn die vorstehend beschriebene
Temperaturkompensation bei einem Exponentialfunktionsgenerator verwendet
wird, ist es vorteilhaft, die Transistoren T1 und T2 (2) des Generators als MOSFET's zu implementieren,
welche im Bipolarmodus arbeiten (schwache Inversion). (Ein MOSFET
arbeitet wie ein Bipolartransistor, falls er durch eine sehr niedere
Spannung angesteuert wird.) Auf diese Weise ist es möglich, den Funktionsgenerator
mittels eines CMOS-Vorgangs herzustellen, welches das kostengünstigste
verfügbare Verfahren
ist.
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Obwohl die Erfindung vorliegend im
Zusammenhang mit den in den beigefügten Figuren gezeigten Beispielen
beschrieben ist, ist es klar, dass sie nicht auf diese Beispiele
beschränkt
ist, da sie auf viele Arten innerhalb des durch die beigefügten Patentansprüche gesetzten
Grenzen variiert werden kann. Nachstehend werden einige mögliche Variationen
kurz beschrieben.
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Bei dem vorstehend beschriebenen
Beispiel wurde der PTAT-Widerstand
durch eine Reihenschaltung aus einem gewöhnlichen Widerstand und einem
MOSFET ersetzt, d. h. ein MOSFET wurde als Beispiel eines Widerstandselements
mit linearer Temperaturcharakteristik verwendet. Es wird jedoch
angemerkt, dass eine Reihenschaltung aus einem kompensierenden Widerstand
Rx und einem beliebigen resistiven Element mit nichtlinearer Temperaturcharakteristik
auf die vorstehend beschriebene Weise zur Annäherung der Temperaturcharakteristik
eines PTAT-Widerstands verwendet werden kann. Die einzige Beschränkung ist,
dass der Wert des kompensierenden Widerstands Rx nicht negativ sein
kann.
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Daher kann die Idee ebenfalls auf
eine beliebige andere FET-Bauart angewendet werden, welche die vorstehend
beschriebenen Charakteristiken erfüllt, beispielsweise auf einen
JFET. Es ist ebenfalls klar, dass anstelle einer Reihenschaltung
aus einem Widerstand und einem FET ein FET alleine verwendet werden
kann, vorausgesetzt, dass sein innerer Widerstand hoch genug für die vorstehend
beschriebene Eliminierung von Termen ist, d. h. falls er einen internen
Widerstand entsprechend der Hälfte
seines Drain-Source-Widerstands haben kann. Die Schaltungsbauarten
oder Vorrichtungen, bei der die kompensierende Reihenschaltung verwendet
wird, kann ebenfalls auf viele Arten variieren.
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Somit kann zusammenfassend festgestellt
werden, dass die Erfindungsidee auf ein beliebiges Element oder
eine Kombination von Elementen angewendet werden kann, welche die
vorstehend beschriebenen Eigenschaften erfüllen, d. h. auf ein beliebiges
Element oder eine Kombination von Elementen, bei denen der Widerstandswert
eines Teils des Elementes oder der Kombination so gewählt werden
kann, dass der Gesamtwiderstand des Elements/der Kombination zumindest
in erster Näherung
proportional zu dem Wert der vorherrschenden Temperatur ist. Dieses
Element oder diese Kombination von Elementen kann sodann in beliebigen
elektrischen Schaltungen verwendet werden, wo ein temperaturabhängiger Widerstand
zur Temperaturkompensation verwendet werden kann.
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Obwohl eine Integration der kompensierenden
Reihenschaltung in einen Chip bevorzugt wird, ist die Lösung nicht
auf integrierte Schaltungen beschränkt, sondern die Reihenschaltung
kann ebenfalls mittels diskreter Bauelemente implementiert werden.
In diesem Fall gehen jedoch einige der vorstehend beschriebenen Vorteile
verloren.