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Die vorliegende Erfindung betrifft
Komplexe und Zusammensetzungen, die kationische Polymere und Nukleinsäuren umfassen.
Spezieller betrifft diese Erfindung ein Verfahren zum Übertragen
von Nukleinsäuren
in eine Zelle, spezieller eine Säugerzelle.
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Gentherapie ist allgemein in erster
Linie zur Anwendung bei vererbbaren Mangelkrankheiten (zystische
Fibrose, Dystrophien, Hämophilien,...) konzipiert
worden, wo eine dauerhafte Heilung durch Einführen eines funktionellen Gens
bewirkt werden kann. Jedoch könnte
eine viel größere Gruppe
von Erkrankungen, ganz besonders erworbene Erkrankungen (Krebs,
AIDS, multiple Sklerose,...), durch vorübergehendes Konstruieren von
Wirtszellen zum Erzeugen vorteilhafter Proteine behandelbar sein.
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Eine andere Anwendung von Gentherapie
ist Impfung. Diesbezüglich
kann das immunogene Produkt, das durch die Nukleinsäure, die
in Zellen eines Wirbeltiers eingeführt wird, kodiert wird, exprimiert und
sezerniert werden oder durch die Zellen im Rahmen der Haupthistokompatibilitätsantigene
präsentiert
werden, wodurch eine Immunantwort gegen das exprimierte Immunogen
ausgelöst
wird. Eine funktionelle Nukleinsäure
kann durch die verschiedensten Techniken in Zellen eingeführt werden,
was entweder zu einer vorübergehenden
Expression des Gens von Interesse, als vorübergehende Transfektion bezeichnet,
oder zu einer dauerhaften Transformation der Wirtszellen führt, die
aus einem Einbau der Nukleinsäure
in das Wirtsgenom resultiert.
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Eine erfolgreiche Gentherapie hängt von
der effizienten Abgabe und Expression genetischer Information innerhalb
der Zellen eines lebenden Organismus ab. Die meisten Abgabemechanismen,
die bis heute verwendet werden, beteiligen Virusvektoren, insbesondere
Adeno- und Retrovirusvektoren. Viren haben verschiedene und äußerst raffinierte
Mechanismen zum Erreichen dieses Ziels entwickelt, die Durchqueren
der Zellmembran, Entschlüpfen
aus Endosomen und lysosomalen Abbau und schließlich Abgabe ihres Genoms an
den Kern, gefolgt von der Expression des Virusgenoms, einschließen. Folglich sind
Viren bei vielen Genabgabeanwendungen bei Impfung oder bei Menschen
angewandter Gentherapie verwendet worden. Die Verwendung von Viren leidet
an vielen Nachteilen: Retrovirusvektoren können großdimensionierte DNS (z. B.
das Dystrophingen, etwa 13 kb) nicht einbauen, das Retrovirusgenom
wird in Wirtszellen-DNS integriert und kann so genetische Veränderungen
in der Empfängerzelle verursachen,
und infektiöse
Viruspartikel könnten sich
innerhalb des Organismus oder in der Umgebung verbreiten; Adenovirusvektoren
können
eine starke Immunantwort bei behandelten Patienten auslösen (Mc
Coy et al., 1995, Human Gene Therapy, 6, 1553-1560; Yang et al.,
1996, Immunity, 1, 433-442). Dennoch sind Virusvektoren trotz dieser
Nachteile zur Zeit wegen ihrer Effizienz die nützlichsten Abgabesysteme.
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1990 haben Wolff et al. (Science,
247, 1465-1468) gezeigt, dass die Injektion nackter RNS oder DNS
ohne irgendein spezielles Abgabesystem direkt in einen Mausskelettmuskel
zu einer Expression von Reportergenen innerhalb der Muskelzellen führt. Obgleich
diese Ergebnisse zeigen, dass eine Nukleinsäure von selbst in bestimmten
Zellen in vivo endgültig
gelangen kann, bleibt die Effizienz der Transfektion, die tatsächlich beobachtet
wird, dennoch sehr begrenzt, insbesondere aufgrund der polyanionischen
Beschaffenheit von Nukleinsäuren,
die deren Durchgang durch negativ geladene Zellmembranen beschränkt.
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Verschiedene Verfahren sind in der
Literatur vorgeschlagen worden, die auf der Verwendung nicht-viraler
synthetischer Vektoren basieren, um die intrazellulare Aufnahme
von Nukleinsäuren
zu verbessern, die potentielle Vorteile in Bezug auf großtechnische
Herstellung, Sicherheit, das Abzielen auf transfizierbare Zellen,
geringe Immunogenität
und die Kapazität
zum Abgeben großer
DNS-Fragmente bieten. So schlugen Felgner et al. (Nature, 337, 387-388)
1989 die Verwendung kationischer Lipide vor, um die Einführung großer anionischer
Moleküle wie
Nukleinsäuren,
in Zellen zu erleichtern. Diese kationischen Lipide können Komplexe
mit anionischen Molekülen
bilden, wobei sie folglich dazu neigen, die negativen Ladungen dieser
Moleküle
zu neutralisieren, wobei gestattet wird, den Komplex zu verdichten,
und seine Einführung
in die Zelle begünstigt
wird. Beispiele Lipidvermittelter Transfektionsverbindungen sind
DOTMA (Felgner et al., 1987, PNAS, 84, 7413 -7417), DOGS oder TransfectamTM(Behr et al., 1989, PNAS, 86, 6982-6986),
DMRIE oder DORIS (Felgner et al., 1993, Methods 5, 67-75), DC-CHOL
(Gao et Huang, 1991, BBRC, 179, 280-285), DOTAPTM(McLachlan
et al., 1995, Gene Therapy, 2, 674-622) oder LipofectamineTM.
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Andere nicht-virale Abgabesysteme
sind entwickelt worden, die auf Polymer-vermittelter Transfektion
basieren. Es hat viele Berichte über
die Verwendung für
eine zellulare Abgabe anionischer Polymere wie zum Beispiel Polyamidoamin
(Haensler et Szoka, 1993, Bioconjugate Chem., 4, 372-379), dendritisches
Polymer (WO 95/24221), Polyethylenimin oder Polypropylenimin (WO
96/02655), Polylysin (US-A-S 595 897 oder FR-A-2 719 316), gegeben.
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Jedoch haben mehrere Untersuchungen (zum
Beispiel Mahato et al., J. Pharm. Sci., 1995, 84, 1267-1271, Thierry
et al., 1995, PNAS 92, 9742-9746) gezeigt, dass die Übertragungseffizienz der
komplexierten Nukleinsäuren
in die Zellen, insbesondere im Fall von in vivo-Übertragung, in Abhängigkeit
von der Wechselwirkung zwischen den Komplexen und den Zellmembranen,
dem beteiligten Zelltyp, der Lipidzusammensetzung der kationischen Komponenten,
der Größe der mit
den anionischen Molekülen
gebildeten Komplexe und insbesondere dem Verhältnis der positiven zu negativen
Ladungen der verschiedenen Komponenten des Komplexes variieren kann.
Zur Zeit ist sehr wenig bezüglich
der Mechanismen, die die Wechselwirkung der Komplexe mit den Zellmembranen
und die Übertragung
der Komplexe in die Zelle ermöglichen,
bekannt und die laufende Forschung bleibt äußerst empirisch. Folglich besteht
ein Bedarf, verbesserte Verfahren zum Steigern der intrazellularen
Aufnahme von Nukleinsäuren
zu entwickeln, die auf Komplexen mit Eigenschaften, die von den
schon beschriebenen verschieden sind, basieren.
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Polyvinylamin ist schon in Arzneimitteln
als Hypercholesterinämieregulator
in speziellen Diäten (EP-A-580
078, EP-A-580 079) verwendet worden, aber regt keinen Fachmann an,
es bei einer Gentherapieanwendung zu verwenden.
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US-A-S 629 184 beschreibt Zusammensetzungen
für eine
zellulare Aufnahme von Polynucleotiden, die Copolymere aus Vinylalkohol
und wechselnden Anteilen Vinylamin (von 0,5 bis 75 Mol-%) umfassen.
Diese Autoren haben ihre Zusammensetzungen in vitro geprüft und haben
daraus geschlossen, dass im Allgemeinen hohe Aminoanteile zu einer
in einem Zerfall der Zellen resultierenden Zytotoxizität führen, während niedrigere
Anteile zu einer endosomalen/lysosomalen Verteilung der Polynucleotide
führen.
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Die Französischen Patentanmeldungen FR 97/09209
und FR 97/15807 (Anmeldenummern) zeigen, dass Polyallylamine der
allgemeinen Formel
mit p im Bereich von 2 bis
1000
relativ toxisch für
Zellen sind und deshalb für
Gentherapieanwendungen nicht angezeigt sind.
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Der Anmelder hat jetzt neue Komplexe
und Zusammensetzungen identifiziert, die kationische Polymere umfassen,
die überraschenderweise
ein effizientes System bereitstellen, um die zelluläre Abgabe
von Nukleinsäure
in Zellen mit geringer Toxizität zu
erreichen, und die deshalb eine Anwendung bei einer in vivo-Gentherapie
finden können.
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So betrifft die vorliegende Erfindung
zuerst einen Komplex, umfassend:
a) mindestens ein Polymer
der allgemeinen Formel
wobei:
der Polymerisationsgrad
p von 2 bis 1000000 beträgt, vorzugsweise
von 10 bis 10000, stärker
bevorzugt von 50 bis 2000,
R
1, R
2 und R
3 unabhängig voneinander
in jeder [CH-CH
2]-Wiederholungseinheit aus
H, einem Alkylrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen oder einem Arylrest
mit 5 bis 7 Kohlenstoffatomen ausgewählt sind,
n 0 oder 1 ist,
mit der Maßgabe,
dass mindestens ein n in der gesamten Länge des Polymers 1 ist und
b)
mindestens eine Nukleinsäure.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung
kann der Alkyl- oder Arylrest gegebenenfalls wiederholt werden,
kann linear oder verzweigt sein und kann gegebenenfalls substituiert
sein. Außerdem
können
R1, R2 und/oder
R3 verknüpft
sein, um das Molekül
zu cyclisieren.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird
der Polymerisationsgrad p ausgewählt,
um Polymere mit einer Molekülmasse,
die im Bereich zwischen 1 und 1000 kDa, vorzugsweise zwischen 7
und 450 kDa liegt, zu erhalten.
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Die Polymere können zum Beispiel gemäß dem Verfahren
synthetisiert werden, das in E. A. Lewis, J. Barker, T. St. Pierre
(1981) "Calorometric
Titration of Poly(vinylamine) and Poly(iminoethylene)", Macromolecules,
14, 546-551 beschrieben ist.
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Außerdem kann das Polymer des
Komplexes aufgrund der Anwesenheit der Aminofunktionen und der Reste
R1, R2 und/oder R3 direkt oder über einen
Spacer wie heterobifunktionelle reaktionsfähige Gruppen wie SPDP oder
SCMC, und funktionalisiertes PEG, die einem Fachmann gut bekannt
sind, substituiert sein (Mattson et al. 1993, Mol. Biol. Reports,
17, 167-183). Die Substituenten können mindestens ein Element
aus denjenigen sein, die allgemein in wissenschaftlichen Veröffentlichungen
offenbart sind: Markierungsmoleküle
(zum Beispiel vgl. Moleküle,
die in US-A-4 711 955 offenbart sind), die zum Beispiel ein Sichtbarmachen
der Verteilung des Polymers oder der komplexierten Nukleinsäure nach in
vitro- oder in vivo-Verabreichung ermöglichen; Zelltargetmoleküle (Liganden)
oder Haftmoleküle; Elemente,
die eine Penetration in die Zelle, eine Lyse von Endosomen oder
sogar einen intrazellularen Transport auf den Kern zu erleichtern.
Diese Elemente können
ganz oder teilweise aus Zuckern, Glycol, Peptiden (z. B. GRP, Gastrin
freisetzendes Peptid), Oligonucleotiden, Lipiden (insbesondere denjenigen mit
C2-C22), Hormonen, Vitaminen, Antigenen, Antikörpern (oder Fragmenten davon),
spezifischen Membranrezeptorliganden, Liganden, welche zur Reaktion
mit einem Antiliganden befähigt
sind, fusogenen Peptiden, Kernlokalisationspeptiden oder einer Kombination
dieser Verbindungen, z. B. Galactosylreste, um auf den Asialoglycoproteinrezeptor
auf der Oberfläche
von Hepatozyten abzuzielen, INF-7-fusogeneN Peptid, das von der
HA-2 Untereinheit des Influenzavirushämagglutinins (Plank et al. 1994,
J. Biol. Chem. 269, 12918 -12924) zur Membranfusion abgeleitet ist,
oder eine Kernsignalsequenz, die vom T-Antigen des SV40-Virus (Lanford und
Butel, 1984, Cell 37, 801-813) oder vom EBNA-1 Protein des Epstein-Barr-Virus
(Ambinder et al., 1991, J. Virol. 65, 1466-1478) abgeleitet ist,
zusammengesetzt sein. Außerdem
können
die Aminogruppen und Reste R1, R2 und/oder R3 des
Polymers gemäß der Erfindung
ganz oder teilweise mit hydrophilen Resten R substituiert sein,
wie denjenigen, die in den Französischen
Patentanmeldungen FR 97/09209 und FR 97/15807 beschrieben sind,
deren Inhalt hiermit als Teil der vorliegenden Anmeldung eingeschlossen
ist.
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Solche substituierten Polymere können leicht
unter Verwendung der Techniken, die in der Literatur beschrieben
sind, insbesondere durch chemische Kupplung, ganz besonders unter
Verwendung von Schutzgruppen wie der Trifluoracetyl-, Fmoc-(9-Fluorenylmethoxycarbonyl-)
oder BOC-Gruppe (tert.-Butyloxycarbonylgruppe) an der Amineinheit
erhalten werden. Selektive Entfernung einer Schutzgruppe erlaubt
dann Kuppeln des Targetelementes und dann vollständige Schutzgruppenabspaltung
aus dem Polymer (T. W. Greene und P. G. M. Wuts, 1991, Protective
Groups in Organic Synthesis, Hrsg. J. Wiley & Sons, Inc., New York).
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Um Komplexe mit Nukleinsäuren zu
bilden, liegen Polymere gemäß der Erfindung
in kationischer Form vor. Dies bedeutet, entweder a) liegen sie
durch Binden eines Protons an mindestens ein an dem Aminorest vorliegenden
Stickstoffatom in einer protonierten Form vor, oder b) liegen sie
durch Binden mit z. B. -CH3, -C2H5 oder -CH2CH2OH an mindestens ein an dem Aminorest vorliegenden
Stickstoffatom in Ammoniumform vor oder c) liegen sie in den Formen a)
und b) vor. In diesen Fällen
würden
die kationischen Polymere mit einem oder mehreren biologisch verträglichen
Anionen, wie zum Beispiel Trifluoracetat, Monoethylsulfat, Acetat,
Jodid, Chlorid, Bromid usw., verbunden sein.
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Die in dem Komplex enthaltene Nukleinsäure kann
ein DNS- und/oder RNS-Fragment, einzel- oder doppelsträngig, linear
oder kreisförmig,
natürlich
oder synthetisch, modifiziert oder nicht (vgl. US-A-S 525 711, US-A-4
711 955 oder EP-A-302 175 für
Modifikationsbeispiele) sein, wobei ein Fragment oder ein Teil einer
Nukleinsäure
ohne Größenbeschränkung definiert
wird. Sie kann unter anderem eine Genom-DNS, eine cDNS, eine mRNS,
eine Antisense-RNS, eine ribosomale RNS, ein Ribozym, eine tRNS
oder eine solche RNS kodierende DNS sein. "Polynucleotide" und "Nukleinsäuren" sind in Bezug auf die vorliegende Erfindung
Synonyme. Die Nukleinsäure
kann auch in Form eines Plasmids oder linearen Polynucleotids vorliegen,
das mindestens eine Kodierungssequenz der Nukleinsäure enthält, die
transkribiert und translatiert werden kann, um ein Polypeptid, Ribozym,
Antisense- oder anderes Molekül
von Interesse nach Abgabe an eine Zelle zu erzeugen. Die Nukleinsäure kann
auch ein Oligonucleotid sein, das an die Zelle, z. B. für Antisense-
oder Ribozymfunktionen, abzugeben ist. Gemäß der Erfindung kann die Nukleinsäure auch
zusammen mit Virusproteinen oder kationischen Lipiden oder kationischen
Polymeren formuliert sein.
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In einer bevorzugten Ausführungsform
können
sowohl DNS als auch RNS an Zellen abgegeben werden, um darin ein
Polypeptid von Interesse zu bilden, das innerhalb der Zelle bleiben
kann oder das von der Zelle sezerniert werden wird. In einer stärker bevorzugten
Ausführungsform
ist Plasmid-DNS bevorzugt. Falls die Nukleinsäuren die richtige genetische
Information enthalten, werden sie die Synthese relativ großer Mengen
des kodierten Polypeptids steuern. Wenn die an die Zellen abgegebenen
Nukleinsäuren
ein immunisierendes Polypeptid kodieren, kann die Verwendung gemäß der Erfindung
angewandt werden, um eine verbesserte und effektive Immunität gegen
infektiöse
Mittel, einschließlich
intrazellulärer
Viren, und auch gegen Tumorzellen zu erreichen. Die zur Expression
durch eine Targetzelle notwendige genetische Information umfasst
alle die Elemente, die zur Transkription der DNS zu mRNS und zur
Translation von mRNS zum Polypeptid erforderlich sind. Transkriptionspromotoren,
die zur Verwendung in verschiedenen Wirbeltiersystemen geeignet
sind, sind gut bekannt. Zum Beispiel schließen geeignete Promotoren die
Viruspromotoren RSV, MPSV, SV40, CMV oder den 7,5k-Vaccinia-Promotor,
induzierbare Promotoren usw. ein. Die Nukleinsäuren können auch Intronsequenzen,
Targetsequenzen, Transportsequenzen und Sequenzen, die an Replikation
oder Integration beteiligt sind, einschließen. Die Sequenzen sind in
der Literatur beschrieben worden und können durch Fachleute leicht erhalten
werden. Die Nukleinsäuren
können
auch mit speziellen Komponenten wie Spermin stabilisiert sein.
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Gemäß der Erfindung kann die Nukleinsäure zu den
exprimierenden Targetzellen homolog oder heterolog sein. Vorteilhafterweise
kodiert die Nukleinsäure
ein Polypeptid, insbesondere ein therapeutisches oder prophylaktisches
Polypeptid, ganz oder teilweise. Selbstverständlich ist ein Polypeptid ein beliebiges
Translationsprodukt eines Polynucleotids ungeachtet der Größe und egal,
ob glykosyliert oder nicht, und schließt Peptide und Proteine ein.
Therapeutische Polypeptide schließen als hauptsächliches Beispiel
diejenigen Polypeptide ein, die defekte oder mangelhafte Proteine
bei einem Tier ersetzen können,
oder diejenigen, die durch toxische Effekte wirken, um schädliche Zellen
zu beschränken
oder aus dem Körper
zu entfernen. Sie können
auch Immunität verleihende
Polypeptide sein, die als endogene Immunogene wirken, um eine humorale
oder zelluläre Antwort
oder beides hervorzurufen. Beispiele kodierter Polypeptide gemäß der Erfindung
sind ein Enzym, Hormon, Cytokin, Membranrezeptor, strukturelles Polypeptid,
Transportpolypeptid, Adhäsin,
Ligand, Transkriptionsfaktor, Transduktionsfaktor, Replikationsfaktor,
Stabilisationsfaktor, Antikörper,
ganz besonders CFTR, Dystrophin, die Faktoren VIII oder IX, E6 oder
E7 aus HPV, MUC1, BRCA1, Interferon β, Interferon γ, Interleukin
IL-2, IL-4, IL-6, IL-7, IL-12, GM-CSF (Granularzyten-Makrophagen
koloniestimulierender Faktor), das tk-Gen aus dem Herpes Simplex-Virus
Typ 1 (HSV-1), p53, VEGF. Das Polynucleotid kann auch einen Antikörper kodieren.
Diesbezüglich
umfasst Antikörper
das ganze Immunglobulin einer beliebigen Klasse, chimäre Antikörper und hybride
Antikörper
mit zwei- oder mehrfachen Antigen- oder Epitopspezifitäten und
Fragmente wie F(ab)2, Fab', Fab einschließlich hybrider
Fragmente und Antiidiotypen (US-A-4 699 880).
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In einer speziellen Ausführungsform
der Erfindung ist die Größe der kationischen
Polymer/Nukleinsäure-Komplexe
gemäß der Erfindung
von kleiner Größe (weniger
als 5 μm,
vorteilhafter weniger als 500 nm und vorzugsweise liegt sie im Bereich zwischen
20 und 200 nm). Die Komplexgröße kann zur
optimalen Verwendung bei einer besonderen Anwendung ausgewählt werden.
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Messungen der Komplexgröße können durch
eine Anzahl von Techniken erreicht werden, die dynamische Laserlichtstreuung
(Photonenkorrelationsspektroskopie, PCS) und auch andere Techniken, die
Fachleuten bekannt sind, (vgl. Washington, Particle Size Analysis
in Pharmaceutics and other Industries, Ellis Horwood, New York,
1992, 135-169) einschließen,
aber nicht darauf beschränkt
sind.
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Die Erfindung ist auch auf Verfahren
zum Herstellen der Komplexe gerichtet, die dadurch gekennzeichnet
sind, dass ein oder mehrere Polymere mit einer oder mehreren Nukleinsäuren gemischt werden,
und dass der Komplex dann gewonnen wird.
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Die Konzentration der negativ geladenen Nukleinsäure, die
dem kationischen Polymer zugesetzt werden kann, um die Komplexe
der Erfindung zu bilden, beträgt
von 10 μg
bis 5000 μg
pro ml Arzneimittel. In einer bevorzugten Ausführungsform der Endung beträgt die Konzentration
der Nukleinsäure 100 μg/ml bis
1000 μg/ml.
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Gemäß einer besonderen Ausführungsform umfasst
der Komplex ferner mindestens einen Hilfsstoff, der geeignet ist,
die Bildung des Komplexes zwischen dem kationischen Polymer und
der Nukleinsäure
zu verbessern oder den Transport des Komplexes durch die Zellmembran
zu erleichtern und endosomalen Abbau zu verhindern.
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Deshalb betrifft die Erfindung auch
einen Komplex, wobei der Hilfsstoff aus positiv oder negativ geladenen,
neutralen oder zwitterionischen Lipiden, zum Beispiel einem Triglycerid,
einem Diglycerid, Cholesterin (vgl. zum Beispiel US-A-S 438 044),
und insbesondere einem positiv oder negativ geladenen, neutralen
oder zwitterionischen Lipid, das Phosphatidylethanolamin (PE), Phosphatidylcholin,
Phosphocholin, Dioleoylphosphatidylethanolamin (DOPE), Sphingomyelin,
Ceramid oder Cerebrosid ist oder sich davon ableitet, einem kationischen
Lipid, wie zum Beispiel Glycerolipide (vgl. PCT/FR 98/00250) oder
PEGylierte Lipide (siehe WO 98/08489) oder lysomotropen Mittel wie
Chloroquin ausgewählt
ist.
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Das Verhältnis des Polymers zu dem Hilfsstoff
(auf einer Basis von Gewicht zu Gewicht) kann im Bereich von 1 :
0,1 bis 1 : 10 liegen, aber dieses Verhältnis kann gemäß dem Verbindungstyp
angepasst werden. In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Gewichtsverhältnis 1
: 1. Ein Fachmann kann mit diesen kleineren Einstellungen umgehen.
Es ist auch möglich,
ein Gemisch positiv oder negativ geladener, neutraler und/oder zwitterionischer
Lipide zu verwenden.
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Die Komplexe der Erfindung, auch
Polyplexe genannt, können
auch durch ihr theoretisches Ladungsverhältnis (+/-) gekennzeichnet
werden, das das Verhältnis
der durch das kationische Polymer bereitgestellten positiven Ladungen
zu den durch die Nukleinsäure
bereitgestellten negativen Ladungen in dem Komplex ist, wobei angenommen
wird, dass alle potentiell kationischen Reste tatsächlich im
kationischen Zustand sind und alle potentiell anionischen Reste
tatsächlich
im anionischen Zustand sind. Im Allgemeinen erleichtert ein Überschuss
positiver Ladungen am Komplex das Binden des Komplexes an die negativ
geladene Zelloberfläche.
Um solch ein Verhältnis
zu erhalten, soll die Berechnung alle negativen Ladungen in der
Nukleinsäure
in Betracht ziehen und soll dann die Menge an kationischem Polymer
einstellen, die notwendig ist, um das gewünschte theoretische Ladungsverhältnis, das
vorstehend angegeben ist, zu erhalten. Die Mengen und die Konzentrationen
der anderen Bestandteile sollen als Funktion ihrer jeweiligen Molmassen
und ihrer Zahl an positiven Ladungen eingestellt werden. Das Verhältnis ist
nicht speziell beschränkt:
Mengen werden so ausgewählt,
dass das Verhältnis
zwischen der Zahl an positiven Ladungen in dem kationischen Polymer
und der Zahl an negativen Ladungen in der Nukleinsäure zwischen
0,05 und 20, ganz besonders zwischen 2,5 und 15 und vorzugsweise
etwa 2,5 bis 10 beträgt.
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Die Erfindung umfasst auch ein Arzneimittel, das
mindestens einen Komplex, wie vorstehend offenbart, umfasst. Die
Arzneimittel sind besonders nützlich
für die
Abgabe von Polynukleotiden an Zellen oder Gewebe eines Individuums
im Bereich eines gentherapeutischen Verfahrens, aber sie sind nicht auf
eine solche Verwendung beschränkt.
Der Begriff "Gentherapieverfahren" wird vorzugsweise
als Verfahren zur Einführung
eines Polynukleotids in Zellen entweder in vivo oder durch Einführung in
Zellen in vitro, gefolgt von einer Reimplantation in ein Individuum,
verstanden. Insbesondere betrifft "Gentherapie" den Fall, bei dem das Genprodukt in
ein Zielgewebe exprimiert wird, und auch den Fall, wo das Genprodukt
abgesondert wird, insbesondere in den Blutstrom. Gemäß der vorliegenden
Erfindung sind Nukleinsäure,
Polynukleotid, Oligonukleotide oder Gen Synonyme.
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Vorzugsweise umfasst das Arzneimittel
außerdem
einen pharmazeutisch verträglichen
Träger. Der
Träger
ist vorzugsweise isotonisch, hypotonisch oder schwach hypertonisch
und weist eine relativ geringe Ionenstärke auf, wie sie durch eine
Saccharoselösung
bereitgestellt wird. Außerdem
kann es beliebige relevante Lösungsmittel,
wässrige
oder teilweise wässrige
flüssige
Träger,
die steriles, pyrogenfreies Wasser umfassen, Dispersionsmedien,
Beschichtungen und Äquivalente
enthalten. Der pH-Wert der pharmazeutischen Zubereitung wird passend
eingestellt und gepuffert.
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Das Arzneimittel gemäß der vorliegenden Erfindung
kann an ein Wirbeltiergewebe verabreicht werden. Diese Verabreichung
kann durch intradermale, subdermale, intravenöse, intramuskuläre, intranasale,
intrazerebrale, intratracheale, intraarterielle, intraperitoneale,
intravesikale, intrapleurale, intrakoronare oder intratumorale Injektion
mittels einer Spritze oder anderer Vorrichtungen durchgeführt werden.
Die transdermale Verabreichung wird auch in Erwägung gezogen, wie auch Inhalations-
oder Aerosolwege.
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Gemäß der vorliegenden Erfindung
kann das Arzneimittel an Zielgewebe des Wirbeltierkörpers verabreicht
werden, die diejenigen von Muskel, Haut, Gehirn, Lunge, Leber, Milz,
Knochenmark, Thymus, Herz, Lymphe, Knochen, Knorpel, Bauchspeicheldrüse, Niere,
Gallenblase, Magen, Darm, Hoden, Eierstock, Gebärmutter, Mastdarm, Nervensystem,
Auge, Drüsen,
Bindegewebe, Blut, Tumor usw. einschließen.
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Auf eine in vivo-Gentherapie angewandt,
erlaubt diese Erfindung die wiederholte Verabreichung an den Patienten
ohne irgendein Risiko, dass die verabreichte Zubereitung eine signifikante
Immunreaktion auslöst.
Die Verabreichung kann durch eine einzelne oder wiederholte Dosis,
einmal oder mehrere Male nach einer bestimmten Zeitdauer erfolgen.
Die wiederholte Verabreichung erlaubt eine Verminderung in der Dosis
des zu einem einzelnen Zeitpunkt verabreichten Wirkstoffs, insbesondere
DNS. Der Verabreichungsweg und die geeignete Dosis variieren als
Funktion verschiedener Parameter, zum Beispiel des einzelnen Patienten,
der Krankheit, die behandelt wird, oder der Nukleinsäure, die übertragen wird.
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Die Erfindung betrifft spezieller
ein Arzneimittel, das mindestens einen der vorstehend beschriebenen
Komplexe umfasst und auch mindestens einen Hilfsstoff einschließt, der
die Transfektionskapazität
des Komplexes verbessern kann. Hilfsstoffe können aus Chloroquin, protischen,
polaren Verbindungen wie Propylenglycol, Polyethylenglycol, Glycerin,
EtOH, 1-Methyl-L-2-pyrrolidon oder deren Derivaten, oder aprotischen,
polaren Verbindungen, wie Dimethylsulfoxid (DMSO), Diethylsulfoxid,
Di-n-propylsulfoxid, Dimethylsulfon, Sulfolan, Dimethylformamid,
Dimethylacetamid, Tetramethylharnstoff, Acetonitril oder deren Derivaten
ausgewählt
sein.
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Gemäß der Erfindung schließen "Zellen" Prokaryontenzellen
und Eukaryontenzellen, Hefezellen, Pflanzenzellen, menschliche oder
tierische Zellen, insbesondere Säugerzellen
ein. Insbesondere Krebszellen sollten erwähnt werden. Die Erfindung kann
in vivo auf den Interstitial- oder Luminalraum von Geweben in den
Lungen, der Luftröhre,
der Haut, den Muskeln, dem Gehirn, der Leber, dem Herz, der Milz,
dem Knochenmark, dem Thymus, der Harnblase, dem lymphatischen System,
dem Blut, der Bauchspeicheldrüse,
dem Magen, den Nieren, den Eierstöcken, den Hoden, dem Mastdarm,
dem peripheren oder zentralen Nervensystem, den Augen, den lymphatischen
Organen, dem Knorpel und dem Endothel angewandt werden. In bevorzugten
Ausführungsformen
wird die Zelle eine Muskelzelle, eine Stammzelle des hämopoetischen
Systems oder eine Atemwegszelle, ganz besonders eine Luftröhren- oder
Lungenzelle und vorzugsweise eine Zelle des respiratorischen Flimmerepithels
sein.
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Die vorliegende Erfindung umfasst
auch ein Verfahren zum Übertragen
einer Nukleinsäure
in Zellen, wobei das Verfahren das Zusammenbringen der Zellen mit
mindestens einem Komplex oder einer Zusammensetzung gemäß der Erfindung
umfasst. Dieses Verfahren kann durch direkte Verabreichung des Komplexes
oder der Zusammensetzung an Zellen des Tiers in vivo oder durch
in vitro-Behandlung von Zellen, die von dem Tier gewonnen und dann
wieder in den Tierkörper
eingeführt
wurden (ex vivo-Verfahren), angewandt werden. Bei der in vitro-Anwendung werden
auf einem geeigneten Medium kultivierte Zellen mit einer Suspension,
die aus Komplexen oder der Zusammensetzung der Erfindung besteht,
in Kontakt gebracht. Nach einer Inkubationszeit werden die Zellen
gewaschen und wiedergewonnen. Die Einführung des Wirkstoffs kann (schließlich nach
Lyse der Zellen) durch irgendein geeignetes Verfahren bestätigt werden.
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Das Einführungs- oder Übertragungsverfahren
ist allein gut bekannt. "Einführung oder Übertragung" bedeutet, dass der
negativ geladene Wirkstoff in die Zelle übertragen wird und sich am
Ende des Verfahrens innen in der Zelle oder innerhalb ihrer oder
auf ihren Membranen befindet. Falls der Wirkstoff eine Nukleinsäure ist,
wird dies "Transfektion" genannt. Die Transfektion
kann durch irgendein angemessenes Verfahren, zum Beispiel durch
Messen der Expression des Gens oder durch Messen der Konzentration
des exprimierten Proteins oder seiner mRNS oder durch Messen seiner
biologischen Wirkung bestätigt
werden.
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Im Fall einer in vivo-Behandlung
gemäß der Erfindung
kann sich der Patient vor Verabreichung der vorstehend beschriebenen
pharmazeutischen Zubereitungen einer Behandlung zur Verminderung von
Makrophagen unterziehen, um die Transfektionsrate zu verbessern.
Solch eine Technik ist in der Literatur beschrieben (man schaue
insbesondere nach bei Van Rooijen et al., 1997, TibTech, 15, 178-184).
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Die Erfindung betrifft spezieller
die Verwendung von Polymeren der allgemeinen Formel:
wobei:
der Polymerisationsgrad
p von 2 bis 10
6, vorzugsweise von 10 bis
10
4, stärker
bevorzugt von 50 bis 2000 beträgt,
R
1, R
2 und R
3 unabhängig
voneinander in jeder [CH-CH
2]-Wiederholungseinheit
aus H, einem Alkylrest mit 1 bis 20 Kohlenstoffatomen oder einem
Arylrest mit 5 bis 7 Kohlenstoffatomen ausgewählt sind,
n 0 oder 1 ist,
mit der Maßgabe,
dass mindestens ein n in der gesamten Länge des Polymers 1 ist,
oder
eines Komplexes zwischen dem Polymer und der Nukleinsäure zur
Herstellung eines Arzneimittels zur Gentherapieverwendung und spezieller
zur Verwendung bei einem Verfahren zur intrazellulären Abgabe
von Nukleinsäuren.
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Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird
der Polymerisationsgrad p ausgewählt,
um Polymere mit einem Molekulargewicht zu erhalten, das im Bereich
zwischen 1 und 1000 kDa, vorzugsweise zwischen 7 und 450 kDa, liegt.
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Außerdem kann das Polymer gemäß seiner kationischen
Eigenschaft auch zur Herstellung von Arzneimitteln zur Therapie,
bei der eine intrazelluläre Abgabe
eines anionischen Moleküls
notwendig ist, verwendet werden. Solche anionischen Moleküle sollten
nicht einschränkend
als Nukleinsäure
verstanden werden und können
auch aus Proteinen, Arzneistoffen usw. bestehen.
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Schließlich betrifft die Erfindung
eine Zelle, die mit einem Komplex, wie dem vorstehend beschriebenen,
transfiziert ist, insbesondere eine Prokaryontenzelle, eine Hefe-
oder Eukaryontenzelle, vor allem eine Säugerzelle und ganz besonders
eine kanzeröse
Zelle. Die Erfindung ist besonders wirksam für Atemwegszellen, insbesondere
Luftröhren- oder
Lungenzellen, und noch mehr für
Zellen des respiratorischen Flimmerepithels.
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1:
A549-Zellen (menschliche Lungenkrebszellen) wurden mit 2 μg pTG11033
und der gewünschten
Menge des gewünschten
Polymers transfiziert, um die gewünschten N/P-Äquivalente
(2,5, 5 bzw. 10 Äqu.;
vgl. Legende) zu erreichen. Die Expression wurde 48 Stunden später gestoppt.
Die schwarzen Balken stellen die Ergebnisse der Transfektion in
Gegenwart von Chloroquin (100 μM)
dar.
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BEISPIELE
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Zellen
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A549-Zellen (Lungenkrebszelllinie)
werden in einer Kultur in DMEM-Medium, das mit 10% fetalem Kalbsserum,
286 mg/ml Glutamin und 2 g/l Glucose ergänzt ist, in einem Inkubator
bei 37°C
und 5% CO2 gehalten. 24 Stunden vor der
Transfektion werden die Zellen in eine Platte mit 48 Vertiefungen
geätzt,
um 60-80% Konfluenz zum Transfektionszeitpunkt zu erreichen.
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Plasmid
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pTG11033 (FR 97/09209 und FR 97/15807) Plasmid,
das das Photinus pyralis-Luciferasegen unter der Kontrolle des Zytomegalievirus-Enhancers/Promotors
kodiert und das Intron HMG1 enthält, wird
verwendet.
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Lösungen
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Die Aminopolymerlösungen wurden durch Auflösen gewogener
Mengen der entsprechenden Hydrochloridsalze in destilliertem Wasser
hergestellt. Die Konzentrationen sind als monomeres Poly(aminhydrochlorid)
ausgedrückt;
wir haben das Polymer als vollständig
protoniert betrachtet (MM von 79 Da/Monomer).
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Herstellung von Polymer/DNS-Polyplexen
und Protokoll der Transfektion
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Die Polymer/DNS-Komplexe wurden folgendermaßen erhalten:
2 μg Plasmid
und die gewünschte
Menge kationisches Polymer [aus 10 mM (als protoniertes Amin) Stammlösungen,
in Wasser bei einem pH-Wert von 7,4; 1 N/P-Äquivalent entspricht der Menge
Polymer, die notwendig ist, um eine Aminogruppe (N) pro Phosphatgruppe
(P) der Nukleinsäure
(330 Da mittlere MM) zu haben] wurden jeweils in 50 μ1 5 %iger
Glucoselösung
verdünnt
und verwirbelt. Die zwei Lösungen
wurden dann gemischt und vorsichtig verwirbelt. Nach 30 min wurden
die Komplexe den Zellen zugesetzt. Vor Zusetzen der Transfektionskomplexe
wurde das Medium (DMEM, GIBCO BRL) entfernt und durch 0,5 ml serumfreies
Medium ersetzt. Unmittelbar danach wurde die Platte 5 min bei 1500
U/min (etwa 280 g) zentrifugiert. Nach 3 h wurde das Medium durch
0,5 ml Medium ersetzt, das mit 10% fetalem Kalbsserum ergänzt war.
Wenn die Transfektion in Gegenwart von 100 μM Chloroquin durchgeführt wurde,
wurden dem Medium genau vor dem Zusetzen der Polyplexe 5 μl einer 10 mM
Chloroquinlösung
zugesetzt. Nach 48 h wurde das Medium entfernt, 100 μl Lysepuffer
(Promega) wurden zugesetzt, und die Zellen wurden bis zur Analyse
auf Luciferaseaktivität
bei -80°C
eingefroren. 20 μl
des Überstands
wurden unter Verwendung des Luciferase-Testsystems (Promega) in
Platten mit 96 Vertiefungen (Biolumat LB 9500, Berthold, Wilbach, Deutschland)
analysiert. Jede Transfektion wurde dreifach ausgeführt. Die
Werte sind als mittlere relative Lichteinheiten (RLU) pro mg Zellprotein
(BCA Test, Pierce) angegeben.
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Wie die Mehrzahl synthetischer Vektoren hängt die
Transfektionseffizienz vom Polymer/DNS-Verhältnis ab. Die optimale Expression wurde
immer mit einem Verhältnis
von negativen zu positiven Ladungen zwischen 2,5 und 5 erhalten.
Bei allen geprüften
Verhältnissen
wurde keine signifikante Toxizität
gesehen. Wir haben auch gezeigt, dass die Transfektion in Gegenwart
von 100 μM
Chloroquin eine höhere
Transgenexpression erlauben konnte.