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DE69807688T2 - Katalytische hydrierung von nitrobenzol zu 4-amino-diphenylamin in gegenwart einer hydroxyl-verbindung und eines lösungsmittels - Google Patents

Katalytische hydrierung von nitrobenzol zu 4-amino-diphenylamin in gegenwart einer hydroxyl-verbindung und eines lösungsmittels

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Publication number
DE69807688T2
DE69807688T2 DE69807688T DE69807688T DE69807688T2 DE 69807688 T2 DE69807688 T2 DE 69807688T2 DE 69807688 T DE69807688 T DE 69807688T DE 69807688 T DE69807688 T DE 69807688T DE 69807688 T2 DE69807688 T2 DE 69807688T2
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DE
Germany
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nitrobenzene
aniline
adpa
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hydrogenation
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L. Devera
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Original Assignee
Flexsys America LP
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    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C209/00Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton
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    • C07C209/32Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton by reduction of nitrogen-to-oxygen or nitrogen-to-nitrogen bonds by reduction of nitro groups
    • C07C209/36Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton by reduction of nitrogen-to-oxygen or nitrogen-to-nitrogen bonds by reduction of nitro groups by reduction of nitro groups bound to carbon atoms of six-membered aromatic rings in presence of hydrogen-containing gases and a catalyst
    • CCHEMISTRY; METALLURGY
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    • C07C209/02Preparation of compounds containing amino groups bound to a carbon skeleton by substitution of hydrogen atoms by amino groups

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  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)
  • Low-Molecular Organic Synthesis Reactions Using Catalysts (AREA)

Description

    Hintergrund der Erfindung
  • Diese Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von 4-Aminodiphenylamin (4-ADPA), einer wichtigen Zwischenstufe bei der Herstellung von Stabilisatoren in Form von substituiertem Paraphenylendiamin (PPD) für Polymere, insbesondere Kautschuk.
  • Es ist bekannt, 4-ADPA mittels eines nucleophilen aromatischen Substitutionsmechanismus herzustellen, wobei ein Anilinderivat Halogenid ersetzt. Dieses Verfahren beinhaltet die Herstellung einer 4-ADPA-Zwischenstufe, nämlich 4- Nitrodiphenylamin (4-NDPA), mit anschließender Reduktion der Nitro-Struktureinheit. Das 4-NDPA wird hergestellt, indem man p-Chlornitrobenzol in Gegenwart eines Säureakzeptors oder Neutralisierungsmittels, wie Kaliumcarbonat, und gegebenenfalls unter Verwendung eines Katalysators mit einem Anilinderivat, wie Formanilid oder einem Alkalimetallsalz davon, umsetzt. Siehe zum Beispiel US-Patente Nr. 4,187,248, 4,683,332, 4,155,936, 4,670,595, 4,122,118, 4,614,817, 4,209,463, 4,196,146, 4,187,249, 4,140,716. Dieses Verfahren ist insofern von Nachteil, als das Halogenid, das verdrängt wird, gegenüber den Reaktoren korrosiv ist und im Abstrom auftritt und daher unter beträchtlichen Kosten entsorgt werden muss. Weiterhin erfordern die Verwendung eines Anilinderivats, wie Formanilid, und die Verwendung von p-Chlornitrobenzol zusätzliche Herstellungsgeräte und Möglichkeiten, um diese Ausgangsstoffe aus Anilin bzw. Nitrobenzol herzustellen.
  • Es ist auch bekannt, 4-ADPA durch Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin herzustellen. Siehe zum Beispiel 6B 1,440,767 und US-Patent Nr. 4,760,186. Dieses Verfahren ist insofern nachteilig, als die Ausbeute an 4-ADPA für ein kommerzielles Verfahren nicht annehmbar ist. Es ist auch bekannt, ein Urethan unter Bildung von 4-NDPA zu decarboxylieren. Siehe US-Patent Nr. 3,847,990. Dieses Verfahren ist jedoch in Bezug auf Kosten und Ausbeute nicht kommerziell praktizierbar.
  • Es ist bekannt, 4-ADPA herzustellen, indem man p-Nitrosodiphenylhydroxylamin hydriert, welches durch katalytische Dimerisierung von Nitrosobenzol hergestellt werden kann, wobei man als Reduktionsmittel aliphatische Verbindungen, Benzol, Naphthalin oder ethylenisch ungesättigte Verbindungen verwendet. Siehe zum Beispiel US-Patente Nr. 4,178,315 und 4,404,401. Es ist auch bekannt, p-Nitrosodiphenylamin in Gegenwart von überschüssigem Chlorwasserstoff aus Diphenylamin und einem Alkylnitrat herzustellen. Siehe zum Beispiel US-Patente Nr. 4,518,803 und 4,479,008.
  • Es ist auch bekannt, 4-Nitrosodiphenylamin herzustellen, indem man Acetanilid und Nitrobenzol 4 Stunden lang in DMSO bei 80ºC in Gegenwart von Natriumhydroxid und Kaliumcarbonat umsetzt. Siehe Ayyangar et al., Tetrahedron Letters, Vol. 31, Nr. 22, S. 3217-3220 (1990). Siehe auch Wohl, Chemische Berichte, 36, S. 4135 (1903), und Chemische Berichte, 34, S. 2442 (1901). Die Ausbeute an 4-Nitrosodiphenylamin ist jedoch gering, und daher ist das Verfahren kommerziell nicht praktizierbar. Weiterhin erfordert dieses Verfahren die Verwendung eines Anilinderivats, nämlich Acetanilid, was die Kosten für die Ausgangsstoffe erhöht.
  • Es ist bekannt, 4-ADPA durch die folgenden aufeinanderfolgenden Schritte herzustellen: a) Umsetzen von Anilin mit Nitrobenzol in Gegenwart einer Base unter kontrollierten Bedingungen unter Bildung eines Gemischs, das die Salze von 4- Nitrodiphenylamin und von 4-Nitrosodiphenylamin enthält, und dann b) Hydrieren der Salze. Das US-Patent Nr. -5,117,063 offenbart ein solches Verfahren.
  • Das US-Patent Nr. 5,420,354 zeigt ein anderes Verfahren zur Herstellung von p- Aminodiphenylamin durch In-Kontakt-Bringen von Nitrobenzol mit Wasserstoff und Anilin in Gegenwart eines Hydrierungskatalysators, eines Hydrierungsinhibitors und eines sauren Katalysators. Dieses letztere Verfahren ist zwar als einstufiges Verfahren beschrieben, doch ist die Selektivität für das gewünschte Produkt relativ gering.
  • Bei dem Verfahren der vorliegenden Erfindung entsteht 4-ADPA in einem einstufigen Verfahren, wobei Nitrobenzol unter Wasserstoffdruck in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators in eine Reaktorzone eingefüllt wird. Die verschiedenen Reaktionen finden in demselben Reaktor statt, vorzugsweise über einem Festbett, wobei 4-ADPA in einem kontinuierlichen Verarbeitungsschritt entsteht. Außerdem ist das Verfahren der vorliegenden Erfindung aufgrund der Zweckmäßigkeit eines einstufigen Verfahrens viel weniger kostspielig in Bezug auf die Herstellungskosten sowie die Kosten für Rohstoffe. Schließlich erzeugt dieses Verfahren verbesserte Ausbeuten und Selektivitäten.
  • Kurzbeschreibung der Erfindung
  • Diese Erfindung stellt ein Verfahren zur Herstellung von 4-ADPA durch Einleiten von Nitrobenzol in eine Reaktionszone unter Wasserstoffdruck in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators bereit. Das Verfahren weist die Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit eines einstufigen Verfahrens auf, während es verbesserte Ausbeuten und Selektivitäten erzeugt.
  • Weiterhin wird ein Verfahren bereitgestellt, mit dem das bei dem Verfahren unter Wasserstoffdruck hergestellte 4-ADPA weiter hydriert wird, wobei Stabilisatoren in Form von alkyliertem Paraphenylendiamin (PPD) und/oder Antiozonisierungsmittel für Polymere, insbesondere Kautschuk, entstehen.
  • Noch ein weiteres Verfahren dieser Erfindung ist das Verfahren, mit dem das 4- ADPA unter Bildung von alkyliertem PPD reduktiv alkyliert wird.
  • Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von 4-ADPA, einer Zwischenstufe zu PPD, wobei Nitrobenzol in Gegenwart einer starken organischen Base unter Wasserstoffdruck in eine Reaktionszone eingeleitet wird. Zu Beginn der Reaktion wird ein Hydrierungskatalysator in die Reaktionszone eingefüllt, im Unterschied zu dem Verfahren, das im US-Patent Nr. 5,453,541 der Anmelderin dargelegt ist, auf das hier ausdrücklich Bezug genommen wird. Mit diesem neuen erfindungsgemäßen Verfahren ist die Reaktion ein einstufiges Verfahren, bei dem Nitrobenzol in Anilin umgewandelt wird und die Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol in Gegenwart einer starken organischen Base eingeleitet wird. Die resultierenden Reaktionen erzeugen ein Gemisch, das reich ist an 4-ADPA-Zwischenstufen oder an deren substituierten Derivaten einschließlich der 4-Nitrodiphenylamin- und/oder 4-Nitrosodiphenylaminsalze und dann 4-ADPA als Hydrierungsprodukt davon. Ein Schlüssel zu dem vorliegenden Verfahren, bei dem eine höhere Ausbeute und Selektivität für 4-ADPA erhalten werden, ist die Manipulation der Reaktion zur Erzeugung von mehr Anilin. Andernfalls geht die Ausbeute an Nitrobenzol zugunsten von Azoxybenzol verloren, und ein weiterer Reaktionsschritt ist erforderlich, um Anilin aus dem Azoxybenzolprodukt zu gewinnen, wie bei der katalytischen Hydrierung von Azoxybenzol. Bei diesem vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahren kann das resultierende 4-ADPA verwendet werden, um alkylierte Produkte von p-Phenylendiamin herzustellen, wobei diese Produkte als Antioxidantien und Antiozonisierungsmittel geeignet sind. Alternativ dazu können die 4-ADPA-Zwischenstufen reduziert werden, und das reduzierte Material kann in demselben Reaktionsgefäß alkyliert werden, wobei man ein Keton als Lösungsmittel verwendet.
  • In einer Ausführungsform der Erfindung gilt dem Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol zu Tetramethylammoniumhydroxid (TMA(OH)) besondere Aufmerksamkeit. Wenn dieses Verhältnis auf einem Niveau von weniger als 1,0 gehalten wird, wird die Selektivität der Hydrierungsreaktion, durch die Nitrobenzol in einem einstufigen Vorgang unter Wasserstoffdruck und in Gegenwart einer starken organischen Base, d. h. TMA(OH), und eines Hydrierungskatalysators zu 4-ADPA hydriert wird, erhöht.
  • In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die einstufige Hydrierung von Nitrobenzol zu 4-ADPA in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators unter Wasserstoffdruck durch die Verwendung eines Edelmetallkatalysators auf einem geeigneten Träger, vorzugsweise Palladium oder Platin, am meisten bevorzugt Palladium auf einem Kohle- oder Aluminiumoxidträger, verstärkt. In noch einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird die Menge des eingesetzten Palladiums so reguliert, dass die Ausbeute und Selektivität für 4-ADPA optimiert werden.
  • In noch einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol so gesteuert, dass die Ausbeute und Selektivität für 4-ADPA für den einstufigen Umwandlungsvorgang optimiert werden, wodurch Nitrobenzol unter Wasserstoffdruck und in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators zu 4-ADPA hydriert wird. Alternativ dazu kann auch Anilin, obzwar es während des Hydrierungsvorgangs erzeugt wird, zusätzlich in den Reaktor gegeben werden, um das gewünschte Stoffmengenverhältnis von Anilin/Nitrobenzol zu erreichen.
  • Ausführliche Beschreibung der Erfindung Darlegung der Erfindung
  • Das vorliegende Verfahren zur Herstellung von 4-ADPA umfasst das Einbringen von Nitrobenzol in eine begrenzte Zone unter Wasserstoffdruck und in Gegenwart einer geeigneten Base und eines Hydrierungskatalysators und die Hydrierung des Nitrobenzols unter Bildung von 4-Aminodiphenylamin (4-ADPA).
  • Insbesondere beinhaltet die vorliegende Erfindung das Einbringen von Nitrobenzol in eine begrenzte Zone oder einen Reaktor oder eine Reaktionszone unter Wasserstoffdruck und in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators. Während das Nitrobenzol hydriert wird, erzeugt es Anilin in situ, welches mit einem Teil des Nitrobenzols unter Bildung von 4-ADPA- Zwischenstufen, insbesondere Salzen von 4-Nitrodiphenylamin (4-NDPA) und 4- Nitrosodiphenylamin (4-NODPA), neben anderen Reaktionsprodukten, reagiert. Bei der Hydrierungsreaktion werden diese 4-NDPA- und 4-NODPA-Zwischenstufen weiterhin in 4-ADPA umgewandelt, während die Reaktion voranschreitet.
  • Ein Vorteil des vorstehenden Verfahrens ist die Fähigkeit zur Gewinnung von 4- ADPA in einem einstufigen oder Eintopf-Reaktionsverfahren. Ein Schlüssel zum Erhalten einer hohen Ausbeute und Selektivität für 4-Aminodiphenylamin besteht darin, die Reaktion dazu zu bringen, mehr Anilin zu erzeugen; ansonsten geht die Ausbeute an Nitrobenzol zu Azoxybenzol verloren, oder es wird ein weiterer Schritt erforderlich sein, um Anilin aus Azoxybenzol zu gewinnen, wie bei der katalytischen Hydrierung von Azoxybenzol.
  • Alternativ dazu ist es zur Herstellung von 4-ADPA auch möglich, die Bildung der Zwischenstufe (4-NDPA und 4-NODPA) zu verstärken, indem man gleichzeitig mit dem Nitrobenzol eine getrennte Charge an Anilin in die Reaktionszone einführt.
  • Zur Herstellung von alkyliertem PPD, wovon 4-ADPA eine Zwischenstufe ist, beinhaltet das vorliegende Verfahren den weiteren Schritt der Hydrierung des 4- ADPA, um eine Umwandlung in alkyliertes PPD, ein Stabilisator/Antiozonisierungsmittel für Polymere, insbesondere Kautschuk, zu bewirken. Zur Herstellung von alkylierten p-Phenylendiaminen beinhaltet das vorliegende Verfahren weiterhin den Schritt der reduktiven Alkylierung des oben erzeugten 4-ADPA unter Bildung des alkylierten PPD.
  • Mehrere Faktoren werden identifiziert, die einen Nutzen bei der Optimierung des einstufigen Verfahrens haben, das hier für die Umwandlung von Nitrobenzol in 4- ADPA bereitgestellt wird. Ein solcher Faktor beinhaltet die Steuerung des Stoffmengenverhältnisses von Nitrobenzol zu dem TMA(OH)-Basen material. Dieses Verhältnis sollte nicht größer als 1,0 und vorzugsweise kleiner als 1,0 sein. Bei einem Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol zu TMA(OH) von mehr als 1,0 wird die Hydrierungsreaktion unter Bildung von 4-ADPA insofern ungünstig beeinflusst, als sich die Selektivität zur Bildung von Azoxybenzol, Anilin und Diphenylhydrazin und nicht zur Selektivität für 4-Aminodiphenylamin verschiebt.
  • Ein weiterer Parameter des einstufigen Verfahrens der Erfindung beruht auf der Wahl des Hydrierungskatalysators und der Menge des Katalysators und der Konzentration des Katalysators auf dem Träger.
  • Noch ein weiterer Faktor, der gesteuert werden kann, um die Optimierung der 4- ADPA-Ausbeute und -Selektivität zu beeinflussen, ist das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol, das in der Reaktionszone erhältlich ist. Das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol kann von einem großen Überschuss an Nitrobenzol bis zu einem großen Überschuss an Anilin variieren. Vorzugsweise wird die Reaktion unter Verwendung eines Überschusses an Anilin durchgeführt. Das Verhältnis von 4-NDPA zu 4-NODPA, das bei der Reaktion der vorliegenden Erfindung erzeugt wird, kann gesteuert werden, indem man das Verhältnis von Anilin zu Nitrobenzol variiert. Je höher zum Beispiel das Verhältnis von Anilin zu Nitrobenzol ist, desto höher ist das Verhältnis von 4-NODPA zu 4-NDPA. Bei diesem einstufigen Verfahren wird Nitrobenzol sowie gegebenenfalls Anilin vorzugsweise so eingebracht, dass man ein Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol von 4 zu 1 erhält. Dies ist zu bevorzugen, da dann leicht eine Steuerung der Selektivität hin zu einer höheren 4-ADPA-Selektivität erreicht werden kann. Bei überschüssigen Mengen an Nitrobenzol, wenn die richtige Menge an Hydrierungskatalysator gegeben ist, geht jedoch eine bestimmte Menge an Nitrobenzol zu Nitrobenzol-Reduktionsprodukten verloren, d. h. zu Azoxybenzol, Azobenzol und Diphenylhydrazin.
  • Neben den obigen Faktoren ist die Durchführung des Verfahrens unter Wasserstoffdruck für das einstufige Verfahren wesentlich. Der Wasserstoffdruck in der hier erwähnten Reaktionszone liefert eine treibende Kraft, um während des Verfahrens der Erfindung eine Hydrierung zu bewirken. Bei sehr aktiven Hydrierungskatalysatoren, wie denjenigen, die als Edelmetalle klassifiziert sind, beträgt der Manometerdruck vorzugsweise zwischen 0 und 7000 kPa entweder unter Wasserstoffstromregulierung oder Druckregulierung. Die Geschwindigkeit der Wasserstoffaufnahme während der Stromregulierung ist gleichermaßen wichtig, um die Selektivität für 4-Nitrosodiphenylamin und schließlich 4-Aminodiphenylamin zu beeinflussen. Die verwendete Fließgeschwindigkeit hängt von der Art und Menge des Katalysators ab.
  • Ein aktiver Hydrierungskatalysator, wie Palladium auf Kohle in größeren Konzentrationen, hat zum Beispiel eine größere Wasserstoffaufnahme, was in der Folge die Reduktion von Nitrobenzol zu unerwünschten Nebenprodukten, wie Azoxybenzol, fördert, was die Selektivität für 4-ADPA senkt. In einem solchen katalytischen System kann die Strömung auf niedrigere Drücke (wie solche von weniger als 700 kPa) und größere Mengen an Tetramethylammoniumhydroxid, TMA(OH), reguliert werden, was in der Folge die Ausbeute an Nitrobenzol zu 4- ADPA erhöht.
  • Ein weiterer Aspekt dieser Erfindung ist die Verwendung eines Basenmaterials, in dessen Gegenwart die Nitrobenzolcharge hydriert wird. Zu den geeigneten Basen gehören unter anderem anorganische Basen, wie zum Beispiel Alkalimetalle, wie Natriummetall, Alkalimetallhydride, -hydroxide und -alkoxide, wie Natriumhydrid, Lithiumhydroxid, Natriumhydroxid, Cäsiumhydroxid, Kaliumhydroxid, Kalium-t-butoxid einschließlich Gemischen davon. Bevorzugt sind starke organische Basen, wie Alkalimetallalkoxide, wie Natrium- oder Kaliumalkoxid. Zu den weiteren annehmbaren Basenmaterialien gehören unter anderem Phasentransferkatalysatoren in Verbindung mit einer geeigneten Basenquelle, wie tetrasubstituierten Ammoniumhydroxiden, wobei jeder Substituent unabhängig aus Alkyl-, Aryl- oder Arylalkylgruppen ausgewählt ist, einschließlich Tetraalkylammoniumhydroxiden, z. B. Tetramethylammoniumhydroxid, Aryltrialkylammoniumhydroxiden, z. B. Phenyltrimethylammoniumhydroxid, Arylalkyltrialkylammoniumhydroxiden, z. B. Benzyltrimethylammoniumhydroxid, alkylsubstituierte Diammoniumhydroxide, z. B. Bis(dibutylethyl)hexamethylendiammoniumhydroxid, und andere Kombinationen von Phasentransferkatalysatoren und geeigneten Basen, wie geeigneten Basen in Verbindung mit Arylammoniumsalzen, Kronenethern und Aminbasen, wie Lithiumbis(trimethylsilyl)amid, einschließlich Gemischen davon. Bevorzugte Materialien zur Verwendung als Basen sind Tetraalkylammoniumhydroxide, wie Tetramethylammoniumhydroxid (TMA(OH)). Die Menge der im vorliegenden Verfahren verwendeten Base kann über einen weiten Bereich variieren und hängt zum Beispiel unter anderen Faktoren von dem Grad ab, bis zu dem ein spezielles Reaktionsprodukt verstärkt oder minimiert werden soll. Zum Beispiel kann die Reaktion in einer Weise durchgeführt werden, die hinsichtlich der Base begrenzend ist, oder die Reaktion kann in einer Weise durchgeführt werden, die hinsichtlich von Nitrobenzol oder Anilin begrenzend ist. Wie bereits erwähnt wurde, sollte die Base in einer ausreichenden Menge verwendet werden, um ein Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol zu TMA(OH) von weniger als eines (1,0) zu erreichen. Für eine halbkontinuierliche Arbeitsweise wird die Base zum Beispiel entweder oberhalb oder unterhalb der Oberfläche der Reaktionszone in die Reaktionszone gegeben. In diesem Fall liegt die Base vorzugsweise in der Hydratform, wie als Dihydrat, vor.
  • Das Verfahren der Erfindung beinhaltet außerdem die Verwendung eines Hydrierungskatalysators. Hydrierungskatalysatoren sind in der Technik wohlbekannt. Es gibt eine Vielzahl von Katalysatortypen, die als Reduktionskatalysatoren für die vorliegende Erfindung geeignet sind. Zu diesen gehören die folgenden sowie andere von ähnlicher Art: Kupfer auf Aluminiumoxid oder Bimsstein; Silber-Magnesiumoxid auf Bimsstein; Kupfer-Ceroxid auf Bimsstein; Kupfer-Manganoxid oder Eisen-Manganoxid auf Bimsstein; Kupfer auf Siliciumoxid; Platin auf Aktivkohle oder Ruß; Nickel auf Siliciumoxid oder Kieselgur; Molybdän oder Palladium auf Kohle oder Aluminiumoxid unter Verwendung von Katalysatorinhibitoren, wie Thiophen, Thioharnstoff, Triphenylphosphit, Polyaminen, Magnesiumoxid, Morpholin und Thioethern; sowie sulfidierte Edelmetallkatalysatoren unter Verwendung von Sulfidierungsmitteln, wie Schwefelwasserstoff, Natriumsulfid, Ammoniumsulfid und Dimethylsulfoxid. Es sollte ein Katalysator gewählt werden, der die direkte Hydrierung von Nitrobenzol zu einem Endprodukt, wie Azoxybenzol, verzögert oder hemmt und stattdessen die Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol ermöglicht. Zum Beispiel würde die Verwendung von Kupferchromit die Hydrierung von Nitrobenzol zu Azoxybenzol einschränken und am Anfang die Geschwindigkeit der Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol zum 4-NODPA- und 4-NDPA-Salz erhöhen, welches unter dem richtigen Druck direkt zu 4-ADPA hydriert wird.
  • Die Erfindung, wie sie vorstehend beschrieben wurde, ermöglicht die Herstellung von 4-ADPA nur mit Nitrobenzol, Wasserstoff, einer organischen Base und eines Hydrierungskatalysators als Ausgangsstoffen. Die Reaktionsereignisse, wie die Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol und die Hydrierung der Salze von 4-NODPA und 4-NDPA zu 4-ADPA, sind nicht voneinander getrennt. Außerdem kann bei richtiger Wahl der Stoffmengenverhältnisse von Anilin zu Nitrobenzol und von Nitrobenzol zu organischer Base und des richtigen Gewichtsverhältnisses von organischer Base zu Hydrierungskatalysator eine optimale Selektivität für 4-ADPA erreicht werden, ohne dass kontinuierlich protisches Material, wie Wasser, entfernt wird. Die Entfernung von protischem Material kann jedoch bei einigen Reaktionsmodi die Selektivitäten erhöhen. Diese Faktoren sind Vorteile gegenüber der oben erwähnten Erfindung des US-Patents Nr. 5,453,541. In der vorliegenden Erfindung ist diese Entfernung von protischem Material nicht notwendig, solange die Anforderungen einer erhöhten Selektivität für 4-ADPA erfüllt sind, was die Wahl der richtigen Stoffmengenverhältnisse von Anilin zu Nitrobenzol und von Nitrobenzol zu organischer Base und des Gewichtsverhältnisses von organischer Base zum Hydrierungskatalysator einschließt. In der vorliegenden Erfindung kann die Entfernung von Wasser durchgeführt werden, um die Selektivität weiter zu verbessern, wobei man einen anderen Reaktoraufbau verwendet, wie ein kontinuierliches Festbett mit Hydrierungskatalysator, wobei die Entfernung von Wasser keine Vakuumbedingungen erfordert. Außerdem erfordert die Herstellung von 4-ADPA in der vorliegenden Erfindung erhöhte Drücke ohne wesentlichen Bezug zur Entfernung des protischen Materials, wie Wasser.
  • Im Verfahren der vorliegenden Erfindung wird das Nitrobenzol vorzugsweise allmählich im Verlaufe einer gewissen Zeitspanne, gewöhnlich über 0,1 bis 10 Stunden hinweg, in die Reaktionszone eingebracht. Die Temperatur in der Reaktionszone beträgt vorzugsweise 90ºC und wird isotherm gehalten. Der Wasserstoff-Manometerdruck an der Strom- oder Druckregulierung beträgt 0 bis 3000 kPa. Bei konstantem Wasserstoffdruck beträgt der Druck gegen Ende des Verfahrens 2,757 kPa bis 3,102 kPa.
  • Da das Nitrobenzol nach und nach zugeführt wird, unterliegt es am Anfang einer Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol unter Bildung der Tetramethylammonium-(TMA)-Salze von 4-Nitrosodiphenylamin und 4-Nitrodiphenylamin. Je nach dem Verhältnis von Anilin zu Nitrobenzol und der Katalysatormenge werden die folgenden Produkte gebildet: Azoxybenzol, Axobenzol, Diphenylhydrazin und 4-ADPA. In Gegenwart eines großen Überschusses des Nitrobenzols (Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol viel geringer als eins oder in der Nähe von Null) ist zum Beispiel Azoxybenzol das hauptsächliche Nebenprodukt. Andererseits sind in überschüssigem Anilin (oder wenn das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol viel größer als eins ist) die hauptsächlichen Nebenprodukte Diphenylhydrazin und Azobenzol. Die Tetramethylammoniumsalze von 4-NODPA und 4-NDPA werden katalytisch reduziert, was 4-ADPA und Tetramethylammoniumhydroxid ergibt.
  • Vorzugsweise kann Nitrobenzol in einem halbkontinuierlichen Modus nach und nach zugeführt werden, um die höchstmögliche Selektivität für 4-ADPA zu erreichen. In diesem Modus ist die Menge der organischen Base, wie TMA(OH), relativ zu Nitrobenzol größer, und wenn eine geeignete Menge an Hydrierungskatalysator vorhanden ist, kann eine höhere Selektivität für 4-ADPA erhalten werden. Der Endpunkt für die Reaktion wird durch die Menge des in der Reduktionsreaktion erzeugten Wassers bestimmt, da die Kopf-Schwänz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol bei einem hohen Wassergehalt (in der Größenordnung von zum Beispiel 4 Vol.-%) verringert wird, und sich die Reaktion zugunsten der Bildung von Azoxybenzol verschiebt.
  • Die Selektivität für 4-ADPA kann auch dadurch erhöht werden, dass man die Wasserstoffstromsteuerung so manipuliert, dass die Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol gegen die direkte Hydrierung von Nitrobenzol zum Endprodukt, wie Azoxybenzol, erfolgt. Diese Hydrierungsströmungsgeschwindigkeit wird so gesteuert, dass der Druck im unteren Teil des Bereichs liegt.
  • Eine weitere Alternative zum halbkontinuierlichen Modus ist ein kontinuierliches Verfahren, bei dem einem Festbett des Hydrierungskatalysators kontinuierlich Anilin, Nitrobenzol, Wasserstoff und die organische Base, wie Tetramethylammoniumhydroxid-Pentahydrat, die vorab in dem Anilinsystem gelöst wird, zugeführt wird. Der Wert der Fließgeschwindigkeiten für diese Zuströme sollte denjenigen entsprechen, die die maximale Selektivität für 4-ADPA ergeben, d. h. das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol beträgt vorzugsweise 4 zu 1 oder darüber, und das Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol zur organischen Base liegt vorzugsweise in der Nähe von oder unter 1. Die zu verwendende Menge des Hydrierungskatalysators ist am Eingang des Reaktors gering und nimmt allmählich in einem solchen Ausmaß zu, dass die Salze von 4-NODPA und 4-NDPA in 4-ADPA umgewandelt werden. Weiterhin wird die kontinuierliche Entfernung von Wasser bei Verwendung dieses Betriebsmodus erleichtert, so dass eine höhere Selektivität für 4-ADPA gefördert wird.
  • Im alternativen diskontinuierlichen Modus kann das Nitrobenzol auf einmal in einem solchen Anteil in die Reaktionszone eingebracht werden; dass die Stoffmenge des Nitrobenzols in etwa kleiner ist als die Stoffmenge der organischen Base. Bei diesem Zugabemodus wird eine spezielle Menge an Hydrierungskatalysator benötigt, so dass nicht ein Teil des Nitrobenzols zu Endprodukten, wie Azoxybenzol, verloren geht. Wenn jedoch Anilin am Anfang in die Reaktionszone eingebracht wird, ist die allmähliche Zugabe von Nitrobenzol für eine höhere 4- ADPA-Selektivität zu bevorzugen.
  • Die Reaktionszone wird vorzugsweise auf einer Temperatur zwischen 20ºC und 200ºC, besonders bevorzugt von 80ºC bis 100ºC, gehalten.
  • Zwar werden Nitrobenzol und Anilin (falls verwendet) als Reaktanten genannt, doch lässt sich das Verfahren auch auf die Verwendung von Nitrobenzol oder Anilinverbindungen anwenden, die einen oder mehrere Kernsubstituenten enthalten, die die Reaktion nicht stören.
  • Im Verfahren der Erfindung kann ein Verdünnungsmittel oder Lösungsmittel verwendet werden, vorausgesetzt, dass es die beteiligten Reaktionen nicht stört. Zu den geeigneten Lösungsmittelsystemen gehören unter anderem Lösungsmittel wie zum Beispiel Dimethylsulfoxid, N-Methylpyrrolidon, Dimethylformamid, Anilin, Pyridin, Nitrobenzol, unpolare Kohlenwasserstofflösungsmittel, wie Toluol und Hexan, Ethylenglycoldimethylether, Diisopropylethylamin sowie Gemische davon. Außerdem kann auch eine Menge an Anilin über diejenige hinaus, die für die Reaktion benötigt wird, in die Reaktionszone eingebracht werden; in diesem Fall dient der Überschuss an Anilin als Lösungsmittel.
  • Der hier verwendete Ausdruck "substituierte Anilinderivate" bedeutet Anilin, das einen oder mehrere elektronenziehende oder elektronenschiebende Substituenten am aromatischen Ring enthält. Zu den verwendbaren Substituenten gehören unter anderem Halogenide, -NO&sub2;, -NH&sub2;, Alkylgruppen, Alkoxygruppen, -SO&sub3;, -COOH und Aryl, Aralkyl- oder Alkarylgruppen, die wenigstens eine NH&sub2;-Gruppe enthalten. Halogenide werden aus der Gruppe ausgewählt, die aus Chlorid, Bromid und Fluorid besteht. Die bevorzugten Alkyl- und Alkoxygruppen enthalten 1 bis 6 Kohlenstoffatome. Die bevorzugten Aryl-, Aralkyl- und Alkarylgruppen enthalten 6 bis 18 Kohlenstoffatome. Beispiele für substituierte Anilinderivate sind unter anderem 2-Methoxyanilin, 4-Methoxyanilin, 4-Chloranilin, p-Toluidin, 4-Nitroanilin, 3-Bromanilin, 3-Brom-4-aminotoluol, p-Aminobenzoesäure, 2,4-Diaminotoluol, 2,5-Dichloranilin, 1,4-Phenylendiamin, 4,4'-Methylendianilin, 1,3,5-Triaminobenzol und Gemische davon.
  • Je nach den Reaktionsbedingungen wird in dieser Reaktion auch Azobenzol in variablen Mengen erzeugt. Azobenzol ist jedoch ein unerwünschtes Produkt, da es einen Verlust an Ausbeute und Selektivität für 4-ADPA darstellt. Eine Möglichkeit, die Azobenzol-Erzeugung zu steuern, ist über das Verhältnis von Anilin zu Nitrobenzol. Wenn dieses Verhältnis erhöht wird, nimmt die Menge des Azobenzols also im Allgemeinen ab. Wie unten diskutiert ist und wie in den unten dargelegten Beispielen erläutert ist, können andere Variablen, wie die Menge der Base und des Sauerstoffs, ebenfalls die Menge des erzeugten Azobenzols beeinflussen. Unter Verwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung kann der Fachmann also die Reaktion der vorliegenden Erfindung so durchführen, dass die Menge des erzeugten Azobenzols gesteuert wird.
  • Die Reaktion, die das einstufige Verfahren umfasst, wird bei einer geeigneten Temperatur durchgeführt, die über einen weiten Bereich hinweg variieren kann. Zum Beispiel kann die Temperatur in einen Bereich von 80ºC bis 150ºC, wie 80ºC bis 100ºC, vorzugsweise 80ºC bis 90ºC, fallen. Eine am meisten bevorzugte Temperatur für die Durchführung der Reaktion der vorliegenden Erfindung beträgt 80ºC bis 90ºC, wie zum Beispiel 85ºC.
  • Die Begrenzung der Menge des während des Reaktionsvorgangs erzeugten Wassers ist wichtig. Wasser entsteht durch die Reduktion von Nitrobenzol zu Azoxybenzol durch die Kopf-Schwanz-Kupplung von Anilin und Nitrobenzol zu ihren entsprechenden 4-NODPA- und 4-NDPA-Salzen und durch die Reduktion von 4-NDPA-Salz zu 4-ADPA. Wasser in der Reaktionszone hemmt die Reaktion des Anilins mit dem Nitrobenzol in einem solchen Ausmaß, dass die Reaktion nicht mehr erheblich ist, d. h. die Ausbeute an 4-ADPA ist geringer als gewünscht. Die Steuerung der Reaktion, so dass die Menge des erzeugten Wassers unter etwa dem 4%-Niveau bleibt, bewirkt, dass die Reaktion in einer annehmbaren Weise verläuft. In einer bevorzugten Ausführungsform gilt folgendes: Wenn Tetramethylammoniumhydroxid als Base und Anilin als Lösungsmittel verwendet wird, so nimmt, wenn die Menge des Wassers weiter reduziert wird, z. B. bis auf etwa 0,5%, bezogen auf das Volumen des Reaktionsgemischs, die Gesamtmenge an 4-NDPA und 4-NODPA und/oder deren Salzen zu. Die vorliegende Reaktion könnte also unter wasserfreien Bedingungen durchgeführt werden. Eine "gesteuerte Menge" des erzeugten Wassers ist eine Menge bis zu derjenigen, die die Reaktion von Anilin mit Nitrobenzol hemmt, z. B. bis zu etwa 4% H&sub2;O, bezogen auf das Volumen des Reaktionsgemischs, wenn Anilin als Lösungsmittel verwendet wird. Die Obergrenze für die Menge des Wassers, die bei der Reaktion annehmbar ist, variiert mit dem Lösungsmittel. Wenn zum Beispiel DMSO als Lösungsmittel verwendet wird und Tetramethylammoniumhydroxid als Base verwendet wird, beträgt die Obergrenze für die Menge des bei der Reaktion erzeugten Wassers etwa 8% H&sub2;O, bezogen auf das Volumen des Reaktionsgemischs. Wenn jedoch Anilin als Lösungsmittel mit derselben Base verwendet wird, beträgt die Obergrenze 4% H&sub2;O, bezogen auf das Volumen des Reaktionsgemischs. Außerdem variiert die tolerierte Menge des erzeugten Wassers mit der Art der Base, der Menge der Base und dem Basenkation, die in den verschiedenen Lösungsmittelsystemen verwendet werden. Für den Fachmann ist es jedoch möglich, unter Verwendung der Lehren der vorliegenden Erfindung die spezielle Obergrenze der Menge des erzeugten Wassers für ein spezielles Lösungsmittel, Art und Menge der Base, Basenkation und dergleichen zu bestimmen. Die minimale Menge, die notwendig ist, um die Selektivität der gewünschten Produkte aufrechtzuerhalten, hängt auch von dem Lösungsmittel, der Art und Menge der Base, dem Basenkation und dergleichen ab, die verwendet werden, und kann ebenfalls vom Fachmann bestimmt werden.
  • In einer Ausführungsform wird die Menge des erzeugten Wassers, das in der Reaktionszone des Verfahrens vorhanden ist, begrenzt, indem man das erzeugte Wasser unter Verwendung eines Durchflussreaktors des Festbetttyps, wie er oben beschrieben ist, kontinuierlich entfernt. Die kontinuierliche Entfernung des erzeugten Wassers erhöht die Bildung der Salze von 4-NODPA und 4-NDPA und erhöht dadurch die Selektivität für 4-ADPA.
  • Die reduktive Alkylierung von 4-ADPA unter Bildung von Antiozonisierungsmitteln kann nach einem von mehreren wohlbekannten Verfahren durchgeführt werden. Siehe zum Beispiel US-Patent Nr. 4,900,868. Vorzugsweise werden 4- ADPA und ein geeignetes Keton oder Aldehyd in Gegenwart von Wasserstoff und Platin auf Kohlenstoff als Katalysator miteinander umgesetzt. Zu den geeigneten Ketonen gehören Methylisobutylketon (MIBK), Aceton, Methylisoamylketon und 2-Octanon. Es sei angemerkt, dass die Reduktion der 4-ADPA-Zwischenstufen und die Alkylierung des reduzierten Materials in demselben Reaktionsgefäß unter Verwendung des Ketons als Lösungsmittel durchgeführt werden kann. Siehe zum Beispiel US-Patent Nr. 4,463,191 und Banerjee et al., J. Chem. Soc. Chem. Comm. 18, 1275-76 (1988).
  • In Frage kommende Äquivalente der oben dargelegten Reaktanten und Reagentien sind Reaktanten und Reagentien, die diesen ansonsten entsprechen und die gleichen allgemeinen Eigenschaften haben, wobei eine oder mehrere der verschiedenen Gruppen, z. B. NO&sub2;, einfache Variationen sind. Wenn ein Substituent als Wasserstoff bezeichnet wird oder sein kann, ist außerdem die genaue chemische Natur eines Substituenten, der von Wasserstoff verschieden ist, auf dieser Position nicht entscheidend, solange er die Gesamtaktivität und/oder das Syntheseverfahren nicht beeinträchtigt.
  • Die oben beschriebenen chemischen Reaktionen werden im Allgemeinen im Sinne ihrer breitesten Anwendung auf das Verfahren dieser Erfindung offenbart. Gelegentlich kann es sein, dass die Reaktionsbedingungen so, wie sie speziell beschrieben sind, nicht auf jeden Reaktanten und jedes Reagens innerhalb des offenbarten Umfangs anwendbar sind. Zum Beispiel kann es sein, dass bestimmte geeignete Basen in einem Lösungsmittel nicht so gut löslich sind wie in anderen Lösungsmitteln. Die Reaktanten und Reagentien, bei denen dies der Fall ist, werden vom Fachmann leicht erkannt. In allen solchen Fällen können entweder die Reaktionen erfolgreich mit herkömmlichen Modifikationen durchgeführt werden, die dem Fachmann bekannt sind, z. B. durch geeignete Anpassungen der Temperatur, des Druckes und dergleichen, durch Wechsel zu alternativen herkömmlichen Reagentien, wie anderen Lösungsmitteln oder anderen Basen, durch Routinemodifikation der Reaktionsbedingungen und dergleichen, oder andere Reaktionen, die hier offenbart oder anderenfalls herkömmlich sind, lassen sich auf das Verfahren dieser Erfindung anwenden. Bei allen präparativen Verfahren sind alle Ausgangsstoffe bekannt oder können leicht aus bekannten Ausgangsstoffen hergestellt werden.
  • Ohne dies weiter auszuführen, wird angenommen, dass der Fachmann unter Verwendung der vorstehenden Beschreibung die vorliegende Erfindung in ihrem größtmöglichen Ausmaß nutzen kann. Die folgenden bevorzugten speziellen Ausführungsformen sind daher als rein illustrativ und in keiner Weise als einschränkend für den Rest der Offenbarung anzusehen.
  • Alle Reagentien wurden so verwendet, wie sie erhalten wurden, wenn nichts anderes angegeben ist, und alle genannten Ausbeuten wurden durch HPLC bestimmt.
  • Das Verfahren der Erfindung lässt sich anhand der folgenden Beispiele vollständig verstehen, in denen alle Temperaturen in Grad Celsius sind, alle Drücke Manometerdrücke sind und alle Anteile gewichtsbezogen sind, wenn nichts anderes angegeben ist. 4-NDPA und 4-NODPA liegen in Form ihrer Salze vor.
  • Beispiel 1
  • In einen 300-ml-Parr-Autoklaven wurden 133,3 g Nitrobenzol, 26,1 g TMA(OH)·5H&sub2;O und 0,742 g Hydrierungskatalysator (5% Palladium auf einem Aluminiumoxidträger) gegeben. Wasserstoff wurde drei Stunden lang in regulierter Weise in den Autoklaven eingeleitet, und währenddessen stieg der Druck ausgehend von 400 kPa bei maximaler Strömung (10 l/h) bei 70ºF und 1 atm) und 73ºC. Dann wurde der Inhalt des Autoklaven 2,5 Stunden lang auf 87ºC und einen Wasserstoffdruck von 2900 kPa gebracht.
  • Unter Verwendung bekannter HPLC-Techniken würde die Zusammensetzung im Autoklaven bestimmt, zuerst bei einer (1) Stunde und erneut bei fünfeinhalb (5,5) Stunden. Folgendes ist eine Zusammenfassung der Zusammensetzung der Reaktionszone. Tabelle I
  • Die Daten in Tabelle I zeigen an, dass eine wahrnehmbare, wenn auch kleine Menge an 4-ADPA, dem gewünschten Produkt, gebildet wird.
  • Beispiel 2
  • Dieses Beispiel untersucht die Wirkung der zusätzlichen Anwesenheit von Anilin am Anfang. Es wurde dieselbe Technik eingesetzt, die auch in Beispiel 1 verwendet wurde, außer dass am Anfang 136,9 g Anilin und 43,7 g Nitrobenzol zusammen mit 58,0 g TMA(OH)·5H&sub2;O und 1,05 g des Hydrierungskatalysators eingefüllt wurden. Der Reaktor war also am Anfang mit Anilin in einem Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol von 4,165 gefüllt. Unter Verwendung von HPLC-Techniken wurde die Zusammensetzung im Autoklaven bestimmt, zuerst bei 1,11 Stunden, dann bei 3,6 Stunden und schließlich bei 5,61 Stunden. Die Reaktortemperatur wurde während der gesamten Dauer der Reaktion auf etwa 94ºC reguliert. Nach 3,46 Stunden hatte sich eine Menge Wassergebildet, die ausreichend war, um die Bildung von zwei Phasen, einer schwereren organischen Phase und einer leichteren wässrigen Phase, zu verursachen. Während des restlichen Reaktionsvorgangs hemmt die große Menge des Wassers die Bildung von Anilidionen, eines Vorläufers für die Kupplung von Anilin und Nitrobenzol unter Bildung von 4-APDA. Tabelle IIA Nitrobenzolhydrierung: Beispiel 2 Produktverteilung in Gewichtsprozent - organische Schicht Tabelle IIB Nitrobenzolhydrierung: Beispiel 2 Produktverteilung in Gewichtsprozent für zusammengesetzte und wässrige Schicht
  • Im Unterschied zu Beispiel 1 zeigt Beispiel 2 eindeutig, dass die Hydrierung von Nitrobenzol in Gegenwart von überschüssigem Anilin, d. h. einem Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol von über 1, die Bildung der TMA-Salze von 4-NODPA und 4-NDPA sowie die Totalumsetzung von Nitrobenzol begünstigt und dadurch die 4-ADPA-Ausbeute und -Selektivität erhöht. Wie in Tabelle IIA und IIB gezeigt ist, liegt die Nitrobenzolumsetzung bei 3,46 Stunden in der Nähe von 100%, und die Hydrierungsreaktion ist im Wesentlichen beendet. Die restliche Reaktionszeit, d. h. von 3,46 bis 5,61 Stunden, wurde als Fertigstellungszeit der Reduktion des Azobenzol-Nebenprodukts zu Diphenylhydrazin und der reduktiven Disproportionierung von 4-Phenylazo-DPA zu 4-ADPA und Anilin verwendet.
  • Beispiel 3
  • In Beispiel 3 wurde das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol auf 7,07 oder das 1,7fache des in Beispiel 2 gezeigten Wertes erhöht. Die Menge des 5%igen Palladiumkatalysators auf Aluminiumoxid war ungefähr gleich der in Beispiel 2 verwendeten Menge. In diesem Beispiel war die Menge der Base relativ zu Nitrobenzol jedoch geringfügig kleiner als in Beispiel 2. Gleichzeitig war die Menge an Nitrobenzol pro Gewichtseinheit des Katalysators in Beispiel 3 kleiner als in Beispiel 2. Wiederum wurde die Reaktionsmasse von einer einzigen Phase am Anfang in zwei flüssige Phasen, eine schwere organische Phase und eine leichtere wässrige Phase, umgewandelt. Die Reaktionszeit von 6 Stunden stellte das Ende der Hydrierung dar, der eine Hydrierung bei konstantem Druck vorausging. Die in Tabelle IIIA und Tabelle IIIB gezeigten Selektivitätsergebnisse ähneln stark denen von Beispiel 2 in Tabelle IIA und Tabelle IIB, mit der Ausnahme, dass eine relativ geringere Umsetzung von Nitrobenzol zu Kupplungsreaktionsprodukten erfolgt. Tabelle IIIA Nitrobenzolhydrierung: Beispiel 3 Produktverteilung in Gewichtsprozent der zusammengesetzten Schicht Tabelle IIIB Nitrobenzolhydrierung: Beispiel 3 Produktverteilung in Gewichtsprozent für organische und wässrige Schicht am Ende der Reaktion
  • Beispiel 3 zeigt eine geringere Nitrobenzolumsetzung zu 4-NDPA und 4-NODPA aufgrund einer geringeren Menge an Base und einer höheren Menge an Palladiumkatalysator, was bewirkte, dass die Hydrierung von Nitrobenzol zu Diphenylhydrazin große Mengen Wasser erzeugte. Die große Menge an Palladiumkatalysator, die pro Gramm Nitrobenzol verwendet wurde, zeigt eine größere Umsatzzahl für die Reduktion von Nitrobenzol an, und daher ist die Geschwindigkeit der Nitrobenzolumsetzung in Beispiel 3 höher als in Beispiel 2.
  • Wie in Beispiel 2 begrenzte die hemmende Wirkung von Wasser auf die Erzeugung von Anilidionen die direkte Umsetzung von Nitrobenzol zu den Kupplungsreaktionsprodukten. Das hohe Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol und das höhere Verhältnis von Palladium zu Nitrobenzol ergibt ausschließlich 4- NODPA. Wie in Tabelle IIIA zu sehen ist, wurde nach einer Reaktionszeit von 1,45 Stunden kein 4-NDPA nachgewiesen.
  • Tabelle IV zeigt im Vergleich die Werte für die Stoffmengenverhältnisse und die Mengen der verschiedenen Reaktions-/Reaktorkomponenten und Produkte für Beispiel 1, 2 und 3. Tabelle IV Nitrobenzolhydrierung: Reaktorbeispiele
  • Die obigen Beispiele lassen vermuten, dass beträchtliche Ausbeuten der Umsetzung von Nitrobenzol zu 4-ADPA erhalten werden können, wenn man überschüssiges Tetramethylammoniumhydroxid, d. h. ein Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol/TMA(OH) von weniger als 1, sowie eine geeignete Menge an Palladiumkatalysator verwendet. Dies erreicht man am besten, indem man einen kontinuierlichen Zustrom von Nitrobenzol mit einer Geschwindigkeit verwendet, die die Anforderung von überschüssiger Base und die Erzeugung einer kleinen Menge Wasser erfüllt, so dass die Erzeugung von Anilid-Ionen nicht gehemmt wird.
  • Die Ergebnisse von den Beispielen 2 und 3 zeigen, dass die Gesamtgeschwindigkeit des Verbrauchs von Nitrobenzol zu Kupplungsreaktionsprodukten (und damit eine merkliche Geschwindigkeit der Bildung von Anilid-Ionen) durch die relativen Mengen an Katalysator und TMA(OH) bestimmt wird. In Anbetracht der obigen Ergebnisse wird eine große Menge an Palladiumkatalysator nicht empfohlen.

Claims (8)

1. Einstufiges Verfahren zur Herstellung von 4-Aminodiphenylamin durch Einbringen von Nitrobenzol in eine Reaktionszone unter Wasserstoffdruck in Gegenwart einer starken organischen Base und eines Hydrierungskatalysators.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei auch Anilin in die Reaktionszone eingebracht wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei Nitrobenzol über einen Zeitraum von 0,1 Stunde bis 10 Stunden allmählich zur Reaktionszone gegeben wird.
4. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei es sich bei dem Hydrierungskatalysator um Palladium auf einem Aluminiumoxidträger handelt.
5. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die starke organische Base aus Alkoxiden mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und quartären Ammoniumhydroxiden ausgewählt ist.
6. Verfahren gemäß Ansprüch 5, wobei es sich bei der starken organischen Base um Tetramethylammoniumhydroxid handelt.
7. Verfahren gemäß Anspruch 6, wobei das Stoffmengenverhältnis von Nitrobenzol zu Tetramethylammoniumhydroxid kleiner als etwa 1,0 ist.
8. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 2 bis 7, wobei das Stoffmengenverhältnis von Anilin zu Nitrobenzol etwa 4 zu 1 beträgt.
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