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Zugzünder für Landminen Zünder für Spreng-, Brand-, Rauch-, Gasusw.
Minen, welche auslösen durch Druck, Zug, auch Zerschneiden oder Zerreißen von Auslösungsdrähten,
sind in mannigfaltigen Arten bekannt.
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Zu den Grunderfordernissen derartiger Zünder gehören gute Sicherungsvorrichtungen,
von welchen. auch wiederum mannigfaltige Arten bekannt sind, die insbesondere darin
bestehen, daß durch Verriegelungsvorrichtungen verschiedener Art die Zündauslösung
erst nach Freimachen dieser Verriegelung, etwa nach Durchdrücken oder Abscheren;
eines Widerstandes, erfolgen kann.
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Bei allen bisher@verwendeten -Zündern für Minen ist aber der größte
Mangel an Sicherheit darin zu erblicken, daß trotz aller Verriegelungssicherungen
des Zündmechanismus die- gebrauchsfertige Mine das Zündmittel, d. h. die Sprengkapsel,
schon enthält und gerade, dadurch Gefahren für Lagerung, für Transport wie auch
grobe Handhabung in sich trägt.
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Meist ist bei diesen Zündern die Konstruktion so, daß die Sprengkapsel
unter den Zündereinrichtungen steckt und mit diesen zusammen' in die Mine oder das
Minengehäuse eingeführt, meist eingeschraubt, werden. muß, zudem vielfach mit nicht
gerade sehr einfachen Hangriffen und sogar unter Zuhilfenahme von Werkzeugen.
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Grundsätzlich sollte jedoch von den Sicherheitsvorschriften nicht
abgegangen werden, wonach Sprengmunition, so auch Minen u. dgl., überhaupt ,nicht
zusammen mit Zündmitteln gelagert, transportiert und grob gehandhabt werden dürfen.
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Bei' den bisher üblichen Minenzündern mußte demnach aus Sicherheitsgründen
die Mine, d. h. die Sprengladung, im Minengehäuse ohne Zünder gelagert, transportiert
und verlegt werden. Erst nach Verlegung durfte der Zünder mit dem Zündmittel vereinigt
werden und dann in die Mine kommen.
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Dies ist an sich meist möglich, jedoch praktisch bei den bisher üblichen
Minen untragbar, weil viel zu langwierig, insbesondere bei der Schnellminenverlegung
zu eiligen Sperrungen gegen Kampfwagenangriffe.
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Diesem Mangel der bisher üblichen Minenzünder wurde auch schon versucht
abzuhelfen.
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Es ist eine gewisse Parallele zu finden in der deutschen Patentschrift
Nr. 202 485, wOrin
beschrieben ist, daß eine Handgranate (also
nicht Mine) erst zuletzt, wenn der Sturmangriff unternommen wird, durch Einbringen
einer Zündschraube mit Zündladung scharf gemacht werden soll. Gleichzustellen mit
Minenzündern, die zumeist für Mehrfacheinstellung ausgebildet sein sollen, ist aber
dieser Handgranatenzünder nicht, dagegen ist er im wesentlichen ähnlich wie die
unzulänglichen, bekannten Mineneinschraubzünder mit dem Zündmittel unter der Verschraubung.
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Weitere, jedoch auch unzulängliche Vorschläge sind bekanntgeworden
in bezug auf Sicherheitszünder für Minen, wobei das im Zünder und im Minengehäuse
an der Sprengmunition schon untergebrachte Zündmittel nicht unmittelbar mit Sprengmunition
in Berührung gebracht wird, sondern in einem Hohlraum sozusagen zur Sicherheit isoliert
sein soll. .Bei der Verlegung der Mine erst soll dann, etwa durch Drehen des Zünders,
die mit ihm vereinigte Sprengkapsel in die zur Detonation nötige Berührung reit
der Sprengmunition gebracht werden. Diese Sicherheitsmaßnahme erscheint mangelhaft,
weil immerhin das gefährliche Zündmittel schon bei der Sprengtnunition ist und die
Hohlraumisolierung erfahrungsgemäß nicht immer genügt.
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Die Nachteile der bisherigen Zünderkonstruktionen werden ganz ausgeschaltet
durch den neuartigen Minenzünder, der den Grundsatz verfolgt, daß die Sprengladungen
der Minen mit ihren Zündereinrichtungen gefahrlos vereinigt bleiben können bei Lagerung,
Transport, grober Handhabung und daß auch das Einstellen des Zünders auf seine verschiedenen
Wirkungsweisen gefahrlos bei der Verlegung geschehen kann, aber in einfacher Weise
erst ganz zuletzt das gefährliche Zündmittel von außen erst zur Ladung hinzukommen
kann. Für kriegsbrauchbare Minen bedeutet dies eine wesentliche Neuerung. Demnach
ist bei der Erfindung ein an sich bekannter Sprengladungszünder, insbesondere Minenzünder,
benutzt.
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Neu ist zweckmäßige Ausbildung solcher Zünder zur praktischen Sicherheit
derart, daß der für die Sprengmunitionsladung gefährlichste Teil, wie etwa Sprengkapsel,
erst ganz zuletzt mit dem schon auf der Sprengladung befindlichen und verbleibenden
Zünder sowie der Sprengmunition selbst erst vereinigt werden kann, weil das Schlagstück
des Zümders nur durch Spannen des Auslösezugorgans spannbar ist und die Einsetzöffnung
für das Zündmittel (Sprengkapsel) zum Einsetzen desselben freigibt. In den Abbildungen
ist als Beispiel eine für Streckminen erprobte mechanische Zünderart schematisch
in Schnitten dargestellt. Solche Zünder, auf Druck und auf Zug zur Zündauslösung
einstellbar, können als Schlagbolzen-, Hahn.-, ,Kontakt- usw. Zünder für geballte
oder gestreckte Ladungen entwickelt sein.
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Die Abb. z und 2 zeigen, einen Zünder vor dem Spannen; die Abb. g
und q. zeigen den Zünder gespannt.
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Mit Zündergehäuse a ist durch Spanndraht b und Spannfeder c eine aus
durchbohrten Einzelteilen zusammengesetzte Streckmine d, an welcher das Zündergehäuse
anliegt, in die nötige starre Form gebracht. Die Spannung erfolgt bei Verlegung
der Streckmine alsdann bis zum Anschlag, zugleich Sicherung e. Der Schlagbolzen
f wird beim Spannen der Streckmine gleichzeitig durch Spanndraht g über die
Rollen la und i mittels des Spanndrahtes b zurückgezogen gegen die Kraft
der Feder k.
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Bei noch nicht überzogener Sicherung bei Anschlag e ist dann Schlagbolzen
f mit etwas Spielraum so weit zurückgezogen, daß als zweite Sicherung Verriegelungssplint
l eingesteckt werden kann: .
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Nun ist ein Raum m frei geworden, und jetzt erst kann die Einführung
der Sprengkapsel n in den Zündkanal o erfolge.
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Nach Überprüfung evtl. Spannungsausgleich der Sicherung bei 1, die
nicht verklemmt sein darf, und der Sicherung bei e, die nicht durchgezogen sein
darf, wird Splintsicherung 1 herausgezogen und Abschlußdeckel p gegen Verschmutzen
über den Raum in gezogen.
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Die Mine ist nun zündfertig und löst aus, wenn durch kräftigerer-'
Zug oder Druck, welcher sich in Zug überträgt, bei Sicherungsanschlag e (evtl. eingerichtet
für Abscherung) weiter durchgezogen wird. Dadurch zieht sich Ausklinkvorrichtung
q, die in Verbindung mit Schlagbolzen war, so weit aus der zusammenhaltenden Führung,
daß Ausklinken erfolgt, Feder k mit Schlagbolzengehäuse vorschnellt und Schlagbolzenspitze
die Sprengkapsel zündet, wodurch dann die Detonation der Sprengmunition veranlaßt
wird.