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Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur
Herstellung eines stützenden Kettenstich-, Tüll- oder
ähnlichen Gewirkes bzw. Gewebes, und ein durch dieses Verfahren
erzeugtes Gewebe oder Gewirke, welches insb. zur Verwendung
auf dem Gebiet der Korsagen vorgesehen ist.
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Es sind Gewebe oder Gewirke bekannt, insb. zur Herstellung
von Korsageartikeln, welche einen Stützeffekt haben, d. h.
sie sind dazu in der Lage, Zugkräfte in unterschiedliche
Richtungen auf den Körper des Trägers auszuüben, derart,
daß sie den Körper des Trägers in den ausgewählten
Bereichen formen.
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Der Stützeffekt wird gegenwärtig erreicht durch Aufbringen
einer Schicht von flüssigem Silikon auf ein elastisches
Gewebe, welches vorher produziert und ausgerüstet wird. Die
Polymerisation des Silikons mit Ameisensäure erfolgt dann,
und danach folgt ein Waschen und ein am Ende erfolgendes
Trocknen des resultierenden Erzeugnisses in einem Ofen bei
180ºC.
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In dem speziellen Fall der Herstellung von Spitzenbändern,
welche vorgesehen sind für die Herstellung von
Stützbüstenhaltern, Stützstrümpfen und bei der Produktion von
elastischen Bändern für Hosen- oder Rockbünde und Beinrändern ist
es gemäß diesem Herstellungsverfahren notwendig, die
Spitzenbänder zu bilden, die Ausrüstung durchzuführen und dann
die Spitzenbänder der Silikonbeschichtungsbehandlung zu
unterwerfen. Diese Arbeit wird üblicherweise durch
spezialisierte Betriebsstätten durchgeführt, welche unterschiedlich
sind von den Herstellern, welche die Spitzenbänder
erzeugen.
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Aufgrund dieser Tatsache werden lange Herstellzeiten und
hohe Kosten bei der Herstellung dieser Artikel
festgestellt.
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Darüber hinaus kann die Anwendung von Silikon zur Erzeugung
des Stützeffekts Größenveränderungen an den behandelten
Geweben oder Gewirken bewirken; insb. kann sie die Breite
der Spitzenbänder verringern.
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Silikon wird allgemein in Streifen aufgebracht, welche
üblicherweise 5 mm breit sind und 5 cm voneinander
beabstandet; deshalb ist der Auftrag auf die Spitzenbänder uneben.
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Ein anderer Nachteil, der aus diesem Herstellverfahren
resultiert, besteht darin, daß es ein Erzeugnis schafft,
welches durch den Träger nicht leicht toleriert wird, da der
Kontakt von Silikon auf der Haut unbequem sein kann und
Hautreizungen in den Bereichen verursachen kann, an denen
es haftet, an welchen Bereichen eine Transpiration der Haut
nicht erlaubt ist.
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Ein anderer Nachteil dieses Herstellungsverfahrens ist die
Tatsache, daß die Silikonbänder nicht leicht in der
gleichen Farbe wie das Gewebe oder Gewirke eingefärbt werden
können.
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Das Ziel der vorliegenden Erfindung besteht darin, die
vorerwähnten Probleme dadurch zu lösen, daß man ein
Verfahren vorsieht, welches es erlaubt, ein Kettenstich-,
Tüll- oder ähnliches Gewebe oder Gewirke mit einem
exzellenten Stützeffekt unter geringen Kosten und mit
reduzierten Herstellzeiten gegenüber konventionellen
Herstellverfähren zu produzieren.
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Innerhalb des Rahmens dieser Aufgabe besteht ein Ziel der
vorliegenden Erfindung darin, ein Verfahren zu schaffen,
welches den Erhalt eines stützenden Gewebes oder Gewirkes
mit höherer Qualität erlaubt, welches besser verträglich
und komfortabler zu verwenden ist.
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Eine andere Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht
darin, ein Verfahren zu schaffen, welches es erlaubt, Gewebe
oder Gewirke zu schaffen, welche einen Stützeffekt über
ihre gesamte Ausdehnung aufweisen, welche mit den
gegenwärtigen Herstellverfähren nicht praktisch erzeugt werden
können, weil es unmöglich ist, eine Polymerisation und
Trocknung über die gesamte Breite des Gewebe- oder
Gewirkebands zu erreichen.
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Ein anderes Ziel der Erfindung besteht darin, ein
stützendes Gewebe oder Gewirke zu schaffen, bei dem das Material
zur Erzeugung des Stützeffekts in der gleichen Farbe wie
das Gewebe oder Gewirke in befriedigender Weise und ohne
zusätzliche Verfahrensschritte gefärbt werden kann.
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Dieses Ziel, diese Aufgaben und andere, welche nachfolgend
offenbar werden, werden durch ein Verfahren zur Herstellung
eines stützenden Kettenstich-, Tüll- oder ähnlichen Gewebes
oder Gewirkes erreicht, welches darin besteht, daß ein
Kettenstich-Gewirke oder -Gewebe gebildet wird durch Einfügen
mindestens eines ersten elastischen Fadens während der
Herstellung; es ist dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein
zweiter elastischer Faden, der aus nacktem Elastomer
besteht, während deren Bildung zwischen die Maschen eingefügt
wird und dadurch, daß der genannte zweite elastische Faden
in Bereichen für eine vorgegebene Anzahl von Maschen auf
derjenigen Seite des Gewirkes oder Gewebes schwebend
gehalten wird, die dazu vorgesehen ist, in Richtung auf die Haut
des Benutzers gerichtet zu sein.
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Das stützende Gewebe oder Gewirke, welches mit dem
erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt wird und vorgesehen ist,
insb. im Gebiet der Korsagen verwendet zu werden, umfaßt
Kettenstichmaterialien, Tüll oder ähnliches, in welche ein
erstes elastisches Garn eingefügt ist. Es ist dadurch
gekennzeichnet, daß es mindestens einen zweiten elastischen
Faden umfaßt, der aus nacktem Elastomer gemacht ist,
welcher in Maschen des Kettenstichmaterials oder Tülls oder
von ähnlichem eingefügt wird und in Bereichen für eine
vorgegebene Anzahl von Maschen vorsteht auf derjenigen Seite,
welche dazu vorgesehen ist, in Richtung auf die Haut des
Trägers gerichtet zu sein.
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Weitere Eigenschaften und Vorteile der vorliegenden
Erfindung werden aus der nachfolgenden detaillierten Beschreibung
eines bevorzugten, jedoch nicht ausschließlichen
Ausführungsbeispiels des Verfahrens gemäß der Erfindung
ersichtlich, welches erläutert wird anhand eines nicht
beschränkenden Beispiels in den anliegenden Zeichnungen:
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Fig. 1 bis 3 sind schematische Ansichten von drei
Konfigurationen von Stützgewebe oder -gewirke, welche mit
dem Verfahren gemäß der Erfindung geschaffen wurden.
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Das erfindungsgemäße Verfahren ist vorgesehen zur Ausübung
vorzugsweise auf Wirk- oder Strickmaschinen, welche
Kettenstich-, Tüll- oder ähnliche Gewebe oder Gewirke bilden.
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Genauer kann das erfindungsgemäße Verfahren bevorzugt
ausgeführt werden mit Hilfe von Web- oder Wirkstühlen des
sogenannten "Multiple Beam" Typs, welche mechanisch oder
elektronisch betätigt werden und durch andere mögliche
Variationen, einschließlich konventioneller Jacquard-Raschel-
Stühle, Jacquardtronic-Stühle und Textronic-Stühle.
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In der Praxis wird mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ein
elastisches Gewebe oder Gewirke gebildet, in einer an sich
bekannten Weise durch Bildung eines Kettenstich-, Tüll-
oder ähnlichen Gewebes oder Gewirkes, beispielsweise indem
man ein Garn 1 zur Bildung der Kettenstiche, des Tülls oder
ähnlichem verwendet und mindestens ein zweites elastisches
Garn 2, welches in einer an sich bekannten Weise zwischen
die Maschen der Kettenstiche, des Tülls oder ähnlichem
eingefügt ist, so daß man ein elastisches Gewebe oder Gewirke
erhält.
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Gemäß der Erfindung wird während der Bildung der
Kettenstiche, des Tülls oder ähnlichem, welche vom Garn 1 gebildet
werden, mindestens ein zweites elastisches Garn 3 zwischen
die genannten Kettenstiche, Tüll oder ähnliches zusammen
mit einem elastischen Garn 2 eingesetzt; das genannte
zweite elastische Garn ist aus nacktem Elastomer hergestellt
und wird schwebend in Bereichen 4 gehalten, welche eine
vorgegebene Anzahl von Maschen, die mit dem Garn 1 gebildet
sind, abdecken.
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Die Bereiche 4 stehen auf der Seite des Gewebes oder
Gewirkes vor, welche vorgesehen ist, zur Haut des Trägers
gerichtet zu sein, und welche nicht abgedeckt sind durch die
anderen Fäden, welche zur Bildung des Gewebes oder Gewirkes
verwendet werden.
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In der Praxis wird in einem Web- oder Wirkstuhl des
sogenannten Multiple Beam Typs der letzte Satz von Musterketten
einem einzelnen Grundkamm zugeordnet für die Zuführung des
zweiten elastischen Garns 3, welches hinzugefügt wird zu
demjenigen, welches bereits auf dem Stuhl vorhanden ist, um
das elastische Gewebe oder Gewirke zu weben oder zum
Zuführen des zweiten elastischen Garns 2. In der Praxis sind
zwei Kämme des Grundtyps an mindestens zwei Positionen des
Stuhls vorhanden. Der Grundkamm in der letzten und einzigen
Stellung ist eingefädelt mit dem elastischen Garn 2 und der
letzte Kamm ist eingefädelt mit dem elastischen Garn 3,
welches aus nacktem Elastomer besteht, vorzugsweise
desjenigen Typs, der in der Wirtschaft bekannt ist unter dem Namen
"Clear",
welcher besser gefärbt werden kann und eine
Feinheitsnummer hat, welche höher ist als der Durchschnitt.
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Das Einfädeln des zweiten elastischen Garns 3 kann
entsprechend den Anforderungen von "voll" bis "eins voll", "'eins
leer" variieren, in Streifen in den gewählten Bereichert des
Gewebes oder Gewirkes, beispielsweise an den Rändern des
Gewebebands oder Gewirkebands oder in anderer Weise.
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Der letzte Kamm, welcher das zweite elastische Garn 3
trägt, welches aus nacktem Elastomer besteht, und welches
anfänglich im ersten Kamm auf der Seite ist, welche
technisch als "Front" des Stuhls bekannt ist, arbeitet wie
folgt: Er kreuzt die Nadel für eine oder mehrere Maschen,
vorzugsweise zwei oder vier, so daß das zweite elastische
Garn 3 durch die Grundmaschen eingesetzt wird, welche durch
den Faden 1 gebildet werden, in einer Weise, welche ähnlich
ist zu dem, was mit dem ersten elastischen Garn 2
geschieht, so daß das zweite elastische Garn 3 fest mit dem
Grund des Gewebes oder Gewirkes gekoppelt wird und dann das
elastische Garn 3 bewegungslos zwischen den Nadeln für eine
vorgegebenen Anzahl von Maschen hält.
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Über den gesamten Bereiche, in dem das elastische Garn 3
bewegungslos zwischen einer Nadel und der nächsten bleibt,
wird es nicht durch irgendein anderes Garn abgedeckt und
bleibt auf diese Weise vorstehend angeordnet auf einer
Seite des Gewebes oder Gewirkes, auch wenn es mit dem Rest des
Gewebes oder Gewirkes verbunden ist.
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Die Bereiche 4 des elastischen Garns 3 haften eng an dem
Grund des Gewebes oder Gewirkes, obwohl sie nicht durch
andere Garne abgedeckt sind und geben dem Gewebe oder Gewirke
den gewünschten Halt auf der Haut in einer Weise, welcher
eingestellt werden kann von schwach bis stark, in
Abhängigkeit von der Anzahl von eingesetzten elastischen Fäden.
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Die anliegenden Zeichnungen zeigen anhand eines nicht
beschränkenden Beispiels einen üblichen elastischen Grund,
der von einem Rasselwirkstuhl gebildet ist. Das
Bezugszeichen 1 bezeichnet das Garn zur Bildung der Kettenstiche;
das Bezugszeichen 2 bezeichnet das elastische Garn, das in
bekannter Weise zur Erreichung eines Stretchgewirkes in die
Kettenstiche eingefügt wird; das Bezugszeichen 3 bezeichnet
das elastische Garn, welches aus nacktem Elastomer gemacht
ist zur Erzeugung des Stützeffekts gemäß dem vorliegenden
Verfahren; und das Bezugszeichen 5 bezeichnet einen
zusätzlichen Faden, der durch eine Grundkette des Stuhls getragen
wird, um die verschiedenen Kettenstiche wechselseitig zu
verbinden.
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In der Praxis erzeugt das erfindungsgemäße Verfahren ein
Kettenstich-, Tüll- oder ähnliches Gewirke oder Gewebe,
insb. ein Spitzenbandgewebe oder -gewirke, welches
vorgesehen ist zur Herstellung von Korsageartikeln, welches
zusammengesetzt ist aus Kettenstichen, Tüll oder ähnlichem, in
welche ein erstes elastisches Garn 2 und ein zweites
elastisches Garn 3 aus nacktem Elastomer eingesetzt sind;
dieses nackte Elastomergarn wird auch in die Kettenstiche, den
Tüll oder ähnliches eingesetzt und steht in Segmenten vor
für eine vorgegebene Anzahl von Maschen, und zwar auf der
Seite des Gewebes oder Gewirkes, welches in Richtung auf
die Haut des Trägers weisen soll, wobei auf diese Weise
Bereiche erhalten werden, in denen das Gewebe oder Gewirke
fester auf der Haut des Trägers haften und deshalb der
beabsichtigte Stützeffekt erzielt wird.
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In der Praxis wurde beobachtet, daß das erfindungsgemäße
Verfahren die beabsichtigten Ziele und Aufgaben vollständig
erreicht, da es erlaubt, Gewebe oder Gewirke zu erzeugen,
die einen Stützeffekt haben, ohne daß man einen
zusätzlichen Arbeitsgang zum Aufbringen von Silikonbändern
benötigt.
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Ein anderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, daß es direkt in Betriebsstätten zum Erzeugen
von Kettenstich-, Tüll- oder ähnlichen Geweben oder
Gewirken ausgeführt werden kann, ohne daß es der Einschaltung
von speziellen Betriebsstätten zum Anbringen von
Silikonstreifen bedarf.
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Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens
besteht darin, daß es die Herstellung von Stützgeweben oder -
gewirken erlaubt, welche besser verträglich und
komfortabler zu tragen sind.
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Das auf diese Weise beschriebene Verfahren kann zahlreichen
Modifikationen und Änderungen unterworfen werden, welche
sämtlich innerhalb des Rahmens des erfindungsgemäßen Konzepts
liegen; alle Details können außerdem durch andere
technisch äquivalente Elemente ersetzt werden.
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Die Offenbarungen in der italienischen Patentanmeldung Nr.
MI97A001730, von der diese Anmeldung die Priorität
beansprucht, werden durch Bezugnahme hier eingeschlossen.
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In der Praxis können die verwendeten Materialien alle sein,
die den Anforderungen entsprechen.
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Wo in irgendeinem Anspruch erwähnte technische Merkmale von
Bezugszeichen gefolgt werden, sind solche Bezugszeichen
ausschließlich eingefügt, um die Lesbarkeit und
Verständlichkeit der Ansprüche zu steigern, und dementsprechend
haben solche Bezugszeichen keine limitierende Wirkung auf die
Interpretation eines jeden Merkmals, welches beispielhaft
durch derartige Bezugszeichen identifiziert ist.