-
Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Drehen, in einer Transportebene,
eines Bogens, der in in dieser Transportebene einer geraden Linie in einer
Transportrichtung von einer Transporteinrichtung zugeführt wird, die einen ersten
und einen zweiten Transportspalt bildet, mit einer Halteeinrichtung, die
bewegbar ist zwischen einer ersten Position, in der sie von einem transportierten
Bogen frei ist, und einer zweiten Position, in der sie einen Bogen an einem
Drehzentrum hält.
-
Eine Vorrichtung dieser Art ist bekannt aus dem US-Patent 4 445 679, die ein
Verfahren beschreibt, bei dem während des Haltens eines transportierten
Bogens am Drehzentrum ein Schlupf zwischen der Bogentransporteinrichtung und
dem Bogen auftritt. Die Bogentransporteinrichtung muß in der Lage sein, einen
solchen Schlupf zuzulassen, z. B. dadurch, daß die Transporteinrichtung relativ
glatt ausgebildet und/oder mit einer relativ geringen Kraft gegen den Bogen
angedrückt wird. Unter diesen Bedingungen besteht die Gefahr, daß, wenn ein
Bogen gedreht wird, der eine relativ glatte Oberfläche hat, der Bogen insgesamt
verrutscht, so daß die geforderte Drehung unvollständig ist, und daß beim
Drehen eines relativ dünnen Bogens und/oder eines Bogens mit einer rauhen
Oberfläche der Bogen nicht rutscht, sondern zerrissen oder verknittert wird.
-
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, die diese Nachteile
nicht aufweist.
-
Zu diesem Zweck ist die Erfindung bei einer Vorrichtung der eingangs
genannten Art dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Halteeinrichtung und der
Bogentransporteinrichtung eine Kupplungseinrichtung vorgesehen ist, die bei
Bewegung der Halteeinrichtung aus der ersten Position in die zweite Position die
Bogentransporteinrichtung aus einer Position, in welcher der zweite
Transportspalt geschlossen ist, in eine Position bewegt, in welcher der zweite
Transportspalt geöffnet ist, und daß der erste Transportspalt, der während der Drehung
eines Bogens um das Drehzentrum den einzigen Transportspalt bildet, in einer
Richtung quer zu der Richtung gesehen, in welcher der Bogen in einer geraden
Linie transportiert wird, in einem festen Abstand zum Drehzentrum auf einer
Linie zwischen dem ersten Transportspalt und diesem Drehzentrum angeordnet
ist, welche Linie mit der Transportrichtung einen spitzen Winkel zwischen 70
und 90º bildet.
-
Folglich kann ein Bogen auf einfache Weise zuverlässig gedreht werden,
während die Transporteinrichtung kontinuierlich arbeitet. Die Vorrichtung stellt
sicher, daß während der Drehung eines Bogens kein Transportspalt mit Schlupf
wirksam ist.
-
Vorzugsweise beträgt der Winkel zwischen 75 und 85º. Folglich hat die
Reibungskraft, die von der Bogentransporteinrichtung während der Drehung auf
den Bogen ausgeübt wird, eine kleine Komponente, die den Bogen zwischen dem
Drehzentrum und dem ersten Transportspalt straff hält, so daß ein Verknittern
zuverlässig vermieden wird, ohne daß jedoch diese kleine Komponente so groß
wird, daß der Bogen oder das darauf befindliche Bild beschädigt wird.
-
Vorzugsweise wird der Bogen außerdem vor und nach der Ausführung einer
Drehbewegung auch durch einen zweiten Transportspalt transportiert, der in
der Richtung gesehen, in welcher der Bogen in einer geraden Linie vorrückt, auf
gleicher Höhe wie der erste Transportspalt liegt.
-
Dies minimiert die Gefahr eines Schräglaufes vor und nach der Drehung.
-
Wenn die ersten und zweiten Transportspalte durch zwei Andruckrollen gebildet
werden, die auf einer gemeinsamen Welle befestigt sind, und wenn die Welle am
zweiten Transportspalt angehoben wird, wenn der zweite Transportspalt geöffnet
wird, bewegt sich die Andruckrolle von dem ersten Transportspalt nach oben,
um einen punktförmigen Transportspalt zu bilden, was den Schlupf im ersten
Transportspalt noch weiter reduziert.
-
In einer attraktiven Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
befindet sich der erste Transportspalt zu einem stromaufwärts gelegenen
Bogenzufuhrspalt in einem vorbestimmten Abstand, der kleiner ist als die Länge des
kürzesten zu handhabenden Bogens, und ein stromabwärts des ersten
Transportspaltes liegender Bogenausgabespalt befindet sich zu dem Bogenzufuhrspalt
in einem vorbestimmten Abstand, der etwas größer ist als die Diagonale des
größten zu drehenden Bogens. Folglich wird ein Bogen um ein Drehzentrum in
einem kurzen Abstand von der ursprünglich vorauslaufenden Kante gedreht,
und die Bogenkante, die nach einer Vierteldrehung die vorauslaufende Kante
wird, liegt in einem größeren Abstand stromabwärts des Drehzentrums, so daß
der Bogen relativ schnell aus der Drehzone abtransportiert werden kann.
-
Das US-patent 4 877 234 beschreibt eine Vorrichtung zum Drehen eines Bogens
in einer Transportebene mit einem Drehzentrum, das durch einen blockierten
Transportspalt gebildet wird, und mit einem Transportspalt zum Drehen des
Bogens um diesen blockierten Transportspalt, wodurch die Linie zwischen dem
fördernden Transportspalt und dem blockierten Transportspalt einen Winkel von
90º mit der Transportrichtung eines Bogens bildet.
-
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der beigefügten
Zeichnungen erläutert, in denen zeigen:
-
Fig. 1 eine Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Drehvorrichtung, die
zwischen einem Druckgerät und einer Falteinrichtung angeordnet
ist;
-
Fig. 2 die Drehvorrichtung nach Fig. 1 in der Draufsicht;
-
Fig. 3 einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 2, in einer Position, in
der ein Bogen in einer geraden Linie transportiert wird,
-
Fig. 4 eine Seitenansicht auf die Linie IV-IV in Fig. 2, ebenso wie Fig. 3
in einer Position, in der der Bogen in einer geraden Linie vorrückt;
-
Fig. 5 eine Schnittdarstellung entsprechend Fig. 3, in einer Position, in
der ein Bogen eine Drehung erfährt;
-
Fig. 6 eine Seitenansicht entsprechend Fig. 4, ebenso wie Fig. 5 in
einer Position, in der ein Bogen eine Drehung erfährt; und
-
Fig. 7 ein Zeit/Weg-Diagramm von Bögen während der Drehbewegung
gemäß der Erfindung.
-
Die in Fig. 1 gezeigte Drehvorrichtung 1 ist in einen Zufuhrtisch 2 einer
Falteinrichtung 3 eingebaut, über den Kopienbögen, die aus einem Druckgerät 4
kommen, direkt in die Falteinrichtung 3 zugeführt werden können. Das Druckgerät
4 ist von einer Bauart, bei der Bögen von Empfangsmaterial mit
verschiedenen (Standard-) Formaten in Längsrichtung durchlaufen, d. h., mit ihrer
kürzesten Seite als vorauslaufender Kante, so daß sie unmittelbar zu einem Paket
gefaltet werden können.
-
Wie in dem oben genannten US-Patent 4 445 679 beschrieben wird, ist es
vorteilhaft, einen Bogen, der die Abmessungen eines gefalteten Pakets hat, d. h.,
einen Bogen, der die längste Seite als vorauslaufende Kante hat, in der
guerrichtung zu der Falteinrichtung 3 zuzuführen. Im Fall eines Druckgerätes 4, bei dem
ein Pulverbild durch Strahlungswärme auf einem Empfangsbogen fixiert wird,
muß die Strahlungsfixiervorrichtung zu diesem Zweck eine minimale Länge in
der Laufrichtung der Bögen haben, damit die Strahlungswärme zugeführt
werden kann. Im Fall einer Strahlungsfixiereinrichtung mit dieser minimal
erforderlichen Länge ist der genannte Abstand zwischen Transportrollen am Einlaß und
am Auslaß der Strahlungsfixiereinrichtung möglicherweise zu klein, um Bögen,
die nicht gefaltet zu werden brauchen, in Querrichtung durchzuleiten. In diesem
Fall muß diese Klasse von Bögen, z. B. eine Klasse von Bögen einschließlich des
Formats A4, in Längsrichtung durch das Druckgerät 4 transportiert werden.
Aus Gründen der Einheitlichkeit bei der Eingabe von Bögen ist es auch logisch,
sämtliche Bogenformate für die Verarbeitung in dem Druckgerät in derselben
Orientierung zuzuführen.
-
Die Falteinrichtung 3 ist konventionell aufgebaut, um einen zugeführten Bogen
in ein Paket zu falten, dessen Abmessungen dem kleinsten Standardformat
entsprechen, z. B. dem A4-Format. Die Falteinrichtung der in Fig. 1 gezeigten Art
wird in dem europäischen Patent 0 472 234 näher illustriert und beschrieben.
Die Falteinrichtung 3 dieser Art umfaßt einen ersten Faltungsteil 5, in dem ein
in Längsrichtung über den Zufuhrtisch 2 zugeführter Bogen zickzackförmig
gefaltet wird, wobei der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Falten der
Länge der kürzesten Seite des kleinsten Standardformats entspricht. z. B. 210
mm im Fall eines A4-Formats. In einem zweiten Faltungsteil 6 wird der
zickzackförmige gefaltete Bogen in einer Richtung rechtwinklig zu den ersten Falten
auf die Größe der längsten Seite des kleinsten Bogenformats gefaltet, d. h., auf
eine Größe von 297 mm im Fall eines A4-Formats. Ein zugeführter Kopiebogen
im kleinsten Standard-Format, z. B. einem A4-Format, kann ungefaltet bleiben.
Zu diesem Zweck muß, wenn ein solcher Bogen so durch die Falteinrichtung 3
hindurchgeleitet wird, daß er auf gefalteten Bögen abgelegt werden kann und
diese abdeckt, der Bogen in Querrichtung zu der Falteinrichtung 3 zugeführt
werden.
-
Damit im Fall einer Falteinrichtung 3, die online mit dem Druckgerät 4
verbunden ist, sowohl die obigen Anforderungen an das Druckgerät 4 im Hinblick auf
die Orientierung des kleinsten Standardformats als auch die Anforderungen an
die Falteinrichtung 3 im Hinblick auf die Orientierung des kleinsten
Standardformats erfüllt werden können, ist der Zufuhrtisch 2 mit einer Drehvorrichtung
1 ausgerüstet, die unter Bezugnahme auf Fig. 3 bis 6 beschrieben werden
wird und die einen Bogen des kleinsten Standardformats, der in Längsrichtung
durch das Druckgerät transportiert wurde, um eine Vierteldrehung dreht, so
daß er in Querrichtung in die Falteinrichtung 3 zugeführt werden kann.
-
Das Druckgerät 4 weist ein Paar Ausgaberollen 8 auf. Stromabwärts davon
befindet sich ein Ablenkglied 9, das in der in Fig. 1 gezeigten Position einen
Kopiebogen nach oben ablenkt, zur Ablage in einem Tablar 10, das schräg über
dem Druckgerät 4 angeordnet ist. Das Ablenkglied 9 kann auch in eine Position
eingestellt werden, in der ein Kopiebogen in Richtung auf den Zufuhrtisch 2 der
Falteinrichtung 3 zugeführt werden kann.
-
Auf der stromaufwärtigen Seite weist der Zufuhrtisch 2 Paare von
Transportrollen 11 und 12 auf, während er auf der stromabwärtigen Seite
Transportrollenpaare 13 hat, welche Rollenpaare jeweils eine Anzahl von Transportspalten
bilden, die über die Breite des Zufuhrtisches 2 verteilt sind, wie in Fig. 2 gezeigt
ist. Zwischen den Transportrollenpaaren 12 und den Transportrollenpaaren 13
sind zwei Transportrollenpaare 14 und 15 nahe beieinander angeordnet, die
nicht nur die zu faltenden Bögen über den Zufuhrtisch 2 weitertransportieren,
sondern auch eine Funktion im Zusammenhang mit der Drehung eines Bogens
haben, wie nachstehend beschrieben werden wird.
-
Kopienbögen, die im Druckgerät 4 bedruckt wurden und die größer sind als eine
Klasse von Bögen, die von der Falteinrichtung 3 ungefaltet durchzulassen ist,
werden von sämtlichen Transportrollenpaaren 11 bis 15 in einer geraden Linie
in der durch den Pfeil 16 in Fig. 2 angegebenen Richtung über den Zufuhrtisch
2 transportiert.
-
Wenn ein Kopiebogen zugeführt wird, der zu der Klasse von Bögen gehört, deren
Format kein Falten erfordert, wird dieser Bogen auf eine nachstehend erläuterte
Weise auf dem Zufuhrtisch 2 um eine Vierteldrehung gedreht.
-
Die Drehung eines Bogens auf den Zufuhrtisch 2 wird ausgeführt, wenn der
Bogen den Transportspalt zwischen den Transportrollenpaaren 14 und 15 erreicht.
Die Drehung erfolgt dann durch Zurückhalten des Bogens in der Nähe eines der
Transportspalte, nämlich in der Nähe des Transportspaltes, der durch das
Transportrollenpaar 15 gebildet wird, und durch Lösen der Transportrollen 15
voneinander, so daß die Transportrollen 14 den Bogen um das Drehzentrum 17
drehen.
-
Während der Drehung muß der Bogen von den als Eingangsrollen wirkenden
Transportrollen 12 und den als Ausgaberollen wirkenden Transportrollen 13 frei
bleiben. Um im Fall des Transportes eines Bogens, der keine Drehung erfordert,
die Gefahr zu minimieren, daß der Bogen in einer schrägen Stellung von den
Transportrollenpaaren 14 und 15 weitertransportiert wird, ist es wichtig, daß
diese Transportrollenpaare 14 und 15 in der Richtung quer zur
Transportrichtung 16 so weit wie möglich voneinander entfernt sind. Im Falle eines in
Längsrichtung zugeführten A4-Bogens mit einer Breite von 210 mm können die
Transportrollenpaare bis zu etwa 150 mm entfernt sein, um sicherzustellen, daß
etwaige seitlich verschobene Bögen von den beiden Transportrollenpaaren 14
und 15 transportiert werden können. Um weiterhin sicherzustellen, daß ein
Bogen vor und nach der Drehung um 90º mit seiner Mittellinie im wesentlichen auf
derselben Linie in der Transportrichtung 16 liegt, sollte das Drehzentrum 17 auf
einer Linie liegen, die von der Mitte des zu drehenden Bogens aus gerechnet auf
einer Linie liegt, die mit den Seiten des Bogens einen Winkel von 450 bildet. Auf
der Grundlage der obigen Überlegungen, des Abstands zwischen den
Transportspalten 14 und 15 und der Lage des Drehzentrums 17 etwas stromaufwärts der
Spalte 14 und 15, muß ein zu drehender Bogen mit seiner vorauslaufenden
Kante über eine Distanz A = 75 mm über die Transportrollenpaare 14 und 15
hinaus transportiert werden, bevor die Drehung beginnt. Dies bedeutet, daß für
die Drehung des größten zu drehenden Bogens, der eine Länge B = 325 mm hat,
die Transportrollen 14 und 15 in einem Abstand stromabwärts der
Eingangsrollen 12 angeordnet sein müssen, der wenigstens B - A = 325 - 75 = 250 mm
betragen sollte. Da der Abstand zwischen dem Drehzentrum 17 und dem Punkt
der vorauslaufenden Bogenkante, der am weitesten von diesem Drehzentrum
entfernt ist, im Fall des größten Formats der Klasse von zu drehenden Bögen
mit einer Größe von 325 · 230 mm etwa 200 mm entspricht, sollte der Abstand
C zwischen den Transportrollenpaaren 14 und 15 und den Ausgaberollen 13
annähernd 200 mm betragen. Folglich sollte der Abstand zwischen den
Eingangsrollen 12 und den Ausgaberollen wenigstens B - A + C sein. Im Fall des
maximalen zu drehenden Bogenformats, d. h., 325 · 230 mm, ist dies somit 325 - 75 +
200 = 450 mm. Mit gewissen Abständen zwischen den vorauslaufenden und
nachlaufenden Kanten des Bogens und den Ausgaberollen 13 bzw. den
Eingangsrollen 12 beträgt ein geeigneter Freiraum für die Drehung zwischen den
Eingangs- und Ausgaberollen 460 mm. Für die Drehung eines Bogens wird das
Drehzentrum 17 auf dem Zufuhrtisch 2 dadurch gebildet, daß der Bogen mit
einem abgerundeten Gummipuffer gegen den Zufuhrtisch angedrückt wird und
gleichzeitig oder etwas früher der Transportspalt zwischen den Transportrollen
15 geöffnet wird, die dem Drehzentrum 17 am nächsten liegen. Bei einem
kontinuierlichen Antrieb der Transportrollen 14 und 15 dreht der Transportspalt 14,
der am weitesten vom Drehzentrum 17 entfernt liegt, den Bogen um. das so
gebildete Drehzentrum.
-
Die Öffnung des Transportspaltes wird bewirkt durch Anheben einer Welle, die
die Verbindung zwischen den Andruckrollen der Transportrollenpaare 14 und
15 herstellt, in der Nähe des Transportrollenpaares 15, mit Hilfe eines Hebels,
der an einem Ende den das Drehzentrum bildenden Gummipuffer und am
anderen Ende einen Ansatz aufweist, wie weiter unten mit Bezug auf ein in Fig. 3
bis 5 gezeigtes Ausführungsbeispiel erläutert wird. Wie in der Draufsicht auf den
Zufuhrtisch 2 dargestellt ist, liegt eine geeignete Stelle für das Drehzentrum 17
auf der Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt des Bogens am Beginn der
Drehung und dem zu öffnenden Transportspalt 15, wobei diese Stelle einen
geringen Abstand zu diesem Spalt hat, z. B. 40 mm. Durch das Kippen der
Verbindungswelle zwischen den Andruckrollen der Transportrollenpaare 14 und 15
beim Öffnen des Spaltes 15 wird aus dem anderen Spalt 14 ein eher
punktförmiger Spalt, und dies ist vorteilhaft für einen schlupffreien Transport während
der Drehung des Bogens. Da der punktförmige Transportspalt 14 in
Transportrichtung gesehen auch eine kurze Strecke stromabwärts des Drehzentrums
17 liegt, übt dieser Transportspalt 14 eine kleine Zugkraft auf den Bogen aus,
und dies hält den Bogen während der Drehung zwischen dem Spalt 14 und dem
Drehzentrum 17 straff.
-
Fig. 3 und 4 zeigen die Drehvorrichtung nach Fig. 2 in einer Position zum
Durchlassen eines Bogens in einer geraden Linie 16 durch die Drehvorrichtung.
Diese Position wird sowohl beim Durchgang eines Kopienbogens eingenommen,
der in der anschließenden Falteinrichtung 3 gefaltet werden soll, als auch beim
Transport eines zu drehenden Bogens vor und nach der Drehung des Bogens.
-
Die Drehvorrichtung I umfaßt zwei Transportrollenpaare 14 und 15. Jedes
Transportrollenpaar 14 und 15 besteht aus einer angetriebenen Rolle 20 bzw.
21, die auf einer gemeinsamen Antriebswelle 22 befestigt sind. Die Rollen 20
und 21 stehen etwas über den durch eine Platte gebildeten Zufuhrtisch 2 vor.
Jede Antriebsrolle 20, 21 wirkt mit einer Andruckrolle 23 bzw. 24 zusammen, so
daß ein Transportspalt gebildet wird. Die Andruckrollen 23, 24 sind auf einer
gemeinsamen Welle 25 befestigt, die an den Enden mit Lagern in
vertikalverlaufende Schlitze (nicht gezeigt) eingreift.
-
In der Nähe der Welle 25 ist ein Stift 26 angeordnet, der im Gerätegestell
befestigt ist. Ein T-förmiges Element 27 ist drehbar auf diesem Stift 26 gehalten.
Dessen aufragender Schenkel 28 hat eine. U-förmige Ausnehmung, in die ein
Stift 29 eingreift, der an einem Arm 30 befestigt ist, der mit Hilfe einer
Magnetspule 31 zwischen zwei Positionen hin und her beweglich ist. Ein Arm 32 des T-
förmigen Elements 27 weist an seiner Unterseite einen abgerundeten
Gummipuffer 33 auf, und ein anderer Arm 34 liegt unterhalb der Welle 25, so daß die
Arme 32 und 34 als Hebel wirken. Um eine Drehbewegung auszuführen, wird
die Magnetspule 31 erregt, so daß sich das T-förmige Element 27 entgegen einer
Federwirkung aus der in Fig. 3 und 4 gezeigten Position in die in Fig. 5
und 6 gezeigte Position bewegt. Unter diesen Bedingungen schwenkt der Arm 34
die Welle 25 auf der Seite der Andruckrolle 24 nach oben, so daß der
Transportspalt zwischen den Rollen 21 und 24 geöffnet wird. Bei der Drehung des
T-förmigen Elements 27 wird auch der Gummipuffer 33 gegen den auf dem
Zufuhrtisch 2 liegenden Bogen angedrückt. Somit bildet der Puffer 33 das
Drehzentrum 17, um das sich der Bogen dreht, während er fortlaufend durch die
Transportrollen 20 und 23 transportiert wird. Infolge der Kippbewegung der Welle 25
drückt die Andruckrolle 23, wie bereits festgestellt wurde, im wesentlichen an
einem Punkt gegen die Antriebsrolle 20, so daß die Winkelgeschwindigkeit, mit
der der Bogen gedreht wird, durch den Radius R bestimmt wird. Nachdem der
Bogen um einen Winkel von 90º gedreht worden ist, wobei die Zeit für die
Drehung
-
t = 90º·R/V
-
beträgt, wobei V die Umfangsgeschwindigkeit der Antriebsrolle 20 ist, wird die
Magnetspule 31 entregt, so daß die Andruckrolle 24 wieder einen Transportspalt
bildet und das Drehzentrum 17 aufgehoben wird.
-
Wie in dem Weg/Zeit-Diagramm in Fig. 7 gezeigt ist, bewegt sich der Bogen
während der Drehung nach vorn, infolge der Lage des Drehzentrums 17 auf der
vorauslaufenden Hälfte des in Längsrichtung transportierten Bogens und auf
der Seite des Bogens, so daß der Abstand zwischen dem Drehzentrum und der
ursprünglich vorauslaufenden Kante kleiner ist als die vorauslaufende Kante
nach der Drehung. Infolge des fortlaufenden Vorrückens während der Drehung
kann ein nachfolgender Bogen in kurzem Abstand S hinter dem gedrehten
Bogen zugeführt werden, ohne daß der Letztere behindert wird, wie aus Fig. 7
hervorgeht.
-
In Fig. 7 ist die vorauslaufende Kante eines ersten Bogens vor der Drehung
durch die Linie 40 und nach der Drehung durch die Linie 41 angegeben. Die
nachlaufende Kante ist in Fig. 4 vor der Drehung durch die Linie 42 und nach
der Drehung durch die Linie 43 angegeben. Für einen nachfolgenden Bogen, der
in einem Abstand S zum ersten Bogen zugeführt wird, ist die vorauslaufende
Kante durch Linien 44 bzw. 45 und die nachlaufende Kante durch Linien 46
bzw. 47 angegeben. Die Anfangs- und Endzeiten der Drehung des ersten Bogens
sind die Zeiten 48 und 49, und für den nächsten Bogen sind es die Zeiten 50
und 51.
-
Der Winkel α, der eingeschlossen wird zwischen der Richtung, in der sich der
Bogen gerade nach vorn bewegt, und der Linie zwischen dem Transportspalt,
der durchgehend aktiv bleibt, und dem gebildeten Drehzentrum, kann innerhalb
bestimmter Grenzen variieren, ohne daß die einwandfreie Funktion
beeinträchtigt wird.
-
Im Fall eines Winkels α von 90º steht die im Transportspalt wirkende
Transportkraft rechtwinklig auf der Linie zwischen diesem Spalt und dem Drehzentrum
des Bogens. Somit gibt es unter idealen Bedingungen keinen Schlupf im
Transportspalt. Im Fall eines Winkels α von 70º kann die Transportkraft am Spalt
zerlegt werden in eine drehende Kraft rechtwinklig zu der Linie zwischen dem Spalt
und dem Drehzentrum und eine (kleine) Kraft, die in Verlängerung dieser Linie
wirkt und den Bogen straff gespannt hält. Wenn der Winkel α zu klein ist, kann
die letztgenannte Kraft einen unerwünschten Schlupf im Transportspalt
hervorrufen. Im Fall eines Winkels α zwischen den oben genannten Grenzen, z. B. eines
Winkels α = 80º, kann ein Kompromiß gefunden werden, bei dem der Bogen
während der Drehung straff gespannt gehalten wird, ohne daß ein
nennenswerter Schlupf im Transportspalt auftritt, natürlich bei gewisser Verformbarkeit
wenigstens einer der Transportrollen im Transportspalt.