DE69704441T2 - Vorrichtung und Verfahren zum Zuführen für Tiefdruckbeschichtung - Google Patents
Vorrichtung und Verfahren zum Zuführen für TiefdruckbeschichtungInfo
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Description
- Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Zuführen von Beschichtungsmassen in der Tiefdrucktechnik. Die Erfindung betrifft insbesondere eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Zuführen von Beschichtungsmassen in der Tiefdrucktechnik, mit denen eine vorhangartige Schicht der Beschichtungsmasse gleichmäßig auf eine Tiefdruckfläche aufgebracht wird, ohne dabei Nebeneffekte, wie z. B. Fließlinien und Fließmuster, zu erzeugen.
- Die Verwendung von Tiefdruckflächen, wie z. B. Tiefdruckzylindern, für die Übertragung flüssiger Massen an Bahnen ist gängige Praxis. US-A-4,373,443 beschreibt die Verwendung eines Tiefdruckzylinders für die Bereitstellung von Farbe in Zeitungspressen. Auf der Oberfläche des Tiefdruckszylinders sind Näpfchen eingeätzt, welche die flüssige Masse nach dem Eintauchen in den Behälter zurückhalten. Eine Rakel streift die überschüssige flüssige Masse von der Oberfläche des Tiefdruckzylinders ab, sodass eine genau abgemessene Flüssigkeitsmenge bei Berührung mit einer zweiten Oberfläche an diese übertragen wird. Für die Beschichtung eines Tiefdruckzylinders werden unterschiedliche Zuführungsvorrichtungen verwendet, die eine Vielzahl unterschiedlicher Beschichtungsfließmuster erzeugen.
- Ein gängiges Mittel zum Beschichten eines Tiefdruckzylinders ist eine Zuführrinne, ähnlich der in US-A-3,936,549 beschriebenen Rinne. Die Rinne kann einen Vorrat der flüssigen Masse aufnehmen und ist mit einer Einrichtung zur Aufrechterhaltung des Flüssigkeitsniveaus versehen. Der Tiefdruckzylinder taucht teilweise in den Behälter ein und dreht sich, um die Näpfchen zu füllen und die Masse an eine Bahn zu übertragen. Nachteilig bei diesen Zuführrinnen ist die Vergeudung von Flüssigkeit durch große Füllvolumina und die Erzeugung von "Fließlinien" in der Beschichtung. "Fließlinien" entstehen, wenn die Tiefdruckzylinderoberfläche anfänglich in die flüssige Masse taucht und dabei auf einen Bereich mit Verunreinigungen trifft. Verunreinigungen sind u. a. Luftblasen, Kügelchen konzentrierten Farbstoffs und konzentrierten Bindemittels sowie Stücke teilweise getrockneten Schaums. Die Zuführrinnen- Ausführung begünstigt die Bildung von Stagnationsbereichen, in denen sich Verunreinigungen bilden und ansammeln können. Versuche mit alternativen Rinnen- Ausführungen haben keine Beseitigung der "Fließlinien" erbracht, insbesondere nicht bei hohen Beschichtungsgeschwindigkeiten.
- Ein weiteres gängiges Mittel zum Beschichten des Tiefdruckzylinders ist die in US-A- 4,158,333 dargestellte Reservoir-Zuführung mit rückwärtiger Rakel. Die Reservoir- Zuführung kann offen oder geschlossen ausgebildet sein und ist in der 9-Uhr- Stellung zentriert, wobei eine rückwärtig gewinkelte Abstreifklinge in der 7-Uhr- Stellung angeordnet ist. Die rückwärtige Abstreifklinge streift die Farbe von der Oberfläche des Tiefdruckzylinders ab, wenn diese aus dem Behälter austritt. Die gerakelten Farbnäpfchen legen drei Viertel einer Umdrehung zurück, bevor sie den Druckwalzenspalt erreichen. Die in den Farbnäpfchen zurückbleibenden flüchtigen Lösungsmittel in der flüssigen Masse verdunsten oder "trocknen ein" und erzeugen auf dem zweiten Zylinder oder der Bahn ein Vorderkantenmuster. Außerdem kann Schaumbildung an der Reservoiroberfläche wie bei dem Zuführrinnen-Verfahren zu "Fließlinien"-Problemen führen.
- Eine weitere alternative Vorrichtung für die Beschichtung des Tiefdruckzylinders ist ein X-Beschichtungs-Trichter. Dabei handelt es sich um eine Extrusionsvorrichtung. Die Positionierung der Vorrichtung relativ zum Tiefdruckzylinder erfordert hohe Genauigkeit und Präzision. Die Zuführungseinrichtung bringt auf den Zylinder in der 3-Uhr-Stellung eine dicke Beschichtung auf (2-5 Milli-Zoll). Die Oberfläche bleibt benetzt, bis sie in der normalen 10-Uhr-Stellung die Rakel erreicht. Nachteilig bei dieser Ausführung sind vor allem die Kosten für die Herstellung eines genauen Dosierspalts und einer Hochdruck-Dosierpumpe. Die Ausführung hat darüber hinaus auch Nachteile beim Anfahren, bei dem die Zuführungseinrichtung den Zylinder beschichtet, während die Rakel und der Druckwalzenspalt sich nicht in Eingriff befinden. Unter diesen Bedingungen wird die überschüssige Beschichtungslösung sich an der Lippe des Trichters stauen und spritzen.
- Ein in jüngerer Zeit entwickeltes Verfahren zur Beschichtung des Tiefdruckzylinders für geschmolzene Thermofarbgebermedien ist die zum Patent angemeldete Reservoir-Zuführung mit Zuführzylinder. Sie kombiniert eine Beschichtungsklinge mit einer Reservoir-Zuführung mit kontinuierlicher Lösungsmittelförderung, Überlauf und Rückführung. Die Beabstandung der Klinge oder des Zuführzylinders ermöglicht eine Dosierung der Lösung auf dem Tiefdruckzylinder bei dessen Austritt aus dem Reservoir in einer 3-Uhr-Stellung, bevor die Lösung in der 10-Uhr-Stellung abgestreift wird. Nachteilig bei dieser Vorrichtung ist vor allem die Tatsache, dass das Reservoir bei hohen Geschwindigkeiten turbulent und wellig wird und dabei stehende Schwingwellen und Wirbel bildet, die "Fließlinien"-Fehler verursachen können. Außerdem behindert mitgerissene Luft an der Schnittstelle zwischen Tiefdruckzylinder und Lösung bei hohen Geschwindigkeiten und Viskositäten eine gleichmäßige Benetzung des Tiefdruckzylinders und verursacht dadurch "Fließmuster"-Fehler.
- GB-A-505 390 zeigt eine Druckvorrichtung mit einem Tinten-Reservoir, das so ausgebildet ist, dass aus dem Auslass eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht auf den Tiefdruckzylinder gefördert wird, Mitteln zum Fördern der Tinte im Reservoir durch den Auslass, einer Tinten-Quelle am Boden des Tiefdruckzylinders, durch die sich der Zylinder dreht, und einer Rakel, die so angeordnet ist, dass sie die Tiefdruckoberfläche berührt, nachdem diese aus der Tinten-Quelle ausgetreten ist.
- CH-A-613 080 zeigt eine Druckvorrichtung mit einem Überlaufbehälter für die Förderung einer gleichmäßigen Farbbeschichtung auf einen Tiefdruckzylinder. Eine Beschichtungsklinge ist seitlich am Behälter befestigt und bildet einen Spalt zwischen der Klinge und der Oberfläche des Tiefdruckzylinders zum Dosieren der auf die Oberfläche des Zylinders aufzubringenden Farbe.
- Zu den von der vorliegenden Erfindung erkannten und gelösten Problemen gehört eine Vorrichtung, die einem Tiefdruckzylinder mit hohen Beschichtungsgeschwindigkeiten eine gleichmäßige vorhangartige Schicht der Beschichtungsmasse zuführt. Insbesondere führt die erfindungsgemäße Vorrichtung dem Tiefdruckzylinder eine Beschichtungslösung ohne die sonst bei hohen Beschichtungsgeschwindigkeiten auftretenden Fehler, wie z. B. "Fließlinien" und "Fließmuster", zu und erhöht gleichzeitig die Geschwindigkeit, bei der Benetzungsausfall durch mitgerissene Luft an der Schnittstelle zwischen Zylinder, Flüssigkeit und Luft einsetzt. Darüber hinaus verringert die erfindungsgemäße Vorrichtung die Vergeudung von Beschichtungsmasse und die mit dem Tiefdruckbeschichtungsverfahren verbundenen Kosten.
- Der Erfindung liegt daher u. a. die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Zuführen von Beschichtungsmassen zu schaffen, die eine Beschichtungsmasse ohne Nebeneffekte, wie z. B. Fließlinien und Fließmuster, auf eine Tiefdruckfläche aufbringt.
- Der Erfindung liegt ferner die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zum Zuführen von Beschichtungsmassen zu schaffen, die der Tiefdruckfläche die Beschichtungsmasse in einer vorhangartigen Überlaufschicht zuführt.
- Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist u. a. dadurch gekennzeichnet, dass ein die Beschichtungsmasse aufnehmender Behälter einen schräg aufwärts verlaufenden Boden aufweist, der in ein Auslaufende mündet, das so ausgebildet ist, dass es eine vorhangartige Überlaufbeschichtungsschicht zum Aufbringen auf die Tiefdruckfläche erzeugt.
- Eine vorteilhafte Wirkung der Erfindung besteht darin, dass beim Ausbringen der Beschichtungsmasse aus dem Behälter und dem anschließenden Aufbringen auf die Tiefdruckfläche Nebenwirkungen, wie z. B. Fließlinien und Fließmuster, ausgeschaltet werden.
- Um diese und weitere Aufgaben, Merkmale und Vorteile der Erfindung zu realisieren, schafft die Erfindung daher zum einen eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Beschichtungsmasse auf eine Tiefdruckfläche gemäß Anspruch 1. Dabei weist ein die Beschichtungsmasse aufnehmender Behälter sich gegenüberliegende Seitenwände, eine Rückwand, einen Boden mit seitlichen, die Seitenwände verbindenden Kanten und einem die Rückwand mit den Seitenwänden verbindenden ersten Endabschnitt auf. Der Boden verläuft von der Rückwand schräg aufwärts, um an einem zweiten, dem ersten Endabschnitt gegenüberliegenden Endabschnitt ein Auslaufende oder einen Überlauf zu bilden. Dabei ist das Auslaufende derart ausgebildet, dass von dem Auslaufende oder dem Überlauf eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht auf die Tiefdruckfläche gefördert wird. Bei dieser Ausführungsform sind ferner Mittel zum Ausbringen der Beschichtungsmasse im Behälter durch das Auslaufende vorgesehen. Schließlich ist in dem Behälter hinter dem Auslaufende mindestens eine Prallfläche angeordnet. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung weist die Prallfläche einen ersten, am Boden befestigten Abschnitt und einen zweiten, im wesentlichen zur Rückwand des Behälters verlaufenden Abschnitt auf.
- Die Erfindung schafft zum anderen ein Verfahren zum Aufbringen einer Beschichtungsmasse auf eine Tiefdruckfläche gemäß Anspruch 7 mit den folgenden Schritten: Bereitstellen einer Beschichtungsmasse, wie sie beispielsweise in US-A-4,695,287, US-A-4,700,207 und US-A-4,698,651 beschrieben wird, und eines Behälters mit einem schräg aufwärts zum Auslaufende verlaufenden Boden, wobei das Auslaufende derart ausgebildet ist, dass es eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht der Beschichtungsmasse bildet. Ein für diese Ausführungsform wichtiger Schritt ist auch die Bereitstellung von Mitteln zum Fördern der Beschichtungsmasse aus dem Behälter auf die Tiefdruckfläche. Bei diesem Schritt tritt die Beschichtungsmasse als gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht an der sich über die Breite erstreckenden Lippe aus dem Auslaufende des Behälters aus und legt sich abschließend auf die Tiefdruckfläche.
- Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
- Es zeigen:
- Fig. 1 eine schematische Ansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2 eine teilweise vergrößerte seitliche Schnittansicht entlang der Linie 2-2 in Fig. 1,
- Fig. 3 eine Vorderansicht der Vorrichtung, die das Verhältnis zwischen Überlauf und Tiefdruckfläche veranschaulicht, und
- Fig. 4 einen Vergleich der Luftmitreißgeschwindigkeitsgrenze der erfindungsgemäßen Beschichtungsvorrichtung.
- Die Vorrichtung 10 zum Aufbringen der Beschichtungsmasse (c) auf eine Tiefdruckfläche 12 ist in Fig. 1-3 dargestellt. Wie in Fig. 1 gezeigt, weist die Vorrichtung 10 einen Behälter 14 zur Aufnahme der Beschichtungsmasse (c) auf. Der Behälter 14 ist mit sich gegenüberliegenden gleichartigen Seitenwänden 16 (nur eine dargestellt) und einer Rückwand 22 versehen. In Fig. 2 hat der Boden 24 Verbindung mit den Seitenwänden 16 und mit der Rückwand 22. Für die Erfindung ist es wichtig, dass der Boden 24, wie in Fig. 2 gezeigt, von der Rückwand 22 schräg aufwärts verläuft, um ein Auslaufende oder einen Überlauf 26 zu bilden. Ferner ist das einen Beschichtungsüberlauf bildende Auslaufende so ausgebildet, dass eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht der Beschichtungsmasse (c) aus dem Behälter 14 nach unten auf die Tiefdruckfläche 12 gefördert wird.
- In der in der Zeichnung gezeigten Darstellung verläuft der Boden 24 des Behälters 14 von der Rückwand 22 schräg aufwärts, vorzugsweise in einem Winkel (φ) von bis zu etwa 20º, um einerseits ein optimales Fassungsvermögen des Behälters 14 zu gewährleisten und andererseits eine unvorhersehbare und im Übrigen nicht steuerbare Auswanderung der vorhangartigen Schicht 32 aus einer abwärtsgerichteten Strömungsebene zu verhindern. Winkel von mehr als 20º haben sich für die Beseitigung der Auswanderungstendenz der vorhangartigen Beschichtungsschicht 32 als weniger wirksam erwiesen.
- Wie in Fig. 1 gezeigt, weist die Vorrichtung 10 ferner Mittel, vorzugsweise eine Pumpe 30, zum Fördern der Beschichtungsmasse (c) aus einer Quelle (nicht dargestellt) durch eine vorzugsweise mittig gespeiste Zuführungsleitung oder Rohrleitung 29, durch ein Einlaufende 31 des Behälters 14 und dann vor Austritt aus dem Auslaufende 26 in den Behälter 14 auf. Die Beschichtungsmasse (c) fließt anschließend über das Auslaufende 26, wie nachstehend beschrieben, in einer gleichmäßig überlaufenden vorhangartigen Schicht 32 aus, bevor sie auf die Tiefdruckfläche 12 gelangt.
- Gemäß Fig. 2 ist in dem Behälter 14 hinter dem Auslaufende 26 mindestens eine Prallfläche 34 angeordnet. Die Prallfläche 34 weist vorzugsweise einen an dem Boden 24 befestigten ersten Abschnitt 36 und einen im wesentlichen zur Rückwand 22 des Behälters 14 verlaufenden zweiten Abschnitt 38 auf. Diese Anordnung der Prallfläche 34 minimiert Turbulenzen und Wirbel in dem Behälter 14, wenn die Beschichtungsmasse (c) durch eine Einlauföffnung 37 und dann in den Behälter 14 und aus diesem heraus befördert wird. Zur Verringerung der Einlaufturbulenzen im Behälter 14 wird vorzugsweise nur eine Prallfläche 34 verwendet.
- In Fig. 1-3 weist das Auslaufende oder der Überlauf 26 eine sich über die Breite und senkrecht abwärts zur Tiefdruckfläche 12 erstreckende Lippe 40 auf. Die Abschnitte 41, 42 der Lippe 40 erstrecken sich, wie in Fig. 3 gezeigt, in der Breite über entsprechende gegenüberliegende Endkanten 45, 47 der Tiefdruckfläche oder des Zylinders 12 hinaus. Für die Erfindung ist es wichtig, dass die Breite (w&sub1;) des Auslaufendes 26 etwas größer ist als die Breite (w&sub2;) des Tiefdruckzylinders 12. Vorzugsweise beträgt die Höhe (h) der sich über die Breite erstreckenden Lippe 40, vom Auslaufende 26 bis zur Endkante 44 der Lippe 40 gemessen, etwa 0.05 Zoll (1,27 cm). Gemäß Fig. 2 weist die Endkante 44, die sich in unmittelbarer Nähe der Tiefdruckfläche 12 befindet, einen aufwärts zum Boden 24 hin und von der sich über die Breite erstreckenden Lippe weg abgewinkelten hinterschnittenen Bereich 48 auf. Diese bevorzugte Ausbildung des Auslaufendes 26 macht es möglich, dass die aus dem Behälter 14 austretende Beschichtungsmasse (c) über die sich über die Breite erstreckende senkrechte Lippe 40 nach unten überläuft, bevor sie auf die Tiefdruckfläche 14 gelangt. Der hinterschnittene Bereich 48 weist vorzugsweise eine Länge (I) von mindestens etwa 1.5 Zoll (3,81 cm) und einen Winkel β von vorzugsweise etwa 10º bis etwa 40º zu der sich über die Breite erstreckenden senkrechten Lippe 40 auf, um einen Auftreffpunkt für die vorhangartige Beschichtungssichel zu schaffen und ein Auswandern der vorhangartigen Beschichtungsschicht 32 zu verhindern.
- Bei einer alternativen Ausführungsform kann der Behälter 14 mit einem Schirm (nicht dargestellt) versehen werden, der so angeordnet werden kann, dass er entlang der sich über die Breite erstreckenden vorhangartigen Schicht 32 verläuft. Der Schirm würde eine zu starke Verdunstung einer flüchtigen Beschichtungsmasse im Behälter 14 verhindern.
- Ferner kann der Behälter 14 auf einer verstellbaren Halterung 49 in der Vorrichtung 10 (in Fig. 2 deutlich sichtbar) angeordnet werden, um die Stellung des Überlaufs 26 relativ zur Tiefdruckfläche 12 vertikal oder horizontal zu verändern. Die Positionierbarkeit des Überlaufs 26 bietet dem Bediener die Möglichkeit, einen gewünschten Punkt für das Aufbringen einer vorhangartigen Schicht sowie die Höhe, den Winkel, und die Strömungsgeschwindigkeit der an der Lippe 40 austretenden und auf die Tiefdruckfläche 12 aufgebrachten vorhangartigen Beschichtungsschicht einzustellen und zu steuern. Die Erfahrung zeigt, dass zwischen der Endkante 44 der Lippe 40 und der Tiefdruckfläche 12 ein Abstand von mindestens 2 Zoll (9,08 cm) vorhanden sein sollte. Ferner sollte der Fließwinkel (a) der Beschichtung, vom oberen "Totpunkt" 50 der Tiefdruckfläche 12 zu dem Punkt 52 gemessen, an dem die Beschichtung auf die Tiefdruckfläche 12 aufgebracht wird, etwa 55º nicht überschreiten. Die Einstellung dieser Parameter gewährleistet, dass die Tiefdruckfläche 12 unmittelbar hinter dem Druckwalzenspalt 43 (Fig. 1) benetzt wird.
- Wie bereits erwähnt, ist es für die Erfindung wichtig, dass eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht 32 der Beschichtungsmasse (c) gebildet wird, bevor diese an dem Überlauf 26 austritt und auf die Tiefdruckfläche 12 gelangt. Die vorhangartige Beschichtungsschicht 32 hat sich beim Anfahren und im Leerlauf des Tiefdruckbeschichtungsprozesses als robust erwiesen, insbesondere dann, wenn der Tiefdruckzylinder 12 benetzt bleiben muss, während sich die Rakel 54 und der Druckzylinder 56 außer Eingriff befinden. Ferner hat die Bildung und das Aufbringen einer vorhangartigen Schicht der Beschichtungsmasse auf eine Tiefdruckfläche 12, wie beispielhaft in Fig. 1-2 gezeigt, die für Walzenbeschichtungszuführungssysteme typischen, durch Abreißen der Strömung, Stagnation und Wirbel verursachten Probleme bei zunehmend höheren Beschichtungsgeschwindigkeiten in der Produktion bis her bekanntlich nicht gelöst. Es wird vermutet, dass die sich bei Stagnation und Wirbeln in der fließenden Beschichtungsmasse bildenden Verunreinigungen und Blasen auch (wie vorher beschrieben) "Fließlinien"-Fehler in der auf die Tiefdruckfläche 12 aufgebrachten Schicht der Beschichtungsmasse verursachen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Aufbringen einer vorhangartigen Beschichtung unerwartet ein Beschichtungsverfahren schafft, das ein Abreißen der Strömung und Stagnation und somit auch die Möglichkeit eines Auftretens von "Fließlinien"-Fehlern praktisch ausschaltet.
- Ferner ermöglicht die Bewegungsenergie, mit der die vorhangartig überlaufende Schicht der Beschichtungsmasse (c) auf den Tiefdruckzylinder 12 aufgebracht wird, bekanntlich ein schwerkraftunterstütztes Aufbringen der Beschichtungsmasse auf den Tiefdruckzylinder 12. Es scheint, dass dieser Mechanismus durch Erhöhung der kritischen Geschwindigkeit, bei der die Benetzung ausfällt und infolgedessen "Fließmuster" auf der Tiefdruckfläche 12 erscheinen, dazu beiträgt, die bei höheren Geschwindigkeiten von dem Tiefdruckzylinder 12 mitgerissene Luft zu verdrängen. In Fig. 4 wird die Luftmitreißgeschwindigkeitsgrenze der erfindungsgemäßen Vorhangbeschichtungsvorrichtung mit der des für den Stand der Technik typischen Reservoir- Systems mit Zuführzylinder verglichen. Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass durch Verwendung der erfindungsgemäßen Vorhangbeschichtungsvorrichtung 10 jetzt höhere Beschichtungsgeschwindigkeiten realisiert werden können als je zuvor.
- Ferner konnte beobachtet werden, dass einerseits der mit der vorhangartig überlaufenden Schicht auf den Tiefdruckzylinder 12 aufgebrachte dosierte Überschuss an Beschichtungsmasse (c) so dünn ist, dass die Masse bei relativ hohen Geschwindigkeiten an der Rakel 54 nur minimal spritzt und dass andererseits die auf die Tiefdruckfläche 12 aufgebrachte Beschichtung dick genug ist, um eine zu starke Verdunstung, die bei flüchtigen Lösungsmitteln "Eintrocknungsfehler" verursacht, zu verhindern.
- Die Erfindung wurde hier anhand bestimmter Ausführungsformen beschrieben, lässt jedoch erkennbar Änderungen und Modifikationen zu, ohne den in den folgenden Ansprüchen festgelegten Schutzumfang zu verlassen.
Claims (8)
1. Vorrichtung zum Aufbringen einer Beschichtungsmasse auf einen Tiefdruckzylinder
(12) mit:
- einem Behälter (14) zur Aufnahme der Beschichtungsmasse, wobei der
Behälter ein Einlaufende (31), sich gegenüberliegende Seitenwände (16),
- eine Rückwand (22) und einen die Seitenwände (16) und die Rückwand (22)
verbindenden Boden (24) aufweist und der Boden (24) von der Rückwand
(22) aus schräg aufwärts verläuft, um ein Auslaufende (26) in der Nähe des
Tiefdruckzylinders zu bilden, wobei das Auslaufende derart ausgebildet ist,
dass von dem Auslauf eine gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht
(32) der Beschichtungsmasse austritt und auf den Tiefdruckzylinder (12)
auftrifft,
- Mitteln zum Ausbringen der Beschichtungsmasse aus dem Behälter durch das
Auslaufende (26) und
- einem Abstreifer (54), der derart angeordnet ist, dass er an der Oberfläche
des Tiefdruckzylinders in Anlage bringbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter mindestens eine im Behälter
zwischen dem Einlaufende (31) und dem Auslaufende (26) angeordnete
Prallfläche aufweist, wobei das Auslaufende (26) von der Oberfläche des
Tiefdruckzylinders (12) um mindestens 9,08 cm beabstandet ist und die vorhangartige
Schicht (32) der Beschichtungsmasse ohne weitere Störung auf dem
Tiefdruckzylinder (12) von dem Behälter (14) zum Abstreifer (54) transportiert wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auslaufende
(26) eine sich über die Breite und allgemein abwärts zur Oberfläche des
Tiefdruckzylinders (12) hin erstreckende Lippe (40) aufweist, die in einer Endkante
(44) endet, wobei die Endkante (44) einen aufwärts zum Boden (24) hin
abgewinkelten hinterschnittenen Bereich (48) aufweist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der
hinterschnittene Bereich (48) einen Winkel β von etwa 10º bis etwa 40º bezüglich der sich
über die Breite erstreckenden vertikalen Lippe (40) aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Bodenabschnitt
sich um etwa 20º von der Rückwand aus aufwärts erstreckt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mittel (49) zum
einstellbaren Bewegen des Behälters (14) in im allgemeinen vertikaler oder horizontaler
Richtung bezüglich des Tiefdruckzylinders (12), wobei die einstellbar beweglichen
Mittel (49) ferner Mittel zum Ausrichten des Behälters bezüglich des
Tiefdruckzylinders (12) aufweisen, um eine im allgemeinen gleichbleibende
Beschichtungsbeziehung zwischen dem Behälter (14) und dem Tiefdruckzylinder (12) aufrecht zu
erhalten.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite w&sub1; des
Vorhangs (32) etwas größer ist als die Breite w&sub2; des Tiefdruckzylinders (12).
7. Verfahren zum Aufbringen einer Beschichtungsmasse auf einen Tiefdruckzylinder
mit den folgenden Schritten:
- Bereitstellen der Beschichtungsmasse,
- Bereitstellen von Mitteln zum Aufbringen der Beschichtungsmasse auf den
Tiefdruckzylinder,
- Bereitstellen von Mitteln zum Ausbilden einer vorhangartig überlaufenden
Schicht der Beschichtungsmasse,
- Erzeugen einer vorhangartigen Schicht der Beschichtungsmasse zum
Aufbringen auf den Tiefdruckzylinder und
- Aufbringen der vorhangartigen Schicht auf den Tiefdruckzylinder,
dadurch gekennzeichnet, dass das Auslaufende (26) vom Tiefdruckzylinder (12)
um mindestens um 9,08 cm beabstandet ist und dass die vorhangartige Schicht
(32) der Beschichtungsmasse ohne weitere Störung auf dem Tiefdruckzylinder
(12) von dem Behälter (14) zum Abstreifer (54) transportiert wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, bei dem der Schritt des Ausbildens einer
vorhangartigen Schicht (32) der Beschichtungsmasse den Schritt umfasst, einen Behälter
(14) zur Aufnahme der Beschichtungsmasse bereitzustellen, wobei der Behälter
ein Einlaufende (31), sich gegenüberliegende Seitenwände (16), eine Rückwand
(22) und einen die Seitenwände (16) und die Rückwand (22) verbindenden
Boden (24) aufweist und der Boden (24) von der Rückwand (22) aus schräg
aufwärts verläuft, um ein Auslaufende (26) in der Nähe der Oberfläche des
Tiefdruckzylinders zu bilden, wobei das Auslaufende derart ausgebildet ist, dass von
dem Auslauf die gleichmäßig überlaufende vorhangartige Schicht (32) der
Beschichtungsmasse austritt und auf den Tiefdruckzylinder (12) auftrifft, dadurch
gekennzeichnet, dass der Behälter mindestens eine im Behälter zwischen dem
Einlaufende (31) und dem Auslaufende (26) angeordnete Prallfläche aufweist.
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